Wildcamping Bulgarien - Mutter zu Gast

Schnell erreichten wir Varvara und schnell war Mutters Koffer in ihrem Zimmer verstaut. Wir machten uns auf den Fußweg zu meinem Wagen. Vor selbigem ließen wir uns nieder, ich kochte eine Kanne Kaffee und wir sprachen miteinander. Über Erlebnisse, über Eindrücke, über Bücher die wir gelesen hatten. Kurz: über Gott und die Welt. Da wir uns viel zu erzählen hatten taten wir auch am nächsten Tag nichts anderes als vor meinem Auto zu sitzen und zu reden. An den Abenden gingen wir in den Ort eine Kleinigkeit essen. In den 2 Wochen die mich meine Mutter besuchte zahlten wir selten mehr als 20 Leva, also 10 Euro für 2 Essen und 4 bzw. 5 Getränke. Später setzten wir uns auf Schoppers Terrasse und ich nutze seine W Lan Verbindung. Bereits am ersten Tag des Besuchs meiner Mutter las ich, dass mein Reisepass in Sofia angekommen ist. Theoretisch könnte ich aufbrechen ihn abzuholen. Praktisch gesehen kann das aber noch warten. Erst am 20. rafften wir uns, trotz Hitze, auf nach Tzavero zu wandern. Nicht nur ich, sondern auch meiner Mutter liegen die Nerven blank wenn Großmann trotz starkem Verkehr die Hauptstrasse passiert. Glücklicherweise stoppte, kurz nachdem wir den Feldweg verlassen hatten, ein Auto. Darin befanden sich einige meiner Freunde. Ihr Urlaub war vorbei und sie befanden sich auf dem Rückweg Richtung Sofia. Währe ich jetzt auf dem Weg meinen Pass abzuholen, hätte ich ein durchgehendes Taxi. So nutzen wir die Mitfahrgelegenheit nur bis Tzavero und hängten so unsere ungewünschte 4beinige Begleitung ab. Genau wie Vater war auch Mutter erstaunt darüber wie viele Leute ich in so kurzer Zeit kennen lerne: „Da sind wir am Arsch der Welt, und plötzlich stoppen ein paar Kumpels von dir und nehmen uns mit. Ich kann es kaum fassen.“
Wir spazierten durch den Ort, besuchten Strand und „Schiffswrackmuseum“, kauften einige Kleinigkeiten am Supermarkt, aßen eine Eiscreme und machten uns auf den Rückweg. Als wir mein Fahrzeug erreichten, schlief Großmann friedlich darunter. Hier noch einige Bilder des Tages:

Am nächsten Tag brachen wir, nach einem gemütlichen Frühstück vor meinem Wagen, für welches Mutter alles Notwendige aus dem Ort mitgebracht hatte, auf das nähere Umfeld zu entdecken. Der schmale Weg am Strand vorbei, den ich noch vor wenigen Tagen problemlos bewältigt hatte wurde aufgrund eines aufgezogenen heftigen Windes von hohen Wellen überspült. Ein passieren trockenen Fußes war nicht möglich. Wir beschlossen eine Umgehung zu suchen. Nachdem wir eine steile Böschung hinaufgeklettert waren standen wir vor, oder besser gesagt hinter einem Zaun. Da gab es nur eine Möglichkeit, ausbrechen:

So kam es, dass ich eine absolut gesetzestreue Staatsbürgerin dazu verführte illegal über Zäune zu klettern. Am Abend ließen wir uns wie immer auf Schoppers Terrasse nieder. Kurz darauf wurde es voll. Schoppers polnische Gäste wollten den Geburtstag ihres 18 jährigen Sprösslings feiern. Aus diesem Grund wurde eine Zigeunerband angekarrt die mit Flöte, Akkordeon und Dudelsack richtig Stimmung einheizte. Bei Bier und gefüllten Paprika wurde ausgelassen gefeiert und gesungen. Plötzlich sang meine Mutter mit. Ein Lied in bulgarisch oder polnisch und diese Frau sang es mit als würde „Am Brunnen vor dem Tore“ gesungen. Ich war sprachlos und überlegte wie viele Bier meine Mumm wohl ohne mein Beisein zu sich genommen hatte. Anscheinend sah man mir meine Verwunderung an, denn der Vater des Geburtstagskindes prostete mir zu und sagte: „It´s also for us straingh, but she knows the Lyriks!“ Später erfuhr ich dann, dass es sich um ein israelisches Volkslied gehandelt habe, welches eine Freundin aus Mutters Schulzeit häufig gesungen habe.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf Richtung Achtopol. Gut 2,5 Stunden benötigten wir um dem Küstenverlauf bis in den Ort zu folgen. Selbstverständlich begleitete uns Großmann. Eine Eiscreme, eine Pizza - Schnitte vom Fast Food Laden ein wenig hier und ein wenig da gucken, schon ging es wieder zurück. Am Abend waren wir auf eine Party eingeladen. Eine junge, in Köln lebende Bulgarin feierte Abschied. Sie hatte hier ihre 6 Wochen Sommerferien verbracht und es war ihr letzter Tag. Mutter hatte auf eine Strandparty ohne Sitzmöbel und ohne beleuchteten Rückweg keine Lust, also ging ich alleine.
Die nächsten Tage verbrachten wir wieder vor meinem Wagen. Wir redeten oder spielten Schach, wir tranken Kaffe und aßen belegte Brote und Kuchen welchen Mutter morgens vom Geschäft mitbrachte. Am morgen des 27. wunderte ich mich warum der Kaffee so lange dauert. Als ich die Ursache überprüfte bemerkte ich dass mein Gas alle war. Eine Umstellung auf meine kroatische Reservegasflasche, in der sich noch gut 3 Kilo des fossilen Brennstoffes befanden, scheiterte da ich den kroatischen Druckminderer nicht finden konnte und der derzeit angeschlossene griechische nicht auf die andere Flasche passt. Also gingen wir gemeinsam ins Dorf und nahmen unsren Morgenkaffee in der kleinen Dorfkneipe zu uns. Bei einem Preis von 50 Stotinski, also 25 Cent lohnt das selber kochen ja auch fast gar nicht. Einen Grossteil des restlichen Tages verbrachten wir im Schatten großer Felsklippen an einem einsamen Strand unterhalb des „Iron Tree“.

Einem, objektiv gesehen, recht hässlichem Eisenkonstrukt welches entfernt an einen Baum erinnert. Angeblich wurde es vor vielen Jahren als Kulisse für einen Film mit dem Nahmen: „The big swim“ angefertigt.
Am Abend setzte ich mich vor meinen Computer. Eigentlich waren wir auf eine bzw. besser gleich auf 2 Hochzeiten eingeladen die am Strand stattfinden sollten. Aber meine automatischen Updates würden morgen auslaufen, ich musste an diesem Tag neu hochladen. Grundsätzlich hatte ich geplant diese Arbeit vor dem Eintreffen meiner Mutter zu erledigen, aber mein Gedankenfehler bezüglich ihres Ankunftstermins hatte diese Planung zerstört. Der eigentliche Upload dauerte 20 Minuten, aber ich hatte so viel am Design herumgebastelt, dass ich selbstverständlich einige Fehler eingebaut hatte die es zu beheben galt. Deswegen verbrachte ich rund 3 Stunden vor dem Bildschirm. Irgendwann konnte ich dann doch aufbrechen. Mutter steht ja nicht so auf Strandpartys, also ging ich alleine.
Ein Franzose heiratete eine Bulgarin aus Varvara. Die französischen Hochzeitsgäste waren schon vor einigen Tagen angereist und campten im Wald zwischen meinem Parkplatz und dem Ort. Ich kannte sie bereits und wir hatten einige Absinth gemeinsam vernichtet. So kam es auch, dass ich eingeladen wurde. Leider kam ich zu spät um mitzuerleben wie sich das junge Pärchen vor der Kulisse des Sonnenuntergangs das Ja - Wort gab. Eigens zu diesem Zweck war ein Pfarrer angereist damit auch alles seine Richtigkeit hat. Ich traf so gegen 22,30 Uhr ein. Eine bunt gemischte Gruppe aus Franzosen und Bulgaren von gut und gerne 100 Mann feierte ausgelassen auf einer Wiese unmittelbar hinter dem Strand. Die meisten Gäste kannte ich bereits. Ein 3,5kw Stromgenerator produzierte die Energie für einen gut gefüllten Kühlschrank, für die Beleuchtung des Geländes und für die obligatorische Musik.

Ein Grillmeister lieferte schier endlosen Nachschub für das Büffet. Es war einfach alles vorhanden. Rund 30m unter uns, direkt am Strand, saß eine kleinere Gruppe Menschen bei einem Lagerfeuer. Die zweite Hochzeitsgesellschaft! Von ihnen kannte ich niemanden. Das musikalische Programm war sehr abwechslungsreich. Von bulgarischer und französischer Volksmusik über aktuelle Charts bis hin zu Heavy und Techno wurde einfach alles gespielt was die externe Festplatte hergab. Ich verweilte bis etwa 5 Uhr am Morgen. Dann sagte mir mein Alkoholhaushalt, dass es Zeit wird nach Hause zu kriechen.
Zu dumm nur, dass ich mich am nächsten Morgen früh aus dem Bett quälen muss weil ich zum Kaffeetrinken an der Dorfkneipe verabredet bin.

Da es mir gelungen ist auf dem Weg Großmann abzuhängen beschließen wir noch einmal nach Achtopol zu wandern.

Abermals einen Tag später verabschiede ich mich auf dem Weg ins Dorf von meinen französischen Freunden die gerade damit beschäftigt waren ihr Camp abzubauen. Da sie mit einer riesigen 4pfötigen Familie angereist waren, dauerte diese Verabschiedung ein wenig länger als geplant.

Als ich Varvara erreichte waren alle in hellem Aufruhr. Meine Freunde saßen nicht, wie sonst üblich, in dem kleinen Pup und frühstückten, sondern sie saßen gemeinsam im Stadtpark. Das Pup hatte geschlossen. „What happens?“ fragte ich und bekam die Geschichte der Polizeirazzia erzählt welche sich in den frühen Morgenstunden ereignet hatte. Das Camp rund um meinen Freund und Fahrzeugbewacher Sebo wurde gegen 6 Uhr in der Früh von rund 10 Polizisten durchsucht. Ebenso das kleine Pup. 4 Leute wanderten in Untersuchungshaft, darunter Sebo und der Kneipenwirt. In den Bergen, rund 5km von hier entfernt hatte man einige kleine Cannabisbäumchen gefunden, jetzt brauchte man Menschen zum Verhören wer diese wohl angepflanzt hat. „Und? War`s einer von euch?“ Fragte ich weiter. „Nein, aber wenn wir gewusst hätten das dort Marihuana wächst hätten wir `ne große Party organisiert und danach wäre dort nix mehr gewachsen,“ grinsten sie mich an.
Es waren Wolken aufgezogen, die große Hitze war vorüber. Also setzte ich mich mit meiner Mutter nicht in den Schatten vor meinen Wagen, sondern wir beschlossen Stühle, Tisch und Schachspiel zum Stand hinunterzutragen.

Am Abend hieß es dann Großmann abhängen. Gestern hatte er im Lokal einige Kinder angebellt und war vom Restaurantbesitzer ein wenig unsanft durch Tritte und mit Steinen vertrieben worden. Mit ihm können wir uns da nicht mehr sehen lassen. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Schließlich sperrten wir den Kerl hinter dem Zaun des Friedhofs ein. Irgendwie gemein, aber wer sich nicht benehmen kann, muss fühlen. Wie jeden Tag ließen wir uns die Karte bringen, und wie jeden Tag konnten wir aus den bulgarischen Hieroglyphen nicht schlau werden. Wie jeden Tag bestellten wir einfach irgend Etwas, ein System mit dem wir bis heute gut gefahren sind. Aber heute hatte ich Pech. Das Gericht, auf das ich zeigte als die freundliche Bedienung unsere Bestellung entgegennahm, entpuppte sich als Froschschenkel. Froschschenkel schmecken wie Hünchen, nur das man davon nicht satt wird.
Am nächsten Morgen trafen wir uns wieder vor meinem Auto. Kaffee kann man schließlich nicht nur auf einem Gasherd kochen sondern auch auf offenem Feuer. Die Feuerstelle, die unmittelbar neben meinem Wagen angelegt war, hatte ich eh noch nie ausprobiert. Als Mutter eintraf hatte sie Brot und bulgarischen Weißkäse dabei. Schnell brannte ein kleines Feuerchen und ein wenig später saßen wir bei Broten und Kaffee zusammen. Irgendwann, so nach dem dritten oder vierten Brot bemerkten wir das der frisch gekaufte Käse deutliche Anzeichen von Schimmel aufwies. Wir beschränkten unser Frühstück auf trockenes Brot mit Kaffee. Der Käse wurde zusammen mit etwas Brot in eine Hundeschüssel gegeben, und sollte am Abend, wenn wir in die Ortschaft laufen wollten, als Ablenkung für Großmann dienen. Vielleicht würde er mehr Interesse an dem leckern Essen haben, als daran uns zu folgen. Als wir aufbrechen wollten, machten wir die Bekanntschaft mit einem alten Schäfer. Dieser ärmlich dreinschauende Typ begann ein Gespräch dem wir mangels Sprachkenntnis nicht folgen konnten. Ich bin geübt in der Handzeichenkonversation. Also erklärte ich unsrem neuen Freund, dass wir auf ein Bier nach Varvara wollten, und zwar ohne Großmann. „Bira“ ich machte Trinkbewegungen – „Varvara“ ich zeigte Richtung Ort. „Scheki nje“ ich deutete auf Scheki und wog meinen Kopf von links nach rechts „Großmann da“ ich hob Großmann auf meinen Arm und überreichte ihn dem Schäfer. Der arme Kerl schaute recht verdutzt aus der Wäsche, anscheinend konnte er meinen Ausführungen nur bruchstückhaft folgen. „For you, Deiner!“ Ich überreichte ihm abermals Großmann. „Good Sheep dog!“ Mein Freund verstand nicht. Also stellte ich Großmann den vorbereiteten Hundenapf vor die Nase und wir wollten uns schleunigst aus dem Staub machen. Interessiert beobachtete mich der Schäfer, er nahm den Napf an sich, deutete auf die sich darin befindenden Speisen und machte Essbewegungen. Jetzt konnte ich ihm nicht ganz folgen und ich zuckte mit den Schultern. Daraufhin begann der Schäfer aus dem Hundenapf zu speisen und er bedankte sich überschwänglich für dieses Mahl. Meine Mutter und ich blickten uns sprachlos an. Ich ging zurück zum Auto, schloss es auf und holte das halbe Brot, das von unsrem Frühstück übrig geblieben war, um es auch noch zu verschenken.
Ich bin ja schon einigen Menschen begegnet die noch weit weniger haben als ich selbst, aber einen Mann zu treffen der sich ausgehungert auf eine Schüssel Hundefutter stürzt, hat auch mich sehr nachdenklich gestimmt.
Irgendwie wollte mir das Restaurantessen an diesem Abend nicht so richtig schmecken, auch wenn es objektiv sehr gut war. Beruhigt stellte ich fest dass die junge Gaststätte wieder geöffnet hatte. Auch Sebo traf ich. Alle waren wieder auf freiem Fuß, keiner hatte etwas verbrochen das ihm nachgewiesen werden konnte. Behördenwillkür, anscheinend noch schlimmer als in Deutschland! Ich erinnere mich an einen Vorfall vor meiner Abreise, ein Ereignis aus der Zeit in der ich noch in Deutschland weilte: Ich hatte für ein Wochenende meinen Heimatparkplatz verlassen, da ein Freund von mir eine Party feierte und ich keinen so langen Heimweg haben wollte. Irgendwann Sonntags- abends, als ich davon ausgehen konnte dass mein Restalkohol abgebaut wäre fuhr ich wieder zu meinem Stellplatz. Ich war kaum eingetroffen als die Polizei klopfte und mich zum Verhör auf die Wache verschleppte. An diesem Sonntag wurden einige Fahrzeuge des Lauftreffs, welcher sich dort jeden Sonntag zum „Nordic walking“ traf, aufgebrochen und Gegenstände entwendet. Die Polizei suchte nun einen Schuldigen, und da war dieser obdachlose Fahrzeugbewohner der normal auf diesem Parkplatz lebt ja sehr nahe liegend. Obwohl ich ein hieb und stichfestes Alibi hatte, wurde ich eine gute Stunde verhört und anschließend wurde mein Fahrzeug auf Diebesgut durchsucht. Ein Gutes hatte die Sache allerdings. Die Jungs und Mädels vom Lauftreff machten mir nie wieder Ärger ich würde ihre Parkfläche blockieren. Anscheinend freuten sie sich, über einen kostenlosen Parkplatzwächter zu verfügen.
Später nutzten wir den Fernsehapparat in Mutters Pension damit ich noch einmal Nachrichten schauen kann.

Am Abend war Regen aufgezogen. Es regnete die ganze Nacht. Mit Mutter vereinbarte ich, dass ich, sollte der Regen nicht aufhören, morgen mit dem Wagen zu ihr komme da es ihr letzter Tag ist und ich sie am Morgen des 1.09.2010 zum Flughafen Burgas fahren wollte. (Sebo musste sein Camp räumen so dass ich hier eh keinen Aufpasser mehr für meinen Wagen gehabt hätte.) Es regnete bis etwa 10 Uhr in der Früh. Danach begann ich die nun nass geregneten Campingutensilien wie Schlauchboot und Hängematte einzupacken. Irgendwann über diese Arbeiten traf Mutter ein. Ich war so gut wie fertig und wir beschlossen, dass ich abfahren würde, während Mutter Großmann festhält damit mir dieser nicht auf den Feldwegen hinterher rennt. Auf der Hauptstrasse, auf der ich Gas geben kann und Großmann somit schnell abgehängt bekomme wollten wir uns dann wiedertreffen um gemeinsam zurück zu fahren. So weit der Plan!
Ich startete den Motor, wendete mein Fahrzeug und verließ meine Heimat der letzten Monate. Ich bog links auf den Feldweg ab der eine leichte Steigung hinaufführt. Ich war keine 200m weit gekommen als die Hinterräder meines Wagens begannen sich durchzudrehen und das Fahrzeug ganz gemütlich nach rechts wegrutschte. Glücklicherweise waren nur die obersten 5cm Erdreich des Weges so durchnässt das meine Räder keinen Halt fanden. Darunter war der Boden hart und tragfähig genug, so dass mein Wagen nicht einsank. Rund 20 Minuten quälte ich meine Kupplung. Dann hatte ich einen Punkt erreicht an dem ich den Wagen stehen lassen konnte. Ich beschloss das es keinen Sinn hat hier heraus zu manövrieren, lieber wollte ich das Erdreich einige Stunden durch die Sonne trocknen lassen und dann ganz einfach herausfahren.

Ich ging zu Fuß zur Hauptstrasse und informierte Mutter über meine Probleme. Wir kehrten zurück zu meinem Wagen und ich bemerkte, dass der Ast eines Baumes, den ich ein wenig beiseite geschoben hatte, ein großes Stück meiner Tapete am Wagen abgerissen hatte. Mit einem Messer schnitt ich die Tapete ein, damit ich sie nicht vollständig vom Wagen entferne, und riss das lose Stück herunter.

Schaut scheiße aus! Dennoch, eigentlich könnte ich jetzt erzählen mit welchem Tapetenkleister man eine Tapete von außen auf ein Auto kleben kann so dass sie über 5 Jahre bei Wind und Wetter kleben bleibt. Aber wer bezahlt mich dafür? Vielleicht sollte ich mal bei Henkel nachfragen. Ups, da hab ich mich doch verplappert.
Wir gingen zu Fuß in die Stadt, aßen eine Kleinigkeit, besuchten ein letztes Mal „Iron Tree“ und dann ging ich alleine zurück den Wagen holen. Ich startete und fuhr problemlos auf die asphaltierte Straße. Wer möchte darf gerne mitfahren.


Am späten Nachmittag parkte mein Wohnmobil vor Mutters Pension. Wir spazierten noch ein wenig durch die Gegend

bevor wir uns schlafen legten um am nächsten Morgen ausgeruht aufbrechen zu können.
Unser erster Stopp am Morgen des 1.9.2010 war an der Gasfüllstation in Tzarevo die Jens und Eva entdeckten.

Hier ließ ich für umgerechnet 1Euro/Kilo meine Gasflaschen befüllen. Jetzt verfüge ich wieder über 25 Kilo Gas. Ein gutes Gefühl. Kurz danach erwarb ich an einer Tankstelle für 14 Leva, also 7 Euro eine Eintagesvignette die mir das legale Benutzen bulgarischer Straßen ermöglicht.
Nach einigen Kilometern Fahrt stoppten wir führ einen Frühstückskaffee an einem Ausflugslokal das ich bereits auf meiner Anhalter Tour entdeckt hatte, und bei welchem ich davon ausging das es Mutter gefallen würde. Von hier fahren kleine Ausflugsboote ab mit welchen Touristen den wundeschönen Bachlauf eines Flusses erkunden. Ich bestellte zwei Kaffee. Mit den Worten: „4 Leva“ wurden mir zwei Plastikbecher überreicht. Ich konnte mir den Kommentar: „Yesterday I payed for the same 1 Leva“ nicht verkneifen. Ich zahlte mit einer 10 Leva Note. Der Kellner wühlte in seiner Geldbörse, gab mir 5 Leva zurück und entschuldigte sich, dass er leider keinen Leva klein habe den er mir zurückgeben könnte. Unverschämt! Ich hätte mein Geld zurückfordern, ihm den Kaffee auf die Theke stellen und das Lokal verlassen sollen. Der Meinung war auch meine Mutter, aber ich konnte so schnell nicht reagieren. Verärgert fuhren wir weiter. Doch nicht lange. Nach 10 oder 20 Kilometern streikte mein Wagen. Er nahm kein Gas mehr an. Genau wie bei meinen Problemen in Tschechien war die Maschine vollkommen kraftlos. Mit Mühe erreichte ich eine Ausweichbucht. Mutter blieb ruhig. Diesmal kannte ich den Fehler. Werkzeugkasten, 8er Nuss, Spitzzange und Verlängerung für die Ratsche. Räder ganz nach rechts einschlagen, unters Auto kriechen, Dieselpumpe öffnen, Filter entfernen und reinigen, alles wieder zusammenbauen, Handhebel zur Kraftstoffförderung betätigen und gut ist. Keine 15 Minuten später setzten wir unsre Fahrt fort.
Ich weiß nicht wie viele Nerven dieser kleine Zwischenfall meine Mutter gekostet hat. Ich weiß auch nicht ob sich ihre Nerven bereits von meinen gestrigen Ausparkproblemen erholt hatten. Ich weiß nur dass sie vorbildlich ruhig geblieben ist. Das muss ich hier auch mal öffentlich würdigen. Danke! Vater hätte zwei Päckchen Zigaretten benötigt und die ganze Zeit hysterisch geflucht: „In 6 Stunden geht mein Flugzeug!“
Kurz vor 11 erreichten wir den Flughafen. Noch gut 5 Stunden Zeit bis Mutter fliegt. Wir spazierten zum Strand

und kehrten auf ein letztes gemeinsames Mittagessen in ein Restaurant ein. Nachdem wir heute früh bei dem Kaffee so beschissen wurden, verglich ich diesmal die Preise. Erstaunlich, hier in Burgas liegt das Preisniveau rund 30% über dem von Varvara. Gegen 16 Uhr hob ich Mutters Koffer auf das Förderband welches ihn durch die Röntgenmaschine fährt. Kurz darauf verabschiedeten wir uns voneinander und ich ging Heim.

Weiter geht´s in Burgas.

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Bei dem grünen Frosch von ranunculus-rotalis für das einfügen meines Banners auf seiner HP rund um das "einzig und nicht artige" Wohnmobil von Haltern am See.


Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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