Wohnmobil Reisebericht Bukarest; Rumänien

Am nächsten Tag ging es weiter, Bukarest entgegen. Bereits nach kurzer Fahrt kam ich in ein Gebiet in dem es wärmer zu sein schien. Schnee war nur noch als vereinzelte, schmutzig, schwarz-graue Haufen auszumachen. Dafür war die unbefestigte Dorfstraße in einem Zustand, dass ich permanent Angst davor hatte mit meinen Rädern im Matsch zu versinken.

Knappe 10 km vor Bukarest stoppte ich noch einmal in einem Waldgebiet wo ich 2 Tage verweilte und meine Brennholzreserven auffüllte. Die Temperaturen lagen knapp über dem Gefrierpunkt. Im Wald lag noch Schnee auf welchen unaufhörlich ein feiner Nieselregen niederging. Selbst die besten Schuhe hielten diesem Matsch nicht stand, so dass ich die meiste Zeit vor meinem Computer verbrachte. Nennenswert wären nur die bereits oben erwähnten Polizeikontrollen.
Bukarest begrüßte mich mit Sonnenschein und einer dreispurigen Einfallstraße ohne Fahrbahnmarkierung. Hier und da bahnte sich ein Eselskarren seinen Weg durch das Verkehrschaos. Der Spruch "Blink nicht kämpfe!" den sich viele deutsche Autofahrer als Aufkleber auf ihre Heckscheibe kleben, gilt hier nicht. Wer hier blinkt, muss dennoch kämpfen. Blinker setzen, hupen und fahren. Anders geht's hier nicht. Glücklicherweise ist mein Wagen sehr groß und wirkt von der Optik her so, als wenn mir kleinere Beulen und Kratzer egal seien. So erreichte ich nach kurzer Suche einen hübschen Parkplatz vor einer Hochhausanlage im östlichen Teil Bukarests. W Lan inklusive.

Mir blieb nicht viel Zeit die Stadt zu erkunden bevor die Dunkelheit und mit ihr die Kälte aufzog. Ich ging nach Hause, heizte ein und erfreute mich meiner Internetanbindung. Am Morgen des 14. Januar 2011 war ich früh auf den Beinen. Bukarest ist eine große Stadt, nichts wie auf, sie zu entdecken. Ich folgte dem kleinen Flüsschen, das dicht neben meinem Wagen vorbeifließt, und umwanderte den See in welchen es mündet. Die Wasseroberfläche ist noch zugefroren und erlaubt es den ungezählten Straßenhunden mitten über den See zu laufen. Viele sind freundlich und kommen mir und Scheki schwanzwedelnd entgegen. Andere sind aggressiv wie ich es bis dato nur in Rumänien erlebt habe. Ich fülle eine leere Getränkebüchse mit einigen Steinen und erhalte so ein laut klapperndes Wurfgeschoß um die Tiere zu vertreiben. Nach rund 2 Stunden verließ ich die gigantische Parkanlage und erreichte kurz darauf das Stadtzentrum. Noch nie habe ich eine Stadt besucht in welcher altertümliche Baukunst und moderne Glasfassaden so eng nebeneinander zu finden sind.

Aber nicht nur alt und neu bildet hier einen krassen Gegensatz. Auch der Unterschied zwischen arm und reich ist hier stärker ausgeprägt, oder sagen wir es besser so: Er ist deutlicher zu erkennen als anderswo. Nur rund hundert Meter Luftlinie von der auf Hochglanz polierten Fußgängerzone befindet sich eine Straße ohne Belag. Links und rechts stehen verfallene Häuser. Fensterscheiben sind zerschlagen und mit Pappkartons notdürftig abgedichtet. Die Dächer wirken undicht. Dennoch sind diese Häuser bewohnt. In die matschige Straßendecke sind runde Abflussrohre eingelassen. Wer auf dieser unbeleuchteten "Straße" in der Nacht spaziert muss aufpassen, dass er nicht in eine solche Fallgrube hineinfällt und sich das Bein bricht. Etwa einen Kilometer weiter befindet sich das zweitgrößte Gebäude der Welt. Dies erzählt mir zumindest ein junger Mann der der englischen Sprache mächtig ist. Das größte Gebäude soll das Pentagon in den USA sein. Die wilden Müllkippen, die ich schon in der albanischen Stadt Tirane bemängelt habe, sind hier noch zahlreicher. Selbst ganze Autos werden auf ihnen entsorgt. Leuchtreklamen an Einkaufszentren, Wohnhäusern und Bürogebäuden die hier nahezu überall angebracht sind erinnern mich an die Bilder von Tokio oder Hongkong die ich mal im Fernsehen gesehen habe.
Und wenn in meinem Albanien Reisebericht geschrieben steht, dass die Verkabelung der Häuser auf mich den Eindruck erweckt, dass Menschen, die ihre Stromrechnung nicht begleichen konnten einfach eine fliegende Leitung legen, so liegt das lediglich daran, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Bukarest war.
Nur Lagerfeuer auf dem Bürgersteig konnte ich hier nicht entdecken. Zeigen würde ich auch gerne das Bild dieser Kirche:

Wenn ich das Kreuz auf dem Kirchturm als die Antenne zu Gott interpretiere, dann hat diese Kirche keinen Empfang mehr. Diese Kirche ist übrigens kein Wohn- sondern ein Betmobil. Aber dazu später mehr.
Am 15. ziehe ich los um Straßenhunde zu fotografieren. Ich habe auf der Seite des Tierheims Horrorgeschichten gelesen. Vergiftungs- und Tötungsaktionen, hundefeindliche Rumänen und dergleichen. Selber habe ich gegenteilige Erfahrungen gemacht. Immer wieder sehe ich Menschen die die Tiere füttern oder einfach nur hinter dem Ohr kraulen. Gestern ist mir aufgefallen das viele Hunde über eine provisorische Hütte verfügen die auch von irgendjemandem aufgestellt worden sein muss. Sogar einen Hund im Rollstuhl habe ich getroffen. Viele Obdachlose leben mit einigen Hunden in Symbiose. Nachdem ich das entsprechende Bild geknipst habe, habe ich übrigens 5 Lei Trinkgeld für das Herrchen gegeben. Meine tierischen Modells erhielten je ein bis zwei kleine Leckerchen als Gage. Zumindest die, die wollten. Den folgenden Bildern möchte ich gerne den Titel "Glückliche Straßenhunde" geben.
Jetzt bin ich kein Idiot und verschließe meine Augen nicht vor den Missständen. Hier in Rumänien gibt es tausende von Straßenhunden. Viele fallen durch das "soziale System" von tierlieben Menschen, gerade im ländlichen Raum. Immer wieder sieht man tote Tiere im Straßengraben. Sie wurden Opfer eines Verkehrsunfalls, sind erfroren oder wurden vielleicht sogar vergiftet. Auch diese Tiere habe ich fotografiert um in meinem Reisebericht die Objektivität wahren zu können. Da die Bilder von teilweise halbverwesten oder angefressenen toten Hunden aber nicht sehr schön sind möchte ich sie gerne hinter dem Link "tote Straßenhunde" verstecken. Jetzt kann jeder selbst entscheiden ob er diesen Teil der Realität sehen möchte oder nicht.
Am frühen Nachmittag entdeckte ich den Wagenplatz von Bukarest.

Hinter einem löchrigen Zaun parkten 3 Bauwägen. Klimageräte verschönerten die Fassaden. Zwischen Wagen und Werkzeugschuppen trocknete Wäsche auf einer gespannten Leine. Ein halbes Dutzend Hunde begrüßte mich laut bellend als ich die Worte: "Salut, somebody at home?" über den Zaun rief. Ein älterer Herr streckte seinen Kopf aus dem vorderen Wagen. "You speak englisch or german?" Der Herr schüttelte den Kopf und verzog sich wieder in seine mobile Behausung. Ich wartete. Einige Minuten später kletterte eine Frau aus dem zweiten Wagen. In Ihren Händen trug sie einen Wäschekorb. "You speak german or englisch?" Ich erhielt keine Antwort und machte mich auf den Heimweg.
Die nächsten Tage lief ich mehr oder weniger ereignislos durch die Straßen von Bukarest. Die Temperaturen lagen so um den Gefrierpunkt. Nur selten kämpfte sich ein Sonnenstrahl durch die diesigen, smogreichen Luftschichten über mir. Menschen, die auf den Straßen waren, hatten ein Ziel. Niemand war zu einem netten Plausch mit einem deutschen Langzeitreisenden aufgelegt. Jeder wollte möglicht schnell sein Ziel erreichen um in die Wärme von geschlossenen 4 Wänden zu gelangen. Ich ließ die Stadt auf mich wirken. Sie erinnert mich nicht nur an Tirane oder Tokio, nein, auch die Nähe zum russischen Moskau mit seinen Zwiebelturmkirchen ist deutlich zu spüren.

Erwähnenswert ist lediglich, dass die Rumänen den deutschen Bundesgrenzschutz als privates Sicherheitsunternehmen anheuern,

und eine fahrende Litfaßsäule unaufhörlich werbewirksame Propaganda aus ihren Lautsprechern posaunt.

Echt wahr! Dieser Kleintransporter scheint eine vorgeschriebene Fahrstrecke zu haben. Im 30 Minuten Takt passiert er die Hauptstraße zwischen Fußgängerzone und Tokio Einkaufszentrum. Nicht nur der Motor verbrennt fossilen Kraftstoff um die Werbebotschaft spazieren zu fahren, sondern auch der auf der Ladefläche stehende Generator knattert pausenlos um die LED Leinwand mit Strom zu versorgen. Von den Lärmimmissionen aus den Lautsprechen, die in rumänischer Sprache ständig "Kauft dies oder kauft das" rufen, will ich hier erst gar nicht sprechen. Gibt es solche Fahrzeuge mittlerweile auch in deutschen Großstädten? Wahrscheinlich schon, es ist ja auch ganz legal wenn man ein ÖKO Fahrzeug verwendet auf dessen Windschutzscheibe die Feinstaubplakette angebracht ist.
Unbedingt berichten möchte ich auch über diese Geschäfte:

TCM, das heißt Tschibo Magazin. Allem Anschein nach, werden die Dinge der "wöchentlich neuen Welt" die in Westeuropa nicht fristgerecht verkauft wurden hier versilbert. TCM Shops gibt es hier an jeder Straßenecke. Die Aufschrift "produce Germanie" ist jedoch der Gipfel der Volksverdummung. Unwissenden Rumänen wird hier doch tatsächlich vorgegaukelt sie würden ein deutsches Qualitätsprodukt erwerben, nur weil dem Artikel eine deutschsprachige Bedienungsanleitung beigelegt ist. Dabei habe ich erst kürzlich im Greenpeace Magazin (März-April 2005:-) gelesen unter welchen Menschenrechtsverachtenden und ökologisch bedenklichen Bedingungen diese Artikel in Billiglohnländern produziert werden.
Erwähnenswert wäre auch meine vergebliche Suche nach einem "Fotil de Lampe" also einem Lampendocht für meine Petroleumlampe.
Da der Sonnenschein, mit dem mich Bukarest begrüßte, nur wenige Tage anhielt und die Internetanbindung in meinem Wohnzimmer meine Batterien mit erhöhter Stromentnahme belastete, hatte ich nach wenigen Tagen einen totalen Stromausfall. Nichts, aber wirklich gar nichts funktionierte. Kein Licht, kein Radio, keine Wasserpumpe. Kurzfristig konnte ich die fehlende Beleuchtung durch Taschenlampen ersetzen, doch bereits nach zwei Tagen waren auch deren Akkus verbraucht. Ein Geschäft, das Kondensatoren für mein Ladegerät führen könnte, fand ich nicht, obgleich ich ständig meine Augen nach einem solchen offen hielt. Die Möglichkeit meine Versorgerbatterien einfach mit Generatorstrom nachzuladen schied somit aus. Meine Laptops lud ich in unregelmäßigen Abständen bei MC Dreck um wenigstens kurzfristig in die Weiten des www abtauchen zu können. Eine Flasche Petroleum fand ich schnell. Somit konnte ich wenigstens eine meiner beiden, auch ohne Elektrizität arbeitenden Lampen in Betrieb nehmen. Bei der Zweiten war der Lampendocht heruntergebrannt und ich wollte einen neuen erwerben. In einer Millionenstadt wie Bukarest sollte das kein Problem sein. War es aber. Ich entfernte die Reste des abgebrannten Dochtes, steckte sie in meine Tasche und knipste ein Foto meiner Lampe. So ausgerüstet sollte wohl jeder verstehen was ich suche auch wenn ich seine Sprache nicht spreche. Mein erster Weg führte mich auf den nahe gelegenen Outdoorbaumarkt.

Ungezählte Händler verkaufen unter undichten Wellblechdächern alles was der Häuslebauer braucht. Vom Eisenwarenhändler der Schrauben, Muttern, Gewindestangen und Nägel in jeder erdenklichen Größe anbietet über den Sanitärvertrieb wo man entweder Material für die Frischwasser-, oder beim nächsten Händler für die Abwasserinstalation kaufen kann bis hin zum second Hand Werkzeugladen der von der Bohrmaschine über den Abbruchhammer bis hin zur Kettensäge alle erdenklichen Baumaschinen führt und darüber hinaus noch ein gigantisches Programm von Zahnrädern, Ritzeln, Schleifkohlen, Schaltern und Gehäuseteilen für nahezu jedes jemals gebaute Gerät verkauft, gibt es hier alles was auch OBI und Co im Angebot haben und darüber hinaus noch viel mehr. Nur einen Lampendocht, den gibt es hier nicht. Für 30 Ley hätte ich eine ganze Lampe erwerben können, der Shopbetreiber wollte mir den Docht auch einzeln verkaufen. Für 15 Ley! Aber das wollte ich dann auch nicht. Auch meine Versuche einen Docht in normalen Geschäften zu erstehen scheiterten. Mindestens 15 oder 20 Haushaltswarengeschäfte betrat ich. Erfolglos! Neben dem Baumarkt befindet sich ein riesiger, in einer Halle untergebrachter Gemüsemarkt. Unweit davon entfernt gibt es noch zwei weitere Märkte. Einer führt alles, vom Waschmittel über den Staubsauger bis hin zu Fleisch und Fisch und auf dem Nächsten kann man Bekleidung erstehen. Leider ist auf diesen Märkten das Fotografieren verboten. Einige Tage später sollte ich mich mit einem professionellen Fotografen an meiner Seite über dieses Verbot hinweg setzen.
In der Nacht zum 23. Januar 2011 gab es einen mit Schneefall verbundenen Kälteeinbruch. Wirklich warm war es ja vorher auch nicht, aber jetzt lagen die Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Da mir langsam aber sicher die Brennholzvorräte ausgingen, machte ich mich ohne einzuheizen auf, die verschneite Stadt zu erkunden. Das Erste, was mir auffiel, ist ein weiteres Indiz dafür das Rumänien eine kommunistische Vergangenheit haben muss.

Nach mir die Sintflut, hier oben ist geräumt. Mein Job ist erledigt! Oder was hat sich der Schneepflugfahrer bei der Verrichtung seiner Arbeit hier gedacht?
Durch die weitläufigen Parkanlagen bewegte ich mich Richtung Innenstadt. Dann entdeckte ich dieses Gasrohr:

Ich blickte mich um und hielt nach sich in der Nähe befindlichen Rauchern Ausschau. Als ich niemanden sah drehte ich vorsichtig am Kugelhahn. Ein deutliches zischen war zu vernehmen. Ich schloss den Hahn und verließ schleunigst die Gefahrenzone. Unglaublich!
Kurze Zeit später traf ich auf ein hübsches, leicht bekleidetes Mädchen. Ich weiß nicht ob ich hinsah weil mir die Beine gut gefielen oder weil ich es nicht verstand wie man bei Temperaturen von unter -10 Grad einen Minirock und eine Netzstrumpfhose tragen kann. Auf jeden Fall wurde ich angesprochen. "Sorry, englisch German?" "Sex?" erhielt ich als Antwort auf meine Frage. "No, thanks." "Why not?" "I have a girl friend in germany." log ich. "Yes, but here, just for the moment." Erwiderte die Dame des horizontalen Gewerbes. Ich machte, dass ich Land gewann. Noch ein wenig später, ich hatte mich gerade mit einem Glühwein aufgewärmt und spazierte durch einen Park, wurde ich von zwei Männern angesprochen. Erst erkannte ich gar nicht, dass der von hinten kommende Ruf meiner Person galt und ging unbeeindruckt weiter. Dann griff jemand nach meinem Arm und zeigte mir unaufgefordert seinen Polizeiausweis. "Englisch? German?" "What are you doing here? Show me your passport!" nach einer ausgiebigen Passkontrolle durfte ich weitergehen.
Gegen 19 Uhr war ich wieder daheim. Knapp 60 Minuten lang heizte ich meinen Wagen mit Propangas. Dann packte ich meine Rechner in den Rucksack, verabschiedete mich von meinem Hund und bewegte mich Richtung Steckdose. Ich war gerade dabei die Türe zu verriegeln als neben mir ein Polizeifahrzeug hielt. "Your Truck?" "Yes!" "parking forbidden, passport!" Ich zeigte mein Ausweispapier und bemerkte recht schnell, dass es diese Polizisten auf mein Geld abgesehen hatten. Parken sei hier verboten erklärten sie mir. Ich zeigte auf all die Autos und Busse die neben mir parkten. Das beeindruckte die Polizisten jedoch wenig. In Bukarest gäbe es ein Gesetz das dass Abstellen von LKW mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen im öffentlichen Verkehrsraum verbietet. Mein Vergehen sollte ich nun mit 1000 - 1500 Euro büßen. Ich erklärte der Polizei, dass ich bereits am Vortag kontrolliert worden sei und mir die Kollegen einen schönen Abend wünschten. Darauf hin wurde mir erzählt das es in Bukarest 2 verschiedene Polizeien gäbe, nur Sie hätten die Autorität mein Vergehen zu ahnden und ich solle jetzt gefälligst bezahlen. Ich wies darauf hin das ich keinen LKW sondern ein Wohnmobil fahre und ich im Falle, dass mir ein Strafzettel ausgestellt werden würde, jede erdenkliche Möglichkeit ausschöpfen würde dieses Bußgeld nicht zu bezahlen. Ich würde mich sowohl an die Deutsche Botschaft, als auch an die lokale Presse sowie an ihren Vorgesetzten wenden. Immer wieder drohten mir die Beamten auf psychologische Weise. Am Ende zogen sie ab, ohne mir einen Strafzettel auszustellen. Das Gespräch mit den Bestechungsgeldeintreibern habe ich aufgezeichnet.VIP Leser können es hier nahezu ungeschnitten hören.

Audioplayer für VIP Leser


Ich ging dann nicht meine Laptops laden sondern startete den Wagen um mich aus dem Einflussgebiet dieser unsympathischen Zeitgenossen zu entfernen. Kurz darauf rauchte mein Schornstein etwa 5 km weiter.

Die Energie meiner Lichtmaschine sorgte dafür, dass ich, wenn auch nur im begrenzten Maße wieder über Elektrizität verfügen konnte.
Am nächsten Morgen schien die Sonne. Solarzellen frei kehren und auf geht's in die große Parkanlage vor welcher ich geparkt hatte. Ich umwanderte den zugefrorenen See und genoss die herrliche Winterlandschaft. Auf dem Rückweg kreuzte ich einen großen Triumphbogen der in der Mitte eines Kreisverkehres errichtet war.

Am Abend klopfte dann noch einmal die Polizei. Nachdem sie sahen, dass das Innere meines Wagens nicht in Flammen stand wünschten sie mir einen schönen Abend ganz ohne meinen Papiere zu kontrollieren oder gar 1000 Euro Bußgeld kassieren zu wollen.
Auch der nächste Tag verwöhnte mich mit Schnee und Sonnenschein. Ich beobachtete einige Plakatkleber

und fragte mich, was wohl die deutsche Berufsgenossenschaft zu dem ungesicherten Kerl auf der Leiter sagen würde. Mir kam eine Geschichte aus meiner Lehrzeit in den Kopf. Die Baustelle, auf der ich arbeitete, wurde von der Berufsgenossenschaft kontrolliert. Unsere Kabeltrommel erfüllte nicht die Sicherheitsbestimmungen, da es sich nicht um ein so genanntes Gummikabel handelte. Das Weiterarbeiten wurde uns verboten. Nachdem die Kontrolleure gegangen waren steckte mein Geselle den Stecker wieder in die Steckdose und wir machten weiter. Kurz darauf kamen die Kerle zurück. Unser Kabel wurde in der Mitte durchgeschnitten. Mein Geselle reparierte es mit einer Lüsterklemme und wir machten weiter. Rund 30 Minuten später waren die Berufsgenossenschaftler wieder bei uns. Sie wurden richtig böse und zerstückelten unsere schöne Kabeltrommel in 10 cm Stückchen. Jetzt war Feierabend. Auch am Folgetag musste ich nicht arbeiten. Zwar hatte uns der Chef eine neue Kabeltrommel gegeben aber kurz nach der Frühstückspause blieb ich im Aufzug des Rohbaus stecken und wurde erst rund 20 Minuten vor Feierabend befreit.
Später kreuzte ich einige Plakate die an einem Zaun befestigt waren. Fasziniert blieb ich stehen und betrachtete die Bilder. Hier in Bukarest lebt ein durchgeknallter Architekt, der sich darauf spezialisiert hat ganze Häuser und Kirchen auf Schienensträngen zu transportieren. Da ich die erläuternden Texte nicht lesen konnte, konnte ich nicht in Erfahrung bringen über wie viele Kilometer die teils mehr als 10 spurigen Gleistrassen verlegt wurden um die Gebäude zu transportieren. Ich weiß auch nicht wie viele der Gebäude beim Transport zusammengebrochen sind, und wie es geschafft wurde ganze Häuser und Kirchen auf die Wagons zu heben. Aber die kleine Kirche ohne Empfang zu Gott, die stand einstmals wo anders, sie ist ein Betmobil. So viel steht fest.
Den 26. Januar nutze ich dazu mein Fahrzeug auf Hochglanz zu polieren. Am Abend sollte ich Besuch von einer jungen Studentin bekommen. Sie studierte: "Kommunikationsdesign Fachrichtung journalistische Fotografie" und wollte ihre Abschlussarbeit über Aussteiger machen. Der Aussteiger, der bin ich, und wenn schon ein lebendes Stativ anreist um Bilder von mir und meinem Wagen zu knipsen, dann soll die Karre wenigstens gut aussehen. Ich war gerade damit beschäftigt den Boden zu wischen als es an meine Türe klopfte. Draußen stand ein Kerl und las die Worte "I am not a tourist, I live her". Ich öffnete die Türe. Der Kerl stellte sich mir als Mitarbeiter eines lokalen Fernsehsenders vor. Wie lange ich schon unterwes sei, wollte er wissen und ich antwortete wahrheitsgemäß "4 Jahre". Ob er mit einem Filmteam für ein Interview vorbeikommen dürfe, fragte er weiter und ich bejahte. Wir einigten uns darauf, dass er am nächsten Morgen um 9 Uhr vorbeikommen sollte.

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