Bei Peter in Deala Negru

Mein neuer Freund hieß Peter. Bereits 1983 war er nach Rumänien ausgewandert. In Cluje betrieb er eine Tischlerei mit 40 Angestellten bekam ich erzählt. Heute besitzt er ein abseits gelegenes Grundstück in der Nähe von Dealu Negru. Mehrere Hektar, der nächste Nachbar einen knappen Kilometer entfernt.
"Du kannst mich ja besuchen kommen, bei mir ist Platz genug." Wurde ich eingeladen. "Ja, könnte ich machen. Wie weit ist das den von hier weg."
"So um die 20 Kilometer. Komm, fahr mir hinterher!"
"Ne Peter! Ich hab ein Bier und nen Glühwein. Heute nicht mehr. Aber morgen!" Gegen Mitternacht verabschiedete sich Peter. Ich hingegen blieb noch einige Stündchen am Nachbartisch sitzen. Dort hatte sich ein junger Werkzeugimporteur mit seinen Freunden niedergelassen und uns in ein Gespräch verwickelt. Am späten Nachmittag des Folgetages wollte er mit einem Freund nach Deutschland fahren um Werkzeuge zu importieren. Diese möchte er dann über seinen Internetversandhandel in Rumänien verkaufen. Vom Schraubenzieher bis zum Betonmischer kann man bei Ihm alles kaufen. Und alles sei deutsche Qualitätsware verkündet er stolz.
Gegen Mittag des nächsten Tages rief ich dann Peter an. "Ich steh beim Penny und würde dann jetzt vorbeikommen."
"Ja alles klar. Wenn du es nicht findest ruf einfach an. Ich hohle dich dann ab. Ach, wenn du durch Calatele fährst, kannst du dann 2 Brote mitbringen?"
"Klar, wenn ich das finde."
"Das findest du schon. Du kommst nach Calatele rein und nach etwa 2 Kilometern siehst du auf der rechten Seite das grüne Kreuz von einer Apotheke. Gleich daneben ist die Bäckerei."
Ich folgte der Wegbeschreibung die mir Peter am Vorabend auf einen Bierdeckel gemalt hat. Von Huedin Richtung Belis. Erst durch Calata, dann immer auf der Hauptstrasse bleiben und dann erreichte ich Calatele. Am Ortsausgang wendete ich. Irgendwie hatte ich die Apotheke übersehen. Auf dem Rückweg fand ich sie und parkte. Doch wo war die Bäckerei? Direkt daneben! Mit direkt daneben meinte Peter etwa 500m weiter die Strasse entlang und mit Bäckerei beschrieb er ein Gebäude das mit den Worten "Complex Comerzial" beschriftet war. Wäre nicht zufällig ein Kunde mit einem Brot unter dem Arm dort heraus marschiert, ich hätte noch lange gesucht. Ich betrat den Laden. Eine dieser dunklen, riesigen Hallen die sich Geschäft schimpfen und ein kleineres Warenangebot haben als jede Deutsche 24 Stunden Tanke. Dafür gab es in der Tat eine Bäckerei im inneren. Es duftete nach frischem Brot.
"Three Paine." Ich deutete auf die Brote.
Ich hoffe mir ist die Kinnlade nicht all zu offensichtlich nach unten geklappt als die gute Verkäuferin mir den Preis auf ihrem Taschenrechner zeigte. 39 Lei! Knapp 10 Euro für 3 Brote! Ok, die Brote waren riesig. Aber ein normales 500 Gramm Brot kaufe ich in Rumänien meist für 50 Cent. Diese Brote hatten allerdings geschätzte 2,5 Kilo. Das wusste ich aber erst als ich sie anhob um den Laden zu verlassen. Sie waren anders als normales rumänisches Brot. Gehaltvoller, schwerer. Ich habe gerade eben die letzte Scheibe davon gegessen. Das Brot lag geschlagene 9 Tage in meinem Bus. Zugegeben, ich habe es getoastet. Aber normales rumänisches Brot kann ich nach 9 Tagen Lagerzeit nur noch mit der Kettensäge bearbeiten. Dieses ließ sich noch mit dem Messer schneiden.
Mit rund 7 Kilo warmen Brotleiben auf dem Beifahrersitz ging es weiter. Ein leichtes Schneegestöber wehte mir um die Nase als ich in einem großen Waldstück neben 2 Containern stoppte um meinen Müll der vergangenen Tage zu entsorgen.

Bild: Müllentsorgung

Dann erreichte ich Dealu Negru. "Am Scheißhäuschen links." Hat Peter gesagt. Das Scheißhäuschen sei eigentlich eine verfallene Bushaltestelle, aber es sehe aus wie ein Scheißhäuschen. Ich sah das Scheißhäuschen und die Schlammpiste die dort links abführt. Das kann es nicht sein! Laut Wegbeschreibung habe ich noch eine Schule und ein Sägewerk zu passieren bevor ich endgültig Richtung Peter abbiegen muss.
Aber das war die richtige Stelle. Zum zweiten Mal an diesem Tag wendete ich am Ortsausgangsschild. Ich fuhr zurück und bog vor dem Scheißhäuschen rechts ab. Geradeaus, ein wenig bergauf. Alle Abzweigungen ignorieren. Dann sah ich die Schule. Ein Stück weiter dann das Sägewerk. Laut Wegbeschreibung muss ich kurz dahinter im rechten Winkel nach links. Aber dort gabelte sich der Weg Y förmig. Ich griff zum Telfon.
"Wo steckst du?"
"Hinter dem Sägewerk, da an dem Kruzifix wo sich der Weg gabelt."

Bild: Wegbeschreibung zu Peter

"Bleib da wo du bist, ich bin in 10 Minuten bei dir."
Etwas schneller als Peter war ein Pferdegespann. Der Fahrer erkundete sich ob ich irgendwelche Probleme hätte. Schließlich blockierte ich mit meinem Truck die halbe Fahrbahn. "Nix Problem! Friend …. " Ich deutete nach links und dann nach rechts und zuckte dabei mit den Schultern. "Peter?" fragte der Fuhrmann. "Da" ich nickte und eine Hand deutete in die richtige Richtung. "Ah, nix Problem. Peter Maschina, chince minuta"
Dann kam auch schon Peter.
Wir ließen meinen Truck mitten auf der Straße stehen und fuhren erst einmal gemeinsam zurück ins "Zentrum" von Dealu Negru" um einen sechser Pack Wasser zu erwerben. Dann folgte ich Peters Nissan.
Im Y links und kurz dahinter hart links. Der schwere Jeep schlingerte auf der unbefestigten und vereisten Naturstrasse. Ich folgte in gebührendem Sicherheitsabstand. Einige neuer Kratzer später, der Weg war nicht nur verreist sondern auch recht schmal für meinen Truck so dass ich ein wenig Äste schieben musste erreichten wir Peters Grundstück.
"Halt erst mal da an und guck wo du parken magst. Da, oder da … oder da hinten. Oder da unten oder dort drüben …" Es gab wirklich Platz genug. Allerdings traute ich der Tragfähigkeit des Bodens nicht. Noch war er gefroren und somit tragfähig. Aber ein Paar Tage Sonnenschein und ich würde diesen Platz nie wieder aus eigener Kraft verlassen können. Also entschied ich mich für eine Parkfläche gleich am Anfang des Grundstücks.

Bild: Wohnmobilstellplatz

Vor bzw. Hinter meinem Wagen lag eine demontierte, 64 Meter lange, Baracke. Peter hatte sich deren Demontage und Entsorgung in der Schweiz bezahlen lassen und ihre Einzelteile dann hier her transportiert. Ein Teil davon war schon in Peters Häuschen und in 2 Ferienunterkünfte gewandert die Peter hier errichtet hatte und der Rest lag halt so herum und wartete auf Verwendung.
Meine erste Amtshandlung führte mich mit Peter und seinem Mitarbeiter Cosmin zur nahen Trinkwasserquelle. Die Hauseigene war eingetrocknet und deswegen musste jetzt Wasser geholt werden. 4 große Kunststofffässer wanderten auf die Ladefläche des Nissan und dann ging es querfeldein zu einem eingezäunten rund 3 Quadratmeter großen Areal. Hinter dem Zaun befand sich eine mit Baubohlen abgedeckte Betonsenke in welcher sich frisches Quellwasser sammelte. Mit Eimern schöpften wir die Fässer voll um sie anschließend in den Hauseigenen Brunnen zu kippen. Von dort wird das Wasser dann mit einem Hauswasserwerk in die Geländeeigenen Rohrsysteme gepumpt.
Danach bekam ich das Grundstück gezeigt. Riesig! Auf einer Weide grasten 2 Pferde, hinter einem Zaun ein knappes Dutzend Hühner. Noch vor kurzem seien die frei auf dem Gelände herumgelaufen bekomme ich erzählt. Aber der Fuchs sei immer hungriger geworden und deshalb seien sie heute eingezäunt. Ein schmaler Weg führt zu einer großen Lichtung im hauseigenen Birkenwald. Im Grunde der Ideale Platz zum Campen und hätte ich gewusst das Peter einen Tracktor sowie einen Kettenbetriebenen Minnibagger sein eigenen nennt um versunkene Wohnmobile deutscher Aussteiger zu bergen, ich wäre dort hinunter gefahren. Außerdem gibt es eine Blockbohlensauna und 2 Ferienunterkünfte mit riesigen Terrassen und noch größeren Fensterfronten die den Blick durch den Wald auf die höchste Erhebung der Gegend zulassen. Den im Naturpark Apuseni gelegenen Berg Vladeasa mit 1836 Metern Höhe.
Schnell neigt sich der Tag seinem Ende. Als ich am nächsten Morgen erwache finde ich so auf die Schnelle niemanden zum quatschen. Deswegen beschließe ich erst einmal eine kleine Runde spazieren zu gehen. Mein Weg führt mich bis an den Zaun von Peters Grundstück. Ich quetsche mich durch ein Loch und wandere ein Stück weit durch das weiß verschneite nichts.

Bild: Umland bei Peter

Als ich zurückkehrte war erst einmal gemeinsames Frühstück angesagt.
"Jetzt bist du hier und du hast Zeit. Da drüben ist eine voll ausgestattete Tischlerei. Tue doch was an deinem Wagen." Forderte mich Peter auf.
"Tischlerei …. Hm, hast du auch ein Schweißgerät?"
"Klar!" Nach dem Essen wurde ich in die Schlosserei geführt. Ein Garagenähnlicher Bau. "Schweißgerät, Winkelschleifer, Zangen, Schraubstock und da drüben steht auch noch ein Ambos wenn du mal was dengeln musst."
Minuten später lag ich unter meinem Wagen und demontierte den Auspuff. Schon letztes Frühjahr in Moldawien hatte ich festgestellt dass er ein Paar mehr Abgasaustrittsöffnungen hat als er haben sollte. Jetzt hatte ich die Möglichkeit ihn zu reparieren.
Er sah böse aus. Rostloch reihte sich neben Rostloch. Dazwischen dünne Verbindungen aus verosstetem Blech. Nur die Seite auf der sich das Endrohr befindet, die Seite die ich in Griechenland geschweißt hatte war noch stabil. Abfallen konnte er deswegen nicht. Ich habe immer wieder am Endrohr gewackelt und so seine Festigkeit überprüft. Der Topf selber ist ja mit 2 massiven Metallschellen am Rahmen befestigt, das fällt so schnell nicht ab. Dennoch, so ein Auspuff sollte ein Loch für Abgase haben und zwar ganz hinten am Endrohr. Meiner hatte aber schon ganz vorne Löcher. Dort wo das vom Krümmer kommende Rohr in den Pot geführt wird. Die Anschlussrosette war gleich so marode das sie sich beim Abschrauben vollständig vom Topf löste.

Bild: Auspuff vor dem schweißen

Aus der Rückwand eines alten, nicht mehr benutzten, Katalytofens fertigte ich ein Reparaturblech an und schweißte es auf die Anschlussseite.

Bild: Reperaturblech Auspuff

Ja ja, die Elektroschweißer unter euch dürfen jetzt kräftig ablästern. Mann kann halt nicht alles können. Ich möchte aber bemerken dass ich Eisen viel besser schweißen kann als Rost.
Den Anschlussstutzen zum Abgasrohr fertigte ich neu an. Der Alte war einfach nicht mehr zu gebrauchen. Ich maß den Umfang, errechnete die Länge des abgewickelten Eisenstückes und schweißte ein rundes Rohr aus Katalytofenrückwand. Hier steht es anschweißbereit an dem Ort an den es hingehört.

Bild: Auspuffstutzen Selbstbau

Am späten Nachmittag des nächsten Tages liegt mein Auspuff dann frisch geschweißt neben meinem Wagen. Es ist ein hübsches Patchwork geworden. Neben der vollständig erneuerten Anschlussseite habe ich noch 6 weitere Flicken auf den eigentlichen Pott aufgebraten. Getreu nach dem Motto: "Loch an Loch und hält doch."

Bild: Auspuff Patchwork

Genau wie am Vortag lassen Peter und Ich den Abend bei einigen Runden des wahrscheinlich friedlichsten Kriegsspiels der Welt ausklingen. Schach! Da sitz man friedlich beieinander, quatscht, trinkt ein Bierchen und doch kann man seine strategischen Fähigkeiten auf dem Schlacht …. Äh Schachfeld ausfechten. Nebenbei probiert man ob Palinka brennt und da man das nicht in feuerfesten Gläsern austestet widmet man sich anschließend der Glasreparatur mit Sekundenkleber.

Bild: Glasreparatur Sekundenkleber

Armer Peter! Ich hätte ihm ein neues Glas geschenkt, aber ich besitze nur Plastikbecher. "Du, kann ich dir eine von den OSB Platten abkaufen? Als ich los bin hatte ich hier so Koffer unter der Karre. Für Brennholz und so. Hab ich mir aber kaputt gefahren. Ich bräuchte ein Paar Latten und halt Holzplatten, dann könnte ich mir neue bauen." Sage ich zu Peter am nächsten Morgen.
"Nimm halt!" "Wie Latten? Schweiß das doch, guck mal ich hab hier so T-Träger. Da kannst du welche von haben" Erhalte ich als Antwort.
T-Träger, schweißen. Das wird was für die Ewigkeit! Los geht´s! Ich nehme Maß. 169 cm Mal 73 cm bei einer Höhe von 40 cm. Mal 2 macht über einen Qubikmeter neuer Stauraum.
Als erstes Säge ich die T-Träger sauber auf Gärung für die Grundplatte.

Bild: Stauraum - Unterflurkoferbau 1

Dann schweiße ich einen viereckigen Rahmen daraus.

Bild: Stauraum - Unterflurkoferbau 2

Das erste Maßnehmen, noch sehr wacklig auf Holzbrettern. Ja, so soll es werden.

Bild: Stauraum - Unterflurkoferbau 3

Ich messe und überlege. Rechtwinklig Halteschienen anschweißen und dann am Rahmen festbraten. Das spart Material und Gewicht. Als Winkel dient mir ein altes Holzbrett.

Bild: Stauraum - Unterflurkoferbau 3

Kurze Zeit später hält meine Konstruktion schon ohne Stützbretter.

Bild: Stauraum - Unterflurkoferbau 4

Selbstverständlich müssen auch vorne Stützen eingebaut werden. Ich messe, säge und passe an. Die rechte erhält oben einen Winkel. Durch diesen bohre ich Löcher und verschraube das Ganze am Unterboden meines Wagens. Die Linke kann ich direkt an den Rahmen schweißen. Ein Stabilitätstest,

Bild: Stauraum - Unterflurkoferbau 5

ein wenig auf und abhüpfen und dann das Gleiche für die andere Seite.
Wenn Scheki nicht gerade Pferde anbellen mit Schnauz, Peters 9 Monate altem Schnauzerverschnitt, mit dem er nach anfänglichen Meinungsdifferenzen bezüglich territorialer Hoheitsgebiete recht bald "ein Kopf und ein Arsch" geworden ist spielt, dann liegt er auf seinem Aussichtshügel und beobachtet seinen Menschen beim Arbeiten.

Bild: Hund guckt zu

Am Nachmittag habe ich beide Trägerkonstruktionen fertig geschweißt. Die T-Träger von Bodenfront und vertikalen Stützen habe ich mit dem Winkelschleifer zu L-Trägern verarbeitet. Ich bin gerade dabei meine Arbeit mit der Grundierung zu bepinseln die ich bereits in Sibiu gekauft hatte als Peter und Cosmin aus Huedin zurückkehren.
"Schau mal, ich hab dir was mitgebracht. Damit keine Feuerwehrleute mehr Ihre Spitzhacken in deine Türe hauen. Außerdem hast du so mehr Kaminzug."

Bild: Ofenrohrverlängerung Wohnmobil

Irgendwie ist mir die Sache peinlich. Hier arbeiten ist eine Sache, schließlich bin ich eingeladen worden und wurde dazu aufgefordert etwas an meinem Wagen zu tun. Mich beschenken zu lassen ist wieder etwas anderes. Ich meine ich werde eh ständig zum Essen eingeladen. Nur ein Mal hatte ich bis jetzt die Möglichkeit mich mit leckeren Reibekuchen und -leider Gottes- gekauftem Apfelpüree zu revanchieren. Aber was soll ich tun? Jetzt habe ich ein neues Rauchrohr und die Erfahrung wird zeigen ob es sich bewährt oder ob, wie gewohnt bei langen Rauchrohren, diese schwarze Mocke an der Rohrwahndung herunter läuft und im Fahrzeuginneren mit einem bestialischen Gestank verdampft.
Etwas später, Peter hatte sich in seine Tischlerei verzogen und war ganz eifrig beim Bettenbau

Bild: Peter baut Betten

fuhr ein Lieferwagen auf das Gelände. "Peter?" fragten die Insassen des Fahrzeugs. "Una moment."
"Peter du hast Besuch. Blauer Opel Bus."
"Alles klar, ich komme!"
Ich beschäftigte mich weiter mit meiner Farbe und Peter verschwand mit seinem Besuch auf dem Gelände. Als der Wagen wieder abfuhr meinte Peter: "Komm mal schnell!" Er drückte mir zwei umgebogene Schweißelektroden in die Hand, meinte halt die mal ganz locker so zwischen deinen Fingern und lauf mal da lang."
Ohne zu verstehen worum es ging tat ich worum ich gebeten wurde.

Bild: Wünschenruthengehen

Nach einigen Metern wanderten die Spitzen der Elektroden aufeinander zu. Die Elektroden welche ich beim losgehen parallel zueinander gehalten hatte überkreuzten sich plötzlich. "Das gibt´s nicht!" Stammelte Peter. "Komm mal mit! Lauf mal da!"
Ich lief 30 oder 40 Meter, und wieder überkreuzten sich die Elektroden plötzlich wie von Geisterhand. "Genau da! Das hat der Typ auch gesagt! Da ist Wasser! Das waren Wünschelrutengänger. Ich hab es ausprobiert, bei mir klappt es nicht. Du hast es drauf!"
"Jo Peter! Mindestens 10tausend Qubikmeter in 9 Meter Tiefe. Ich bastel dir noch ne Skala an deine Elektroden." Lachte ich. Doch Peter meinte dass Ernst.
"Ich hab denen 50 Euro bezahlt, und du kannst das auch. Komm mal mit, lauf mal hier!"
Wieder fand ich angeblich genau die Stelle die der professionelle Wünschelrutengänger auch gefunden hatte. Darüber hinaus fand ich noch eine weitere auf einem Teil von Peters Grundstück das der professionelle nicht abgesucht hatte.
Wir suchten noch eine Weile nach Wasser und ich muss sagen dass ich recht erstaunt bin von meinen bis Dato verborgenen Fähigkeiten zu erfahren. Jetzt muss mir nur noch eine nutzbringende Anwendungsmöglichkeit für mein Können einfallen. Vielleicht sollte ich Skandinavien vergessen und ins Saharagebiet fahren. Ich könnte mir vorstellen dass die sich da unten über einen begabten Wassersucher freuen.
Anschließend war das Zuschneiden der Platten für meine neuen Unterflurkoffer angesagt. Peters Schreinerei verfügte nicht nur über eine Hobelbank die Alles bis 65cm Breite und 4 Meter Länge wie in einer Fabrik automatisch einzieht und millimetergenau abhobelt, einen Bandschleifer mit einem Schleifband von rund 3 Meter Länge, einer Tischkreissäge der Oberklasse und einer Presse um sich aus einfachen Latten selber Bretter zu leimen die man dann anschließend natürlich noch hobeln kann sondern auch über Kleinwerkzeug der Profiliga. Ob man nun nach einer Oberfräse sucht, einer Maschine zum setzen von Holzdübeln oder wie ich nach einer ganz profanen Kreissäge, in Peters Werkzeugkisten findet sich alles. "Festo! Das ist der Rols Roys unter den Handwerkermaschinen." Lobt Peter seine Handkreissäge. Und in der Tat ist sie nicht mit dem vergleichbar was ich in Deutschland mein eigenen nannte. Eine lange Aluminiumschiene wird auf das Werkstück gelegt und ausgerichtet, dann wird die Schnitttiefe eingestellt, die Säge in die Führungsschiene eingeklickt und über die Platte geschoben. Wer damit schief sägt, der ist sicherlich Finanzbeamter. Ruck Zuck waren meine Kofferwandungen hergestellt

Bild: Stauraum - Unterflurkoferbau 5

und in der Palette die ich als Unterlage verwendete war nicht der kleinste vom Kreissägeblatt verursachte Kratzer zu erkennen.
An der Rückwand habe ich wieder einmal Material gespart. Dort beendet ja der Fahrzeugrahmen meinen Koffer. Warum sollte ich dort eine Rückwand aus Holz einbauen?
Etwas Problematisch waren dann nur die Aussparungen für meinen Hilfsrahmen anzupassen. Da nutzt die Beste Kreissäge nicht, da muss man genau messen und anzeichnen und eine Stichsäge benützen.
Auch die Überlegung wie um alles in der Welt ich die Türe gestallte kostete mich ein wenig Zeit. Schließlich fand ich eine Lösung. Ich entfernte noch einmal die lose eingeklemmten Holzplatten, verwandelte 2 T-Täger in L-träger und schweißte sie so auf die Front das man die Türe in ihnen auf und abschieben kann. Dann bohrte ich Zwei Löcher von 4,2 Millimeter durch Holz und Eisen. 4,2 Millimeter ist der Lochdurchmesser den man benötigt wenn man später ein M5er Gewinde in das Loch schneiden möchte. Und genau das beabsichtigte ich.

Bild: Stauraum - Unterflurkoferbau 6

Dann wurden die Seitenplatten noch mich Schlossschraube, Mutter und Unterlegscheibe am Eisen verschraubt und zu guter letzt schob ich die Türe von unten ein und sicherte sie mit 2 M5er Schrauben. Zugegeben, man braucht immer einen Schraubenzieher um die Türen zu öffnen. Dafür kann man sie dann vollständig entfernen und muss sie nicht immer mit einer Latte abstützen und darunter her kriechen wie bei meinen alten Koffern.
Als ich diese Arbeiten beendet hatte war für mich dann auch schon Zeit zu gehen. Bereits bevor ich hergekommen war hatte mir Peter gesagt das ich maximal bis Donnerstag oder Freitag bleiben könne da am Samstag seine Frau aus der Schweiz angereist komme und er mit ihr allein sein wolle. Ich denke mir da ja meinen Teil, vor allem dann wenn ich daran denke welchen Enthusiasmus Peter während meiner Anwesenheit in den Bettenbau gesteckt hat.
Da wir uns aber gut verstanden bekam ich angeboten einen Samstag später wieder zu kommen und meine Arbeit fortzusetzen. Bis dahin könne ich mir ja den Apuseni Naturpark anschauen meinte Peter. Er stattete mich noch mit einer Wanderkarte der Region aus und dann trennte ich mein Fahrzeug vom Atomstromnetz, drückte zum Abschied kräftig auf die Hupe und fuhr Belis entgegen.



Weiter geht es im Nationalpark Apuseni.

Derzeit im Chat :



Bild: Danke








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