Wohnmobil Reisebericht Kroatien

Dank der gut 90 km Umweg, die mir die nicht internationale Grenze beschert hat, erreichte ich Zagreb erst nach Einbruch der Dunkelheit.
Parkplätze sind hier Mangelware und meist mit Parkschein auf 2 bzw 3 Stunden begrenzt. Ich stellte meinen Wagen auf einem Supermarktparkplatz ab und suchte `ne adäquate Abstellfläche mit meinem Rad. Diese fand ich in einem Industriegebiet nur wenige Fahrradminuten von der City entfernt. Ich beschloss heute nicht mehr in die Stadt zu gehen weil es sicher mehr Sinn macht, seinen Wagen im hellen zu suchen als in der Nacht. Außerdem hatte ich keinen Lipa Landeswährung und um diese Uhrzeit eine geöffnete Wechselstube zu finden ist auch eher unwahrscheinlich.  Am Nächsten Morgen machte ich mich auf Zagreb zu entdecken. Zum Geld wechseln an einer Raifeisenfiliale benötige ich meinen Personalausweis. Für 100 Euro erhalte ich 717 Kuna. Beim Wechselvorgang wird Name, Adresse sowie Personalausweisnummer penibel protokolliert. Mit etwas Kleingeld in der Tasche geht es auf in die Stadt. Erstmal ein wenig hin und herlaufen und alles anschauen. Nicht wirklich schön aber auch nicht wirklich hässlich; -  `ne Stadt eben. Aber Kontakt bekommt man schnell. Es scheint hier normal zu sein mit wildfremden Menschen ein Gespräch übers Wetter zu beginnen. Fast jeder spricht Deutsch und/oder Englisch und freut sich seine Fremdsprachenkentnisse anwenden zu können. So hatte ich schon am ersten Abend eine Einladung für den folgenden, um gemeinschaftlich die Stadt unsicher zu machen. Auch wenn die Stadt selbst nicht sonderlich viel zu bieten hat, so halten mich die Menschen die in Ihr wohnen schon eine Woche hier fest. Man geht keine 20 Minuten durch die Gegend ohne ein Gespräch zu führen. Mir macht das Spaß, ich finde es einfach großartig, 2500 km von der Heimat entfernt, mich mit Menschen zu unterhalten die mir völlig offen Ihre Geschichte erzählen. Von den im Krieg gefallenen Kindern und der Flucht nach Hamburg wo sie deutsch gelernt haben. Von den bösartigen Nachbarn die jeden Tag die Wohnungstür mit Mülltonnen verbarrikadieren. Von dem Unfalltod der Frau, welcher einen in Alkohol Exzesse flüchten lies, weswegen er seinen Job verlor und deshalb heute auf der Straße lebt und seinen Lebensunterhalt durch das Sammeln von Pfandflaschen bestreitet. Von Problemen auf dem Arbeitsmarkt, in der Schule, mit dem Partner usw. Ich habe keine Ahnung warum gerade ich diese teilweise sehr privaten Dinge erzählt bekomme, aber es ist so. Was ich sehr schade finde ist, dass hier viele Menschen die Slowenen hassen. Gerade wo ich dort drüben so vielen freundlichen und liebenswerten Menschen begegnet bin. Die genauen politischen Hintergründe habe ich leider noch nicht erforschen können, wahrscheinlich weil eine junge Frau in Tränen ausbrach, als ich sie danach fragte und ich jetzt ein wenig gehemmt bin, diesbezüglich genauer nachzuhaken. Mir bleibt nicht mehr übrig, als von meinen durchweg positiven Erfahrungen zu sprechen und zu hoffen, damit ein wenig Versöhnung in den Hass zu bringen. So laufe ich jetzt schon seit einer Woche täglich durch die Zagreber Innenstadt und warte darauf, mit wem ich als nächstes spreche, oder wer mich als nächstes auf ein Bier oder `nen Kaffee einlädt. Fotos zu schiessen habe ich dabei volkommen vergessen. Aber Morgen ist auch noch ein Tag und dann kommt Hier die Slidshow. 
Insgesammt blieb ich 11 Tage in der Zagreber Innenstadt und verweile nun einen knappen Monat in Kroatien. In dieser Zeit bin ich fast einheimisch geworden und möchte hier einige meiner Kenntnisse an die Öffentlichkeit weitergeben. Das Erste was mir aufgefallen ist, als ich mit meinem Fahrrad in die Stadt radelte, sind die das Stadtbild prägenden lebenden Verkehrsampeln.

Ich find die Jungs da richtig klasse. Tuen die wenigstens mal was sinnvolles, nämlich Strom sparen :-) Dann habe ich hier einen Stadtplan der Innenstadt fotografiert in welchem ich die für mich intressantesten Punkte eingezeichnet habe:

Bei Punkt 1 habe ich 10 Tage unbehelligt geparkt. Zwar war es dort nicht sonderlich schön, aber durch die gegenüber liegende Tankstelle meiner Meinung nach recht sicher. Hell erleuchtet und immer viele Menschen; ein unbemerktes Aufbrechen des Wagens ist dort so gut wie unmöglich. Wer es mir gleichtuen möchte sollte allerdings darauf achten, dass er eine ungängige Reifengrösse hat. Denn am 11. Tag meiner Anwesenheit hatte ich diesen

Aufkleber an meiner Windschutzscheibe. Ich habe mir das mal übersetzen lassen und erfahren, dass dort steht, dass meine Räder durch ein Radschloss blockiert seien weil mein Wohnmobil mehr als 1,5 Tonnen wiegt, und somit auf einem speziell ausgewiesenen Parkplatz abgestellt werden muss. Zum Lösen des Schlosses solle ich mich an die nächste Polizeidienststelle wenden und müsse dort zwischen 100 und 1000 Kuna Strafe zahlen. Glücklicherweise hatte ich nur den Aufkleber am Wagen nicht aber das Schloss. So beschloss ich wegzufahren bevor die ein Schloss in der passenden Grösse aufgetrieben bekommen. Wer, wie ich, alleine reist und in Kontakt kommen möchte dem empfehle ich am Wochenende nach 22 Uhr den Kinderspielplatz vor der Bar "Melin" (2). Dort kann man das preisgünstige Bier trinken welches man tagsüber im Supermarkt erworben hat. Wer sich hier mit `nem Bierchen in den  Trubel setzt und keinen Kontakt findet sollte mal ein Bad nehmen, wahrscheinlich stinkt er. Ebenfalls gute und preisgünstige Plätze zum Leute kennenlernen sind die zwei von mir durch ein P gekennzeichneten Parks, in welchen sich am Wochenende viele junge Menschen treffen.
Nr. 3 zeigt den Platz des Internetcaffes "Mama". Der mit 12 Kuna/Stunde wahrscheinlich preisgünstigste Internetzugang Zagrebs. Wer seinen eigenen Laptop mitbringt, surft für 10 Kuna die Stunde. Ein weiterer Pluspunkt für diesen Laden ist die Hundefreundlichkeit sowie
der Kaffeeautomat. Mein Hund zerlegte in Gemeinschaftsarbeit mit Bodo, dem Hund der Mitarbeiterin, den halben Laden

und alle hat`s gefreut. Wenn man den Kaffeeautomaten mit 3 Kuna füttert und auf die mit Cappuchino beschriftete Auswahltaste drückt, erscheint im Display im besten hochdeutsch "Getränk 3 wird zubereitet". Da weiss selbst jemand der zu blöde ist sich ein Bier zu kaufen was die Stunde geschlagen hat. In die Havy - und Black Mettel Bar "Runa" Nr. 4 verschleppten mich die Mitglieder einer Jungen Band deren Musik Ihr Euch auf deren Page anhören könnt. Punkt Nr. 5 zeigt den Standort des Bikertreffs "Rout 66" in welchem ich meinen zweiten Abend in Zagreb verbrachte. Für alle, die ohne, oder mit wenig Geld reisen, ist es noch interessant zu
wissen, dass es auf alle Einwegflaschen 50 Lipa, einen halben Kuna, Pfand gibt. Wer fleissig sammelt, macht locker seine 20 Kuna am Tag. Man muss hier nicht wie in Deutschland auf ein Pfandsymbol achten.
Die Automaten akzeptieren alles, sogar meine deutsche Speiseölflasche und die rote Plastikumhüllung einer Grabkerze habe ich versilbert. Von Zagreb führte mich mein Weg in das unweit gelegene Städchen Velica Gorece. Hierher lud mich dieses junge Pärchen ein.

Sie lernte ich in dem nördlicheren der beiden Parks kennen. Wegen der Kälte verkrümelten wir uns in eine Tiefgarage zum gemeinschaftlichen Bier trinken. Plötzlich waren die Beiden verschwunden und ich stand mit Ihren Freunden alleine da. Nach einer Weile meinte einer Ihrer Freunde, ich weis wo die sind, hat mal wer nen Photoaperat. So entstand das Bild zu dessen Veröffentlichung ich eine klare Erlaubniss habe, ja ich wurde sogar darum gebeten. Zwar nicht von den Beiden selbst, aber von deren Freunden, und sie selbst hatten nix dagegegn. Ich erzählte von meinem gelben Aufkleber auf der Windschutzscheibe und bekam einen LKW Parkplatz gezeigt auf welchem ich, so wurde mir versichert, von der Polizei unbehelligt verweilen kann. Doch schon am 3. Abend meines Aufenthalts standen die Jungs vor meinem Wagen. Ich halte mich illegal in Kroatien auf, belehrten mich die Polizisten. Ich müsse mich innerhalb von 48 Stunden nach meiner Einreise an einer Polizeidienststelle melden, dass ich im Land sei, dort bekäme ich ein Papier ausgehändigt, welches ich bei Kontrollen vorzeigen müsse. Dieses Vergehen solle ich nun mit 500 Kuna büssen. Es war Samstag nach 22 Uhr, die Banken hatten geschlossen, und ich zeigte den guten Beamten mein leeres Portemonnaie. Sichtlich verärgert, dass sie bei mir nix abstauben können, durchsuchten sie mein halbes Auto und verboten mir die Weiterfahrt vor Montag. Dann hätte ich mich umgehend in Zagreb bei der Polizei zu melden um mir diese behördliche Schikane abzuholen. Aus diesem Erlebnis lernte ich, mein Geld niemals in meiner Geldbörse aufzubewahren, denn wäre diese prall gefüllt gewesen wäre ich jetzt wahrscheinlich um 500 Kuna ärmer. So hat mich der Spass nur ein paar Nerven gekostet. Wie mir aufgetragen wurde, machte ich mich am Montag also auf den Rückweg nach Zagreb. Der freundliche Polizist bei dem ich wegen des Papiers anfragte, wusste nix davon, schickte mich aber in ein Verwaltungsgebäude gegenüber. Die Frau am Informationsschalter sprach weder deutsch noch englisch. Also bat ich einen jungen Mann, der hinter mir in der Reihe stand, für mich zu übersetzen. Kurze Zeit später hatte ich die Information: " 1. Stock Raum Nr. 29,  Morgen zwischen 7 Uhr in der Früh und 2 Uhr Mittag. So ein Scheiss. Mein Parkschein läuft in 40 Minuten ab und nicht in 16 Stunden. Also fuhr ich weiter auf den Hausberg von Zagreb, Sljeme.

Von hier machte ich mich am nächsten Tag zu Fuss auf, meine Aufenthaltsgenehmigung zu besorgen. Nach knapp 4 Stunden Marsch erreichte ich das Verwaltungsgebäude. Es war jetzt 11 Uhr am Vormittag. Ich ging die Treppen hinauf und suchte Raum 29. Vergeblich. Es gibt hier Raum 1 - 26, aber nicht Raum 29. Also nochmal zur Information. Ich denke es ist wirklich nicht zuviel verlangt, wenn die Mitarbeiterin am Informationsschalter eines Verwaltungsgebäudes in welchem sich Ausländer eine Aufenthaltsgenehmigung aushändigen lassen müssen, englisch spricht, aber sie hatte es immer noch nicht gelernt. Diesmal dolmetschte eine junge Frau für mich. Ah, nicht Raum 29, sondern Raum 23. Also nochmal die Treppe hinauf, Raum suchen, Wartenummer zihen - warten. Inzwischen war es 12 Mittagspause! Mein Hund wartete geduldig vor dem Gebäude und ich fühlte mich verarscht. Gegen 1 betrat ich endlich Raum Nr. 23. Hier spricht nahezu jeder deutsch oder englisch, nur die Leute die Ausländern irgendwelche Wischblättchen ausstellen sollen, sprechen ausschließlich kroatisch. Eigenartig. Dolmetscher war ein junger Mann, ich schätzte ihn so um die 15 Jahre, wahrscheinlich sowas wie ein Praktikant. Nein hier sei ich falsch. Für das Ausstellen des von mir benötigten Papiers sei die Polizei zuständig. Wollen die mich verarschen? Pflichtbewust wie ich bin, machte ich mich also erneut auf den Weg zur Polizeiwache. Diesmal hatte ein anderer Beamter Dienst. Ich erklärte Ihm dass ich am Wochenende in einer Verkehrskontrolle von 2 Beamten darauf hingewiesen wurde, dass mein Aufenthalt hier illegal sei, da mir ein Papier fehle welches ich durch die Polizei ausgestellt bekäme. Der Beamte erwiederte, dass das totaler Blödsinn sei, da meine Anweisenheit im Land ja schon an der Grenze protokolliert worden sei. Ja was denn nun? Haben die hier voll einen an der Klatsche?? Ich habe auch keine Lust mehr nachzuhaken, schließlich habe ich die Aussage eines Beamten kein solches Papier zu benötigen. Was jetzt wahr ist, weiss ich nicht, ich weiss nur, dass ich während meines Kroatienaufenthalts nie mehr als 20 Kuna im Portmonai haben werde, den Rest stopf ich mir lieber sonstwo hin. So verrückt wie die kroatische Bürokratie auch ist, so schön ist die Natur hier auf Sljeme und seiner Umgebung. Hervorragend beschilderte Wanderwege machen das Entdecken der Gegend zur wahren Freude. Verlaufen ist so gut wie unmöglich. Diese Steintreppen

endeten vor einer Höle. Am Höleneingang das Wanderzeichen - bitteeinmal durchquetschen

und tatsächlich nach gut 40 Metern erreichte ich wieder das Tageslicht. Wow auf sowas stehe ich ja. Was mich verwundert ist, dass trotz der recht hohen Temperaturen (in den 10 Tagen die ich hier oben stehe nie kälter als 3 Grad Plus) die Skipiste geöffnet hat.

Ich habe mich gefragt wie die es schaffen dass der Schnee nicht taut. Angeblich haben die ein System mit Külhlleitungen unter der Piste verbuddelt und kühlen so den Boden künstlich aus. Da muss wohl was dran sein, denn anders kann ich mir das Phänomen nicht erklären. Nach 4 Tagen war ich es leid, jedesmal halb Sljeme erklimmen zu müssen, um von
meiner Couch zur Küche oder ins Bad zu kommen; also wechselte ich zu einer Parkfläche mit weniger Schräglage die ich während einer Wanderung entdeckt hatte.

Hier entdeckte ich auch eine wirklich gute Idee des kroatischen Verwaltungsapperates, nämlich diese sich hier an jeder Parkbucht befindenden Müllhäuschen.

Da kann jeder alles reinschmeisen, und wie man sieht wird das auch genutzt. Hin und wieder kommt dann ein Wagen und holt den Mist ab. Echt `ne prima Idee. Hält die Parkplätze sauber. Der Müll wird eh da abgekippt da kann man es auch gleich legalisieren und in geordnete Bahnen lenken. Vieleicht kann diese Idee ja die ein oder andere deutsche Gemeinde abgucken. Gleich werde ich noch mein Fahrerhaus aufräumen in welchem sich die von mir aus der Natur aufgelesenen Pfandflaschen stapeln.

Damit ich am morgigen Samstag zurück nach Zagreb fahren kann. Dort  werde ich ein letztes mal "Mama" besuchen um die Page zu aktualiesieren und mich dann aufmachen weiter ins Landesinnere vorzustossen. Beim nächsten Reisebericht verrate ich euch dann wieviel Geld ich da so nebenbei verdient habe, indem ich den Wald gereinigt habe.

So, dann erst mal wie versprochen die Summe der Kohle, die mein Fahrerhaus zugemüllt hat. Knapp 200 Kuna, etwas unter 30 Euro. Damit war die Woche auf Sljeme quasie umsonst. Wie geplant, besuchte ich Samstag "Mama", um die Page zu aktualisieren und meine Mails zu checken. Aber da endete dann auch die Planung. Während ich friedlich da saß und die Photos für die Page in die richtige Reihenfolge brachte, wurde ich angesprochen: " You are travler?" Der Junge Mann, der mich da anlaberte hieß Veco. (Das kann ich mir prima merken wie Iveco nur ohne I ;-) Er und ein paar Kumpels hatten vor 3 Tagen `ne alte Fabrik im Zentrum von Zagreb besetzt. Da könnte ich den Wagen prima parken um mir von dort die Stadt anzuschauen. Selbstverständlich wäre ich zum Essen eingeladen und bestimmt zeigte mir auch einer der Jungs die Stadt. War wohl nix mit ins Landesinnere vorstoßen. Wäre ja schön dumm von mir, die Einladung abzulehnen. Wir tauschten Telefonnummern und ich bekam im Netz die genaue Lage des Squat´s gezeigt. Selbstverständlich
könnte ich das jetzt nachträglich auf meiner Karte einzeichnen und mit ner Nummer versehen, tue ich aber nicht. Spät am Abend erreichte ich das besetzte Gelände. Eine schwere Eisenpforte wurde mir geöffnet und ich konnte in den Innenhof der Fabrik einfahren. Von hier ging es in einem Irrweg durch das alte Gebäude, vorbei an Fertigungsmaschinen und Büroraümen. In den stockfinsteren Hallen hörte man das Echo seiner Schritte und den Wiederhall der Worte - richtig unheimlich. Drei Türen wurden hinter uns verschlossen um es eventuellen Räumkommandos möglichst schwierig zu machen. Gute 6 oder 7 Minuten dauerte der Weg durch das verlassene Gebäude, bis wir im 2. Stock zu dem Raum kamen, den sich die Jungs zum Wohnraum ausgesucht hatten.

Es gab Strom und eine funktionierende Toilette einige Meter den Flur hinunter. Hier war immer etwas los, sei es die Laptop-Saichen,

das Ergebnis, wenn 6 Mann, 3 Laptops und ein gekracktes W-Lan Netz zusammenfinden, ein gemeinsamer Trommelkontest

oder einfach nur gemütliches Heimkino.

Nur Flitsch fand Fernseh gucken langweilig, und sie verstand es, durch friedlichen Sitzstreick die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Anders als in Deutschland sind die Filme hier nicht synchronisiert. Der Ton wird in Originalsprache ausgestrahlt und es gibt lediglich kroatische Untertitel. Mir zu Ehren wurden haufenweise deutsche Produktionen ausgegraben. Praktisch! Am 3. Tag meiner Anwesenheit wurde die Polizei im Haus gesichtet. Die Jungs sind zwar abgezogen ohne mit irgend jemandem gesprochen zu haben aber sie waren da. Darauf hin wurde mir ans Herz gelegt das Gelände zu verlassen, mein Wohnmobil sei zu auffällig, weil man es von der Straße aus sieht. Mir wurde ein unweit entfernter Parkplatz gezeigt den ich allerdings nicht mochte. Auf dem Gelände des Sqauts wägte ich meinen Wagen in Sicherheit, nicht aber auf dem dunklen Parkplatz mitten in Zagreb. Er entsprach nicht den Anforderungen die ich an einen Stadtparkplatz stelle, und so verließ ich die Jungs einen weiteren Tag später. War ja schließlich auch lange genug in Zagreb und dessen Umgebung.

Mein Weg führte mich Süd-Süd-West-wärts dem Nationalpark " Plitvicka Jezera" entgegen. Nur wenige km hinter Zagreb realisierte ich zum ersten Mal seit meiner Einreise nach Hrvatska (das ist der kroatische Name für Kroatien, daher auch das Länderkürzel HR auf kroatischen Autos), dass ich Europa verlassen habe. Ich habe schon viel von Ihnen gehört, bin davor gewarnt worden sie zu mißachten, und mir wurde gesagt, dass nicht überall welche angebracht sind, aber sie mit eigenen Augen zu sehen, hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Die Warntafeln vor Landmienen:

Dagegen hat mich der Hinweis auf Bären echt kalt gelassen. Bären sind Natur, und wenn mich so`n Tier zerlegt, dann hatte es wohl Hunger und es soll so sein. Aber Mienen! Da gehste zwei Schritte innen Busch, weil du kacken mußt, und Peng. Da mußt du den Hund an der Leine lassen, das ist ein unkalkulierbares Risiko. Glücklicherweise waren diese Mienenfelder regional begrenzt, und der von mir angesteuerte Nationalpark und die Küstenregion sollen Mienenfrei sein, so meine Informationen. Ich folgte einer auf meiner Karte eingezeichneten Nebenstrasse über Starjak und Pisarovina. Ich kreuzte die B 36 zwischen Karlovac und Sisak und fuhr den Schildern Skakavak hinterher. Die ohnehin schon recht enge Straße wurde schmaler und schmaler. Letztlich verlor sie sogar Ihre Asphaltdecke und verlief sich in einem Feldweg. Verzweifelt suchte ich eine Wendemöglichkeit, bei welcher ich mir aufgrund von Fahrspuren recht sicher sein konnte, nicht während des Wendemanövers zu explodieren. Schließlich fand ich eine geeignete Stelle vor einem Hochstand. Aber warum eigentlich Wenden? Ist ja so`ne schöne Stelle hier. Mitten im Nix.

Wenn man die Wege nicht verläßt wird wohl auch nix passieren und beim Schlafen läuft man ja eh nicht. Mit einem ausnahmsweise angeleinten Hund machte ich am nächsten Morgen die Gegend unsicher. Warnschilder sah ich hier keine. Dennoch haben mich die Dinger so geschockt dass ich die wertvollen Pfandflaschen die achtlos in der Natur verstreut liegen besser an Ort und Stelle belasse wenn sie nicht vom Weg aus erreichbar sind.
Spät am Abend stoppte neben mir ein Wagen. Ich hörte den Motor einige Minuten laufen, bis ich meinen Mut zusammen nahm um nachschauen zu gehen was da los ist. Mit einem freundlichen "Dobre dana" (ist Kroatisch, heißt guten Tag, und wird mit Sicherheit anders geschrieben) erschreckte ich den Fahrer der grade neugierig in mein Führerhaus blickte. Er erwiederte meinen Gruß und reichte mir die Hand, als ein zweiter Mann aus dem Wagen ausstieg. Ich weiß nicht was ich getan hätte wenn er meine Hand nicht zum Gruß geschüttelt hätte, sondern mir den Arm umgedreht hätte, um meine Geldbörse zu entwenden. Hat er aber nicht, er war einfach nur neugierig, was da ein so bunter, deutscher Truck auf der Zufahrtsstraße zu seiner 100 Seelen Gemeinde macht. Glücklicherweise sprach er einige sehr schlechte Brocken Englisch, so daß ich seine Neugier befriedigen konnte. Zum Abschied schenkte er mir einen kleinen Emailletopf gefüllt mit Sauerkraut. Wenn ich Ihn richtig verstanden habe, ist dass von seiner Mutter und das beste Sauerkraut in Kroatien. Er kam gerade richtig, denn ich hatte schon überlegt was ich so kochen sollte, und er hatte auch Recht, war wirklich nicht übel. Das sind Erfahrungen die ich am Reisen so liebe, erst haste Schiss inner Buchse und dann bekommste was zu Futtern geschenkt. Geil! Von hier machte ich mich auf, entgültig die Plitvicka Seen anzusteuern. Auf den rund 140 km von Zagreb nach hier, suchte ich einen Supermarkt um einige kleinere Einkäufe zu tätigen. Aber Super sind die Märkte hier nicht. Eher winzig. Mehr so wie ein Büdchen oder ein Trafik wie die Österreicher sagen würden - und teuer. Phu - Liter Milch 9 Kuna. Danke, ich koch `ne Suppe, gibt keine Pfannkuchen. Da kann ich auch mal ausprobieren wie das Hipp Folgemilch Pulver im Kaffe schmeckt, das ich noch in Österreich gefunden habe. Jetzt weiß ich`s - grauslig. Die ersten Wasserfälle sah ich schon während der Fahrt, dort wo die Straße Einblicke in das Tal zuläßt durch welches sich der Fluss Korana schlängelt. Am Ziel angekommen staunte ich nicht schlecht; der Parkplatz war von einer geschlossenen Schneedecke überzogen.

Es war noch früh, und so entschloß ich mich, schon einmal den Weg zu suchen welchen ich beschrieben bekommen habe. Er soll einige hundert Meter hinter dem Haupteingang liegen und auch ohne die Zahlung von Eintrittsgeld passierbar sein. Tatsächlich, wenn man vom Parkplatz 2 den Schildern Ulaz (Eingang) folgt, liegt dieser irgendwann auf der linken Seite. Man geht einfach weiter geradeaus die Asphaltstraße hinunter und `nen guten Kilometer weiter steht man genau vorm See. Ich frage mich, wer da noch Eintritt zahlt, der mit 70 Kuna ja nicht grade preisgünstig ist. Überhaupt ist das 295 km² grosse Nationalparkgelände weder eingezäunt noch sonst irgendwie vor nicht zahlenden Besuchern geschützt. Es gibt unzählige "schwarze" Ein- und Ausgänge. Das Eintrittsgeld scheint `ne Abzocke für Neckermann Touristen zu sein. Die Parkranger haben bestimmt ein Abkommen mit den Busfahrern dass sie die Touris vorm Eingang absetzen wo `ne Kasse ist, und vor keinem anderen, und wenn die dann drin sind und bemerkt haben, dass sie nicht zahlen hätten müssen, ist es zu spät. Am nächsten Tag wollte ich mich aufmachen die zahlreichen Wasserfälle zu bewundern, leider begann es nur eine halbe Stunde nach Aufbruch zu regnen. Also ging ich zurück und bastelte mir eine Angel. Nicht für die zahlreichen Fische,

diese müssen wohl erst noch ein bißchen wachsen. Aber für das Geld, das eh schon mit Eintrittsgeld abgezockte Touristen in das Wasser der Seen werfen und diese somit als Wunschbrunnen umfunktionieren. Ich glaube dass die Münzen in meiner Tasche besser aufgehoben sind als hier in der Natur, denn da gehören sie ja wohl nicht hin. Also knotete ich einen Magneten an eine Schnur und ging nach Wetterbesserung angeln. Hey, das macht Spaß. Magnet ins Wasser werfen, ein wenig hin und herwedeln, und einige verrostete Münzen, aber bei jedem Wurf auch brauchbares Kleingeld an Land ziehen. Mit Einbruch der Dämmerung hatte ich `nen ganzen Rucksack voll Geld. 22,70 Kuna in brauchbaren 50 und 20 Lipa Münzen. Die scheinen versilbert zu sein und rosten nicht. Der Rest, der grössere Berg, ist nur noch ein Fall für den Alteisenhändler. Am darauf folgenden Mittwoch verwöhnte mich das Wetter mit herrlichem Sonnenschein und Temperaturen über der 20 Grad Marke. Wenn ich so über die Holzbrücken laufe, die Frühlingssonne meine schwarze Lederweste aufheizt und ich in das kristallklare Wasser blicke, bilde ich mir ein, den See leise zu mir sprechen zu hören: "Spring rein und schwimm `ne Runde." Wenn ich dann aber meine Hand hinein tauche sagt er laut und deutlich: "Bleib bloß draußen, Schwimmen verboten."
Velica Slap ist mit seinen 78 m der höchste Wasserfall des Parks.

Anders wie die anderen Fälle findet er seinen Ursprung nicht dadurch, daß das Wasser von einem der 16 Seen in den nächst tiefer gelegenen stürtzt; er entsteht durch den Fluss Plitvica welcher hier in die Tiefe fällt. Aber auch wenn die anderen Fälle ihn an Höhe nicht überbieten können so sind sie nicht weniger sehenswert. Hier im Park habe ich über 300 Photos geschossen. Von den Seen, der Landschaft, den Wasserfällen, den Höhlen und den verlassenen Häusern, die es hier überall zu entdecken gibt. Die besten 50 davon habe ich in einer Slideshow für euch zusammengefaßt. Einige der Bilder sind echt grandios und gehören eigentlich eher aufs Titelblatt vom "National geographics" als in die Slideshow von so`ner pippi Website wie dieser hier. Da es am vorletzten Tag meines Aufenthaltes unaufhörlich geschneit hat, könnt Ihr den Park sowohl mit, als auch ohne die weiße Pracht bewundern. Nach dem Schneefall machte ich mich auf, Bärenspuren zu suchen. Angeblich leben hier im Park an die 300 Braunbären; deren Spuren man im frischen Schnee ja irgendwo sehen müßte. Leider suchte ich vergebens. Da mir das Hundefutter ausging mußte ich aufbrechen. Schade eigentlich. Ich wäre gerne noch einige Tage an diesem wunderschönen Platz geblieben.
Mein Weg führte mich bis ins 60 km entfernte Gospic. Hier gab es dann wieder Supermärkte in welchen man seine im Park gesammelten Pfandpullen gegen Hunde - und Menschenfutter eintauschen konnte. Da schleppe ich diese Flaschen kilometerweit durch die Pampa dafür dass mir die Frau im Lidl Markt zu verstehen gibt dass sie nur Geld für die mit Etikett zahlt. Anstatt mir die anderen zurück zu geben, wirft sie diese einfach in einen anderen Sack. Na ja immer noch knapp 300 Kuna. Mehr als genug für `nen kleinen Großeinkauf. Am Abend mache ich mich auf, ein Internetcaffe zu suchen. Meine Suche währte allerdings nicht lange, da ich einen jungen Mann traf, welcher mich auf ein Bier einlud. Er erzählte mir, dass er Söldner sei, und ich klärte Ihn über meine pazifistische Einstellung und die Meinung "Slodaten sind Mörder" auf. Worauf er mir beteuerte noch nie einen Menschen umgebracht zu haben, er ginge ja nur auf Friedensmissionen. Friedensmissionen - schönes Wort für Krieg -  ich schlage das hiermit mal zum Unwort des Jahres vor. Wenn man aber nicht grade über den Beruf des Kerls sprach war er ganz umgänglich und so wurden aus dem Bier recht schnell 6 oder 7. Spät nach Mitternacht torkelte ich nach Hause und warf auf dem Weg einen routinierten Blick in den Müllcontainer hinter dem Lidel Markt. Dort fand ich dan auch den Sack mit meinen Flaschen. Die mit Etikett, für welche ich je 50 Lipe erhalten habe, werden dem Recycling zugeführt, die Flaschen aus dem gleichen Material ohne Etikett sind hingegen Restmüll. Da versteht man die Welt nicht mehr. Da macht man sich schon die Mühe, den Abfall zu trennen und bringt Ihn ordentlich sortiert zur Annahmestelle, und die hauen ihn einfach weg, nur weil das Etikett fehlt. Aber nicht mit mir, den Sack nehm ich mir wieder mit und stopf die Pullen in `nen Automaten der weiß nix von Etikett oder nicht, der stampft die Dinger klein, führt sie dem Recycling zu, und zahlt mir obendrein noch Geld dafür.
Am nächsten Tag setzte ich die Suche nach nem Internetladen fort. Nach vergeblicher Suche holte ich meinen Laptopp und trug Ihn, auf der Suche nach nem W - Lan, quer durch die City.

Auf dem Haus im Hintergrund kann man prima die Einschußlöcher der letzten Friedensmission (1991 - 1995) betrachten. Leider scheint der ganze Ort ohne einen Inhaber eines W- lan Netzes zu sein. Dafür fand ich aber schlie`ßlich doch einen Internetladen der heute allerdings geschlossen hat. Da ich die Tafel mit den Öffnungszeiten nicht übersetzen kann hoffe ich einfach mal auf morgen, äh heute; schon wieder 1 Uhr. Gute Nacht euch allen.

Leider öffnete das Internetcaffe erst wieder am Diensteg. Mist! Es ist schon Samstag und morgen ist mein Großvater (wegen sch.... Ostern) bei meinen Eltern, und da brauch ich I-net, weil ich gerne mal `ne Runde mit dem quatschen würde. Warum muss der unbedingt an `nem Feiertag dahinfahren. Geht eh nicht in die Kirche der gute Mann. Außerdem brauche ich `nen Tierarzt. Mein Hund fastet und pinkelt Blut. Es ist also fahren angesagt. Bei übelstem Mistwetter setze ich die Fahrt fort; durch den Schneematsch auf den Bergen, Richtung Küste. Aufgrund der diesigen Sicht war mein erster Blick aufs Meer nicht grade überwältigend.

Dennoch legte ich eine kleine Rast ein. Nach über einem Jahr Reisezeit das Meer zu sehen ist schon was Besonderes. In Serpentinen geht es den Berg hinunter, bis ich auf die  E65 treffe. Dann biege ich links ab; Richtung Split - Dubrovnik. In jeder Ortschaft die ich passiere halte ich an, frage nach einem Tierarzt und Internet, alle schicken mich nach Zadar. Das kann es ja wohl nicht geben, dass es auf über 100 km Weg weder `nen Tierarzt noch ein Internetcaffe gibt. Dafür finde ich Wasser.  Das Erste, dass ich seit Österreich nachgetankt habe.

Gut 40 km die Küste südwärts macht mein Laptop pling. W-lan gefunden; und das gleich neben `nem Parkplatz. Nach langer Suche wenigstens ein Erfolg. Erstmal scheckte ich aus, wo es denn hier nun einen Tierarzt gibt. Tatsächlich  -  der nächste in Zadar, aber auch der öffnet erst wieder am Dienstag. Armer Hund ich kann Ihm nicht helfen. Ostermontag traf ich hier dann Katrin. Sie war mit Ihrem Hund Chayen, Ihren 3 Kindern und einem 30 Jahre alten 508er unterwegs zu einer alternativen Künstlerkommune in Bulgarien. Zwei Low-Bugdet Touristen im Ausland. (Wenn das nicht mal nach Freundschaft schreit ;-) Während einer netten Unterhaltung tauschten wir Reise -Erfahrungen und Telefonnummern aus und beschlossen, uns am nächsten Tag gemeinsam auf die Suche nach einem netten Parkplatz in Küstennähe zu machen. Flitsch kränkelte derweilen im Wagen. Doch als ich die Türe öffnete und sie Chayen entdeckte, da hatte die doch plötzlich Hunger. Dieser Simulant. Hat das mit der Fastenzeit wohl um ein paar Tage verwechselt. Am nächsten Morgen war Katrin verschwunden. Hab ich Ihr was getan? Nö eigentlich war ich ganz nett. Na, wer nicht will, der hat schon. Such ich halt `ne schöne Stelle alleine. Ich folgte der  E 56  weiter, Richtung Zadar. Nachdem ich die Brücke über das " Novigradsko more" passiert hatte, bog ich rechts ab Richtung Razanac gut 10 km weiter - dann links Richtung Nin. Hier in einer Bucht des "Ljubacki zal jev" hatte ich bereits in Zagreb eine schöne Stelle empfohlen bekommen. Also parkte ich am rechten Fahrbahnrand und erkundete die Schotterpisten, welche zum Meer hinunterzuführen schienen, zu Fuß. Das Wetter hatte sich gebessert. Flitsch nahm wieder Futter zu sich, und Ihr ging es augenscheinlich besser und ich war wirklich begeistert von dem Anblick der sich mir bot. Schnee in den Bergen und ein herrlicher Sandstrand bei bestem Wetter in greifbarer Nähe.

Leider fand ich dort keine geeignete Parkfläche. Dafür aber ein Stück weiter nordwärts. Hier hatten es sich Kresimir und seine Schwester bereits vor mir gemütlich gemacht. Kresimir ist echt ein witziger Kerl. Obwohl sein Englisch eher mäßig bis nichtvorhanden ist, ist er eine Labertasche ohnegleichen. Ich brauchte gut zwei Stunden um endlich aufbrechen zu können, um meinen Wagen zu holen. Am Abend rief mich dann auch Katrin an, wo ich denn sei? Schnell hatte ich Ihr den Weg erklärt und so besetzten wir doch noch gemeinsam ein schönes Stück kroatischer Natur.

Am nächsten Tag fuhr ich mit Kresimir zusammen in seinem PKW durch die Gegend. Er wollte mir eine schönere Stelle zeigen wo man einige Tage ungestört verbringen kann. So kam es, dass wir diesem Ort hier nur eine Nacht treu blieben, weil "Stefan´s Place", wie Kresimir die andere Stelle taufte, wirklich schöner und vor allem ebenerdiger war. Im Konvoi ging es weiter Richtung Vrisi. Im Ort erst rechts und dann im Kreisverkehr links an der Trinkwasser Zapfstelle vorbei. In Höhe des Steinbruchs der Firma "maras" geht die Straße in eine Piste über. Diese reicht noch einige km talwärts und man ereicht einen abgelegenen Punkt mit karger Marslandschaft direkt am Meer.

Kresimir interessierte sich für Astrologie und fragte Katrin nach Ihrem Sternzeichen. "Äh, Jungfrau ??" antwortete diese und fragende Blicke durchbohrten mich. Spontan übersetzte ich mit: "No fucking women" was sehr zur Belustigung des Gespräches beigetragen hat. An diesem, und am folgenden Abend saßen wir zu viert lange in meinem Wohnmobil und führten sehr erheiternde Gespräche in 3 verschiedenen Sprachen.

Schon am zweiten Tag unsrer Anwesenheit kamen gleich 3 Typen, die uns darüber aufklärten, dass dies kein Campingplatz sei, und uns drohten die Polizei zu rufen. Diese Dumpfbacken verängstigten Katrins Nachwuchs, so dass Sie bald aufbrach. Mich ließen die Kerle ziemlich kalt, und ich verweilte unbehelligt noch 6 weitere Tage. Tschüss Katrin 

und von Herzen `ne gute Reise. Hier nur für dich und deine Freunde `ne Slideshow von allen Bildern die ich von Dir, den Kindern oder deinem Wagen geschossen habe. Schade dass Du so früh gefahren bist. Ist keiner mehr gekommen der Ärger gemacht hat. Mit den Minuten in denen du verschwunden bist wurde auch das Wetter besser; und ich habe mir `nen
ordentlichen Sonnenbrand geholt, während ich mit meinem Boot `ne erfolglose Angeltour unternommen habe. Du bist auch nicht dazu gekommen deinen Kindern diese Heerscharen von Eidechsen zu zeigen, die sich bei gutem Wetter auf den Felsen sonnen. Habe ich noch nie gesehen und fühlte mich irgendwie wie in Jurassic- Park. Außerdem habe ich noch deine Angel. T´schuldigung *schäm. Dafür müsstest Du meinen echtenn Silberlöffel spazieren fahren. Wenn man sich noch mal sieht können wir ja tauschen.
Da auch Kresimir nicht mehr zu Besuch kam, wurde mir irgendwann langweilig, und ich beschloss weiter zu ziehen. Von der Abfahrt habe ich ein kleines Video gedreht.


Leider war meine Speicherkarte schon voll als die Piste wirklich schlecht wurde. Ich hab`s trotzdem mal online gestellt. Jetzt bin ich in Zadar und stoße schon recht bald wieder zur Küste vor. Wenn nix dazwischen kommt zumindest.
Wenn nix dazwischen kommt. Kam es aber. In Zadar wählte ich den Parkplatz vor dem "Plodine" Supermarkt, dieser liegt kurz hinter dem Ortseingangsschild auf der linken Seite. Hier ging ich erstmal ein wenig shoppen. War auch dringend nötig, mein Zucker war alle. Als ich von meiner ersten abendlichen Stadterkundung zurückkam, sah ich auf der anderen Straßenseite Licht aus einigen Wohnwägen leuchten und vernahm das Bellen von gut 2 Dutzend Hunden. Ein Campingplatz ist das bestimmt nicht. Dafür hat es dort zu viele Hunde. Vielleicht habe ich durch Zufall meine erste kroatische Wagenburg gefunden. Mal gucken gehen.
Ein großes Rudel laut bellender Hunde begrüßte mich als ich das Gelände betrat und eine junge Frau kam mir, sichtlich über meine nicht vorhandene Angst vor den vierbeinigen Zeitgenossen verwundert, entgegen. "You speak English?" "A bit, yes." bekam ich zur Antwort. "Is this a squaret trailer park?" Fragte ich. "Äh, what?" Zwischenzeitlich hatte ich selber meinen Irrtum bemerkt. Ich hatte es hier nicht mit einem Wagenplatz zu tun, sondern mit einem Tierheim welches an die 200 herrenlose Hunde beheimatet, wie ich in einem Gespräch erzählt bekam. Spät in der Nacht bekam ich eine Privatführung über das Gelände und streichelte all diese lieben Tiere. Ich erfuhr dass es hier weder Strom noch Wasser gibt, alle Mitarbeiter ehrenamtlich arbeiten und eine Frau, mit wohl sehr guten englisch Kenntnissen das Futter bezahlt. Der Anblick war erbärmlich, drei notdürftig eingezäunte Areale in welchen sich alte PKW, Busse und Wohnwagen als Hundehütten befinden. Pro Woche gibt es etwa drei Neuzugänge, und pro Monat eine Vermittlung, erfuhr ich weiter. Spontan bot ich an, auch einige Tage ehrenamtlich zu helfen. So kam es dass ich mich die nächsten Tage im Blaumann und mit Schaufel und Schubkarre bewaffnet als Scheisseaufsammler und Zeckenrausdreher betätigte. Eigentlich schwebte mir vor einige Photos von den Hunden zu schießen, um diese auf den Webseiten, auf welchen ich noch von meiner Welpenvermittlung angemeldet bin, feilzubieten. Hierzu hätte es aber eines Gespräches mit der englischsprachigen Futterbezahlerin bedurft, da anscheinend nur diese die E-mail Adresse des Heimes kannte. Leider war es mir während meines Aufenthaltes nicht möglich diese gute Frau anzutreffen. Nachdem ein geplantes Treffen mehrfach kurzfristig abgesagt wurde, verlies ich Zadar ohne eine wirkliche Hilfe gewesen zu sein. Dennoch, wer einen Hund sucht und zufällig `nen Kroatienurlaub geplant hat, in Zadar gibt`s ein Tierheim mit ganz vielen lieben Hunden, darunter auch fast immer Welpen. Gebt den Tieren `ne Chance ansonsten haben sie keine. An den Abenden hier in Zadar führte mich mein Weg ins Zentrum der Stadt. Auf diesem zentralen Platz

gibt es gleich 3 verschiedene offene W - Lan Netze. Das Straßenkaffee schließt um 20.30 Uhr, danach kann man kostenfrei dessen gemütliche Stühle benutzen. Vorher kostet dort ein Bier (0,33 Liter) 14 Kuna, mein teuerstes Bier in Kroatien. Von hier machte ich das letzte Update dieser Page und gab mich viele Stunden der Internettelefonie mit meinen Eltern und Freunden hin.

Des weiteren schaute ich mir den Küstenverlauf als Satellitenbild auf "Google Earth" an und fand dabei diese Stelle, welche auf mich einen einladenden Eindruck machte. An meinem letzten Tag in Zadar arbeitete ich nicht im Tierheim, sondern ich ging schon am Vormittag in die Stadt hinunter um für euch diese kleine Slide-Show des Stadtkerns mit seinen engen Gassen, Häusern, Häfen und Kirchen zu erstellen. Echt hübsch gemacht ist der nördlichste Teil der Strandpromenade. Hier befindet sich unter dem Beton so eine Art Wellengenerator, welcher die Wellen des Meeres in Musik umwandelt. Sphärische Klänge die zum Verweilen einladen. Erwähnenswert ist meiner Meinung nach auch das wahrscheinlich kleinste Fährunternehmen der Welt, von dem man sich für 3 Kuna über den Hafen von Zadar rudern lassen kann.

Am Abend traf ich mich auf der Page eigenen Chattseite mit meinen Lesern zum Gespräch. Zu meiner Verwunderung waren tatsächlich einige Menschen anwesend. So viele, dass selbst ich, als geübter Chatter teilweise ins schwitzen kam um allen gerecht zu werden. Ein solches online Treffen werde ich mit Sicherheit wiederholen.

Weiter gehts mit meinen Reiseberichten Kroatien 2.

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U. Berger von reisefox für die Verlinkung meiner Reiseberichte. Er hat sich einen Daihatsu Cuore Zum Wohnmobil ausgebaut und ist damit immer mal wieder auf Tour.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.


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