Wohnmobil Reisebericht ...

Als wir meinen Bus erreichten, drang laute Musik an unsre Ohren. Irgendwo hier steigt eine Party. Aber wir waren zu erschöpft, der Sache auf den Grund zu gehen. Wir schliefen ein, wir wachten auf und die Musik war immer noch da. Neugierig machten wir uns auf den Weg. 20 Minuten später erreichten wir die Party Zone. Auf einem eingezäunten Privatgrundstück waren 2 Bühnen aufgebaut, Zelte verzierten das Gelände und hier und da waren sogar vereinzelt Menschen zu erblicken. "Can we take a look?" fragte ich den mit Funkgerät bewaffneten Kerl am Eingang. "Aber logo! Ihr wisst nicht wo Ihr hier seid? Das ist ne Privatparty, wir haben ein paar einfache Regeln. Wenn Ihr was trinken wollt, müsst Ihr euch das selbst mitbringen, wir verkaufen nix, Drogen sind verboten und wegen dem Hund: da hinten sind noch andere, also passt ein bisschen auf." Mit diesem sehr einfachen Regelwerk konnten wir uns anfreunden. Wir unternahmen einen Rundgang über das Gelände und beschlossen am Abend, wenn mehr los ist, wiederzukommen. Das taten wir dann auch. Vanessa, Sven und meine Wenigkeit. 3 Deutsche auf ner griechischen Underground-Party. Der erste, mit dem ich ins Gespräch kam, war der Veranstalter. Er wollte mich auf ne Zigarette anschnurren und so erfuhr ich, dass es sich eigentlich um ne Geburtstagsparty handelt, die von Jahr zu Jahr größer geworden ist. Mittlerweile handelt es sich um ein 3-tägiges Festival mit Livebands, DJs und allem was dazugehört. In unsren Rucksäcken stapelten sich ausreichend Getränke, die Stimmung war gut, wenngleich die Musik nicht ganz unsren Geschmack getroffen hat. Dennoch, nix wie rein ins Getümmel.

Bild: Trance Party Sarti

Ich mag Open Air-Undergroundveranstaltungen, wo man, im Gegensatz zu kommerzialisierten Disko-Betrieben kein Geld braucht. Da macht es mir noch nicht mal etwas aus, wenn Techno und Trance gespielt wird. Die Leute sind ja ganz nett, zu schade, dass keiner von uns Griechisch spricht. Bei dem Krach hier sind Unterhaltungen in Englisch recht schwierig. Aber egal, diesmal hatte ich ja deutschsprachige Begleiter. Es ist wieder mal spät geworden an diesem Abend. Sehr spät und feucht-fröhlich. Kein Wunder, dass ich erst am nächsten Nachmittag erwachte. Nessie war schon vor mir munter und hatte sich, um mich nicht zu stören, Richtung Strand bewegt und ihr Frühstück an der Kantine eingenommen. Na ja, sie kann es sich leisten. Ich frühstückte alleine. Auch Sven gehört zur Gattung der Langschläfer. Aber als wir uns dann glücklich alle trafen, fuhren wir mit ihm zusammen ein wenig durch die Gegend. Da ich mich hier mittlerweile recht gut auskenne, wollte ich meinen Freunden die schönsten Stellen zeigen. Aber das brauchte ich nicht. Sven war schon alleine unterwegs gewesen und ich muss sagen, er hat auch ohne meine Hilfe die besten Plätze gefunden. Also fuhren wir zu meinem ersten Parkplatz, den ich hier hatte, dort wo all die verlassenen Straßen sind.

Bild: Strand Chalkidiki

Von dort ging es weiter zur alten Beach Bar und danach zum Naturhafen Porta Kofu. Am Abend erzählte mir dann meine Freundin, dass sie darüber nachdenke, für 2 oder 3 Tage in ein Hotel zu gehen. Ich für meine Person kann diese Gedankengänge nicht nachvollziehen, aber Nessie meinte, sie brauche mal ne Klimaanlage. Also erklärte ich ihr, dass ich bei der Konstruktion des Fahrzeuges eine kleine viereckige Aussparung mit einer Klappe davor eingebaut habe, welche man Tür nennt. Ich erklärte ihr, dass nicht jeder berechtigt sei, diese Öffnung von außen nach innen zu durchschreiten, dass ich andersrum aber noch nie jemanden von der Benutzung dieser genialen Konstruktion abgehalten hätte. Als ich den nächsten Morgen erwachte, war sie, wie vereinbart, verschwunden. So gegen neun am Abend wollten wir uns an meiner Internetbank treffen um gemeinsam die Stadt unsicher zu machen. Pünktlich war ich am Treffpunkt. Meine Bank war besetzt, also ließ ich mich neben ihr auf der niedrigen Einfassung eines Blumenbettes nieder. Ein Mann sprach mich an: "You are Stefan?" Ich wunderte mich, den kannte ich gar nicht. Dennoch bejahte ich. "That´s for you." Mit diesen Worten überreichte er mir einen kleinen Zettel, auf welchem ich lesen konnte, dass es gegen neun Abendessen im Hotel gäbe und Vanessa deswegen nicht kommen könne. Auch OK, wer nicht will, der hat schon. Ich ging meiner gewohnten Beschäftigung nach und machte mich auf den Heimweg. Am nächsten Abend war der Internetzugang, den ich monatelang beinahe täglich genutzt hatte, plötzlich passwortgeschützt. So ein Scheiß, also benutzte ich einen anderen. Es gibt hier schließlich mehr als genügend. Nur sanken so natürlich die Chancen, meine Freundin zu treffen. Am Abend des dritten Tages, Vanessas letztem Tag im Hotel, schrieb ich Ihr eine E-Mail. "Bist du noch in Griechenland?" Ich hatte gerade auf den Absenden-Knopf gedrückt, als ich die Stimme meiner Freundin vernahm. "Hier steckst du also. Hab dich überall gesucht." Also gingen wir doch noch gemeinsam das Städtchen unsicher machen. Am nächsten Mittag stand sie wieder neben meinem Wagen. Wir reisen weiter, so unser Beschluss. Also war fahrfähig räumen angesagt, was nach einer so langen Zeit immer ein kleines Problem darstellt. 3 Mal gingen wir zu den Abfalleimern, wir ließen die Luft aus dem Schlauchboot, befreiten den Beifahrersitz von herumliegendem Werkzeug - dann ging ich schwimmen. Was heißt ich ging schwimmen. Ich sprang mal kurz zur Abkühlung in die Fluten. Die restliche Zeit nutzte ich dazu mich von meinen Freunden zu verabschieden. Keiner glaubte mir. Ich hatte jetzt schon 3 Mal tschüss gesagt und bin immer geblieben und jetzt scherzten meine Kumpels nur mit Worten wie "bis morgen", als ich kam um Lebwohl zu sagen. Mit Einbruch der Dunkelheit begannen wir den Erdhügel wegzuschaufeln. Ich mit der großen Schüppe

Bild: Wohnmobilstellplatz, Zufahrt schaffen

und Vanessa half mit dem Klappspaten. Als wir die Hälfte geschafft hatten, gingen wir auf eine kurze Pause zurück zu meinem Wagen. Während wir dort saßen, traf Sven ein. Er war unterwegs, als ich mich von ihm verabschieden wollte und so beschloss ich das als letztes zu tun. Er würde schon wiederkommen. Jetzt war er da. Ca. eine Stunde lang glaubte ich daran, heute noch fahren zu müssen und übte mich in Enthaltsamkeit, was den Alkoholgenuss angeht. Dann sah ich der Realität ins Auge und öffnete mein erstes Bier. Es sollte nicht das letzte bleiben. Schließlich muss Abschied ja gebührend gefeiert werden. Nach dem Erwachen am nächsten Morgen vollendeten wir unser Werk. Der Haufen war beseitigt, die Straße wieder frei und wir nass geschwitzt. Also noch mal eben auf den Campingplatz die Duschen nutzen, bevor es endgültig losgeht. Auf dem Weg traf ich einen meiner griechischen Kollegen. Breit lachend kam er mir entgegen. "Ich hab doch gesagt bis morgen, und ich hab recht behalten." Am frühen Nachmittag startete ich den Motor, 30 Minuten später parkten wir meine mobile Behausung in Vovouro. Vanessa machte es sich in meiner Hängematte gemütlich und verfiel schnell in einen erholsamen Schlaf. Mir war langweilig, also widmete ich mich einem meiner Hobbys. WLan suchen. Erfolglos, in ganz Vovoru kein einziges offenes Netzwerk. So ein Scheiß. Aber gegenüber unsres Parkplatzes das verschlüsselte eines Hotels. Ich fragte nach dem Passwort. Ne, Internet hätten sie nicht, meinte die Bedienung der kleinen Bar neben dem Hotelpool. Ich zeigte ihr den Bildschirm meines Rechners. Netzwerkname: "Hotel_Rema", das ist doch hier. Ein kurzes Telefonat und ich hatte das Passwort. 12345, da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Ich bestelle ein Bier und zahlte somit 2,50 für über eine Woche Internet im Auto. Denn das Netzwerk strahlte bis hinüber zu unsrer Parkfläche. Billiger als jede DSL-Verbindung. Am späten Abend setzte sich Vanessa etwas näher an das Hotel, damit die Verbindung ein wenig schneller war, um ihre Postkarten hochzuladen. Ich war auch mit langsamem Internet zufrieden und machte es mir mit dem Zweitrechner vor meinem Auto gemütlich, als plötzlich ein alter Ford Taunus neben mir parkte. Dessen Fahrer stieg aus und setzte sich etwas entfernt von mir auf den Boden und begann seine Gitarre zu spielen. Als er seine Darbietung beendet hatte, applaudierte ich. Schon hatte ich einen neuen Freund gefunden. Angelo gesellte sich zu mir, und da ich Gitarrenspiel mag, unterhielt er mich mit seinem Instrument.

Bild: Gitarrenspiel Chalkidiki

Eigentlich hab ich ein kleines Video davon aufgezeichnet, aber das ist auf dem kaputten Rechner, den Vanessa zur Reparatur mit nach Deutschland genommen hat. Zu dumm, so kann ich euch nur das Foto zeigen. Er ist Hobby-Musiker und hat kein anderes Thema als Musik. Egal wovon man spricht, immer fällt ihm irgendein Textzitat eines angeblich total berühmten Musikers ein. Ich kenne sie alle nicht. Irgendwann gesellte sich auch Vanessa zu uns, aber nicht lange, dann ging sie zu Bett. Wir saßen bis zum Morgengrauen beisammen und wetterten gegen Staatssysteme. Am nächsten Tag ging es mit dem Schlauchboot auf die kleine, Vovoru vorgelagerte Insel. Während meine Freundin ein Sonnenbad nahm, machte ich mich auf das Land zu entdecken. Herrlich!

Bild: Insel Vovoru

Auf dem Rückweg wurde mein Boot von Frauenpower angetrieben. Ich zog es vor zu schwimmen.

Bild: schwimmen in Vovoru

Am Abend hieß es dann Abschied feiern. Die zwei Wochen waren schon wieder vorüber. Zwar ging Vanessas Flug erst am 10. August, aber es gab keine Busverbindung, welche sie an diesem Tag rechtzeitig genug zu ihrem Flieger gebracht hätte. Also verließ sie mich bereits am Nachmittag des 9. und nächtigte auf einer Bank am Flughafen Thessaloniki. Tschüss Vanessa, es war schön.

Bild: Bushaltestelle Vovoru

Vielleicht zeige ich euch an dieser Stelle auch noch ein paar Photos von unsrer Zeit und einige hübsche Aufnahmen von meinem Aufenthalt an "Orange Beach" schließlich war ich dort mehrerer Monate. Wieder alleine, sorgte ich erst einmal für Ordnung im Fahrzeuginneren. Leere Bierbüchsen entsorgen, mal durchfegen und so weiter. Dann war es dunkel und ich schaltete den Computer an. I-Net im Auto, geil. Ich muss arbeiten, Träume realisieren sich nicht von alleine. Langzeitreisender und werbefinanzierter Online-Journalist. Das ist bzw. das wird mein Beruf. Ich glaube fest an mich, da können die anderen sagen was sie wollen. Hätte ich auf die Meinungen anderer Menschen gehört, wäre ich heute mit meinem Arsch in Deutschland. Habe ich aber nicht, deswegen bin ich hier und auch diesmal werde ich mein Ding durchziehen. So geht es aber nicht weiter. Viele gute Firmen lehnen mich als Werbepartner ab. Die Begründung ist immer die Gleiche: "Unprofessioneller Web-Auftritt, mangelhaftes oder laienhaftes Design usw. Mehr gibt das Design meiner Page und der darin eingebundenen HTML-Editor aber nicht her. Also muss ich eine Fremdsprache erlernen. Nicht etwa Griechisch, auch wenn das hier sehr nützlich wäre. Nein, ich lerne HTML, die Sprache des Internets. Google hilft. "HTML lernen, HTML Codes, HTML für Anfänger. Wenn man lange genug surft, findet man die richtigen Informationen. Ich arbeite effektiv. Nach nur 2 Tagen hatte ich eine inhaltlich identische Seite zu meiner alten Page aufgebaut. Die schwarzen Balken links und rechts hatte ich für Werbeeinblendungen nutzbar gemacht. Navigationsleiste und Webdesign sind zukunftsfähig. Neue Funktionen und mehr Interaktivität eingefügt und in ihren Ansätzen erprobt. Bannerrotatoren programmiert und ins Design eingebettet. Geil! Ich bin stolz auf mich. Man kann halt alles, wenn man nur wirklich will. Da muss man sich auch mal selber belohnen, den Rechner zuklappen und ne große Runde spazieren gehen. Eigentlich ist es hier viel zu schön um vor dem Computer zu sitzen.

Bild: wandern in Vovoru

Aber ich bin hier nicht im Urlaub, das ist mein Leben und ich will und werde es realisieren. Also wieder vor den Rechner. Hat man schon mal Netz im Wagen - kann man vieles Google fragen. "Pay per view, Geld für Bannereinblendungen, Layer, Push up". Es ist möglich, niemand braucht irgendetwas tun. Keine Anmeldung bei Netzwerken, kein Kauf bei Partnerbetrieben, nichts. Geld gibt's einfach dafür, dass Menschen meine Seite besuchen und diese Seite wird ja besucht. Allerdings zu wenig um davon leben zu können. OK, andere Suchbegriffe: "Traffic steigern, mehr Besucher, HP kostenlos bewerben, SEM und Suchmaschinenmarketing". Toll, das Internet ist selbsterklärend. Weiter machen: "Bannertausch, Textlinktausch, Besuchertausch" Wie praktisch, dass meine treue Begleiterin Flitsch mit Menstruationsproblemen apathisch in der Ecke liegt und gar kein gesteigertes Interesse hat, mit mir vor die Türe zu gehen. Ihr reicht es derzeit vollkommen, neben meinem Faltsessel zu liegen und sich zu bemitleiden. Nen Tierarzt brauche ich da wohl kaum, das ist Natur, Frauen haben das einmal im Monat, da kann sich der Hund glücklich schätzen nur 2-mal im Jahr derlei Probleme zu haben. Ich surfte, speicherte und las. In den Nächten drehte ich mich schlaflos von einer Seite auf die andere. Zu viele Ideen galt es zu verwirklichen. Ich bekam den Kopf nicht mehr frei. Um ehrlich zu sein habe ich derzeit auch gar keine Lust, etwas anderes zu tun als mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Egal was man lernt, es ist nie ein Fehler. Und wenn ich mich derzeit für die Programmiersprache HTML interessiere und Spaß daran habe sie zu erlernen, sollte ich es tun. Ob ich damit meine Ideen realisieren kann oder nicht ist letzten Endes ja egal. Schaden kann wissen nie und es bleibt immer noch die Möglichkeit, Webdesigner zu werden. Halt nur nicht mit meinen heutigen Fähigkeiten. Nach etwa einer Woche, ich saß wie immer vor dem Rechner, gab dieser plötzlich ein akustisches Signal von sich. Gleichzeitig gingen mein Licht und mein Radio aus. Zwangspause, Stromausfall - Batterien leer. So ein Scheiß. Das hat man nun von seinen Schattenparkplätzen. Na egal, weiter geht's, der Sonne entgegen. WLan gibt´s schließlich überall und die nächsten 2 Wochen kann ich auch ohne Netz arbeiten. Ich fuhr bis zu dem nächsten Wasserhahn. Die Hitze und die schlechte Qualität des hiesigen Trinkwassers haben den Inhalt meines Tanks faulen lassen. Schon seit Wochen trinke ich die Brühe nicht mehr. Tank füllen - Tank leerpumpen, Tank füllen - Tank leerpumpen, Tank füllen und Chlor mit rein. Ich hoffe jetzt geht's wieder. Dann ging's weiter zum Lidl in Nikiti. Dort gibt es Sonne für meine Batterien und prall gefüllte Tonnen, damit ich nicht verhungre. Drei Tage verweile ich nun schon dort. Tagsüber nehme ich den Rechner mit zum Strand und in der Nacht sitze ich im Wagen davor. Meine Batterien sind wieder prall gefüllt, genauso wie meine Vorratschränke. Gleich gehe ich zurück zu meinem Wagen, nutze die restliche Energie meines Computerakkus um das erste Zuhause programmierte Update online zu stellen und dann, dann werde ich wohl weiterziehen. Hab nen super Parkplatz entdeckt.
Am frühen Abend erreichte ich meine neue Heimat. Am nächsten Morgen stellte ich dann fest, dass der Platz nicht so gut ist wie ich ursprünglich angenommen hatte. Die Sonne kommt von vorne. Mann kann nicht im Schatten des eigenen Fahrzeugs sitzen. Egal, jetzt bin ich hier. Wozu hat man schließlich ein Vordach?

Bild: Wohnmobilstellplatz Nikiti

Schlecht ist es hier auf jeden Fall nicht. Mann kann prima Arbeiten, und wenn es einem zu warm wird hat man es nicht weit bis zur Abkühlung. Am frühen Abend fuhren 2 schwer bepackte Radfahrer an meinem Fahrzeug vorbei. Ich kam gerade mit einer Tasse Kaffee aus meinem Wagen, so dass ich nicht schnell genug war die zwei auf ne Dusche einzuladen. Als ich nach Einbruch der Dunkelheit meinen Weg Richtung Internetanschluss antrat sah ich die Zwei wieder. Mit Gitarre und Mundharmonika bewaffnet saßen sie vor Ihren Rädern und verdienten sich Ihr Feierabend- Bier.

Bild: Strassenmusik Nikiti

An Ihren Gitarrenkoffer gelehnt, ein Schild:

"Bike Tour arrond the world - to this time: arround Europe 2005 Year: www.wyprawarafala.republika.pl arround Skandinavia 2006 year and next adventures: www.rafalkitowski.pl


Natürlich musste ich die zwei polnischen Radler ansprechen. Jedes Jahr nehmen sie sich 3 Monate Zeit um einen anderen Teil der Welt zu bereisen,. erfuhr ich. Leider waren die Beiden mehr mit Musizieren beschäftigt als an einem Gespräch interessiert. Also ging ich erst einmal ins Netzt und hoffte auf den Rückweg. Etwa 1,5 Stunden später traf ich die Zwei dann wieder. Auf dem Boden vor Ihnen eine kleine Gruppe junger Menschen. Ich gesellte mich dazu. Kurz darauf erhob ich mich wieder um ein Bier zu kaufen, der einzigeste zu sein, der nix zu trinken hat, ist nicht unbedingt das, was ich mir unter nem netten Abend vorstelle. Bestimmt 10 min unterhielt ich mich mit den Jungs und Mädels über Plätze die man gesehen haben muss wenn man hier in der Gegend Urlaub macht. Dann wurde mir die Frage gestellt: "Were do you come from?" und wie immer Antwortete ich: "Orignial from Germany." Es ist schon lLustig, da trifft ein Deutscher andere Deutsche und man bemerkt es erst nach 10 min. Irgendwann packten die Radler Ihre Instrumente zusammen und zogen von dannen. Es muss bereits nach Mitternacht gewesen sein denn alle Geschäfte hatten geschlossen. Meine neuen Freunde holten weitere Alkoholika aus Ihrem Hotelzimmer und dann gingen wir zu mir. Irgendwann mit Einbruch der Morgendämmerung verabschiedeten wir uns voneinander. Am 24. August beschloss ich meinem Computer einen Ruhetag zu gönnen. Immer wenn ich Richtung Stadt gehe sehe ich eine kleine Kapelle auf dem Berg hinter mir. Von dort muss man eine wunderschöne Aussicht haben. Da will ich hoch, beschloss ich. Tatsächlich, die Aussicht ist grandios.

Bild: Nikiti Panorama

Weniger grandios ist die Tatsache, dass ich auf dem Weg dorthin keinen funktionierenden Wasserhahn gefunden habe und dass ich, als ich zurück zu meinem Wagen kam, dort von der Polizei empfangen wurde. Wildcamping sei verboten. Ich müsse verschwinden, Augenblicklich! Ich hatte keine Lust auf Ärger, also packte ich meine Sachen zusammen und fuhr ab. Aber nicht weit, ich brauchte noch meinen Internetanschluss. Erst gestern hatte ich eine E- Mail von einem Webmaster erhalten, der sein Wissen über "Geld verdienen im Internet" gerne mit mir teilt wenn ich Interesse habe und natürlich habe ich Interesse. Leider hat der Kerl Recht. So wird das nix. Auch ich hatte schon bemerkt, dass die Werbemöglichkeiten mit einer Subdomän, also einer Internetadresse wo hinter dem .de oder .com noch etwas folgt recht eingeschränkt sind. Da geht es nicht nur um Webdesign, da wird einfach der kostenlose Webspace nicht akzeptiert. Allerdings scheute ich die mit der Umstellung verbundenen Kosten und das Umlernen. Aber es stimmt schon, wenn ich einmal umstelle, dann auch richtig, dann sollen mir alle Möglichkeiten offen liegen. Also akzeptierte ich die Tatsache die letzten 3 Wochen umsonst gearbeitet zu haben und begann mit einem neuen Projekt. Da erst einmal viel offline- Arbeit anstand suchte ich einige Tage später tatsächlich das Weite. Mein Weg führte mich von Nikiti über Metagkitsi nach Lerissos. Hier traf ich wieder auf die Küste. Vielleicht habt Ihr ja Lust mitzufahren. Aber Vorsicht, wir reisen mit digitaler Wob Geschwindigkeit. Virtuelle Brechbeutel liegen im virtuellen Handschuhfach.

Schon beim Anhalten bemerkte ich, dass meine Hinterräder auf Treibsand stehen. Aber egal, erst einmal will ich ja nicht hier wegfahren. Wenn ich nicht vor dem Rechner sitze bin ich mit Flitsch unterwegs. Hier war ich noch nie, die Gegend will also entdeckt werden. Flitsch scheint immer noch gut zu duften und so treibt sich immer eine große Schar männlicher Verehrer in unserer Gegend herum.

Bild: Strassenhunde Nikiti

Ich besichtige die vielen kleinen Werften in welchen mit primitivsten Mitteln traditionelle Holzboote gebaut werden. Irgendwie schaut das interessant aus wie mit Bandsäge, Schraubzwingen, Lackfarbe und Holzschrauben aus Bäumen Boote gebaut werden. Das will ich auch machen. In 4 verschiedenen dieser Lokalitäten fragte ich nach Arbeit. Ich hätte es sogar ohne Entlohnung getan. Ein Mittagessen und ein Parkplatz hätten mir gereicht um zu erlernen wie ich ein Boot baue. Aber ich kam nicht dazu meinen Gesprächspartnern dieses klar zu machen. In 4 Werften sprach ich bestimmt mit 10 verschiedenen Menschen und keiner von Ihnen sprach eine Sprache die ich auch spreche. So ein Pech!
Nach einigen Tagen sah ich den nahen Lidl Markt auch mal von innen und nicht nur immer dessen Rückseite mit den Abfalleimern. Ein erlebnisreicher Besuch. Erst waren es Verständigungsschwierigkeiten die mir in Erinnerung geblieben sind. Diesmal nicht mit Werftmitarbeitern sondern mit einem Päckchen Kartoffelpüree: "Instant masched potato with nutmeg" Nutmeg?? Kartoffelpüree mit Nüssen? Gegen Nüsse bin ich allergisch, dann brauch ich das erst gar nicht kaufen, da bringt es mir auch nix das es im Angebot ist. Ich wende das Packet und suche nach einer deutschen Beschriftung. Ergebnislos! Aber hier - auf Duitsch, also Deutsch mit Sprachfehler. (Liebe Niederländer, bitte nicht eingeschnappt sein aber eure Sprache ist echt witzig. Vor allem verstehe ich sie ohne sie jemals erlernt zu haben. Sie hört sich so an, als wenn die deutsche und die englische Sprache in einem leidenschaftlichen Akt der Liebe das Duitsch gezeugt hätten) "nootmuskaat" steht dort geschrieben. Also Muskatnuss, das kann ich essen. Ich lese weiter: "Voeg een afgesrekten theelepel zout … en bring dit aan de kook." Also, ein gestrichener Teelöffel Salz … und dann zum kochen bringen. "… kode melk to" … kalte Milch dazu. "Roer de inhoud … kort doorheen" Inhalt reinrühren … dann noch mal kurz durchrühren. Ich hatte selten so viel Spaß mit einem Päckchen Kartoffelbrei. Dann ging es zur Kasse. 4 Päckchen Kartoffelpüree a 59 Cent und 10 Eier. Macht: 3 Euro und 65 Cent. Soviel habe ich nicht mehr, also tat ich etwas das ich nur sehr selten tue. Ich zahlte mit einem 100Euro Schein. Ihn habe ich aus einer Bankfiliale in Elbasan. Die Kassiererin hält Ihn unter die UV Lampe, wendet Ihn, schiebt Ihn noch mal darunter, hält Ihn gegen das Licht und ruft eine Kollegin. Auch diese betrachtet meine Banknote sehr misstrauisch. Ein Mann gesellt sich dazu, anscheinend der Filialleiter denn er gibt Anweisungen eine weitere Kasse zu öffnen. Die Kunden hinter mir werden gebeten sich dort anzustellen. Dann rennt er mit meinem Schein weg. Mir rutscht das Herz in die Hose. Falschgeld?? Was passiert jetzt? Rufen die die Bullen? Ist der Schein weg? Ersatzlos? 100 Euro, einfach enteignet? Die Minuten wurden zu Stunden dann kommt der Mann zurück, gibt den Schein der Kassiererin und ich erhalte mein Wechselgeld. Was genau damit jetzt nicht gestimmt hat weiss ich nicht. Um ehrlich zu sein ist es mir auch egal. Hauptsache raus aus dem Laden, raus nebst Einkauf und mit meinem Geld. Alles Aandere ist unwichtig. Ich besichtigte die kleine Kirche die ich jeden Tag passierte.

Bild: Kirche Nikiti

Und spät am Abend verweilte ich meist einige Minuten an dem Meerwasseraquarium das die Stadt hier errichtet hat. Es kostet keinen Eintritt und somit unterstütze ich auch nicht die Tierquälerei. Menschenrechtsorganisationen beanstanden, dass die Amerikanische Regierung die Gefängniszellen in Guantanamo 24 Stunden am Tag beleuchtet und sprechen im gleichen Zusammenhang von Folter. Auch dieses Aquarium ist 24 Stunden am Tag beleuchtet und niemand nimmt Anstoß daran. Wahrscheinlich wurde es errichtet um Touristen vom schwimmen abzuhalten. Zumindest mir kommen beim Anblick der Exotischen Tiere einige Gedanken die dafür sprechen besser nicht ins Wasser zu gehen. Aber ich bin hart im nehmen und schwimme trotzdem. Da halten mich auch keine Tintenfische, Langusten und Quallen von ab die hier vor meinen Augen auf Befreiung hoffen. Irgendwann, ich kam gerade vom schwimmen zurück und war damit beschäftigt mich trocken anzukleiden wurde ich erneut vertrieben. Wildcamping verboten! Wie praktisch dass ich gerade an diesem Tag eine neue Stellfläche entdeckt hatte und mit dem Gedanken spielte dorthin umzuziehen. Nun bekam ich Hilfe beim Denken. Ein wenig Sand schaufeln, Motor starten und - scheiße! Die Räder drehen durch. Motor aus, weiterbuddeln, Brett suchen, neuer Versuch. Draußen! 5km weiter erreichte ich mein Ziel.

Bild: Wohnmobilstellplatz hinter Nikiti

Hier ein Bild das ich einige Tage später aufgenommen habe. 2 oder 3 Tage nach meinem Umzug wechselte das Wetter. Es gab einen Temperatursturz von über 10 Grad verbunden mit 2 Tagen Dauerregen. Es lag viel Arbeit an. Wenn die Temperaturen jenseits der 35 Grad Marke liegen bleibt halt alles liegen. Da tätigt man freiwillig keinen Handschlag. Waschen, putzen, messerschleifen, nähen, Schränke auswaschen … alles Dinge die ich hätte tun können. Aber ich saß lieber vor meinem Rechner. Es gibt viel zu tun, machen wir´s wann anders. Nun geriet mein Rytmus völlig aus den Fugen. Schlief ich vor dem Temperatursturz bis 1 oder 2 Uhr Mittags und ging so gegen 5 ins Bett, konnte es jetzt passieren, dass ich mich gegen 14 Uhr am Nachmittag zur Ruhe legte um gegen 10 am Abend wieder aufzustehen. Als der Regen nachließs hatte ich ein vorzeigbares Projekt geschaffen. Mein befreundeter Webmaster überließs mir die Zugangsdaten zu einer seiner derzeit nicht genutzten Webseiten und ich teste. Ja, nicht übel, nur funktioniert halt kein einziger Link. Ich brauche Webspace! Unzählige Stunden recherchierte ich, verglich Angebote und richtete Testacounts ein. Manchmal traf man mich um 8 am Abend in meinem Internetpark und manchmal um 8 in der Früh. Diesem gestörten Rhythmus ist es auch zu verdanken, dasss ich euch ein Bild des Sonnenaufgangs zeigen kann, welches ich aus meinem Wohnzimmerfenster aufgenommen habe.

Bild: Sonnenuntergang Nikiti

So um den 10. September hatte sich das Wetter wieder soweit gefangen, dass mit Regen nicht mehr zu rechnen war. Auch die Temperaturen sind wieder um einige Grad geklettert, dennoch ist es entschieden kühler als zuvor. Da könnte man theoretisch noch einmal richtig wandern gehen. Aber mit welchen Schuhen? Die Sohle meiner Armeestiefel hatte ich schon 3 mal wieder angeklebt und sie ist 3 mal wieder abgefallen. Diesmal mache ich es richtig. Für knapp 3 Euro kaufte ich eine Tube Markenklebstoff. Mit dem Taschenmesser spaltete ich den vorderen Teil der Gummisohle und bohrte mit dem Akkuschrauber einige Löcher durch den, dem Schuh zugewandten Sohlenteil und der Lederhaut auf welcher die Sohle einstmals verklebt war. Mit einem Stechbeitel schnitt ich Aussparungen ins Gummi, so dass ich die Sohle wieder verleimen kann ohne dass der Bindfaden mit dem ich meine Verklebung unterstütze zur Schwierigkeit wird. Ca. 2 Stunden brauche ich für diese Arbeit. Dann steht mein Schuh verklebt und verknotet, mit einem Wasserkanister beschwert auf meiner Küche und wartet auf den nächsten Tag. Am nächsten Tag regnet es. Aber am 12. scheint die Sonne und ich mache mich auf, die Gegend etwas großsräumiger zu erkunden. Als erstes treffe ich Ihn hier.

Bild: Welpe in Nikiti

Das ist auch eine Sache die ich mal richtig ans laufen bringen muss wenn die neue HP steht. Auch wenn sich die Geschichte mit den Staatlichen Hundefängern und der Vergasungsaktion als Ente herausgestellt hat, will ich den Tieren helfen. Welche Zukunft hat der Kleine? Die Welpenvermittlungsseite wird editiert werden und es wird kein Tag mehr vergehen an dem keine Anzeige mehr bei Welpenfinder, kijiji und wie sie alle heißen geschaltet ist die auf mein Projekt aufmerksam macht. Denn Leute die nen Hund suchen schauen auf diese Seiten und nur in den seltensten Fällen auf die meinige. Ohren säubern, Zecken entfernen, Algemeinzustand überprüfen, ein wenig Füttern, mehr kann ich im Moment nicht für den süßen tun. Schon habe ich einen neuen Freund der mir hinterher rennt. Zum Glück kann ich noch schneller rennen. Körperlich zumindest aber gefühlsmäßig kämpfe ich schon wieder gegen Tränen und würde den Kurzen am liebsten in meine Westentasche stecken und einfach mitnehmen. Etwas später stoße ich auf eine alte Segeljacht. Verrostet und heruntergekommen liegt das einstmals stolze Schiff am Strand. Fensterscheiben sind dem Vandalismus zum Opfer gefallen und der Mast ist verbogen. Neugier treibt mich hinein. Laufen ist schwierig denn das Schiff liegt mehr als dass es steht. Die Türen der linksseitig angebrachten Schränke haben sich geöffnet und der Inhalt ist herhausgefallen. Zucker, Mehl, Teller, Töpfe, Bekleidung einfach alles was in so ein Schiff gehört liegt auf dem Boden verteilt. 28 Konserven ohne Etikett und 6 Liter Bier wandern in meinen Rucksack. Der Rest ist wirklich nicht mehr zu gebrauchen. Schwer bepackt mache ich mich auf den Rückweg. An schönen Stellen halte ich immer wieder an um mich mit meiner gefundenen, flüssigen Wegzehrung zu stärken. Als ich meinen Wagen erreiche sehe ich mal wieder doppelt und habe eine phantastische Idee. Direkt vor meiner Türe ist eine kleine Feuerstelle die ich noch nie ausprobiert habe. Ich beschließe dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt sei um es zu tun.

Bild: Lagerfeuer an Wohnmobilstellplatz Nikiti

Gegen den Hunger öffne ich eine meiner Überraschungskonserven und erfreue mich an Zwieback mit Leberwurst. Anstatt meine Batterien mit dem Computer zu quälen quäle ich sie heute mit meinem Radio und feiere bis zum frühen morgen eine 1 Mann Party. Nach dem wach werden brutschel ich mir einige Pfannkuchen zum Mitnehmen und zwänge meine mit Blasen übersäten Füße wieder in meine Wanderschuhe. Dass man die Teile jeden Spätsommer neu einlaufen muss verstehe wer will. Aber wenn man da erst mal durch ist, gibt's wohl kaum was bequemeres in das man seinen Fuß kleiden könnte. Die Hitze ist vorbei, man kann wieder laufen. Und los geht's, diesmal in die andere Richtung. In meine Richtung. Mal sehen wohin ich umziehe. Nach einem kurzen Stück Hauptstrasse treffe ich auf einen Strand. Soweit ich sehen kann überall Strand.

Bild: Küstenlinie hinter Nikiti

Egal wie lang der ist, ich laufe bis an dessen Ende, so mein Beschluss. Nach einigen Stunden komme ich an ein Areal das mich sehr an meinen Standplatz in der Nähe von Sarti erinnert. In einem Pinienwäldchen dicht hinter dem Strand finden sich überall verlassene Zeltplätze. Teilweise hervorragend aufgeräumt, teilweise mit kleinen wilden Mülldeponien in unmittelbarer Umgebung des sommerlichen Lagers und teilweise einfach so verlassen wie man sie bewohnt hatte.

Bild: Wildcamping Stratoni

Wenn nicht meterhohe Keime aus den Zwiebeln wachsen würden, wenn sich in der offen stehen gelassenen Ketchupflasche kein Eigenleben entwickelt hätte und wenn die Bettdecke im inneren der selbstgebauten Hütte nicht von Mäusen in 10 Pfennig große Stückchen zerlegt worden wäre könnte man glatt glauben die Leute seinen nur mal eben zum Einkaufen gefahren.
Am Nachmittag des nächsten Tages wechselte ich erneut meinen Wohnort und parkte nur wenige hundert Meter entfernt von den verlassenen Zeltplätzen. Es ist Menschenleer. Bei einem Erkundungsrundgang treffe ich auf eine junge Hündin. Tollpatschig und verspielt kommt sie auf mich zu und schließt Freundschaft mit Flitsch. Ich bin mal wieder zu dritt unterwegs. Das Tier folgt mir bis zum Wagen und erhält erst einmal eine Schüssel Wasser sowie etwas Futter. Ausgehungert stürzt sie sich darauf. Ich muss an meine 3 tierischen Freunde von meiner Sommerresidenz denken. Wie mag es Ihnen gehen? Wahrscheinlich genauso wie meiner neuen Freundin. In der Hauptsaison wurden sie von Touristen mit Souflakie, Grillwürstchen und Kartoffelchips so zugestopft das sie mein Trockenfutter verschmähten und jetzt wurden sie allein gelassen und vergessen. Die letzten Kotelettknochen sind vertilgt und der Hunger macht sich breit. Satt und zufrieden guckt sich die wilde Hündin alle Unarten bei meiner Begleiterin ab und nimmt auf einem meiner zahlreichen Sitzmöbel platz um ein Verdauungsschläfchen zu halten. Ich streichle Ihr über die Lefzen und … aua! Was pickst mich denn da an einer Hundewange? Ein Angelhaken hatte sich von innen nach außen durch die Lefze gebohrt. Ich betrachte die Sache, hole einen Seitenschneider und beginne mit einer kleinen Notoperation. Das Tier wehrt sich als wenn ich es umbringen wollte. Dabei will ich doch nur den Widerhaken abknipsen. So ein Weichei! Mit dem Knie wird der Kopf auf den Boden gedrückt, der Haken zerschnitten und aus dem Fleisch gezogen. Dann kommt der für das Tier wahrscheinlich unangenehmste Part. Das Herausziehen der verschluckten Angelleine aus dem Hundemagen. Als ich fertig war springt das Tier auf und ward nie wieder gesehen. Am späten Nachmittag, wenn die Sonne tiefer sinkt und nicht mehr so intensiv für Sonnenbrand sorgen kann widme ich mich hier dem Fischen.

Bild: Angeln bei Stratoni

5 Abende saß ich mit 3 Angeln ausgestattet eine volle Akkulaufzeit meines Rechners, also etwa 5,5 Stunden hier und habe nicht einen Fisch gefangen. Irgendetwas mache ich falsch. Aber im Süßwasser klappt meine Technik prima. Die Tage verbringe ich mit aufräumen und Spazierengehen.

Bild: Stratoni Industriegebiet

Dabei fühle ich mich fast wie Zuhause. Das Bild hätte schließlich auch in Essen am Baldeneysee aufgenommen worden sein können. Gefrustet über meine ausbleibenden Jagderfolge setzte ich einen Topf mit Spagetti auf den Herd und beginne damit einige Zwiebeln klein zu schneiden. Als ich den Deckel vom Topf nehme um selbige hinein zu werfen wunder ich mich warum da nix dampft und sprudelt. Mein Gas ist leer. Das war es dann wohl mit meinem Abendbrot. Ich habe Hunger und durchforste meine Schränke nach kalt essbaren Nahrungsmitteln. Marmelade aber kein Brot. Zucker, Paniermehl, ne Büchse Mais. Ich entscheide mich für eine meiner Überraschungskonserven. Vielleicht habe ich Glück und es ist Leberwurst. Aber ich erwischte Kidneybohnen. Na dann guten Appetit. Am nächsten Tag fuhr ich einem Gashändler entgegen. Rechter Hand der Strasse ein phantastischer Blick über Stratoni. Ich hielt an und schoss einige Photos.

Bild: Stratoni, Panoramaaufnahma

Kurze Zeit später erreichte ich Olympiada. Im Stadtzentrum fand ich einen Parkplatz und wollte nur mal schnell halten um eine Gasflasche zu erwerben. Doch bevor ich einen Gashändler fand, fand ich einen Internetzugang. Als ich damit fertig war hatten die Geschäfte Mittagspause. Ich machte mich auf den Ort zu erkunden. Wie alle küstennahen Ortschaften besteht auch er zu 90% aus Hotelbauten oder Gastronomiebetrieben. Alles ist für den Tourismus ausgelegt. Glücklicherweise ist Nachsaison und die Touristen fehlen. Im Stadtpark treffe ich auf eine Gruppe Bulgaren die dort Ihre Zelte aufgebaut hatten. Unsre Hunde brachten uns ins Gespräch und schon bald saß ich bei Grillwurst und Büchsenbier in geselliger Runde. Gas, ja das kann man hier irgendwo kaufen aber wo das wusste mein Gesprächspartner auch nicht so genau. Mit Einbruch der Nacht wurde es kühl so dass ich meine neuen Freunde verlies um mir etwas Langärmliges anzuziehen. An diesem Tag kaufe ich wohl keine Gasflasche mehr. Am nächsten morgen machte ich mich enthusiastisch auf den weg. "You sell Gas bottels?" "Blap dap die dumm" Das hier keiner English kann. Erst sah ich eine Bäckerei aus der es verführerisch nach frischen Backwaren duftete und nachdem ich ein Brot erworben hatte fand ich ein Wanderzeichen. "Rundweg 9km" stand auf dem Schild. Ich entschloss später Gas zu kaufen und erst einmal diesem Rundweg zu folgen. Er führte mich in die Berge, durch kühle Wälder und es roch so herrlich nach Natur und Wald. Ich glaube seit meinem Aufenthalt im Kroatischen Nationalpark Pletvica Jazerra war das das erste Mal das ich eine Buche sehe deren Stammdurchmesser dicker als mein Oberschenkel ist. Und das bei dieser Aussicht.

Bild: Olympiada, blick von den Bergen auf die Küste

Ich setze mich und lehnte mich an dem mächtigen Baum an. Mit meinem Brot und der Dose Nudelsalat welche mir meine Bulgarischen Freunde schenkten nachdem ich Ihnen erzählte das ich nicht kochen kann machte ich Rast. Schnell verfiel ich in ein erholsames Schläfchen. Der Rückweg folgte zu einem Teil der Küstenlinie. Eigentlich hätte ich nach links laufen müssen. Aber rechts schaute es viel Interessanter aus. Ich erreichte eine dieser verlassenen Zeltstädte und schaute mich neugierig um. Vor einem vom Wind niedergerissenen Iglu Zelt fand ich 3 Büchsen Bier. Zwischen den Bäumen war eine Hängematte gespannt und eine Gruppe Hundebabys leistete mir Gesellschaft. Das Bier war annähernd kühl, die Brandung säuselte monoton in meinem Ohren und die neben und auf mir schlafenden Hundekinder hatten einen beruhigenden Einfluss so das ich schon bald erneut dem Schlaf verfiel. Als ich meinen Wagen erreichte war es kurz vor Mitternacht. War wohl nix mit Gas kaufen. Aber egal, schließlich bin ich nicht hungrig. Am Nächsten morgen kaufte ich als aller erstes Gas. Danach machte ich mich auf einen neuen Parkplatz zu finden.

Bild: Einsamme Bucht bei Olympiada

Nur wenige km weiter fand ich ein geeignetes Plätzchen. Bereits 3 deutsche Mobile waren dort geparkt. Ich schaute mich um und wünschte allen einen guten Morgen. "Suchen Sie was Bestimmtes?" Wurde ich gefragt. "Ja, ein schönes Plätzchen wo ich meinen Truck parken kann." Kurze Zeit später wechselte ich meinen Wohnort. Am frühen Abend, ich war gerade mit Abspülen beschäftigt, erreichten 2 schwer bepackte Fahrräder unseren "Campingplatz". Zwei Frauen - und aus dem Fahrradanhänger kletterte gerade ein Kind. Ich unterbrach meine Arbeit. Schließlich sind Rad reisende bei weitem interessanter als mein dreckiges Geschirr. "Where do you come from?" "Aus der Schweiz" antwortete es in klarem Hochdeutsch. "Bleibt Ihr über Nacht?" "Ja hatten wir vor." "Prima, dann kann ich zu ende Spülen und wir können uns später unterhalten. Kann ich euch derweilen einige Sitzmöbel anbieten?" Ich überreichte einige Stühle aus meiner Fahrerkabine und machte mich wieder an die Arbeit. Als ich mit abspülen fertig war hatten die beiden Frauen auch Ihre Zelte aufgebaut. Die Mutter des Jungen sagte nur kurz "Hallo" um sich anschließend schlafen zu legen aber mit Nicole, der anderen Radreisenden saß ich bald Schach spielender Weise vor meinem Wagen und wir tauschten unsere Interessantesten Reiseerlebnisse aus. 3,5 Monate haben die 3 gebraucht um aus der Schweiz nach Griechenland zu radeln und dabei nur selten höhere Tagesleistungen als 50km zurückgelegt. Meine Schachpartnerin will bis Istanbul mitradeln. Ihre Freundin allerdings möchte mit Ihrem Kind bis Indien weiter. Nach 3 Tagen Regenwetter haben sie sich in Montenegro den Luxus eines Hotels gegönnt und just in dieser Nacht gab es ein Erdbeben und sie hätten sich gewünscht doch im erschütterungssicheren Zelt übernachtet zu haben, erfuhr ich. Gegen Mitternacht verabschiedeten wir uns von einander. Nicole ging schlafen und ich in die Stadt. Schließlich hatte ich den zentrumsnahen Parkplatz gewählt um ein wenig weiterzukommen mit meiner neuen HP. Ich stellte die Arbeit des Vormittages ins Netz und schüttelte den Kopf. Das sieht scheiße aus. Wieder am Wagen kochte ich eine Kanne Kaffe und beschloss die Nacht vor meinem Computer zu verbringen. Mit Sonnenaufgang hatte ich das Design so weit überarbeitet das ich einen erneuten Upload wagen kann. Nach einer erfrischenden Dusche mache ich mich auf. Ja, noch nicht gut, aber bei weitem besser. Als ich wieder den Wagen erreiche kletterten auch schon die Velo Reisenden aus Ihren Zelten. Wie gut dass ich ein Brot mehr gekauft habe als ich beabsichtigte zu essen. Nach einem gemeinsamen Frühstück war dann abschied nehmen angesagt.

Bild: Wohnmobilstellplatz Olympiada

Die drei radelten davon und ich machte mich an die Arbeit mein Boot aufzupumpen um zu der kleinen Insel zu rudern die man im Hintergrund des Bildes sieht. Bald darauf lag es prall gefüllt im Schatten meines Wagens. Ich packte meine Sachen zusammen und trug sie Richtung Paddelboot. Aber da war nix mehr mit prall gefüllt. Ich suchte das Loch, öffnete das Ventil und setzte mich auf meine Couch um zu warten dass die Luft vollständig entwichen war. Ich wurde wieder wach als mein Hund aufgeregt bellte. Die Wagentüre war sperrangelweit geöffnet und draußen stand der gedeckte Frühstückstisch mittlerweile in der prallen Sonne. Flitsch informierte mich durch Ihr Gebell darüber das ein älterer Herr neugierig um mein Auto schlich. Verschlafen grüsste ich mit einem freundlichen "Hello". "You go Fishing?" Der Mann deutete auf die ans Fahrzeug gelehnte Angelrute. "Sometimes, but I never catch something." Mein Gesprächspartner lachte. "Come whith me, eating Oktopus. I catch a realy big one and I am allone." Eine Einladung zum Tintenfisch essen konnte ich natürlich nicht ausschlagen. Ich folgte dem Mann zu seinem nahe gelegenen Haus. Haus ist vielleicht zuviel gesagt. In Deutschland würde man dass wo dieser Mann wohnt wohl eher Schrebergarten nennen. 3 Straßenhunde folgten uns und stürmten, als der Besitzer die Gartenpforte öffnete eilig auf die dort stehende Futterschüssel zu. Flitsch kannte sich nicht aus und war somit klar im Nachteil. Über einer aus Wasserrohren, Rehgipsständerwerk und anderem undefinierbarem Metallschrott errichteten Konstruktion war ein altes Fischernetz gespannt durch dessen Maschen wilder Wein wuchs. Reif und saftig hingen die kleinen Trauben nun dicht über unsren Köpfen. Unter diesem Schattenspendenden Gebilde standen zwei alte Stühle und ein Tisch. Rechts hinter der Terrasse war ein Bauwerk errichtet das gleich 3 Feuerstellen beinhaltete. Eine zum grillen, eine zum backen und eine zum kochen. Auf letzterer schmorte der versprochene Octopus.

Bild: Octopus Kochen

Im Hinteren Teil des Gartens gab es einen Hühnerstall. Ein kleines Paradies zwischen Bettenburgen, Strandkaffees und Diskotheken im Ballermann stiel. Nach dem vorzüglichen essen schwang sich mein Gastgeber auf sein Fahrrad. Ich solle warten, er hole nur schnell zwei Bier. Er lasse alles offen und ich könne mich ruhig ein wenig umschauen wenn ich wollte. Das tat ich dann auch.
Mit Deutschen Wohnräumen lässt sich das hier wohl nicht vergleichen. Aber ich frage mich wer das schönere Leben führt. Später verabschiedeten wir uns voneinander. Wir waren beide müde und wollten ein wenig Mittagsschlaf halten. Vorher musste ich allerdings noch mein Boot reparieren damit es dann morgen tatsächlich zu der kleinen Insel gehen kann. Während ich das tat kam mein Nachbar auf mich zu. Der Fahrer eines 2 Jahre alten Luxus Wohnmobils hielt ein vom Kabelschuh abgerissenes Kabel in der Hand und fragte mich ob ich ein passendes Ersatzteil hätte. Kabelschuhe besitze ich, aber leider nicht in dieser Größe. Ich besah mir den Defekt, entfernte die Isolierung des kaputten Schuhs und feilte solange dessen Metalende zurecht bis ich es in einer Lüsterklemme verschrauben konnte. "Jetzt geht's wieder" Mein Nachbar staunte. Eine Handlung die mir an diesem Tag mein zweites Gratisbier einbringen sollte. Am nächsten Tag trug ich das Boot zum Wasser. "Sie wollen doch nicht etwa wirklich zu der Insel?" Meinte meine Nachbarin besorgt. Ich antwortete dass ich genau das vorhätte. "Aber wenn sie der Wind abtreibt, oder eine Welle das Boot umkippt. Das ist doch nix um so weit rauszurudern." Ich scherzte das sie ja die Küstenwache verständigen könne wenn ich bis 10 am Abend nicht zurück sei und ruderte los. Eine knappe Stunde Später erreichte ich das unbewohnte Eiland.
Etwa 20 Ziegen nenne dieses Territorium Ihr Eigentum. Trotz eines ausgiebigen Entdeckungsspaziergangs fand ich nirgends Süßwasser und ich frage mich was die Tiere trinken. Wahrscheinlich Seewasser wie die Schafe in Kroatien. Mein Mittagessen nahm ich an dem einsammen Strand der Insel ein, dann machte ich mich auf den Rückweg. Mit den Worten: "Sie wurden aber ganz schön weit abgetrieben." Wurde ich begrüßt als ich wider den Heimatstrand erreichte. Ich weiß nicht ob ich 200m Differenz zwischen gewünschtem und tatsächlichem Ankunftsort als weit bezeichnen würde wenn man mit einer aufblasbaren Plastiktüte 2,5km aufs offene Meer rausrudert. Aber da Teilen sich wahrscheinlich die Meinungen. Am 25. September brach ich dann auf einen neuen Parkplatz zu entdecken. Ein Stück weit folgte ich der Hauptstrasse um einige unpassierbare Klippen zu Umgehen. Nach rund 40 Minuten war ich wieder am Strand. Eine weitere Stunde lief ich durch den Spülsaum bis mir wider Klippen den Weg versperrten. Ich versuchte darüber hinweg zu klettern aber der Versuch war aussichtslos.

Bild: Küste Olympiada

Drei mal versperrten mir große Felsen und kleinere Berge das fortkommen in unmittelbarere Wassernähe. Nach 5 oder 6 Stunden laufen, bzw. klettern sah ich einen am Strand geparkten Reisebus. Eine gigantische Lampenbatterie thronte über dessen Windschutzscheibe und neben dem Bus standen einige Motorräder sowie Zelte. Ich beschleunigte meinen Schritt, das schaut interessant aus. Das unscheinbar kleine Nummernschild verriet mir die Herkunft. Schweizer! Die verstehen mich sogar. "Das ist ja mal ne arsch geile Karre, da wird man ja fast neidisch." Startete ich das Gespräch. Ein knappes "Danke" kam als Antwort. Ich gab nicht auf. "Und wo soll es noch hin gehen?" "Indien" "Cool, da will ich auch hin, bin mir aber nicht schlüssig ob ich da je ankommen werde." "Wir sind in 7 Wochen da, ich mach das jetzt zum 6. Mal." Antwortete Marco, der Besitzer des Busses. "Äh, was? Das klingt interessant. Wenn Ihr nix dagegen habt hol ich mal meinen Wagen und wir können uns heute Abend ein bisschen ausführlicher unterhalten. Ist ja groß genug hier." Gesagt getan. Ich machte mich über die Hauptstrasse auf den Rückweg und brauchte so nur etwas über eine Stunde. Kurz darauf parkte ich meine Wohnung neben meinen neuen Bekanten. "Magste was mitessen? Es gibt Spagetti." Wurde ich eingeladen. Ich lies mich nicht 2-mal bitten. Weniger wegen der Spagetti als wegen der recht interessant ausschauenden Reisegruppe. Während des Essens und beim anschließenden Beisammensein um ein entfachtes Lagerfeuer erfuhr ich das bei Marco Abenteuer buchbar ist. Im Winter lebt er in Indien und im Sommer in der Schweiz. Was für mich und andere Traveler nach dem ultimativen Abenteuer klingt ist für Ihn quasi ein gewöhnlicher Umzug. Dementsprechend gelangweilt reagiert er auch als ich auf potenzielle Gefahren im Iran und Pakistan zu sprechen komme. "Jo, da sind wohl irgendwann mal irgendwelche Leute entführt worden. Aber mir hat noch nie einer was getan. Ich versteh die ganze Aufregung nicht." Er reicht mir eine Visitenkarte. Europe - India - Europe steht darauf zu lesen. Darunter ein Bild von seinem Bus. Marco hat sich mit einem Kumpel zusammengetan. Gemeinsam besitzen sie einen Bus und 3 Yamaha Motorräder. Zahlungskräftige pauschal Abenteurer können sich ein solches Moppet mieten, mit Ihm nach Indien fahren und haben obendrein den Bus als Gepäckwagen und Basislager für die Nächte. In Indien nehmen sie das Flugzeug zurück in Ihre Heimat und ein halbes Jahr später fahren die nächsten abenteuerlustigen die Maschinen wieder zurück nach Europa. Wer nicht so aufs Motorradfahren steht kann auch einen der Beifahrersitze im Bus buchen. Zumindest habe ich das Geschäftsmodell so verstanden. Aber ich höre auf Halbwahrheiten zu verbreiten und verlinke einfach die Seite: www.marcosbus.ch da kann sich jeder alles durchlesen. Mir drehte sich bei dem Gespräch so einige male der Magen um. All diese Bürokratie die da auf mich zukommt. Carnet, Visa, Internationaler Führerschein. Marko lachte als ich erzählte dass ich nichts von all dem habe und einige Mitglieder seiner Reisegruppe wussten noch nicht einmal was ein Carnet ist. Das rundum sorglos Packet eben. Gebuchtes Abenteuer! "Aus der Türkei bekommst du das auch nicht." Lies er mich wissen. "Aber aus Deutschland nachschicken lassen? Das müsste doch gehen?" "Jo, wahrscheinlich." Gegen 22 Uhr gingen meine Bekanten zu Bett. Sie wollen nach dem wach werden bis Istanbul fahren und müssen ausgeruht sein. Ich erklärte am gleichen Tag wohl mal zum nahen Aldi zu laufen um zu gucken was es umsonst gibt. Am nächsten Morgen reiste die Gruppe ab

Bild: Marcus Bus

und ich tat das was ich bereits angekündigt hatte. Ich folgte dem Küstenverlauf rund 10km bis zum Aldi Markt um auf dem Rückweg 16. Pakete Mettwurst zu tragen.
Mittwoch, 07. Oktober 2009
Alles ist scheiße. Das Leben ist ungerecht. Ich kann nicht mehr. Es ist kurz nach 22 Uhr. Die letzten 35 Stunden hab ich keine Minute geschlafen. Dafür bin ich grob geschätzt rund 60 km gelaufen, 20km Fahrrad, und 30km Auto gefahren. Außerdem habe ich in diesen 35 Stunden wahrscheinlich mehr Geld ausgegeben als in den letzten 35 Wochen. Neben mir steht der 5. Liter Kaffe den ich seit gestern morgen aufgebrüht habe. Auch er vermag es kaum noch mich wach zu halten. Aber ich kann, ich darf jetzt nicht schlafen. Gegen 16 Uhr sind meine Eltern zurück zu Ihrem Appartement gefahren. Ich war froh dass sie da waren. "Schlaf ein bisschen" meinte meine Mutter. Die hat Nerven, als ob ich mich jetzt hinlege. Vielleicht morgen, am Tage. Mal sehen wie sich die Dinge entwickeln.
Aber ich sollte vorne Anfangen, sonst bringe ich hier mal wieder ein gigantisches Durcheinander hinein. Nachdem mich die Reisegruppe rund um "Marco, Muffti und den Bus" verlassen hat, verbrachte ich noch 3 Tage in der Einsamkeit des idyllischen Sandstrandes. Ich widmete mich Dingen wie waschen, spülen, aufräumen, angeln, nichts tun und natürlich viel vor dem Computer sitzen. Am Abend des 28. war ich soweit fertig das ich glaubte meine neue Page online stellen zu können. Gegen 10 am Abend startete ich den Motor und fuhr die wenigen Kilometer bis Stavros. Dort hatte ich einen netten Parkplatz entdeckt bis zu welchem ein W-Lan Netzwerk strahlen müsste.

Bild: Wohnmobilstellplatz Stavros

Noch in derselben Nacht veröffentlichte ich meine Arbeit der letzten Wochen bzw. Monate und lud einige Forenmitglieder als Testleser ein. Bereits wenige Minuten später hatte ich das erste feed back. So ein Käse, in modernen Browsern wird das Design der neuen Page vollkommen "verschoben" dargestellt. Ich arbeitete immer noch mit Internet Explorer 6 und damit sah alles so aus wie ich es haben wollte. Aber die neue 8er Version sowie Mozilla etc. waren nicht in der Lage meine Seite anzuzeigen. Ich fluchte und programmierte bis zum frühen Nachmittag. Dann sah die Page auch in modernen Browsern so aus wie ich es mir vorstellte. Ich nahm ein spätes Frühstück ein und machte mich mit meinem Hund auf den Weg einen neuen Parkplatz zu suchen. Dort wo ich zu diesem Zeitpunkt parkte gab es zwar Internett, jedoch Prophezeite ein Schild "Private" schnell Ärger zu bekommen. Da ist es besser man weis wo man hinfährt wenn man fahren muss. Ich folgte dem Küstenverlauf Nordwärts, warf erfolglose Blicke in die gratis Einkaufsmöglichkeiten hinter den nahen Supermärkten, traf auf eine Liliputaner Telefonzelle

Bild: Telefonzelle Stavros

und bemerkte dass es Sinn macht irgendwie bis Montag auf meiner derzeitigen Parkfläche zu verweilen. Dann nämlich gibt es bei Aldi Tomatenmark für 28 statt der üblichen 45 Cent und der Diskont Markt einige km weiter hat einen Prinzenrollen verschnitt für 80 Cent und 20Kilo Hundefutter für unter 10 Euro im Angebot. Auf dem Rückweg versperrte mir ein Zaun den Weg am Strand entlang. Dahinter verfallene Baracken und nichts was darauf hindeutete das dieses Gelände noch irgendwie genutzt wird. Da der Zaun an der Wasserkante endete entschloss ich mich dazu Ihn zu ignorieren, einige cm tief durchs Meer zu waten, und das Gelände zu entdecken. Ich war einige hundert Meter weit gekommen und inspizierte gerade eine der Baracken als ich schrille Laute aus einer Trillerpfeife vernahm. Ich drehte mich um und erspähte nicht weit von mir einen in Flecktarn gekleideten Menschen. Schnellen Schrittes kam er auf mich zu. Aus seinem Rucksack ragte eine ca. 3m hohe Funkantenne und vor seinem Bauch baumelte eine Schnellfeuerpistole.

Hier geht´s weiter.

Derzeit im Chat :



Bild: Danke








Du hast meinen Wohnmobil Reisebericht Nikiti, Vovoru, Olympiada, Stavros, Stratoni bis an dessen Ende gelesen?
Pleace be social - share waht you like!
Mit einem klick auf diesen Link teilst du meinen Wohnmobil Reisebericht Nikiti, Vovoru, Olympiada, Stavros, Stratoni auf deiner Facebook Pinnwand und empfiehlst ihn so deinen Freunden.
Thank´s for your fairness :-)



© myhomeismycar Wohnmobil Reiseberichte
Empfehle mich
Bitte!

myhomeismycar.com - nonstop unterwegs seit: 10 Jahren, 7 Monaten und 5 Tagen