Kloster und Wasserfall Saharna Moldawien

Für die rund 40 Kilometer bis Rezina benötigte ich etwas über 2 Stunden. Zugegeben, ich habe zwischendrin auch an einem Abfalleimer gehalten um meinen Unterflurkoffer zu entsorgen aber der eigentliche Grund für die lange Fahrzeit war dann wohl doch die Straßenbeschaffenheit. Kurz hinter dem Ortseingang verwehrte mir ein Schild die Weiterfahrt auf der erst vor wenigen hundert Metern befahrbar gewordenen Strasse und leitete mich nach rechts. Die Umgehungspiste für LKW.
Meine jungen Adleraugen bahnten sich ihren Weg durch die von meinem Vordermann aufgewirbelte Staubwolke und mein Gehirn wandelte das Gesehene augenblicklich in Impulse um welche meine Hände wie ein Verrückter am Lenkrad drehen ließen um den metertiefen Schlaglöchern auszuweichen. Nach einigen Kilometern erreichte ich einen Kreisverkehr. Dort begann wider Asphalt. Schon von der Piste aus hatte ich einen Blick auf die Denister und die darüber hinwegführende Brücke werfen können. Die Denister ist der Grenzfluss zu Transnistien. Wörtlich übersetzt soll Transnistrien wohl so viel wie "östlich der Denister" bedeuten.
Auf Grenzübergänge, Panzersperren und Einreisezölle hatte ich keine Lust. Also drehte ich eine Ehrenrunde im Kreisverkehr und parkte mein Zuhause auf einem Ruheplatz für Trucker.
Nichts wie los und nachschauen ob es an der Brücke eine Grenzstation gibt.
Ich folgte einer baufälligen Treppe talwärts und erreichte das Denisterufer. Dort hielt ich mich links und spazierte über einen kleinen Trampelpfad bis ich mich unter der Brücke befand. Eine Treppe führte mich auf Sie hinauf. Eine tolle Aussicht von dort hinab über die ruhig dahin gleitende Denister.

Bereits auf halbem Weg über das Wasser hinweg sah ich ganz eindeutig die Grenzstation. Wie bereits erwähnt hatte ich keine Lust auf Grenzübergänge, Behördenprobleme und Theater. Also kehrte ich um.
Die sich im Wasser spiegelnden Hochhausanlagen einer Stadt welche durch die Denister genauso geteilt wird wie einstmals Berlin durch die Mauer erinnern mich irgendwie an die Bilder des New Yorker Centralparks die ich einmal in einer Zeitschrift gesehen habe.

Ich nutze wieder den Fußgängerweg von der Brücke hinab und folge diesmal der Hauptstrasse. Keine 100 Meter weiter, da wo die im weiten Bogen von der Brücke herabführende Strasse auf die Querverbindung trifft, dort ist der Moldawische Grenzposten.
Zu Fuß war es mir wieder einmal gelungen diesen Posten zu umgehen. Ich frage mich warum die bei Kraftfahrzeugreisenden so ein Geschiss machen wenn jeder Fußgänger völlig unkontrolliert die Grenze passieren kann.
Nach einem kurzen Snack in meinem Wagen breche ich noch einmal auf. Diesmal spaziere ich Berg an. In die Richtung in der ich das Zentrum Rezinas auf Moldavischer Seite vermute. Nach einem knappen Kilometer bin ich geschockt. Hier war ich schon einmal! Damals, mit Belüne. Als wir den Weg nach Tipova verfehlt hatten. Eindeutig erinnere ich mich an die halb verfallenen Rohbauten der Hochhausanlagen welche ich schon damals fotografiert hatte.

Dem Bauherren schien noch immer das Geld zur Fertigstellung der Wohnkäfige zu fehlen. Vielleicht gibt es auch andere Gründe warum die Rohbauten hier verfallen. Egal, diesmal bin ich alleine und habe Zeit. Ein erkunden, und ein Ausblick vom Dach der Häuser reizt mich immens. Nix wie rein! Trotz aller Suche finde ich in den 9 stockigen Häusern keinen Schacht welcher für einen Aufzug hätte vorgesehen sein können. Dafür ist die Aussicht vom Dach grandios.

Wenn man in die andere Richtung blickt lässt sich sogar der Stellplatz an der abenteuerlichen Brücke erkennen wo ich eine Nacht mit Belüne verbrachte.
Ich war gerade dabei die Aussicht zu genießen und einige Fotos zu knipsen als ich plötzlich meinen Hund vermisste. Wo mag er nur sein? "Scheki?!" Kein Hund kommt. "Scheki!" Leise vernehme ich ein klägliches Winseln. Es kommt eindeutig von unten. Ich gerate in Panik. Der blöde Hund ist da irgendwo runter gefallen. Scheiße!
Ich renne nach unten. "Scheki!" Scheki, sag doch was! Scheki laut!" Da kann ich lange rufen, ich hab dem nie beigebracht auf Kommando zu bellen. "Scheki!" Da wimmert es wieder. Noch 2 oder 3 Etagen tiefer und das wimmern hört sich irgendwie nach den letzten Zuckungen des Tieres an. Verdammt! Der springt doch auch nicht von einer Klippe! Der hat doch Augen im Kopf! Klar, das ist ein Rohbau. Logisch gibt es hier Löcher wo es 9 Etagen in die Tiefe geht und wo man theoretisch reinfallen könnte. Theoretisch, praktisch kann doch kein Hund so blöde sein. Oder doch? In dem Moment vermute ich das Schlimmste, in Gedanken schließe ich schon mit der Ära Scheki ab. Da wimmert es wieder, diesmal von oben. Ich renne wieder hinauf, biege um eine Ecke … "Scheki!" … da kommt er angelaufen, unversehrt und bei bester Gesundheit. Anscheinend wollte mein Hund wohl in einem anderen Raum gucken als ich und dann hat sich das Tier in dem Labyrinth des Rohbaus verlaufen. Er muss mich wohl panisch gesucht haben, denn die Freunde mich wieder zusehen dauerte mindestens 5 Minuten lang. Auch ich freute mich meinen Freund unverletzt neben mir zu haben und verließ schnellstmöglich das Gebäude.
Am Abend, ich lag bei offener Türe auf meiner Couch und erholte mich von dem Schreck sprang mein vierbeiniger Kumpel plötzlich auf und stellte sich laut kläffend an die Türe. Auch ich sprang auf und schaute nach was da los ist. Draußen standen 3 Polizisten, sichtlich verängstigt und die Hand an ihren Schusswaffen. Glücklicherweise ist Schek nicht raus gesprungen, wer weiß was denen sonst eingefallen wäre. So war die Kontrolle sehr schnell vorbei. Ein Tourist mit LKW auf einem LKW Parkplatz. Das geht in Ordnung. "Njet Problema" bekam ich erklärt und die Herren wollten noch nicht einmal meine Papiere sehen.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf zur Manastirea Saharna zu wandern. Der Ort war mir von Freunden in Chisinau empfohlen worden. Er soll wohl ähnlich schön wie Tzavero sein. Bei meinem Erkundungsspaziergang am Tag zuvor entdeckte ich ein Schild das die Entfernung mit 6 Kilometern angab. Für 6 Kilometer brauch ich kein Auto, nix wie los!
Ich folgte dem Denistrufer. Immer der schmalen Asphaltsrasse entlang. Schon bald erreichte ich den Ortsausgang Rezinas und 30 Meter später den Ortseingang eines weiteren Dorfes. Bald liegt auch dieses hinter mir und ich passiere eine alte Festungsanlage.

Ihre ringförmigen Mauern sind, wie ich beim näher kommen feststelle, mit Stacheldrahtzäunen verstärkt. In Regelmäßigen Abständen gibt es kleine Wachtürme welche ausnahmslos von Schnellfeuergewehrträgern besetzt sind. Wenn ihr mich fragt, laufe ich gerade an einer Gefängnissahnlage vorbei.
Rund eine halbe Stunde später erreiche ich Saharna. "Parkati Auto" begrüßt mich ein Schilderwald. Anders als in Tzavero scheint der Ort hier auf Touristenströme eingestellt zu sein. Selbst ein Haus mit der Beschriftung "Pensiona" sichte ich. Dafür ist das Lebensmittelgeschäft in welchem ich einen Apfel erwerbe der Oberhammer. Ich habe ja schon von moldawischen Geschäften berichtet. Licht ist in ihrem inneren Häufig ein Fremdwort und das Warenangebot ist häufig bescheidener als der Inhalt meiner Küchenschränke. Ich hatte vor etwas zu essen und eine kalte Flasche Mineralwasser zu erwerben. Die Betonung lag auf dem Wort KALT, denn warmes Wasser hatte ich selbst. Aber in diesem Geschäft gab es weder kaltes noch warmes Wasser. Nur Bier, Wein und Vodka. Noch nicht einmal eine Flasche Coca Cola konnte ich erblicken. Dafür bekam ich den Preis, welchen ich für meinen Apfel bezahlen sollte, auf einem Rechenschieber gezeigt. Kennt ihr die Dinger? Meine Eltern mussten mal für viel Geld so ein Gerät erwerben damit wir es dann im Mathematikunterricht der Grundschule tatsächlich auch ein oder zwei Mal benutzen durften. Mitschleppen mussten wir es aber immer, das Holzgestell mit den vielen Kügelchen auf den Metalldrähten die man so lustig hin und her schieben kann. Die Uhrversion des Taschenrechners.
Mein Apfel kostete jedenfalls 3 Lei. Und das glaube ich dem nicht! Entweder hat der den dummen Touristen wieder einmal beschissen, oder der hohe Preis lag daran das sein Taschenrechner keine Kommazahlen darstellen konnte.
Ich folgte der Strasse und schon bald erreichte ich ein Wanderzeichen: "Cascarda". Cascarda, das muss wohl Wasserfall heißen. Schließlich stürzt Wasser in Kaskaden hinab. Gar nicht so schwer.
Doch zunächst einmal erklimme ich einen kleinen Berg um zu so einem winzigen Heiligenhäuschen zu gelangen. Von dort sehe ich dann auch die "Manastirea Saharna"

So eine Art Kloster mit hübschem Garten, bierbäuchigen und langbärtigen Mönchen und einem "Magazin", also einem Geschäft für christliches Zubehör. Die Aussicht ist nicht ganz so toll wie die in Tzavero.

Ich klettere wieder hinab und folge einem schmalen Pfad auf der dem Kloster zugewandten Bergseite. Schon bald stehe ich vor dem ersten Grotteneingang. Die Höhlen sind hier anders. Sie sind größer, sie sind riesig! Viele Meter kann man in den Berg hineinlaufen. Fast überall bieten die Katakomben Stehhöhe und mit meinem T-Shirt wird mir richtig kalt im Berg. Anfänglich fällt noch Tageslicht ein, aber nach einigen Metern herrscht völlige Dunkelheit. Mein Blitzlicht versagt vollkommen in den gigantischen Hallen deren Ursprung auch für den Laien klar erkennbar ist. Deutlich sieht man die rechtwinkligen Einschnitte im Fels. Hier wurde einstmals Baumaterial abgebaut. So entstand das verschachtelte Höhlensystem. Anders als in den Katakomben Odessas wurde der Stein nicht in schmalen Gängen gebrochen, sondern auf einer Breite von gut und gerne bis zu 10 Metern. Ein Verlaufen ist allerdings schwierig, da die einzelnen Gänge mehr oder weniger absolut rechtwinklig zueinander angeordnet sind.
Schon bald langweilt mich die Berechenbarkeit der Dunkelheit und ich wandre weiter bergab.
Ein erneutes Wanderzeichen: "Cascada" Ich folge dem kleinen Bachlauf auf dem ihm begleitenden Weg. Schon Bald sehe ich linkerhand befestigte Wege. In Wohnzimmerlampen geschraubte Glühbirnen beleuchten am hellen Tag den Wald. Sie gehören wohl zum Kloster, und die leben ja von Spenden und Kirchensteuern; müssen die Stromrechnung also nicht selbst bezahlen. Und das bisschen radioaktiver Abfall in Gottes Schöpfung? Ach, alles halb so wild. Drei Ave Maria und der Herr wird uns vergeben.
Ich springe über den Bach und klettere hinauf zu dem Weg. Er führt mich über eine wackelige Hängebrücke.

Aus einem undichten Wasserrohr schießt eine hohe Fontäne. Hinter der Brücke gabelt sich der Weg. Ich entscheide mich für links, denn dort sehe ich bereits etwas das mich interessiert.
Noch 30 Schritt und ich blicke auf die heilige Klosterbadewanne.

Pausenlos fließt frisches Wasser in das kleine Bassin an dessen Ende ein Metallkreuz errichtet ist.

Die ruinenartige Einfriedung ohne Dach wirkt irgendwie griechisch. Leider habe ich keine Badehose dabei, und für FKK, wie beim Wasserfall in Tzavero ist mir hier zu viel los. Erwähnenswert finde ich das ein Bad im Heilwasser (ist es Heilwasser?) kostenlos ist.
Ich gehe zurück zum Hauptweg und entscheide mich diesmal für geradeaus. Etwa 150 Schritt weiter und ich stehe vor einer Felskirche.

Von außen wirkt alles sehr gepflegt, doch wenn man sich durch den engen Grotteneingang hindurchquetscht um in einen kleinen Raum zu gelangen, dann sieht man dass die Heiligenikonen schon bessere Tage hinter sich haben.

Kurz hinter der Felskirche wird der weitere Weg von einer Mauer versperrt. Dahinter geht er eindeutig weiter, aber da es rechts fast senkrecht bergab geht, weigert sich mein Hund über diese Mauer hinweg zu springen. Also kehre auch ich um. Schon bald bin ich wieder an der Weggabelung. Die Dritte Möglichkeit hier abzubiegen führt steil bergauf. Die fremdländischen Worte auf dem Wanderzeichen klingen verheißungsvoll. Zügigen Schrittes wandre ich bergan. Der Tag wird nicht jünger und den Wasserfall wollte ich mir auch noch anschauen. Glücklicherweise zeigen Wanderzeichen hier nicht auf Fernziele. Eine knappe viertel Stunde später stehe ich vor dem heiligen Steinmonument.

Das muss es gewesen sein, denn hier endet der Weg. Berggipfel auf das Wanderschild zu schreiben, so etwas schickt sich nicht in Klosternähe. Es gibt noch nicht einmal ne tolle Aussicht.
Ich gehe wieder zurück über die Hängebrücke und klettere von dort hinab zum Fluss. Schon bald stehe ich vor dem Wasserfall.

Das soll es gewesen sein? Neben dem Fall gibt es eine grob zusammengenagelte Leiter. Ich benutze sie und Scheki bahnt sich seinen Weg durchs Unterholz. Nur 2 Minuten später dann der richtige Wasserfall.
Hier endet der Weg. Ohne größere Kletterpartien gibt es kein Weiterkommen. Leider herrscht Hochbetrieb. Scheinbar hat ein Reisebus eine Ladung Touristen abgesetzt deren Führer sie nun hier her geleitet hat. Keine Dusche!
Ich betrachte die Gegend, schieße einige Bilder und begebe mich auf den Rückweg.
Den heutigen Tag habe ich damit verbracht mir Rezina und meine Landkarte anzuschauen. In Rezina gab es nicht viel zu entdecken was ich nicht vorgestern schon gesehen hätte. Aber es war auch einmal schön mich ohne Laptop auf den Knien auf eine Bank zu setzen und das Leben an mir vorüberziehen zu lassen.
Die Suche nach einem Sack Hundefutter verlief erfolglos. Egal, ich habe noch 7 oder 8 Kilo. Moldawien lehrte mich rechtzeitig mit dem Suchen zu beginnen. Dafür weiß ich wo ich morgen früh Eier und wo Möhren erwerben werde. Hier gibt es nämlich einen Markt. Bis jetzt war die Polizei kein Zweites Mal da ... aber, man soll es ja nicht beschreien.
Erzählenswert ist nur was ich in einem kleinen Park hinter einer Hochhausanlage gesehen habe. Hochhausanlagen gibt es hier viele. Ein wenig verallgemeinert kann man sagen:
Rechtsseitig der Hauptstrasse gibt es ausschließlich Hochhäuser und linksseitig befinden sich kleine Einfamilienhäuschen welche einen ländlichen Charakter suggerieren. Zwischen den Hochhäusern gibt es jedenfalls große Parkanlagen. Abgesehen von den stark renovierungsbedürftigen Häusern richtig hübsch. In einem dieser Parks setzte ich mich auf eine Bank. Ich saß dort bestimmt eine Stunde lang da sich mein Hund mit einigen Straßenhunden amüsierte und ich ihm diese Freude gönnen wollte. Dabei beobachtete ich unzählige Menschen welche aus den Eingängen der Hochhäuser hinauskamen, zügigen Schrittes auf ein flaches Nebengebäude zugingen um dieses einige Minuten später wieder zu verlassen und wieder in dem Eingang des Hochhauses zu verschwinden aus dem sie herausgekommen waren. Als ich weiterging schaute ich nach was das für ein eigenartiges Haus ist.
Es handelte sich um ein Toilettenhäuschen. Plumpsklos! In meinem Reisebericht Hincesti gibt es ja nun wirklich genug Bilder von moldawischen Toiletten dieser Art. Deswegen verkneife ich mir ein weiteres. Aber es liegt die Vermutung nahe, das die Menschen welche in den Hochhäusern dieses Häuserblocks wohnen über keine eigenen Toilettenanlagen in ihrer Wohnung verfügen und bei Wind und Wetter raus müssen um diesen widerlichen, stark duftenden Ort aufzusuchen.
Ergiebiger war hingegen mein Blick auf die Landkarte. Ich habe wieder einen Plan! Nein, einen Plan zu machen widerspricht meiner Natur. Aber ich habe eine Idee ausgearbeitet, habe somit wieder ein klar definiertes Ziel vor Augen. Auch wenn dieses Ziel, vorerst zumindest, nicht Indien heißt. Aber überwintern, nördlich des Polarkreises, das wollte ich schon immer mal. "Into the wild" Mit Fallen bauen und Eisangeln. Nur das ich meinen eigenen "Magic Bus" mitbringe und genügend Reis an Board haben werde falls das mit den Fallen und dem Angeln nix wird. Vergiften wollte ich mich nämlich nicht. Ich mag mein Leben.

Meinem Plan folgend ging ich am nächsten Morgen erst einmal einkaufen. 10 Eier im Sack für 8 Lei. Das ist auch für Moldawien sehr billig. Ich kaufte 2 Säckchen. Als ich den Inhalt der Eiersäcke im Wagen in Kartons umräumte bemerkte ich warum die so billig waren. Deutlich waren die Säckchen mit den Worten "10 Buc" also "10 Stück" beschriftet. Aber irgendwie waren nur 9 darin. Egal, immer noch billig. Dann ging es weiter.
Ich folgte der "Hauptstrasse" Richtung Norden und nach rund 20 Kilometern fahrt sichtete ich eine alte Fabrikbrache. Mitten im Wald. Nur der Schornstein und das fensterlose Verwaltungsgebäude ragten über die Baumkronen empor. Dorthin muss es ja eine Strasse geben und der markante Schornstein ist eine prima Landmarke welche es mir ermöglichen dürfte mein Fahrzeug auch ohne den Einsatz eines GPS Gerätes wieder zu finden. Ich setzte also den Blinker links und steuerte über einen recht schmalen Weg aus Betonplatten.

Leider wurde an der Fabrik gearbeitet, so dass ich mir die Ruinen nicht anschauen konnte.
Dafür fand ich rund einen Kilometer weiter einen absolut einsamen Platz mitten im Wald. Nichts wie los, gucken wo ich bin.
Mein Weg führte mich durch dichten Wald. Nur vereinzelt gab es Wirtschaftswege. Irgendwann erreichte ich den Waldrand und blickte auf eine Siedlung. Oliscani wie ich später auf einer Bußhaltestelle las. Vor einem dieser winzigen Lebensmittelgeschäfte wurde ich von Christopher angesprochen. Christopher war 63 Jahre alt und mir vom ersten Moment an irgendwie unsympathisch.
Wie wild redet er auf mich ein. "Nejmatz" er war begeistert als er erfuhr dass ich eigentlich Deutscher bin. Leider bremste das nicht seinen unaufhörlichen Redefluss. Dafür brachte es mir eine schweißig klebrige Umarmung ein. "Njet" ich wand mich aus seiner Umklammerung. Dann zeigte mir Christopher, von Beruf Soldat, sein Ausweispapier. Daher kenne ich auch sein Alter. Wie es hier typisch ist schnipste er sich mit dem Mittelfinger gegen den Hals und forderte mich so auf ihm auf ein Glas Schnaps Gesellschaft zu leisten. "Njet, Maschina, brum brum" log ich und deutete Lenkbewegungen an. Irgendwie wurde ich missverstanden denn mein neuer "Freund" zerrte mich nun in seinen Wagen. "Njet!" Im wahrsten Sinne des Wortes riss ich mich los und suchte zügigen Schrittes das Weite.
Auf dem Rückweg lief ich am Waldrand vorbei. Links von mir der Wald, und rechts von mir Felder. So weit ich blicken konnte - Felder. Menschen waren dabei diese riesigen Anbaugebiete zu bewirtschaften. Wer jetzt glaubt ich hätte Traktoren über die Felder fahren sehen, der irrt sich. Mit kleinen Schäufelchen und den hier üblichen halbrunden Hacken wurden die Felder von Hand bestellt. Die Menschen wirkten auf der weiten Fläche irgendwie verloren.

Hier noch ein Bild welches die gleiche Situation ein paar Tage später an einem anderen Ort zeigt und bei besserem Licht mit Teleobjektiv aufgenommen wurde.

Zurück am Wagen kochte ich mir einen Kaffee. Ich hatte das Getränk grade neben mich gestellt und war in Begriff mich auf meine Treppe zu setzen als mich irgendetwas in meinem Intimbereich juckte. Sackratten? Ich nutzte die Einsamkeit des Stellplatzes um nachzuschauen. Da biss sich doch tatsächlich gerade eine Zecke in meinen Eiersäcken fest. (Also nicht die mit den neun Eiern, ich spreche von den anderen :-) Plötzlich juckte es mich überall. Ich suchte meinen Körper ab. Geschlagene 6 Tiere sammelte ich von meiner Haut. Da hilft nur eines: Duschen.
Während ich das Wasser erwärmte bürstete ich meinen Hund um ihn zumindest von einem Großteil der Plagegeister zu befreien. Dennoch sollte ich meinem Zecki ….. äh Scheki in den nächsten Tagen über 100 Blutsauger hinausdrehen. Ich selbst kam ungeschoren davon.
Mein Plan war gefasst:
Morgen früh haust du hier ab, hier gehst du nicht noch einmal spazieren!
Am nächsten Morgen regnete es Bindfäden. Den größten Teil des Tages verbrachte ich im Bett, da ich die Couch wegen Zeckenalarm für unbenutzbar erklärte. Aber dann, dann ging es weiter.

Weiter geht es mit meinem Reisebericht Balti

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Bild: Danke
Bei den Miet-Wohnmobilfahrern von reisen-aus-leidenschaft.de für die Aufnahme meiner Reiseberichte in ihre Blogroll. Die 4 sind regelässig mit Mietmobilen oder dem eigenen Kastenwagen unterwegs und berichten über ihre Reisen.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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"Rezina & Saharna Moldawien "
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