Wohnmobil Reiseberichte Griechenland (Olympiada)

"Äh, turist. I want only cross. I thought nobody use this area. Sorry!" "Down to the Beach!" Kommandierte der Soldat. Ich gehorchte. "Watsch to the See!" Befahl er weiter. Mit seiner Maschinenpistole deutete er mir der Küste zu folgen und begleitete mich wortlos bis zur Grundstücksgrenze. Ein Schritt ins Wasser und ich verließ das Gelände auf die gleiche Art und Weise wie ich es betreten hatte. Noch einmal Glück gehabt hätte ich gesagt. Wieder am Wagen schaltete ich den Rechner ein und wartete auf Mitternacht. Dann nämlich müsste eine Zeitsteuerung vollkommen automatisch ein Update meiner neuen Website durchführen. Doch nichts geschah. Web to Date, das Programm mit dem ich die Page erstellt habe verfügt über ein so genantes Plug in, welches verspricht zeitgesteuerte Absätze erstellen zu können. Ich durchforstete die Hilfe Dateien, doch nichts deutete auf einen Fehler meinerseits hin. In der offline Vorschau, welche mir das Programm bietet hat das update auch hervorragend funktioniert. Nur eben nicht online. Ich nutzte google. "Web to Date Zeitsteuerung" bereits der 2. oder 3. gelistete Eintrag brachte die gewünschten Informationen. In einem Forum für Web to Date Webmaster konnte ich erfahren das die Zeitsteuerung nur offline funktioniert und man, wenn man tägliche Aktualisierungen haben will täglich neu hochladen muss. Glücklicher weise war ich nicht der Einzigste der darüber verärgert war, schließlich versprechen die Artikelbeschreibung, das pdf Handbuch und die Hilfe Dateien etwas anderes. Auf jeden Fall fand ich dort einen php Script welcher, das was ich will ermöglichen soll. Jetzt hatte ich Monate benötigt um die Programmiersprache html ansatzweise zu erlernen, jetzt muss ich mich auch noch mit php auseinandersetzen. Aber es macht mir ja auch Spaß. Zwei Nächte später hatte ich die Funktionsweise begriffen und in der Nacht vom 1. zum 2. Oktober 2009 schrieb ich die Worte: "Es ist vorbei: Diese Website wird nicht mehr aktualisiert. Meine neue Internetpräsenz findet Ihr unter: www.myhomeismycar.com" auf meine alte Page. Da es wieder Erwartens keinen Ärger auf meiner schönen Internetparkfläche gab, und es auch noch nicht Montag war, machte ich einfach weiter. Einen Tag nach der offiziellen Eröffnung schaltete ich die erste Werbemaßnahme. So dumm wie ich mich anstellte sorgte ich erst einmal dafür dass diese Seite 3 Stunden lang überhaupt nicht zu erreichen war und nur noch aus Werbung bestand. Fieberhaft versuchte ich meinen Fehler rückgängig zu machen, was mir aber so ohne weiteres nicht gelang. Schließlich führte mein Handeln doch zum gewünschten Resultat und bereits in den ersten Stunden konnte ich Einnahmen von über 1 Euro verbuchen. In der wenigen Zeit die ich nicht vor meinem Computer verbrachte ging ich hinunter zum Strand. Dort gab es einen Wurf Hundekinder

und ich genoss es in deren Gesellschaft meine "Mittagspause" zu verbringen. Gegen Mittag des 6.10.2009, einem Dienstag beschloss ich vorerst alle Beratungsgespräche in Webmasterforen ausdiskutiert und lange genug meine Einnahmen beobachtet zu haben und fuhr weiter. Mein erster Stopp, nach etwa 300m am Wasserhahn. Mein zweiter Stopp, nach etwa 4km bei einer Tankstelle, mein dritter Stopp noch einmal 500 Meter weiter bei Aldi, kurz darauf überholten mich 2 schwer bepackte Motorradfahrer mit deutschen Kennzeichen und ich hab solange auf die Hupe gedrückt bis die zwei angehalten haben so dass ich einige Worte mit Ihnen wechseln konnte. Nach ca. 60 Minuten Smalltalk am Rande der Hauptstrasse verabschiedeten wir uns voneinander. Ich startete zum fünften Mal an diesem Tag meinen Motor, fuhr noch einmal 3 Minuten um Ihn wieder auszuschalten und Prinzenrolle sowie neues Hundefutter zu kaufen. Danach ging es weiter, dem Unbekanten entgegen. Ich folgte der Küstenstrasse von Aspavalta Richtung Kavala. Schon bald wurde es dunkel und ich fuhr durch die Nacht. Irgendwo, in einer kleinen Ortschaft bog ich falsch ab denn die gut ausgebaute Hauptstrasse endete plötzlich in einem Sandweg. Im Scheinwerferlicht sah ich einige geparkte LKW, rechts daneben das Meer. Ich beschloss hier die Nacht zu verbringen.
Treppe klappen, Türe öffnen, mein Hund begrüßt mich freudig und beginnt das Gebiet zu entdecken. Ich werfe einen blick ins Fahrzeuginnere. Nach über einer Woche die ich in den weiten des www verbracht habe schaut es mal wieder aus wie nach einem Bombeneinschlag. Ich stelle einen Topf Wasser auf den Herd um Spülwasser zu erhitzen und beginne während dessen den Wagen durchzufegen. Ein vertrautes "Taps, Taps, Taps" und das damit verbundene klappern der Treppenstufen kündigen an dass Flitsch zurückkehrt. "Verpiss dich, du stehst im Weg" mit diesen Worten schicke ich sie wieder vor die Türe. Artig gehorcht das Tier und verschwindet.

Donnerstag, 08. Oktober 2009 - 4 Uhr und 43min in der früh.
Ich bin eingeschlafen. Ich wollte es nicht, ich wollte wach bleiben. Aber ich bin einfach umgekippt. Ich muss doch aufpassen, dass bin ich Ihr schuldig. Sie würde es auch für mich tun. Das arme Tier.
Nachdem ich mit abspülen fertig war, das Geschirr abgetrocknet und in den Schrank geräumt hatte, setzte ich mich in meinen Faltstuhl und schaute auf das Meer. Die LKW, von dessen Fahren sich Flitsch noch vor kurzer Zeit hatte füttern lassen waren mittlerweile weiter gezogen. Aber wo war Flitsch? Ich rief sie, doch nichts geschah. Eigentlich ist das nicht weiter ungewöhnlich, Flitsch ist ein Freigänger, eine Mischung aus Straßenhund und Hund mit Herrchen. Sie geniest die Vorzüge aus beiden Welten und ist häufiger mal für einige Zeit verschollen. In Deutschland, und auch noch in Österreich machte mir diese Angewohnheit Probleme. Da hilfsbereite Menschen das Tier alleine herumlaufen sahen und helfen wollten. Böse Zungen könnten zu dieser gut gemeinten Hilfe aber auch Kidnapping sagen. Hier in Griechenland gibt es so viele frei lebende Hunde einer mehr oder weniger, da stört sich hier kein Mensch dran. Aber irgendwie hatte ich diesmal von Anfang an ein ungutes Gefühl. Wie lange ist die Weg? 40 Minuten? Eine Stunde? Vielleicht auch anderthalb? Ich weiß es nicht. Ich beruhigte mich selbst, und redete mir ein dass bis zu 3 Stunden alles im normalen Bereich liegt. Eigentlich stimmt das ja auch, aber irgendwie hatte ich diesmal eine Ahnung. Es muss so gegen 11 gewesen sein, ich hatte gerade Kaffeewasser aufgesetzt um mich für eine längerfristige Suchaktion zu stärken, als ein Auto direkt in meinem Vorgarten parkte. Was soll den dass? Hier ist doch platz genug. "Hello, I am Michael." "Nice to meet you, I am Stefan." Ein wenig verwundert reichte ich dem Neuankömmling die Hand. "What are you doing here?" Ich erklärte auf dem Weg nach Kavala gewesen zu sein, irgendwo ne Abzweigung verpasst zu haben, auf diese Weise hier gelandet zu sein und beschlossen zu haben hier die Nacht zu verbringen, jetzt aber erst einmal meinen Hund suchen müsse da dieser davongelaufen sei. "Ah, you are here by accident, you are not gay? Shit, nobody is here that means no Sex today!" Michael klärte mich darüber auf dass ich meinen Truck auf einem, in der Szene, weiträumig bekannten Schwulentreff geparkt habe und dass es Ihn verwundere dass heute niemand hier sei. Ich beteuerte mich nicht zu dem männlichen Geschlecht hingezogen zu fühlen. Nach einem gemeinsamen Kaffe bot mir Michael spontan seine Hilfe beim suchen nach meinem vermissten Hund an. Er wolle mit seinem Wagen die rund 500m entfernte Hauptstrasse abfahren und dabei die Augen nach einem verletzten oder gar toten Tier offen halten. Ich entschied mich den Strand abzusuchen. "Flitsch, … Flitsch, …. Fliiiiitsch" halten meine Rufe durch die Nacht. Ergebnislos! Wie vereinbart traf ich mich nach einer Stunde wider mit Michael an meinem Wagen. Auch er hatte bei seiner Suche nichts gefunden. Gegen 2 Uhr in der Nacht verabschiedeten wir uns voneinander. Ich stärkte mich mit einem weiteren Kaffee, tauschte die Akkus meiner Taschenlampe und machte mich erneut auf meinen verloren gegangenen Freund zu suchen. Diesmal suchte ich an der Hauptstrasse. Zu Fuß sieht man halt mehr als aus dem Auto. "Flitsch, …. Flitsch, … Fliiiiitsch!" Wenn sie irgendwo verletzt im Strassengraben liegt und meine Stimme hört wird sie mir wohl antworten. "Flitsch, … Flitsch, … Fliiiiiitsch!" Jetzt halten meine Rufe durch die nächtliche Stille der kleinen Ortschaft. Hier und da bellte ein Hund aber nicht meiner. Gegen 6 Uhr in der Früh erreichte ich wieder mein Fahrzeug. Es dämmerte bereit und ich beschloss meine Suche bei Tageslicht fortzusetzen. Um 20 Minuten nach 7 brach ich auf.

Zunächst folgte ich einige km dem ausgetrockneten Bachbett mit seinen steilen Klippen von welchen mein Tier eventuell gestürzt sein könnte.

Die Felswände reflektierten meine Rufe, jedoch erhielt ich keine Antwort. Überall entdeckte ich Gefahrenquellen die meinem Tier zum Verhängnis hätten werden können.

Ich brauche ein Fahrrad. Mit einem Fahrrad lege ich 200km am Tag zurück, zu Fuß höchstens 60. Ich stoppe an meinem Wagen um mein Mobiltelefon einzustecken. Einigen Leuten die ich bei meiner Suche traf habe ich meine Handynummer aufgeschrieben und ein Bild des Tieres gezeigt. Wenn sie mich anrufen sollte ich erreichbar sein. Ich schaltete es ein und erhielt augenblicklich eine SMS. "Fahre nicht nach Kavala, tot hässlich. Vater" dann noch eine: "Sind jetzt in Olympiada, melde dich." Meine Eltern, auch das noch. Eigentlich war vereinbart dass ich ab dem 10. Oktober erreichbar sein sollte falls sie etwas früher eintreffen. Geplant war Ihre Ankunft irgendwann zwischen dem 13. und 15. Oktober in Kavala. Jetzt sind sie in Olympiada, dort bin ich eigentlich schon vorbei. Jetzt bin ich 50km weiter und mein Hund, ja mein Hund ist weg. Ich brauche ein Fahrrad. In einem Vorgarten parkt ein Deutsches Kraftfahrzeug. Auf der Terrasse Frühstückt ein älteres Pärchen. "Sprecht Ihr Deutsch??" "Ja, warum?" Ich suche meinen Hund, habt Ihr den gesehen?" Ich zeige ein Bild. "Ne, haben wir nicht." "Dürfte ich den mal telefonieren??" "Ich hab kein Telefon hier, nur Handy und das ist zu teuer." Antwortet der Mann. "Ist ein 20 Sekunden Telefonat, ich zahle 5 Euro." Ich halte dem Kerl eine entsprechende Banknote unter die Nase aber er schüttelt den Kopf. So ein Arschloch, hoffentlich lässt Ihn auch niemand Telefonieren wenn seine Frau nen Notarzt braucht. Ich frage noch nach einem Fahrrad, aber auch dass habe er angeblich nicht, dabei lehnte eines gegen die Verandaeinzäunung. Deutlich für jedermann zu erkennen und der sagt er habe keines. Dreist!! "OK, Danke und kurzes Leben wünsch ich." Mit diesen Worten verabschiede ich mich von dem Kerl mit seinem dicken Mercedes. Wenig später treffe ich auf einen Angler mit einem durchgerosteten Ford Pick up. "Excuse me, you saw my dog?" Ich zeigte das Bild. "No, sorry." "Can I make a short Phone call?? I pay for" Anstandslos reichte mir der ärmlich dreinschauende Angler sein Telefon, eine Bezahlung lehnte er ab. Ich informierte meine Eltern über meine Probleme und bat sie in zwei oder 3 Stunden zurückzurufen. In diesem Augenblick fuhr ein Radfahrer an mir vorbei. Hinter Ihm rannte sein Hund. "Excuse me …. Stopp! Do you speack englisch or German?? Sprechen sie Deutsch oder Englisch?" "Deutsch, was gibt's den?? Zum wiederholten male zeigte ich dass Bild meines Hundes und erzählte die dazugehörige Geschichte. Nachdem mir der Radler mitteilte das er das Tier nicht gesehen habe fragte ich Ihn ob es unverschämt sei Ihn zu bitten zufuß nach Hause zu gehen damit ich mit seinem Radel meinen Hund suchen könne. "Ich wohne in dem Haus mit der Hecke am Tor, siehst du dass? Wenn du das Rad nicht zurück bringst bin ich stock sauer." Mit diesen Worten stieg er von seinem Velo und überlies mir sein Fahrzeug. Ein schönes Rad, Koga Mijata, kostet bestimmt 1000Euro oder mehr. Aber ich habe nicht vor es zu stehlen. Ich radle zurück zur Hauptstraße: "Flitsch, … Flitsch, …. Fliiiiitsch!" Keine Antwort! Ich rase den Berg hinunter, biege in den Schotterweg ein der zu meinem Wagen führt, trete in die Pedale "Flitsch!" Mit knapp 40km/h schieße ich um die Kurve, erblicke meinen Wohnsitz und darunter etwas braunes Zusammengekringeltes. "Flitsch, Flitschi komm mal her!" Nichts rührt sich. Mit quietschenden Reifen halte ich vor meinem Tier, springe vom Rad und stelle es recht widerwillig auf seinen Ständer. "Flitsch, wo warst du? Was ist los mit dir?" Ich bücke mich zu meinem Freund hinunter, seine Schwanzspitze bewegt sich freudig erregt. Flitsch steht auf, macht einen Schritt auf mich zu und bricht in sich zusammen.
Binnen einer Nacht scheint das Tier 3 Kilo Gewicht verloren zu haben, sie wirkt apathisch und kraftlos. Ich hebe Sie in den Wohnraum, stelle Ihr Ihren Napf direkt unter die Nase. Mein Tier zittert am ganzen Körper und bricht kraftlos in sich zusammen. Einen Tierarzt, Ich brauche einen Tierarzt - schnell! Ich räume Fahrfähig. Nein, ich schmeiße alles was herumliegt auf den Badezimmerfußboden. Alles was sich auf meinen Beifahrersitzen stapelt schmeiße ich darauf. Campingstühle, Schlauchboot, Werkzeugkasten, 3 Angelruten nebst Zubehör, eine Mülltüte die auf Ihre Entsorgung wartet und weiteren Kleinkram. Das Rad verstaue ich im Wohnzimmer, meinen Hund auf dem Beifahrersitz. 5 Minuten später starte ich den Motor. Kurz darauf erreiche ich das Haus mit der Hecke. Hoffentlich weiß der Mann wo ein Tierarzt ist. "Hallo, Jemand Zuhause??" Ich erhalte keine Antwort und drücke kräftig auf die Hupe. Nichts geschieht. Bei laufendem Motor lade ich das Rad aus und schiebe es durch die unverschlossene Gartenpforte. "Hallo!!!" Keiner da! Ich fahre weiter. Aber wohin? Zu einem Tierarzt, schon klar aber wo ist hier einer. Erstmal geradeaus. Ich frage mich wie es mein treuer Begleiter in diesem Zustand noch bis nach Hause geschafft hat, Sie muss höllische Schmerzen haben. Vor einem Kaffeehaus erblicke ich zwei Pick Up Fahrzeuge. Auf Ihren Ladeflächen befinden sich Hundetransportboxen. Ich bremse und hupe gleichzeitig. Mein Wagen stoppt mitten auf der Strasse, ich springe aus dem Fahrerhaus, renne zu den Pick Ups, stelle mich dazwischen und rufe den Gästen zu: "Who belongs this Trucks? I need an animal doktor, fast" "Slow my friend, ouer English is not so good. What´s your Problem?" Ich beruhige mich etwas. "Animal doktor, the next animal doktor? Look my dog." Ich öffne meine Beifahrertüre. "Show me, maybee poison." Der Freund meines Gesprächspartners war schon dabei eine Spritze aufzuziehen. "It´s an antipoison, maybee it´s good, but it´s definitly not bad." Mein Hund bekommt die Injektion und eine deutschsprachige Frau nimmt auf meinem Beifahrersitz platz um mir den Weg zum Tierarzt zu zeigen. Glück im Unglück, ich bin meinen Helfern dankbar und trete aufs Gas. 20, 22, 25, 30km/h ich kann der Tachonadel beim steigen zusehen und bis zur professionellen Hilfe noch rund 30 km. Verdammt, warum fahre ich so eine lahme Krücke. Die Frau erzählt mir aus Ihrem Leben: "Hier bin ich aufgewachsen, dort zur Schule gegangen, am Ende dieser Straße wohnt mein Sohn." Verdammt, es interessiert mich nicht. Flitsch stöhnt vor Schmerzen. Wir erreichen den Tierarzt. Mit Warnblinkanlage parke ich mitten auf der Hauptstrasse und trage mein halb totes Tier in die Praxis. Die Tierarzthelferin spricht English. Alle lassen Ihre Arbeit liegen, mein Tier hat Priorität.

Ein Tropf mit Kochsalzlösung, Bluttest "Ihr Hund hat Bureliose" Verdammt, Bureliose! Damit kann er alt werden aber warum liegt der da wie ne halbe Leiche. Rund eine Stunde dauert die Untersuchung. Eine Infektion! Aber der Doktor meint alles würde wieder gut. Ich telefoniere zum wiederholten Male mit meinen Eltern, sie kommen im Tiefflug. Meine Mutter leistet mir Gesellschaft und mein Vater bringt meine Wegweiserin nach Hause. Diesen sowie den darauf folgenden Tag verbringen meine Eltern, deren Hund und meine kranke Weggefährtin vor meinem Fahrzeug welches zu einem notdürftigen Outdor Krankenhaus umgebaut wurde.

Der Tierarzt verordnete eine weitere Kochsalz Infusion und zeigte sich optimistisch. Vater versorgte uns mit Nahrung aus der Pommesbude damit wir unser Wiedersehen so gut es geht genießen können. Aber sowohl ich als auch meine Erzeuger hatten sich diese ersten Tage irgendwie anders vorgestellt. Mit Einbruch der Dämmerung wurde ich alleine gelassen. Ich trug mein krankes Tier ins Fahrzeug und schaute Ihm beim sterben zu. Ich fühle mich so hilflos! Gegen 10 Uhr am Abend bekommt Flitsch eine Schmerzattacke. Unter Schreien windet sie sich auf dem Sofa, Sie zuckt und zappelt mit allen Gliedmassen. Schließlich fällt sie hinunter und bleibt reglos auf dem Boden liegen. Ich kämpfe mit den Tränen, überprüfe die Atmung - Sie lebt. Ich renne hinüber zu dem Tierarzt, schildere den Vorfall und bitte darum dass er mein Tier einschläfern möge. Der Doktor folgt mir, benutzt das mitgebrachte Fieberthermometer, überprüft Vitalfunktionen und meint: "Die wird wieder, die schläfre ich nicht ein. Wenn's morgen nicht besser ist fahren sie mal in die Uni Klinik nach Thessaloniki."
Samstag, 21. November 2009
Heute ist der erste Tag seit dem tot meines Hundes an welchem ich den Laptop anschalte um meine Erlebnisse niederzuschreiben. Ich wollte einfach von nix was wissen, wollte mit mir alleine sein, habe mich in die Arbeit der Tierstation geflüchtet, habe mich mit meinen neuen Tieren beschäftigt. Vielleicht wollte ich etwas wieder gut machen? Vielleicht habe ich insgeheim dieser Seite die Schuld für den tot meines Freundes gegeben. Es stimmt schon, bei all der Programmiererei habe ich sie ein wenig vernachlässigt. Weit über ein Monat ist vergangen seit ich meine letzten Aufzeichnungen gespeichert habe. Jetzt ist es kurz nach 8 Uhr am Abend, die Nacht ist noch jung und ich habe morgen frei. Also fange ich an zu erzählen, und zwar dort wo ich aufgehört hatte.
Gegen 5 Uhr hupt es neben meiner Wohnung. Vater ist da, ich hatte Ihn schon erwartet. Ich trage mein Tier in den Kofferraum seines Mitsubishis. "Wer fährt??" Ich weis das Vater ein wenig Nachtblind ist und sich immer über Nachtfahrten beschwert. Dennoch will er fahren. Nutzlos sitze ich auf der Beifahrerseite. Ich bin machtlos, habe noch nicht einmal die Kontrolle über das Fahrzeug welches meinen Freund zur Rettung transportieren soll. Ohne die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten gleiten wir über die verlassene Autobahn Richtung Thessaloniki. Am rechten Fahrbahnrand Hinweisschilder: "Thessaloniki 100km; Thessaloniki 85km; Thessaloniki 60km" Nach einer endlosen fahrt erreichen wir das Stadtzentrum. Vater programmiert sein Navigationssystem. Wir folgen der Computerstimme. "Jetzt rechts abbiegen." Rechts ist eine Tankstelle. Wir stehen im Stau, bewegen uns keinen cm. "In 300m links abbiegen. --- Jetzt links abbiegen." Vater bemerkt seinen Irrtum. Das Navigationsgerät befindet sich im Simulationsmodus. Er programmiert es erneut. Nun funktioniert es auch und führt uns schnell und sicher zur Universitätsklinik. Es ist etwa halb 7 in der früh, dennoch ist das Gelände belebt. "Animal doctor?" Rufe ich dem erstbesten Menschen entgegen den ich sehe. Er deutet mit seinem Arm geradeaus. Wir fahren weiter. "Animal doctor?" Diesmal deutet der Arm auf ein Gebäude. Wir parken und ich renne ins Haus. Im Flur warten Männer und Frauen mit Ihren kranken Tieren. "Here animal doktor?" Frage ich eine junge Frau im Schwestern Kittel. "Yes, what´s your problem?" "My dog is nearly dath, can I bring him?" Selbstversändlich antwortet die Tierarzthelferin. Ich renne hinaus, öffne den Kofferraum - sie lebt! Wieder einmal wird alle Arbeit eingestellt, mein Tier hat Vorrang. Vorrang vor dem Pudel verschnitt mit einem Grashalm im Ohr, Vorrang vor den Impfterminen, Vorrang vor allen anderen. Ein Arzt, eine Schwester, noch ein Arzt. Fünf oder 6 Weißkittel versammeln sich um mein Tier. "Ein Tag hier im Operationssaal kostet 100Euro, sollen wir dass machen?" werde ich gefragt. Selbstverständlich sollen die, um ehrlich zu sein hatte ich mit 500 gerechnet. Flitsch kommt auf eine Bare und wird in den Röntgenraum geschoben. Dann muss ich mich von Ihr verabschieden, hier darf ich nicht mit hinein. 10 Minuten, oder eine viertel Stunde warte ich, dann öffnet sich die Türe. "She eat some bone" Bekomme ich erklärt und die Ärzte zeigen mir die Röntgenbilder. Ich habe für euch den tödlichen Knochen mal eingekringelt.

Die wenigen Meter vom Röntgenraum zum OP darf ich mein Tier begleiten. Dann schieben es Tierarzthelferinnen durch die Türe und ich sehe es zum letzten Mal lebendig. Ich klettere auf eine Einzäunung um einen Blick durch das geöffnete OP Fenster zu werfen, in diesem Moment wird es geschlossen. Warten … ich laufe den Flur hoch und runter, trinke einen Kaffe aus der Thermoskanne welche ich wohlweislich mitgenommen habe, dann gehe ich auf Toilette. Macht keinen sonderlich vertrauenserweckenden Eindruck dieses stille Örtchen.

Nicht für eine Universitätsklinik. Als ich zurückkomme spricht mein Vater mit einem Arzt. Was heißt er spricht? Mein Vater spricht kein Englisch und der Arzt kein Deutsch. Ich wechsle in den Laufschritt, hoffe auf gute Neuigkeiten. Aber der Doktor bringt nur die Rechnung für die Röntgenuntersuchung welche ich begleichen muss bevor weiter gearbeitet wird. Ich bezahle die verdammten 30 Euro und renne mit der Quittung zurück. Helft meinem Hund, heute habe ich Geld, soviel ich brauche. Helft nur meinem Kumpel. Verdammte scheiße! Minuten verrinnen. Viele Minuten welche sich Aneinaderreihen und Stunden bilden. 1,5? 2Stunden? Ich weis nicht wie lange wir gewartet haben bis eine Ärztin auf uns zukam. "Bad news! Here Hart Stopps. Sorry! You like to see here?" Natürlich wollte ich sie sehen. Ich folge der Ärztin in den OP. Auf dem Tisch mein Hund, oder besser das was einmal mein Hund war. Ihr Bauch, Ihre Seiten, dort wo die Rippen sitzen, alles ist rasiert und für eine Operation vorbereitet. Sie schaut grauenhaft aus. Ein Nackthund! Ich breche zusammen und vergrabe mein tränenüberströmtes Gesicht in dem toten Hundekörper. Flitsch, warum? Warum du? Warum jetzt? Warum hier? Ärzte und Schwestern verließen den Raum, ich war mit meinem Tier alleine und konnte mich hemmungslos meinen Tränen hingeben. Auch jetzt, beim niederschreiben meiner Erinnerungen beginne ich zu weinen. Deshalb drücke ich auf speichern, schalte den Rechner aus und gehe eine Runde mit Möff und Schecki spazieren. Vielleicht hilft es.
Es half, die zwei sind so goldig und richtig gute Freunde. Die musste ich einfach beide nehmen.
Als ich mich halbwegs gefangen hatte werde ich gefragt ob ich das tote Tier mitnehmen möchte. Spontan antwortete ich mit: "Ja". Eigentlich hatte ich mir geschworen nie wieder mein totes Tier mit aus der Tierarztpraxis zu nehmen nachdem ich so geheult hatte als ich meine Susi (mein erster Hund) im Elterlichen Garten begraben musste. Hier ein Foto:

Aber meinen treuen Weggefährten hier lassen, in dem sterilen OP Saal, nein dass konnte ich auch nicht. Flitsch braucht ein anständiges Grab und ich wusste auch schon wo. Aber bevor ich mein Tier an mich nehmen durfte gab es eine weitere Zahlkarte zu begleichen. Ich zahlte weitere 50 Euro, also 80 Teuronen um ein totes Tier zu haben und ging zurück in den OP. Als ich meinen Kumpel anhob um Ihn Richtung Auto zu tragen rann grünlicher stinkender Leichenschleim aus seinem Maul. Eine Helferin wickelte Flitschis Kopf in Küchenkrepp ein und ich transportierte sie hinaus, legte sie in den Kofferraum und nahm auf der Beifahrerseite platz. Wir schwiegen beide. Zurück am Wagen ging ich zu "meinem" Tierarzt. Er wollte die Diagnose der Universitätsklinik mitgeteilt bekommen. Lächelnd kam er mir entgegen. "Don´t smile whith me, she´s dad!" Ich zeigte die Röntgenbilder. Eine Deutschsprachige Frau war gerade dabei unzählige Futtersäcke in Ihrem Fahrzeug zu verstauen. "Nim´s nicht so schwer, ich habe Tierheim, kannst du neuen Hund haben." Ich rannte davon, trug Fritsch aus dem Kofferraum des einen Wagens auf die Fußmatte des anderen und startete mein Fahrzeug. Vater wollte mir einreden ich sei Fahruntüchtig, ich hätte nicht geschlafen und wäre ja schon wieder am heulen. "Ich hab nicht gesoffen, also kann ich fahren. Jetzt lasst mich doch alle in Ruhe." Knirschend legte ich den Rückwertsgang ein und bewegte meinen Truck zurück nach Olympiada, zurück zu dem Parkplatz von welchem ich vor einigen Tagen mit einem kerngesunden Tier aufgebrochen war. Ich stoppte an einem Supermarkt. Diesmal kaufte ich kein Hundefutter aus dem Angebot sondern eine Flasche Ouzo welche ich noch während der fahrt zu einem drittel leertrank. Jetzt war ich fahruntüchtig aber mein Truck rollte. Der Weg war mir bekannt, wenig später erreichte ich, glücklicherweise unfallfrei, mein Ziel. Ich öffnete die Türe, kletterte über meinen toten Freund und kramte das Schlauchboot aus dem Badezimmer. Kurz darauf war es einsatzbereit aufgepustet. Flitsch liebte Schlauchbootfahren. Ihr letzter Weg sollte in diesem Boot zurückgelegt werden. Verdammt, ich heul schon wieder. Ich brauch nen Kaffe.
Mein rasierter Freund lag vorne im Boot, neben Ihm die Flasche Ouzo aus welcher ich mich immer wieder stärkte. In den Ruderhaltern klemmte eine Schaufel. Ich ruderte der Insel entgegen unablässig meinen Blick auf das tote und entstellte Tier gerichtet. Ich hatte sie nicht in eine Decke eingewickelt, ich wollte sie sehen. Vielleicht wollte ich den Schmerzt, die Tränen, die Trauer - ich weis es nicht. Mit jedem Meter, mit jedem Ruderschlag sah ich die Sache nüchterner und realistischer. Es tat gut Zeit zu haben - Zeit - hier draußen auf dem Meer, ungestört! Alleine mit den Wellen, einer Flasche Ouzo und meinem toten Kameraden. Mit mir näherte sich ein Fischerboot dem Eiland. Dank seines Motors war es schneller und begann in der kleinen Bucht ein Netz auszulegen. Ich dümpelte in einigen hundert Metern Entfernung auf der See und wartete darauf alleine sein zu können. Schnell war ein großes Loch ausgehoben und nur als ich Sand auf meinen toten Kameraden schaufelte stiegen mir noch einmal Tränen in die Augen. Hier findet sie Ihre letzte Ruhe.

Auf Ihrer eigenen kleinen Insel. Keine Touristen werden auf Ihr herumtrampeln, niemand wird sie stören. Zumindest glaube ich dass und sollte ich mich irren, wünsche ich nicht über diesen Irrtum unterrichtet zu werden. Ich verweilte noch einige Stunden an dem Grab bevor ich zurückruderte, in den Ort ging und mit meinen Eltern zu Abend aß. Sie bemerkten nichts davon dass ich heute eine 0,7 Liter Flasche hochprozentigen in mich hineingeschüttet hatte.
Am nächsten Morgen bat ich meine Eltern noch einmal die wenigen Kilometer nach Aspervalta zu fahren. Hier kannte ich mich aus, und ich wusste wer dort unter der Treppe zu einem Gartenkaffe wohnt. Schon als ich hier so lange Zeit verweilte um an dieser HP zu basteln besuchte ich sie regelmäßig und schon damals hatte ich dort meinen kleinen Liebling. Er sollte nun mein neuer Wegbegleiter werden. Aber erst einmal war Baden angesagt.

Während meiner Abwesenheit hatte sich eine Flohkolonie auf den kleinen eingenistet die es zu ertränken galt. Fachkundliche Menschen haben mir zwar mittlerweile mitgeteilt das schwimmen und Wasser nicht gegen Flöhe hilft, aber meine Erfahrung spricht da andere Worte. Den Werkzeugkoffer fand ich übrigens nur wenige Minuten zuvor in einer Mülltonne. Nix dran, schade dass ich Ihn dort vergessen habe. Nachdem ich alle 7 Welpen gebadet, und somit Ihren Flohbestand um mindestens 73,4% dezimiert hatte, suchte ich meinen Favoriten. Schnell war er gefunden und einige freundliche Worten ließen Ihn tollpatschig auf mich zu watscheln. Schwups hatte ich die kleine unter dem Arm und trug sie einige hundert Meter weit fort um mit Ihr alleine zu sein. Leckerchen, streicheln, freundlich drauf einreden und einfach mal weg gehen. Mal sehen ob sie mir hinterher rennt. Jawohl, dass tut sie. So etwas nennt sich Folgetrieb. Ein Urinstinkt der die Welpenerziehung so einfach macht. Ich lief mit Ihr einige Zeit durch die Stadt, ein lieber Hund, da macht sie nen Haufen. Fest! Kein Durchfall! Das Tier scheint gesund zu sein. Ich klemme sie abermals unter den Arm und entführe sie in den Wagen meiner Eltern. Süß oder??

Den Rest des Tages war mein neues Tier Gesprächsthema Nr. 1. Es braucht einen Namen. Meine Mutter meint es sei ein Grieche und ich solle Sie Sokrates oder so ähnlich nennen. Halt irgendwas was mit Griechenland zu tun hat. Aber ich finde Sokrates, Zeus und wie sie alle heißen nicht sonderlich einfallsreich. Dogie ist bereits vergeben und Fass ist ja wohl auch nicht wirklich ernst gemeint. Nach langer Überlegung komme ich auf "Ficken". Ich meine der Hund merkt´s nicht und es ist bestimmt Lustig wen man Ihn, an einem mit Bikinischönheiten bevölkerten Badestrand ruft. Oder man unterhält sich mit einem hübschen Mädchen, sagt: "Auf Wiedersehen" und direkt danach: "Kommst du mit Ficken!?" Dabei klopft man sich auf den Oberschenkel und wendet seinen Blick selbstverständlich auf das Tier. Vater findet´s lustig, Mutter ist entsetzt. Am morgen des nächsten Tages bespreche ich das Problem mit der etwa gleichaltrigen Bäckereifachverkäuferin bei der ich eigentlich nur Brötchen holen wollte. Ich betrete das Geschäft und sage zu meinem Tier: "Du wartest da fein!" Flitsch hätte dort gewartet weil sie gut erzogen war, meine kleine Ficken wartet dort weil sie ein wenig zu winzig ist um die Stufe zum Ladeninneren zu erklimmen. Winselnd versucht sie mir hinterher zuklettern. Die Ladeninhaberin ist entzückt und bevor sie mich bedient muss sie erst einmal mein Tier streicheln. "Sweet, waht´s his name?" I´m not realy sure, but I thought Ficken. That ist German and means fucking." Die junge Frau hebt mein Tier auf Ihre Arme, lächelt mich an und meint: "Not realy, or?" Mann könnte fast glauben der Name hätte mir meinen ersten Flirt eingebracht. Wir unterhielten uns noch einige Zeit über Hundenamen und ficken bevor ich meine Brötchen kaufte. Besonders auf letzteres Gesprächsthema möchte ich hier nicht weiter eingehen.
Die nächsten Tage fuhren wir kreuz und quer durch die Landschaft. Ich zeigte meinen Eltern alle Plätze an welchen ich die vergangenen 6 Wochen gewohnt hatte. Jetzt, in der Nachsaison, ist das Meerwasseraquarium nicht nur 24 Stunden am Tag beleuchtet, es ist obendrein auch noch vollkommen veralgt. Niemand fühlt sich dafür zuständig es zu reinigen. Die Tiere warten nun darauf in Ihrer grünen Brühe zu ersticken. Nächstes Frühjahr fährt bestimmt ein Fischerboot hinaus um neue Fische, Langusten und Quallen zu fangen welche dann zur Unterhaltung Divisen bringender Touristen leiden dürfen. Die wilde Hündin mit dem Angelhacken in der Lefze ist weiterhin verschollen dafür zeigt die, an dem Strand an welchem ich Marco und seine Finanzkräftigen Pauschal Abenteurer traf, deutliche Anzeichen einer Trächtigkeit. Nicht nur ich, sondern auch meine Eltern sind groß im Hundefüttern. Nur schreiben sie keine Homepage darüber. Sie erweben einen Sack Futter (Das was ich für Flitsch gekauft hatte werde ich dann wohl bald wegschmeißen weil meine neue Begleiterin erst einmal Welpenfutter benötigt, aber mein Futter wollten die zwei nicht, da könne man ja auch rasch neues kaufen.) und wir spielen regelmäßig Versorgungsfahrzeug für das Tier. Meinen Winzling habe ich dann übrigens Möff genannt. Ficken ist wahrscheinlich doch nicht so ein toller Name. Eines Abends sagte sie Ihren Namen selber. Sie nahm meinen Daumen in den Mund, trat mit Ihren Vorderbeinchen gegen meinen Handballen und sagte: "Möff". Schon die Kinder von Flitsch konnten dieses Wort aussprechen wenn sie an den Zitzen Ihrer Mama saugten was Ihnen den Spitznahmen Möffelbande eingebracht hat. Meine Wiener Freunde erinnern sich sicherlich. Möff war immer dabei, und weil so ein kleiner Hund nach 10min Fußweg vollkommen erschöpft ist muss man Ihn eben tragen. Entweder unter dem Pulli

in einem Stoffbeutel

oder eben im Rucksack, in welchem sie sich Pudelwohl fühlte.

In diesem verschlief sie auch unsere Restaurant und Kaffeehaus besuche. Meine Mutter prägte den Satz: "Hier verhungert man bei voller Brieftasche". Weil jetzt nahezu alle Gaststätten geschlossen hatten und es so für meine Eltern ein wenig schwierig wurde Ihren Hunger zu stillen. Nachts, wenn meine Eltern schon schliefen ruderte ich noch zwei Mal zu Flitschis Insel. Einmal, es war eine warme Nacht ruderte ich erst bei Anbruch der Morgendämmerung zurück. Auch wenn Kaval tothäßlich ist, lies es sich mein Vater nicht nehmen diese Stadt zu besuchen. Rund 120km Anweg um in ein Restaurant einzukehren und ein Stückchen Kuchen für sage und schreibe 3,20Euro zu essen. Auf der Parkplatzsuche kamen wir an einer Plakatwand vorbei. Es ging alles zu schnell und wir konnten nirgends halten. Aber dort stand: "Türkische Besetzer raus aus Zypern." In Deutsch! Dort betrat ich auch ein Ausrüstungsgeschäft welches Schuhe im Angebot hatte. Schon mehrfach hatte ich solche Geschäfte betreten und meist wieder sehr schnell verlassen. Mir vergeht halt die Lust am Einkauf wenn, kaum das ich den Laden betreten habe, ein Mitarbeiter hinter mir steht und fragt ob er mir helfen kann. Aber diesmal kommt niemand der uns belästigt. Ich erzähle diese Erlebnisse meiner Mutter und diese meint: "Wenn son Typ wie du in meinen Laden käme und bei Schuhen schaut die 200Euro und mehr kosten, würde ich den auch nicht aus den Augen lasen." Seh ich so schlimm aus?? Anscheinend! Mein Vater knipste ein nettes Foto von meinem Schild welches ich an meinem Fahrzeug befestigt habe. Im Forum war schon einmal von dieser "Werbetafel" die Rede, aber ich habe es bis zum heutigen Tage versäumt euch dieses Schild zu zeigen. Das möchte ich hiermit nachholen.

Vielleicht hätte es mir schon erfolgreich einen Job organisiert wenn ich es mir zur Angewohnheit machen würde mein Mobiltelefon einzuschalten.
Viel unternahm ich nicht mit meinen Eltern. Die vorangegangenen Erlebnisse drückten ein wenig die Stimmung wofür ich mich hier noch einmal entschuldigen möchte. Ich war halt echt nicht sonderlich gut drauf in dieser Zeit. Es drehte sich irgendwie alles um Hunde. Wir fuhren noch einige Male zurück zu Möffis Welpenstube so dass sie nach Herzenslust mit Ihren Geschwisterchen herumtollen konnte. Sogar die Milchbar öffnete noch einmal Ihre Pforten für mein Tier.

Ich hatte Möff erklärt dass sie sich entscheiden kann ob sie bei mir, oder Ihren Geschwisterchen bleibt. Noch einmal würde ich sie nicht forttragen. Wenn sie meinen Rufen nicht folge sei es vorbei mit Herrchen haben. Dann habe sie alle Freiheiten, müsse aber auch sehen wie sie zurechtkomme. Doch schon nach wenigen Tagen mochte sie mich, oder aber mein weiches Bett und das gute Futter lieber als Ihre Familie.
Dann ging es noch zu dem Tierheim der Dame welche mir einen Hund aufschwatzen wollte als ich den meinigen noch nicht ganz unter der Erde hatte. Vielleicht könnte ich mich ja dort nach der Abreise meiner Eltern ein wenig nützlich machen. Aber schon der erste Eindruck schreckte mich ab.

Das ist kein Tierheim, das ist ein Tiergefängnis. Was haben diese Hunde nur verbrochen das sie in den kleinen Käfigen eingesperrt werden? Dieses Bild und mein erster Eindruck der Betreiberin ließen mich meine Gedanken über ehrenamtliche Hilfe sehr schnell wieder verwerfen. Nicht weit von dem Apartment in das sich meine Eltern eingemietet hatten wohnte Elenie. Früh am Morgen und spät am Abend drehte sie Ihre runde durch Olympiada und verteilte Hundefutter an verschiedenen Fütterungsstellen. Eine davon in unmittelbarer Nähe der elterlichen Unterkunft. So kam es das sich eine größere Anzahl Wildhunde vor dem Quartier meiner Erzeuger herumtrieb. Ein Beagle verschnitt mit einer großen Bisswunde am Hals, eine alte Jagdhunddame deren Gesäuge so aussah als hätte sie mit jeder Läufigkeit Ihres Lebens einen Wurf Welpen gezeugt, etwas Boarder Collie mäßiges und noch einige andere. Elenie arbeitet mit der Tierstation in Nikitie zusammen. Diese steht unter deutscher Leitung und von dort bezieht sie das Futter. Dieser Boarder Collie, ein extrem hübsches und anhängliches Mädchen von etwa 6 Monaten hatte es Mutter besonders angetan. Er begleitete uns wann immer wir ohne Auto fort gingen. Abends wenn ich den Rückweg zu meinem Wagen antrat begleitete er mich und Möff, stärkte sich an dem Futter das unter meinem Fahrzeug bereitstand und entschied sich dann ob er alleine zurück geht oder unter meinem Wagen schläft. So oder so war er am nächsten Morgen wieder bei meinem Eltern vor der Türe und forderte seine Kaustange ein. Mit Möff war er auf Anhieb befreundet.

Als wir zum Abendessen in das Hotel Germania einkehrten (übrigens eine von Marco Polo und einem anderen Reiseführer empfohlene Küche. Ich verstehe die Welt nicht mehr)

folgte er uns. Ich brachte Ihn hinaus aber durch die geöffnete Türe fand er sehr schnell den Weg zurück und legte sich genau wie unsre Hunde unter den Tisch. Da sich niemand daran störte ließen wir Ihn gewähren. Hat er auch mal ein beheiztes Plätzchen. Am Abend des 16. Oktobers, einen Tag vor der geplanten Abreise kam dann die Diskussion auf das wir das Tier doch nicht einfach hier lassen können. Ich erzählte von Christiane und Michael die meinen kleinen Dogie erfolgreich mit nach Deutschland genommen und Ihn dort vermittelt hatten. Übrigens ein herzliches Dankeschön für die 80 Euro, dem Erlös der Schutzgebühr gegen die sie das Tier veräußerten und welche sie mir zweckgebunden für Straßenhunde spendeten. Ich habe das nicht vergessen und werde das Geld möglichst Sinnvoll einsetzen. Ich weis noch nicht wann aber ich weis schon wozu. Ich werde darüber Berichten. Aber meine Eltern, zwei absolut gesetzestreue Staatsbürger, hatten Bedenken, keine Impfpapiere, kein Mikrochip - das wäre Illegal. Legal, illegal - Scheißegal! Aber ich redete gegen Wände. Wir gingen zu Elenie, sie Telefonierte mit der Stationsleitung in Nikitie. Bis übermorgen ließen sich die benötigten Dokumente beschaffen. Aber meine Eltern hatten neue Bedenken. "Mit zwei Hunden bekommen wir keine Unterkunft. Dann haben wir zwei Tiere, den können wir doch nie wieder abgeben." Nach einem gut 30 Minuten langen Telefonat war folgendes vereinbart: Morgen, nach der Abreise meiner Eltern, werde ich meinen Wagen starten und zurück nach Nikitie fahren. Im Gepäck habe ich die kleine Mix Dame welche ich dort abgeben werde. Außerdem erhalte ich gegen Mitarbeit bis auf weiteres eine Gratisverpflegung. Dann war natürlich noch Geschenke auspacken angesagt. Ich bekam einen Katadyn Wasserfilter. Bei der hiesigen Trinkwasserbeschaffenheit vielleicht nicht unbedingt das schlechteste Geschenk. Danke auch noch mal für das etwas vorzeitig erhaltene Geschenk, nämlich die Begleichung der Tierarztkosten. Ich hätte es aber auch alleine Finanziert bekommen. Zurück an meinem Wagen ermutigte ich die Hundedame doch einzutreten. Hinein durfte Sie noch nie, aber jetzt, wo Ihre Zukunft geplant ist kann sie Ruhig auch mal auf dem Sofa schlafen. Es kostete mich einige Mühe das Tier hineinzubringen und hätte ich es nicht getragen wäre Sie wohl nie die Treppe hinauf gelaufen. Dann fand Sie meine Couch aber echt Klasse. Am nächsten Morgen, dem 17. Oktober, Frühstückten wir bei mir. So gegen 10 Uhr verabschiedeten wir uns voneinander und ich tat das was ich tun wollte. Zunächst brachte ich noch eine neue Kerze auf die Grabstätte meiner Flitsch. Dann packte ich Möff und Scheckie (der Kerl ist so bunt gemustert, gescheckt eben das mir die Namensgebung nicht sehr schwer viel) auf meinen Beifahrersitz, startete den Motor und fuhr zurück nach Nikitie.
Bei herrlichstem Sonnenschein steuerte ich das Fahrzeug über die serpentinenreiche Küstenstrasse. Eigentlich hätte ich die Fahrt genießen können, säßen auf meinem Beifahrersitz nicht zwei Hunde die ständig nachschauen müssen warum "Ihr" Mensch da an so einem großen runden Rad dreht, säßen dort nicht zwei Hunde die mir Ihre Pfötchen ins Gesicht schlügen und mir kleine Küsschen ins Ohr geben würden. Wie will man denn so fahren? Flitsch hätte hinten mitfahren müssen. Nun sitzt vorne, auf dem Platz an dem sie auch so gerne gesessen hätte, ein Tier welches ich in wenigen Minuten abgeben werde. Ist das gerecht? Sie durfte es nicht, weil sie gut erzogen war, und so ein dahergelaufener Straßenhund darf vorne sitzen weil er es eben nicht ist. Nach einigen Kilometern kehrt Ruhe ein. Möff schläft einen festen Welpenschlaf und auch Schecki hat sich zur Ruhe gelegt. Ich drehe die Musik auf und bin mit meinen Gedanken bei Flitsch. Kurz vor dem Ziel reißt mich ein gurgeln aus meinen Tagträumen. Schecki hat sich übergeben, anscheinend verträgt er das Autofahren nicht sonderlich gut. Er hat Schaum vorm Maul und schaut nicht wirklich fitt aus. Egal, da muss er durch. Am späten Nachmittag erreiche ich nach langer Suche die Tierstation. Ich parke ein und hebe meinen kleinen Freund auf den Boden. Schecki macht keine Anstalten sich zu erheben. Ihm ist übel. Ich lasse Ihm die Türe offen und gehe Richtung Station.

An dieser Stelle möchte ich die Griechenland-5-Seite unterbrechen. Meine Erlebnisse und Erfahrungen während meines Aufenthalts in der Tierstation lest Ihr ab morgen auf der Sonderseite: Tierheim Nikiti. Heute möchte ich nur ein Video zeigen welches ich während meines Aufenthalts in dieser Station produziert habe. Ursprünglich habe ich es für mich und nicht für diese Seite erstellt. Als ich zum wiederholten Male die Bilder meines verstorbenen Tieres betrachtete habe ich begonnen, sie in ein separates Verzeichnis zu kopieren damit ich nicht immer all die anderen Fotos auf welchen meine Flitsch nicht zu sehen ist weitersappen muss. Dann hab ich die schlechten gelöscht, auf Diashow gedrückt und mich in meine Couch zurückgelehnt. Mein Radio spielte Musik, sie passte zu den Fotos. Nein, sie musste zu den Fotos. Nach ungezählten Tränen war das Teil dann fertig. Ich muss es zeigen!


Ziemlich genau einen Monat habe ich in der Station ausgeholfen. Leider war mein Abschied nicht wirklich freundschaftlich. Wahrscheinlich stellte ich zu viele unbequeme Fragen. Ich bin voller Enthusiasmus gekommen und wäre gerne länger geblieben. Ich hätte gerne vieles gelernt. Leider wurde mein Wissensdurst nur in den seltensten Fällen gestillt. Leider kam ich mit den Menschen nicht klar. Sie waren deutsche, und genau so haben sie sich verhalten. Jetzt zieht es mich weiter, ich verweilte lang genug in Griechenland. Aber ich kann nicht. Erstens fehlen mir noch die Impfdokumente meiner Tiere und zweitens ist mein Wagen nicht in einem fahrbereiten Zustand. Samira, die Stationsleitung die mir die Papiere besorgen soll befindet sich noch im Heimaturlaub und wird erst in einigen Tagen zurückerwartet. Also habe ich Zeit und kann die Reparatur meines Fahrzeugs in aller Ruhe angehen. Nach der Zeit des Frühaufstehens ist eh erst einmal ausschlafen angesagt. Außerdem habe ich meine eigenen Tiere recht vernachlässigt. Sie waren mehr oder weniger den ganzen Tag alleine, denn in die Station durfte ich sie aufgrund von Ansteckungsgefahren bis zum Schluss nicht mitnehmen. Ich wanderte nach Ag. Nicolaos und mehrfach nach Nikiti. Auf diesen Wegen lernten meine Tiere auch die gefürchteten Schäferhunde kennen.

Wie ich es vermutet hatte machten sie keinen „kurzen Prozess“ mit meiner Kleinen sondern freundeten sich Schwanz wedelnd mit ihr an. Scheckie fand Gefallen an den Schafen, als Boarder-Collie-Mix liegt ihm das Hüten im Blut, und er begann augenblicklich im großen Bogen um die Tiere herumzulaufen um sie durch „Niederknien“ und Anschauen in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken. Zusammen mit dem albanischen Hirten bewunderten wir dieses Schauspiel. Rufen hätte eh keinen Zweck gehabt. 300 Euro/Monat zahlt Ihm sein Chef. Dafür hütet er 7 Tage die Woche, 6 Stunden am Tag die Herde. Er hätte mal auf dem Bau gearbeitet und dort das Dreifache verdient, erzählte er mir. Aber Geld sei nicht alles, und hier in der Natur mit seinen Tieren fühle er sich wohler. Ich verstehe ihn, auch wenn die verbale Verständigung Schwierigkeiten bereitet. Nachmittags bastelte ich an meinem Fahrzeug. Aus einem Stück Blech, das ich auf der nahen Müllhalde gefunden hatte, bog ich Ersatzteile für meinen Auspuff. Ursprünglich wollte ich sie mit dem stationseigenen Schweißgerät anschweißen. Aber ich hatte keine Lust die dort arbeitenden Menschen um einen Gefallen zu bitten. Also benutze ich meine Popnietenzange. Am Nachmittag des 22.11.2009 war das Teil dann repariert und wartete nur noch auf einen Anstrich.

Auch meine Stauraumtüre war dank Popnietenzange und eines Scharnierbandes, welches ich ebenfalls auf der Müllhalde fand, schnell wieder einsatzbereit.
Einen Tag darauf, wir streiften gerade durch die Berge zwischen Tierstation und Ag. Nicolaos fand Scheckie einen Riesenknochen. Oberschenkel und Schienbein eines recht großen Tieres. Wahrscheinlich von einer Kuh. Augenblicklich begann er die verwesenden Fleischstücke herunterzuknabbern. Ich stahl ihm seine Beute, verpackte sie in einem der leeren Müllbeutel, die ich immer bei mir zu tragen pflege und warf sie Zuhause in einen Kochtopf. 20 Minuten kochen von jeder Seite, dann das Ekelfleisch mit der Drahtbürste runterschrubben und meine Tiere feierten Weinachten.

Obwohl ich sie mit Leckereien aus dem „Bonbonlager“ verwöhnt hatte war dieser Natursnack etwas ganz besonderes. Am Abend betrat ich noch einmal die Station. Samira war zurückgekehrt und ich wollte meine Papiere in Empfang nehmen. Ich erzählte was vorgefallen war und dass ich gerne meine Papiere hätte. Samira fragte ob ich denn mit den Anderen über diese Vorfälle gesprochen hätte. Schließlich seien jetzt andere Hunde da als bei meiner Ankunft die eventuell häufiger auf ihr Deckchen machen. Auch gäbe es manchmal Gäste die glaubten das Halsband eines Hundes sei zu eng und die es deswegen weiter stellen würden. Als ich erzählte das Richie über den Zaun geklettert ist wiegelte sie erst ab: „Das glaube ich nicht, dass hat er noch nie gemacht.“ „Dann muss es wohl Mobbing sein und ihn hat jemand raus gelassen.“ antwortete ich. Schon berichtigte sich die Tierheimleitung und Ihr fiel ein, dass Hunde voneinander lernen und dass dieses Verhalten durchaus im Bereich des Möglichen läge. Nachdem ich zugab mit niemandem über diese Vorfälle gesprochen zu haben erhielt ich eine Moralpredigt über die Vorzüge der zwischen menschlichen Kommunikation. „Ich bin hier nicht auf `nem Psycho- Trip, ich heiße nicht Steven. Wenn ich das Gefühl habe dass mir jemand Scheiße in die Wäsche einrollt, so dass ich hineingreife, spreche ich mit niemandem darüber weil der von mir Beschuldigte die Tat eh nicht zugeben wird. Wenn ich solche Gefühle habe, packe ich meine Sachen und gehe, und genau das habe ich getan. „Wenn du gehen willst kannst du das natürlich machen, ich kann ja niemanden zwingen hier zu bleiben. Aber Impfpapiere habe ich im Moment nicht. Da musst du dich etwas gedulden, du brauchst ja auch internationale Dokumente.“ „Ich nehme auch nationale, mir ist nur wichtig, irgendetwas in der Hand zu haben damit meine Tiere den Impfstoff nicht zweimal verabreicht bekommen. Jetzt kommt es auf 2 oder 3 Tage schließlich auch nicht mehr an.“ Ich bot noch an, die von mir erstellten Texte für die Stations- HP zu überarbeiten und darauf zu veröffentlichen wenn ich per E-Mail berichtigte Vorlagen erhalte. „Die wollen das nicht, da kann ich nichts dazu. Der Vereinsvorstand will alles so lassen wie es ist.“ Ich will es nicht beschwören, aber ich meine in diesem Satz ein leises: „Von dir nicht!“ vernommen zu haben. Nach diesem Gespräch ging ich zurück zu meinem Bus.
Die nächsten zwei Tage verbrachte ich mit meinem Laptop Computer an einem ehemaligen Wehrturm. Ich hatte viele Erlebnisse niederzuschreiben und hier gab es nicht nur eine phantastische Aussicht







sondern auch eine Sitzbank. Außerdem können die Hunde nach Herzenslust umehrtollen. Ich muss nicht befürchten dass sie zum Zaun der Tierstation laufen und ich mir einen Vortrag über Ansteckungsgefahren anhören muss. In Nikiti machte ich meine Tiere vorsichtig mit Katzen bekannt.

Scheckie dreht immer vollkommen am Rad wenn er so ein Tier erblickt und nimmt augenblicklich die Verfolgung auf. Schon bei Flitsch hatte es geholfen ihr zu zeigen, dass ihr Mensch Katzen auch gerne hat. Doch schon bald hat das junge Katzentier genug davon Hundetrainer zu spielen und flüchtet sich in einen Sonnenschirm.

Ich ging fast täglich ins Stadtzentrum. Hier gibt es Internet und 3 Supermärkte in deren Tonnen sich mehr oder weniger regelmäßig etwas finden lässt. Ich habe ja schon des Öfteren Bilder der Dinge gezeigt die ich gefunden habe, diesmal möchte ich euch aber einen Blick in, bzw. neben die Tonne werfen lassen damit Menschen die so etwas noch nie gemacht haben, und denen es ekelig vorkommt, einen Eindruck davon gewinnen wie es aussehen kann.

Ich war gerade damit beschäftigt Kartoffelchips, Marmorkuchen und Schokocroissants in meinem Rucksack zu verstauen als mich ein Mann ansprach: „For you my friend.“ Mit diesen Worten überreichte er mir eine Plastiktüte, drehte sich um und verschwand. Im Inneren der Tüte befand sich ein warmer Gyrosteller und eine Flasche Cola. Wahrscheinlich hatte er diese Dinge für sich selbst im nahe gelegenen Fast Food Laden gekauft und war damit gerade auf dem Weg nach Hause, denn er entfernte sich in die gleiche Richtung aus der er gekommen war. Schätzungsweise um sich ein neues Mittagessen zu kaufen. Warum er mich auf Englisch und nicht auf Griechisch ansprach bleibt mir ein Rätsel.
Mit jedem Tag den ich mit meinen Hunden verbrachte besserte sich deren Beziehung zu mir. Spielchen wie 3 Meter vor mir stehen bleiben wenn ich sie rufe, und wegrennen wenn ich sie einfangen will, gehören der Vergangenheit an. Entweder sie kommen, oder sie kommen eben nicht. Aber meistens kommen sie. Scheckie hab ich mittlerweile sogar schon von einer Katze zurückgerufen. Sie können Sitz und Platz, und ich kann mich bereits einige Meter von ihnen entfernen ohne dass sie aufstehen. Aber noch fehlt das Vertrauen sie unangeleint vor einem Supermarkt warten zu lassen. Deswegen warten sie an der Leine.

Supermarktbesuche sind derzeit ein teures Hobby. 1,5 Kilo Welpenfutter kosten knapp 4 Euro. Möffi frisst ca. 3 Säckchen pro Woche. OK, Scheckie hilft ihr. Irgendwie scheint ihm das Baby - Futter besser zu schmecken als sein Eigenes, und immer wenn ich nicht hinschaue stiehlt er meiner Kleinen das Futter. Dann brauche ich noch Naschwerk. So junge Tiere wollen erzogen werden, das ist teuer. Kaustreifen, Knabberstangen `ne Fleischwurst. Häufig betrete ich ein Geschäft, zahle 1,19 für ein Päckchen Eier und 6 oder 7 Teuronen für die Hunde. Hätte ich doch im Bonbonlager auf Vorrat zugegriffen.
Am 28.11.2009 fand ich nichts im Container. Dafür lernte ich Gudrun und Gisela kennen. Möffi begrüßte die beiden deutschen Damen freundschaftlich, so dass ich mit ihnen ins Gespräch kam. Gudrun lebt seit geraumer Zeit hier in Griechenland und Gisela ist angereist um mit ihrer Freundin deren 70sten Geburtstag zu verbringen. Ich saß gerade auf meiner Internetbank, auf der gleichen auf der ich schon im zeitigen Frühjahr gesessen habe, als die beiden mich auf einen Kaffee einluden. Was ich dort gemacht hätte fragten sie mich und ich erzählte davon eine Homepage zu führen. Da wollten sie natürlich auch drauf. Also, bitteschön ihr Beiden, jetzt seit ihr online.

Am 29. wanderte ich nach Ag. Nicolaos. Zwar hatte ich diese Ortschaft schon mehrfach besucht, aber sie muss ja auch einen Strand haben und bis zu diesem war ich noch nicht vorgedrungen. Ich folgte dem mir bekannten Feldweg und bog rechts in ein ausgetrocknetes Bachbett ab. Dieses brachte mich zu einem menschenleeren Strand.



Dort bog ich abermals rechts ab um kurz darauf die verlassene Strandpromenade und den kleinen Fischerhafen zu erreichen. Ich spazierte entlang der Kaimauer und blickte ins Wasser. Plötzlich sah ich meinen ersten, in freier Wildbahn lebenden Octopus. In etwa 3 Metern Tiefe saß er da, umklammerte einen Stein und wartete auf Beute. Spontan musste ich an die leckeren Gerichte denken die man aus solch einem Tier zubereiten kann und fragte mich wer hier wohl wessen Beute wird. Doch wie soll ich ihn aus dem Wasser heraus bekommen? Zum schwimmen ist es etwas kalt, außerdem glaube ich dass dieses Tier besser schwimmt als ich. Ich blickte mich um und entdeckte eine Lanze auf einem Fischerboot. Diese Geräte, die ein wenig an Neptuns Dreizack erinnern, sind eigens zur Octopusjagt hergestellt. Allerdings hatte ich noch nie ein solches Werkzeug in der Hand. Ich schaute mich abermals um, kein Mensch weit und breit, niemand den ich fragen könnte ob ich mir dieses Fischereiutensil ausborgen dürfe. Allerdings auch niemand der Anstoß daran finden könnte. Ich zog das Boot zu mir heran und nahm die Lanze an mich. Langsam ließ ich sie zwischen meinen Händen ins Wasser gleiten und kurz bevor sie den Meeresgrund erreichte stach ich zu. In einem großen Bogen hob ich das Tier an Land.

Nun musste ich zeigen was ich den Sommer über gelernt hatte. Ich griff nach dem Kopf des Tieres und stülpte Ihn wie eine Socke nach links. Mit einem heftigen Ruck riss ich die lose herumbaumelnden Innereien vom Körper der sich wehrenden Krake. Ich steckte die Lanze zurück und entfernte mich vom Tatort. Wieder am Strand angekommen suchte ich mir einen großen, ins Wasser hineinreichenden Stein. So kräftig ich konnte schlug ich den leblosen Körper nun auf den Stein und schrubbte ihn über selbigen. 40 Schläge mindestens, wurde mir erklärt. Das ist wichtig um die Bitterstoffe auszuschwemmen. Zurück am Wagen schnitt ich die Tentakel in rund 2 cm lange Stücke. Auch den Rest des Körpers verarbeitete ich zu kleinen Würfeln. Mit Zwiebeln und Knoblauch briet ich das Fleisch in einer gigantischen Menge Olivenöl. Noch mit Salz und Pfeffer abschmecken, und mein Gericht stand dem das Christoph in Sarti zubereitet hatte in nichts nach.
Einen Tag später blickte ich zum letzten Mal von der kleinen Anhöhe, auf welcher ich so viele Spätsommernächte verbracht hatte um die Aussicht über die kleinen Ortschaften zu genießen und den sich im Wasser spiegelnden Mond zu bewundern, zurück auf mein Fahrzeug und die Station.

Nicht das jemand glaubt ich hätte meine Impfdokumente und könnte abreisen. Nein, jedes Mal wenn ich danach fragte wurde ich vertröstet. Aber am frühen Morgen klopfte Jaqulin, das Kindermädchen von Samira. „Du suchst doch Arbeit, oder? Mein Nachbar, der Nico, ist Maler der hat grad viel zu tun und sucht noch Hilfe.“ Ich erhielt eine Skizze auf der ich die Lage von Nico´s Baustelle entnehmen konnte und machte mich auf den Weg zu einem Vorstellungsgespräch. Schnell hatte ich den Rohbau gefunden. Das Vorstellungsgespräch war kurz und sachlich. „Hast du schon mal auf Bau gearbeitet?“ Ich bejahte und fing an zu erzählen was ich alles kann. „Kannst du das hier sauber machen?“ wurde ich unterbrochen. Dabei deutete Nicos Hand auf eine Betonfläche welche von Zementspritzern verschmutzt war. „Ja klar, Abspachteln! Das dürfte kein Problem sein.“ „Kommst du morgen früh 8 Uhr, heute ist Feierabend. Ach ja, was willst du haben? Zahle ich 30 am Tag. Arbeiten wir von 8 bis 2.“
Ich hab `nen Job. Es kommt Kohle rein für Welpenfutter. Wow! Damit hätte ich nicht gerechnet.
Zurück an der Station fragte ich zum vorerst letzten Mal nach meinen Dokumenten. Doch Samira befand sich mal wieder in Deutschland. Die rund 3 km von der Tierstation bis zu meiner neuen Arbeit fahren meine Hunde im Wohnraum mit. Das müssen sie lernen und der Weg ist nur kurz. Am nächsten Morgen lasse ich die Tiere wieder alleine. Das kennen sie ja schon, und es klappt stundenweise recht gut. Aber diesmal werden es 6 Stunden ohne Unterbrechung. Ich glaube nicht das Möffi so lange einhalten kann. Die Kleinen tun mir echt leid, aber da müssen sie durch. Ohne Maloche kein Futter, ob sie es verstehen oder nicht. Pünktlich um 8 war ich an der Arbeit. Es regnete und ein unangenehm kalter Wind blies durch den Neubau. Es wurde halb neun - es wurde neun. Niemand kam! Ich beschloss noch einmal zu meinen Tieren zu gehen. Gegen halb 10 war ich zurück. Es war immer noch niemand anwesend. Es wurde 10 und ich fühlte mich vollkommen verarscht. Haben die sich alle gegen mich verschworen? Wollen die mich verscheißern? Ich war gerade in Begriff stock sauer „meinen Arbeitsplatz“ zu verlassen als Niko um die Ecke kam. „Tut mir leid, musste ich zu andere Kunden. Hat sich beschwert. Nix gut.“ Er schloss mir den Bau auf, drückte mir einen Spachtel in die Hand und sagte: „Fängst du an, muss ich noch mal weg.“ Gegen 12 war ich fertig. Ich wartete nur kurz, dann holte ich meine Tiere. Zu dritt warteten wir auf die Dinge die da passieren. Gegen halb 3 kam Nico. „Habe ich Scheiße gebaut, Kunde sauer. Muss ich machen, morgen auch. Kannst du spachteln? Hier ist Schlüssel versteckt, kommst du um 8 und fängst an die Rigipsdecke zu spachteln. Muss ganz glatt.“ Mit diesen Worten drückte er mir drei 10 Euro Scheine in die Hand und verabschiedete sich.
Der erste Arbeitstag ist vorbei. Ich habe 30 Euro mehr als vor wenigen Minuten. Mein erster richtiger Job seit langem. Natürlich kann ich Rigips spachteln. Der Kerl wird Augen machen. Ich ging in die Stadt. Vielleicht finde ich ja auch noch was zu essen. Aber ich hatte Pech. Mehr Glück als ich hatten diese Schafe.

Was wohl der Besitzer der Hecke dazu sagt? Die nächsten Wochen werkelte ich vormittags auf „meiner“ Baustelle. Ich verspachtelte Rigips, Betonwände, und Ytongsteine mit welchen ich vorher einen Kamin eingemauert habe.

In Deutschland nimmt man für solche Arbeiten Materialien mit wohlklingenden Namen wie Rotband Plus oder Uniflott, hier in Griechenland wird ganz profaner Fliesenkleber verwendet. Ich will ja nichts sagen, aber Ytong, man nennt ihn auch Porenbeton, ist mit Sicherheit nicht der geeignete Baustoff um eine Wärmequelle einzumauern. Millionen von gipsartigem Material umschlossene Luftkammern wirken als Isolator. Ich habe noch nie einen Kamin eingemauert, aber ich würde einen gebrannten Ziegel nehmen. Irgendetwas Schweres, dass die Wärme speichern kann. Aber ich werde hier zum Arbeiten bezahlt und nicht zum Nachdenken. Klar melde ich kurze Bedenken an, aber wenn mein Auftraggeber sagt „Ytong ist gut“, dann ist Ytong gut. Ich ummauerte eine Badewanne

und verlegte Fliesen. Erzählenswert wären die Erlebnisse des 19. Dezember. Einen Tag zuvor setzten Nico und sein Bruder Tasso Marmorplatten auf eine Betontreppe. Ich betätigte mich derweilen als Betonmischer damit den beiden nicht der Spies ausgeht. Ich schätze es käme auf Dauer preisgünstiger einen richtigen Mischer zu kaufen als eine Arbeitskraft zu bezahlen die diese Aufgabe übernimmt. Aber ich will mich nicht beschweren. Am 19. jedenfalls setzte ich Silikonfugen in die Stöße der einzelnen Platten.

Ich war gerade voll in meinem Element, als mich der zufällig anwesende Elektriker auf English ansprach: „German Quality! You can make the same in my bathroom?“ Ein Folgeauftrag! Gründe ich gerade meine dritte Firma? Diesmal in Griechenland? Wohl eher nicht. Von Firmengründungen habe ich die Schnauze voll. Ich helfe nur noch Freunden. Wie gut, dass ich mit der ganzen Welt befreundet bin. An diesem Tag verdiente ich jedenfalls nicht 30 sondern 50 Euro.
Erlebnisreicher als die Arbeit war meine Freizeit. Der zeitige Feierabend ließ mir noch ausreichend Zeit mich um meine Tiere zu kümmern und das Umland zu entdecken. Bis Freitag den 4.Dezember parkte ich in unmittelbarer Nähe meiner Arbeit. Aber Freitagmorgen, es war so gegen 5 Uhr in der Früh, klopfte es an meinem Wagen. Erst stellte ich mich schlafend bzw. nicht anwesend doch die von außen hereindringenden Geräusche weckten Besorgnis. Es klapperte und rumpelte aus allen Ecken. Überall war Motorenlärm und ein undefinierbares Stimmengewirr. Ich zog mich an und sprang aus meinem Fahrzeug. „Buisnes, Bazar, Bazar! You must move!“ Augenscheinlich parkte ich meine Wohnung genau an dem Platz der sich Freitagsmorgens in einen Markt verwandelt. Schlaftrunken startete ich den Motor und fuhr zu einer schöneren Stelle.

Sie hatte ich schon zu Fuß entdeckt, es aber gescheut hier her zu fahren weil es doch 20 Minuten Anweg zu Arbeit bedeutet. Aber Möffi ist ein guter Hund, sie hält dicht, und ich denke, dass es ihr hier oben auch besser gefällt als unten in der Stadt. Schließlich kann sie hier auch ohne mein Beisein herumstreunen. Wir folgten der steilen Schotterpiste, vorbei an der kleinen Kirche und dem Friedhof. Im Sommer hatte ich hier vergeblich Wasser gesucht. Heute weiß ich, dass sich nur einige hundert Meter von hier eine Trinkwasserstelle befindet. Hinter der Kirche geht es in den Wald. Ein eigenartiger Geruch steigt mir in die Nase. Er liegt irgendwo zwischen Grillen und verbranntem Plastik. Wir folgen diesem Duft und gelangen an eine Schaffarm. Hinter den Stallungen steigt Rauch auf. Ich nehme die Hunde an die Leine und bahne mir einen Weg durchs Unterholz.

Dieser Schäfer kommt wohl nicht aus Albanien, denn die Albaner wissen wie man Spießbraten macht. Ich kann`s bezeugen.
Auf dem Rückweg fängt Möffi plötzlich an zu bellen. Wie eine Kampfratte versteckt sie sich zwischen meinen Beinen und kläfft aus Leibeskräften. Ich drehe mich um und erblicke Bärli und seine Schwester. Bärli ist eine Mischung zwischen Bernhardiner und Braunbär, und seine Schwester hat etwas weniger von dem Bären abbekommen. Ich habe ja keine Angst vor Hunden aber als mich diese zwei Kameraden neugierig beäugten fühlte ich mich nicht so wohl in meiner Haut. Schnell bemerkte ich, dass von den Beiden keine Gefahr ausgeht. Sie sind eben so sanftmütig wie groß. Wie alle Hunde die ich treffe, erhalten auch diese einige Leckerchen und werden auf Ungeziefer untersucht. Schon habe ich zwei neue Freunde die die nächsten Wochen bei mir bleiben sollten. Supermarkt Besuche werden nun noch teurer. Den Bärli und seine Schwester sind nicht nur bärengroß sie haben auch einen Bärenhunger.
Am Nachmittag des 9. Dezembers schlägt das Wetter um. Es regnet Bindfäden. Das ist auch der Grund warum ich am morgen des 10. zu spät zur Arbeit komme. Gut verpackt gehe ich los und bahne mir meinen Weg durch die Regentropfen. Etwa auf halbem Weg kehre ich um. Die Strasse ist überflutet

und ich bin sicher mir eine Erkältung einzufangen, wenn ich diesen Fluss mit dem von mir getragenen Schuhwerk durchschreite. Als ich den Bau erreiche meint Nico: „Wo bleibst du? Habe ich nur auf dich gewartet. Machen wir heute nix. Zu schlechtes Wetter.“ Ich erhielt 20 Euro schlecht Wetter Geld und machte mich auf in die Stadt. Ich brauchte Hundefutter. Ich betrat 2 Verbrauchermärkte, bei beiden regnete es durchs Dach. Anscheinend sind Dächer hier nur als Sonnen- nicht aber als Regenschutz gebaut. Auf dem Rückweg entstand dann das Bild.
Am Nachmittag hatte der Regen etwas nachgelassen. Mit Scheckie und Möff ging ich in den Wald. Dort musste Scheckie lernen, dass es noch andere Vierbeiner gibt als Hunde, Katzen und Schafe.

Sonntags wurde ich dann Zeuge einer Schiffshavarie.

Das Boot ist voll geregnet und samt Außenbordmotor einfach abgesoffen. Nur die Ruder und einige Ölschlieren schwammen auf der Wasseroberfläche.
Der Regen hörte nicht auf, Straßenüberschwemmungen prägten das Stadtbild.

Trotzdem fand ich hier und da einen trockenen Moment um den Sonnenuntergang zu genießen.

Am 19. hatte ich dann recht überraschend meinen letzten Arbeitstag. „Ab morgen machen wir Weihnachtsferien ist zu bis zum 11. Januar. Wenn du willst kannst du danach noch zwei oder drei Tage arbeiten, musst du aber nicht denn du weiterfahren willst.“ Wegen 2 oder 3 Tagen wollte ich nicht warten. Ich verabschiedete mich von Nico und beschloss schnellstmöglich das Weite zu suchen. Schnellstmöglich bedeutet leider nicht augenblicklich.
Es regnet Bindfäden. Mich zu Fuß bis zur Tierstation durchzukämpfen um nach meinen Papieren zu fragen macht keinen Sinn. Am 22. schien wieder die Sonne. Zusammen mit Möff, Scheckie, Bärli und Bärlis Schwester mache ich mich auf den Weg.






Kurz vor der Mittagspause erreiche ich mein Ziel. Meine Gesprächspartnerin heißt Katarina: „Ich weiß nix über deine Papiere, du kannst doch nicht einfach so vorbeikommen! Da muss man vorher mal anrufen. Samira ist nicht zu sprechen Ihr Baby ist krank.“ Ich hinterließ meine Telefonnummer und bat um schnellst möglichen Rückruf. Außerdem fragte ich danach, ob die Station eventuell einen guten Platz für meine zwei übergroßen Freunde hat. „Ne, die bekommen wir ja nie vermittelt, und lass die nicht so nah an den Zaun, du weißt ja nicht welche Krankheiten die haben.“ Ich könnte diese Frau durch den Mixer drehen, verabschiedete mich aber freundlich und wartete auf die Dinge die da so passieren.
Es passierte gar nix, oder doch? Am Abend des 24. Dezembers, Heiligabend, klopfte Berti an mein Auto. In seinen Händen hielt er ein kleines Weihnachtsgeschenk. Ein Six-Pack Bier! Danke Berti, Impfdokumente wären mir allerdings lieber gewesen. Am 27. besuchte mich Iona. Die Besitzerin von Maja, dem Pudel - Verschnitt mit Grashalm im Ohr,

den ich in der Universitätsklinik in Thessaloniki kennen gelernt hatte.
Am Abend versendete ich eine E Mail in welcher ich nach dem verbleib meiner Papiere fragte. Am 29. war diese noch immer nicht beantwortet und ich machte mich noch einmal auf den Weg persönlich nach deren Verbleib nachzuforschen. Diesmal öffnete mir Nico. Ich ging zu Samira und musste mir anhören dass es derzeit sehr schwierig sei Impfdokumente aufzutreiben. Aber die zweimalige Injektion des Impfstoffes hätte keinerlei Nebenwirkungen und sei vollkommen unbedenklich. Außerdem könne ich ja auch nach Modanjau fahren und mir meine Papiere bei dem mit der Station zusammenarbeitenden Tierarzt selber abholen. Ich wurde ein wenig unfreundlich und äußerte Worte wie: „Wenn Ihr impft, müsst Ihr auch die Papiere besorgen, langsam werde ich richtig sauer!“ Dafür wurde Bärlis Schwester aufgenommen. Bärli war mir an diesem Tag nicht gefolgt ich wollte ihn aber so schnell wie möglich vorbeibringen. Zum zweiten Mal hinterließ ich meine Telefonnummer und machte mich auf den Heimweg.
Mein Weg führte mich an der Trinkwasserstelle vorbei. Es ist schon ein ungewohnter Anblick. Egal um welche Uhrzeit man diese 7, in eine Betonwand eingelassenen Wasserhähne passiert, irgendjemand befüllt dort immer Kanister oder PET Flaschen. Meist kommen die Menschen mit Autos aber einige alte Frauen fahren ihr Trinkwasser auch mit kleinen Handkarren nach Hause. Diesmal parkte vor der Wasserstelle eine VW Pritsche mit deutschen Kenzeichen und der Firmenbeschriftung eines Malerbetriebes. Von der Ladefläche bellte ein Hund. Ein Mann mittleren Alters in bereits mehrfach reparierter Jogging Hose, mit Vollbart und einer recht abgetragenen Lederweste war damit beschäftigt sein Wasser einzuladen. „Alles Deutsche oder was?“ startete ich ein Gespräch. Der Mann hieß Gerhard und wohnt bereits seit 12 Jahren hier in Nikiti. Deutschland sei ihm zu spießig, aber die Griechen seien auch nicht viel besser. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Ich erzählte davon, dass ich bereits seit geraumer Zeit ein paar Schuhe erwerben möchte, aber einfach kein Geschäft finde das welche führt. In Deutschland gibt es an jeder Ecke `nen Kick oder so etwas, aber hier sind diese Textildiscounter vollkommen unbekannt. Gerhard meinte er habe noch welche in meiner Größe übrig und wolle sie mir die Tage mal vorbeibringen. „Ich bin übrigens Maler und immer auf der Suche nach `nem Job.“ sagte ich zu ihm und deutete auf sein Fahrzeug.“ „Ach so, ne. Den hab ich gebraucht gekauft. Ich tue nix mehr. Nach rund 30 Minuten smal talk reichte mir Gerhard seine Visitenkarte. Unter seinem Namen stand:

NOA
Botschafter des Bundeslandes Franken

Ich dachte schon, meine Menschenkenntnis hätte mich vollkommen getäuscht und war im Begriff schreiend wegzurennen weil ich glaubte, ich hätte einen Beamten vor mir als ich fragend vorlas „NOA??“ „Nicht offiziell Anerkannter“ erwiderte er „falls mir mal jemand deswegen ans Bein pissen will.“ Ich hatte es also nicht mit einem Beamten sondern mit einem Angeber zu tun. Schließlich bin auch ich freier online Journalist wenn ich nach meinem Beruf gefragt werde. Das ich damit kein Geld verdiene ist ja zweitrangig, schließlich kommt Beruf doch von Berufung oder nicht?
Ich ging viel spazieren während ich auf einen Anruf von Samira wartete. Ich entdeckte einen Einsiedler der allem Anschein nach seinen Strom mit selbstgebauten Windrädern produziert

und erfreute mich der herrlichen Landschaft und meiner anfänglich noch monströs großen Begleitung.






Sylvester verbrachte ich an der alten Kirche. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Um Mitternacht zählte ich 3 Raketen. Bärli blieb verschollen. Ich sah ihn nur noch einmal als er zur Fütterungszeit an meinem Fahrzeug erschien. Wahrscheinlich fürchtete er sich vor der drohenden Quarantänehaltung.
Da ich keinen eingehenden Anruf erhielt, beschloss ich auf die Impfdokumente zu scheißen. Mobbing auf dem Rücken der Tiere, ich habe es bereits schon einmal so artikuliert. Jetzt bin ich mir sicher. Aber die zweimalige Injektion von halb toten Krankheitserregern soll ja vollkommen unbedenklich sein. Sobald meine neue Lederhose, die mir Hanno, alias Zottel, postlagernd nach Nikit gesendet hat eingetroffen ist, werde ich noch einmal persönlich nach den Papieren fragen und dann werde ich abreisen. Ob ich sie habe oder nicht. Noch einmal lasse ich mich nicht vertrösten.
Am morgen des 2. Januars 2010, ich wollte gerade mit meinen Hunden Richtung Postamt spazieren hielt hinter meinem Wagen Gerhard und brachte mir meine neuen Schuhe. „Ich hab da ein bisschen was zu bauen, wenn du Zeit und Lust hast kannst du mir ein paar Tage helfen.“ Keine 10 Minuten später war ich damit beschäftigt große Felsbrocken auf die Ladefläche von Gerhard´s Pritschenfahrzeug zu werfen. In den folgenden Tagen holten wir bestimmt 40 Kleintransporter voll mit Felsen, in der Natur abgekipptem Bauschutt den wir wieder aufsammelten und Kies welchen wir aus einem nahe gelegenen Bachbett schaufelten.

Manchmal half uns bei diesen Arbeiten Dieter, ein anderer deutscher Aussteiger. Ihn kannte ich bereits von der Tierstation, ich hatte ihm Impfdokumente ausgehändigt.
Diesen Schutt kippten wir auf eine vom Regen aufgeweichte Fahrspur um ihn anschließend mit einer Schicht Beton zu übergießen.

Auf dem Bild sieht man Gerhahrd´s Hunde. Bobby und Lara. Ich war wieder einmal Betonmischer nur dass ich diesmal maschinelle Hilfe hatte.

Verständlicher Weise mussten wir häufig hin und her fahren um das ganze Baumaterial heranzuschaffen. Meistens fuhren wir über kleine unbefestigte Feldwege fernab der Strasse um unser Ziel zu erreichen. Auf diese Weise lernten Scheckie und Möff das Autofahren. Bobby und Lara hingegen zogen es vor, dem Fahrzeug hinterher zu rennen.
Wir passierten ein notdürftig eingezäuntes Grundstück auf welchem einige Hühner gehalten wurden. Außerdem zog dort ein Hundepärchen seinen Nachwuchs groß. Bobby setzte zum Sprint an als er die Hundekinder erblickte und ich glaubte er wolle diesen freundschaftlich „hallo“ sagen. Doch kaum hatte er einen der Welpen erreicht, biss er zu und schüttelte ihn, so wie ein Hund eben seine erhetzte Beute totschüttelt. Ich riss die Schiebetüre auf und sprang aus dem fahrenden Auto. „Bobby pfui!“ Ich rannte in Richtung der Tiere. Bobby ließ von seiner „Beute“ ab. Da lag es, das kleine rund 8 Wochen alte Hundekind. Aus seinem Maul rann Blut, das kleine Bäuchlein war von Beschwichtigungsversuchen vollgepinkelt. Ich hob es an, lose baumelte der Kopf nach unten. Genickbruch! hätte ich gesagt. Aber das Hundeherzchen schlug. Ich weiß nicht ob ich richtig reagierte, aber in meinen Augen gab es keine Chance mehr für den Kleinen. Ich legte ihn vor die Reifen des tonnenschweren Kleinbusses wendete mich ab und sagte: „fahr!“ Gerhard zögerte. Ich drehte mich noch einmal um und rief: „Nun fahr doch endlich, erlös den Kleinen.“ In diesem Moment rollte das Fahrzeug an und ich sah wie unter seinem Gewicht der Schädel des Hundekindes zerplatzte. Grauenhaft, ich werde diese Bilder wohl niemals vergessen.
Wortlos fuhren wir weiter. An diesem Tag war Feierabend.
Am Vormittag des 9. Januars hatte Gerhard einen Arzttermin. Ich nutzte die Zeit um meinen Wagen umzuparken. Rund 4 km von seinem Haus entfernt besitzt er ein weiteres Grundstück. Dort hat er einen alten Eisenbahnwagon und ein kleines Häuschen. Im Sommer, wenn er Gäste in einer seiner Ferienwohnungen hat ist er, wie er sagt, fast nur hier oben. Wenn es ihm nach ginge, hätte er das Haus schon längst verscherbelt und würde ganz hier oben leben. Aber seine Frau kommt nicht ohne ihre Waschmaschine klar, erzählt er mir. Dieses herrliche Gelände wird nun jedenfalls meine Heimat für die nächste Zeit.

Links im Bild erkennt man den Passat welcher zu meinem „Firmenwagen“ wurde. Zwar ist er mit seiner deutschen Oldtimerzulassung nicht wirklich für den griechischen Straßenverkehr zugelassen, aber hier auf den Feldwegen wird es schon niemand bemerken.
Eigentlich ist wieder alles so wie vor meiner Abreise. Ich bin wieder Sklave meines Mobiltelefons, da ich noch immer auf einen Anruf von Samira warte. Wenn ich zur Arbeit will lade ich meine Hunde ins Auto und fahre, anstatt zu Fuß zu gehen und schon bald sollte ich meinen Auftraggeber nur noch zur Geldübergabe zu Gesicht bekommen. Doch noch hat Gerhard immer neue Ideen. Kaum ist seine Straße fertig gestellt beginnt er mit dem nächsten Projekt. Seine Werksatt wird ausgeräumt und ein Betonboden eingegossen auf welchem anschließend ein Natursteinboden verlegt wird.

Ich habe mich immer gefragt wie diese rauen Natursteine verfugt werden ohne sie gänzlich mit dem Fugenmaterial zu beschmieren. Jetzt weiß ich es. Man beschmiert sie rücksichtslos und am nächsten Tag werden die Verschmutzungen mit der Stahlbürste heruntergekratzt. Ganz einfach! Beim nächsten Mal kann ich das alleine. Scheckie und Möff machen es sich derweilen auf der Fußmatte gemütlich.

Die Arbeit mit Gerhard ist recht entspannend. Stress ist ein Fremdwort, alles läuft in einem freundschaftlichen Rahmen, meine Hunde dürfen selbstverständlich mitkommen und einen Arbeitsbeginn vor 11 Uhr am Vormittag hält er, genau wie ich, für unzumutbar. Stolz erzählt er mir dass er fast alle Baumaterialien für sein Häuschen aus dem Schutt geholt habe, und ein Auto ist für ihn das gleiche wie für mich. Nämlich ein Gebrauchsgegenstand. Deswegen ist es auch vollkommen egal wenn meine Tiere matschverkrustet in sein Fahrzeug hüpfen oder Möffi den Schonbezug des Fahrersitzes mit einem Kauknochen verwechselt. Auch verschleppte und angeknabberte Schuhe werden mit einem freundlichen: „Möffi … So etwas macht man nicht“ kommentiert. Am Nachmittag, kurz vor Feierabend, kocht Lydia, Gerhard´s Frau, ein exzellentes Essen. Dann wird auch besprochen wann man sich wo am Folgetag trifft. Dieses Gespräch führte aber noch nie zu einem richtigen Ergebnis. Das Resultat lautet meistens: „Schauen wir mal, kommst du runter wenn du wach bist. Entweder ich bin dann da, oder eben nicht.“ Gerhard erzählt mir das er einmal mit einigen Albanern zusammen gearbeitet hätte. Diese Menschen hätten dann morgens um halb acht mit dem Hammer in der Hand bei ihm vor der Türe gestanden und arbeiten wollen. Darauf habe er keine Lust. Dann sei er ja nur noch für seine Mitarbeiter da. Er schaut lieber morgens aus dem Fenster und entscheidet dann ob er Lust hat etwas zu tun, oder eben nicht. Recht hat er!
Aber die Frage, wann wir uns wo treffen, hat sich eh erst mal erübrigt. Die Arbeiten an Gerhard´s Haus sind abgeschlossen. Jetzt heißt es Zaun bauen und zwar direkt an meinem Wohnort. Das Gelände rund um den Eisenbahnwagon ist bereits mit alten Paletten eingezäunt aber auch das kleine Häuschen auf der anderen „Straßenseite“ soll so eingezäunt werden. Paletten und Eisenstangen hat Gerhard reichlich vom Schutt angekarrt und seit geraumer Zeit gesammelt. In einem rund 2 Stündigen Gespräch klären wir, wo der Zaun gebaut werden soll, dann fange ich an. Zunächst sortiere ich die Paletten und lege sie dort hin wo der Zaun entstehen soll. Einen Tag darauf beginne ich ihn aufzustellen.

Am Abend des 19. Januar steht mein Zäunchen. Es ist noch nicht fertig aber es steht provisorisch an wenige Eisenstangen gelehnt. Ein wunderschöner Sonnenuntergang krönt den Feierabend. Ich öffne eine Büchse Bier und betrachte mein Werk. Schön! Ich hole meinen Fotoapparat aus der Tasche um den Moment festzuhalten. Das Objektiv fährt aus, stellt sich aber nicht scharf ein. Ich schalte die Kamera aus. Ein eigenartiges Geräusch ist zu vernehmen, dann dringt weißer Qualm aus dem Gehäuse. Kaputt!
Verärgert lasse ich alles liegen, setzte mich ins Auto und fahre ins Stadtzentrum um eine Neue zu erwerben. Gar nicht so einfach in dem Kuhdorf. Schließlich finde ich ein Geschäft welches Digitalkameras führt und obendrein auch noch geöffnet hat. Ein Angebot springt mir ins Auge. 3 Millionen Pixel 35 Euro. Wow! Das ist ein Schnäppchen. Wer braucht schon 12 Mio Pixel? Meine erste Kamera hatte auch nur 3 und sie war klasse. Ich probiere den Apparat aus, schieße einige Bilder im Geschäft und betrachte sie auf meinem Computer. Der Verkäufer ist geduldig und geht mir nicht auf die Nerven. Aber die Bilder sind miserabel. Das hat nix mit der Pixelanzahl zu tun, das liegt an einer beschissenen Optik. Rund 1,5 Stunden später verlasse ich das Geschäft 119 Euro ärmer. Dafür habe ich einen neuen Photoapparat. Einmal in der Stadt geht es noch ins Internet und natürlich zum Verbrauchermarktcontainer. Prall gefüllt ist er. Zwieback, die griechische Version des deutschen Tuc, Crackers, Mehl, Gries und natürlich die hier so beliebten 7 days Croissants. Zu dumm dass ich mein Auto am Stadtrand parken musste. So viel kann ich nicht tragen. Ich packte ein, was ich zu transportieren vermochte. Trage es zum Auto und gehe zurück. Nur 40 Minuten später stehe ich wieder vor dem Abfallkübel. Er ist leer!
In der Nacht zieht ein Sturm auf. Die Temperaturen fallen um weit mehr als 15 Grad. Aber nicht nur die Temperaturen fallen auch mein schöner Zaun fällt und zwar nahezu vollständig.

Laut Wetterbericht hätte sich das Wetter noch 3 Tage halten sollen. Mein Zaun stand nur gegen die Pfosten gelehnt, er war noch nicht daran befestigt. Auch waren es viel zu wenig Pfosten. Ich wollte ihn erst aufstellen, dann die verbleibenden Metallstangen zählen und ausrechnen alle wie viel Meter ich noch eine setzen kann. Aber jetzt liegt mein Zäunchen, der Wind bläst einem feinen Nieselregen ins Gesicht und ob ich ihn heute oder bei besserem Wetter wieder aufstelle ist eigentlich egal.
Ich beschließe lieber mit meinen Hunden spazieren zu gehen. Wir wandern bergauf und hatten schon einige Höhenmeter hinter uns gebracht als Möffi ihn entdeckte.

Ihren ersten Schnee.
Am Abend setzte ich mich ins Auto. Es ist Mittwoch und ich möchte pünktlich um 21 Uhr zum Chat online sein. Leichter Nieselregen benetzt die Windschutzscheibe. Der Scheibenwischer ist so, wie nahezu alles andere an diesem Auto, kaputt. Langsam schlingere ich halb blind über die vom Regen aufgeweichten Pisten. Mehr als einmal bricht das Fahrzeug aus und landet im Graben. Wie gut dass Gerhard auch einen Traktor besitzt. Aber ich kämpfe mich jedes Mal aus eigener Kraft frei. Der durchgerostete Auspuff röhrt und der Tacho zeigt Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h. Dabei steht das Fahrzeug nahezu. Dann geht es bergauf. Wohlweislich nehme ich Anlauf. Ich hatte den halben Berg passiert als die Räder jegliche Haftung verloren und durchdrehten. Ich versuchte mich noch zwei weitere Male als Rallyefahrer bis das Kühlwasser zu kochen begann, der Motor abstarb und auch nicht wieder ansprang. Mit Muskelkraft und unter zur Hilfenahme des Anlassers bugsierte ich den Wagen in eine „Parkbucht“ und machte mich zu Fuß auf den Rückweg. Die nächsten Tage besserte sich das Wetter nicht. Mein Zaun muss erst einmal liegen bleiben. Dafür sprang der Passat am nächsten Morgen zuverlässig an und im Tageslicht machte es auch wirklich Freude über die aufgeweichten Pisten und Olivenhaine zu brettern. Zu schade dass die Handbremse nur sehr unzureichend arbeitet. Mann soll es gar nicht glauben, aber nachdem ich Kühlwasser nachgefüllt habe überhitzt der auch nicht mehr so schnell.
Bei übelstem Mistwetter wanderte ich zu all den Stellen an denen ich schon einmal war.

Die meiste Zeit verbrachte ich aber in meinem Fahrzeug. Ich hatte meinen Computer um mich zu beschäftigen und einen Stromerzeuger der mir die notwendige Energie lieferte. Meinen Hunden hingegen war langweilig. Aber sie haben ja sich selbst und wie jeder klar erkennen kann

sind sie noch immer die besten Freunde.
Lydia brachte einen Hund, den sie gefunden hatte, zu Samira. Samira lies über sie ausrichten ich solle mich dringend einmal melden. Sie erreiche mich nicht. Also machte ich mich auf und schöpfte neue Hoffnung dass mir meine Dokumente doch noch ausgehändigt werden. Laut GPS sind es 9 km von meinem derzeitigen Wohnort bis zur Station. Hin und zurück 18. Ein weiter Weg mit einem Welpen bei Regenwetter. Aber was soll`s? Er muss gegangen werden. Kurz nach 2, pünktlich zur Mittagspause erreichte ich das Gelände. Die Hunde bellten aber niemand öffnete mir die Pforten. Ich wartete rund 10 Minuten dann ging ich zurück zur Deponie. Dort hatte jemand einen alten Sonnenschirm entsorgt welchen ich mir nun als Regenschutz aufbaute. Ich verpackte mein nasses und dreckiges Hundekind in meiner Lederjacke und stellte mich darauf ein, noch knapp 2 Stunden warten zu müssen. Pünktlich zum Arbeitsbeginn stand ich vor den Toren der Station. Nico öffnete mir und ich ging zu Samira. „Es geht um die Impfpapiere?“ Fragte Sie als Sie mich sah. „Ja, Lydia sagt ihr habt die!“ „Nein, ich hab im Moment keine, da musst du dich noch gedulden. Ich hatte 15 Stück und 15 Hunde sind nach Deutschland gegangen. Ich hab bestimmt 20 Mal versucht dich anzurufen aber du gehst nie dran!“ Mir platzte der Kragen! 20 Mal versucht mich anzurufen. Mein Telefon war eingeschaltet! Das ist eine Lüge! Wozu bin ich hergekommen? „Samira, das ist Mobbing! Wäre ich doch zu einem richtigen Tierarzt gegangen. Ihr habt euch drum geprügelt meine Hunde zu Impfen, ich habe nie darum gebeten. E-Mails beantwortet Ihr ja auch nicht. Saftladen, verdammte Scheiße!!“ Trotzig stampfte ich mit dem Fuß auf. „Pass mal auf, so brauchst du mir gar nicht zu kommen, wenn ich deine Hunde geimpft habe hab ich dir `nen Gefallen getan. Du hättest weder Schekie noch die Kleine, wie heißt sie noch mal? nehmen müssen. Das war deine freie Entscheidung!“ Mir entzieht sich der Sinn von Samiras Worten. „Steck dir deine Papiere in den Arsch, ihr könnt mich mal!“ Wütend drehe ich mich um und gehe. Mit Wucht schlage ich das Hoftor zu das Samiras Privatbereich von dem unteren Hundeauslauf abgrenzt. Der Riegel verbiegt! Ich lasse es offen und gehe weiter. Doch nach wenigen Schritten kehre ich um. Samira hat Hunde und im Auslauf sind auch Hunde. Ob die sich vertragen weiß ich nicht. Das Tor muss zu, die Tiere können nichts dazu. Fluchend trete ich gegen den Riegel, in der Hoffnung ihn so bewegt zu bekommen. Nico eilt heran: „Was ist los?“ Der scheiß Riegel klemmt, außerdem bin ich stock sauer. 2 Monate warte ich auf die Impfdokumente und dein Weibchen erzählt ich müsse mich noch gedulden.“ Mit einem Stein prügelt Nico auf den Riegel ein bis er sich wieder schließen lässt. Dann verspricht er, dass er mir morgen, wenn er eh nach Modanjau fahre, 2 Impfausweise mitbringe.

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