Reiseführer Galati (Rumänien)

Gegen 13 Uhr wache ich auf. Die Hitze im Fahrzeuginneren ist unerträglich. Ich räume Tisch und Stuhl vor den Wagen, brühe eine Kanne Kaffee und setze mich mit dem Computer bewaffnet in den Schatten. 2 Tage später habe ich es fertig gestellt, mein Audio-Logbuch. Über 30 Stunden habe ich daran gearbeitet. 170 Bilder; 80 Minuten Spielzeit. Ich finde es geil. Ich wandre in die Stadt um meine Arbeit in den VIP Bereich zu laden. Am nächsten Tag räume ich den Rucksack aus und entspanne ein wenig. Dann möchte ich wieder ins Tierheim gehen. Doch es kam anders. Zum ersten Mal seit ich vor viereinhalb Jahren mein Heimatland verlassen habe wurde ich richtig krank. Über 40 Fieber, Durchfall, Reizhusten. Ich berichte hier ja sehr ausführlich über meine Erlebnisse. Aber über die nächsten 2 Wochen kann ich einfach nichts erzählen. Mir ging es dreckig, richtig dreckig. Ich überlegte ernsthaft daran einen Arzt aufzusuchen.
Glücklicherweise tat ich es nicht. Es wäre Geldverschwendung gewesen denn heute bin ich auch ohne Arzt wieder gesund. Bereits die letzten drei Tage des Monats ging es mir wieder gut. Ich gönnte mir allerdings den Luxus mich richtig auszukurieren.
Am 1. August ging ich dann wieder ins Tierheim. Auch von dieser Zeit möchte ich hier nicht ausführlich berichten. Wie so ein typischer Tagesverlauf von statten geht habe ich bereits detailliert beschrieben. Etwas wirklich Erzählenswertes ist halt nicht geschehen. 800 Hunde wollen täglich gefüttert werden. Was soll ich da neues schreiben?
Interessant sind vielleicht einige Erlebnisse nach Feierabend. Am Samstagabend, dem 6. August fand in Galati ein Couchsurfing Meeting statt, welches ich natürlich besuchte. Meeting ist etwas übertrieben, wir waren insgesamt nur 4 Personen. Auf jeden Fall traf ich Catalin wieder. Er war mittlerweile von seiner Wanderung entlang der rumänischen Schwarzmeerküste zurückgekehrt und wunderte sich, wie ich es geschafft hatte von Sfantu George nach Sulina zu laufen. "Wie bist Du denn durch dieses Militärgebiet durchgekommen?" fragte er mich. "Wir hatten da riesige Probleme und mussten 30 Lai für einen Militärtransporter bezahlen der uns da durch fährt." Ich erzählte von meiner Begegnung mit den Abwrackarbeitern und meiner Mitfahrgelegenheit auf dem Traktor welcher das Militärgelände problemlos, und für mich vor allem kostenfrei, passierte. "Da haste aber Glück gehabt!" meinte Catalin. Außer Catalin waren noch Cosma, ein gebürtiger Italiener der mittlerweile in Galati wohnt, und eine junge Frau anwesend die gerade aus Finnland zurückgekehrt war wo sie ein Jahr verbrachte um dort zu studieren. Meinen Wagen erreichte ich an diesem Tag erst mit Einbruch der Morgendämmerung.
Auch am 15. August sorgte Couchsurfing für Sozialkontakte. Eine Schweizerin hatte mein Profil gefunden und schrieb mir ob wir uns nicht irgendwo treffen könnten. Übernachten tut sie bei einem anderen Couchsurfer wegen dem sie hier hergekommen ist, da sie ihn in ihrem Heimatland bereits beherbergt hatte. Aber mein Profil lese sich interessant, und sie würde mich gern kennen lernen. Selbstverständlich nahm ich auch diese Einladung an. Wir verabredeten uns für 18 Uhr am Donauufer, so dass ich das Tierheim etwas zeitiger verlassen musste. Als ich die Uferpromenade erreichte nahm ich einen Menschenauflauf wahr. Es war "Army day" wie ich erklärt bekam. Kriegsschiffe fuhren auf der Donau auf und ab und ballerten wie verrückt mit Platzpatronen herum.

Hunderte von Zuschauern beobachteten diese Machtvorführung des Rumänischen Staates.
Aber auch ohne die Hilfe von Couchsurfing fand ich einige gute Stellen wo man Menschen kennen lernen kann. Diese Stellen würde ich hier gerne einmal vorstellen. Wer einmal nach Galats kommt und nicht so viel Zeit hat um alles selbstständig zu entdecken, der kann sich vielleicht daran orientieren.
Ab 9 Uhr am Abend ist es wirklich empfehlenswert einmal am Zod!ar vorbeizuschauen. Eigentlich ist das Zod!ar ein Club, eine Diskothek. Aber diesen Sommer hat es zum ersten Mal eine Location unter freiem Himmel eröffnet. Direkt am Donauufer, auf halbem Weg zwischen Innenstadt und Fähranleger sieht man einen hölzernen Pavillon am Donauufer. Daneben nichts weiter als eine kleine Bar. Dahinter halbrund angelegte Steintreppen die als Zuschauertribüne dienen. Am Wochenende finden unter diesem Pavillon Events statt. Live Musik lokaler Künstler, Open Air Kino (die Filme sind auf Englisch und haben rumänische Untertitel), oder Tanzveranstaltungen. Wer auf Folklore hofft, der hofft vergebens. Es handelt sich um eine Disko. Es spielen Rockbands oder hipp hopp Gruppen. Die Tanzveranstaltungen sind weniger traditionell. Eher modern, wie break dance oder musikalisch unterlegte Jonglage Vorführungen.
Das Tolle an dem Laden ist jedenfalls das er Open Air ist. Man kann sich sein eigenes Bier mitbringen, niemand schmeißt den Hund raus, nein ganz im Gegenteil der vierbeinige Begleiter findet dort schnell Freunde mit denen er ausgelassen zwischen den Gästen herum toben darf und man kommt sehr einfach in Kontakt mit anderen Leuten. Ich war dort häufig, es ist immer etwas los und es ist kostenlos.

Wer es ruhiger mag aber dennoch in Kontakt kommen möchte, der kann es ja mal im Timesoreana versuchen. Eigentlich ist Timesoreana ein rumänisches Bier, aber ich bin mir recht sicher, dass dieser Laden danach benannt ist. Diese kleine Kneipe liegt etwas außerhalb und wird von Touristen normalerweise nicht gefunden. Es herrscht ein typischer Eckkneipen - Flair, auch wenn sich der Laden in einem Reihenhaus befindet. Das Durchschnittsalter der Besucher liegt irgendwo zwischen 16 und 85. Das preisgünstigste Flaschenbier kostet 3 Lai. Aber wer das Schachspiel beherrscht wird auf Catalin treffen. Catalin ist einer der Wenigen in dieser Kneipe die der englischen Sprache nicht mächtig sind, dafür fordert er jeden auf eine Party Schach heraus. Gespielt wird um ein Bier, und es ist nicht sehr schwierig zu gewinnen. Musikalisch liegt der Laden zwischen havy metal und Rock. Aber die Lautstärke der Musik lässt Unterhaltungen zu. Nur spät in der Nacht, wenn die Stimmung ausgelassen ist, kann es schon mal laut werden und jüngere Gäste dürfen dann auch auf den Tischen tanzen. Hunde sind willkommen, in einer Ecke steht ständig ein Schälchen Wasser. Wer zum dritten Mal Kunde dieses Ladens ist und sich immer benommen hat erhält die Berechtigung sich sein Bier selbst zu zapfen oder den hinter der Theke stehenden PC zu bedienen um sich bei You Tube den nächsten Musiktitel auszusuchen. Fast jedes Mal wenn ich aus der Stadt komme, erspiele ich mir dort einen kleinen Absacker.

Wer vom ganzen Feiern Hunger bekommt, sollte es mit einer Shaorma, der rumänischen Verwandtschaft des deutschen Döners, versuchen. "Golden Kitchen" liegt am anderen Ende der Stadt, aber der Weg lohnt sich. Am Wochenende ist der Fast Food Tempel selbst um 2 Uhr Nachts noch geöffnet und egal wann man kommt, man muss immer 5 - 10 Minuten anstehen. Eine Shaorma kostet 8,5 Lai, für einen Low Budget Touristen zu viel aber im rumänischen Durchschnitt sehr preisgünstig. Hin und wieder kann man sich das gönnen und von dem Riesen Ding wird man auch wirklich satt.
Prädikat: Saftig, lecker, groß!

Wem der Weg zu weit ist, oder wer nicht so viel Geld hat, dem empfehle ich ein Gogosi. Ich habe es ja bereits beschrieben, Gogosi sind übergroße in Puderzucker gewälzte Muzen. Direkt neben der Hauptpost befindet sich eine hervorragende Gogoserie. Der Snack für zwischendurch kostet 70 Bani, also ca. 18Cent. Allerdings sind die Öffnungszeiten für Nachteulen unpassend.

Kostenloses W-Lan findet sich in Galati überall. Wenn man sich an einer X beliebigen Stelle in der Innenstadt niedersetzt und seinen Laptop anschaltet liegt die Wahrscheinlichkeit sich kostenfrei mit dem Internet verbinden zu können bei etwa 70%. Jede dritte Gaststätte bietet ihren Gästen einen kostenfreien Zugang. Meistens wird damit geworben und an den Türen hängen Schilder mit der Aufschrift "Free Wi-Fi".
Wer etwas mehr im Internet zu tun hat als seine E Mails zu lesen, der wird sich über einen Tisch in ruhiger Atmosphäre freuen. Einen solchen bietet das "Town-Caffee". Mehr als 3 Gäste gibt es hier nie, es ist leise und man kann in Ruhe arbeiten. Ein Bier ist mit 5 Lai zwar sehr teuer, aber es gibt ein Schälchen Salzstangen gratis dazu und wenn man einmal bestellt hat geht einem niemand auf den Sack ob man ein zweites Getränk haben möchte. Selbst wenn man das Erste leer getrunken hat. Wenn man den Kellner nicht ruft, bekommt man auch nichts neues das man zahlen müsste. Für umgerechnet 1,25 Euro war ich dort schon bis zu 5 Stunde komfortabel online, hatte ein Bier und hab ein Schälchen Salzstangen gefuttert.

Wer einen Hund besitzt, sollte ein wenig Zeit mitbringen und, wenn er von Stadtmitte aus kommt vom Zod!ar noch etwa 500 Meter weiter Richtung Fähranleger laufen. Dann wird er einen Platz entdecken wo sich Hundehalter treffen. Einen Kumpel für seinen 4 beinigen Freund findet man hier zwar überall, aber meist handelt es sich um Straßenhunde. Hier findet man hingegen Hunde mit Halter, was den Vorteil hat dass man auch jemanden zu quatschen findet während der Hund spielt.
Das waren meine "most favorites" in Galati. Mit Sicherheit keine Tipps für spießige Normalo Touristen, aber für die schreibe ich auch nicht diese Homepage.
Dennoch habe ich einen weiteren Tipp auf Lager der auch dem Durschnitts - Touristen von Nutzen sein dürfte. Nämlich ein Speiserestaurant. Ich würde alleine ja nie in ein Restaurant gehen, aber hier in Galati hat mich mein Vater besucht. Also kann ich auch ein Restaurant empfehlen. Und zwar das "Summer Time, Pizza & Pup" am Donauufer. 3 Abende saßen wir hier mit 3 Personen, haben uns die Speisekarte rauf und runter gefuttert, hatten jeder mehrere Getränke und teilweise zwei Hauptgerichte nebst Nachtisch und haben insgesamt nie mehr als umgerechnet 30 Euro zahlen müssen.

Vater zu Besuch! Hier kann ich wieder beginnen wie gewohnt von meinen Erlebnissen zu berichten. Es war Mittwoch der 15.August 2011 kurz vor 22 Uhr rumänischer Ortszeit. Nichts ahnend schaltete ich meinen Computer ein. Schließlich war es Mittwoch und wenn es bei mir 10 ist, ist es in Deutschland 9. Also zeit zum Chatten. In meinem E Mail Postfach eine Nachricht mit dem Betreff: "Vater kommt!" Ich lese die Nachricht. Morgen Nachmittag will er da sein. Ausgemacht war, dass er mich 2 oder 3 Tage vor seinem Kommen informiert, aber wer hält sich schon an Abmachungen. Vater hatte jedenfalls Glück, dass es nicht regnete oder ich unterwegs nette Leute gefunden hab und tatsächlich online gegangen bin. Ich antwortete: "Geht klar."
Am nächsten Tag war ich ein wenig zeitig am vereinbarten Treffpunkt. Ich schaltete den Rechner ein, stellte eine Telefonverbindung mit meiner Mutter her und wartete. Wir hatten vereinbart, dass ich mit Mutter in Kontakt stehen würde während ich auf Vater warte. Sollte er Probleme haben mich zu finden, könne er meine Mutter anrufen und diese könne zwischen uns vermitteln. Zuggeben, ein wenig umständlich aber ich hatte keine Lust mir ein Mobiltelefon zu kaufen nur um meinen Vater zu treffen. Außerdem vergeht die Wartezeit ja auch viel schneller wenn man jemanden zum quatschen hat.
Die Zeit verging und niemand kam. Bereits vor einer Stunde wollte Vater hier sein. Kein Anruf bei meiner Mutter nichts. Ich wartete noch eine weitere halbe Stunde, dann griff Mutter zum Telefon und rief meinen Erzeuger an. Schon an Mutters Worten hörte ich, dass ich umsonst gewartet hatte. "Ihr kommt nicht über die Grenze. Ach so! Und warum rufst Du nicht mal an und sagst Bescheid? Stefan wartet die ganze Zeit, wir machen uns Sorgen. …. Der Stress, ah ha!"
Nachdem Mutter das Telefonat beendet hatte, bekam ich die ganze Geschichte erzählt. Vater und sein Freund stehen an der Grenze von Moldawien zu Rumänien im Stau und das bereits seit einigen Stunden. Es geht nicht voran, heute schaffen sie es nicht mehr, morgen gegen 1 Uhr Mittag seien sie da.
Ich klappte den Rechner zu und bewegte mich Richtung Zod!ar. Wie erwartet traf ich dort einige Leute die ich kannte. Es muss so gegen 11 Uhr in der Nacht gewesen sein als ich mich verabschiedete und auf den Heimweg machte. Mein Weg führte mich an der Pizzeria "Summer Time" vorbei, dem vereinbarten Treffpunkt mit meinem Vater. Hier wollte ich noch einmal online gehen um nachzuschauen ob es irgendwelche Neuigkeiten bezüglich Vaters Ankunft gäbe. Zielstrebig ging ich auf die öffentliche Bank zu, gegenüber des Gastronomiebetriebes, als ich eine bekannte Stimme vernahm. "Stefan!"
Das saß er mein Vater, zusammen mit seinem Freund der ebenfalls den Namen Stefan trägt und in Deutschland eine Pommesbude besitzt. Wir schlossen uns in die Arme und ich bekam bei einer "Limonada", eine selbst gebastelte Limo aus Wasser, Zucker und frischer Zitrone die man in Rumänien überall angeboten bekommt, die Geschichte vom Grenzübertritt erzählt.
Stundenlang hätten sie im Stau gewartet. Überhaupt sei das eine ganz komische Grenze. Kaum habe man sie passiert, käme auch schon die Nächste. Ein Blick auf die Landkarte erklärt das Phänomen. Wenn man aus der Ukraine einreist, passiert man zunächst die Ukrainisch-Rumänische Grenze, dann folgen rund 1000 Meter Moldawisches Hoheitsgebiet, und dann kommt auch schon die Grenzstation Moldawien-Rumänien.
Es habe auf jeden Fall einen monströsen Stau an den Grenzen gegeben. Bei der Einreise von Moldawien nach Rumänien wäre ihr Fahrzeug von einer gewaltigen Maschine geröntgt wurden. Auf einem LKW seien bewegliche Arme montiert gewesen die seitlich, über und unter dem Auto vorbeigefahren wären. Ein Zollbeamter hätte auf einem Monitor das Innenleben des Reisemobils begutachtet. Stefan habe einen Gummiknüppel dabei gehabt. 3 Jahre sollte er nun ins Gefängnis weil die Ausfuhr von Waffen verboten sei, hätten ihnen die Zollbeamten begreiflich gemacht. 100 Euro Strafgeld ohne Quittung haben das Problem dann aber auch ohne schwedische Gardinen gelöst. Na, da hätte ich dabei sein mögen. 100 Euro Bestechungsgeld, und die Beiden haben gar nix falsch gemacht. Ich kann mir beim Besten Willen nicht vorstellen dass ein Gummiknüppel verboten ist. Mich hätten die einsperren müssen und mich hätte interessiert ob die da wirklich Lust zu gehabt hätten wenn sie bemerkt hätten, dass ich nicht zahle.
Wie dem auch sei, Vater und ich hatten uns getroffen. Schnell war vereinbart, dass ich das Reisemobil der Beiden zu seinem endgültigen Standort fahren sollte da ich der einzige war der noch keinen Alkohol getrunken hatte. Im Schein der Innenraumbeleuchtung machte ich mich mit dem Schaltbild der eigenartigen Lenkradschaltung des Fiat Ducato vertraut. Dann suchte ich das Zündschloss. "Das isch auf der linken Seite." Erklärte mir der Fahrzeugbesitzer leicht lallend. Das Zündschloss ist nicht nur auf der falschen Seite, genau wie die Handbremse übrigens auch, nein, es lässt sich auch noch falsch herum schließen. Irgendwann gelang es mir den Motor zu starten und ca. 20 Minuten später parkte ich den Wagen auf einer großen Wiese unweit des Tierheims. Ich ließ die Zwei alleine, ging zu meinem Fahrzeug und fuhr die wenigen hundert Meter zu meinem Dad und seinem Freund, so dass wir eine Wagenburg bilden konnten.

Jetzt bekam auch ich ein Bier angeboten. Ich riss die Büchse auf, prostete den beiden zu und ließ den erfrischenden Gerstensaft meine Kehle hinunter gleiten. Erst als ich die Büchse abstellte, bemerkte ich was ich getrunken hatte. Aldis Rache! Kein Scheiß, die beiden waren von Deutschland in die Ukraine gefahren, waren jetzt mehr als 2 Wochen unterwegs und hatten immer noch deutsches Bier mit einem deutschen Pfandsymbol auf der Büchse.
Kurz vor der polnischen Grenze, also kurz bevor alles billig wird, sind die Beiden extra noch einmal von der Autobahn abgefahren um einzukaufen. Dort kauften sie im Ausland schwer zu erhaltene Produkte wie Konserven, Bier und Coca Cola.

Schaut euch das an! Die haben deutsches Bier und deutsche Cola über 8000 km durch die Weltgeschichte gefahren und ihnen ist es vollkommen gleichgültig, dass sie mit jeder Flasche oder Büchse die sie konsumieren 25 Cent Einwegpfand wegwerfen. Für das Geld das die mit jeder Büchse Bier wegschmeißen, kaufe ich hier ne volle Büchse. Und es ist ja nicht so, dass sie eine wohlschmeckende Spezialität spazieren fahren, nein, Aldis Rache! Das Billigste was deutsche Supermärkte zu bieten haben. Soll mal einer sagen die Beiden wären nicht preisbewusst. Jetzt habe ich mich nicht kundig gemacht, aber ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Mitnahme von so viel Bier über außereuropäische Grenzen hinweg den Tatbestand des Schmuggels erfüllt.
Ich muss mich stark beherrschen damit mir mein soeben konsumiertes Bier nicht vor lauter Lachen wieder aus dem Gesicht fällt. Ich zeige auf das Pfandsymbol und spreche die Worte: "Ihr müsst total bescheuert sein!" "Warum?" Erhalte ich als Antwort. "Na weil ihr Bier aus Deutschland importiert wenn ihr Richtung "billig" fahrt und obendrein auch noch mit jeder Büchse 25 Cent wegschmeißt." "Das haben wir ja nur geholt damit wir was da haben, wir wissen ja vorher nicht wo wir anhalten, und wenn man dann nix hat ist doch Käse." Erklärt mir Stefan. "Ja, aber das kauf ich doch dann in Polen." "Im Ausland kann man das doch alles nicht mehr lesen," wirft mein Vater ein. "Nein, kann man nicht. Eine Büchse Bier im Ausland zu erwerben grenzt an eine Herausforderung. Auch Coca Cola hat im Ausland irgendwelche Namen die man nicht entziffern kann."
In den nächsten Tagen erblicke ich mehr oder weniger zufällig deutsche Konserven, deutschen Zucker und deutsche Hartwurst. Die Beiden scheinen im Ausland nicht ein einziges Mal an einem Supermarkt angehalten zu haben. Wäre ihr Tank groß genug gewesen, sie hätten wahrscheinlich auch noch kurz vor der Grenze voll getankt.
Mittlerweile bin ich bei der vierten Büchse, und habe somit einem ganzen Euro Dosenpfand den Weg in eine rumänische Mülltonne geebnet. Es ist schon spät in der Nacht und wir legen uns schlafen.
Der nächste Morgen beginnt so gegen 9 Uhr. Scheki steht vor meiner Türe und bellt wie ein blöder. Vater war bereits erwacht, sein Freund lauschte noch am Kopfkissen und so beschloss er einfach mal bei mir zu klopfen. Ich brühte eine Kanne Kaffee und wir setzten uns in den Schatten unserer Fahrzeuge. Recht bald erwachte auch Stefan. Frühstück! "Wir haben nix, wir waren nicht einkaufen. Lass uns in die Stadt fahren." Lautete der Vorschlag von Vaters Freund. "Quatsch, du willst doch nicht diese Schlaglochpiste raus fahren um ein Brot zu kaufen. Ich kann Pfannkuchen machen, oder Rührei. Ich hab noch 20 Eier!" Wir einigten uns auf Rührei mit deutscher Hartwurst welche mein Besuch beisteuerte.
Unser gemeinsames Frühstück dauerte mindestens bis 15 Uhr am Nachmittag. Immer wieder verrutschten wir den Frühstückstisch um im Schatten der Fahrzeuge bleiben zu können. Ich bekam auf der Landkarte die Reiseroute der Beiden gezeigt. Von Deutschland über Polen bis nach Jalta in der Ukraine. Von dort auf dem Landweg zurück nach Galati in Rumänien. Auf dem Rückweg wollen die Beiden noch einen kurzen Abstecher zur kroatischen Küste machen. "Stefan, Du wärst besser mal Kraftfahrer geworden statt Pommesbudenbesitzer. Dann würdest Du die Fahrerei bezahlt bekommen." Geschlagene 6 Stunden Aufenthalt hatten die Beiden in Jalta, dem eigentlichen Ziel ihrer Reise, bevor sie beschlossen den Rückweg anzutreten. Stefan beschwerte sich, dass sich mein Vater weigere das Auto zu fahren. Sie könnten viel schneller unterwegs sein wenn sie sich beim Fahren abwechseln würden.
Auch eine Möglichkeit die Campingplatzgebühren zu sparen wenn man sich vor Wildcamping fürchtet: Man hält einfach nicht an!
Nach dem ausgiebigen Frühstück bekam der Pommesbudenbesitzer, der so ausschaut als wenn ihm sein eigenes Essen sehr gut schmeckt, Hunger. Also räumten wir unsere Sachen zusammen, setzten uns in den Fiat Ducato und quälten das arme Fahrzeug die rund 2 Kilometer lange Piste bis zur Asphaltstraße. Zuerst ging es zum Kaufland. Dort kauften die Beiden alles was wir am nächsten Tag zum Frühstücken benötigen. Ich wartete mit meinem Hund vor der Türe. Anschließend ging es zurück ins Stadtzentrum, zum "Summer Time". Bis weit nach Mitternacht saßen wir auf der Terrasse an der Uferpromenade, wir aßen, tranken und beobachteten die vorüber ziehenden Menschen. Mein Vorschlag einmal bis zum Fähranleger zu laufen wurde abgelehnt. "Das ist zu weit zu laufen, wenn ich mein Auto nicht mehr sehe, dann weiß ich, dass ich schon zu weit weg bin," erklärte mir Stefan.
Der nächste Tag verlief exakt so wie der vorherige. Frühstücken bis 3, und dann mit dem Wagen zum "Summer Time" und dort sitzen bleiben bis man Schwielen am Hintern bekommt. Gestern fand ich das herum sitzen ganz lustig, aber heute war es meine Aufgabe das Fahrzeug zurück zu steuern, so dass ich nur Limo, Cola, Kaffee und Wasser trinken konnte und ohne Alkohol find ich rum sitzen in einer Kneipe einfach nur doof.
Bis auf die Tatsache, dass ich Vater das Tierheim zeigte, verlief auch der 18. August nach oben beschriebenem Schema. Der komplette Alkoven des kleinen Detlefs lag voll mit Textilien, die Vater in Deutschland als Spende für das Tierheim gesammelt hatte. Hochwertige Bekleidung, ein Teil schöner als das Andere. Jeder von uns klemmte sich einen Sack dieser Spenden unter den Arm, und dann ging es auf zum Tierheim. Stefan wartete derweilen an den Fahrzeugen da er Angst vor so vielen Hunden hat. Die Tierheimmitarbeiter guckten ziemlich blöde als sie mich erblickten. Durch die überraschende Ankunft von Vater hatte ich keine Zeit dazu gefunden mich von den Jungs und Mädels zu verabschieden. Am Mittwoch war ich noch ganz normal arbeiten gewesen, und am Donnerstag war dann plötzlich mein Auto von seinem gewohnten Stellplatz verschwunden und ich ließ mich nicht blicken. Aber auch ohne Worte konnte ich der Belegschaft begreiflich machen das mein Vater eingetroffen sei. Die zwei Säcke Bekleidung die wir bei uns hatten, und die wohl eher eine Spende für die Mitarbeiter als für die Hunde darstellten, entschädigten allerdings für mein "unentschuldigtes Fortbleiben". Während alle Angestellten die Arbeit einstellten um sich die besten Stücke zu sichern, hatten Vater und ich das Tierheim für uns alleine. Ich zeigte Vater die "Futterküche", die Gehege und öffnete auch die ein oder andere Zwingertüre von Ausläufen bei denen ich wusste das sich dahinter ganz besonders liebe und verschmuste Kerlchen befanden. Wir kraulten meine Welpenbande, und da Vater so viel Leid nicht sehen kann, verließen wir das Tierheim rund eine halbe Stunde später.
Jetzt wurden Dinge für mich aus dem Alkoven gekramt. Eine neue Bettdecke nebst Kopfkissen, Laken und Bezügen. T-Shirts, Unterhemden, Bücher - eines wurde im Jahre 1939 geschrieben und wurde angeblich von einem Grenzbeamten ganz besonders gründlich untersucht - Spülschwämme, Küchentücher, ein paar Schuhe (sehr gut, an Schuhen mangelt es mir immer), eine neue Fußmatte, ein Gürtel, ne neue Thermoskanne und vor allem 300 Kaffeefiltertüten!
Als mich meine Mutter in Bulgarien besuchte, bat ich sie Kaffeefiltertüten mitzubringen da es mir dort, über den Dörfern, unmöglich war solche zu erwerben. Jetzt erhielt ich eine Vorratsportion Filtertüten die wohl die nächsten 2 Jahre ausreichen dürften. Nicht das hier der Eindruck entsteht man könne in Bulgarien oder Rumänien keine Filtertüten kaufen, das kann man problemlos in jeder größeren Stadt. Aber die nächsten Jahre werde ich es wohl nicht mehr müssen.
Nachdem ich den ganzen Krempel in mein Auto gestellt hatte, herrschte dort Chaos. Dann war es auch schon wieder an der Zeit Richtung "Summer Time" aufzubrechen. Heute durfte ich trinken.
Am nächsten Tag reparierte ich den Wagen meines Besuchs. Einige Nieten waren aus den Verstrebungen ausgerissen welche die Plastikverkleidung des Unterfahrschutzes hielten. Diesen Defekt hatten die Beiden auf ihrer nun zwei wöchigen Reise bereits einmal von einem ukrainischen Fachmann beheben lassen. Doch die schlaglochreichen Straßen hatten dafür gesorgt, dass sich die Nieten schon wieder verabschiedet hatten. Im Gegensatz zu dem ukrainischen Fachmann bastelte ich Unterlegscheiben aus 10 Bani Münzen.

Dass eine Niete ohne Unterlegscheibe nicht in einer Plastikverkleidung hält leuchtet mir ein. Sehr langsam und gemütlich widmete ich mich dieser Arbeit während Vater die Plastikfolie erneuerte, welche die Beiden über die Öffnung einer Dachluke geklebt hatten die sie während ihrer Reise abgefahren hatten. Danach war noch die Reparatur eines Fensterrollos angesagt welches sich nicht mehr aufwickelte.

Mit meiner selbst gebastelten 12 Volt Bohrmaschine wurde die Feder nachgespannt. Danach ging das Rollo wieder. Was bei so einem Joghurtbecher nicht alles in 2 Wochen kaputt geht. Erstaunlich! Nach getaner Arbeit war es auch wieder Zeit in die Stadt zu fahren um essen zu gehen.
Auch den 21. August verbrachten wir im Schatten unserer Wägen und auch am 21. August fuhren wir gegen Abend in die Stadt. Da wir noch am Kaufland vorbeischauten (Stefan kaufte 30 Liter Wasser welches er umgehend in seinen Tank füllte) und an einer Tankstelle eine Mautvignette für die Beiden erwarben, trafen wir verhältnismäßig spät am "Summer Time" ein. Alle Tische waren belegt. Eine geschlagene Stunde warteten wir darauf dass eine Sitzgelegenheit frei wird. Ja, richtig. Eine ganze Stunde standen wir vor dem Lokal und warteten darauf uns setzen zu können. Einige Meter zu Fuß zu gehen um nach einem anderen Restaurant Ausschau zu halten, oder uns einfach nur mal die Gegend anzuschauen, war Stefan zu anstrengend.
Heute war ich wieder dran das Auto zurück zusteuern und als wir spät in der Nacht den Heimweg antraten fuhr ich an der Einfahrt zu unserem Stellplatz vorbei. "Wo willst Du hin?" wurde ich gefragt. "Da vorne ist ein Gully, da könnt ihr eure Toilette entleeren, eure Karre stinkt ja wie ein fahrendes Dixi Klo!" "Ja der Tank ist ziemlich voll, da drückt das durch die Ventile," erklärte mir Stefan. Ich glaube er freute sich über meine geographischen Kenntnisse über die nächstgelegene Entsorgungsstation.
Am nächsten Morgen war das Frühstück nicht ganz so ausgiebig wie gewohnt. Ein Kaffee, ein paar Scheiben Brot und dann war auch schon Lebewohlsagen angesagt. Gegen 12 Uhr Mittags fuhr der kleine Detlefs davon. Sein heutiges Ziel lautete Bran - Schloss Dracula. Ich war wieder alleine und machte mich dran meinen Wagen aufzuräumen. Auch für mich sollte es nun schnellstmöglich weitergehen. Ich begann mit dem Bücherstapel auf meiner Fußmatte. Dabei fiel mir ein Buch mit dem Titel: "Barack Obama - oder wie ein US Präsident gemacht wird" in die Finger. Ich schlug es auf, und als ich es wieder zuklappte war es 5 Uhr in der Früh des nächsten Tages.
In meinem Fahrzeug herrschte noch immer Chaos. Meine Geschenke und noch eine gigantische Menge Kleiderspenden für das Tierheim.

Aber erst einmal war Schlafen angesagt. Aber am 24. Am 24. widmete ich mich dem Aufräumen. Gegen Abend war mein Fahrzeug in einem fahrfähigen Zustand. Geschenke waren verstaut, das Geschirr abgewaschen, die Windschutzscheibe geputzt der Ölstand kontrolliert. Am 25. brachte ich die restlichen Kleiderspenden ins Tierheim und verabschiedete mich endgültig. Die Chefin, für die ich noch 100 Euro Spendengelder meines Vaters hatte, traf ich leider nicht an. Aber morgen früh, morgen früh würde ich sie treffen. Schließlich weiß ich wann sie die Leute ins Tierheim bringt. Danach würde ich losgehen und mir eine Vignette kaufen und kurz danach würde ich die Rumänisch - Moldawische Grenze überqueren.
Am nächsten Morgen traf ich die Chefin leider auch nicht. Täglich bringt sie die Mitarbeiter ins Tierheim, aber dann wenn man auf sie wartet, dann kommt sie nicht. Frustriert ging ich Heim. Dann eben am Abend, jetzt kommt es auf einen Tag mehr oder weniger auch nicht an. Ich saß in meinem Fahrzeug und blätterte durch die Dokumente die ich für den Grenzübertritt zusammengesucht hatte. Mein jungfräulicher Reisepass, die Impfdokumente meines Hundes, der Fahrzeugschein in welchem nirgendwo die Fälligkeit das TÜVs vermerkt ist und die grüne Versicherungskarte.

Gültig bis/Valid to: 13.06.2011. Scheiße! Das war vor über 2 Monaten. Seit über 2 Monaten habe ich keinen gültigen Versicherungsschutz mehr. Ok, ich bin in den letzten 2 Monaten auch nicht gefahren, von daher brauche ich auch keinen Versicherungsschutz. Aber jetzt, jetzt will ich fahren und dann auch noch über eine Grenze. Ohne dieses blöde Papier werde ich da wohl kaum herüberkommen. So ein Käse. Gerade eben erst war mein Vater hier. Problemlos hätte er mir eine neue Karte mitbringen können, wenn ich ihn nur darum gebeten hätte. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass meine grüne Versicherungskarte noch bis irgendwann in 2015 Gültigkeit besitzt. Aber da irrte ich mich wohl. Per E - Mail bat ich meine Mutter eine neue Karte zu beantragen. Am nächsten Tag erkundigte ich mich nach einer Post Restante Adresse an die Mutter die Karte senden kann. Dann war Warten angesagt. Im Grunde freute ich mich bemerkt zu haben, dass dieses dumme Wischblatt seine Gültigkeit verloren hatte. Besser ist ich bemerke es, als wenn mich der Grenzbeamte darauf aufmerksam macht. Das hätte sicher Ärger gegeben.
Ich hatte keine Lust daran noch einmal die Arbeit im Tierheim aufzunehmen. Ich hatte mich verabschiedet, meine Zeit dort war abgelaufen. Ich musste nur noch die Chefin antreffen um ihr das Geld zu übergeben. Ich setzte mich vor den PC. Die Zeit meiner Schlauchbootreise wollte niedergeschrieben werden und auch ansonsten gab es viel zu tun. Am 1. September traf meine Versicherungskarte ein, am gleichen Tag konnte ich auch Corinna ihr Geld überreichen. Aber wer glaubt dass ich nun endlich fahren konnte, der irrt sich.
Sarah, eine junge Couchsurferin, hatte mir geschrieben und das schon als ich in Brasov weilte. Die gebürtige Neuseeländerin war auf Europatour und wollte mich besuchen. Am 2. September würde sie um 1 Uhr Mittags am Bahnhof Galati eintreffen ergab sich aus unserer neueren Schriftkorrespondenz und ich hatte zugesagt sie dort abzuholen.
Pünktlich traf Sarahs Zug ein. Ich wartete zwar am falschen Gleis, doch bei der Größe des Bahnhofs Galati spielt das keine Rolle. Eine schwer bepackte junge Frau stieg aus und erkannte mich sogleich. Ein monströser Rucksack, ein ebenso riesiger Rolltrollie auf welchen ein zweiter Rucksack geknotet war, eine Handtasche und eine Plastiktüte zählten zu Sarahs Gepäck. Ihr Handgelenk wurde von unzähligen Bändchen geziert. Der Nachweis auf Festivals das Eintrittsgeld bezahlt zu haben. Sie trug schwarze Springerstiefel und ein T - Shirt welches klar ihren Musikgeschmack - Rock und Havy - verriet. Auch die unzähligen, meist schlecht gestochenen, Tattoos auf ihrer Haut verrieten so einiges über ihren Lebensweg. Kaum vorstellbar, dass diese Frau im normalen Leben Englischlehrerin sein soll. Mit vereinten Kräften schleppten wir das Gepäck zu meinem Wagen. Rolltrollis sind so unpraktisch! Vor allem dann, wenn man über die Gleisanlage eines Güterbahnhofs laufen muss.
Vor meinem Wagen machten wir es uns gemütlich. Dass ich schnellstmöglich die Grenze überqueren wollte hatte ich Sarah geschrieben. Also bedurfte es keiner langen Diskussion. Heute Ankunft - Morgen Abfahrt. Wir waren uns einig. "You like to see the city?" fragte ich Sarah nachdem wir ihre Habseligkeiten in meinem Fahrzeug verstaut hatten. Sarah wollte!
Gemeinsam zogen wir los. Ich zeigte die mir bekannten Highlights. Ein paar alte Häuser, die Innenstadt, die Gogoserie. Da die Batterien von Sarahs Kamera leer waren, bat sie mich meine benutzen zu dürfen. Über ihre ersten Reisen habe sie auch noch eine Website geführt. Weniger Berichte als mehr Bilder. Von jedem Ort den sie besucht wollte sie ein oder zwei Bilder haben auf denen ein Motiv der Stadt, sowie eine Postkarte mit dem Namen ihrer HP zu sehen ist. Ich fungierte als Postkartenhalter.

Hätte ich damals schon gewusst was "cunt" bedeutet, ich hätte mich geweigert. Mittlerweile habe ich dieses Wort im Wörterbuch nachgeschlagen und ich muss sagen: "Pfui Teufel! Wie kann man so eine Reiseseite benennen?" Ich übersetze das hier nicht, schlagt es selber nach wenn ihr es wissen wollt. Was ich aber am aller stärksten finde ist, dass Sarah diese HP nach 2 Jahren aufgegeben hat weil sie das Geld für die Hostingkosten lieber zum reisen nutzen wollte. Ich fasse mir an den Kopf. Wie kann man eine 2 Jahre alte Domän aufgeben. Selbst wenn sie "cunt" heißt. Selbst wenn das Ding nur 3 Besucher die Woche hat verdiene ich damit locker die 5 Euro die ich an Hostingkosten zahlen muss. Wahrscheinlich mehr. Irgendwann will sie noch einmal einen Neustart wagen, erzählt sie mir. Irgendwann, dann fängt sie wieder mit einer frisch registrierten Domän an die nix Wert ist. Aber das ist ja nicht mein Problem.
Da einige Tropfen Nieselregen niedergingen war im Zod!ar nix los. Also bewegten wir uns Richtung Timisoreana. Hier war es brechend voll. Viele Leute kannte ich und Sarah gefiel der Laden auf Anhieb. Mehr oder weniger Stolz bekamen wir das Ticket gezeigt das einige meiner Freunde heute von der Polizei erhalten hatten. Strafe 100 Lai; Tatvorwurf: Bier trinken in der Öffentlichkeit. Unglaublich! Und so ein Land hat es in die EU geschafft. Wir blieben lange, sehr lange. Es dämmerte bereits als wir meinen Wagen erreichten. Nach dem Erwachen plagte uns ein schrecklicher "hungover", ein Kater, für alle die kein Englisch können. Die Abreise nach Moldawien wurde abermals um einen Tag verschoben.
Aber am 4., am 4. ging es los. Verhältnismäßig früh machten wir uns auf den Weg zur ca. 4 Kilometer weit entfernten Tankstelle um eine Vignette zu erwerben. Toll, da besitzt man ein Auto und um es legal in Betrieb nehmen zu dürfen muss man erst einmal 4 Kilometer weit laufen. Dafür war der Vignettenkauf unproblematisch. Augenblicklich kapierte der englischsprachige Tankstellenmitarbeiter, dass ich nur Eine für einen Tag haben wollte. Kurz darauf knatterte der Drucker und ich bezahlte 4 Euro. Ja, der Vignettenpreis ist in Euro angegeben. Darunter steht der tagesaktuelle Umrechnungskurs und noch darunter der Preis in rumänischen Lei. Mit dem Papierchen in der Hand wanderten wir zurück Richtung Wagen. Einsteigen und starten. Dann vorsichtig über die schlaglochreiche Piste manövrieren und an der Hauptstraße links Richtung Grenze abbiegen. Da mir alle Angst vor der Grenze gemacht hatten und ich mit einem unendlich langen Stau rechnete, tankte ich noch einmal 3 Liter Kraftstoff zum teuren rumänischen Preis. Jetzt hatte ich mein Geld ausgegeben, aber besser ist besser. Die Karre ist ziemlich trocken. Noch ein kurzer Stopp am bereits vorher ausgekundschafteten Abfalleimer um die Abfälle der vergangenen Monate zu entsorgen und gegen halb 4 reihte ich mich in die Schlange der LKW ein die, genau wie ich, vor hatten die Grenze zur Republik Moldawien zu überqueren.

Die LKW Schlange bewegte sich nicht um einen Millimeter. Die Spur für PKW hingegen war vollständig leer. Nach rund 40 Minuten stieg ich aus und marschierte zu einem Zollbeamten. Ich erklärte ihm ein Wohnmobil zu fahren und fragte nach ob ich nicht auch die PKW Spur nutzen könne. Der Beamte telefonierte und gab dann sein Einverständnis. Papiere wurden kontrolliert, der Beamte wunderte sich über meine Eintagesvignette: "One day? Is this possible?" Ich erklärte ihm, dass es bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen möglich sei, ich einige Tage in Galati verbracht hätte und ich kein Interesse habe für Tage zu zahlen an denen ich nicht fahre. Verständnisvoll nickte der Zöllner mit dem Kopf. Dann musste ich die Wohnungstüre öffnen und der Beamte warf einen flüchtigen Blick ins Fahrzeuginnere ohne dieses allerdings zu betreten. Nach rund 10 Minuten lag der rumänische Check Point hinter uns und wir befanden uns zwischen den Ländern.

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Bei Icke von globsurfer.de für die Verlinkung meiner Reiseberichte aus seiner Blogrol. Icke ist seit dem 7. März 2012 für ein Jahr auf Weltreise. Sein Budget: 17000 Euro.



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