Wohnmobil Reiseberichte Kroatien (Wildcamping)

Wie es dazu kam und was die Polizei damit zu tuen hat lest Ihr dan später. Hier erstmal das update von mitte September:
Flitsch hüpft aufgeregt an mir hoch und runter. Wie in den letzten Tagen war sie rund 10 Stunden alleine und sie freut sich jetzt, dass es zum Strand geht. Ich schaue in meinen Wagen, Flaschen, dreckiges Geschirr, seit Arbeitsbeginn nicht mehr durchgefegt, ein Blick in meine Spüle lässt mich erschaudern; das lebt schon. Martin ist hier. Verdammt, der wollte morgen kommen. Wenn`s hier so ausschaut lass ich den nicht rein, das ist mir peinlich. Armer Hund komm schnell pinkeln und Häufchen machen. Nach 5 Minuten war ich wieder drinnen und stellte Flitsch mit einem Knochen ruhig. Im Turbogang schaffte ich Ordnung. Flaschen in Müllsäcke, Wasser in Spüle und Geschirr einweichen, durchfegen, Geschirr von grobem Dreck befreien und stapeln. Ich wollte gerade wieder die Türe schließen, die ich, um meine Fußmatte auszuschütteln geöffnet hatte, als ich die Worte. "Halt, stopp!" vernahm. Ich schaute nach rechts. "Martin?" "Ja, hey Stefan!" Ein witzig dreinschauender Typ näherte sich da meinem Wagen. Weißes Shirt mit diversen Flecken, ein zerschlissenes Sonnenhütchen auf dem Kopf. Darunter eine Brille die von hochgeklappten Sonnenschutzgläsern geziert wurde und eine Boxershorts, welche selbst ich Müllverwerter am Strand hätte liegenlassen, wenn ich sie dort gefunden hätte. "Komm erstmal rein, magste `nen Kaffee? Sorry dass das hier so ausschaut, aber ich bin zu nix gekommen in den letzten Tagen, war immer arbeiten." Wenn der wüsste, dass er vor `ner halben Stunde noch mit den Kakerlaken hätte flirten können. Nach unserem Kaffee gingen wir erst mal zu meiner kleinen Bucht. Ich erklärte, dass Flitsch auch zu Ihrem Recht kommen müsse. Bei einer Flasche Wein die Martin sponserte, hatten wir uns viel zu erzählen. Martin begann seine Hundephobie zu überwinden und schloss Freundschaft mit meiner 4- beinigen Begleiterin, auch wenn sie Ihm sichtlich immer noch nicht ganz geheuer war. Es schaut echt witzig aus wie er zusammenzuckt wenn Flitsch Ihm recht stürmisch `nen Stock vor die Füße legt. Auf meinem Parkplatz könne er nicht schlafen, das sei dort zu laut, er habe sein Auto einige Meter entfernt geparkt und wolle die Nacht dort verbringen. Ich erzählte von der Option eine Jet-Ski -Tour zu machen. Ich könne nach Feierabend den Jet-Ski meines Ex-Chefs kostenfrei nutzen. Ich müsse nur den Sprit bezahlen. Ne 10 Minuten Tour sei mir aber zu albern, ich wolle nach Boll. Das sind etwa 120 km hin und zurück. Also ca 2 Stunden Fahrzeit bei 70km/h. Allein sei mir aber der Sprit zu teuer bei 30 Liter/Stunde. Ja die Idee sei gut wenn man sich den Sprit teile könne man das mal machen. Hm, eigentlich hatte ich daran gedacht das ich den Ski besorge und Martin den Sprit bezahlt; aber ich würde auch teilen. Was mir aber den Spaß an der Aktion verdarb waren Martins Bedenken über die Risiken. 70 km/h mit Ihm hinten drauf nur auf ebenem Wasser und gerader Strecke. 20 oder 30km/h seien auf dem Wasser auch schon schnell, und ich sei kein erfahrener Fahrer der das Gerät im Griff hätte. Ich räumte ein, dass ich bei Vollgas ausprobieren wolle, was passiert, wenn man das Lenkrad bis Anschlag verreißt, und dass ja nicht viel mehr passieren könne als ins Wasser zu fallen. Wir wurden uns nicht einig. Kurz vor Mitternacht ging dann jeder zu seinem Wagen. Wir vereinbarten, uns morgen gegen 10 Uhr bei mir zu treffen um meine Flaschen zurückzugeben, Martin hatte mir per Mail geschrieben dass er auch gerne mal Flaschen sammeln würde, und so kann ich Ihn schon mal ins Zurückbringen einweisen. Er selbst stehe so gegen 7 oder 8 auf. Das war mir allerdings `ne geraume Ecke zu früh. Alleine betrat ich wieder meinen Wagen. Ich muss hier aufräumen und zwar jetzt. Es dämmerte schon als ich den Lappen ausspülte mit dem ich den Boden gewischt und die Toilette geputzt hatte. Martin staunte nicht schlecht als ich um kurz vor 8 Uhr vor seinem Wagen stand. "Schon wach?" Fragte er. "Ne, noch nicht geschlafen," antwortete ich. Wie ich mich nach `ner durchgemachten Nacht fühle, wollte er wissen. "Na ganz normal, ne Kanne Kaffee und der nächste Tag kann kommen," gab ich zur Antwort. Martin schüttelte den Kopf. Er habe noch nie eine Nacht durchgemacht. Nur einmal als er seine Frau kennengelernt hat, habe er bis zum Morgengrauen mit Ihr in der Küche gesessen und geredet. Als er aber die Dämmerung bemerkte musste er ganz schnell ins Bett. Martin wollte mich zum Frühstück einladen, aber kaum hatte er seinen Kocher ausgepackt kam ein Typ und machte Ärger. Martin unterhielt sich auf Polnisch mit Ihm. Das hat er verstanden ich aber nicht deshalb kann ich die genauen Hintergründe hier nicht wiedergeben. Ich weiß nur, dass er gestern noch erzählte, dass er auf Privatgrund stehe und dort keinen Ärger bekomme. Also gingen wir zum Frühstück zu mir. Noch ein Liter Kaffee dann brachten wir die Flaschen weg. Martin war ganz schön erstaunt. Ne knappe Stunde mussten wir anstehen um meine 250 Kunat in Empfang zu nehmen. Dann ging`s weiter auf einen netten Parkplatz den ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit passiert hatte. Ich wollte da eigentlich schon früher hin, hatte aber Schiss dort Mecker zu bekommen und dann nix zu haben wo ich hin kann wenn ich arbeiten muss. Jetzt bin ich frei und freu mich auf den Mecker.  Am nächsten Morgen erreichte uns Lea.

Eine Couchsurferin aus Großbritannien. Ich war so stolz auf mein Englisch aber Sie verwies mich in meine Schranken, und ich muss zugeben, dass auch Martin mir haushoch überlegen ist. Nach dem Frühstück gings zum Strand. Mit meinem Hund auf Martins Surfbrett war ich das Touristenmotiv als ich ein Stück den Strand entlang ruderte.

Danach ging`s ohne Surfbrett zum Privatstrand. Als wir dort ankamen war ein junges Pärchen damit beschäftigt sich hemmungslos zu lieben (hab ich das nicht schön umschrieben, ich hätte ja auch ficken schreiben können) und ließ sich in keinster Weise von uns stören. Vom kostenlosen live Porno abgelenkt verfehlte ich den Weg und schlug mir Hand und Knie an den rauen Steinen auf. Mit diesen Schmerzen hatte ich keine Lust einige Fotos zu schießen um Euch daran teilhaben zu lassen. Am Abend erkundigte sich Lea nach dem Weg zur Bushaltestelle. Ich begann mit einer Beschreibung des rund 10 Minuten-Weges. Martin hingegen bot an sie hinzufahren, dann sei sie in ein paar Minuten da. Für diesen Service wollte er lediglich 20 Kunat Spritgeld und ein Eis für die Arbeitszeit. Ich wäre fast vor Scham erstarrt. Sind wir nicht Reisende? Ist Reisen nicht die Lebenserfüllung? Ist es nicht die Pflicht eines jeden Reisenden einem anderen Reisenden zu helfen? Ich reise low budget, habe eigentlich selbst nix zu fressen aber von `nem Kaffee werd ich nicht ärmer, den hab ich immer und für jeden. Wenn ich den Kaffee Herrn Müller anbiete, bekomme ich den von Herrn Maier zurück, so ist das Leben. Mir wird oft genug geholfen, da helfe ich auch. Wo immer ich kann mit allem was in meiner Macht liegt. Klar fahre ich niemanden ne Strecke von 10 Minuten Fußweg, aber ich biete es auch nicht an und will Geld dafür. Als wir wieder alleine waren gestand mir Martin, dass er noch keine Flasche gefunden habe. Da das Wetter eh nicht zum schwimmen einlud, (In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab`s `nen Temperatursturz von mindestens 10 Grad) sattelte ich den Rucksack und wir machten uns auf ein Stück weit der Küste zu folgen um Flaschen zu sammeln und nen schönen Stellplatz zu finden. Ich warf einen geschulten Blick in die Abfalleimer am Wegesrand. In den Ersten, den Zweiten und: "Martin, schau mal ich hab `ne Flasche." "Ach, Du holst die aus den Mülleimern." Schon war er unterwegs zu nächsten Tonne um sie zu durchwühlen. "Hab auch eine" grinste er freudig. Ganz enthusiastisch sammelte er alles was er fand. Ich erklärte, große Flaschen seien ein Minusgeschäft, weil sie Platz für 4 Kleine brauchen und man so viel nicht tragen könne. Aber Martin sammelte. Ohne jede Schamesröte, sehr sympathisch. Hatte ich noch in Primosten Hemmungen und ging nur in der Nacht auf Jagd, wo mich niemand sieht, war Martin alles scheißegal. Was ich durch monatelange Abstumpfung erlernte, konnte er von der ersten Minute, und zwar besser als ich. Später, als alle Tüten gefüllt waren, wurden dann nach und nach die großen Flaschen weggeschmissen und jeweils durch 4 kleine ersetzt. Bei bester Laune trugen wir unsere Beute quer durch Tucepi.

Flaschen fanden wir, einen Parkplatz nicht. Mit beiden Fahrzeugen fuhren wir auf einen entdeckten Rastplatz der E 65. Dort parkte ich und stieg in Martins Wagen um. Mit Ihm ging`s etwa 15 km weiter südwärts. Martin hatte die Idee mit einem Wagen vorzufahren, dann zurück zu laufen und mit dem Anderen hinterher zu kommen. So müsse man nur eine Strecke laufen und käme schneller voran. Eine Idee der ich augenblicklich zustimmte. Recht bald fand ich den Traum von Parkplatz. Direkt am Meer, ein kleiner Kiesstrand welchen man nahezu hätte befahren können, Bäume, abgelegen und durch ein großes, blaues Schild mit einem „P" als Parkplatz gekennzeichnet. In der Saison kostet der Tag parken hier 40 Kunat verrät uns ein Schild. Jetzt, nach dem Temperatursturz ist die Zufahrt mit einer Kette versperrt. Zwei dicke Vorhängeschlösser sichern Selbige. Jedoch sind sie in einer Schraubenöse verankert welche sich problemlos mit einem 17er Schlüssel lösen lässt. Heute aufschrauben und Morgen reinfahren war mein Plan. Wenn einer Ärger macht war das Ding halt offen. Und Parken auf `nem Parkplatz kann ja nicht verboten sein. Aber Martin war die Sache zu heikel. Er hatte Angst. Ohne Ihn, hieß das klare Veto. Also weitersuchen - erfolglos. Am nächsten Tag gings direkt zu Fuß weiter. Das zu erkundende Areal ist überschaubar. Ein Vorausfahren mit einem Wagen somit sinnlos. Wir machten uns auf. Erst über die Hauptstrasse dann die Erste rechts. Hinter einem kleinen Friedhof endete der Weg. Ich schlug vor, uns querfeldein zur Küste vorzukämpfen um ihr zu folgen. Wenn wir dann an `ner Straße vorbeikommen, folgen wir dieser hinaus, anders müssen wir jede Sackgasse ausprobieren ob sie nicht vielleicht doch zum Meer führt. Aber wie so oft war Martin das zu gefährlich. Man könne sich auf dem unwegsamen Gelände einen Fuß verknacksen oder auf eine Mine treten. Also folgten wir der Hauptstraße, welche das hohe Verkehrsaufkommen mit einer herrlichen Aussicht auszugleichen versucht

(An dieser Stelle ein dickes sorry an Jakob. Ich wollte dir dein Shirt nicht stehlen, ich habe einfach das Zurückgeben vergessen. Aber ich denke, Du weist das, und so bekommste noch ein bisserl kostenlose Werbung du alter Kapitalist ;-) Nach `ner knappen Stunde Walk bogen wir wieder auf einen Feldweg ein der zum Meer zu führen schien. Martin fotografierte die Aussicht. Einfach schön hier. Wenige Minuten später erreichten wir ein Schild das ein Militärgelände auswies und das Fotografieren verbot. "Oh, ich lösche lieber das Bild von eben, nicht das uns wer kontrolliert und wir deswegen Ärger bekommen." Ich bog mich vor Lachen. Das gibt's doch nicht, wie kann man so viel Angst haben. "Pass mal auf!"  Sagte ich zu Ihm und zückte meine Kamera um dieses Photo zu schießen.

Böswillige Zungen könnten mir nun die Militärspionage unterstellen, in Wahrheit möchte ich aber lediglich andere Reisende davon in Kenntnis setzen, dass hier das Fotografieren verboten ist. Erfolglos traten wir den Heimweg an. Martin klagte über Hunger und Ermüdungserscheinungen. An einem Rastplatz fragte er einige Polen ob sie Ihn die 10 km zu seinem Wagen mitnehmen können. Sein perfektes Polnisch half Ihm wahrscheinlich. "Ich fahre mim Auto, wir treffen uns an den Wagen." Ich wechselte in den Laufschritt. Etwa 40 Minuten nachdem wir uns getrennt hatten erschreckte Flitsch meine neue Reisebegleitung indem sie einen prüfenden Blick in seinen Kochtopf warf. "Mit dir hätte ich frühestens in `ner Stunde gerechnet." lautete Martins überraschendes Statement zu meinem baldigen Auftauchen. Als wir am Abend weiterfuhren merkte ich mir meinen km-Stand. 4 km von da wo Martin getrampt ist, und 7 km bis zu dem Punkt zu dem wir vorgestoßen sind. Am nächsten Morgen wurden wir auf einem alten Campingplatz in der Nähe von Ploce wach. Diese Stelle kannte Martin schon von früheren Reisen und sie ist wirklich hübsch. Auf der einen Seite die Mündung eines Flusses, was Süßwasser bedeutete auf der anderen Seite eine riesige seichte Bucht. Der perfekte Platz zum Surfen üben. Etwa 4 Stunden verbrachte ich damit zu üben auf einem Surfbrett zu stehen und gleichzeitig ein Segel hochzuhalten.

Echt nicht einfach. Martin predigte mit einer erstaunlichen Geduld wie man es machen muss. Doch länger als 5 sec schaffte ich es nicht auf dem Bord zu stehen. Ich schaffte es nicht ein Surfsegel hochzuhalten und unweit neben mir düste ein Kaeit Surfer mit immensem Speed auf eine Landzunge zu, um kurz vor ihr in die Luft abzuheben, sie mit einem Salto zu überfliegen, um hinter ihr wieder auf dem Wasser zu landen. Dieses Schauspiel boot er mir einige Male als ich aber die Kamera zückte um das ganze zu filmen machte er nur `nen kleinen Sprung und beendete seine Fahrt. Einen Tag nach meinem erfolglosen Surfkurs erreichten mich Sohni und Susi.

Ich war gerade damit beschäftigt mich in Martins Neoprenanzug zu pellen um weitere Surfstunden zu nehmen, als mein Telefon klingelte. Ich hechtete Richtung Gerät, nahm es in die Hand und der Anruf war beendet. Auf meinem Displey blinkte "SIM Karte einsetzen" Sch..... alter Kasten. Als ich es wieder am laufen hatte erhielt ich `ne SMS meiner Freunde: "Wo bist Du? Sind schon an Markaska vorbei" Schitt ich kann nicht antworten. "Martin? Dürfte ich mal dein Handy ...." Da klingelt meins erneut. Diesmal klappt die Konversation. Jo, fahrt die Straße runter bis hinter Ploce, ich komm euch entgegen. Surfanzug aus, Lederjeans und Pulli an. Brrrrr ist das plötzlich kalt geworden. Schnell noch `nen Rucksack rauskramen falls ich `ne Flasche finde und los. Kurz vor der E 65 ein erneuter Anruf. "Wo bist du?" "In `ner halben Minute an der Hauptstrasse, fahrt mal die Brücke rauf und runter dann müsst Ihr mich sehen." Kurz darauf feierten wir ein Wiedersehen nach fast 2 Jahren, und ich nahm in Ihrem LT- Bus Platz der mal meiner war. Dieses Fahrzeug kaufte ich für meine erste Selbstständigkeit. In 2-monatiger Arbeit baute ich es zu einem Zwischending zwischen Kiosk und Imbissbude um. Oh, da fällt mir viel zu ein, was ich erzählen muss, das sprengt eindeutig den Rahmen dieses Reiseberichts. Deshalb lest es bei Interesse doch einfach HIER nach. Am Parkplatz angekommen machte ich die beiden mit Martin bekant. Viel unternahmen wir nicht die nächsten Tage. Zu sehr waren wir damit beschäftigt uns alle Neuigkeiten zu erzählen. Während ich hinauszog um die Welt zu entdecken, gab es diverse Hochzeiten in meinem Freundeskreis. Babys waren unterwegs und Einige sogar schon geboren. Der hat sich ein Haus gekauft, jener ein neues Auto. Der `nen Job verloren usw. Was man nicht alles verpasst wenn man unterwegs ist. Aber eigentlich bin ich ganz froh darüber mit diesen weltlichen Problemen nix mehr zu tun zu haben. Als meine Neugier ausreichend befriedigt war, luden wir die Kajaks vom LT- Dach, welche sich Sohni und Susi gekauft hatten. Anfänglich hatte ich Bedenken ob ich meinen Hund in den kleinen Dingern unter bekomme aber es hat dann doch gepasst.

Unsere Touren waren nicht ganz so überdimensional wie die, die ich mit Rockos Boot unternommen hatte, sondern eher auf einige Stunden begrenzt. Danach fand man sich dann zum gemütlichen Zusammensitzen vor den Wägen ein. Noch einen Tag später ging`s dann zu dem unweit entfernten Lidel Markt Grillfleisch kaufen. Wie in guten alten Zeiten, als sich im Sommer noch mein gesamter Freundeskreis zum gemeinschaftlichen Grillen und Schwimmen vor meinem Wagen versammelte, den ich nur wenige Meter vom Ufer des Entenfangs zu parken pflegte,

schwelgten wir im Überfluss. Den eigentlichen Sparstiel meiner Reise vergaß ich heute einmal. Würstel, Ketchup, Baguettbrot, Nudelsalat und alles was man sonst noch braucht wurde eingekauft. Da hab ich doch beim durchsuchen meiner Bilder noch ein lustiges Video aus einem vergangenen Urlaub gefunden:


Wieder zurück wurde der Grill angeschmissen und das Essen in alter Manier genossen.

Viel mehr als das Essen genoss ich das Bier das ich in der Hand halte. Das erste richtige Alt Bier seit Monaten ja fast seit Jahren. Da fühlt man sich richtig heimisch. Nicht nur wir freuten uns über unser Leben auch unsre Hunde genossen das Wiedersehen.

Wir ignorierten die Kälte und gingen schwimmen. Eine Schnaps- Idee bei 13 Grad warmem Wasser. Aber schließlich gehört schwimmen gehen zu `nem guten nostalgischen Grillabend dazu wie die Wurst oder Ketchup. Martin gestand uns im Gespräch noch nie vom Alkohol gebrochen zu haben, noch nie eine Party in dem Stiel besucht zu haben, wie jene von denen wir sprachen. Mensch, was ist in dem Leben von dem Jungen alles an Ihm vorbeigegangen. Am nächsten Tag feierten wir eine 4-Mann Party. Ich sponserte eine 5 Liter Büchse Bier die ich auf einem Supermarktparkplatz beim Pullenzurückgeben gefunden hatte und kochte Spagetti mit Tomatensauce. Ein Feuer wurde entfacht und meine Batterien mit erhöhter Stromentnahme für die musikalische Beschallung gequält. Eigentlich war echt alles für `ne gute Party vorhanden nur ein paar Leute mehr hätten nicht geschadet. Aber egal, einen Grund zu Saufen finde zumindest ich immer. So eine krasse Party hätte er noch nie erlebt, und er sei ja so betrunken gewesen meinte Martin am nächsten Mittag beim Katerfrühstück im Wagen meiner Freunde.

Ich weis echt nicht ob er es ernst meint oder mich verarschen will. Keiner von uns war betrunken. Das kann ich beurteilen. Keiner  ist umgekippt hat sich übergeben oder hatte `nen Black-out. Vielleicht waren wir ein bisserl angeheitert aber mehr auch nicht. Na ja, jeder schätzt solche Situationen halt anders ein. Bilder von krassen Partys auf denen ich anwesend war findet Ihr Hier. Bevor Sohni und Susi uns wieder verließen (Ihre Zeit war schon um, die Arbeit ruft) ging es noch einmal mit den Kajaks raus. Diesmal in die andere Richtung.

Wir waren fast wieder zu Hause als ein Fischerboot neben mir die Fahrt verlangsamte. Der Fischer sprach mich an. "You speak English or German" "Yes English" "Du musst die Angel auswerfen und ganz schnell wieder einholen sonst fängst du nie was. Was hast denn du für`n Köder?" Im gleichen Moment kam uns Susi entgegen.  "Martin packt seinen Kram zusammen die Bullen waren hier 500 Kunat Strafe" "Wie, was?" "Steig mal in mein Boot ein dann zeig ich dir wie man angelt," meinte der Fischer gleichzeitig. "Äh sorry!" Ich kann mich nicht zerteilen. Meine Freunde wollen Abreisen, die Bullen waren da, und ausgerechnet in diesem Moment bekomme ich das Angebot mit `nem Fischer rauszufahren was ich schon die ganze Zeit mal machen wollte. Ich erklärte Ihm die Situation. Sein knappes Statement: "Bullen sind bescheuert, steig ein." Ich entschuldigte mich  bei Ihm und bekam ein paar Garnelen als Köder geschenkt; mit denen würde ich auch hier was fangen. Ich solle sie einfach auf einen Hacken spießen, den ich mit `nem Grundblei versehen habe und warten. Die Chance auf `nen netten Fischereiausflug lies ich somit ungenutzt verstreichen. Dafür hatte ich Zeit mir die Polizeigeschichte anzuhören. Eine Zivilstreife sei da gewesen und hätte diese Knöllchen ausgestelt.

Die Stimmung war am Tiefpunkt. Seit eben sei der Urlaub für sie vorbei, meinte Susi; und Martin wollte augenblicklich das Land verlassen, weil sie ihn jetzt auf dem Kieker haben. Diese ganze Aufregung wegen `nem falsch-Parken-Knöllchen kann ich nicht verstehen. Braucht man doch eh nicht zu bezahlen. Ich kann das zwar nicht lesen aber da gibt`s bestimmt irgendwo ein Widerspruchsrecht, das wird denen dann zu kompliziert das bis Deutschland zurückzuverfolgen. Wir hätten Glück gehabt, weil wir nicht da waren, so die übereinstimmende Meinung. Ich hingegen sehe das anders. Endlich ist mal was los und ich bin nicht da um den Ärger abzuwenden. Hätte ich der guten Streife meinen Standardspruch gedrückt: "Maybee Kroatia is your Land, but your Land is part of my Planet and I can be every where at my Planet without Paying for be. Anything outer is Political crime." wäre die Sache sicher anders ausgegangen. Ich versuchte Entspannung in die Situation zu bringen. Ich beteuerte, dass wenn ich betroffen wäre, ich nicht im Traum daran denken würde zu bezahlen. Weil es sich hier ja eindeutig um eine politische Verfolgung handelt. Ich erzählte von dutzenden dieser Papiere die ich noch in Deutschland ausgestellt bekam und von denen ich kein Einziges bezahlt habe. "Aber Kroatien ist nicht Deutschland!" Mit dem Entschluss morgen eine Bank anzusteuern um die illegal geforderte Touristensteuer zu begleichen verabschiedeten sich meine Freunde nachdem Sie Ihre Kameraakkus mit Hilfe meines Stromgenerators aufgeladen hatten. "Nächstes Jahr in Griechenland!" rief ich Ihnen hinterher als sie fuhren. Ich war wieder mit Martin alleine. Diesem schlotterten die Knie. Also 500 Kunat, 70 Euro könne er auf keinen Fall zahlen. Ich antwortete recht salopp: "Dann lass es doch einfach bleiben." Aber damit entspannte ich die Situation keineswegs. Mit zitternden Knien folgte er mir zum Lidel Parkplatz. Von hier wollte ich ins Internett und, falls Interesse besteht zu Polizeistation um die Sache zu klären. Am nächsten Morgen wurde mein Schlaf sehr zeitig gestört. "Ich fahre jetzt" meinte Martin. "Wie spät ist es denn?" "Halb 7" "Jo schüssi das ist mir zu früh für alles, ich penne noch `ne Runde." Schranktüren klapperten, Dinge wurden zusammengesucht, der Hund wurde unruhig. Wie will man da schlafen? Ob er noch `nen Kaffee bekommen könnte, er hätte ne lange Fahrt vor sich. Mann kauf dir deinen Kaffee anner Tanke und lass mich verdammt noch mal pennen. Es ist Noch nicht mal richtig hell, dachte ich. Stand dann aber doch auf und kochte den gewünschten Wachmacher. Mit Engelszungen redete ich auf Martin ein zu den Bullen zu gehen. Schließlich wollte ich wenigstens etwas Spaß wenn ich schon so früh aufgestanden bin. Endlich hatte ich Erfolg. Wir machten uns auf, die Polizeiwache zu suchen. Auf dem Weg vereinbarte ich, dass mir Martin ein gescheites Frühstück schuldet wenn herauskommt, dass er nicht zahlen muss. Ich fütterte meinen MP3 Player mit frischen Batterien und drückte die Recordtaste als wir die Polizeistation betraten. Das durchaus belustigende Gespräch habe ich für euch online gestellt.

Für alle die kein Englisch können habe ich hier die wichtigsten Punkte des Gespräches in Auszügen übersetzt.
"Ist es möglich ohne Zahlung das Land zu verlassen?"
"Ja"
"Wird eine Strafverfolgung bis Deutschland stattfinden?"
"Nein, weil Kroatien nicht in der EU ist."
"Welche Konsequenzen hat ein Unterlassen der Zahlung?"
"Einreiseverbot für mehrere Monate bzw Jahre."
Na bitte. Hab ich doch gleich gesagt. Einfach nicht zahlen. Den nächsten Sommerurlaub verbringt man dann einfach in Spanien, Bulgarien oder sonst wo. Dennoch brach Martin auf, nachdem er mir `ne Fleischwurst und ein Brot gekauft hatte und ich sein Handy nutzte um meinen Freunden die neusten Infos zur Sache zu senden. Vielleicht auch besser So, bevor sich seine Paranoia noch auf mich überträgt. Ich bat Ihn mich über den Verlauf der Dinge zu unterrichten. Wie er aus dem Land rauskommt und ob er noch mal was von denen hört. Diese Infos geb` ich dann selbstverständlich an euch weiter. Auch ich habe meinen Motor gestartet. Der Lidel Parkplatz ist nicht unbedingt meine Traum - Stellfläche. Ich fuhr einige km weiter und parkte meinen Wagen in einem kleinen Feldweg abseits der Küste. Von hier erkundete ich den Küstenstreifen nach Parkflächen, aber wie so oft in letzter Zeit blieben meine Touren erfolglos. Dafür sah ich die kroatisch- bosnische Grenze. Da wo das blaue Häuschen steht, man sieht deutlich wie sich die beiden Länder voneinander unterscheiden.

Heute ist der 28.09.2008 ich warte noch 2 Tage auf `nen Anruf der wahrscheinlich eh nicht kommt. Aber wenn ich nicht warte mache ich mir hinterher Vorwürfe `nen Job verpasst zu haben. Wenn nix weltbewegendes mehr passiert war das mein vorerst letzter Eintrag für die Kroatien - Seiten. Die nächsten Berichte werden dann auf den Unterseiten "Bosnien und Herzegowina" auf meiner Page erscheinen.

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