Wohnmobil Reisebericht Dubrovnik

Von der Grenze bis Dubrovnik sind es nur wenige km. Schnell erreichte ich das Zentrum. Die Suche nach einem Parkplatz dauerte allerdings etwas länger. Ich erreichte ein stillgelegtes Hotel am südlichen Ende der Stadt. Hier ist im Krieg wohl eine Granate eingeschlagen; seitdem steht es leer. Den ehemaligen Hotelparkplatz nutzt nun die Fahrschule zu Übungszwecken. Eigentlich wollte ich nur wenden da mir dieser Platz nach Ärger aussah. Aber der freundliche Fahrlehrer erkannte mein Kennzeichen. "Mensch das ist doch Mettmann, da war ich auch mal ein paar Jahre." Ich parkte meinen Wagen in einer Ecke des Platzes. Eine herrliche Aussicht auf Lokrum, die vor Dubrovnik gelagerte Insel.

Nach einem kurzen verspäteten Frühstück machte ich mich auf, die Stadt zu entdecken. Mal hier schauen und mal da schauen. Irgendwann wurde ich hungrig und ging wieder nach Hause. Spät am Abend brach ich ein zweites Mal  auf. Schließlich ist die beste Zeit um eine Stadt zu sehen zwischen 11Uhr und 2 Uhr in der Nacht. Ja und jetzt überschlagen sich die Ereignisse. Als erstes kam ich mit einem finnischen Pärchen ins Gespräch. Sie waren Normaltouristen, eigentlich nicht unbedingt die interessantesten Menschen die man sich vorstellen kann. Aber Flitsch hat`s wieder mal geschafft uns ins Gespräch zu bringen. Ich erzählte von meiner Reise, dem Flaschensammeln und davon wie großartig ich das alles finde. Spontan zückte der Finne sein Portemonaie, holte 100 Kunat heraus, und sagte: "Hier ich geb` dir was Spritgeld." Ich kam kaum dazu mich zu bedanken da zog er noch `nen zweiten Schein hervor und meinte: "Mit 100Kunat kommste ja nicht weit." Das ist ja mal `ne Begrüßung in einer Stadt. Wow!! Als reicher Mann verabschiedete ich mich von meinen Gönnern. Ich tat weiter das was ich immer tue, wenn ich in eine Stadt komme. Ich ging die Hauptstrassen rauf und runter. Rauf und runter, runter und wieder herauf. An einem Kiosk kaufte ich mir ein Bier, jetzt kann ich mir das ja leisten. Mit selbigem setzte ich mich auf die Straße um dem Lifekonzert zweier Mädels zu lauschen welche dort mit Gitarre und Gesang Ihre Reisekasse aufbesserten. "Is this Israelien??" fragte ich in einer kurzen Pause. "Yes you know it?" Ne, ne, beteuerte ich, aber ich hab die Buchstaben, äh sorry Hyroglyphen auf der Gitarre erkannt. Die würd` ich von `ner Couchsurferin kennen, und die hätten mich total fasziniert. Die Zwei unterbrachen Ihre Arbeit zu Gunsten eines Smalltalks. Auch sie reisten über Couchsurfing aber hier müßten sie wohl am Strand pennen. "Äh was? Warum habt Ihr mich nicht mal angemailt? Also Kohle für euren Gitarrenkoffer hab ich nicht aber `ne bequeme Couch und `nen Kaffee am nächsten Morgen". Schon hatte ich Gäste. Wir musizierten noch ein wenig weiter. Was heißt wir, ich saß mehr daneben und hörte zu. Dennoch bekam ich etwas ab. Ein älterer Mann mochte wohl die Musik und brachte uns 3 kühle Büchsen Bier. 2 für die Mädels eine für mich. Joi, ich liebe mein  Leben. Gegen 3 oder 4 Uhr am Morgen ging es dann zu mir. Am nächsten Morgen gab es Frühstück mit fantastischer Fernsicht.

Den Vormittag verbrachte ich noch gemeinsam mit meinen Gästen, dann nahmen diese den Bus um nach Split weiterzufahren, von dort haben sie am Abend `ne Fähre nach Italien. Diese wollten sie telefonisch mehrfach stornieren um noch einige Tage bleiben zu können, aber die Fährbetreiber ließen da nicht mit sich reden. Schade eigentlich, jetzt war ich wieder alleine. Aber nicht lange. Zuerst traf ich einen Jungen, so etwa 16 Jahre. Wir kamen ins Gespräch, und ich dachte mir das ist genau der richtige Typ um Ihn zu fragen wie man umsonst auf die Stadtmauer kommt. "Klar geht das, komm mal mit ich zeig`s dir." Wenig später stand ich auf der Stadtmauer. Dan kam ich mit `ner jungen Kroatien ins Gespräch. Sie war eigentlich am Arbeiten, sie sammelte Touristen von der Straße und schickte sie auf Provisionsbasis in das Restaurant Ihres Chefs, aber für so `nen süßen Hund zu kraulen hatte sie wohl Zeit.  Wir verabredeten uns für halb 10, Ihr Feierabend. Gemeinsam gingen wir in die fresch Bar. Schon wieder ein Bier für frei. Aber diesmal ist es mir wieder peinlich. Von irgendwelchen Reichen oder zumindest halbwegs Reichen Touristen nehm ich gerne, aber das hier ist mir nicht so lieb. Deshalb revanchierte ich mich für die Einladung. Mein schönes Geld *heul. Wir blieben bis spät in die Nacht.

Hier lernte ich auch eine niederländische Reisende kennen. Auch Sie Langzeittourist und schon fast ein Jahr in Kroatien. Jetzt arbeitet sie in der fresch Bar. Von Ihr kann ich mich einladen lassen, sie zahlt nix für das Bier, vergisst halt nur `nen Kassenbon zu drucken. Jetzt bin ich 3 Tage in Dubrovnik und bin schon mit dem Kellner aus der Stammkneipe so befreundet das es Freibier gibt. Ist das normal?? Nachdem wir den Laden verlassen hatten, setzte ich mich noch einmal auf den grossen Platz im Zentrum um meine Mails zu checken. Ich hatte den Rechner noch nicht ganz hochgefahren als ich angesprochen wurde. "You have Wi-Fi here?" "I hope wait a few seconds then I know." "Yes here is, lock." Schon saß meine neue Bekanntschaft neben mir und klappte seinen Rechner auf. Wir surften was die Batterien hergaben. Dann wollten wir zum Akkuladen in´s Fresh aber es hatte bereits geschlossen. Wir verabredeten uns für 12 Uhr am nächsten Tag um die Stadtmauer zu besichtigen. Umsonst; das hört sich gut an meinte er zu mir. Um 11Uhr riss mich der Wecker aus dem Bett. Verdammt, hätte ich mich nicht für 3 Uhr verabreden können? Es war doch schon hell als ich gestern in die Pofe bin. Schnell mit dem Hund raus und dann alleine auf, in die Stadt. Hunde sind auf der Stadtmauer verboten, da merkt jeder dass da was nicht stimmt wenn ich ihn trotzdem mitnehme. Kurz nach 12Uhr erreichte ich den Treffpunkt. Meine neue Bekanntschaft wartete schon auf mich. Schnell hatte ich die Stelle wiedergefunden die mir der Junge gezeigt hat. Also nix wie rauf da, zur kostenlosen Stadtmauerbegehung.

Wir Fotografierten was die Speicherkarten hergaben. Das wird `ne Slideshow. Nach etwa 2 Stunden verließen wir die Mauer auf normalem Weg. Keiner hat was gemerkt, und ich bekam ein Eis spendiert. Schließlich hätte er durch mich 50 Kunat gespart. Dann verabschiedeten wir uns voneinander, und ich ging meinen Hund befreien. Ne kleine Runde zum Wasser, ein wenig Stöckchen werfen, wieder zu Hause schlief ich auf meiner Couch ein. Geweckt wurde ich durch das Klopfen eines Kerls der noch gestern meinte ich könne hier bedenkenlos `ne Weile stehenbleiben. Heute war er anderer Meinung. Sein Chef wolle die Polizei rufen es wäre besser wenn ich verschwinde. Also Motor an und los. jetzt stehe ich am Rande der Hauptstraße. Es ist laut und meine Aussicht reicht etwa 1,5m auf `nen Felsen. Dafür bin ich hier näher am Zentrum. Ich habe es eilig, schließlich habe ich `ne Verabredung im Fresch. Heute lernte ich hier den Rest der Belegschaft kennen. Ein Kellner hat `nen Hund, den Max. Ein wirklich  süßes Tier. Das Maskottchen der Gaststätte. Wir saßen zusammen und erzählten von unsren Reisen, tranken Bier und verabredeten uns für den kommenden Tag um gemeinsam auf eine Burg zu wandern von welcher man einen wunderschönen Blick auf die Stadt haben soll. Den Heimweg ging ich zusammen mit dem Hundebesitzer. Er zauberte zwei Flaschen Bier aus seiner Hosentasche hervor. "Stärkung für den Weg" meinte er. Unweit seines Hausees setzten wir uns auf eine Mauer. Er lief rasch an seinen Kühlschrank; und mit Sonnenaufgang fühlte ich mich ähnlich wie in Split. Alles dreht sich, der restliche Heimweg war eine Qual. Jetzt ist es 15 Uhr und 2 Minuten. Ich mach mal Schluss für heute. Um 5 Uhr muss ich am Fresch sein, dann geht`s hoch zur Burg und natürlich wollen wir zur happy hour wider im Zentrum sein. Oh man, Dubrovnik!

Dubrovnik rockt, das war die Betreffzeile der E-Mail die mir Felix 2 oder 3 Tage nachdem er mich verlassen hat geschrieben hat. Ob er die gleichen Leute kennengelernt hat? Heute ist der 3. November 2008, es ist kurz nach 23 Uhr und ich habe seit langem noch mal einige Minuten Zeit um mich dem Update - schreiben zu widmen. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, bei der Verabredung zur Wanderung mit der Belegschaft meiner Stammkneipe. Der Kellner mit dem Hund stellte sich dann übrigens als Chef des Ladens heraus. Aber Irren ist ja menschlich.  So gegen halb 6 Uhr am Nachmittag ging es los. Zu spät um unser Ziel im Tageslicht zu erreichen. Aber die Anderen mussten noch auf Ihren Feierabend warten. Am Vortag schickte ich noch `ne Mail an meine Eltern um das geplante Internett Telefonat um einige Stunden zu verschieben. Eine gute Idee, denn auch den neuen Termin konnte ich nur leicht verspätet wahrnehmen. Dann aber erfuhr ich Dinge von Bedeutung. Mein Vater mag noch mal vorbeischauen. Er hat auch `nen Termin ins Auge gefasst. Den 26 November 2008. Das ist noch gut 6 Wochen hin! Aber so oft sehe ich den ja nicht, und nach meinem ersten Eindruck ist Dubrovnik nicht der schlechteste Ort um auf Ihn zu warten. Einen Tag später, es war mal wieder tief in der Nacht und ich eigentlich auf dem Weg nach Hause, stoppte ich bei zwei alternativ dreinschauenden Kerlen. Sie saßen vor einer Kirche und waren damit beschäftigt eine Flasche Wein zu trinken. Hilfsbereit wie ich bin lies ich mich nicht zweimal bitten beim Leertrinken mitzumachen. Sie seien schon seit Jahren unterwegs. Geld? Ne, haben sie nicht, brauchen sie nicht, und sie haben auch keine Ahnung wo sie welches herbekommen sollen. Ich lud die beiden auf `ne Dusche und `nen überdachten Pennplatz ein. Am nächsten Tag ging`s dann mit meinem Boot auf, nach Lokrum. Die Zwei waren bescheuert genug in meinen schwimmenden Schrotthaufen einzusteigen, und ich hatte Hilfe die 15 Kilo Boot zum Wasser zu tragen.

Noch bevor die Luft vollständig aus dem undichten Boot entwichen war erreichten wir das Inselufer. Unser Aufenthalt dauerte allerdings nur rund 5 Minuten da das betreten der Insel mit Hund verboten ist und wir natürlich erwischt wurden. Am Abend trafen wir dann einen Russen. Er hatte grade 15 Kunat in eine Flasche Wein investiert und war ofensichtlich zu angetrunken um sie leer zu trinken. Da kam unsre Hilfe wie gerufen. Vom Alkohol enthemmt sang unsere neue Bekanntschaft hingebungsvoll zu der Pianomusik die aus einem Restaurant zu uns heran drang. Ich hielt mir die Ohren zu doch die ebenfalls angeheiterten Besucher eines nahen Straßenkaffees klatschten Applaus als er seine Darbietung beendete. Ich nutzte die Gunst der Stunde und riss unsrer neuen Bekanntschaft das Bascap vom Kopf, schmiss einige Münzen hinein, und ging `ne Runde. Nach etwa 5 Minuten kehrte ich mit über 20 Kunat zu meinen Kumpels zurück. Wer sagt`s denn, ´ne neue Flasche Wein! Wir saßen noch lange zusammen und philosophierten über unsre geniale Idee. Morgen, so beschlossen wir, wollten wir erneut das Boot zum Wasser tragen und uns mit `ner Flasche Wein und `nem selbstgebastelten Schild: "Dangerous, but funny boatstripp to Lokrum. 20 Kunat" vor selbiges setzen und darauf warten was passiert. Eine Idee die nie verwirklicht wurde aber für einen extrem lustigen Abend sorgte. Am nächsten Tag nämlich verabschiedeten sich meine neuen Freunde um per Anhalter weiter gen Norden zu reisen. Ich ging ins Zentrum und als ich zurückkehrte hatte ich eine Liebeserklärung am Wagen.

Ich weis nicht so genau wer es war, aber ich tippe auf die zwei Jungs. Wer soll es sonst gewesen sein? Der nächste Tag war der 15. Oktober. Einen Tag vor meinem Geburtstag. Dass ich selbigen nicht allein verbracht habe wisst Ihr ja bereits, und jetzt habe ich die Möglichkeit euch zu erklären was die Polizei mit dem Ganzen zu tun hatte. Also von vorne: Ich ging so die Strasse rauf und runter und traf Schumi, Dubrovniks letzten Punk. Mit Ihm hatte ich vor einigen Tagen schon mal zusammen gesessen und ein wenig getrunken. Jetzt lud er mich ein mit Ihm in seine Wohnung  zu  kommen.  Ein paar  Freunde wollten auch noch kommen und es würde bestimmt lustig.  Ich ließ mich nicht lange bitten und folgte bereitwillig. Erst waren wir alleine, dann kam erst sein Kumpel mit dem Fotoapparat den ich schon von letztens kannte

und kurz danach Iva und Ihre Freundin Carmen. Iva kannte ich ja auch schon, schließlich traf ich sie täglich wenn sie Touristen in "Ihr Restaurant" schickte. So klein ist die Welt. Das sich Schumi und Iva eigentlich durch mich kennengelernt hatten erfuhr ich dann einige Tage später. Einige Tüten Erdnussflips wurden geöffnet und der dazu obligatorische Alkohol kameradschaftlich geteilt. Ein Handy mit integriertem MP3 Player sorgte für musikalische Unterhaltung.  Rund zwei Stunden quatschten wir miteinander. Dann kam die Polizei ins Spiel. Wir seien zu laut, die Nachbarn hätten sich beschwert. Zu laut? Bei Musik aus `nem Handy?? Die spinnen doch, die Nachbarn. "Komm wir gehen zu mir, ich hab keine Nachbarn" Gesagt getan, einige Telefonate später war dann auch ein Kumpel organisiert der den Taxifahrer spielte. Ja jetzt  waren wir zu laut. Tagsüber brennt immer noch die Sonne vom Himmel, meine Batterien sind randvoll, und mein Autoradio ist nicht gerade leise. Pünktlich um 12 Uhr bekam ich dann ein Ständchen und meine Geburtstagsgeschenke. Ne 2 Liter Pulle Bier von Schumi, `ne Porzellanballerina, in schickem rose, von Iva und ne Liebeserklärung von Carmen. Vor allem letzteres brachte mich in Verlegenheit. Aber alles halb so schlimm weil man ja ersteres gegen Selbige trinken kann *gg. Ne ganz im Ernst, ich kenne Carmen seit etwa 3 Stunden, habe kein Wort unter 1,5 Promille mit Ihr gewechselt, und jetzt sowas. Ich erkläre Ihr mein Problem und schlage vor, dass wir das doch morgen im nüchternen Kopf ausdiskutieren. Ok, unromantisch, ich geb`s ja zu; aber wenigstens ehrlich. Wir feierten bis Sonnenaufgang. Dann wurde ich alleine gelassen und konnte in Ruhe meinen Rausch ausschlafen. Praktisch, wenn man nicht mehr nach Hause muss. Am nächsten Tag ging es dann zur Aussprache zu Carmen. Mit dem Alkoholgehalt in Ihrem Blut war auch die Liebe verschwunden, aber ich hatte `nen neuen Kumpel in `ner Stadt wo ich kein Schwein kenne. Spät in der Nacht traf ich dann den Russen von vor zwei Tagen. "Hey, komm mit ich hab `ne super Party" Bei der Party handelte es sich um ein Polizeitreffen von hochrangigen amerikanischen Cops die hier Ihren Urlaub verbrachten. Das Pup, in dem sie feierten, hatte bereits geschlossen und die Jungs hatten sich Bier auf Vorrat bestellt. Allerdings waren nicht  alle von Ihnen in der Lage, das Bestellte auch zu trinken, so dass mehr als genug für uns übrigblieb. Ja ich würde mal sagen: „das war ein gelungener Geburtstag". Prima rein gefeiert und prima rausgefeiert und alles für umsonst. Gegen 3 Uhr am Morgen torkelte ich nach Hause.

Am Morgen des 19. bekam ich dann Besuch von zwei amerikanischen Couchsurfern. Ich stellte Ihnen Emilio vor. Einen argentinischen Reisenden, der seinen Lebensunterhalt als lebende Statue verdient.

Ihn sah ich bereits in Split, kam aber nicht mit Ihm ins Gespräch. Jetzt, wo ich Ihn hier in Dubrovnik wiedersah, musste ich Ihn einfach anlabern. Der war schon überall. Macht neues Geld mit blauer Farbe. Mensch, das kann ich auch. Ich brauch noch nicht mal Farbe, ich werde von alleine rot *gg. Gemeinsam feierten wir Abschied von meinem neuen alten Freund. Emilio reist heute weiter, erst nach Zagreb und von dort irgendwo nach ..... ach ich hab`s vergessen. Aber Hier und Hier findet Ihr ein kleines Youtub Interviev von Ihm das in Dubrovnik aufgenommen wurde. An den Abenden hängen meine Gäste Jan und Sara mit mir und meinen einheimischen Freunden ab.

Zur Abwechslung bringe ich meinen eigenen Sponsor mit ins fresh. Aber halt nicht täglich. So dicke haben`s die Zwei dann auch nicht. Mit Ihnen zusammen lernen wir auch Kevin kennen. Auch er reist seit zwei oder drei Jahren. So genau kann er sich selbst nicht mehr erinnern. Finanzieren tut er das Ganze mit seiner Gitarre. Gemeinsam erklimmen wir die Stadtmauer. Kevin pflegt hier die Nacht zu verbringen, er entdeckte den Aufgang unabhängig von mir, und er war überrascht über mein  Wissen, als ich den Vorschlag unterbreitete, doch dort oben ein Bier zu uns zu nehmen. Danach waren wir hungrig und kletterten zum Apfelsinen ernten in einen Baum nahe das Stadttors Pile.

Leider waren die Dinger sauer. Einen kulinarischen Hochgenuß bescherte uns hingegen Kevins Gitarre. Zu viert gingen wir durch Dubrovnik. Kevin trug sein Instrument. Die Gäste einer Pizeria sprachen Ihn an, er solle doch mal was spielen. Na klar, antwortete dieser, er habe eh Hunger.

Wenig später standen 4 ofenfrische Pizen vor uns. Nach dem Wachwerden machte ich mich mit meinen 3 Freunden erneut auf nach Lokrum. Diesmal ohne Hund. Ein herrlicher Blick von der alten Festungsanlage auf die Dubrovniker Altstadt.

Am Abend hatte Kevin einen gig im fresh. Was irgendwie gleichbedeutend mit Freibier war.

Meine Couchsurfer verließen mich, und Flitsch schloss Freundschaft mit meinen Feinden.

Ich war wieder allein und ging die Stadt rauf und runter. Zum quatschen stoppte ich vor Ivas Restaurant oder an dem kleinen Laden, in welchem Carmen arbeitet. Letzterer besitzt eine Kaffeemaschine, was mir recht willkommen ist. Am 27. kam dann Tanja, eine deutsche Couchsurferin. Sie ist seit 3 Jahren mit Ihrem Fahrrad unterwegs.

Hat über 40000 km zurückgelegt und kennt die halbe Welt. Eigentlich waren wir für 18 Uhr verabredet. Pünktlich war ich am Treffpunkt und wartete `ne gute halbe Stunde. Dabei traf ich Iva, Carmen und  `ne weitere Freundin. Sie luden mich auf `nen Kaffee ein. Klar, was soll ich hier dumm warten, wer nicht will der hat schon. Wir kehrten in ein Pub gegenüber vom fresh ein. Hier ist es ruhiger und man kann sich besser unterhalten. Aus dem weit geöffneten Fenster kann man ins fresh blicken. Ich hatte Tanja mitgeteilt, dass es dort `ne kostenlose Internetverbindung gibt, für den Fall dass irgendwas schief läuft. Während wir unseren Kaffee tranken, beobachtete ich, wie ein mit dickem Rucksack ausgestattetes Mädel das fresh betrat. Kurz darauf deuteten dann etwa 5 bis 7 Finger auf meine Person. Das war Tanja, die ist da einfach rein und hat gefragt ob hier irgendwer `nen Stefan kennt. Klar kennen die mich, und so wurde Ihr geholfen. Ganz ohne Internet. Noch in derselben Nacht mutierte ich zum alternativen Stadtführer.
Kostenlose nächtliche Stadtmauerbesteigung, Apfelsinenpflücken, welcher Supermarkt für was,  Geldwechseln dahinten -  hier ist ein Scheiß Kurs usw. Tanja war gerade im Urlaub, Ihr Rad hatte sie bei Couchsurfern in Budapest gelassen, sich dort einen Rucksack geliehen und war jetzt per Anhalter unterwegs. Weihnachten will sie in Deutschland verbringen. Das erste Mal seit 3 Jahren. Danach soll`s dann wieder los gehen. Afrika ist angedacht. Wow geil. Also wenn ich nicht den Wagen hätte, ich wäre sofort dabei. Aber Besitz verpflichtet, und um ehrlich zu sein, mag ich mein weiches Bett, meinen wärmenden Kamin, meine Dusche, die 12 Volt Steckdose für meinen Laptop und den ganzen anderen Krempel. Am nächsten Morgen ging es dann zu der alten Burg die ich schon mit meinen Freunden aus dem fresh bestiegen habe. Diesmal erreichten wir das Ziel im Tageslicht, so dass ich euch am Ausblick teilhaben lassen kann.

Noch einen Tag später ging es dann auf, Richtung Bosnien. Eigentlich wollte ich nochmals nach Lokrum. Aber als wir das Boot zum Wasser getragen hatten, mussten wir feststellen, dass eine Überfahrt bei diesem Seegang zweifellos nicht im trockenen Zustand zu bewältigen gewesen wäre. Also gingen wir das Umland entdecken. Die geplante Einkaufstour musste abgesagt werden, da ich die Impfpapiere meines Hundes vergaß; und ohne diese nicht die Grenze überschreiten konnte. Auf dem Weg fand ich eine Sonnenbrille. Da ich keinen Spiegel dabei hatte schoss ich dieses Photo

um mich im Monitor meiner Kamera zu betrachten. Also ich finde das darf ich euch nicht vorenthalten. Die Abende verbrachten wir mit Bauernskat und ärgerten uns maßlos über den fehlenden dritten Mann. Alle die, die Regeln von Bauernskat nicht kennen, so wird es nicht gespielt:

Am darauf folgenden Tag wurde ich dann auch schon wieder allein gelassen. Couchsurfer kommen, Couchsurfer gehen. Daran hab ich mich bereits gewöhnt, und ich mag es. Ich mag es wenn sie kommen, und ich mag es wenn sie gehen. Aber diesmal wäre ich gern zu zweit geblieben. Aber na ja, so ist das Leben. Doch schon 2 Tage später hab ich neue Gäste und neue Sponsoren.

Zu meiner Schande hab ich die Namen vergessen. Die beiden hatten 5000 Dollar gespart und wollten damit so lange unterwegs sein wie es reicht. Wenn ich mir Ihren Lebensstiel so anschaue sind sie in 3 Monaten wieder zu Hause. Ein Bier hier, eine Pizzaschnitte da, und wie ein typischer Amerikaner, alles mit der Kreditkarte. Ich hoffe nur, dass sie mitbekommen dass sie Pleite sind, bevor sie kein Geld mehr für den Rückflug haben. Lustig war`s allemal. Der Sparkurs war wieder einmal vergessen denn ich hatte finanzkräftige Gäste. Warum also nicht feiern? Ich zeigte den Beiden die herrliche Aussicht von dem Eingangspodest der am nördlichen Rand der Innenstadt gelegenen Festungsanlage. "I think from indoor it´s a nicer view, but from here it´s for free" Sagte ich zu den Beiden. Da kam uns doch glatt der Kerl entgegen der eigentlich Eintrittsgeld kassieren sollte und hat uns durch gewunken. So kam es dass wir bei diesiger Sicht, dafür aber kostenlos den Fernblick in Richtung Dubrovniker Süden genießen konnten.

Um diese Festung zu erreichen wählten wir einen ufernahen Weg (links im Bild unterhalb der Mauer). Aufgrund des hohen Seegangs war es eine kleine Mutprobe selbigen zu passieren. Mann musste das Wellenspiel beobachten, die Lage richtig einschätzen und in der richtigen Sekunde anfangen zu rennen. Nur so war es möglich den Weg trocken zu passieren.  Flitsch hatte dieses Spiel nicht ganz verstanden und lief nichts ahnend voran. Es war wirklich lustig das erschrockene Tier wegrennen zu sehen nachdem es von einer Welle pitschnass gespritzt wurde. Aber nicht dass einer glaubt sie hätte daraus gelernt. Nein - sie kam zurück, uns entgegen, um gleich noch einmal `ne Dusche zu erhalten, sich genauso zu erschrecken und erst dann bei Ihrem Menschen zu bleiben.

Sonntag 7. Dezember 2008
Nach über 10 Monaten habe ich Kroatien verlassen. Ich bin raus und schaue mit ein wenig Wehmut zurück. Es war schön, sehr schön. Ein tolles Land, mit netten Menschen vielen Pfandflaschen und preisgünstigen Lebensmittelgeschäften. Ein Land, in dem ich mich wohl gefühlt habe, ein Land in das ich zurückkommen kann um meine Freunde zu besuchen. Ob ich es je tue wage ich zu bezweifeln. Die Welt liegt vor mir - und hinter mir liegt ein knappes Jahr Kroatien. Ein Jahr das ich ohne einen Pfennig eigene Finanzmittel verbracht hab. Als ich die Grenze zu Montenegro passiert habe, zählte ich mein Geld. 70 Euro Plus. 70 Euro mehr als ich hatte, als ich von Slowenien eingereist bin. Wassteht da dem ewigen Reisen im Weg? Ich lebe, arbeite nur sporadisch und kann auch noch was dabei zurücklegen. Nach einer Phase der Depression in Dubrovnik schwebe ich wieder auf einem Stimmungshoch. Ich bin raus, ich bin frei, muss auf niemanden warten, kann tun und lassen was ich will. Geil! Die Welt liegt mir zu Füssen.

Aber so weit sind wir hier noch nicht. Es gibt noch einiges zu erzählen. Von meiner Heimat auf Zeit, von dem was in Dubrovnik geschehen ist.

Schach verdrängte das Skatspiel

und am nächsten Morgen wurde ich verlassen. Doch schon am gleichen Tag lernte ich die Mitglieder der Straßenband "les autzes coms" kennen.

Eine Gruppe französischer Reisender deren alter Rapid Kastenwagen hier seinen Geist aufgegeben hat und nun in der Werkstatt steht. Der französische ADAC zahlt der Gruppe ein 3 Sterne Hotel, so dass sie gar nicht mal so verärgert über den technischen Defekt an Ihrem Fahrzeug sind. Die Jungs machen echt Stimmung. Ich hab das mal gefilmt und Hier online gestellt. Am Abend lädt mich Iva zu Ihrem Vater ein. Ihre Saison ist vorbei und sie ist bis zum nächsten Sommer arbeitslos. Wir verbringen unsere Zeit im Musikzimmer und lassen uns von einer, nach eigenen Angaben, 40000 Euro Musikanlage beschallen.

Den nächsten Abend verbringe ich ausnahmsweise mal nicht in meinem eigenen Truck. Meine französischen Freunde haben 2 Landsleute aufgegabelt welche genau wie ich mit einem 7,5 Tonner unterwegs waren. Auch Ihr Fahrzeug machte Ihnen Probleme. Die Bremse löst nicht richtig und die Trommeln werden heiß. Alle 20 km lassen sie sie abkühlen. "Mensch Jungs das müsst Ihr reparieren, euch verglasen die Bremsbeläge und dann ist es vorbei mit anhalten" "Ach was, so fahren wir schon die ganze Zeit" Na also die haben Nerven. Ich liebe meinen Wagen und vor allem mein Leben. Ich geb ja zu, dass nicht alles 200% funktioniert aber die Bremse! haben die `nen Knall? Trotzdem war`slustig.

Noch 2 Tage verbrachten wir gemeinsam. Tagsüber wurde musiziert und in der Nacht setzte man sich mit einigen Fläschlein Bier in dennahegelegenen Park am Stadttor Pile. Meinen Teil zur Bierfinanzierung trug ich dadurch bei, dass ich Kleingeld mit dem Hut eingesammelt habe. Da kommt wohl etwas mehr zusammen als wenn der Hut einfach nur auf dem Boden steht. Dann war der Renault repariert und ich verbrachte meine Abende wieder im fresh. Die Saison war endgültig vorbei. Touristen eine Seltenheit und alternative Bakpacker kaum noch zu finden. Mir wurde langweilig. Ein Tag glich dem anderen und noch 3 Wochen bis mein Vater eintrifft. Tagsüber ging es mit Iva und Ihrem Hund spazieren. Was heißt spazieren? Wie will man mit `ner Frau spazieren gehen, die schon erschöpft ist, wenn sie die Stadt erreich?  An den Abenden gewann ich meine Getränke durch Backgammonspiele gegen Timor, einem deutschen Studenten mit kroatischem Background, der hier in Dubrovnik lebt. Die einzige Abwechslung waren meine Gäste die  immer noch vereinzelt ankamen. Ich beherbergte noch einen Amerikaner mit dicker Brieftasche und großem Durst, einen japanischen Langzeitreisenden der die Welt Kilometermäßig schon mehrfach umrundet hat, Taylor und Megan, ein Geschwisterpärchen welches von Norwegen nach Neuseeland trampen will. Taylor ist auch schon lange unterwegs und diese Tour ist ein Geburtstagsgeschenk an seine 18 Jährige Schwester. Wenn er wieder alleine reist will er noch mal bei mir vorbeischauen. 2 nette Kerle mit denen ich gemeinsam Orangenmarmelade gekocht habe. Dann war da noch eine kanadische Reisende, die ihre Tante in Budapest besuchte und nun für 10 Tage auf Rucksackreise ging. Sie hatte den kleinsten Rucksack den ich je gesehen habe. Noch nich tmal `nen Schlafsack nannte sie Ihr Eigentum. Nicht schlimm, ich nahm sie einfach unter meine Decke :-) So läuft also Couchsurfing, meinte Sie, als sie mich am nächsten Tag verließ. "Ne eigentlich nicht" ich war Ihr erster Gastgeber bei diesem System. Mein Couchsurfing Entertainment Programm war eigentlich immer das Gleiche. Kostenlose Besteigung der Stadtmauer, rudern nach Lokrum und bzw oder das Erklimmen der alten Festungsanlage oberhalb von Dubrovnik und der damit verbundene Besuch im Kriegsmuseum.

Hier ein Photo von Megan bei der Gasmasken Anprobe. So dann schau ich mal was ich sonst noch so für Fotos habe die ich euch gerne zeigenwürde. Da wäre als erstes dieses hier:

Nicht dass ich da besonders viel drüber zu erzählen hätte, aber es ist einfach nur süß. Vielleicht auch noch diese beiden.

Der Blick auf Dubrovnik und Kriegsschäden an der alten Seilbahnstation. Beides aufgenommen an der Festung oberhalb Dubrovniks.

Dieses Bild entstand am Abend des 18.11.2008. Als ich mit Taylor und Megan die Innenstadt erreichte, kam uns eine Gruppe von bestimmt 500 Menschen entgegen. Alle trugen brennende Friedhofkerzen in der Hand mit welchen sie durch die Stadt spazierten um sie am Ende Ihres Umzugs irgendwo zu leuchtenden Herzen, Kreuzen oder eben halt auch Schriftzügen abzustellen. Neugierig erkundigte ich mich nach dem Grund des Aufmarsches und erfuhr, dass hier des ersten serbischen Angriffs auf die Stadt, im Jahre 1991, gedacht wird. So das ist eigentlich alles was ich erzählen kann bevor mein Vater eintrifft. 

Am Morgen des 25. Novembers verließ mich mein letzter Couchsurfer. Schnell fahrfähig räumen und auf, Richtung Flughafen. Erstmal am nahe gelegenen Supermarkt anhalten. Hier sind ein Getro- und Lidlmarkt direkt nebeneinander. Beide werden 2 Mal aufgesucht um Flaschen zu versilbern. Danach ist warten angesagt. Warten auf die Nacht. Gegen 11 Uhr nutze ich die Kanalisation des Lidlparkplatzes um mein Abwasser zu entsorgen. Kurz darauf fahre ich 500 m zum ausspionierten Wasserhahn um Frischwasser zu tanken. Dann geht`s los. Nach 3 Minuten Fahrt setzt Regen ein. Es schüttet wie aus Eimern. nach kurzer Zeit stehen die Straßen einige cm unter Wasser. Im Schneckentempo setze ich meine Fahrt fort und halte Ausschau nach einem Parkplatz um das Unwetter abzuwarten. Vergeblich! Ein LKW, der mir entgegenkommt, spritz mir ne gewaltige Ladung Wasser vor mein Fahrzeug. Ich stehe im Dunkeln. Die Wassermassen haben einen Kurzschluss verursacht. Meine komplette Beleuchtungsanlage ist tot. Kein Licht, kein Warnblinker kein garnix. Glücklicherweise finde ich schnell `nen Parkplatz und kann meine lebensgefährliche Fahrt unterbrechen. Rasch ist der Fehler gefunden. Zwei Sicherungen sind durchgebrannt. Als ich sie ersetze geht alles wieder. Nur wenn ich mein Fernlicht anschalte stehe ich wieder im Dunkel. Aber ok, bis zum Flughafen komme ich auch ohne Fernlicht. Am nächsten Morgen teste ich meine Elektrik. Alles getrocknet, alles ok. Glück gehabt. Schnell duschen gehen und ein wenig aufräumen. Dann auf, zum Flughafen. Nach einer kurzen Wartezeit schreitet mein Vater durch das Ankunftsgate. Er kommt alleine, meine Mutter ist zu Hause geblieben, da es meinem Großvater gesundheitlich nicht sonderlich geht, und sie es für unverantwortlich hält, jetzt zu verreisen. Nach rund einer Minute erkennt auch mein Hund wer vor Ihm steht und beginnt einen Freudentanz. Sehr zur Belustigung der anderen Reisenden. Nach einem Kaffee in meinem Wagen geht es zurück Richtung Dubrovnik. Eigentlich ändert sich nicht viel. Wir gehen die Stadt rauf und runter. Essen einen Hamburger bei dem fast food Laden der die guten Hamburger herstellt und gehen am Abend ins fresh.

Am nächsten Tag lässt sich mein Vater nicht mit fast food abspeisen. Wir gehen ins Restaurant. Für umgerechnet 35 Euro essen wir jeder einen Grillteller. Als wir wieder hinausgehen hab ich Hunger. Am darauffolgenden Tag geht`s zurück zum Lidl. Vater kauft alles was wir nicht brauchen. Wurst, Käse, Cola und anderen Krempel der nicht wirklich satt macht. Ich kaufe Eier, Zwiebeln und Kartoffeln. Vater zahlt. Danach geht`s zum Getro. Der hat ein neues 12 Volt Ladegerät für meinen Laptop. Eigentlich hatte ich mir eins aus Deutschland gewünscht weil die da nur die Hälfte kosten, aber das war wohl irgendwie zu kompliziert zu besorgen. "Ist doch egal ob das 30 oder 60 Euro kostet, du brauchst es ja nicht bezahlen" Mir dreht sich der Magen um. Noch einen Tag später besteige ich zum X-ten mal die Stadtmauer. Aber diesmal wird nicht geklettert sondern bezahlt. Mein Vater stöhnt über die vielen Stufen, so dass ich den Wachturm alleine besteige.

Am Abend sind wir wieder im fresh. Als wir hinausgehen regnet es in strömen. "Ne da geh ich nicht durch, da sind wir morgen todkrank. Da hinten hab ich `nen Taxistand gesehen. Komm mit!" jeder Widerspruch ist nutzlos. Nach einigen Verhandlungen transportiert der Taxifahrer meinen nassen Hund. Den nächsten Morgen koche ich selbst. Es gibt Apfelpfannkuchen. Das Beste, was Vater bisher gegessen hat, so beteuert er. Aber nicht das einer glaubt er hätte daraus gelernt. Nein, schon einen Tag später sitzen wir in einem Restaurant um selbiges nach der winzigen Vorspeise abgezockt und hungrig zu verlassen. Ich kaufe mir `nen Bureck. Vater ärgert sich über das Preis- Leistungsverhältnis. Nach dem fresh- Besuch geht es mit dem Taxi heim. Heute schläft Vater im Bett. Auf meiner Couch kann er sich nicht drehen. ich schlafe hervorragend.

Lobend hervorheben muss ich die Tatsache, dass ich Ihn überredet bekommen habe, sich ein wenig zu bewegen. Wir gingen bis zum Hafen (etwa 4 km) und hinauf zur Festung um Dubrovnik von oben zu betrachten. Nach solch einer Anstrengung muss man sich natürlich im Restaurant bescheißen lassen und auf jeden Fall auf dem Rückweg ein Taxi benutzen. Oh Mann, es ist wunderbares Wetter! Wir gehen zum Taxistand, ich erkläre dem Fahrer wo wir hinwollen. Er steht neben seinem Auto und öffnet uns die Tür. Ich steige ein und erkläre meinem Hund das er im Fußraum Platz zu nehmen hat. "No, not with dog." "Äh it´s my dog, you saw her. You think I drive whitout her?" It´s not far, I drive slowley she can run behind" Ich drehe durch. Umgerechnet 10 Euro nimmt der für `nen Weg den ich in 10 Minuten zu Fuß gehe, und das in einem Land wo andere Leute für 30 Euro `nen ganzen Tag arbeiten gehen. "Fuck you in your ass and drive sombody other! Du kannst mit dem fahren, Vater ich gehe! Idiot, stupid Idiot go to die." platz es aus mir raus. Ich verlasse das Taxi und gehe schnellen Schrittes Richtung Heimat. Vater ist sauer auch er muss laufen. Hier sieht man Ihn asthmatisch nach Luft schnappen.

Wirklich lustig war es, als ich Vater überredete eine Runde Bowling auf der Nintendo Wii Konsole zu Spielen welche im fresh mit einem Projektor verbunden ist und Gästen zur kostenlosen Benutzung zur Verfügung steht. Er hat sich gar nicht mal so blöde angestellt. Dann würde ich noch gerne ein weiteres Stadtfest erwähnen. Nichtsahnend gingen wir ins Zentrum. Schon von weitem war Musik zu hören. Wir schritten durch das Stadttor und dahinter befand sich eine Menschenmenge, eine Live Band spielte, und es gab einen Umzug der mich irgendwie an Karneval erinnerte.

Heute ist ein Kapitän nach Dubrovnik zurückgekehrt, Er stammt aus dieser Stadt und war mit seinem Schiff auf dem Weg nach Griechenland um eine Ladung Bananen zu transportieren. Irgendjemand hat Ihm dann ein paar Kilo Heroin oder so was ähnliches mit unter die Ladung gemogelt. Die Grenzbeamten haben es bemerkt und jetzt saß der Kerl 1,5 Jahre unschuldig in einem griechischen Gefängnis, so wurde mir erzählt. Meine Meinung: Legalisieren nicht kriminalisieren. Freier Handel für freie Menschen, keine staatliche Bevormundung. Armes Schwein. Ja was ist noch passiert? Nicht viel! Insgesamt waren wir 4 Mal essen. In 4 verschiedenen Restaurants. Jedes Mal waren wir enttäuscht. Kroatische Restaurants in Deutschland sind weit besser als in Kroatien. Wir liefen die 2 Hauptstrassen mindestens 4 Dutzend Mal auf und ab und haben mindestens 20 Tassen Kaffe in Kaffeehäusern getrunken. Für den Preis von jeder Einzelnen kann ich ein ganzes Pfund Kaffee kaufen. Aber meine Thermoskanne in die Stadt zu tragen ist wirklich zu umständlich. Einmal sind wir sogar auf den Nebenstraßen gelaufen, auf jenen Wegen, die nicht ebenerdig verlaufen sondern mit schönen Treppen versehen sind. Wir waren ausnahmslos jeden Abend im fresh. Anscheinend gefiel Vater der junge Laden der von vielen Bakpackern aufgesucht wird. In 7 Tagen haben wir ca. soviel Geld durchgebracht, wie ich in den letzten 7 Monaten verbraucht habe. Aber so ist das nun mal, wer arbeitet muss sich auch mal was gönnen. Danke, ich gönn mir nix. Immer dran denken: "Eine Zigarette verkürzt Ihr Leben um 5 Minuten, ein Arbeitstag um 8 Stunden." Es geht auch anders, hätte ich selbst nie geglaubt. Am letzten Abend im fresh lernte ich dann auch meine neuen Couchsurfer kennen die mich nach Montenegro begleiten sollten. Man sieht sie im Vordergrund.

Dann ging`s auch schon wieder zurück zum Flughafen. Vater hatte gestern seine letzte Zigarette verschenkt und war ein wenig unausgeglichen so auf Nikotinentzug. "Hier wenden wir aber nicht noch mal; das ist zu gefährlich." "Vater, denkst du nicht, dass ich entscheide wo wir wenden solange ich am Steuer sitze?" Schon stand der Wagen in anderer Fahrtrichtung. Ich beschleunigte und suchte meinen Schwamm um die beschlagene Scheibe zu reinigen. "Guck auf die Strasse! Da ist der Abhang, ich hab Angst" fuhr mich mein Vater an. "Sag mal, wenn du Auto fährst, machst du da nicht schon mal was anderes bei Telefonieren zum Beispiel? Oder halt den Scheibenwischlappen suchen? Meinst du nicht ich kann das auch?" Glücklicherweise erreichten wir bald den Airport und nach der zweiten Zigarette wurde mein Erzeuger wieder erträglich. Wir waren rund 4 Stunden zu früh. Selbst die Gepäckaufgabe hatte noch geschlossen. Also nahmen wir in der Flughafen- Cafeteria Platz um den 21. bis 26. Kaffee zu uns zu nehmen. Nur rund 300 m von meinem Wagen entfernt wo es Kaffee für fast umsonst gibt. Ich ging noch mal zum Wagen um ne Kleinigkeit zu essen. Die eingepackten Flughafensandwichs für knapp 3 Euro das Stück trafen nicht meinen Geschmack. Kaum eingestiegen, klopfte es an der Tür. "Polizei, Führerschein, Fahrzeugpapiere, Ausweis...., kann ich mal reingucken?" Oh man, hier ist doch noch gar nicht die Grenze, aber meinetwegen. Hier darf ich nicht parken, erfuhr ich. Nach rund 10 Minuten erhielt ich meine Papiere zurück startete den Motor und fuhr auf den rund 500 m entfernten Parkplatz außerhalb des Flughafengeländes auf welchem ich schon wartete als ich Vater abholte. "Ich dachte du kochst dir ein paar Zwiebeln" erklärte mir mein Vater, als ich Ihm die Geschichte erzählte. Dann öffnete die Gepäckannahme, kurz darauf schritt Vater durch das Gate das nur Leute mit Flugschein passieren dürfen. Ich ging nach Hause mal sehen ob meine Couchsurfer kommen oder ob ich Morgen alleine über die Grenze fahre. Zu guter Letzt die bereits versprochene Slideshow über Dubrovnik. Mit Bildern der Stadt, meiner Kumpels dem Umland usw...
 
Weiter geht es in Montenegro



Bild: Danke








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