Wohnmobil Reisebericht Bulgarien

Im Wald hinter meinem Wagen heulen die Wölfe. Ich parke auf dem Areal eines heruntergekommenen Industriekomplexes nahe Malko Tarnovo, der ersten Stadt in Bulgarien.

Bild: Wohnmobil Stellplatz Bulgarien

Gegen Mittag sind meine Freunde weiter gezogen. Jetzt ist es kurz vor 23 Uhr, und ich habe mich dazu entschlossen den Rechner anzuschalten um diesen Reisebericht zu schreiben. Ursprünglich wollte ich hier nur tanken. Ich parkte vor der Polizeiwache und neben einem kleinen Laden auf 41° 58.577N; 27° 31.434O direkt hinter dem Ortseingang. Ein Parkplatz auf dem mein Rechner Internet finden sollte. Aber erst einmal brauchte ich Diesel. Mein Tank dürfte mal wieder so ziemlich leer sein. Nein, erst einmal brauche ich ein gescheites kaltes Bier ohne Zuckerzusatz. Ich betrat ein Geschäft. Ein Aufkleber mit der Beschriftung 0,80 klebte auf der Flasche meines Begehrens. An der Kasse legte ich einen Euro auf die Theke. Die Verkäuferin schaute mich ungläubig an. „Leva, no Euro!“ Sagte sie. Bulgarien, das ist doch Eu, ich dachte die hätten den Euro, aber da hab ich mich wohl geirrt. Ich machte mich auf, eine Wechselstube zu suchen die ich dann auch fand. Leider hatte sie geschlossen. Ich folgte der Beschilderung zur Tankstelle. Diesel, 2,2 Leva. Was mag das bloß in Euro sein?? Als ich zurückkehrte wechselte ich und erfuhr es. Der Kurs ist 1:2, genau wie in der Türkei. Um genau zu sein lautet er 1:1,94. Jetzt konnte ich mir mein Bier kaufen. Während ich es trank radelte Tim an mir vorbei. Wenn ich mich noch recht erinnere ist er seit 7 Monaten mit seinem Radel unterwegs. Rund eine halbe Stunde tauschten wir Reise - Erfahrungen aus, dann radelte Tim weiter. Ich ging mir den Ort anschauen.
Es ist ruhig, sehr ruhig. Kein Verkehr, keine Musik aus geöffneten Fenstern noch nicht einmahl ein Hund bellt. In der Nacht kümmerte ich mich um elektronischen Papierkrieg. Um ein Visa für Syrien zu erhalten brauche ich einen Reisepass der eine Gültigkeit von noch mindestens 6 Monaten besitzt. Meiner läuft im Januar 2011 ab. Das reicht also nicht mehr. Ich schrieb eine Mail an die Deutsche Botschaft in Sofia. Außerdem eine an die Syrische Botschaft in Berlin und eine an eine professionelle Visa Agentur. Jetzt bin ich gespannt ob, und wie mir geholfen wird. Am nächsten Morgen wollte ich zur Küste vorstoßen. Doch auf der Gassi - Runde traf ich John, einen Radfahrer aus Großbritannien der seine Herkunft überdeutlich mit einer kleinen Flagge zur Schau stellt, die er an seinem Anhänger befestigt hat. Er ist seit etwas mehr als 2 Monaten unterwegs und sein Ziel heißt China. Zurück am Wagen lief dann Rezer an mir vorbei. Mit seinem dicken Rucksack sah er aus wie ein Reisender also quatschte ich Ihn an. „Where do you come from?“ „Sweeden!“ „By food?“ „Yes“ Rezer ist tatsächlich von Schweden hier her gelaufen und hat dafür rund 1,5 Jahre benötigt. Sein Ziel heißt Indien. Während wir uns unterhielten radelte Jon an uns vorbei. „I take the wrong way“ Jetzt saßen wir zu dritt im Schatten einer großen Buche und wechselten alle 40 Minuten unsre Sitzposition um im Schatten bleiben zu können. Einige Stunden verbrachten wir auf der Wiese. Dann schlug ich vor, dass wir doch die Nacht gemeinsam verbringen und zu einem nahe gelegenen Platz gingen, den ich gestern entdeckt hatte. Alle waren einverstanden. Ich zeigte meinen Freunden den Platz den ich im Kopf hatte und ging zurück zu meinem Wagen. Wer radelte da an mir vorbei? Aitor, Aitor kommt aus Spanien und hat 3 Wochen Urlaub. Er ist mit dem Flieger bis Sofia und von dort ist er nach Istanbul geradelt. Jetzt ist er auf dem Rückweg zum Flughafen und will vorher noch mal irgendwo tauchen gehen. „Hey Stopp,“ rief ich ihm zu. „We make a traveller meating around 1km away from here. If you like you can follow my truck.” Aitor wollte und meine zwei andern Freunde schauten ziemlich blöde als sie meinen Wagen erblickten und hinter Ihm ein schwer bepacktes Fahrrad. Wir saßen lange vor meinem Wagen und tauschten Reiseerlebnisse aus. Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich Reisende sind. Der eine stellt sich einen Wecker, der alle 2 Stunden klingelt und ihn daran erinnert eine Pause zu machen. Der Nächste ist, wenn er eine schöne Stelle für die Nacht findet, auch mit einer sehr geringen Kilometerleistung zufrieden und genießt seinen Tag in der Natur. Der Dritte wiederum ist Mathematiker. Er hat ausgerechnet, dass ihn Warten viel Geld kostet, weil sein Körper nur nach unwesentlich weniger Nahrung verlangt wenn er rastet als wenn er sich bewegt. Der Eine hat ein Ziel, das er unbedingt erreichen will, dem Anderen reicht es unterwegs zu sein. Tief in der Nacht bauten meine Freunde ihre Zelte auf und wir legten uns zur Ruhe. Am nächsten Morgen wurde ausgiebig gefrühstückt. Im unmittelbaren Anschluss gab es Mittagessen. Instand - Suppe mit Nudeln. Zwischendrin kam ein kleiner Zigeuner vorbei. Er ging zu den Pferden die im Schatten einer nahe gelegenen alten Fabrikhalle standen, um eines nach dem anderen einzureiten. Ich erhielt eine Reitstunden auf einem zahmeren Artgenossen. Es muss sehr lustig ausgesehen haben wie ich meinen ungeschickten Körper auf den Rücken eines unbesattelten Pferdes gehievt habe. Immerhin bin ich nicht von dem Tier gefallen als der Kleine mit einem gekonnten Sprung vor mir Platz nahm, dem Tier die Sporen gab und es im Galopp davonrannte. Gegen halb 3 verabschiedeten sich dann meine Freunde

Bild: Travlermeeting Bulgarien

Gegen 3 begann es sintflutartig zu regnen. Ich dachte noch: „Gleich sind die wieder da“, aber niemand kam. Gegen 5 hörte es auf und ich ging noch einmal mit Scheki vor die Türe. Ich kam nicht weit, denn ich wurde von einem freundlichen Bulgaren auf ein Bier eingeladen. Ein Hund sorgt für Kontakte, selbst wenn er die Pferde anderer Leute anbellt. Jetzt ist es halb 1 in der Nacht. Irgendwie hat es den Anschein als hätten sich selbst die Glühwürmchen zur Ruhe gelegt. Auch ich werde den Rechner ausschalten um ein wenig an meinem Kopfkissen zu lauschen. Gute Nacht aus Bulgarien.
Am morgen des 16.6.2010 startete ich zu einem kleinen Erkundungsgang. Ich folgte einem schmalen Trampelpfad der hinter meinem Parkplatz begann. Nach rund 2 Stunden Marsch schaltete ich das GPS ein um mir den Rückweg zeigen zu lassen. Schließlich wollte ich an diesem Tag noch bis zu Küste. In der kleinen Statuszeile am unteren Bildschirmrand stand „Türkey“. Laut der Grenzlinie die auf der im Gerät gespeicherten Karte eingezeichnet ist, war ich rund 2 Kilometer weit in die Türkei vorgestoßen ohne es zu bemerken. Mein erster illegaler Grenzübertritt. Anscheinend hatte ich eine Schmugglerroute entdeckt. Unbemerkt verlies ich das Land auf dem gleichen Weg auf dem ich es betreten hatte. Gegen 15 Uhr startete ich den Wagen. Ich tankte und fuhr die wenigen Kilometer zurück zur Hauptstrasse Richtung Tzavero. Die Hauptstrasse glich mehr einem Feldweg. Kaum breit genug um Platz für ein entgegenkommendes Fahrzeug zu bieten, ein Schlagloch neben dem anderen. In engen Kurven und Kehren führte sie durch herrliche Wälder. Mehr als einmal sah ich einen Platz der zum Verweilen einlud, aber ich hatte ein ungutes Gefühl im Bauch. Bulgarische Freunde, die ich letztes Jahr in Griechenland kennen gelernt hatte, und mit denen ich Kontakt aufnahm um sie möglicherweise Widerzutreffen, sendeten mir per E- Mail eine Preisliste der Kraftfahrzeugvignetten. In Bulgarien herrscht Vignetten Pflicht. Nur Innerorts darf man ohne diese Steuerplakette fahren. Für einen Low Budget Travler wie mich sind diese Aufkleber unerschwinglich, also beschloss ich auf mein Glück zu vertrauen und ohne diese Vignette zu reisen. Die Strafe, wenn man erwischt wird, soll 50 Euro betragen. Weit weniger als eine 7 Tages Vignette. Mein Plan lautet: Fahre bis zur Küste und lass dich nicht erwischen. Dort angekommen, suchst du dir `nen Parkplatz in Wassernähe und versteckst dich vor den Bullen. Dort wartest du auf deine Dokumente, machst dir ein paar schöne Wochen und kaufst dir zur Ausreise in die Türkei für 7 Euro eine Eintagesvignette. Ohne Vignettenkontrolle erreichte ich Tzavero. Ich parkte innerstädtisch, da brauche ich keine Vignette. Am nächsten Tag machte ich mich auf, einen abgelegenen Parkplatz zu suchen.

Bild: bulgarischer Strand

Am 17. Richtung Türkei, und am 18. wanderte ich in die Entgegengesetzte Richtung.

Bild: Strand in Bulgarien

Genau wie Sartie in Griechenland ist Tzavero eine Touristenkirmes. Verkaufsbüdchen mit allem möglichen und unmöglichen Krimskrams zieren den Dorfplatz. Dahinter befindet sich ein Denkmal für ein abgesoffenes Schiff. Eine aufwendige Konstruktion aus Edelstahl und Tropenholz beherbergt einige Wrackteile. An den Wänden hängen Informationstafeln auf denen man die Geschichte des Schiffes nachlesen kann.

Bild: Schifsmuseum

Ich habe mir nicht die Mühe gemacht diese Informationen zu lesen, sondern habe es vorgezogen mir das reale Leben anzuschauen welches sich nur wenige hundert Meter hinter dem Ortsausgangsschild abspielt.

Bild: Wellblechhüttensiedlung Bulgarien

Anscheinend haben die Stadtväter ihr Budget zur Denkmahlerrichtung verwendet, anstatt es dort zu nutzen wo es angebracht erscheint. Ich weiß, warum ich offiziell keine Ahnung habe was diese Schilder

Bild: Strassenvignette

bedeuten.
In der Nacht vom 19. auf den 20.6.2010 startete ich meinen Wagen um ihn zu einem entdeckten Stellplatz zu fahren. Während meiner Spaziergänge hatte ich häufiger Polizeijeeps auf den Feldwegen in unmittelbarer Küstennähe patrouillieren gesehen. Der von mir entdeckte Stellplatz lag rund 50m hinter dem kleinen Feldweg auf dem die Jeeps patrouillierten. Ein kleines Wäldchen versperrt den Gesetzeshütern die Sicht auf mein Fahrzeug. Die Einfahrt ist unscheinbar und es hat den Anschein dass hier lange niemand mehr gefahren ist. Zwei kleine Eichen spenden mir Schatten und zu einem wunderschönen Kiesstrand sind es keine 60 Sekunden zu Fuß.

Bild: Wohnmobil Stellplatz Bulgarien

In unmittelbarer Parkplatznähe ist eine kleine Feuerstelle angelegt, und bis in den nächsten Ort mit Internet wandere ich nur rund 20 Minuten. Ein idealer Platz um auf meine Dokumente zu warten. Von nun an verliefen meine Tage in einem geregelten Rhythmus. Gegen 10 Uhr stehe ich auf. Dann ist Kaffee trinken bis 11 Uhr angesagt. Von 11 bis 3 sitze ich vor meinem Computer. Ich habe in Istanbul einige neue Kenntnisse bezügliche der Websiteprogrammierung erworben. Mit diesen Kenntnissen kann ich meine Seite immens aufwerten. Ich habe erlernt Audiodateien einzubetten. Da ich viel Geld für Webspace bezahle und nur sehr wenig davon nutze, habe ich beschlossen meine Seite zum Hörbuch umzubauen. Diese Audiodateien wollen aufgezeichnet werden, das ist viel Arbeit. Darüber hinaus möchtei ich mit einer kleinen designtechnischen Änderung die Menüführung nutzerfreundlicher gestalten und Rubriken für einen Haufen Texte hinzufügen die sich auf meiner Festplatte stapeln. Gegen 3 wird es mir allerdings zu warm zum Arbeiten, dann gehe ich schwimmen. Gegen 5 kehre ich zurück zu meinem Wagen um eine Kleinigkeit zu essen. Und gegen 8 wandere ich in den Ort um nachzusehen was mir die Botschaftsmitarbeiter geschrieben haben. Meistens setze ich mich von 10 am Abend bis 2 in der Nacht noch einmal vor meinen PC.
Am 23. ging ich nicht in die Stadt. Eigentlich wollte ich das, aber kaum hatte ich meinen kleinen Privatwald verlassen passierte ich ein Wohnmobil. Es parkte genau auf dem Weg auf welchem ich noch vor wenigen Tagen Polizeijeeps gesichtet hatte. Mit Händen und Füssen stellte ich mich meinen Nachbarn vor und zeigte ihnen wo ich parke. Danach beschäftigten wir uns mit dem vernichten von bulgarischen Wodka. Ich war froh keinen weiten Heimweg zu haben. Am 26. hatte mein bulgarischer Freund Gesellschaft bekommen.

Bild: Wildcampen Bulgarien

Am 1.7.2010 wanderte ich nach Tzavero. Um 18 Uhr war ich dort mit Klaus verabredet. Wie sein Name es vermuten lässt, ist Klaus Deutscher. Nach einem Erbe hat er seinen Job als Sozialpädagoge gekündigt um eine Weltreise zu beginnen. Klaus reist über couchsurfing.com. Dies sei für ihn eine Möglichkeit eine solche Reise alleine anzutreten ohne alleine zu sein. In unserem E Mail Verkehr den wir vor unsrem Treffen führten schrieb er: „Was hältst Du davon wenn wir ein paar Tage gemeinsam durch die Gegend tingeln? Ich zahle auch den Sprit!“. Ich reagierte etwas zurückhaltend, denn selbst wenn mir jemand Diesel und Vignette zahlt, muss obendrein auch die Sympathie stimmen. Pünktlich erreichte ich den Treffpunkt. „Couchsurfing?“ Fragte ich. Wir stellten uns einander vor und gingen gemeinsam in ein Gartenlokal in welchem Klaus seinen Rucksack zurückgelassen hatte. Dort schaute mein Couchsurfer das Fußballspiel zu Ende und dann gingen wir zu mir. Ich glaube, als Kläuschen mein Häuschen sah, vergaß er augenblicklich die Gedanken gemeinsam die Gegend unsicher zu machen. Bereits nach der ersten Nacht bemerkte er, sich beim Schlafen ungezählte Male seine Knie an meinem Bett gestoßen zu haben. Außerdem gäbe es keine anständige Toilette und auch wenn er beim Duschen immer auf den Wasserverbrauch achte, hätte er auf eine Hippie Dusche, bei der nach 10 Litern das Wasser alle ist, keine Lust. Ich will unter keinerlei Umständen, dass hier der Eindruck entsteht Klaus sei ein unsympathischer Zeitgenosse, ganz im Gegenteil. Er ist ein echt netter Kerl, aber zwischen uns liegen Welten. Die meisten Traveller und Backpacker die ich unterwegs getroffen habe reisen mit einem entschieden kleineren Budget. Ihre Klamotten sind alt und abgetragen. Meistens schlafen sie in ihrem Zelt oder in Bushaltestellen. Klaus ist da anders. Er ist in makellos sauberer Kleidung verpackt. Jack Wolfskin, Vaude das Beste vom Besten sozusagen. In irgendwelchen Reiseführern hat er gelesen, dass es die einheimische Bevölkerung gerade von ärmeren Ländern als Beleidigung empfinde wenn ein „reicher“ Mitteleuropäer in alter und schmutziger Kleidung daherkäme. Ich weiß nicht von welchem Reiseführer er spricht, aber wahrscheinlich von einem dessen Autor mehr Geld von outdoor Bekleidungsherstellern erhält, als von seinem Verlag. Ich glaube, dass einen ein Loch in der Hose und ein Fettfleck auf dem T-Shirt vor so manchem Gauner bewahrt, weil man eben nicht so ausschaut wie ein reicher Mitteleuropäer. Die Ganoven kennen schließlich auch den Unterschied zwischen Fjäll Räven und Altkleidercontainer. Am 2.7.2010 gehen wir gemeinsam in die Stadt. Dort möchte Klaus irgendein total wichtiges Fußballspiel gucken.

Bild: Klaus (Mr. Sola)

Dabei lernen wir Schopper kennen. Schopper ist Bulgare und spricht deutsch. Er hat ein kleines Hotel in Vavara. Für 10 Euro die Nacht mietet sich Klaus dort ein. Am morgen des 4.7 treffen wir uns wieder. Wir wollen gemeinsam auf einen Berg wandern den man von der Strasse aus sieht. Unser Weg führt uns durch schattige Wälder.

Bild: Wandern mit Klaus in Bulgarien

Aber irgendwie erreichen wir nach etwa 2 Stunden walk eine Asphaltstrasse anstatt des Gipfels. „Ich hab auch nicht so die gesteigerte Lust um 20 Uhr nachhause zu kommen“ meint Klaus. Also treten wir den Rückweg an. Kurze Zeit später erreichen wir die Hauptstrasse nach Tzavero. Hier kenne ich mich aus und ich weiß, dass es nur noch rund 20 Minuten Marsch bedarf um ins Stadtzentrum zu gelangen. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen um einen Sack neues Hundefutter zu erwerben. Also trennen sich nach einem kühlen Bier unsre Wege. Ich halte nach einem Futtermittelgeschäft Ausschau. Ergebnislos! In einem kleinen Supermarkt erwerbe ich Hundefutter im 400g Beutel zu je 0,95 Liva. Auf dem Rückweg treffe ich auf eine Gruppe junger Tschechen die hier ihren Urlaub verbringt. Sie waren mit einer Kühltasche ausgerüstet und machten es sich gerade am Strand gemütlich. Nach nur wenigen Worten war ich zu „Sex on the Beach“ eingeladen. Vielleicht war es auch irgendein anderer Cocktail den die Jungs und Mädels da zusammengemischt haben. Ich kenne mich da nicht so aus. Am Abend ging es noch einmal nach Varvara. Hier wollte ich ins Internet und mich mit Klaus treffen. Dieser wollte sich gerne meine Fotos kopieren da er seine eigene Kammara an einer Bushaltestelle hat liegenlassen. Nach getaner Arbeit wurde ich auf ein Bier eingeladen. Während wir das tranken lernten wir Chris kennen. Chris ist Schweizer und lebt seit 1993 in Bulgarien. Verheiratet ist er mit einer waschechten Zigeunerin. Früher konnte er seinen Lebensunterhalt auf bulgarischen Baustellen erwirtschaften. Aber in den letzten 2 Jahren sei das sehr schwer geworden. Deshalb ist er zurück in die Schweiz und verbringt hier nur noch seine freie Zeit. Im Moment hat er diese damit verbracht einige Wodka Red Bull zu trinken. Dementsprechend lustig ist er. Schon kurze Zeit später lädt er uns ein, ihm in sein Haus zu folgen. Wir haben die Auswahl zwischen kalter Pizza, frischem Tomatensalat mit Schafskäse nach Zigeunerart, Wursthäppchen, Bier, selbstaufgesetztem Schnaps und Vodka. Ich probiere alles. Gegen Mitternacht verabschieden wir uns und jeder geht nach Hause.
Ich sollte eventuell noch Kläuschens Homepage verlinken auf welcher er von seinen Reiseerlebnissen berichtet.
Sonntag, 17.07.2010 kurz nach 22 Uhr
Neben mir steht der gepackte Rucksack.

Bild: Ich und Wanderrucksack

Morgen früh geht´s los. Mittlerweile sind meine Geburtsurkunde und meine Abmeldebescheinigung bei der deutschen Botschaft in Sofia angekommen. Jetzt muss ich zur Passbeantragung persönlich antanzen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube ich muss zum Iris Scan. Binomische Daten! Big Brother is controlling me. Von hier nach Sofia sind es über 400 km. Hin und zurück ca 900. Bei dem Verbrauch meines Wagens und den hiesigen Dieselpreisen kommt mir die Strecke mit meinem Wohnmobil zu teuer. Busse transportieren meinen Scheki nicht, also bleibt mir wohl nix anderes übrig als zu Fuß zu gehen. Vielleicht habe ich Glück und mir hilft mein Daumen. Der gute alte Tramperdaumen, ich habe ihn lange nicht mehr benutzt.
Mein Auto habe ich heute umgeparkt. Es parkt jetzt bei Sebo. Sebo ist Punk. Seinen Schädel hat er rasiert, nur in der Mitte wächst ein wasserstoffblonder Irokese. Seit 3 Jahren wohnt er in einem Wohnwagen.

Bild: Wagenbewohner Sebos Wohnwagen

Das Vorzelt dient gleichzeitig als Pferdestall. Schließlich gibt es noch andere Haustiere als Hunde. Rund 300 m vom Meer entfernt hat er ein Stück Wald besetzt. Probleme mit den Ordnungsbehörden hat er nie. „Hier ist Varvara, da ist alles ein bisschen anders“ lächelt er mich an. Den Kontakt vermittelt haben mir 2 Bulgaren die unweit von Sebo´s Wohnwagen ihre Zelte errichtet haben. Sie verbringen hier jeden Sommer und als ich mit meinem Rechner auf dem Dorfplatz saß wurde ich von ihnen gefragt ob sie mal ihre E Mails checken dürften. Selbstverständlich bejahte ich und so wurden wir Freunde. Als mir dann die Botschaft schrieb, dass meine Papiere da seien, waren sie auch meine ersten Ansprechpartner die ich fragte ob sie einen sicheren Platz für meinen Wagen kennen wo ich ihn einige Tage bzw. Wochen unbeaufsichtigt abstellen könne. Augenblicklich wurde mir Sebo´s Platz empfohlen. Ich hatte ihn schon einige Male zu Fuß passiert und war eh neugierig darauf wer dort wohnt. Gemeinsam gingen wir nachfragen. Alles kein Problem übersetzte mein deutschsprachiger Freund. Ich verbrachte einen netten Abend bei Sebo und seinen Freunden und heute habe ich dann mein Auto hierher gefahren. Mittlerweile ist es kurz vor Mitternacht. Ich werde den Rechner ausschalten und mich schlafen legen. Ich will morgen früh los.
Montag, 18.07.2010 kurz vor 4 Uhr in der Früh
Ich war gerade eingeschlafen, als einige Fahrzeuge auf das Gelände fuhren und mich aufweckten. Türen schlugen, Menschen lachten, und kurz darauf wurde ohrenbetäubende Techno- Musik aufgedreht. Ich verließ mein Bett und schloss mich der Party an. Vor rund 20 Minuten sind dann alle gefahren. In einer knappen Stunde wird es hell und ich werde starten um nach Sofia zu laufen. Ich hoffe, dass der Kaffee neben mir eine gute Gegendroge zu dem Bier von vor `ner halben Stunde ist. Schließlich habe ich einen weiten Weg vor mir.

Weiter geht´s zu Fuß

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Bild: Danke
Bei dem grünen Frosch von ranunculus-rotalis für das einfügen meines Banners auf seiner HP rund um das "einzig und nicht artige" Wohnmobil von Haltern am See.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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