Wanderrouten zwischen Ohrei und Tipova

Ich fuhr die wenigen Kilometer bis zum größten mir bekannten Supermarkt am Ortsende. Vorbei an den vielen Reifenhändlern und dem abenteuerlichen Automarkt dem ich diesmal keine Beachtung schenkte. Ich fuhr die Strecke Richtung Ohrei und Tipova welche ich bereits 3 Mal gefahren war. Einmal mit Belüne, einmal mit meiner Mutter und einmal auf dem Weg Richtung Ukraine welcher sich als Sackgasse an der transnistrischen Grenze entpuppte. Mit Einbruch der Dunkelheit stoppte ich vor dem Geschäft.
Ich hatte es nicht zeitiger geschafft Chisinau zu verlassen. Meine Anbindung ins www hielt mich fest. Außerdem stand noch einmal der Gang zur Trinkwasserstelle sowie Geld wechseln auf dem Tagesprogramm. Geld wechseln! Am 29. März bin ich aus der Ukraine nach Moldawien eingereist. Einen Tag später wechselte ich 100 Euro. Das ist jetzt 5 Wochen her. Zugegeben, ich habe in der Zeit weder getankt noch hatte ich andere unerwartete Ausgaben. Aber ich habe fast keine Vorräte verbraucht da ich mich nahezu ausschließlich von Brot und Frischkäse ernährt habe. Ich glaube zwei Pfund Kaffee und ein Kilo Zucker habe ich zwischenzeitlich noch erworben und einige von den großen 2,5 Liter Bierfalschen. Einige Euros ließ ich auch in dem Internetcaffee. 130 Lai zähle ich noch in meiner Geldbörse. Also haben mich die letzten 5 Wochen etwa 93 Euro gekostet. Grob gerundet etwa 20 Euro die Woche oder 2,85 Euro am Tag.
Den Abend verbrachte ich mit Aufräumen. Meterdick schichtete sich Staub auf meinen Ablageflächen und ich überlegte schon daran den Klappspaten zur Hilfe zu nehmen. Eingetrocknete Kaffeeränder auf Tisch und Küchenarbeitsplatte wollten weg gescheuert werden und auch die Toilette bedurfte einer Grundreinigung. Gegen 10 in der Nacht kletterte ich erfrischt und sauber aus meiner Dusche und setzte mich in meinen Wohnraum, den ich kaum mehr wieder erkannte.
Am Morgen des 7. Mai kaufte ich Kartoffeln, Eier, Zwiebeln, Mehl, Kaffee und etwas Zucker. Den Laden verließ ich 15 Euro ärmer als ich ihn betreten hatte. Dann ging es endgültig weiter. Bereits 2 Mal hatte ich das Waldstück zwischen Chisinau und Ohrei durchfahren ohne dort anzuhalten. Diesmal tat ich es. 11 Kilometer vor Ohrei bog ich von der Hauptstrasse ab. Schon bald erblickte ich rechterhand einen See. Eine kleine Asphaltstrasse führte an ihm vorbei. Ich nutzte diese Strasse bis sie auf der anderen Seite des Sees von ihm weg und hinein in den Wald führt. Dort parkte ich mein Zuhause. Hier ein Bild nachdem ich einige „Maschinen“ Wäsche gewaschen hatte.

Faltstuhl, Tisch ein Kaffee. Ruhe, absolute Ruhe. Kein Motorenlärm der Großstadt, keine hektischen Menschen, kein W- Lan Internet. Es dauerte mindestens 20 Minuten bis ich bemerkte, dass es eigentlich gar nicht so ruhig war. Nein, ganz im Gegenteil. Es ist sogar ziemlich laut. Vögel piepsen um die Wette. Aus allen Richtungen ertönt Gezwitscher. Manchmal vermischt es sich mit einem dumpfen Quaken welches vom See zu mir herüberhallt. Ein anderer Lärm, ein schöner Lärm. Besser als das Hupkonzert, die pausenlos ertönenden KFZ Alarmanlagen, Martinshörner … besser als der Lärm der Großstadt.
Ein oder zwei Stunden tue ich nichts. Nichts weiter außer sitzen, in den Wald hineinschauen und dem Konzert der Waldvögel lauschen. Dann mache ich mich auf, den See zu umwandern. Am frühen Morgen muss es hier geregnet haben. Die von den Sonnenstrahlen erwärmte Erde dampft. Es richt modrig feucht. Frisch, es riecht nach Wald und Natur. Einige Löwenzahn, die am Wegrand stehen, sammle ich ein. Sie werden mein Abendbrot.
Auch in den nächsten 2 Tagen gehe ich viel spazieren. Der Wald ist herrlich und riesengroß. Anfänglich ist der Weg noch asphaltiert. Ruinen baufälliger Häuser stehen mitten im Nirgendwo und werden langsam aber sicher von der Natur zurückerobert. Schon bald gabelt sich der Weg. Der Asphalt endet, und ein gut zu bewandernder Wirtschaftsweg liegt vor mir. Ich gehe der Nase nach, mal links mal rechts durch den menschenleeren Eichenmischwald. Wanderzeichen gibt es hier nicht. Dafür sind Wege im Überfluss vorhanden. Nicht schlimm, ich besitze ein GPS Gerät welches mir den Heimweg weisen wird. An beiden Tagen erreiche ich recht unvermittelt eine kleine Ansiedlung. Scheki schließt Freundschaft mit einem angepflockten Ziegenbaby und ich mit dem Viehhirten der fasziniert das friedliche Schauspiel bewundert welches sich zwischen seiner Ziege und meinem, wegen eventuell vorhandener Hühner, angeleinten Hund abspielt.
Ein wunderbarer Ort an dem man meilenweite Wanderungen unternehmen kann.
Die langen Sommerabende verbrachte ich damit meinen Wagen vom Winter in den Sommermodus umzubauen. Die Kettensäge wurde gereinigt, die Zündkerze herausgeschraubt, einige Tropfen Zweitaktöl wanderten in ihren Motorzylinder und wurden durch mehrmaliges ziehen am Startseil im Zylinder verteilt. Dann wurde das Gerät für den Sommer eingemottet. Im Winter lag es immer griffbereit im Eingangsbereich meines Badezimmers, aber die nächsten Monate werde ich es wohl nicht benötigen.
Eine ähnliche Pflege erhielt der Stromgenerator bevor auch er an seinen Sommerplatz wanderte. Der Kamin wurde von Asche befreit und einige Holzstücke startbereit in seinem Brennraum gestapelt. Das restliche übrig gebliebene Feuerholz warf ich im großen Bogen aus meiner Türe hinein in den Wald. Ukrainisches Holz in einem moldawischen Wald. Ich denke die Natur wird es nicht einmal bemerken, und ich freue mich über den leeren Stauraum welchen ich sicherlich recht bald mit anderen Dingen gefüllt haben werde.
Ich begann den Wäscheberg, welcher sich in dem langen und extrem kalten Winter angesammelt hatte, zu waschen und nutzte das mit Lauge versehene Waschwasser dazu auch die Außenseite meines Wagens ein wenig zu reinigen. Noch immer klebte ein Gemisch aus Straßenschlamm, Abgasen und Streusalz an dessen Karosserie welches einfach nicht abregnen wollte. Schon vor Wochen hatte ich die Türklinke und den Bereich rund um die Schlösser mit einem feuchten Lappen abgewischt. Aber jetzt, wo ich neben meinem Fahrzeug sitzen und mein Frühstück bzw. mein Mittagessen neben ihm einnehmen wollte störte mich die Verkrustung doch sehr.
Mit der Fettpresse bewaffnet krabbelte ich unter das Fahrzeug und fettete die vollständig ausgetrockneten Schmiernippel. Die selbst gebaute Reserveradaufhängung ist noch stabil und auch ansonsten macht mein Unterboden einen recht soliden Eindruck. Eine Ausnahme bildet lediglich mein Auspuff der schon wieder ein paar Abgasaustrittsöffnungen mehr hat als er eigentlich haben sollte. Aber ein kräftiges Wackeln am Endrohr verriet mir, dass ich mir wohl vorerst keine Sorgen machen muss Teile davon auf der Strasse zu verlieren. Die Körperhygiene konnte ich ganz bequem in der großen natürlichen Badewanne vornehmen. Das Wasser war angenehm warm, und ein kleiner Bootsanleger, an welchem aber keine Boote liegen, bildet ein ideales Sprungbrett. Nur Scheki scheint seine im letzten Sommer erworbenen Schwimmkünste wieder verlernt zu haben. Bis zum Bauch folgt er mir ins kühle Nass und dann steht er bellend und unzufrieden am Ufer und wartet darauf, dass ich endlich zurückkomme. Pech gehabt Scheki! Erst am 11. Mai schaltete ich wieder den PC an um diese Worte niederzuschreiben. Ich werde wohl weiterziehen. Ablaufende Aufenthaltsgenehmigungen. Das geht mir auf die Nerven, ich würde so gerne noch 4 oder 5 Tage hier bleiben. Aber die Hälfte meiner Zeit in Moldawien ist schon wieder verstrichen. Ich überlege ernsthaftig daran ob ich noch einmal einen Zwischenstopp in Tzavero mache. Jetzt ist Sommer und die ganzen wilden Zeltplätze dürften bevölkert sein. Mein Weg führt mich eh in diese Richtung.
Dann kommt Balti, eine Stadt die ich mir noch gar nicht angeschaut habe. Und dann, dann bin ich auch schon am nördlichen Rand des Landes. Dort wollte ich mir eigentlich einen sicheren Parkplatz für meinen Truck suchen um eine kleine Rucksackwanderung nach Kiew und Tschernobyl zu unternehmen. Ob die Zeit dazu noch reichen wird? Oder ob ich direkt mit meinem Truck zurück in die Ukraine reisen muss um mir dann, gehetzt von einem nur 60 tägigen Aufenthaltsrecht, meinen Weg Richtung Polen und die Skandinavischen Länder zu bahnen. Ich werde es sehen, jetzt fahre ich jedenfalls erst einmal ein paar Kilometer weiter.
Ich fuhr bis Ohrei. Eigentlich hatte ich nicht vor dort anzuhalten. Aber als ich die Einmündung passierte welche links von der Hauptstrasse abführt und nach etwa 2 Kilometern einen hübschen Parkplatz in Seenähe aufweist

welcher obendrein noch mit einer hervorragenden Internetverbindung ausgestattet ist, setzte ich spontan den Blinker. Rasch den VIP Bereich ins neue Design übernehmen, was getan ist, ist getan. Doch zunächst einmal ging es mit Badehose bewaffnet zum See. Die Nacht verbrachte ich dann wie geplant vor dem Rechner und während der Morgenrunde mit meinem Hund, welche ich so gegen 15 Uhr tätigte, traf ich dann auf eine Gruppe anderer Hundehalter. Unsre Tiere freundeten sich an und so kam auch ich in die Verlegenheit meine Fähigkeiten der Handzeichenkonversation aufzufrischen. Meine neuen Freunde hatten nicht nur ihren Hund dabei, sondern auch einen kleinen Grill sowie den obligatorischen Vodka. Gegen 21 Uhr war ich zurück an meinem Wagen. Alles drehte sich, mir war speiübel.
Die nächsten 24 Stunden nutze ich dann dazu wozu ich sie nutzen wollte. Und am 14. Mai ging es dann weiter.
Die Strasse welche mit Belüne eine Katastrophe und mit meiner Mutter noch recht abenteuerlich war, war nun größtenteils neu asphaltiert. Nur ein kurzes Stück von 5 oder 7 Kilometern war noch im altbekannten Zustand. Aber diese fünf oder sieben Kilometer reichten aus um mein Fahrzeug in seine Bestandteile zu zerlegen.
Auf einmal ein lautes Scheppern auf der rechten Seite. Ich blicke in diese Richtung und sehe mein eigenes Spiegelbild. Warnblinkanlage – Stopp! Diesen Spiegel hatte ich erst während meiner letzten Tage in Bulgarien repariert. Ich beschreibe das ausführlich auf meiner Seite „Motorstaubremse defekt“. Das ist noch keine 2 Jahre her, aber diese holprige Wegbeschaffenheit war das Aus für meine Reparatur. Das Spritzgusschassis war gebrochen, meine damals eingesetzte Schraube somit wirkungslos. Ich lief die Strasse zurück und sammelte die verlorenen Teile ein. Dann ging es mit einem nutzlosen Außenspiegel weiter. Schon bald sichtete ich den Wegweiser Tzavero. Blinker rechts, 16 Kilometer Piste und dann parkte ich mein Häuschen wieder vor dem hübschen Brunnen wo ich schon mit Belüne geparkt hatte. Mittlerweile war es 18 Uhr. Nicht lange fackeln! In einem der drei winzigen Geschäfte erwarb ich eine Flasche Bier als Gastgeschenk und dann spazierte ich, auf der Suche nach sommerlichen Alternativcampern hinunter zu den Höhlen und ins „Valley“. Meine Suche blieb erfolglos. Keine Menschenseele bevölkerte die Lagerplätze. Was sollte ich jetzt nur mit den 2,5 Litern Bier tun welche ich im Rucksack spazieren trug? Als ich mich auf einem Felsbrocken niederließ und die Aussicht über die Dinister betrachtete kam ich zu der wohl einzig vernünftigen Lösung für dieses Problem. Trinken natürlich! Wird ja warm. Am nächsten Morgen fand ich neben meinem Fahrzeug eine Holzlatte. An ihr waren gut und gerne 2 Meter Lochband befestigt. Ich freute mich über dieses kostenlose Reparaturmaterial. Lochband kann man schließlich immer mal gebrauchen und meine Vorräte werden langsam aber sicher immer geringer. Als ich die Latte aufhob kam sie mir irgendwie verdammt bekannt vor. Ein Blick auf meinen linken Unterflurkoffer verriet deren Herkunft. Lose baumelte er unter meinem Wagen. Gehalten nur noch von einem der zwei Lochbandreihen. Ich hatte bemerkt, dass mein gigantischer Hecküberstand bei der Einfahrt auf diesen Parkplatz mal wieder Bodenkontakt hatte. Dieser Bodenkontakt war das Aus für meinen ohnehin zerstörten Staukoffer welchen ich nun mit der Blechschere auch von seinem zweiten Halteband befreite.

Egal, alle Reparaturen können bis morgen warten. Erst einmal waschen, damit der Krempel trocknen kann, und dann auf ins Tal um nachzuschauen ob nicht doch irgendwo jemand zeltet.
Das herbstliche Bunt meiner vergangenen Besuche war einem satten Grün gewichen.

In den kristallklaren Bächen, Seen und Quellen sonnten sich Frösche

und am Wegesrand blühten Hagebuttensträucher und verbreiteten einen angenehmen Duft.

Der Rückweg führte mich durch den Ort und ich warf einen Blick auf den Friedhof. Wie gewohnt stehen hier Picknickbänke neben den Gräbern.

Es ist übrigens nicht nur auf Friedhöfen Brauch ein alkoholhaltiges Getränk niemals vollständig auszutrinken sondern den letzten Schluck für die Toten auf den Boden zu gießen. Für mich eine arge Umstellung. Habe ich das Saufen doch mit dem Spruch: „Wer Bier verschwendet oder verschenkt – gehört erhängt“ erlernt.
Den 16. Mai verbrachte ich nicht nur mit Waschen sondern auch mit der Reparatur meines Wagens. Der erst kürzlich sommerfest verpackte Stromerzeuger wurde wieder startklar gemacht, der Außenspiegel demontiert und ein Loch durch das verbleibende Stück Chassis und den sich darin drehbar gelagerten Metallstift gebohrt. Durch dieses Loch steckte ich eine Schraube welche vorne und hinten mit einer selbstsichernden Mutter gekontert wurde. Der Nachteil dieser Konstruktion ist es wohl, das ich nun zum Einklappen meines Spiegels Werkzeug benötige. Aber ansonsten wirkt es stabil.
Die Überreste meines Staukoffers wurden mit der Stichsäge in handliche Stücke zerlegt welche ich zur Entsorgung im Beifahrerfußraum meines Fahrerhauses stapelte.
Ich scheine das Arbeiten irgendwie nicht mehr gewohnt zu sein. Denn für diese wenigen Dinge benötigte ich einen ganzen Tag.
Am 17. widmete ich mich dann wieder schöneren Dingen. Ich wollte den oberen Punkt des Wasserfalls erkunden.
Mein Weg führte mich über saftig grünes Weideland.

Schon bald schaute ich über das Tal hinweg und konnte ganz am Ende sogar noch ein Stück der Denister entdecken.

Der Wasserfall selbst lag allerdings in einer sehr steil abfallenden, v-förmigen, Schlucht, und ich beschloss mir die Mühe zu sparen dort hinunterzuklettern da ich schemenhaft erkennen konnte das sich dort einige Menschen befanden die allem Anschein nach eine Strickleiter befestigt hatten. Also nutzte ich einen schmalen Viehpfad ins Tal hinab und als ich den Wasserfall erreichte hing die Strickleiter völlig alleine neben dem Fall.

„Hello! Somebody here?“ Keine Antwort. Nun ja, ich will die Leiter ja nicht stehlen, sondern nur einmal benutzen. Wird wohl keiner was dagegen haben. Ich bin noch nie in meinem Leben eine Strickleiter hinaufgeklettert. Aber, so dachte ich mir, einmal ist immer das erste Mal. Dem blauen Sicherungsseil welches neben der Leiter baumelte schenkte ich keine Beachtung. Wer soll mich auch sichern? Ich trat auf die erste Sprosse. Das Seil dehnte sich und die Sprosse erreichte den Boden. Bei der zweiten Sprosse war es noch ähnlich. Aber dann, dann kletterte ich langsam aber sicher in luftige Höhen empor. Die Leiter verdrehte sich unter meinem Gewicht. Mal blickte ich Richtung Fels, und mal in die andere Richtung. Ich pendelte mehr oder weniger frei im Raum. Dennoch war der Aufstieg nicht besonders schwierig. Erst als ich das Ende erreichte, die Stelle wo die Leiter über den nackten Fels in die Tiefe hinabführte bekam ich Probleme. Mein Gewicht drückte die Leiter an den Fels. Ich konnte mit meinen Händen weder um das Seil noch in die Sprossen greifen um mich festzuhalten. Das Sicherungsseil dem ich keine Beachtung geschenkt hatte baumelte jetzt in unerreichbarer Ferne. Kurz und knapp: Ich kam nicht weiter und musste umkehren.
Mein weiterer Weg führte mich ein zweites Tal entlang. Hier war ich noch nie, es gab neues zu entdecken. Schon bald blickte ich auf eine Schroffe Felswand. Auch hier war ein Seil gespannt, ein Rucksack hing mitten über der Schlucht.

Ich kletterte zu dem Punkt herab und versuchte mich im Seiltanz.

Das untere Seil dehnte sich nur wenig und das Obere bot eine ideale Festhaltemöglichkeit. Ohne jede Übung stand ich sehr sicher auf dem dünnen Seil. Ich ging ein wenig auf und ab. Aber ein Überqueren der Schlucht traute ich mich nicht. Es macht wohl einen Unterschied ob der feste Boden einen Meter, oder 50 Meter unter einem ist und die Jungs die das Seil gespannt hatten, verfügten mit Sicherheit über irgendwelche Sicherheitsausrüstungen die sie auffängt sollten sie einen falschen Schritt tun. Ich wäre nur auf meine Hände angewiesen, und um ehrlich zu sein war ich noch nie ein Meister in Klimmzügen. Schade, aber ich hatte Angst. Dafür entdeckte ich etwas oberhalb in der Schlucht noch einige Höhlen

und einige weitere kleine Wasserfälle. Irgendwann verlief sich das Tal in saftigem Weideland und ich trat durch eine kleine Siedlung den Heimweg an.
Auch am 18. ging ich Wandern. Ich wollte unbedingt die obere Sohle des Wasserfalls erreichen. Mein Weg führte mich durch das mir bereits bekannte Tal. Vorbei an weidenden, nicht angepflockten Pferden, Kühen und Ziegen. Kein Hirte weit und breit. Auch die sich in der Sonne aalenden Eidechsen wurden nicht von Menschen beaufsichtigt.

Bald erreichte ich den Fall. Ich kletterte über einen schmalen Pfad am rechten Rand des Tales, warf einen Blick zurück in Richtung der herabstürzenden Wassermassen, und bahnte mir meinem Weg weiter bergan.

Es war kein Weg, es handelte sich um eine Kletterpartie. Aber letzten Endes erreichte ich den Fluss oberhalb des Wasserfalls.

Nur wenige Meter watete ich barfuss durch das Flüsschen bis ich das Wasser in die Tiefe stürzen sah.

Ein herrlicher Platz. Wildnis, absolute Wildnis. Unter normalen Umständen lässt sich dieser Ort nur mit einer Hängeleiter erreichen. Ich setzte mich auf einen Stein in den Schatten einer überhängenden Felswand und beobachtete das Spiel des Sonnenlichtes welches im Bach reflektiert wurde und nun bizarre Gebilde aus Licht und Schatten an die Decke des höhlenartigen Überhangs warf. Außerdem beobachtete ich einen Käfer. Anfänglich sonnte sich das Tier auf einem Stöckchen nur wenige Zentimeter neben mir.

Aber irgendwann ist es dabei wohl eingeschlafen und hat vergessen sich festzuhalten. Jedenfalls landete der Käfer im Wasser. Und, es muss sich um einen Nichtschwimmer gehandelt haben! Recht panisch strampelte das Tier mit seinen Beinchen und schwamm dabei immer im Kreis anstatt Richtung Ufer. Irgendwann hielt ich ihm einen Stock hin an welchem er sich dankbar festklammerte.
Noch ein letzter Blick ins Tal,

und dann kletterte ich zurück. Mir war warm als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Als ich den Rucksack absetzte und eine leichte Windböe gegen meinen Rücken wehte spürte ich deutlich, dass ich nass geschwitzt sein musste. Wie gut, dass die Natur hier eine kostenlose Dusche installiert hat.

Ich ging zurück und folgte dem zweiten Tal. Gestern war ich auf dem Bergkamm gelaufen, heute wollte ich dem kleinen Fluss folgen. Eine gute Idee. Höhlen, kleinere und zwei große Wasserfälle. Eine wunderschöne und unberührte Gegend, welche man nur dann entdecken kann wenn man bereit ist ausgetretene Wege zu verlassen. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass sich hier und da der Ein oder Andere in dieses Areal verirrt. Davon zeugen nicht nur zurückgelassene Müllberge in den Höhlen sondern auch selbst gebastelte Leiterkonstruktionen an Stellen, an welchen es ohne einfach überhaupt nicht weitergehen würde.
Irgendwann erreichte ich die Stelle wo gestern noch ein Seil über die Schlucht gespannt war. Nur, dass ich diesmal nicht oben, sondern unten war. Ich bahnte mir einen Weg bergan, und als ich den Viehpfad erreichte welchen ich am Vortag hinabgekraxelt war bog ich rechts ab um wieder ins Tal zu gelangen. Mein Rückweg führte mich vorbei an den christlichen Grotten und der heiligen Scheiße des Popen. Noch ein letzter Blick hinunter auf die Denister, und ich war wieder am Wagen.
Am 19. war das Wetter sehr unbeständig und ich verbrachte den Tag mit Müßiggang und Hausarbeiten. Am 20. war dann noch einmal Wasserbunkern angesagt und dann, dann ging es weiter.

Weiter geht es mit meinem Reisebericht Rezina & Saharna.

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Bild: Danke
Bei Icke von globsurfer.de für die Verlinkung meiner Reiseberichte aus seiner Blogrol. Icke ist seit dem 7. März 2012 für ein Jahr auf Weltreise. Sein Budget: 17000 Euro.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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