Mit Schlauchboot und Kajak im Donaudelta

Von Galti vorbei an der Ukrainischen Grenze nach Tulcea, von dort über den Sfantu Ghorgehe Arm weiter nach Nufaru und Mahmudia bis hin nach Sfantu Ghorghe an der Schwarzmeerküste. Von dort zu Fuß dem Sandstrand folgend bis Sulina und über den Sulina Kanal zurück nach Tulcea vorbei an Crisan und Maliuc.

Benedikt ist im Oktober 2010 mit einem Freund und seinem Hund Zappa in seinem 2 Personen Kajak auf der Donau aufgebrochen. Weil es ihm zu kalt geworden ist hat er in Bukarest überwintert. Dort hat er sich von seinem Freund getrennt, der weiter nach Griechenland gereist ist. In Bulgarien war er lange Zeit ohne sein Kajak unterwegs. Meine Frage wie viele Tage er den auf dem Wasser verbracht hätte beantwortet er mit: "ca. 60."
Über couchsurfing.com hat er mich gefunden und ich schrieb ihm dass auch ich das Donaudelta hinunterrudern wolle. Zwei Tage später stand er, für mich völlig überraschend, vor dem Tierheim in welchem ich ein wenig aushalf.
Als erstes zeigte er mir sein Kajak.

Auf dem Rückweg, wir waren gerade dabei einige köstliche Maulbeeren zu pflücken, kam uns eine größere Gruppe junger Frauen entgegen. Einige schwenkten Transparente auf welchen die Worte "Free Huks" geschrieben standen. Für alle die der Englischen Sprache nicht mächtig sind muss ich das mal eben übersetzen. Free Huks bedeutet soviel wie: "Gratis Umarmungen." "Yes, here!" Schrie ich und kurz darauf knudelnten wir uns durch eine Gruppe hübscher Frauen.
Einen Tag später kaufte ich mir für 166 Lai, also für rund 40 Euro ein neues Schlauchboot.

Ich benötigte noch einen weiteren Tag um an meiner Homepage zu arbeiten bevor ich am Morgen des 5. Juli 2011 bereit war meinen Computer für längere Zeit alleine zu lassen um mich mit Schlauchboot und Kajak auf den Weg ins Donaudelta zu begeben.
Um kurz nach 8 Uhr parkte ich mein Fahrzeug, von 800 Hunden gut behütet, auf dem Gelände des Tierheims. Schwer bepackt machten wir uns auf den rund 8 Kilometer langen Fußweg zum Galti Sporthafen wo Benedikt sein Kajak abgestellt hatte. Unterwegs deckten wir uns an einem Supermarkt mit allem ein von dem wir glaubten dass wir es die nächsten 3 Tage benötigen würden. Während Benedikt Reis, Gemüse und Obst kaufte, erwarb ich Kekse, Brot und Konserven. Um halb 12 lagen unsre Boote startbereit am Donauufer.

Mein Gepäck hatte ich mit 8 Metern Seil auf dem Rand des Bootes vertäut damit es im inneren nicht so viel Platz wegnimmt. Ans Heck der Gummijolle band ich einen 6 Liter Kanister Trinkwasser welcher durch die Donau gekühlt werden sollte. Minuten später stachen wir in See. Abermals Minuten später beschloss mein Hund, der Schlauchbootfahren nicht wirklich gewöhnt ist, das laufen viel lustiger sei und sprang über Board. Glücklicherweise kann man hier noch überall anlegen, so dass das Tier bald darauf wieder neben mir sitzt. Wir kommen gut voran, das Stromkilometerschild 151 passieren wir um 15 Minuten vor 1. Um 5 Minuten vor 1 passieren wir Stromkilometer 150, was, wen die Schilder stimmen, einer Geschwindigkeit von ziemlich genau 6 km/h gleichkommt. Diese Schilder erreichten wir im Abstand von 10 Minuten, danach sollte ich zwei Tage lang kein einziges dieser Hinweisschilder mehr zu Gesicht bekommen.
Gegen 1 Uhr liegt Galati und seine Industriehäfen

Hinter uns. Laut Benedikts Reiseführer, einem Buch das eigens für Donaureisende Kanu und Kajakfahrer geschrieben wurde, liegen 80 Kilometer Natur vor uns bevor wir Tulcea erreichen. In der Tat führt uns die Donau durch herrlich ruhige, unbesiedelte Gebiete. Nur vereinzelt haben Fischer ihr Camp aufgeschlagen.

Mir drückt es auf die Blase, außerdem brennt die Sonne unerbärmlich auf meine nackte Haut. Ich brauche einen Landgang um zu pinkeln und mich mit Sonnecreme einzureiben. Ich halte nach Benedikt Ausschau doch ich kann ihn nirgends erblicken. Noch eine gute Halbe Stunde rudere ich weiter in der Hoffnung ihn zu finden. Dann lege ich an. Nach 20 Minuten geht es weiter. Die Landschaft wird immer Menschenleer und die Donau verbreitert ihr Bett. Sie wirkt mehr wie ein lang gezogener See als wie ein Fluss.

Gegen 5 Uhr sichte ich am Ufer einen Hund. Ich könnte schwören es ist Benedikt´s Zappa. Das Tier läuft mir am Ufer hinterher, doch meine Reisebegleitung kann ich nirgends erblicken. Kurz darauf kommt Captain Kajak von hinten angerudert. Wir sind wieder vereint und stoppen für einen gemeinsamen Landgang. Während ich in meinem Schlauchboot rudre wie ein Blöder tätigt Benedikt in seinem stromlinienförmigen Kajak 3 Ruderschläge und ist Meilen vor mir. Dann lehnt er sich in seinen Kunststoffsitz zurück, lässt sich treiben und ließt ein Buch welches er sich aus meiner Bücherkiste herausgesucht hat.

Gegen 5 Uhr rudern wir an der Stelle vorbei wo die Prut in die Donau einmündet. Von nun an gleitet rechtsseitig Rumänien und linksseitig die Ukraine an uns vorbei. Ca. 40Kilometer weit bildet die Donau hier eine Europäische Außengrenze und wir tun gut daran uns in rumänischer Ufernähe zu halten. Schon bald ist Benedikt wieder verschwunden. Ein kleines Dorf und eine Industriehafenanlage verechen kaltes Bier. Leider liegt diese Siedlung auf der für uns verbotenen ukrainischen Seite. Auf unsrer Seite gibt es nur Auwälder, Wiesen und Bäume mit von den Elementen ausgewaschenem Wurzelwerk.

Gegen halb 8 sichte ich eine Art Scheune am Ufer. Ein trockner Schlafplatz! Es schaut ohnehin nach regen aus. Doch Benedikt ist außer Rufweite. Also rudere ich weiter. Bald darauf treffen wir uns wieder. Benedikt behauptet nichts gesehen zu haben, räumt aber ein dass ich in die andere Richtung blicke.

Während man ein Kajak vorwärts rudert, ist es bei einem Schlauchboot sehr vorteilhaft es rückwärts zu steuern. Man blickt somit kontinuierlich nach Hinten. Auch Benedikt sieht die Regenwolken und beginnt zügig das Ufer abzusuchen. Niemand von uns besitzt ein Zelt. Benedikt hat eine Folie und ich ein Schlauchboot mit dem ich mich bei schlechten Wetterverhältnissen zudecken könnte. Um kurz nach 9 sichtete ich Benedikt´s rotes Kajak am Ufer. Ich ruderte heran. "Bingo!" Ruft er mir entgegen. "Dahinten gibt es so eine Art Schuppen, da steht sogar ein Bett drin." Noch während wir unsre Boote an Land ziehen und unsre Ausrüstung abladen hält neben uns ein Polizeiboot. Wir werden aufgefordert uns auszuweisen. Wo wir herkämen? "Heute aus Galati. Eigentlich aus Deutschland." Wo wir hin wollen? "Sfantu Ghorghe, ans schwarze Meer." Die Ausweißkontrolle dauert gute 20 Minuten. Unsre Personalien werden telefonisch durchgegeben und am anderen Ende der Leitung überprüft wahrscheinlich jemand ob wir von Interpol oder dem FBI gesucht werden. Die Typenbezeichnungen unsre Boote werden niedergeschrieben, in meinem Fall also Seahawk 2, dann fragt die Polizei noch ob wir hier die Nacht verbringen wollen. Wir bejahen und sie verabschieden sich freundlich. Für eine EU Außengrenze hätte ich mir das jetzt entschieden schlimmer vorgestellt.
Schnell ist ein Kochfeuer entfacht. Benedikt brutschelt "Reis mit Scheiß" und noch während wir essen beginnt es zu regnen. Wir packen unsre 7 Sachen zusammen und verkrümeln uns in die Laube mit dem Bett wo wir recht bald erschöpft einschlafen.
Sehr früh weckt uns das Bellen unsrer Hunde. Ein Mann steht mit zwei Eimern Wasser vor "unsrer" Laube und versucht ein Gespräch zu beginnen. Vielleicht ist es seine Laube?

Er ist weder besonders freundlich, noch aggressiv oder feindselig. Eher mehr verwundert. Nachdem er bemerkt mit uns nicht sprechen zu können, teilt er unsre Anwesenheit der Polizei mit welche mit ihrem Boot immer noch vor unsren Reisefahrzeugen ankert und diese scheinbar die ganze Nacht über bewacht hat.
Einmal aufgestanden packen wir zusammen und brechen auf.

Das ausgespülte Wurzelwerk wirkt hier noch urtümlicher als gestern

Und auch ansonsten vermittelt die Landschaft einen Eindruck von unberührter Natur.

Doch schon bald zieht sich der Himmel zu und es beginnt zu regnen. Nicht viel, nur ein leichter Nieselregen doch könnte er jeden Augenblick stärker werden. Da meine Reisebegleitung mal wieder verschwunden ist halte ich alleine nach einem Unterstand Ausschau. Vergeblich! Das ist aber nicht weiter tragisch, da der Regen aufhört anstatt stärker zu werden.
Ich rudere weiter Richtung Donaumitte. Hier ist die Strömung stärker so dass ich ein bisschen mehr fahrt mit ein bisschen weniger Anstrengungen mache. Mich wird schon kein Grenzer verhaften, schließlich habe ich nicht vor in der Ukraine anzulegen. Irgendwann werde ich wach. Irgendwie war wohl die Nacht zu kurz und ich bin beim Rudern eingeschlafen. Laut GPS treibt mein Boot mit einer Geschwindigkeit von knapp über 2 km/h. Gegen Mittag, ich habe Benedikt noch immer nicht eingeholt komme ich an einer Hafenanlage vorbei. Kein richtiger Hafen, mehr nur eine Verladestation für Kies und Schotter. Ich beschließe herumzurudern, anzulegen und nach einem Geschäft Ausschau zu halten. Kaum kann ich um die Kaimauer herumschauen sehe ich das Kajak meines Freundes. Ich lege an. Jetzt habe ich Benedikt´s Kajak gefunden, doch er selbst und sein Hund sind immer noch spurlos verschwunden. Während ich damit beschäftigt bin meine Wertsachen zusammenzusuchen kommt er freudestrahlend die Hafenmauer hinuntergeklettert. "Ich hab ein Geschäft gefunden und uns Bier mitgebracht. Voll cool, ich frag so einen Typen nach einem Geschäft und der erzählt mir das er da jetzt mit dem Auto hinfährt weil er Mittagspause habe. Waren so ca. 3 Kilometer, aber ich bin beide Strecken gefahren."
Lange saßen wir an einer eher weniger schönen Stelle und tranken Bier.

Kurz vor 3 stechen wir mir einer Tagesleistung von knapp 20 Kilometern wieder in See. Schon bald darauf eine erneute Grenzkontrolle. Kurz und schmerzlos. Rund 10Sekunden wirft der Beamte einen Blick in mein Ausweißpapier, dann wünscht er mir eine gute Reise ganz ohne mir ein Knöllchen wegen ruderns unter Alkoholeinfluss auszustellen.
Gegen 19 Uhr ein erneuter Landgang. Es sieht noch immer nach Regen aus, heute wollen wir etwas zeitiger mit der Unterkunftssuche beginnen. Vom Wasser aus sahen wir eine kleine Hütte. Leider war sie verschlossen und verfügte auch über kein Vordach. Die Batterien des GPS Gerätes gehen leer, ich muss sie in mein selbstgebautes Solarladegerät packen. Tagesleistung: 32 Kilometer.
Benedikt rudert voraus. Er ist schneller, er will sich nach einem Schlafplatz umschauen. Um kurz nach acht sichte ich sein Kajak. Der von ihm ausgekorene Platz weist einen unverschlossenen Metallcontainer auf. Zum schlafen eignet er sich nicht, da er zu kurz und sein Boden vor allen Dingen zu uneben ist. Aber als Zufluchtsmöglichkeit für uns und unser Gepäck bei plötzlich einsetzendem Gewitter ist er gut zu gebrauchen. Lange sitze ich am Ufer und blicke auf das Wasser.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wird ein Kochfeuer entzündet. Genau wie gestern kocht Benedikt "Reis mit Scheiß" den er brüderlich mit mir teilt. Kaum ist das Feuer entfacht wird ein schwerer Suchscheinwerfer auf uns gerichtet. Ein kleines Boot steuert langsam auf uns zu. Im Mondschein erkenne ich die Beschriftung "Police". "Problem?" Werden wir gefragt. "No Problem" Antworten wir und das Boot dreht ab. Wer diese Seite öfter liest wird wissen dass ich einen wahnsinnigen Spaß daran habe über die Polizei herzuziehen und ihnen auch jedes noch so kleine Vergehen vorzuwerfen. Aber was soll ich machen wenn die Jungs einfach nur korrekt sind? Da muss man auch mal fair bleiben.
Die Nacht verbringe ich in einer halb zusammengestürzten Folienunterkunft von Fischern. Einen Wetterschutz hätte sie mir nicht geboten, aber auf dem Boden lag aufgeschichteter Schilf der die Angelegenheit ein wenig weicher machte. Leider weckten mich sehr früh die Sonnenstrahlen.

Auch Benedikt erwachte zeitig. Nach einem gemütlichen - nein, Frühstück wäre das falsche Wort, schließlich haben wir nichts gegessen, aber nach rund einer Stunde des gemütlichen Wachwerdens packten wir unsre sieben Sachen zusammen und brachen auf. Um 20 nach 9 trieben unsre Booten mit knapp 5 km/h Tulcea entgegen. Noch 12 Kilometer Donaulauf liegen vor uns bevor wir diese Stadt erreichen. Diese Information gaben und zumindest die beiden Polizisten auf dem Boot von gestern Abend.
Gegen 11 Uhr, wir haben bereits eine Distanz von 7 Kilometern zurückgelegt erreichten wir die Stelle an der der Sulina Kanal von der Donau, welche weiterhin die Grenze zur Ukraine bildet, abgeht. Wir biegen rechts ab und können von nun an wieder auf beiden Uferseiten anlegen. Ich rudre zur Abwechslung einmal auf die linke Seite und schon erkenne ich die Industrieanlagen Tulceas. Verfahren Unmöglich!
Bereits nach 3 Tagen auf dem Wasser spüre ich jeden Muskel meiner Oberarme. Ich hätte nicht gedacht dass mir das Rudern so viel ausmacht, aber ich habe Muskelkater. Obendrein peinigt mich die Sonne. Wenn ich keine Sonnenkreme benutze verbrennen ihre Strahlen meine Haut. Benutze ich Sonnencreme vermischt sich Schweiß mit der ekligen Fettschicht der Creme und bildet so einen widerlich glitschigen Film auf meiner Haut und meinen Händen der mir ein kontrolliertes halten der Ruder nahezu unmöglich macht. Ich steure zurück in die Strommitte und lasse mich mit knapp 4 km/h treiben.
Gegen 12 Uhr legen wir für eine Pinkelpause in einem Auwald an.

Schon bald darauf geht es durch scheinbar unberührte Natur weiter. Der Donaumündung entgegen.

Am Ufer hat sich eine kleine Gruppe junger Menschen zusammengefunden. Sie grillen. Der aromatische Rauch steigt mir in die Nase. Ich habe Hunger. In meinen Vorräten befinden sich ein knochentrockenes Brot und eine Konserve Erbsen. Bis Tulcea werde ich wohl Hunger leiden müssen.
Gegen halb zwei ereiche ich den Ort. Benedikt rudert auf der falschen Seite herum und wartet auf mich. Schnell sind unsre Boote neben einem alten Raddampfer mit dem Namen "Republica Tulcea", der heute als Restaurant dient, vertäut.
Während ich noch meine Wertsachen zusammen suche hatte Benedikt bereits die Uferpromenade erklommen. Als ich dort eintreffe war er in ein Gespräch mit zwei jungen deutschen vertieft.
Die Beiden waren Handwerker, besser gesagt Zimmerleute auf der Walz. In ihren traditionellen Trachten waren sie für die Jahreszeit nicht unbedingt passend gekleidet und ihr in Tücher eingewickeltes Gepäck wirkte sehr minimalistisch. Auch sie wollten das Delta außerhalb der ausgetretenen Touristenpfade erkunden und waren deshalb ein wenig neidisch auf unsre Boote. Zusammen gingen wir zur Touristeninformation um eine Landkarte aufzutreiben. Landkarten gibt es dort gratis, das stand in Benedikts Reiseführer. Was dort nicht stand war das es pro Gruppe nur eine Karte gibt. Es kostete uns einige Überredungskunst der freundlichen Dame zu erklären dass wir zwei Gruppen seien. Danach fragte ich ob es erlaubt sei einen Hund mit auf die Linienschiffe zu nehmen die zwischen Sfantu George und Tulcea verkehren und die Dame antwortete mir: "Ich glaube schon." Eine sehr nützliche Information wenn ich das mal so am Rande bemerken darf. Ich fragte weiter ob es möglich sei von Sfantu George zurück nach Tulcea zu laufen. Die Dame schaute mich ungläubig an und verneinte. Im Grunde war ich jetzt genauso schlau wie vorher. Ich weiß warum ich Touristeninformationen alleine niemals betrete. Die mögen einem ja vielleicht ein Hotel besorgen können, aber das was ich wissen will, das wissen die auch nicht. Ich überließ Benedikt das Gespräch mit der Mitarbeiterin und schaute mir einige Informationstafeln an. Hellhörig wurde ich erst wieder als ich das Wort "Permit" vernahm. Permit ist englisch und bedeutet so viel wie Passierschein, Erlaubnis. Ohne rot zu werden erklärte die Touristenberaterin meinem Freund das er beim "Station of Donube Delta", gleich nebenan, für 5 Lai am Tag einen Passierschein erwerben müsse wenn er das Wasser, das aus seinem eigenen Land kommt herunterfahren will. "Aber wir haben nur Ruderboote, keine Motoren." warf Benedikt ein. Das sei egal, den Passierschein bräuchte man sogar wenn man zu Fuß ginge.
Ehrlich, so hat sie das gesagt! Erst erzählt sie mir Zu Fuß gehen sei unmöglich, und dann sagt sie Mann muss 5 Lai zahlen wenn man zu Fuß gehen will.
Wir verlassen die Touristeninformation, schauen uns ungläubig an und beschließen keinen Cent zu bezahlen. Stattdessen legen wir das Geld lieber in eine gut gekühlte Flasche Gerstensaft an.

Bestimmt zwei Stunden saßen wir im Schatten vor dem kleinen Geschäft und tauschten Reise Erfahrungen aus. Bereits über 3 Jahre befanden sich unsre neuen Freunde auf der Walz. In wenigen Tagen müssen sie in die Ukraine, dort werden sie einige Wochen lang auf einer Baustelle arbeiten um ihre Reisekasse aufzufüllen. Wo es danach hingeht, das wissen sie noch nicht. "Ist euch nicht warm in den langen Hosen und mit den Westen?" Fragte Benedikt. "Doch schon, aber wir haben nix anderes. Wir besitzen zwei Garnituren Kleidung, zwei Hosen und zwei Hemden. Jeder von uns trägt eine Wolldecke und wir besitzen einen Kauderwelsch Sprachführer. Wenn wir dann noch einige Lebensmittel herumtragen müssen, ist das mehr als genug."
Die Zwei sahen lustig aus in ihren dicken Kordhosen mit dem doppeltem Reißverschluss, dem weißen Hemd, ihren Westen, den Hüten und ihrem Wanderstock an dessen Ende sie ein in Tüchern verschnürtes Bündel mit ihren wenigen Habseligkeiten geknotet hatten. Irgendwie erinnerten sie mich ein bisschen an die Zeichnungen in dem Kinderbuch Hans im Glück.
Genauso wirkten sie auch. Glücklich! Was braucht der Mensch schon all diesen Besitz? Der Mensch braucht Nahrung und Atemluft, und das hatten die Beiden. Außerdem hatten sie ihre Freiheit und die Sicherheit einen Job zu finden wenn sie einen brauchen. Ihre Zunft verpflichtet Handwerkermeister auf moralische Weise Gesellen auf der Walz gegen Kost und Logie sowie gegen ein kleines Taschengeld zu beschäftigen. Wurde uns erklärt.
Irgendwann zogen wir gemeinsam weiter. Unser Ziel hieß Penny. Nach dem gemeinschaftlichen Großeinkauf verabschiedeten wir uns voneinander. Unsre zwei Freunde wollten sich nach einem Schiff umschauen das sie ins Delta bringt und Benedikt und ich zogen los ein Internetkaffe zu suchen. Gegen 18 Uhr erreichten wir unsre Boote und stellten erleichtert fest dass nichts gestohlen wurde.
Wir waren noch nicht ganz ablegebereit als wir eine fragende Stimme vernahmen. "Benedikt?!" rief es von der Uferpromenade. Dort stand ein junger Mann von couchsurfing. Schon vor einigen Wochen hatte Benedikt mit ihm Kontakt hergestellt und angefragt ob er bei ihm vielleicht eine Nacht verbringen könne. Aus dem Internetkaffe informierte er ihn nun über die Planänderung. Der gute Mann war dann wohl sofort losgelaufen und tatsächlich schnell genug gewesen uns noch zu treffen. So kam es das wir Tulcea noch eine weitere Stunde treu blieben.
Gegen halb 8 stachen wir leicht angetrunken in See.

Weit ruderten wir an diesem Tag nicht mehr. Nur noch die wenigen Kilometer vorbei an dem großen Militärhafen bis wir die Stadt endgültig hinter uns gelassen hatten. Mit Einbruch der Dämmerung legten wir am linken Donauufer an, zogen unsre Boote an Land, entfachten ein Feuer um die Stechmücken zu vertreiben und ließen den Tag bei einer weiteren Flasche Bier ausklingen bevor wir unter freiem Himmel auf unsren Isomatten einschliefen.
Gegen 10 Uhr am nächsten Morgen brechen wir auf. Nur eine Stunde später ereiche ich eine Gabelung. Benedikt ist mal wieder verschollen, aber ich hatte am Vortag einen Blick auf die Landkarte geworfen und noch in Erinnerung das kurz hinter Tulcea die Gabelung kommt an welcher sich die Donau in den für die Hauptschiffart kanalisierten Sulina Kanal und den natürlich belassenen Sfantu George Arm gabelt. Also wähle ich das rechte Wasser.
Kurze Zeit später sichte ich rechtsseitig eine Industriebrache. Schiffwracks, heruntergekommene Förderbänder die einstmals wohl Kies vom Donaugrund schaufelten und schwimmende Bürohallen. Alles ist verlassen und verrostet.
Gerne hätte ich angelegt und dieses Areal erkundet, aber mein Reisepartner ist mal wieder vorausgerudert und ich will ihn nicht allzu lange warten lassen.
Gestern haben mich auf der Hauptschieffahrtsroute eine Hand voll große Frachtschiffe überholt, heute auf dem Naturbelassenen und für Frachtschiffe gesperrten Sfantu Geoge Arm kommen mir im 10 Minuten Tackt irgendwelche kleinen Speedboote entgegen die Touristen ins Delta bringen. Mit grob geschätzten 30 km/h schießen die Bötchen an mir vorbei. Auf ihnen sitzen dicht gedrängt in Schwimmwesten eingepackte Pauschaltouristen welche mich als willkommenes Fotomodell nutzen. Damit ihre Kunden besser Fotografieren können, steuern die Kapitäne dieser Boote in halsbrecherischen Manövern an mir vorbei. Jedes Mal gerät meine Gummijolle in das Kielwasser der Schnellboote und das Gepäck schaukelt gefährlich auf der Kannte meines Vehikels. Seltener begegne ich hingegen den Linienbooten. Sie sind nicht weniger schnell, halten aber wenigstens Abstand.

Gegen 1 Uhr erreiche ich den kleinen Fischerort Mahmudia. Benedikt ist immer noch verschollen und mit ihm meine Nahrungsvorräte. Da er das größere und schnellere Boot steuert beschlossen wir diesen zusätzlichen Ballast in seinem Kajak unter zu bringen anstatt in meinem Schlauchboot. Auch die Landkarte die es pro Gruppe ja nur einmal gab befindet sich in seinem Gepäck. Ich vertäue meinen Kahn an einem kleinen Bootsanleger und mache mich auf ein Lebensmittelgeschäft zu suchen um mich mit eigenen Vorräten einzudecken. Kartoffeln, Bananen, ein Brot. Neues Wasser und etwas Käse. Nach einer halben Stunde geht es weiter.
Eine alte Autofähre kreuzt die Donau. Fähre ist gut, es handelt sich um eine verrostete motorlose Plattform an deren Seite ein ebenso altes, und meiner Meinung nach viel zu kleines, Fischerboot angebracht ist. Die Konstruktion wirkt auf mich sehr abenteuerlich, scheint aber ihre Aufgabe zuverlässig zu erfüllen.
Gegen 15 Uhr, ich habe Benedikt immer noch nicht eingeholt, lege ich an um eine Runde schwimmen zu gehen.

Zum ersten Mal in seinem Leben folgt mir Scheki freiwillig in die erfrischenden Fluten. Es ist unmöglich gegen die Strömung anzuschwimmen. Einige Minuten lang quäle ich mich vergeblich und komme keinen Zentimeter voran.
Die Landschaft wird immer schöner. Nur vereinzelt liegen scheinbar nur mit dem Boot zu erreichende Einsiedlerhöfe am Ufer. Selbst einen kleinen Bauwagenplatz passiere ich. Wahrscheinlich haben die die Fähre aus Mahmudia geschartert um ihre Wagen hier her zu bekommen. Die Türen stehen offen, eine leichte Rauchfahne steigt aus dem Offenrohr der im freien stehenden Küchenhexe auf. Ich rufe ein freundliches "Salut" in die Richtung der Wägen doch niemand antwortet. Ich versuche es ein weiteres mal; Stille. Schade, ich rudere weiter.
Gegen 17 Uhr zieht ein heftiger Gegenwind auf. Rund 1,5 Stunden später ist er so kräftig geworden das er das Wasser kräftig aufpeitscht. Ich stelle extrem komplizierte Verrenkungen an um während der Fahrt die Seile die mein Gepäck halten nachzuspannen. Hin und wieder bricht eine Welle in der Höhe meines Bootes. Dann schwappt eine erfrischend kühle Flut Donauwasser über die Reling. Nicht weiter schlimm, die Tempraturen dürften jenseits der 35 Grad Marke liegen. Dann macht die Donau eine Kehre und das Wasser ist wider glatt wie ein Spiegel. Ich beobachte einen Fischer beim einholen seines Netzes, ein idyllisches Bild. Ich rudere noch lange und genieße die Sicht auf die hinter mir untergehende Sonne.
Gegen 21 Uhr lege ich an einer einsamen Stelle an. Heute bin ich alleine kein Kochtopf, keine Gewürze noch nicht einmal Stangiolpapier zum einwickeln meiner Kartoffeln. Aber wenn es sein muss kann man Folienkartoffeln auch ohne Folie zubereiten und genau das tue ich.

Ein wenig Salz wäre gut, ich habe aber keines.
Die Nacht ist schrecklich. Im Schlafsack schwitzt man wie ein Schwein und außerhalb des Schlafsackes fressen einen die Mücken. Ich komme nicht in den Schlaf. Viel schlimmer als die eigentlichen Stiche, auf die mein Körper so gut wie gar nicht reagiert, ist dieses schreckliche "Bzzzz, bzzzz, bzzzz" neben meinen Ohren. Es macht mich wahnsinnig. Ich lege mich in den Rauch des Feuers, doch auch das nützt nicht sehr viel. Gegen 5 Uhr in der Früh beschließe ich die Nacht sei beendet. Ich lege noch einmal Brennholz nach und flüchte durch ständiges auf und abgehen vor den stechenden Plagegeistern. Mit Sonnenaufgang verschwinden die Blutsauger. Ich lege mich in den Schatten und schlafe noch einmal ein.
Gegen 9 Uhr weckt mich die Hitze. Gemütlich frühstücke ich zwei übrig gebliebene Kartoffeln und wünsche mir einen Kaffe.

Gegen 11 Uhr rudere ich los. Minuten später teilt sich die Donau. Die Landkarte ist bei Benedikt, aber so weit ich mich erinnere umfließt der Strom 4 Inseln. Wenn ich jedes Mal den kurzen Weg wählen möchte, muss ich mich 3 Mal rechts und beim vierten Mal links halten. Ich biege also rechts ab. Eine halbe Stunde später sichte ich ein Stromkilometer Schild. 64,4 steht darauf zu lesen. Bereits gestern war ich an solch einem Schild vorbeigerudert und zwar etwa in der Höhe des Ortes Mahmudia es zeigte eine Distanz von 102km an. Ich hielt das nicht für Möglich, da ich in Galati bei Kilometer 151 gestartet war, aber vielleicht stimmt es ja da die Kilometer bis zur Mündung in Galati nach der Hauptschiffahrtsroute, also dem Sulina Kanal berechnet werden. Hier befinde ich mich auf dem Sfantu George Arm, er ist bedeutend länger.
Ruhig und unberührt liegt die Donau vor mir.

Dort wo sich der Strom teilt um eine Insel zu umfließen, oder dort wo er hinter einer Insel wieder zusammentrifft scheint die Strombreite mehrere Kilometer zu betragen. Ich fühle mich wie auf einem riesigen, lang gezogenen See und nicht wie auf einem Fluss. Die Landschaft erinnert mich ein kleines wenig an die Krombacher Werbung wo das Flugzeug über den See mit der Insel fliegt.

Leider ist das Wasser nicht rein wie im Paradies. Kleine Kanäle führen von dem Hauptarm ab und enden wahrscheinlich an irgendwelchen Seen oder Bauerhöfen.

Schon Bald ist es vorbei mit der Einsamkeit, ich passiere einen Campingplatz.

Hier soll das Ende der Welt sein. Alles müsse man mitbringen, es gäbe keine Geschäfte. "Into the wild" hat Benedikt gesagt, die Frau von der Touristeninformation meint man könne hier nicht laufen. Und ich passiere einen Campingplatz auf welchem haufenweise Autos parken.
Gegen 14 Uhr erreiche ich wider die Wildnis. Ich bin alleine und mache Rast im Schatten Uhrwüchsiger Bäume.

Etwa 1 Stunde verweile ich hier, gehe schwimmen, ruhe mich aus und gönne meinem Hund sich einmal die Füße zu vertreten. Dann geht es weiter. Bis halb 4 an diesem Tag lege ich die gigantische Strecke von 12 Kilometern zurück.
Gerade habe ich die zweite Insel passiert. Langsam treibt mich das Wasser zurück auf den vereinten Strom. Ich komme von rechts und von links kommt ein kleines Schnellboot. Es steuert direkt auf mich zu. Deutlich ist zu erkennen dass die Mannschaft gerade eine feucht fröhliche Party feiert. Ein jeder hält ein Bierchen in seinen Händen. Ich weiche nach links aus. In diesem Moment steuert auch das Schnellboot nach Links. Panisch schreie ich: "Ey!" und das Boot dreht bei. Im Vorüberfahren zeigt mir die Besatzung ihre Mittelfinger. Unglaublich!
Nur wenige hundert Meter nachdem sich die Ströme wieder vereinigt hatten, umfließt die Donau eine weitere Insel.

Linksseitig spielen ein paar Kinder im seichten Wasser, rechts steht ein Angler. Ich beschließe nach dem Weg zu fragen: "Black See? Mare?" Rufe ich dem Angler entgegen und seine Hand deutet nach rechts. "Moltzumesk Mister."
Im Strom der begradigten Abkürzung treibt mein Schlauchboot mit etwa zweieinhalb km/h. Ich lehne mich zurück, lausche den Vögeln, genieße das auf und ab im Wellenspiel und beobachte die zahlreichen Fische welche lebensfrohe Luftsprünge neben meinem Boot veranstalten aber nicht im Traum daran denken in meinen Angelhacken zu beißen. Laut meinen GPS Gerät dürften es nur noch rund 8 Kilometer bis zur Küste sein.
Ich möchte ein Foto knipsen und meine Kammara beschwert sich ihre Speicherkarte sei voll. Also nutze ich meine Zeit um die geschossenen Bilder zu verkleinern. Wer braucht schon 7 Millionen Pixel Bilder?
Schnell habe ich die Insel hinter mir gelassen. Auf dem breiten Hauptstrom muss ich wieder rudern. Linksseitig passiere ich ein Camp. Es schaut sehr idyllisch aus. Eine Außenküche ist angelegt, Holzbänke gezimmert. In einem Baum hängt eine Solardusche. Ich halte an. "Salut? Somebodey here?" Keine Antwort, ich bin alleine. Dafür umschwirren mich hunderte von Mücken. Fluchtartig verlasse ich das Ufer. Vorbei der Traum in der Gesellschaft freundlicher Menschen einen Kochtopf geliehen zu bekommen.

Um 10 nach sieben ein erneutes Schild. Stromkilometer 45. Die Angaben scheinen zu stimmen! Schon wieder gabelt sich die Donau. Es ist das vierte Mal. Laut meiner Erinnerung müsste ich mich hier links halten. Aber links schaut falsch aus. Keine Menschenseele ist in Sichtweite die ich fragen könnte. Langsam treibe ich auf die Gabelung zu und denke: "Links oder rechts." Am Ende entscheide ich mich für rechts. Rechts war die Strömung stärker, der rechte Weg wirkte eher so als wen er geradeaus verlaufen würde und … im Grunde ist es ja eh egal. Rechts war die richtige Entscheidung. Kurz nach 8 Uhr bin ich an der Insel vorbei. Hinter ihr liegt ein weiteres Iland. Keine Insel im eigentlichen Sinne, mehr ein im Wasser treibender Schilfgürtel mit gigantischen Ausmaßen. Dann passiere ich ein Restaurantschiff. Mitten im Nirgendwo. Die Kunden dieses Restaurants brauchen ein Boot und Insektenschutzcreme. Unmittelbar hinter dem Schild "Stromkilometer 29" schlage ich mein Nachtlager auf.

Angler haben eine wilde Müllkippe zurückgelassen. Scherben verbrannter Glasflaschen, Plastikmüll, Unrat. Ich verstehe es nicht. Nach dem essen versuche ich zu schlafen, doch die Mücken gönnen mir keine Ruhe.
An dieser Stelle vielleicht noch ein paar unsortierte Bilder eines wirklich schönen Tages.
Bereits um kurz nach 6 Uhr in der Früh steche ich wieder in See. Die Nacht war schrecklich. Tausende von Blutsaugern umschwirrten mich. Kein Rauch des Lagerfeuers, kein Umsiechschlagen, nichts half. Ich rudere auf die Strommitte. Hier, einige Hundert Meter vom Festland entfernt habe ich Ruhe vor den Viechern. Ich lege die Ruder ins Boot, meine Beine auf die Bordwand und schließe noch einmal meine Augen. Gegen 9 Uhr erwache ich da mein Boot mit einem Schilfgürtel kollidierte. Nicht schlimm, so ein Schlauchboot ist ja im Grunde nichts anderes als ein schwimmender Air Bag.
Mir drückt es auf den Enddarm. Aber weit und breit finde ich keine Stelle an der ich anlegen könnte. Überall dichtes Schilf welches im Knietiefen Wasser wächst. Landgang unmöglich. Nach einer guten halben Stunde suchen finde ich eine augenscheinlich geeignete Stelle. Ich rudere ans Ufer, verlasse mein Boot und versinke bis zu den Kniekehlen im Schlamm.

Aber egal, ich kann wenigstens mal auf Toilette. Mir wird ja immer wieder vorgeworfen ich sei so ein großer Umweltsünder weil ich ständig in den Wald scheiße. Wenn ich meinen Wagen dabei habe stimmt das zwar nicht, weil ich kacken ohne Klobrille einfach tot ungemütlich finde, aber wenn ich auf Treckingtour gehe scheiße ich in den Wald. Ich gebe es zu. Während ihr eure Häufchen mit 10 Liter energieaufwendig aufbereitetem Trinkwasser in die Kanalisation spült wo die eigentlich ökologisch abbaubaren Fäkalien mit Seife und anderen Schadstoffen vermengt werden um abermals energieaufwendig wiederaufbereitet zu werden, spare ich mir diesen ganzen Kram und mache direkt in die Natur. Wie man sieht beginnt das Ökosystem augenblicklich mit der Beseitigung meiner Ausscheidungen.

So, der war zwar eklig, aber ich konnte es mir einfach nicht verkneifen. Leider gibt es hier nicht nur eine fliegende Kläranlage, sondern auch fliegende Blutsauger so dass ich schnellstmöglich die Fliege mache.
Schon bald gabelt sich die Donau erneut. 3 Mal rechts, und einmal links. Ich habe 4 Inseln hinter mir gelassen. Wo kommt die fünfte Gabelung her? Ist ja auch egal, die Strömung treibt mich in den rechten Arm und diesen werde ich befahren. Ich lasse mich treiben. Vorbei an Schilf, Auwäldern und dichter Ufervegitation. Vorbei an Störchen, Pelikanen und anderem Vogelviehzeugs das ich in freier Wildbahn noch nie gesehen habe. Aus dem auf dem Wasser schaukelnden Schlauchboot gelingt mir keine einzige zeigenswerte Aufnahme dieser Tiere die es hier zu hunderten gibt, die allerdings so scheu sind das man nicht näher als 200 Meter an sie herankommt. Dafür habe ich einige hübsche Impressionen der Landschaft eingefangen.
Ich setze mich auf den Rumpf des Bootes, lasse die Füße ins Wasser baumeln und halte Ausschau nach einem Platz der so aussieht als ob ich dort mit meinem Boot im Schleptau an Land schwimmen könnte. Vergeblich. Ich denke die obigen Bilder lassen es erahnen. Nach ca. 3 Stunden erreiche ich das Ende der Insel. Diesmal bin ich die weite Strecke gefahren. Ein Transportkutter stoppt auf dem Hauptweg. Der Fahrer ruft mir unverständliche Worte entgegen. "Englisch? Germen? Almanski!" Rufe ich zurück. "Ukrainie!" Verstehe ich. Der Fahrer winkt mich zu sich heran. Ich rudere schneller. Will der mich mitnehmen? Hab ich es tatsächlich geschafft ein Boot zu trempen? Und das auch noch ohne meinen Daumen raus zu halten? Tatsächlich, der freundliche Herr bietet mir eine Mitfahrgelegenheit an. Mein Rucksack wir los gebunden und ins Boot geworfen. Auch der Kleinkram aus dem Innenraum meiner Jolle wandert in den Kutter. Dann wir mein Schlauchboot hinter den Kahn gebunden. Der Ukrainische Wassertrucker startet den Motor. Wir kommen keine 50 Meter weit bis das Seil reist mit dem mein Boot vertäut war. "Barka, Barka!" Rufe ich und zeige auf das Problem. In einem gekonnten Manöver wendet der Fahrer und kommt keine 50cm neben meinem Verkehrsmittel zum stehen. Ein erneuter Versuch. Wieder reist das Seil. Dann wird das Boot einfach auf die Ladung des Kutters gehoben.

Mein Taxi transportiert Lebensmittel. Nach Sfantu George führt keine Strasse, alles was dort verkauft wird, wird mit einem Boot angeliefert und von genau so einem Lieferkahn übernahm ich nach sehr kurzer Zeit das Ruder.

Mann beachte meine Gesichtsfarbe. Eine Mischung aus Schweiß, Sonnencreme und Aluminiumabrieb meiner Ruder. Mein eigentlicher Fahrer hatte wichtigeres zu tun als das Steuer zu halten. Sein Boot war nämlich nicht das neueste und musste im zwei Minuten Takt repariert werden. Es gab 2 Hauptprobleme:
  1. Die Befestigung des Auspuffrohres. Eine Schelle war gebrochen und jetzt schlug das Rohr mit einer ohrenbetäubenden Lautstärke gegen die Bordwand. Der Bootsbesitzer hebelte das heiße Auspuffrohr mit einem Schraubenzieher von der Wand und klemmte eine Schaumstoffplatte dazwischen. Die Reparatur hielt in etwa so lange wie er brauchte um
  1. mit einem roten Messbecher Wasser aus der Donau zu schöpfen um es in das Kühlsystem seines Dieselmotors einzufüllen. Ich weiß nicht ob der Kühlerdeckel fehlte weil man eh ständig Wasser nachfüllen muss oder ob man ständig Wasser nachfüllen musste weil der Kühlerdeckel fehlte.
Kaum war Kühlwasser nachgefüllt hatten die starken Vibrationen des Motors die Schaumstoffplatte herunterrutschen lassen. Mein "Fahrer" riss sie in der Mitte durch, legte sie doppelt und begann erneut mit seiner Reparatur. Kaum war die Arbeit getan, war es auch schon wieder Zeit Kühlwasser nachzufüllen. Schnell hatte er mir auch ohne Worte erklärt wo sich die Temperaturanzeige seines Motors befand und welche Position der Zeiger auf keinen Fall übersteigen darf. So konnte ich ihn auf die Überhitzung seines Motors hinweisen sollte die Auspuffreparatur einmal etwas länger dauern.
Interessant auch der Dieseltank und die blaue Schnur rechts im Bild die das Gaspedal darstellte.

Um die Gruppe Kanufahrer zu grüßen die ebenfalls in aufblasbaren Gummibooten die Donau hinabruderten und die ich, stark motorisiert wie ich jetzt nun einmal war, mühelos überholte, blieb mir kaum noch Zeit.

Gegen zwei Uhr legten wir am Hafen von Sfantu George an. Ich half meinem neuen Freund seine Waren auf einen bereitgestellten Pferdekarren zu verladen

und machte mich auf den Weg zwei kalte Bier für mich und meinen Fahrer zu organisieren. Mit diesen Getränken in der Hand wartete ich dass mein Freund zurückkehrte um die Restlichen Waren zu entladen. Mit Händen und Füßen fragte ich ob er mich mit zurück Richtung Tulcea nehmen könnte. Seine Antwort lautete: "Ja". Entweder in ca. 2 Stunden, oder in 8 Tagen wenn er das nächste Mal hier herunterfahre. Zwei Stunde ging mir dann allerdings ein wenig zu schnell und acht Tage wollte ich eigentlich nicht warten. Deswegen verabschiedete ich mich freundlich und ging mir den Ort anschauen.
Außer Staubpisten,

zwei Kneipen einigen Hotels und einer Kirche gibt es hier gar nichts. Die Touristeninformation hatte geschlossen und ein Internetcaffe suchte ich vergeblich.
Nach knapp 2 Stunden Aufenthalt löste ich die Vertäuung meines Bootes und machte mich auf die verbleibenden 1,5 Kilometer ins schwarze Meer zu rudern.
Um 20 vor 5 war ich der Mündung so nahe das ich nur noch mit Müh und Not beide Uferseiten auf den Bildschirm meines Fotoapparates bekam.

Linksseitig wechselte das Landschaftsbild. Schilf und Auwälder wurden durch Sandstrand verdrängt. Dann trieb ich an einer kleinen Vorgelagerten Sandbank vorbei hinein ins schwarze Meer. Nach 6 Tagen Reisezeit hatte ich mein Ziel erreicht.
In weitem Bogen steuerte ich mein treues Gummiboot nach links und legte nun nicht mehr am Donauufer sondern an der Schwarzmeerküste an.

Als erstes ein Sprung in die kalten Fluten. Süßwasser! Dann setzte ich mich neben mein Boot und überlegte was zu tun wäre. Glücklicherweise kam ich sehr schnell mit einer Gruppe junger Kunststudenten ins Gespräch welche hier aus Treibholz die Skulptur eines übergroßen Fischskelettes errichtet hatten. Sie erzählten mir dass der Strand bis Sulina, dem Ort an dem der Sulina Kanal ins schwarze Meer mündet, mehr oder weniger problemlos zu begehen sei. Etwa 30 Kilometer soll die Distanz betragen. Egal auf welche Art und Weise ich zurückreisen würde, ich hielt es jedenfalls für reizvoll es auf einer Strecke zu tun die ich noch nicht kannte. Also ließ ich meinem Boot die Luft raus, verstaute es im Rucksack und begann, nachdem ich eine stärkende Pizza geschenkt bekommen hatte, zu laufen.
So weit ich sehen konnte lag menschenleerer weißer Sandstrand vor mir. Nur hier und da grasten, oh Entschuldigung, sandeten einige Rindviecher am Schwarzmeerufer.
Ich marschierte bis zum Einbruch der Dunkelheit. Dann suchte ich im schein der Taschenlampe ein wenig Treibholz zusammen, entfachte ein Feuer, röstete einige Kartoffeln und legte mich zur Ruhe. Wer glaubt hier, in der salzigen Briese des Meeres, sei ich die Mücken losgeworden, der irrt sich. Scharenweise summen sie um meine Ohren und stürzen sich gierig auf meinen roten Lebenssaft. Die Mücken nerven, doch ich kann ihnen nicht entkommen. Nach etwa einer Stunde läuft eine Horde Kühe durch mein Camp. Ich weiß, Kühe sind friedliebende Tiere und im Allgemeinen tun sie nichts. Aber Kühe wiegen auch einige hundert Kilo. Sollte so ein Tier versehentlich auf einen schlafenden Schlauchbootfahrer treten, dann saß dieser zum letzten Mal in seinem Boot. Ich packe meine Sachen zusammen, breche das Camp ab und marschiere weiter. Im Spülsaum des Meeres findet sich vereinzeltes Leuchtplankton. Gegen halb eins in der Nacht breite ich meinen Schlafsack am Rande einer Schafsherde aus. Schafe sind auch friedliebend und obendrein viel kleiner. Ein weiterer Vorteil dieses Platzes: Es gibt (fast) keine Mücken.
Früh weckt mich die Sonne. Die Schafe sind verschwunden. Ich blicke nach links und sehe Sandstrand

dann blicke ich nach rechts und sehe ebenfalls Sandstrand.

Bereits um 8 Uhr schneiden die Träger des Rucksacks schmerzend in meine Schultern. Mit dem Boot und all der Ausrüstung ist das Teil einfach sau schwer. Auch wenn ich auf so gut wie alles verzichtet habe was andere für unverzichtbar halten würden. Angefangen bei einem Zelt über ein Insektenschutzmittel bis hin zu Seife, einer Harrbürste oder einem dritten paar Reservesocken. Selbst einen Kochtopf oder ein Tütchen Salz nenne ich nicht mein Eigentum. Dafür trage ich 4 Liter Wasser, ein Boot, eine Luftpumpe, einen Schlafsack, ein wenig Angelequipment (übrigens überflüssig da ich keinen Fisch gefangen habe) und ein paar Dinge die ich eigentlich nur mitgenommen habe weil ich mich für einen selbstständigen online Journalisten halte wie ein GPS- Diktier- und Solarladegerät.
Glücklicherweise steht ein baufälliges Haus am Strand. Ich setze mich in den Schatten und schlafe doch glatt noch einmal ein. Als ich aufwache besichtige ich erst das Innenleben des Hauses. Es scheint ein Kuhfriedhof zu sein.

Dann gehe ich um die Ecke um meine Blase zu entleeren. Ich weiß nicht wer sich mehr erschreckt. Ich oder Gabriele. Mitten in der Einsamkeit steht plötzlich ein Typ vor mir. Gabriele hat sich am frühen Morgen von seinem Hotelchef hier her fahren lassen. Er ist Italiener und sein Hobby ist das Fotografieren. Seine Ausrüstung ist Monströs. Ein mindestens 40cm langes Teleobjektiv, ein Zelt um sich zu verstecken wenn er darauf wartet einen Vogel vor die Linse zu bekommen. Ein Stativ das wahrscheinlich genauso viel wiegt wie mein Boot. Noch einige kleinere Wechselobjektive, Reservekammara, Klapphocker und Lunchpaket. Außerdem besitzt er eine Landkarte die ich erst einmal gründlich studieren muss.

Nach rund einer Stunde Smalltalk gehe ich weiter.
Sandstrand, gleißende Sonne, Pferde und Rindviecher. Ansonsten die Monotonie von Wasser und Sand.

Um 11 Uhr stehe ich vor dem Auslauf eines Binnensees. Schuhe aus und durch.

Ich stelle die Kammara auf das Stativ, renne zu meinem Rucksack, hieve das sau schwere Ding auf meine Schultern und sprinte in die Furt. Dann gehe ich zurück und möchte den Fotoapparat holen. Batterien leer. Das ganze noch einmal.
Kurz darauf finde ich ein Auto. Leider ist es nicht in einem fahrbereiten zustand. Wie gerne hätte ich mein Gepäck auf die Rückbank gelegt und wäre gefahren.

Irgendwo im nirgendwo sehe ich einen kleinen Wohnwagen. Ein herrlicher Wohnort, leider ist niemand zu Hause. Kurz vor eins sichte ich am Horizont einen Kran. Ein Kran bedeutet Schatten. Ich beschleunige meine Schritte. Schon von weitem vernehme ich die Stimmen der Arbeiter. Scheiße, der Schatten ist schon besetzt. Ich nähere mich. "Schade, Schatten!" spreche ich zu einem der Arbeiter und werfe meinen Rucksack in den Sand. Ich setze mich daneben und setze meinen Wassersack an die Lippen. Ein Arbeiter nimmt ihn mir Weg. "Ape!" entgegne ich entrüstet. In diesem Moment bekomme ich eine Flasche Wasser gereicht in welcher Eisstückchen schwimmen. Mit meinem Eintreffen wird die Arbeit eingestellt. Niemand interessiert sich mehr dafür das gesunkene Schiffswrack zu zerlegen. Nein, alle versammeln sich um diesen eigenartigen Typen der da mit einem riesen Rucksack ankommt aus welchen Ruder herausschauen. "Woher? Wohin?" Werde ich gefragt. Und ich antworte so gut es mir ohne Sprache möglich ist. Schnell verstehen alle dass ich bereits einige Monate in Rumänien bin und mein eigenes Auto in Galati habe. Auch das ich mit dem Schlauchboot von dort heruntergerudert bin und mich nun auf dem Weg nach Sulina befinde begreift jeder. Als ich gehen möchte bekomme ich eine Armbanduhr gezeigt. 15 Minuten wird mir verständlich gemacht und dabei wird das Wort "maschina" also Auto gesprochen. Das Laufen hat ein Ende, ich bekomme gerade eine Mitfahrgelegenheit angeboten.
Auto war dann vielleicht nicht ganz das richtige Wort für das Verkehrsmittel auf welches wir kurz darauf kletterten.

Die Seitenbracken des Anhängers klapperten in einer Lautstärke die selbst Handzeichenkonversationen unmöglich machte. Auf dem vom holprigen Sandstrand durchgeschüttelten Hänger viel mir selbst das Sitzen schwer, aber einer der Arbeiter übte sich im freihändigen stehen. Bald bogen wir vom Strand ab. Der Fahrer drückte auf die Hupe und ein uniformierter Soldat öffnete eine Pforte. Wir fuhren auf ein eingefriedetes Militärgelände. Nach rund 5 Minuten erneutes Hupen. Jetzt verließen wir das Gelände wieder. Kurz darauf erreichten wir Sulina. Der Tracktor hielt vor einem Privathaus. Ein Dolmetscher wurde geholt. Ob ich ein Hotel bräuchte? "Ach was, ich schlaf draußen." Erwiderte ich. Dann bekam ich die Bootsverbindungen erklärt und zu guter letzt lud mich einer der Männer mit dem Wort "Bere" ein. Zusammen gingen wir zu einem kleinen Lebensmittelgeschäft. Dort wurde eine Flasche Bier gekauft. Die Gruppe hatte eine Trinktechnik die ich noch nicht kannte und die mir nicht sehr gut bekommen ist. Ich kenne es so das eine große 2,5 Liter Flasche in der Mitte steht und jeder der durst hat greift danach und trinkt einen Schluck. Diese Abwrackarbeiter hingegen waren zivilisiert und wollten aus dem Plastikbecher trinken. Leider hatten sie nur einen Becher für fünf Personen.

Also wurde der Becher aufgefüllt und man musste ihn alsbald leer trinken, da die anderen ja auch durst hatten. Bei der ersten Flasche war das noch sehr einfach, aber wir waren 5 Personen und im laufe des Abends sollte jeder von uns so eine Flasche erwerben. Irgendwie vertrug ich diese Art des Trinkens nicht so gut und war froh als sich auch die fünfte Flasche leerte. Mit Händen und Füßen fragte ich nach einem Internetkaffe. Aber so etwas Modernes soll es in Sulina angeblich nicht geben. Aber alles kein Problem, gab mir einer meiner neuen Freunde zu verstehen. Einer seiner Kumpels hätte Internett zu Hause. Ich solle ihm einfach folgen.
Bald darauf erreichten wir eine Gartenpforte. Ich solle ihm folgen forderte mich mein Freund auf. Wir betraten also dieses Privatgrundstück. Im inneren saßen 3 junge Leute vor einigen Tellern mit Fingerfood. Käsehäppchen, Pommes, geschnittene Salamistücke, Tomatenscheiben, Knoblauch, Peperoni, Zwiebeln. Eh ich mich versehen konnte saß auch ich an diesem Tisch. Mein Freund der mich hergeführt hatte verschwand ohne sich zu verabschieden. Ich saß an einem Tisch, in einem Garten, mit Personen die ich nicht kannte und wurde gefüttert. Glücklicherweise war dieser Personenkreis jung und sprach Englisch. Klar könne ich ins Internett, aber ich solle doch erst mal was essen. Anschließend wurde ich noch zu einem Beachvollyballspiel am Strand eingeladen. Mit meinem Alkoholpegel viel es mir schon schwer genug den Rucksack bis zum Strand zu tragen, geschweige den Beachvollyball zu spielen. Ich legte meinen Körper in den warmen Sand, bettete meinen Kopf auf das Gepäck und schloss die Augen. Als es begann zu dämmern öffnete ich sie wieder. Ich fühlte mich wieder besser. Meine Freunde saßen in der nahen Beachbar und tranken. Als sie bemerkten dass ich erwacht war, kam einer von ihnen zu mir herüber und schleppte mich an den Kneipentisch. Schon hatte ich das nächste Bier in der Hand.
Die Nacht muss für mich wohl irgendwann gegen halb drei in der Früh geendet haben. Ich weiß nur das ich am nächsten Morgen in einem Zelt erwachte das einem meiner Freunde gehörte. Während des Tages verstaut er dort seine Habseligkeiten wenn er schwimmen geht, in der Nacht bräuchte er es nicht. Ließ er mich wissen.

Ich fasste den Entschluss an diesem Tag überhaupt nichts zu tun. Nach all der Ruderrei und dem weiten Weg mit dem schweren Rucksack hielt ich es für eine gute Idee hier einfach auf meine Freunde zu warten und den Tag am Strand zu verbringen. In meinem Gepäck befand sich noch genügend Nahrung und unweit "meines" Zeltes gab es öffentliche Duschen welche mir Trinkwasser spenden würden. Rund 3 Stunden saß ich im Schatten eines Sonnenschirms. Dann wurde mir langweilig. Ich kann überhaupt gar nicht verstehen wie sich Menschen in ihrem Urlaub den ganzen Tag an den Strand legen können. Wenn hinter mir meine Wohnung parkt, dann kann ich das auch. Aber ohne meinen Wagen ist das einfach nur doof. Ich packe meine Sachen zusammen und breche auf.
Gegen ein Uhr Mittags sitze ich auf einer Bank und schaue über den Sulina Kanal. Im vergleich zu Sfantu George ist Sulina eine richtige Stadt. Eine hübsche, touristisch erschlossene Uferpromenade. Überall sind diese kleinen Taxiboote vertäut und Schilder offerieren Tagesausflüge in jeder erdenklichen Sprache. Hinter der Uferpromenade gibt es auch hier nur die obligatorischen Sandwege. Auf der anderen Seite des Kanals ein Schiffsfriedhof. Gigantische Ozeanriesen werden hier in ihre Einzelteile zerlegt und ihr Schrottwert in bare Münze umgewandelt. Quer durch den Ort wandere ich Stromaufwärst. Mit jedem Meter den ich mich vom Touristisch erschlossenen Teil entferne wird die Gegend interessanter. Rostige Wracks liegen halb versunken im Wasser. Einige liegen schief aufgebockt vor der Kulisse halb verfallener Industriehallen am Ufer. Schade das ich diesen Tonnenschweren Rucksack auf habe. Dennoch klettre ich auf einige Wracks und besichtige die Hallen von innen. Prima low budget Hotels für Alternativtouristen hätte ich gesagt. Ich weiß wo ich die Nacht verbringen werde. Dann mache ich mich auf die Suche nach der Anlegestelle für die Linienboote. Bis auf Samstag kommt täglich ein Boot zu der nachtschlafenden Zeit von 7 Uhr in der Früh. Samstags ist es unmöglich aus Sulina abzureisen. 42 Lai kostet die Fahrt mit dem Catamaran, 34 Lai die Fahrt mit dem langsamen Linienbot. Wer in seinem Ausweißpapier stehen hat das er im Delta wohnt erhält Rabatte von über 70%. Dann gibt es noch ein Tragflügelboot. Es braucht nur 2 Stunden für die 71 Kilometer. Die Fahrt ist entschieden teurer und dieses Boot verfügt nur über Bullaugen, richtige Fenster sind hier ein Fremdwort. Leider kann man sich nicht aussuchen ob man mit dem Catamaran oder mit dem Linienboot fahren möchte. Montags kommt das eine, dienstags das andere und mittwochs wieder das eine. Ich sehe den Catamaran ankommen und frage einen Mitarbeiter ob mein Hund an Board willkommen ist. "Nein!" erhalte ich als Antwort und mein Gesprächspartner deutet auf ein großes, am Schiff angebrachtes Schild mit einem durchgestrichenen Hund. Es bedarf allerdings nicht vieler Worte bis mir erklärt wird dass ich den Hund schon mitnehmen könne wenn ich den vollen Fahrpreis für ihn zahle. Auf das Tragflügelboot werde ich mit meinem Tier überhaupt gar nicht gelassen. Noch nicht einmal wenn ich bereit wäre den vollen Fahrpreis für es zu bezahlen. Ich verabschiede mich und besichtige den Rest des Ortes.
Im Grunde habe ich keine Lust für meinen Hund den vollen Fahrpreis zu bezahlen. Wenn das Ticket für mein Tier so viel kostet, dann ist es halt so. Aber als Bestechungsgeld? Nein! Im Grunde habe ich sowieso keine Lust mit dem Touristenkutter mitzufahren. Eine private Mitfahrgelegenheit bei einem Fischer wäre mir viel lieber. Ich spreche bestimmt 20 Menschen an die auf einem Boot herumklettern das nicht so ausschaut als sei es für Touristische Ausflüge geschaffen. Doch niemand fährt in den nächsten Tagen nach Tulcea. Ein freundlicher Mann schickt mich zu einem Taxiboot. 50 Euro soll der Spaß kosten. Ich lehne das Angebot ab. In 7 Tagen, habe ich eine Mitfahrgelegenheit von Sfantu George. Da warte ich lieber. Frustriert setze ich mich auf eine Bank und schaue über das Wasser. Dann komme ich mit zwei deutschen ins Gespräch. Die Beiden sind mit ihrem Segelboot hier her gefahren und suchen nun nach einem kleinen Bötchen das sie nach Sfantu Geoge bringt. Mit ihrem eigenen Schiff können sie dort nicht hin, da die Donaumündung dort nicht genügend Tiefe aufweist. Ich erzähle von meinem Problem. Leider können mich die Beiden auch nicht mitnehmen, da sie in die andere Richtung weitersegeln wollen. Aber sie schenken mir eine Landkarte. Die aus dem Touristenbüro in Tulcea. Unser deutschsprachiges Gespräch lockt zwei Österreicher an. Sie waren von Österreich bis Tulcea mit ihren Fahrrädern geradelt und, da ihnen alle sagten man könne nicht auf dem Landweg bis zu Mündung, die letzten Meter mit dem Touristenschiff gefahren. Der Mann erzählt er habe immer auf den Weg geachtet, und es seien nur die Letzten 5 oder 6 Kilometer wo man hätte nicht fahren können. Größtenteils gäbe es einen befestigten Deich. Ich schaue auf die Landkarte. In ca. 30 Kilometern beginnt eine befestigte Straße. Unwegsam oder nicht, 30 Kilometer werde ich mich schon irgendwie durchschlagen können. Schließlich habe ich ein Boot bei mir um trockenen Fußes Kanäle zu überqueren. Klar, vielleicht würde ich für die 30 Kilometer 3 Tage benötigen, aber es wird schon irgendwie gehen.
Ich verabschiede mich und breche auf alles einzukaufen was ich für 3 Tage Wildnis benötige. Als erstes möchte ich Geld wechseln, dann einkaufen und mich dann zu den alten Hallen begeben um früh schlafen zu gehen so dass ich am nächsten Tag zeitig aufbrechen kann. Leider hat die Wechselstube schon geschlossen. Ich überlege. Eigentlich habe ich noch genug Geld. Aber wenn etwas passiert! Wenn man doch so ein teures Taxiboot benötigt. Besser ist ich wechsle und kaufe morgen ein.
In der Stadt findet eine Feierlichkeit statt.

Hier im Donaudelta wohnen nicht nur Rumänen. Menschen vieler verschiedener Nationalitäten hat es vor langer Zeit hier her verschlagen. Eine jede Volksgruppe steuert zu diesem Fest eine Künstlergruppe bei die traditionelle Tänze und Gesänge vorführt. Eine Weile beobachte ich das bunte Treiben und lausche der fremdartigen Musik. Dann gehe ich weiter. Am Donauufer liegt ein kleiner Transportkahn. Er schaut ein wenig heruntergekommen aus. 4 Personen tragen Lebensmittel von dem Boot in eine Lagerhalle. "Excuse me, you go here?" Ich zeige auf die Landkarte. Mein Gesprächspartner nickt. "You can take me whith you?" Mein Gegenüber scheint die Frage nicht zu verstehen. "Dolmetscher! I get Dolmetscher!" Ich spreche ein junges Pärchen an das über die Uferpromenande spaziert. "You speack Englisch?" "Yes." "You can help me translation?" Ich erkläre den Beiden mein Problem, erläutere das ich glaube die Leute von dem Schiff könnten mich mitnehmen und bitte sie die Sache für mich zu klären.
Nach etwa 5 Minuten fremdländischen Kauderwelsch wusste ich was ich wissen wollte. Morgen, um 5 Uhr fährt das Schiff zurück nach Tulcea. Die Besatzung ist bereit mich und meinen Hund mitzunehmen. Allerdings haben sie Ihre Anlegestelle rund 1 Kilometer oberhalb dieses Punktes in der Nähe einer Bar mit dem Namen Zweitausend. Dort solle ich nach ihrem Schiff Ausschau halten und um 5 Uhr da sein.
Ich wollte den Jungs noch beim Ausladen helfen, aber Sie wollten sich nicht helfen lassen. Deswegen verabschiedete ich mich und setzte mich erneut auf eine Bank. Zwei Personen standen auf einem Boot das meiner Bank gegenüber vertäut war. Sie fotografierten mich. "Each picture 5 Euro." Rief ich ihnen zu. Wir waren im Gespräch. Nach etwa 10 Minuten der englischsprachigen Unterhaltung bemerkten wir dass wir alle deutsch sprechen. Der Mann war Deutscher, und seine Frau war Rumänien. Aber sie lebte schon seit vielen Jahren in Deutschland. Jetzt verband das Pärchen ihren Urlaub mit der Möglichkeit dass die Frau hier in Rumänien preisgünstig ihren Führerschein macht. Schnell wurde ich auf ein Bier eingeladen. Wir betraten ein kleines Geschäft und auch ich kaufte eine Flasche Bier. In Begleitung meiner neuen Freunde ging ich das Schiff suchen das mich am nächsten Nachmittag mitnehmen sollte. Ich wollte der Besatzung diese Bierflasche als kleines Vorabdankeschön überreichen. Doch die Besatzung bestand aus Antialkoholikern, ich konnte ihnen mit meinem Bierchen keine Freunde bereiten. Ich werde mir etwas anderes einfallen lassen müssen.
Wir setzten uns auf eine Bank in der Nähe der Gaststädte in welcher die Folkleregruppen abgestiegen waren und machten ein wenig Party. Später wurde ich dann noch auf eine Fischsuppe eingeladen.

Nachdem die Beiden gegangen waren schloss ich mich einer weitern Gruppe an. Sie bestand aus einem Engländer und einem Polen die am Nachbartisch saßen. Ich hatte ja noch eine riesen Flasche Bier im Rucksack, so dass ich unsre Gläser immer wieder auffüllen konnte. Gegen 1 Uhr ging ich in Richtung der Leerstehenden Hallen. Auf dem Weg passierte ich das Irisch Pup. "Stefan, you are still her?!" Riefen mir meine Freunde vom Vortag entgegen. Ich stezte mich. Einer der Kollegen lud mich dann ein bei ihm zuhause zu pennen. Gegen 3 Uhr in der Früh bekam ich eine Dusche angeboten, und gegen 7 Uhr in der Früh wurde ich wierde rausgeschmissen da mein Freund zur Arbeit gehen musste. Hundemüde und verkatert wanderte ich bis zum nahen Stadtpark wo ich bis etwa 10 Uhr weiterschlief.

Ich lies es ruhig angehen. Um 5 Uhr fährt mein Taxiboot. Ich trage diesen Rucksack keinen Meter weiter als unbedingt erforderlich.
Jetzt bin ich knapp 200 Stromkilometer durch das Donaudelta gerudert. Einem Vogelparadies. Hier leben Kormorane, Reiher, Störche, Pelikane und andere Vögel die man sonst nur sehr schwer zu Gesicht bekommt. Ich habe sie auch alle gesehen diese Vögel. Aber es ist mir nicht gelungen von den scheuen Tieren ein zeigenswertes Foto zu schießen. Das einzige gute Vogelbild das ich von der Tour mitbringen sollte ist ein ganz ordinärer Taubenporno

denn ich knipste während ich vor einem kleinen Supermarkt mein Frühstück zu mir nam.
Um 4 Uhr setzte ich mich vor mein Boot und wartete.

Schaut es nicht vertrauenserweckend aus? Gegen 5 kam dann der Kapitän. Freundlich meinte er "Una ore." Was so viel wie "In einer Stunde" bedeutet. Dann kelterte er hinab in den Maschinenraum des Bootes und begann am Motor herumzuschrauben. Vertrauenserweckend! Kurz vor 6 wurde dann ein weiters Boot am ersten vertäut. Einige Dinge wurden umgeladen und mir wurde erklärt dass wir mit dem anderen Boot fahren werden. Es wirkte auch nicht neuer. 60 Liter Diesel wurden aus Kunststoffkanistern in den Tank des Schiffes gefüllt, dann legten wir ab.
Wir waren noch keine 500 Meter weit gekommen als ein Mann in den Maschinenraum hinabkletterte und einige Minuten lang einen Hebel betätigte.

Wenn ich mein Fachwissen aus Filmen wie "Titanic" oder "Der Strurm" zusammenfasse, hätte ich gesagt es war die Lenzpumpe. So eine Lenzpumpe ist doch dazu da um eindringendes Wasser hinauszupumpen oder? Also hatte der Kahn ein Leck.
Schnell lag Sulina hinter, und der kerzengrade Sulinakanal vor uns. Bis Crisan, einer kleinen Ortschaft mitten im nichts hatte ich Tageslicht, dann wurde es Dunkel. Größtenteils ist der Kanal links und rechts von hässlichen Dämmen eingefasst über welche man in der Tat relativ problemlos laufen könnte. Aber immer wieder werden diese Dämme unterbrochen und einige Kilometer natürliches Ufer säumen den Kanal.

Auch in der Nacht sitze ich auf Deck und lasse die Landschaft an mir vorüberziehen. Nur rein interessenhalber werfe ich einen Blick in die Fahrerkabine des kleinen Kutters.

Meine Taxifahrer sind nicht sonderlich gesprächig. So gegen halb 2 in der Nacht stoppen wir neben einem kleinen Fischerboot und nehmen ein weiteres Schiff ins schlepp. Gegen 2 Uhr erreichen wir Tulcea. Ich bedanke mich bei meinen Chaufeuren mit zwei Päckchen Zigaretten für ihre Hilfe und laufe einen Berg hinauf auf dessen Gipfel ein Monument tront und von dem ich glaube das er mir eine gute Bleibe für die Restliche Nacht bieten würde.

Leider ist die Parkanlage rund um das Monument verschlossen. Besuchszeiten bis 21 Uhr entnehme ich einem Schild. Ziellos irre ich durch die Nacht und bette mich irgendwann unter einen Baum. Am nächsten Morgen schlafe ich lange.

Einkaufen, ein Besuch im Internetcaffe, ich kenne mich ja schon aus, dann wandere ich Stadauswärts. Es ist bereits nach 4 Uhr am Nachmittag als ich die Stadtgrenze passiere und einen Wegweise sichte auf welchem die Distanz bis Braila mit 92 Kilometern angegeben ist. Galati liegt ca. 15 Kilometer davor. Also, noch etwas über 70 Kilometer bis zu meinem weichen, mückenfreien Bett. Aber heute werde ich es wohl nicht mehr erreichen. Wenn ich nicht bis 18 Uhr 30 am Tierheim bin stehe ich vor verschlossnen Türen und komme nicht zu meinem Wagen. Also, keine Eile. Dennoch halte ich den Daumen in die Luft. Schon bald stoppt ein blauer Mercedes Sprinter. Unmisverständlich macht mir dessen fahrer klar das er Geld für seine Leistung will. "20 Euro" spricht er in gebrochenem Deutsch. "Nein!" Entgegne ich. "10 Lai!" Ich halte ihm eine entsprechende Geldnote vor die Nase. Er schüttelt seinen Kopf. Ich zucke mit den Schultern und sattle meinen Rucksack als ich ein "Ok, OK" vernehme. Mir wird die Schiebetüre geöffnet und ich nehme auf der Ladefläche des Transporters platz. Als sich die Türe schließt sitze ich in absoluter Dunkelheit. Der Motor startet, das Fahrzeug setzt sich in Bewegung. Hat der verstanden wo ich hin will? Fahren wir in die richtige Richtung? Im Schein meiner Taschenlampe schalte ich das GPS an. In der geschlossenen Metallkiste hat es keinen Empfang. Ich kann nur hoffen. Nach ca. 1,5 Stunden hält der Wagen. Die Schiebetüre öffnet sich und ich blicke auf den Fähranleger von Galati. So ein Glück! Ich überreiche dem Fahrer die vereinbarten 10 Lai und will mich mit einem freundlichen "Moutzumesk" verabschieden. Jedoch reicht mir der Fahrer das Geld zurück. Seine Deutschkentnisse hat er anscheinend völlig vergessen. "Osuta, Osuta Lai!" Stammelt er fordernd. Heute weiß ich das Osuta 100 bedeutet. Also 25 Euro. Noch mehr als der ursprünglich geforderte Betrag. Ich schüttle den Kopf. "Ich weiß nicht was Osuta ist. 10 Lai haben wir abgemacht, hier hast du 10 Lai." Erneut bekomme ich das Geld zurück und erneut faselt mein Taxifahrer irgendetwas von Osuta. Denn zeigt er mir einen 100 Lai schein. " Ja hier" erwidere ich und deute mit dem Zeigefinger auf meine Stirn. "Da kann ich Taxi für fahren. Dann gar nix! Verarschen kann ich mich allein." Ich schnappe meinen Rucksack und beginne mich Richtung Donauufer zu entfernen. "Osuta, Osuta" Läuft mir der Mann hinterher. Ich gehe weiter. "Hallo, Hallo" "Ne nix Hallo. 10 Lai war abgemacht, 10 Lai wollte ich dir geben, 10 Lai willste nicht, bekommste gar nix." Irgendwann, ich war bestimmt schon 100 Meter von seinem Wagen entfernt sagt der Mann: "Ok, 10 Lai." Ich übbereiche die Geldnote als er 20 Lai spricht. Ich ziehe das Geld zurück. "10 Lai oder gar nix." Mein Fahrer Nickt und verschwindet mit seinen 10 Lai.
Ich setzte mich ans Donauufer. Es ist bereits nach 6. Es wäre zu schön gewesen, aber meinen Wagen erreiche ich heute nicht mehr. Da kann ich mir dann auch die Fährkosten sparen. Ich pumpe mein Boot auf und steche in See. Um kurz vor 7 endet meine Tour exact dort wo sie vor 9 Tagen begonnen hat. Zwei Männe begrüßen mich neugierig. Mit hilfe der Landkarte erkläre ich wo ich war. Ich werde zum essen eingeladen. Während ich mein Schlauchboot in den Rucksack stopfe entzünden die zwei ein Lagerfeuer. Später gibt es dann Kotlets, Würstchen, Mici und einige Folienkartoffeln die ich hinzusteuere. Bis spät in der Nacht sitze ich mit den beiden Kerlen am Donauufer wo ich auch gleich die Nacht verbringe.

Pünktlich um 8 Uhr des nächsten Morgens erreiche ich das Tierheim. Ein Rudel wirklich groß gewordener Hundekinder schläft im Schatten unter meinem Wagen. Ein Mitarbeiter hilf mir beim Herausfahren in dem er die kleinen unter meinen Reifen hinforthebt. Um kurz vor 9 parkt mein Fahrzeug an seiner gewohnten Stelle. Ich setze mich auf die Couch und schlafe ein.

Weiter geht es mit meinem Reiseführer Galati.

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Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.


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