Wohnmobil Reisebericht mit Wanderungen

"Hier kannst du überall parken." Sagte Peter und deutete dabei auf den nördlichen Rand des Stausees bei Belis. Also folgte ich, im Ort angekommen, der Ausschilderung Richtung Balcesti und bog somit rechts auf die B 121 ab.
Schlaglochreich und schlammig bahnte sich die B 121 ihren Weg durch das was man in Belis so Zentrum nennt. Dann ging sie in eine Eispiste über.

Bild: Hauptstrasse Belis

Wie auf Schienen glitt mein Fahrzeug durch die eisigen Spurrillen. Nur manchmal, wenn sich die Rillen kreuzten, spürte ich deutlich wie das Heck ins Schlingern geriet.
In Balacesti war die Strasse dann wieder eisfrei. Dafür aber schlammig und Schlaglochreich wie gewohnt. Ich folgte ihr in der Hoffnung den See zu erreichen. Doch nachdem ich den Ort passiert hatte erreichte ich eine Kurve. Dort stand nicht nur ein durchfahrt verboten Schild (mitten auf der B 121) sondern dahinter ging es auch steil bergab und das auf einer durchgehenden Eisfläche. Auf ebener Strecke mag mein Wagen in der Lage sein auf Eis zu fahren, auf grob geschätzten 28% Gefälle aber nicht mehr. Ich wendete, fuhr die ganze Strecke zurück nach Belis, da jede abgehende Stichstrasse schneebedeckt war und ich mich ein befahren nicht traute, und parkte gegen 14 Uhr auf einem kleinen Hügel linksseitig der Hauptstrasse am Ortsausgang.
Hübsche Aussicht hier:

Bild: Aussicht Belis

Augenblicklich folgte ich dem Asphalt hinunter zur "Stationea Fantanele", hinunter zum still und starr daliegenden Stausee.

Bild: Stausee Belis

Auf dem Rückweg bahnte ich mir einen Weg durch die Wälder. Ein Schild warnte mich vor Giftschlangen und kurz vor Sonnenuntergang war ich zurück an meinem Bus.

Bild: Aussicht Belis

Die nächsten 2 Tage verbrachte ich hauptsächlich vor dem PC. Ich schrieb die Geschichte über meine Reparaturen auf Peters Grundstück, stellte sie online und bettete die Werbebanner meines neuen Sponsors ein. Ja, ich hab (hatte) einen Sponsor! Ähnlich wie damals bei den Schuhen erhielt ich auch diesmal eine E Mail. Diesmal lautete die Betreffzeile nicht "Deal?!" sondern "Sponsoring". Sponsoring ist natürlich etwas ganz anderes als ein Deal und so kann ich stolz verkünden meinen ersten echten Sponsor gehabt zu haben.
Wo ich einmal am Werbung machen bin: Peter vermietet Ferienwohnungen. Der hat mich ja irgendwie auch gesponsert. Mit Atomstrom, einer Werkstatt und allerhand an Kleinmaterial. Zwei hübsche Ferienhäuschen hat er in seinem Garten gebaut. Einmal so ein Teil mit Matratzenlager und einmal was recht komfortables. Außerdem betreibt er so eine Art Campingplatz. Also wer mal sein Wohnmobil in einem Land ausbauen möchte in dem die Baumaterialien noch bezahlbar sind, der ist bei Peter sicher gut aufgehoben. Dass es an Werkzeug so ziemlich alles gibt was man je brauchen könnte das hatte ich ja bereits erwähnt. Normal kann man da auch reiten. Aber ich bin zum falschen Zeitpunkt gekommen. Der Schimmel bekommt bald ein Fohlen und den Braunen kann man wohl nicht unbedingt jemandem überlassen der sich mit Pferden nicht so gut auskennt. Kontakt und weitere Infos gibt es auf Peters Homepage dealu-negru.ch.
Werbung Ende!
Am 2. März wollte ich dann zu einer großen Wanderung aufbrechen. Von Belis der B 121 folgend über Balcesti und Dealu Boti nach Rachitele. Dort hart rechts abbiegen und dann links Richtung Wasserfall. Von dort wollte ich dem eingezeichneten Wanderweg auf den 1836 Meter hohen Berg "Vladeasa" folgen.

Bild: Wanderkarte Nationalpark Apuseni

Wenn ich den Maßstab der Karte richtig interpretiere eine Strecke von gut und gerne 45 - 50 Kilometern. Leider habe ich den Wecker überhört und bin erst gegen 11 Uhr wach geworden. Da es so spät keinen Sinn mehr macht zu so einer weiten Strecke aufzubrechen verschob ich meine Pläne um einen Tag und ging nur das nähere Umland entdecken. Dummerweise steckte die Speicherkarte meines Fotoapparates noch im Laptop. Schade, keine Bilder.
Aber am Morgen des 3. Am Morgen des 3. stand ich pünktlich um 7 Uhr auf, trank zwei Tassen Kaffe und verließ um kurz vor 8 meinen Wagen.
Aber so wie ich euch kenne, wollt ihr sicher mitkommen.

Gegen Mittag des nächsten Tages startete ich meinen Motor. Ich will auf den Vladeasa, und da es von meinem jetzigen Standort zu weit ist, muss ich halt ein Stück näher ran fahren. Jetzt kannte ich ja den Weg zu B121 und ich hatte gesehen dass sich die ersten Kilometer auch problemlos befahren lassen dürften.
Neun Kilometer später parkte ich dann mitten auf der Fahrbahn.

Bild: Wohnmobilstellplatz Nationalpark Apuseni

Nur wenige hundert Meter weiter hätte es rechtsseitig zwar eine große grüne … äh weiße Wiese gegeben, aber ich traute mich nicht sie zu befahren.

Bild: Wohnmobilstellplatz Nationalpark Apuseni (gesperrt wegen Schnee)

Ein halber Tag Tauwetter, und ich würde da nie wieder ohne fremde Hilfe rauskommen. Außerdem fährt auf der Straße derzeit eh kein Mensch, da kann man auch mitten auf der Fahrbahn halten.
Aus meinem Fenster erblickte ich eine alte Bunkeranlage.

Bild: Bunker Nationalpark Apuseni

Nichts wie los sie zu erforschen.
Irgendwie hab ich das Ding dann aber doch nicht gefunden. Egal! Auf einem vereisten Wirtschaftsweg legte ich mich gleich Drei mal der Länge nach in den Dreck und dann fand ich ein hübsches unverschlossenes Quartier für Wohnmobillose Reisende.

Bild: Kostenloshostel Nationalpark Apuseni

Im Inneren ein matratzenloses Hochbett und eine Sitzbank nebst Tisch. Davor eine kleine Terrasse mit Grill. Eine Ofenheizung gab es leider nicht.
Am Morgen des 5. März brach ich dann auf den Wasserfall sowie den Gipfel des Berges Vladeasa zu erreichen. Mitkommen??

Diese Mitwanderngalerie findet sich HIER in meinem VIP Bereich.


Um 19 Uhr 33, nach knapp 44 Kilometern war ich dann wieder daheim.
Zeit für mein Bett.
Die bedrohlichen Wolkenberge am Firmament hatten mich während meiner Wanderung zwar verschont, doch am nächsten Tag ging ein unaufhörlicher feiner Nieselregen nieder.
Schnell neues Brennholz schneiden bevor es völlig durchnässt ist. Am Straßenrand lagen viele gefällte Nadelbäume herum. Sie mussten wohl den Straßenbauarbeiten weichen und waren für eine kommerzielle Verwendung nicht groß genug. Zwei dieser Bäume zerlegte ich in handliche Stückchen

Bild: Brennholz Nationalpark Apuseni

Praktischer Weise hatten die Straßenbauarbeiter in Fahrzeugnähe auch einen prima Hauklotz stehen gelassen. Zu diesem Trug ich mein Heizmaterial und spaltete es.

Bild: Brennholzhacken Nationalpark Apuseni

Nach rund 5 Stunden Arbeit waren meine neuen Unterflurkoffer zum ersten Mal mit dem gefüllt wozu ich sie gebaut hatte. Mit Brennholz:

Bild: Brennholzlager Wohnmobil

Am Abend stellte ich dann fest das ich irgendwie beim letzten Einkauf vergessen hatten Toilettenpapier zu erwerben. Gut das ich erst kürzlich ein halbes Packet Taschentücher gefunden hatte und mir so helfen konnte.
Also war der Weg zum Toilettenpapierfachhandel angesagt, zu dem Geschäft vor dem mir mein an die Hauswand gelehnter Wanderstock entwendet wurde.
Ich folgte nicht der Hauptstrasse sondern bog links ab in die Wälder und bewanderte kleine, aufgeweichte Forstwirtschaftswege. Kurz vor Bicas führte mich der Weg auf große Weideflächen und über eine gefährlich, freihängende Schneebrücke welche mich über die Schlucht führte die ein wild gurgelnder Gebirgsbach in die Landschaft gespült hatte.

Bild: Gebirgsbach Nationalpark Apuseni

Ich überlegte lange ob ich es wagen soll diese Brücke zu betreten, aber letzten Endes trug sie mein Gewicht so dass ich nicht in die Tiefe stürzte.
Am Laden angekommen erfuhr ich dann das Toilettenpapier gerade ausverkauft sei. Ich hatte extra die leere Papprolle mitgenommen um mir die peinliche Pantomime zur Erklärung meines Anliegens zu ersparen. Die Verkäuferin verstand auch sofort was ich wollte, aber sie vertröstete mich auf den Folgetag. Missverständnisse ausgeschlossen, denn ein junger Mann übersetzte.
Da es sich einregnete und ich keine Lust hatte zum Klopapier kaufen durch den Regen zu gehen reinigte ich in den nächsten Tagen mein Gesäß mit einem alten, in Streifen geschnittenen T-Shirt. Sehr komfortabel!
Erst am Morgen des 11. März schien wieder die Sonne. Bis dahin habe ich meine Zeit im Wagen verbracht. So hatte ich viel Zeit diesen Bericht zu schreiben, leider konnte ich ihn nicht veröffentlichen, den zum Programmieren der "Mitwandern Bildergalerien" benötige ich Internet und mein Internet verabschiedete sich bereits am 6. 30 Tage sind leider nur eine begrenzte Zeit.
Wenn der Regen aufhört, so dachte ich, kann ich eventuell meinen Wagen einige Zeit bei Peter stehen lassen und mir die Gegend zu Fuß anschauen gehen. Deswegen reparierte ich mal meine Ausrüstung. Bei meinem Schlafsack war der Reißverschluss ausgerissen und auch mein Rucksack hatte unter der Donautour gelitten und bedurfte an einigen Stellen der Reparatur.

Bild: Rucksackreperatur

So schaut das dann aus wenn es fertig ist:

Bild: Rucksackreperatur II

Gegen Mittag des 11. März parkte ich dann jedenfalls wieder auf Peters Grundstück. Das Erste was ich sah waren die Wünschelrutengänger. Sie buddelten genau an der Stelle ein Loch an der auch ich das Wasser gespürt hatte.

Bild: Brunnenbau Nationalpark Apuseni

Mit Stemmhammer und Schaufel schaffen sie zu Zweit rund 1,5 Meter pro Tag. Auf 9 Meter müssen sie hinunter wird mir gesagt. Ich staune, hatte nicht auch ich die Wassertiefe auf 9 Meter geschätzt?
Dann ging es noch rasch mit Kanistern bewaffnet zur öffentlichen Wasserquelle, denn auch meine Wasservorräte neigten sich dem Ende. Und dann, dann klappte ich mein Fahrerhaus.

Bild: Wohnmobil mit geklapptem Fahrerhaus



Weiter geht es mit Schweißarbeiten am Unterboden


Bild: Danke








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