Ein neues Design für meine HP

Bereits nach 2 Kilometern Fahrt sichtete ich den ersten Brunnen am Fahrbahnrand. In insgesamt 4 Monaten Ukraine habe ich nicht einen einzigen Brunnen gesehen. Aber hier in Moldawien gibt es sie wieder. Leider haben sie erfahrungsgemäß kein trinkbares Wasser.
In Stefan Voda parkte ich auf dem Parkplatz auf welchem ich schon einmal geparkt hatte. Beim Schneiden des Audios bekam ich vor meinem PC Kopfschmerzen, also ging ich ein wenig spazieren.

Auch die Ebay Wände welche irgendwie das Erscheinungsbild von Moldawien prägen hatte ich in der Ukraine vermisst.

Und es gibt hier wieder diesen billigen Kuchen. Und der ist lecker! Unbeschreiblich was man hier für 30 Cent für Köstlichkeiten bekommt. Zwei Nächte blieb ich diesem Standort treu. Viel Zeit verbrachte ich vor dem PC, so ein Audio zu schneiden ist verdammt viel Arbeit. Aber ich finde es ist mal wieder gut geworden und die Arbeit hat sich gelohnt. Was meint ihr? Sollte ich das mal einem Radiosender anbieten?
Gestern Abend, so gegen 9, ich saß natürlich vor dem PC und war gerade diesen Bericht am niederschreiben, schlich irgendwer um meinen Wagen. Es wurde geklopft, dann drückte jemand meine Türklinke hinunter. Ich schnappte mir den Leuchtprügel und riss die Türe auf. Draußen stand die Polizei.
Pass, Fahrzeugpapiere. Was ich hier mache. 3 Tage sei ich schon da, das sei illegal. Ein Bulle kletterte in mein Fahrzeuginneres und begann mit einer Durchsuchung. Ein zweiter folgte ihm. "Njet! Adin OK, do not OK!" Der Bulle kletterte wieder hinaus. Ich solle ihnen zur Wache folgen. Mal wieder überkreuzten sich Arme. "I don´t understand your Problem! Was habt ihr für´n Problem Jungs? No parking here, I go." Ich begann meine Kaffeetasse und anders schmutziges Geschirr in die Spüle zu stapeln, legte den Feuerlöscher vor den Kühlschrank damit er beim Fahren nicht umkippt und traf andere kleine Vorbereitungen um meinen Wagen in den Fahrmodus zu verwandeln. Als ich fertig war komplimentierte ich den "Gesetzeshüter" mit den Worten: "Out, driving!" hinaus und startete unter den Augen der ungläubigen Polizisten mein Fahrzeug.
Auf Polizeiwache hatte ich nun wirklich keine Lust und das was ich tat hat jedenfalls funktioniert. Ich fuhr bis Cahul wo ich gegen 22 Uhr eintraf. Auch hier war ich schon einmal. Was ich nicht weiß, das ist wo es hier einen Internetzugang gibt. Und genau das gehe ich jetzt herausfinden.

Der Internetzugang war schnell gefunden. Zu meiner Freude konnte ich einen neuen VIP Leser begrüßen. Ich wollte ihn Freischalten und … dabei habe ich den kompletten VIP Bereich geschossen. Ich habe darüber ja sehr zeitnah im Forum informiert.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht genau ob sich der Fehler so einfach beheben ließe. Ich rechnete damit einen kompletten neuen Upload machen zu müssen. Leider hatte ich gerade kürzlich einige neue Seiten hinzugefügt und war noch nicht ganz fertig diese zu erstellen. Wenn ich augenblicklich einen Upload machen würde, dann würden einige Seiten recht komisch ausschauen.
Also startete ich noch am gleichen Abend meinen Motor und fuhr bis zu einer einsamen Stelle irgendwo zwischen Cahul und Chisinau. Die halbe Nacht verbrachte ich vor dem PC und am nächsten Mittag verließ ich bei herrlichstem Sonnenschein den Wagen.
Der Feldweg, den ich hinein gefahren war um eine Parkfläche zu finden, führte mich durch triste Feldlandschaft. Bald erreichte er eine Ortschaft. Eine dieser typischen, ländlichen Siedlungen zu denen keine asphaltierte Strasse führt, eine dieser Siedlungen wo die Kinder noch auf der Strasse Fußball spielen können, ohne dass die Eltern Angst haben müssen, dass sie Opfer eines Verkehrsunfalls oder eines Verbrechens werden. Eine dieser Ortschaften wo das Wasser noch in Brunnen geschöpft wird und die Hausschweine friedlich im Straßenschlamm suhlen während freilaufende Hühner die Wegesränder nach Körnern und Insekten absuchen. Eine dieser Ortschaften in welchen es noch nicht einmal ein kaltes Bier zu kaufen gibt.
Ein kleiner See liegt friedlich zwischen den Hügeln, vor einem Haus liegt ein Stapel selbst gebrannter Steine. Zumindest gehe ich davon aus, dass diese Steine irgendwie selbst gemacht sind. Ich habe sie ausgiebig betrachtet und hätte gesagt sie bestehen aus Schlamm, Heu und Kuhdung. Aber ich kann mich auch irren. Auf dem kleinen Friedhof steigt eine Party. Hier ist es üblich, dass Bänke und Stühle neben den Gräbern errichtet werden, und als ich den kleinen Ortsfriedhof passierte versammelte sich gerade eine Gruppe auf diesen Bänken und begann einen Grill aufzubauen.
Grillparty bei der verstorbenen Omi. Warum auch nicht? Sitten und Gebräuche sind halt überall anders. Ich verließ die Ortschaft auf der andern Seite als der, von wo ich sie betreten hatte und wanderte noch ein wenig durch die Felder. Vereinzelt fanden sich kleine Bauerngehöfte mitten im Nirgendwo. Vielleicht sollte ich wirklich sesshaft werden, es scheint noch Orte zu geben an welchen ein lebenswertes Leben möglich ist.
Auf dem Rückweg passierte ich wieder den kleinen Ort und konnte voller Erstaunen den öffentlichen Personennahverkehr bewundern. Es kam gerade der Bus.
In der Nacht saß ich wieder vor dem PC. So gegen 2 Uhr in der Früh hatte ich alles getan was zu tun war um meine Seite neu hochladen zu können und somit alles wieder zu reparieren. Ich ging zu Bett und fuhr am nächsten Morgen in die Hauptstadt Moldawiens. Zurück nach Chisinau.

Chisinau.

Bereits als ich definitiv feststellen musste, dass die Russische Grenze für mich passe` ist hatte ich mir vorgenommen nach Chisinau zurückzukehren. Ich wusste, dass es dort überall kostenloses Internet gibt. In den vergangenen Monaten hatte ich viele Pläne geschmiedet. Ideen die es in die Tat umzusetzen galt. Seit der Veröffentlichung meines Griechenland 5 Reiseberichtes dürfte es jeder wissen. Ich möchte durch die online Veröffentlichung von Reiseberichten meinen Lebensunterhalt verdienen. Und ich möchte, dass ich eines Tages so viel damit verdiene, dass die russische Grenze für mich nicht mehr passe` bleibt weil ich mir dass Visa leisten kann. Derzeit kann ich das nicht!
Ich parkte auf einer Brachfläche hinter dem Güterbahnhof. Einsamkeit in mitten einer Großstadt, nebst W-Lan Anbindung. Augenblicklich stellte ich Tisch und Stuhl vor den Wagen und begann zu arbeiten. In der Nacht verscheuchte mich dann die Polizei.
Unglaublich, mit Kalaschnikow bewaffnet erklären die mir, dass ich nun Strafe bezahlen müsse. Ich hab ein live Audio.

Audioplayer für VIP Leser

Also fuhr ich mitten in der Nacht ins Stadtzentrum und blockierte einen der spärlichen Parkplätze. Dort stehe ich jetzt schon 10 Tage ohne Ärger zu bekommen. Dafür ist die Aussicht aus meiner geöffneten Türe nicht so toll.

Jetzt schreibe ich Reiseberichte und keinen Internetkrempel. Auch wenn dieser Internetkrempel miterweile zu einem festen Bestandteil meiner Reise geworden ist. Die nächsten 10 Tage sahen jedenfalls alle gleich aus. Irgendwann so gegen 14 Uhr am Morgen machte ich mich auf zu dem hübschen Internetpark mit Steckdosen. Ich ging einen kleinen Umweg, so dass ich über den Markt kam. Dort erwarb ich eine Plastiktüte voll mit leckerem, hausgemachtem Frischkäse. Diese Tütchen kosteten meist so um die 60 Cent. Dann ging es zum Supermarkt. Er hat eine eigene Backstube und meist warmes Brot vorrätig. Mit ein wenig Glück ist das Brot für 30 Cent warm, mit ein wenig Pech muss man das für 80 Cent kaufen. Ich griff dann tief in die Tasche. Ich wollte das Warme. Mit Brot und Frischkäse ausgerüstet ging es dann Richtung W- Lan. Rechner einstöpseln, dass er laden kann und erst einmal frühstücken. Meist saß ich dann bis 19 Uhr an diesem Ort und schaute auf das kleine leuchtende Viereck meines Computerbildschirms. Ich definierte css Stylshits, experimentierte mit Content Rotationsprogrammen und ließ meine kleine Testseite immer wieder durch einen so genanten Spyderview laufen um erkennen zu können ob mein Handeln auch Suchmaschinentechnisch erfolg versprechend ist.
Es interessiert euch nicht oder? Ich zeige einfach mal das Resultat. Es liegt hier vor euch! Die einzige Seite die ich nicht umgebaut habe ist die alte Welpen Seite. Dort könnt ihr schauen wie diese HP vor meinem Chisinau Aufenthalt aussah wenn ihr euch nicht mehr daran erinnern könnt. Daran hab ich geschlagene 10 Tage ununterbrochen gearbeitet. An den Tagen vor meinem eigenen Bildschirm und in den Nächten vor dem eines Internetcaffees. Als ich das alte Design entwickelt habe, habe ich ausschließlich auf meinen eigenen Bildschirm geschaut und dabei völlig übersehen, dass es Monitore mit anderen Bildschirmauflösungen gibt auf denen meine Page absolut beschissen ausschaut. Das wollte ich diesmal verhindern, deswegen musste ich einfach die 30 Cent pro Stunde in dem Internetcaffee bezahlen. Alles in allem habe ich den Betreiber um knapp 9 Euro bereichert. 9 Euro durch 30Cent/Stunde; das sind 30 Stunden. 30 Stunden in 10 Tagen, das macht 3 Stunden die Nacht. Zumindest durchschnittlich. Zusätzlich die Zeit vor meinem eigenen Rechner. Ich saß nur davor. Aber jetzt ist es fertig, das so genannte Template. Völlig selbst gemacht. Ich freue mich auf konstruktive Kritik, und da ich es gewohnt bin diese im VIP Bereich nicht zu bekommen veröffentliche ich den Designrelaunch auch im öffentlichen Teil des Forums und auf Facebook.
Ich werde die nächsten Tage wohl noch programmieren. Ich brauche noch mehr Zufallsbilder und mehr eigenen Werbebanner. Dann hab ich hoffentlich so viel Feedback, dass ich weiß ob es irgendwo Schwachstellen gibt und kann beginnen die ganze Page umzubauen. Viel zu erzählen werde ich deswegen nicht haben. Ich mach halt keinen Urlaub. I am not a tourist - I live here! Und zum Leben gehört Arbeiten dazu.
Mittwochmorgen; 2. Mai 2012, 7 Uhr 30 in der Früh. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Es ist Mai, es ist heiß. Die Sonne brennt, es ist kaum auszuhalten. Mir scheint es als sei es gestern gewesen, dass ich dick eingepackt über das zugefrorene Schwarzmeer gelaufen bin. Noch vor ein paar Tagen, oder waren es gar Wochen, habe ich nachts heizen müssen. Jetzt hält man es nur noch bei geöffnetem Fenster aus. 70 Meter hinter meinem Wagen befindet sich ein See. Lautes Froschquaken dringt von dort herüber. Es ist die zweite Nacht in welcher ich von dem beruhigendem Gequake in den Schlaf gesungen werde. Besser als der Motorenlärm von Chisinau Zentrum.
Wie lange bin ich schon in Chisinau? Zu lange. Seit dem 4. April. Heute ist der 2. Mai! Ein ganzer Monat. Einen ganzen Monat habe ich vor meinem PC verbracht. Ich wollte es schon lange tun. Jetzt habe ich es getan. Meine kleine Homepage erstrahlt im neuen Glanz. Die zukünftige Verwaltung und Erstellung wird entschieden einfacher sein. Vieles habe ich schon geschafft, vieles Weitere habe ich noch vor. Aber das hier, das ist ein Reisebericht. Es reicht mir völlig wenn ich an der Seite rumprogrammiere. Da muss ich über das Programmieren nicht auch noch schreiben. Außerdem bin ich ein Eigenbrötler. Ich mag es nicht großkotzig von Ideen und Plänen zu sprechen. Ich werde sie realisieren, und dann wird jeder sehen was ich getan habe. Wenn ich fertig bin freue ich mich über Meinungen und Kritik. Aber meine Ideen, die spinne ich gerne für mich alleine. Das was ich in den letzten 4 Wochen geschaffen habe lässt sich, teilweise zumindest, in dem Forenbeitrag "Design Relaunch - Meinungen Bitte miterleben. Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die letzten Tage habe ich viel Zeit damit verbracht Statistiken zu analysieren und Tendenzen herauszuarbeiten. Die stärkere Vernetzung zu Facebook zeigte sich schon nach den ersten Stunden als recht wirkungsvoll. Eventuell ist dieser Eindruck aber auch dadurch verfälscht, dass ich selber recht aktiv in dem Netzwerk war. Auch die auffälligere Platzierung zu meinem Amazon Partnerlink wirkt sich recht positiv auf meine Einnahmen aus. Seit 4 Tagen steht das Amazon Suchfeld am unteren rechten Rand der Seite. Seit 4 Tagen ist jeden Tag etwas über dieses Suchfeld gekauft worden. Mein Reinerlös beträgt derzeit 9,80 Euro. 9,80 Euro in 4 Tagen. So hohe Einnahmen hatte ich nicht mehr seit mich Google von der Teilnahme am Adsence Programm ausgeschlossen hat. Darüber hinaus freue ich mich, dass auch einige Produkte gekauft worden sind welche ich ausdrücklich empfehle. Ja, 2 Küchenquirls. Ein billiger und einmal das hochwertige WMF Produkt. Ich würde mich ja über Feedback freuen wie euch das Ding gefällt. Ich finde es spitze.
Diese "enorme" Einnahmeentwicklung veranlasste mich augenblicklich den Werbecode meines alten Anbieters von der Seite zu entfernen. Ich scheisse auf die 50 Cent die ich damit täglich verdient habe. Zu oft wurden Werbeeinblendungen auf meiner Seite geschaltet mit denen ich mich nicht identifizieren konnte. Ob es sich da jetzt um Palmölinvestment oder um Coca Cola handelt. Wir müssen alle leben, dass ich meinen Lebensunterhalt durch diese HP erwirtschaften möchte das dürfte seit Griechenland 5 jedem klar sein. Aber ich möchte mir auch selber treu bleiben. Und ein Produkt auf meiner Seite zu bewerben welches ich selber boykottiere, das ist alles Andere als sich selber treu zu bleiben. Das ist inkonsequent in jeder Weise. Ich bin froh so gehandelt zu haben und mag meine neue Werbung für Greenpeace Energie, gegen Atomstrom, Acta, Tierversuche und meine Produktempfehlungen zu Dingen, die ich wirklich und wahrhaftig mit gutem Gewissen empfehlen kann, viel lieber.
Ich würde mich in dieser Hinsicht sehr über Eure Hilfe freuen. Es ist für mich, für jemanden der fast ausschließlich Dinge besitzt welche er irgendwann einmal im Müll gefunden oder geschenkt bekommen hat sehr schwierig guten Gewissens ein Produkt zu empfehlen. Deswegen habe ich mich sehr über Martins Staubsaugervorstellung gefreut. Das war nicht abgesprochen, das kam zufällig zur rechten Zeit. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Nachahmungstäter der ebenfalls ein Produkt besitzt welches irgendwie in die Zielgruppe "Camping - Wohnmobil - Reisen - Hund" passt und das er guten Gewissens empfehlen kann. Aber … Ich wollte doch einen Reisebericht schreiben und nicht über diese Internet Marketing Soße. Was soll ich machen? Irgendwie ist diese Internet Marketing Soße zu einem Teil meiner Reise geworden. Egal, auch wenn man mehr oder weniger ununterbrochen vor dem PC sitzt und Pläne spinnt hat man ein paar Erlebnisse. Und von denen erzähle ich jetzt:
Da wären zum einen meine Einkäufe. Ich habe hier ja täglich ein Lebensmittelgeschäft betreten und mir eins dieser leckern und meist warmen Brote gekauft. Diese Brote sind in einem Papierbeutel verpackt. Ich erinnere mich nur zu gut an das typische Supermarktkassen Gespräch aus der Ukraine. "Packege" fragt da die Kassiererin und man antwortet mit "Njd" und schon bekommt man keine Plastiktüte. Hier in Moldowa klappt das nicht. Hier wird man nicht gefragt, sondern das Brot wird einfach in den Beutel gestopft. Besonders interessant ist es, wenn man etwas kauft das auslaufen könnte. Zum Beispiel eine Tüte Milch oder ein Päckchen Zucker. Diese Tüte wird dann in eine Tüte gesteckt. Die Tüte in der Tüte kommt abermals in einen Tragebeutel und dann, dann darf man seinen Einkauf bezahlen und nach Hause tragen. Selbst ein lautes aufschreien "Njed! Njed package!" Nützt nur bei den wenigsten Kassierern. Mann bekommt die Tüte, ob man will oder nicht. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht den von der Kassiererin eingetüteten Einkauf gleich hinter der Kasse wieder auszutüten und nur mein Brot mitzunehmen und den ökologisch bedenklichen Beutel einfach zurückzulassen. Ich konnte auch beobachten was mit dem Beutel geschieht. Er wurde nicht etwa dem nächsten Kunden gegeben, nein, er wanderte in den Abfalleimer. Da hätte ich ihn auch mitnehmen können. Überhaupt ist diese Eintüterei total nervig. Da stehen 20 Leute an der Kasse und die Kassiererin verpackt in aller Seelenruhe die Einkäufe ihrer Kunden in gefühlten 234 verschiedenen Plastiktüten anstatt zu kassieren. Wenn dann noch jemand vor dir ist der mit Kreditkarte bezahlt, dann ist es ganz vorbei.
Berichten möchte ich auch gerne von den vielen Bettlern welche ich täglich passiert habe. Ich habe auf die Uhr geschaut. Von meinem Wagen bis zum Internetpark laufe ich, inklusive Einkauf, etwa 30 Minuten. Während dieser 30 Minuten konnte ich 18 Bettler zählen welche am Straßenrand sitzen. Häufig alte Frauen oder Kriegsveteranen mit verstümmelten Gliedmaßen. Hinzu kommen die Kleinstselbstständigen welche mit einer Personenwaage den Wegesrand säumen und 1 Lei zum Wiegen verlangen oder versuchen selbst gepflückte Osterglocken an den Mann zu bringen welche so ausschauen als seien sie in der öffentlichen Grünanlage gleich nebenan gepflückt worden.
Wenn ich hier jedem der wirklich hilfsbedürftig ausschaut auch nur einen Lei gebe, dann kostet mich der Weg zum Internet grob gerundete 3 Euro.
Dabei gibt es in Moldawien so viele Dinge umsonst. Internet zum Beispiel. Auf den Märkten werden leckere Probierhäppchen von allen möglichen Köstlichkeiten angeboten. Wenn man Zeit mitbringt kann man durch die Reihen schlendern und sich satt futtern.
Auch Fahrzeuglackierungen muss man hier nicht bezahlen. Mann muss nur seinen Wagen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort parken und die freundlichen Mitarbeiter des Grünflächenamtes verpassen ihm gratis eine hübsche Effektlackierung wenn sie die Baumstämme der Alleebäume neu streichen.

Auch die Stadtverwaltung hat herausbekommen wie man spart. Zebrastreifen werden hier nicht etwa in dem tristen Einheitsdesign auf die Strasse gemalt, sondern in einem schicken Design welches sicherlich der unübersehbar beworbene Sponsor vorgeschlagen hat.

Das der einzelne Autofahrer eventuell nicht gleich erkennt um was es sich hier handelt, das ist ja Nebensache. Was war er auch in einer so spießigen Fahrschule die ihm nichts von gesponserten Verkehrsführungen erklärt hat.
Dann habe ich natürlich auch ein paar Menschen kennen gelernt. Das bleibt wohl nicht aus wenn man den ganzen Tag mit einem Laptop auf dem Schoß in einem öffentlichen Park sitzt. Da wäre zunächst einmal mein christlicher Freund. Er wollte mir irgendwelches Infomaterial über Jesus in die Hand drücken und ich hab ihm erklärt, dass ich es nicht lesen könne. Dummerweise konnte der Typ englisch und so wurde ich mal wieder bekehrt. Jetzt bin ich schlauer und kenne den Weg zu meiner Erlösung. Ich muss unbedingt Jesus in mein Herz lassen. Ich bin nämlich ein Mörder! Ja, das hat mir der freundliche Christ erklärt. In Gottes Augen bin ich ein Mörder!
Er hat mich gefragt ob er einen Test mit mir machen dürfte und da ich eh die Schnauze voll hatte von "auf den PC gucken" habe ich zugestimmt. Eine lange Liste Fragen die ich alle ehrlich beantwortet habe.
Ob ich schon einmal gelogen hätte? - Ja!
Ob ich schon einmal Hass empfunden hätte? - Ja!
Ob ich fremden Frauen hinterher schauen würde? - Ja
Ob ich schon einmal im Namen Gottes geflucht hätte? - Großer Gott, ja natürlich!
Am Ende kam heraus, dass ich ein Mörder bin. Obgleich ich die Frage ob ich gemordet hätte mit "Nein" beantwortet habe. Aber, so wurde ich belehrt, in Gottes Augen macht es keinen Unterschied ob man mit seinen Händen gemordet hätte oder ob man jemandem im Geiste den Tod wünscht. In Gottes Augen bin ich ein Mörder! Und wenn ich nicht am Tag des jüngsten Gerichtes -welcher nicht mehr lange auf sich warten lässt- ins ewige Fegefeuer verbannt werden wolle, dann müsse ich jetzt unbedingt Jesus in mein Herz lassen. Denn Jesus sei für mich am Kreuz gestorben, damit mir meine Sünden vergeben werden können. Diskussion zwecklos! Gott ist ein gerechter Gott; und er unterscheidet in seinem Strafmaß nicht zwischen einem Schwerverbrecher und Vergewaltiger und jemandem der einmal "du blödes Arschloch" gedacht hat. In den Augen des gerechten und allmächtigen Gottes der mit seiner Allmacht zugelassen hat, dass sein eigener Sohn ans Kreuz genagelt wird und dem kein humanerer Weg eingefallen ist damit mir meine Sünden vergeben werden können, ist das Denken und das Handeln ein und das Gleiche.
Ja Jesus, dann komm vorbei, komm in mein Herz. Aber mach da drinne bitte nix kaputt. Ich bin nicht krankenversichert.
Etwas lustiger waren meine Freundschaften mit diversen Straßenkünstlern deren Konzerten ich auf dem Heimweg gerne einige Minuten meiner Aufmerksamkeit schenkte. Besonders erwähnen möchte ich diese lustige Truppe aus Transnistrien.

Musizieren konnten sie nicht, aber es gelang ihnen mit ihren Instrumenten einen ohrenbetäubenden Krach zu fabrizieren. Das Schild vor ihnen mit der englischen Beschriftung: "Sammle 10 Lei und wir spielen woanders" brachte mich zum Lachen. Leider fanden wir keine gemeinsame Sprache.
Bei lokalen Trommlern, Gitarristen und Akkordeonspielern sah das oft anders aus und so hatte ich auf dem Heimweg häufig einen Grund noch einmal ein Geschäft zu betreten, noch einmal zu erklären, dass ich die dumme Tüte nicht haben will, und eine gut gekühlte Flasche meines Lieblingsgetränkes zu erwerben welche ich dann bei netter live Musik brüderlich teilte.
So verging die Zeit fast wie im Fluge. Immer vor dem PC, kaum Erlebnisse, immer hart am Arbeiten.
Pünktlich zum Monatswechsel startete ich mit anbrechender Morgendämmerung meinen Motor. Ich hatte mal wieder eine Nacht vor dem Rechner verbracht und durch meinen übermäßigen Kaffeekonsum dafür gesorgt, dass meine Trinkwasserreserven erschöpft waren. Nur etwa 4 Kilometer weiter hielt ich vor der öffentlichen Trinkwasserstelle auf 47° 02.686N; 28° 52.215O. Sie kannte ich noch von meinem letzten Aufenthalt und das Wiederfinden bereitete mir keine Probleme. Rasch ein paar Liter Wasser geholt, dann schlief ich ein. Nach dem Erwachen tat ich das was ich die letzten Wochen täglich getan habe. Ich ging zum Internetpark mit Steckdose. Nur, dass ich jetzt rund eine Stunde Fußweg vor mir hatte. Ich hatte mich gerade niedergesetzt als ich einen sehr schmerzenden Druck in meiner Blase verspürte. Also, alles wieder einpacken und auf in die Richtung eines abgelegenen Bäumchens. Auf dem Weg passierte ich eine Maikundgebung. Die ganze Hauptsrasse, ein kilometerlanger Zug von Demonstranten.

Ich hatte keine Zeit mir das Spektakel anzuschauen, ich musste Pinkeln. Ich war gerade wieder auf dem Rückweg als ein junger Mann hinter mir her rannte und mir auf die Schulter klopfte. Es handelte sich um einen amerikanischen Volontär mit dem ich schon vor einigen Tagen ein paar nette Worte gewechselt hatte. Spontan beschlossen wir den Tag zusammen im Stadtpark zu verbringen.

Der erste Tag seit langem (fast) ohne PC. Nach dem mittäglichen Erwachen abermals einen Tag später, bemerkte ich dann in welch hübscher Umgebung sich hier ein W-Lan Netz empfangen lässt.

Ich verfiel wieder in meinen alten Trott. Nur, dass ich jetzt nicht mehr programmierte sondern Statistiken beobachtete, einige Links zu meiner HP in diversen Foren und Kommentarfunktionen von Blogs verteilte und begann einige Ideen zu verwirklich die noch nicht spruchreif sind. Mittlerweile haben wir nicht mehr den frühen Morgen des 2. Mai, sondern den späten Abend des 5. Mai. Ich habe es endlich geschafft dieses kleine Update zu schreiben und werde es gleich veröffentlichen. Dann werde ich zur Abwechslung noch ein paar Beiträge in meinem eigenen Forum schreiben und morgen Mittag, so irgendwann nach dem Wach werden, dann werde ich tatsächlich Chisinau verlassen und mich an einen sehr ruhigen und schönen Ort begeben den ich allerdings noch entdecken muss. Den PC werde ich dann wegpacken und für einige Tage nicht mehr anschauen. Dann, dann werde ich ihn wohl wieder aus dem Schrank hervorholen. Denn es gibt noch viele Dinge die niedergeschrieben werden wollen.
Reisen ist leider nicht immer Urlaub. I am not a tourist - I live here! Willkommen im Leben.

Weiter geht es mit Wanderungen in Moldawien.

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Bild: Danke
Bei meinem Freund EbsEls mit dem ich leider viel zu wenig Zeit in Kroatien verbringen konnte für die Verlinkung meiner Reiseberichte aus seinem Blog Lebensreise.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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