Reporter im Wohnmobil

Vom 26. Januar 2011 bis zum 19. Februar 2011 wurde ich von Franziska begleitet. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie mit einem Studiengang der den recht komplizierten Namen: „Kommunikationsdesign Fachrichtung journalistische Fotografie“ trägt. Im Spätsommer hat sie Abschlussprüfung und möchte gerne eine Studienarbeit zum Thema Aussteiger anfertigen. Einer dieser Aussteiger bin ich. Bereits vor einigen Monaten erhielt ich eine E Mail Anfrage ob ich Interesse hätte ihr Studienobjekt zu werden. Sie schrieb etwas von Fotografien und ich antwortete dass ich schon immer mal ein lebendes Stativ haben wollte und dass es voll in Ordnung ginge wenn ich Mitnutzungsrechte an ihren Bildern erhalte. Dann hörte ich lange Zeit nichts mehr von der Guten und dachte schon, alles hätte sich erledigt. Schließlich ist Franziska nicht die Erste die mir eine Anfrage dieser Art geschickt hat. Dann ging alles sehr schnell. Ihr Reisepass sei da, wo ich sei. Ich antwortete, in Bukarest, und ich erhielt wenigen Minuten später Antwort ob es OK wäre, wenn sie sich nach Flügen umschaue. Ich gab mein Einverständnis. Einen Tag darauf lag eine Mail in meinem Postfach dass sie am späten Abend des 26. Januars bei mir sein könnte. Ich willigte ein.
Pünktlich um 10 Uhr 30 erreichte ich die Haltestelle der Eurolines Busagentur. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wanderte eine schwer bepackte junge Frau, der Bus stand bereits vor der Haltestelle. „Katarina!“ schrie ich quer über die Straße und die junge Frau drehte sich nach mir um. Ich hatte mein Stativ gefunden. Mein Angebot, vom nahen MC Dreck ein paar Mails zu versenden, dass die über 36 Stunden lange Busreise gut verlaufen und sie wohlbehalten angekommen sei, wurde abgelehnt, also packten wir einige Taschen und Tüten die Franziska in ihren Händen trug in meinen großen Wanderrucksack den ich wohlweislich als Tragehilfe mitgenommen hatte und machten uns auf den rund 1,5 km langen Weg zu meinem Wagen.
Die Wegestrecke nutzen wir für Smalltalk. „Wie war die Reise? Kalt hier! Wie ist das Wetter in Deutschland?“ usw. Im Wagen angekommen versuchte ich das Gespräch auf den geschäftlichen Teil zu lenken. Ich hatte einige Tage Zeit um mir Gedanken über die Verwendung meins Stativs zumachen und einige Ideen, von welchen ich glaubte, dass sie für beide eine win win Situation wären. Außerdem war mir, jetzt wo Katarina neben mir stand, die ganze Sache ein wenig unheimlich. Zwar publiziere ich mich schon seit Jahren im Internet und habe kein Problem damit, dass Bilder und Geschichten von mir veröffentlicht werden, aber normalerweise habe ich die volle Kontrolle über das was ich veröffentliche. Jetzt werde ich von einem Reporter begleitet der mich, wenn er will, total durch den Kakao ziehen kann.
„Also Katarina …“ begann ich das Gespräch. „Ich heiße nicht Katarina sondern Franziska.“ wurde ich unterbrochen. „Äh wirklich?! Hast Du in den Mails nicht Katarina geschrieben?? Schuldigung dann eben Franziska.“ Franziska hatte ihre Mails übrigens tatsächlich mit Franziska unterzeichnet, ich hab keine Ahnung wie ich auf Katarina gekommen bin, aber ich war felsenfest in dem Glauben.
„Ok Franziska“ fuhr ich fort „was hast Du eigentlich vor hier zu produzieren? Ich meine Du hast jetzt, wie viel Jahre studiert den Auslöser von `nem Fotoapparat runterzudrücken? Du musst der beste Knöpfchendrücker der Welt sein. Was willst du knipsen und wie willst du es verarbeiten?“
Mein Stativ war leicht eingeschnappt, dass ich ihren schweren und lehreichen Studiengang auf das herunterdrücken eines Auslösers reduzierte, gab mir dann aber eine Antwort die mich, vorerst zumindest, auch nicht wirklich weiterbrachte.
„Hast Du das Video nicht gesehen das ich Dir geschickt habe?“ „Aäh, nö! Das war so groß und das I net so langsam, da hatte ich keine Lust das runterzuladen. Außerdem hab ich Deine Mails eh nur sehr oberflächlich gelesen und Dir ne leicht modifizierte Standartantwort geschickt die ich schon so sieben oder acht anderen geschickt habe die mich als Studienobjekt haben wollten. Da von denen eh nie einer gekommen ist, hab ich es aufgegeben meine Zeit damit zu vertrödeln mich zu informieren bevor jemand vor mir steht.
Franziska verstand mein Problem und fing an zu erzählen. Sie wolle mich in alltäglichen Situationen fotografieren. Beim essen, spülen, kochen, spazieren gehen, beim Kontakt mit Menschen, beim Fahren meines Wagens und was eben so alles passiert. Einige besonders gut gelungene Fotografien wolle sie hinterher im Großformat abziehen und viele weitere in einem Video verarbeiten welches Audiotechnisch mit einem Interview unterlegt werden soll, welches sie mit mir zu führen gedenke. Darüber hinaus sollen original Töne eingeschnitten werden die sie mit Ihrem Diktiergerät aufzeichnen wolle. Das Ganze soll am Ende im Rahmen ihrer Abschlussprüfung als Ausstellung in ihrer Hochschule ausgestellt werden und das Video in einem Vortrag gezeigt werden.
„Du hast also ein Diktiergerät dabei.“ bemerkte ich. „Ich habe auch eins, läuft übrigens.“ Ich krempelte meinen Hemdkragen nach oben unter welchem sich ein verstecktes Mikrofon befindet mit welchem ich normalerweise Polizeigespräche und ähnliches für den VIP Bereich aufzeichne. Meine Reporterin schluckte und machte ein Gesicht das ich in dem Moment unheimlich gerne fotografiert hätte. Es sah ungefähr so aus:

Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht, so hässlich ist das Mädchen garnicht, sie kann auch richtig süß gucken:

Aber so unverdeckt sehe ich das Gesicht von Franziska in den nächsten Wochen nur sehr selten. Im Normalfall versteckt es sich hinter einer monströsen Kamera welche mehr oder weniger unaufhörlich auf meine Person gerichtet ist. Die Frau kennt wirklich keinen Feierabend und knipst bei jeder Gelegenheit. Wenn ich mich mit meiner Kamera wehre kann sie auch schon mal richtig frech werden.
Nach einer kurzen Bedenkzeit erhielt ich ein glucksendes „OK“ zur Antwort. Nach einigen weiteren Sekunden Bedenkzeit folgte noch ein Vortrag über Bildzeitungsmethoden, Reporterehre und der gleichen. Ich war mir nun ziemlich sicher die Fronten geklärt zu haben und meiner neuen Begleiterin unmissverständlich klar gemacht zu haben, dass nicht nur sie Reporter ist, sondern ich auch. „Morgen früh um 9 Uhr kannste übrigens noch was lernen. Da kommt ein rumänisches Kamerateam und dreht nen 90 Sekunden Spot über mich. Ich fänd´s echt cool wenn Du davon ein paar Bilder machst. Ich hab dann nämlich wohl keine Zeit dafür.“ Setze ich noch einen obendrauf.
Bei einem gemütlichen Abendessen mit selbst gebackenem Brot und Diebels Altbier das Franziska importiert hatte ließen wir den Abend ausklingen. Dabei knipste sie auch recht schüchtern ihr erstes Photo. Aussteiger_schneidet_Brot.jpg.

Eigentlich muss es Aussteiger_schneidet_Brot.raw heißen, aber zu diesem schrecklichen Bildformat der Profis später mehr.
Am nächsten Morgen reißt uns das Klingeln meines Weckers aus den Federn. Um 9 Uhr will dieser Fernsehfuzie hier sein. Da wollen wir uns vorher schon einen Kaffee einverleibt haben um richtig wach zu sein. Bis halb 11 widmen wir uns einem ausgiebigen Frühstück ohne dass es an der Türe klopft. Dann brechen wir auf, die Stadt zu entdecken.
Schnell hat Franziska die Möglichkeit mich beim Kontakt mit Einheimischen abzulichten.

Hier mit einer alten Dame die eine große Tüte Speisereste bei sich trägt um damit herrenlose Straßenhunde zu füttern. Mein unangeleintes Tier machte wohl einen herrenlosen Eindruck so dass es auch in den Genuss einiger Knochen kam. Etwas später schaute ich neugierig in das Schaufenster eines second hand Ladens und schon vernahm ich das Klicken der Spiegelreflexkamera.

Nur wenige Minuten später traf ich einen Obdachlosen der mich bereits vor einigen Tagen angebettelt hatte. Schnell begriff der, der englischen Sprache mächtige Bettler, dass bei mir nix zu holen ist. Aber für einen netten Smalltalk musste ich natürlich anhalten. Franziska hielt sich im Hintergrund und knipste was das Zeug hält. Scheki war es derweilen langweilig und er suchte sich andere Freunde.

Aussteiger_hält_Hund_fest_weil_da_ne_große_Straße ist.raw muss natürlich auch fotografiert werden.

Schaut er nicht süß? Es ist frei, wir können gehen. Der Spiegel klickt.

Der Herr am Fenster beobachtet uns aufmerksam. Auch lebensgefährliche Verkabelungen

Und den Gegensatz zwischen moderner und altertümlicher Baukunst setzt Franziska etwas gekonnter in Szene als ich.

Wir gehen weiter. Bei der eisigen Kälte dampft es aus Kanalisationen und Tiefgaragenentlüftungen. Ein Bild dass Endzeitstimmung vermittelt.

Etwas später kaufen wir uns ein Brot und ein Päckchen Schmierkäse in einem Supermarkt. Wie bereits erwähnt ist es draußen sacken kalt. Deswegen wollen wir unser Mahl in einer U-Bahn Station zu uns nehmen. Recht forsch werden wir von einem Sicherheitsbeamten wegen meines Hundes herauskomplimentiert. Franziska bleibt Profi und drückt auf den Auslöser.

Also wird auf einer Parkbank gespeist.

Spät am Abend geht es dann noch ins Internet. Leider parke ich nicht mehr im Einfluss eines W-Lan Netzwerkes so dass wir den Rechner zum Netz tragen müssen. Beim Bedienen der Tastatur frieren mir fast die Finger ab.

Am nächsten Morgen, ich lausche noch friedlich an meinem Kopfkissen

weckt mich das Klicken von Franziskas Fotoapparat. Verschlafen räkele ich mich aus den Federn und mein Stativ knipst meinen Morgengähner.

Glückwunsch Franzi, ein echter Schnappschuss! Glücklicherweise hatte meine Begleiterin sehr schnell begriffen wie man bei mir Kaffee kocht und als sie mir einen Becher dieses köstlichen Wachmachers ins Bett reichte konnte ich ihr für den recht unsanften Weckvorgang nicht mehr böse sein.
„Sag mal, was bin ich eigentlich für dich?? Model oder Opfer??“ „Nichts von beidem, du bist mein Protagonist.“ Erhielt ich als Antwort auf meine Frage. „Pro… Protago was??? Muss ich jetzt den Rechner zum Netz tragen um bei Wikipedia zu suchen oder erklärst Du mir das Wort?“ Franziska setzte zu einer Erklärung an und erläuterte mir, dass ein Protagonist zum Beispiel der Hauptdarsteller eines Filmes sein könne. Einige Tage später schlugen wir das Wort dennoch bei Wikipedia nach. Und was da steht möchte ich gerne auszugsweise zitieren:
„Heute wird unter Protagonist in Literatur und Film die Hauptperson, der Held eines Romans, einer Erzählung oder eines anderen literarischen oder filmischen Werkes verstanden; …“
Danke Franzi! Es ist ja nicht so dass ich noch nie ein Kompliment von einer Frau bekommen hätte, aber „Du bist mein Held!“ Das hat noch nie Eine zu mir gesagt zumindest nicht in einem Tonfall, dass ich davon ausgehen konnte, dass sie es ernst meint.
Ein Kaffee, noch ein Kaffee ein paar Scheiben Brot mit Marmelade bzw. Honig dann möchte Franziska meine Toilette benutzen. Jetzt ist es so dass dieses Gerät für den normalsterblichen ein klein wenig erklärungsbedürftig ist. „Also, Brille hochklappen, Hose runterziehen rein machen. Toilettenpapier steht da! Soweit kommst du klar?“ Mein Stativ nickt etwas verlegen. „OK, wenn Du fertig bist, den kleinen Hebel nach rechts und hier pumpen. Es fliest Spülwasser in die Schüssel. Wenn da so 3 bis 4 cm Wasser drin stehen Hebel nach rechts und weiterpumpen. Damit presst Du Dein Häufchen durch den Zerhacker und letztendlich in den Tank. Verstanden?“ „Ich denke schon.“ Ich verkrümele mich aus dem Bad da ich kein Interesse habe zuzuschauen. Kurz darauf vernehme ich das leichte Quietschen der Fäkalienpumpe die mal wieder gefettet werden müsste. Es quietscht eine ganze Weile, dann kommt der Aufschrei: „Das geht nicht!“ „Och Franzi, das geht doch immer. Lass mich mal.“ Antworte ich ein wenig überheblich. Auch meine Versuche scheitern. Die einzige mögliche Fehlerursache: Das Rohr ist eingefroren! Franzi nimmt`s recht locker und schaufelt Ihre Exkremente mit einem abgeschnittenen Tetrapack bestmöglich aus der Schüssel. Auf geht’s zum öffentlichen WC.

Wir wollen uns die Stadt ein wenig weiträumiger anschauen und verwenden elektronische Orientierungshilfen.

Unser erster Weg führt uns zu den Outdoormärkten. Als erstes besichtigten wir den Baumarkt. Ich versuchte noch einmal vergeblich einen Fotil de Lamp, also einen Lampendocht für meine Petroleumlampe zu erstehen und Franziska kaufte auf Verdacht zwei neue Schleifkohlen für den Motor ihrer Waschmaschine. Dann ging es weiter in die Abteilung für Bekleidung, Reinigungs- und Lebensmittel. Wir drängen uns durch dichte Menschenmengen. „Zigara, Zigara“ zischt es aus allen Ecken. Menschen zeigen uns unaufgefordert Mobiltelefone und Autoradios die sie in ihren Händen spazieren tragen. Anscheinend wird hier Schmuggel- und Diebesgut veräußert. An den „legalen“ Ständen gibt es Fälschungen teurer Markenbekleidung, Duftwässerchen von Hugo Bos, richtig, Bos mit einem s, Fleischwaren sowie Obst und Gemüse aus lokalem Anbau und alles was man braucht oder eben auch nicht braucht. Ein Händler stört sich an unsrer fotografischen Arbeit. Wir suchen das Weite. Kurz darauf werden wir von einem Sicherheitsbeamten aufgehalten. Er will die Bilder auf unsren Kameras sehen und zwingt uns zum Löschen. Während ich die ersten 3 Bilder lösche drücke ich unauffällig die Speicherkarte aus ihrem Sitz. Die Kamera zeigt nun Bilder aus dem internen Speicher. Der Sicherheitsbeamte ist zufrieden und ich fühle mich wie ein Vollprofi. Ich habe ganz viel verwackelten und unterbelichteten Krempel gerettet.

Wir gehen noch ein wenig ziellos die Stadt rauf und runter. Stärken uns mit einem Glühwein an der nahen Schlittschuhbahn und überlegen ob wir selbst eine Runde über das Eis drehen. Leider führt der Schlittschuhverleiher keine Kufenschuhe die meinem Hund passen und so verwerfen wir den Gedanken wieder. Ohne auf die Hilfe das GPS Gerätes angewiesen zu sein finden wir den Wagen. Wir stärken uns mit einigen Bratkartoffeln und ziehen noch einmal los. Bevor ich mit Franzi die Stadt verlasse, muss ich sie betrunken machen. Das geht nicht anders. Kinder und Betrunkene sagen immer die Wahrheit und ich kann mir ja nicht so ganz sicher sein was die Frau im Schilde führt. Studentin oder Verfassungsschutzmitarbeiterin? Ich vertrage mehr! Heute Nacht werde ich es erfahren.
Gegen halb 10 erreichen wir das Stadtzentrum. Es ist bitter kalt.

Wir laufen die uns mittlerweile bekanten Partystraßen rauf und runter und entscheiden uns für einen alternativ wirkenden Laden. Einige Stufen führen hinab in den Keller, laute Reggae Musik dringt von dort hervor. Wir betreten das Pup und bemerken die einzigen Gäste zu sein. Wir machen kehrt und entscheiden uns für eine andere Gaststätte. Nach kurzer Suche, wir sind miterweile steif gefroren, betreten wir einen gut besuchten main stream Laden.

Leider kommen wir mit niemandem ins Gespräch. Das ist wahrscheinlich der Nachteil wenn man nicht alleine unterwegs ist. Eines weiß ich jetzt jedenfalls mit Sicherheit: Franziska arbeitet weder für den Verfassungsschutz noch für die Steuerfahndung. Um ganz ehrlich zu sein fällt es mir sogar schwer zu glauben, dass diese Frau studiert. Aber Studenten sollen ja gut sein im Party machen, habe ich mal irgendwo gehört, von daher kann ich mich auch irren. Als wir den Wagen erreichen ist dieser bis auf 7 Grad ausgekühlt. Ich schüre ein Höllenfeuer und vernichte das letzte Fläschlein echtes deutsches Altbier das ich importiert bekommen habe. Dann stapele ich den Brennraum voll Holz damit es für die Nacht reicht. Er ist ein wenig voll geworden. Die Türe lässt sich nicht ganz schließen. Ich presse ein bisschen und … knack, die Frontscheibe ist gesprungen. Scheiße! Glücklicherweise handelt es sich nur um einen Schönheitsfehler. Brennen tut er noch; der Kamin.
Am nächsten Morgen weckt uns das Klopfen der rumänischen Staatsgewalt. Wir sollen hier verschwinden. In wenigen Stunden startet in dem Park hinter meinem Wagen das chinesische Neujahresfest. Da stehen wir im Weg. Uns wird ein 10 Minuten Ultimatum gestellt. Wie gut das wir sowieso abreisen wollten. Das Brennholz ist aufgebraucht, wir benötigen neues. Wir räumen fahrfähig, klettern in die Fahrerkabine und ich starte die Kiste. Nach einigen Schwierigkeiten startet der Motor auch nach einer Nacht mit mehr als 20 Grad Minus. Ich löse die Handbremse und vermisse mal wieder das Zischen der Druckluftanlage. Die Federspeicher sind wieder festgefroren. Auch nicht normal hätte ich gesagt. Diesmal kenne ich den Fehler und die dazu gehörige Lösung. Mit Enteisungsspray bewaffnet krieche ich unter den Wagen.

Ein Polizist spricht mich an: „I said 10 minutes!“ „You see, the engin is running! You see I climp whit tolls in my hands under the truck. You can imagin I have some Problems. As longer I talk to you, as longer I stay here!” Der Bulle verpisst sich kommentarlos. Kurz darauf sitzen wir bei beschlagenen Scheiben im Wagen und fahren stadtauswärts.

Rund 40 Minuten später parke ich mein Eigenheim auf dem verschneiten Parkstreifen einer spiegelglatten, Zentimeter dick vereisten Seitenstraße in der Nähe von Sabareni. Als erstes wird Brennholz besorgt. Meine Vorräte waren bis auf den letzten Scheid verbrannt und die Temperaturen dachten nicht im Traum daran den zweistelligen Minusbereich zu verlassen. Franziska bewaffnet sich mit ihrer Kamera und ich mit einem Paar Handschuhen. Als erstes suche ich halbwegs trockenes Totholz.

Ein unter der Schneelast gebrochener Baum hat keinen Bodenkontakt. Er schaut so aus als ob er prima Heizmaterial abgibt. Leider ist er noch zu fest mit dem Stamm verbunden um ihn einfach davon zerren zu können.

Die Kettensäge wird geholt und das Bäumchen in transportable Stückchen zerlegt

welche anschließend zum Wagen getragen werden.

Eine anstrengende Arbeit bei der man hin und wieder mal den Rücken durchdrücken muss.

Die Krone des Baumes wird an die Hundeleine geknotet und am Stück Richtung Wohnmobil gezehrt.

Es kann losgehen! Ich benötige ca. 25cm lange Stückchen,

welche in unterschiedlichen Positionen vor dem Wagen zurechtgeschnitten werden.

Vom Lärm der Motorsäge angelockt kommt ein Anwohner um uns Ärger zu machen.

„Noi Voi, Noi Voi“ Ruft er mir verärgert zu. Er gestikuliert wild durch die Gegend, zeigt auf den Wald und dann auf mein schönes, mühevoll gesägtes Brennholz. Er wird immer lauter, dass ich kein einziges seiner Worte verstehe scheint ihn nicht zu interessieren. Rund 10 Minuten redet bzw. schreit er auf mich ein. Dann ruft eine zweite Stimme aus seinem am Fahrbahnrand geparkten Wagen. Seine Frau hat ihn zurückgerufen und er gehorcht artig und verschwindet. Franziska versucht die Bedeutung von „Noi Voi“ aus dem Spanischen herzuleiten und meint es bedeutet wohl so viel wie „Verpiss dich“. Später erfahren wir, dass es wohl so viel wie „bleib locker“ bedeutet. Allerdings denke ich, dass die Worte „bleib locker“ in dem angewendeten Tonfall nur wenig Sinn ergeben. Locker geblieben sind wir die ganze Zeit, und daran uns zu verpissen verschwenden wir keinen Gedanken. Stattdessen räumen wir das Holz in die dafür vorgesehenen Stauräume, begeben uns in den beheizten Wagen und machen uns Gedanken darüber was es zum Abendbrot gibt. Unsre Überlegungen waren noch nicht sehr weit vorangeschritten als es an der Türe klopfte. Ich öffnete. Draußen stand ein aufgeregter junger Mann. Wie wild redete er auf mich ein. Als er bemerkte das ich ihn nicht verstehe deutete er mir an ihm zu folgen. Ich tat das worum er mich bat. Er führte mich zu seinem Wagen der mitten auf der Fahrbahn stand. Er drehte am Schlüssel und ich vernahm die kraftlosen Versuche des Anlassers die Motorkolben zu bewegen. Anscheinend hat der Kerl die Karre mitten auf der Strasse abgewürgt und irgendetwas war mit seiner Elektrik nicht in Ordnung so dass er nicht wieder starten konnte. Nun bat er mich um Starthilfe. „Komm, wir schieben das Ding schnell an. Sind doch genug Leute hier.“ erwiderte ich körpersprachig. „Diesel!“ erhielt ich zur Antwort. Ich zuckte mit den Schultern: „Na und“ Ich lehnte mich gegen das Heck des Wagens und begann zu schieben. Die andern halfen mir. 10 Sekunden später startete der Motor als die Reifen auf einem winzigen Stück unvereister Fahrbahn Halt gefunden hatten. Die Jungs waren glücklich und Franziska ging ihrer Arbeit nach.

Danach wurde gekocht. Da die elektrische Versorgung meines Wohnraumes noch immer auf Reserve hustete, geschah dies im Stromsparlicht des Zyklopenauges.

Am nächsten Tag ging es spazieren. Es war noch immer bitter kalt aber immerhin schien die Sonne. Wir wanderten durch das kleine Wäldchen an dessen Rande wir parkten und gelangten nach kurzer Zeit auf eine große, ebene, verschneite Fläche. In der Ferne sahen wir eine Ortschaft. Nix wie hin, dort gibt es bestimmt Mittagessen. Mit unserer Vermutung lagen wir richtig. Vor einem Geschäft stand eine Tischtennisplatte welche trotz der Kälte von ein paar jungen Leuten benutzt wurde. Daneben eine Sitzgarnitur aus massivem Holz. Wir kauften ein Brot und eine Flasche Cola. Dann machten wir uns über Brotbelag Gedanken. Franziska, die sich aus einem Verantwortungsbewusstsein unsres Planeten gegenüber mit Vegetarismus geißelt, war da etwas wählerisch. Schließlich entschied sie sich für eine Konserve „Pate vegetal“. Kaum war das Döschen geöffnet bemerkten wir das nicht überall wo vegetal draufsteht auch wirklich etwas vegetarisches drin ist. Was der Hersteller mit vegetal meinte war wahrscheinlich dass er seine Schmierwurst mit einigen, kaum wahrnehmbaren vegetarischen Zutaten versetzt hatte. Nach einer GPS geführten quer feldein Tour über eine Eisenbahntrasse und verschneite Felder erreichten wir kurz vor Dunkelheit den Wagen. Entrüstet stellte ich fest, dass mir irgend jemand meine zwei 20Liter Reservekanister gestohlen hatte die zwischen Fahrerhaus und Wohnkoffer verstaut waren. Glücklicherweise waren sie leer. Noch rasch einen Eimer mit Schnee füllen, 2 Personen die duschen wollen belasten meinen Wasserhaushalt doch erheblich.
Auch am nächsten Tag ging es spazieren. Diesmal in die andere Richtung. Als erstes kreuzten wir eine große, frisch gerodete Lichtung. Männer waren damit beschäftigt den Wald zu fällen. Im Gegensatz zu unsrer Totholz Sammelaktion beschwerte sich niemand mit lautstarken Noi Voi Rufen über diesen massenhaften Baummord. Franziska war von dem altmodischen Abtransport der großen Stämme fasziniert und knipste was das Zeug hält. Dies tat sie mit einer recht lustigen, altmodischen Weitwinkelkamera. Das Gerät war so antiquiert, dass man noch einen Film einlegen musste. Kennt das noch jemand? Ich glaube die Technik wurde etwa gleichzeitig mit dem Plattenspieler und dem Wählscheibentelefon ein Fall für das Museum. Hatte man aber einmal einen Film eingelegt, war das Gerät recht lustig. Es gab so ein Drehrad, mit dem man erstens den Film weitertransportierte, und zweitens einen Federmechanismus spannte welcher beim Fotografieren das Objektiv um knappe 180° drehte. Wenn man mit dem Ding nach vorne fotografierte, sollte man angeblich auch das ablichten können was sich links und rechts befindet. Das Problem war nur das Film einlegen. Darüber fluchte Franziska immens, denn die Kälte hatte den Zelluloidstreifen beim zurückspulen reißen lassen. Am Abend wurde mein Fahrzeug dann zu so einer Art Dunkelkammer umgebaut und Franziska fummelte die zu rettenden Filmteile aus dem Gerät. Wir kreuzten einige erfrorene und teils halb aufgefressene Hundekadaver deren Bilder ich schon aus meinem Reisebericht Bukarest verlinkt habe und trafen dann auch auf zwei sehr junge noch lebende Artgenossen. Sie lebten in einem bunkerähnlichen Betonbau welchen rücksichtslose Menschen als Mülldeponie zu nutzen schienen, machten aber trotz der Kälte einen recht fitten Eindruck. Auch diesmal lieferte uns ein kleines Geschäft unser Mittagessen. Über Belag brauchten wir uns keine Gedanken zu machen, es gab wohlschmeckende kuchenähnliche Gebäcke.
Am Abend hatte ich die Schnauze voll von eingefrorenen Wasserleitungen und verstopften Toiletten. Zwar hatten wir ausreichend Duschwasser geschmolzen, aber wir konnten es nicht durch die Leitungen pumpen da diese zugefroren waren. Also räumte ich den Unterboden meines Badezimmers leer in welchem die Technik von Sanitär- sowie Elektroinstallation verbaut ist und heizte ihn mit Propangas auf.

Licht anschalten

Und warten. Zwischendrin immer mal wieder nachschauen ob nix Feuer fängt. Irgendwann konnten wir tatsächlich duschen und auch das WC funktionierte wieder.
Den 1. Februar ließen wir ruhig angehen. Wir hatten die beiden vergangenen Tage genug gefroren. Holz in den Offen und erst mal in Ruhe frühstücken.

Einen Becher heißen, duftenden, Kaffee ans Bett gebracht zu bekommen den man dann, halb verschlafen, noch unter der Bettdecke eingemummelt schlürfen kann, das ist wahrer Luxus den ich während Franziskas Anwesenheit fast täglich genießen durfte. An dieser Stelle noch einmal Danke. Vom Frühstück gingen wir nahtlos zum Mittagessen über und dann setzte ich mich kurz vor den PC um ein neues Audio für den VIP Bereich aufzuzeichnen.

Wir betrachteten Franzis Bilder auf deren Kamera da mein Rechner mit diesem eigenartigen RAW Format ohne entsprechende Software nicht klarkommt und ich bekam ein wenig aus meinem eigenen Buch vorgelesen. Praktisch, ein Hörbuch in live. Von unsrem übermäßigen Tee Konsum neigten sich meine Pfefferminztee Vorräte. Ich kramte eine Dose Blasen- und Nierentee von diversen Exfreundinnen hervor. Leider war der Tee nicht mehr genießbar. Einige Maden veranstalteten ein kleines Wettrennen im Behälter was Franziska sehr richtig und vor allem ziemlich locker kommentierte.

Dann war auch schon Zeit schlafen zu gehen.
Am nächsten Morgen sollte es weitergehen. Aber erst musste noch einmal Brennholz beschafft werden. Da wir beim letzten Mal ja Ärger bekommen hatten, sah unser Plan folgendermaßen aus: Kettensäge in den Rucksack packen und einen knappen Kilometer weit tragen. Dort hatten wir ein Gelände mit ausreichendem Totholz und vorhandener Parkmöglichkeit gesichtet. Dort angekommen wird das Holz in ca. 3m lange Äste zerlegt welche wir zum Fahrbahnrand schaffen wollten. Dann sollte der Wagen hinterher geholt werden um die Stämme unzerteilt zu verladen und ihre Zerstückelung am nächsten Parkplatz vorzunehmen. Geplant getan. Als erstes wurde die Kettensäge geschliffen, denn scharfes Werkzeug spart Benzin.

Dann wurde der Wagen in den Fahrmodus geräumt. Spülen wollten wir nachdem wir frisches Wasser besorgt hatten.

Danach ging es los Richtung Heizmaterial. Schnell waren adäquate Äste gefunden, zersägt und gestapelt.

Zurück am Wagen wurde der Hund verladen und die Treppe geklappt.

Ich setzte mich hinter das Steuer, Franzi nahm auf der Beifahrerseite Platz. Vorglühen, einige Male das Gaspedal ganz durchtreten, dann drehte ich am Schlüssel. Der Motor orgelte, doch nichts geschah. Ich ließ den Schlüssel zurückschnacken, verwendete noch einige Male die Vorglühanlage und versuchte es noch einmal. Erfolglos! Nach einigen Versuchen bemerkte ich wie die Kraft des Anlassers schwächer wurde. Die Batteriekapazität meiner Starterbatterien war so gut wie erschöpft. Was tun? Nachdenklich saß ich hinter dem Steuer.

Wenn es mir nicht gelingt den Motor zu starten, sitze ich hier fest. Das Ladegerät mit dessen Hilfe ich leere Batterien nachladen kann um einen neuen Versuch zu starten ist defekt. Aus dem Feldweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite kommt ein Traktor. Er zieht einen mit Holz beladenen Hänger. Bei dem Versuch die kleine Steigung zur Hauptstraße hinaufzufahren drehen sich seine Reifen durch als führe er auf Treibsand. Mit Schlepphilfe ist also auch nicht zu rechnen.
Nach reiflicher Überlegung erinnerte ich mich an einen Film über Sibirien den ich einmal gesehen hatte. Die dortigen LKW Fahrer stellen die Motoren niemals aus, da sie wissen dass sie bei der Kälte nicht mehr anspringen. Wenn sie sie doch einmal ausschalten, dann entfachen sie ein kleines Feuer unter der Ölwanne um den Motorblock vorzuheizen bevor sie starten. Das kann ich auch! Und zwar besser als mit echtem Feuer. Ich krame Gasflasche und Propangaststrahler aus dem Badezimmer hervor, krieche unter das Auto

und kurz darauf wird mein Motorblock mit Propangas aufgewärmt.

Rund eine halbe Stunde lasse ich die Heizung liegen. Dann startet mein braver Wagen ohne Schwierigkeiten.

Selbst die Handbremsanlage ist nicht festgefroren. Langsam aber sicher fahren wir über die Zentimeter dicke Eisdecke bis zu unsrem Brennholz. Schnell ist es verladen und Scheki schaut als wenn er sagen wollte: „Kann mir mal jemand erklären wie ich jetzt an meinen Wassernapf kommen soll?“

Wir stoppen an mehreren Tankstellen, doch alle Wasserhähne waren zugefroren oder abgestellt. Schließlich bekomme ich meine tragbaren Vorräte an einer Waschanlage aufgefüllt.

Schräg gegenüber befindet sich eine Gastankstelle. Ich schnappe mir eine leere Gaspulle und gehe mal nachschauen ob die die auffüllen können. Ich habe Glück. Die Tankstelle verfügt über passende Adapter. Normalerweise wird die Flasche vor dem Füllvorgang auf eine Waage gestellt, der Hahn wird geöffnet und eventuell vorhandenes Restgas entweichen lassen. Dann wird die Wage auf 0 gestellt und die Flasche wird mit exakt 11 Kilo Flüssiggas befüllt. Hier nicht! Der Tankstellenmitarbeiter hat das im Gefühl. Auf Biegen und Brechen pumpt er Flüssiggas in die Flasche bis diese fast platzt. Dann schließt er den Hahn, entfernt den Füllanschluss und öffnet das Flaschenventil. Mit Druck schießt ein Strahl flüssiges, hoch brennbares Gas aus der Öffnung. Binnen von Sekunden vereisen Ventil und Flaschenhals. Irgendwann spritzen nur noch vereinzelte flüssige Tröpfchen aus dem Auslass der Rest ist gasförmig. Noch einige Sekunden läst der Gasflaschenbefüllprofi Propan in die Atmosphäre entweichen. Dann schließt er das Ventil und ich soll das alles bezahlen! Ich bezahle ja gerne das Gas das ich in der Flasche habe und somit auch nutzen kann, aber das Gas was der gute Mann in die Umgebung entweichen lässt, das möchte ich eigentlich weniger gerne bezahlen. Ich muss wirklich meine Zähne zusammenbeißen um keinen Aufstand zu starten. Wäre ich mir sicher gewesen, dass der Herr aus Vorsatz so gehandelt hat, ich hätte nicht bezahlt. Aber ich kenne die örtlichen Gegebenheiten nicht. Vielleicht ist das hier so die gängige Praxis. Dann wäre ein Aufstand wirklich fehl am Platze.
Am frühen Nachmittag erreichten wir die Ortschaft Salcuta. Unzählige baufälliger Häuser erweckten den Eindruck besichtigt werden zu müssen. Auf der Suche nach einem Parkplatz bog ich von der Hauptstraße ab. Schon bald endete der ausgesuchte Feldweg vor einem Schienenstrang. Ich musste wenden. Vorsichtig tastete ich mich im Rückwärtsgang voran. Meine größte Angst bestand darin mit den Rädern auf nicht gefrorenen Untergrund zu gelangen und somit auf der sicherlich matschigen Wiese zu versinken. Aber es war kalt genug. Dafür rammte ich mit meinem rechten Unterflurkoffer einen kleinen Erdhügel. Jetzt ist der auch noch kaputt. Wie gut, dass kein Brennholz darin war. Nach zwei oder drei weiteren Feldwegen die sich als ungeeignet erwiesen um dort zu parken fanden wir eine hübsche Stelle neben einem Kieswerk. Schnell war das Holz neben dem Wagen gestapelt und wir waren unterwegs Richtung Stadt.

Viel sahen wir nicht mehr bevor die Sonne am Horizont verschwand. Dafür fanden wir einen richtigen Supermarkt bei welchem wir vorerst nur die wichtigsten Dinge einkauften. Nämlich ein Brot, eine Flasche Bier für mich und eine Flasche Wein für Franziska. Am Tag war es sonnig, außerdem waren wir einige Kilometer gefahren, so dass es genug Strom für die musikalische Beschallung gab. Ein lustiger Abend.
Zwei Tage verbrachten wir an diesem Ort. Franziska fotografierte mich beim Bettklappen,

und beim Frühstücken.

Es gab gebutterte Brote mit Kräutersalzbelag, und sogar beim Mittagsschläfchen wurde meine Privatsphäre gestört.

Ihr gelang ein Schnappschuss von einer abgehenden Dachlawine die ein Mann kontrolliert mit einem Besenstiel auslöste,

und sie lichtete mich bei der Zubereitung meiner leckeren Haferbratlinge ab.

Ich hingegen knipste wie wir die alten Häuser besichtigten, die einstmals wohl so etwas wie Studentenwohnheime gewesen sein müssen.

Zumindest gab es ganz viele Räume und nur vereinzelte Toilettenanlagen auf dem Flur. Auch auf dem Friedhof, den wir besuchten um neues Kerzenwachs zum Kamin anzünden zu containern, zückte ich meine Kamera.

Also ich finde das irgendwie pervers. Ein Familiengrab! Die gute Maria hat noch nicht ins Gras gebissen aber ihr Name, ihr Geburtsdatum und auch das Bild der guten Frau findet man schon auf dem Grabstein. Den Todestag kann man dann ja auch noch später einmeißeln. Gibt es so etwas in Deutschland auch?? Ich hab mich nie so viel auf Friedhöfen rumgetrieben.
Dann sind natürlich auch noch Dinge passiert die wir nicht fotografieren konnten. Zum Beispiel wie Franziska 2 kleine Gebäckstücke gekauft hat. Deutlich stand 1,5 Lei an der Ware. Sie zeigte auf die gewünschten Dinge, hielt zwei Finger in die Luft und überreichte eine 10 Lei Note. Die Verkäuferin nahm das Geld an sich und fragte ganz freundlich ob sie uns die Dinger in der Mikrowelle erhitzen solle. Wir willigten ein. Knapp eine Minute später hatten wir unsre Nahrung in den Händen, aber das Wechselgeld fehlte. Franziska schaute mich fragend an. „Change?!“ Ich rieb Daumen und Zeigefinger aneinander. Die Verkäuferin schlug sich entschuldigend gegen den Kopf und überreichte uns das Wechselgeld. Aber versuchen kann man es ja mal! Auch meine Reparatur des Unterflurkoffers blieb unfotografiert. Mit unzähligen Spaxschrauben versetzte ich den Koffer wieder in einen Zustand, dass er zumindest ganz ausschaut. Über gebrochene Plastikteile wurde ein Stück herumliegende Spanplatte gelegt, und dann hab ich das miteinander verschraubt. Leer wird das Teil wohl nicht abfallen, aber da jemals noch einmal etwas drin zu transportieren das schwerere ist als eine Platte Styropor, das kann ich mir wohl abschminken. Ansonsten ist aber auch nicht viel passiert. Stadt und Umland sind nicht sonderlich sehenswert, das einzig interessante waren die leerstehenden Häuser. Deswegen suchten wir am 4. Februar das Weite. Unmengen Brennholz wurden unter meinem Spülbecken gestapelt. Wie gut das ich ein so großes Auto fahre um wegfallende Stauräume recht unproblematisch ersetzen zu können. Dann startete ich den Motor. Problemlos sprang der Wagen an. Es war auch nicht mehr ganz so kalt. Ich legte den Rückwertsgang ein, lies die Kupplung kommen und nichts geschah. Selbst im Standgas machte der Motor keine Anstalten zu stottern oder gar abzusterben. Was ist den nun schon wieder los? So eine Kupplung geht doch nicht von jetzt auf gleich komplett kaputt. Ich lehne mich aus der Fahrerkabine um zu sehen ob eventuell die Räder auf dem gefrorenen Boden durchdrehen. Aber nein!

„Franzi, schau doch mal auf der anderen Seite ob sich die Räder durchdrehen. Irgendetwas stimmt da nicht.“ „Jo, drehen durch.“ Erhielt ich als Antwort. Vorwärtsgang – Rückwärtsgang – Vorwärtsgang – Rückwertsgang irgendwann machte der Wagen einen Satz und die Räder hatten Bodenhaftung. Unser erster Halt war nach knapp 2 Kilometern am Supermarkt. Wir frühstückten ausgiebig bevor wir meine tragbaren Wasserreserven auf der Kundentoilette auffüllen gingen.

So ein hübsches Bild, und Franziska wirft mir vor das sie sich, während ich die Kanister voll laufen ließ, so viel Mühe beim „Aufbau“ des Bildes gegeben hätte und ich es natürlich voll versauen müsse weil ich blöde in die Kamera „griene“. Ohne diese Diskrepanz zu einem handfesten Streit eskalieren zu lassen fahren wir weiter. Nur wenige Minuten später parke ich den Wagen am rechten Fahrbahnrand im Einflussbereich eines W- Lan Netzwerkes.

Weit über eine Stunde verbringen wir hier. Außer meiner üblichen Arbeit die ich im Netz zu verrichten habe will Franziska ja auch noch online. Darüber hinaus müssen wir das Wort „Protagonist“ nachschlagen und ich sehe mir den Film an zu dessen download ich zu faul war. Außerdem bekomme ich noch einige Abschlussarbeiten gezeigt die Franziska gefallen und von denen sie sich inspirieren lassen möchte. Ich bin ja mal gespannt.
Bei bester Laune geht es weiter, Pitesti entgegen. Zum ersten Mal seit Wochen klettert das Thermometer weit über die Null Grad Marke. Von einem wolkenlosen Himmel scheint die Sonne herab und vermittelt das Gefühl von Frühling. Das Radio spielt Musik die zum Mitsingen einlädt; kurz gesagt ich befinde mich auf einem Gefühlshoch. Da geht es mir auch vollkommen am Ar… vorbei das Franzi meine musikalischen Ergüsse aufzeichnet. Ich posiere sogar noch ein bisschen nach Manta Fahrer Manieren für ein Bild.

Sag mal Franzi: „Bist Du Dir sicher, dass Du die Belichtungszeit richtig eingestellt hast?? Ich bin so dunkel.“ Der Wagen rollt, die Stimmung ist ausgelassen fröhlich und wir sichten keinen Parkplatz der zum verweilen einlädt. Schnell sind die 70 km bis Pitesti gefahren. Nach einer kurzen Irrfahrt durch die Stadt parken wir etwas abseits neben bzw. auf dem Gelände eines Busunternehmers. Unzählige Hunde streunen durch die Gegend, mehrere ausrangierte Linienbusse rosten vor sich hin. Unweit von unsrem Wohnort einige verfallene Baracken die Kühe, Hühner und manchmal sogar Menschen beherbergen. Unmittelbar dahinter, keine 90 Sekunden Fußweg von meinem Wohnmobil entfernt: Ein Fluss. Beim Blick aus dem Fenster schaut man über einige Felder hinweg auf schneebedeckte Berggipfel. Herrlich, hier bleiben wir. Mit Sonnenuntergang wird es kühler so dass wir den Kamin anheizen müssen. Kurz darauf knipst Franzi: Aussteigeressen.raw.

Da garen sie, meine leckren Folienkartoffeln. Im Geschäft hatten wir ein Päckchen Quark gekauft das wir nun mit großen Mengen rohen Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen zu einem wohlschmeckenden Dipp verarbeiten. Kaum habe ich die Erdäpfel aus dem Feuer geholt wird auch schon das Ergebnis abgelichtet.

Also so wie das auf dem Bild ausschaut hätte ich gesagt ich eröffne ein Restaurant und schreibe 7,5 Euro neben das Gericht „Folienkartoffel an Knoblauchkräuterquark“ auf die Speisekarte. Schnell noch ein bisschen Brennholz nachlegen,

Mal kräftig vor treten, das Stöckchen ist ein wenig lang geraten und schon können wir essen.
Am 5. Februar ziehen wir mit meinem Laptop bewaffnet los, Pitesti zu entdecken. Wir parken in Stadtnähe, da will ich wissen wo es hier Internet gibt.

Kaum haben wir uns niedergelassen werden wir von einer jungen Frau angesprochen. Sie ist total fasziniert von Franzis Haaren. Anscheinend hat sie noch nie Dread Loks gesehen. Auch die Tatsache, dass wir uns erst seit wenigen Tagen kennen und dennoch gemeinsam in einem Wohnmobil reisen stößt bei der Dame auf Unverständnis. Wir fragen sie was es hier zu sehen gibt und sie führt uns zu ihrer persönlichen Lieblingsstelle.

Ein Kinderspielplatz, ich fasse es nicht. Hierher geht sie wenn sie nachdenken wolle oder traurig sei, bekommen wir erzählt. Irgendwann trennen sich unsere Wege und wir suchen alleine nach sehenswerten Orten. Vorzugsweise nach welchen an denen kein Schild „Für Kinder bis 12 Jahre steht.“
Als erstes finde ich eine „Gogoseria“. Gogosi, das sind diese übergroßen Muzen. In verschiedenen Teilen Deutschlands werden sie auch Krapfen genannt. So ein Teil ist fettig lecker, stark gezuckert und kostet nur einen Lei. Also etwa 25 Cent. Ich kaufe 2 Stück.

Deutlich erkennt man meine körpersprachigen Artikulationsversuche. Auch Scheki erfreut sich an dem herrlichen Sonnenschein.

Am frühen Abend kam dann das was kommen musste. Ich habe mich ein kleines bisschen verliebt. Ich meine, ich bin auch nur ein Mann und wenn mir eine Frau Bier kauft, dann ist es halt um mich geschehen.

Mit so viel Alkohol im Gepäck betreten wir noch ein anderes Geschäft. „Smoke leagel“ steht an seiner Fassade. Auf der Türe klebt ein großer Aufkleber der einen Smilie mit einer dieser eigenartigen tütenförmigen Zigaretten darstellt. „You sell Haschisch?“ Frage ich den Betreiber des kleinen Ladens. Doch anstelle eines natürlich gewachsenen THC Lieferanten verkauft er nur ein Synthetisches Produkt mit dem Namen Spyce das in der Wirkung ähnlich sein soll. Gesetzgebungen diverser Länder sind schon eigenartig. Über Jahrtausende bewährte, harmlose Rauschmittel werden verboten und synthetische Nachahmungen von denen niemand die genauen Nebenwirkungen kennt werden erlaubt. Na dann Prost!
Den nächsten Morgen nutze ich für Körperpflege. Wie immer werde ich fotografiert.

Ich bin immer noch der Meinung das Bild wäre schöner geworden wenn man den Spiegel vorher geputzt hätte.
Wir werden von herrlichem Sonnenschein verwöhnt, so dass man seine Zeit auch außerhalb des Fahrzeugs verbringen kann.

Bis zum frühen Nachmittag wird gefaulenzt. Dann geht es ein wenig spazieren. Im Real Markt den wir kreuzen kaufe ich ein frisch gebackenes warmes Brot. Erzählenswerter finde ich aber das Rucksackeinschweißverfahren dieses Marktes. Ich kenne es ja von großen Kaufhäusern dass man seinen Rucksack nicht mit hinein nehmen darf. Normalerweise gibt man ihn an so einer Art Rezeption ab, und erhält eine kleine Karte mit einer Nummer. Mit Hilfe dieser Karte erhält man seinen Rucksack zurück. Andere Märkte haben richtige Schließfächer. Aber hier wird ökologischer Wahnsinn betrieben. Beim Betreten des Marktes müssen wir unsre Rucksäcke durch einen großen Metalltrichter schieben. Am Ende dieses Trichters befindet sich eine lange, schlauchartige Tüte. Das System ist dem, welches man vom Weihnachtsbaumverkauf kennt, recht ähnlich. Mit einem heißen Draht wird nun die Tüte verschweißt und abgetrennt. Jetzt kann man seinen Rucksack nicht mehr auf den Rücken setzen, sondern man hält ihn in Folie verschweißt in den Händen. Recht unpraktisch beim Einkaufen. Um ein Brot, einen Becher Margarine und eine Flasche Ketchup zu verkaufen produzierte dieser Markt rund 4m Folienmüll.

Auf dem Rückweg spazieren wir durch ein weitläufiges Industriegebiet.

Vor einer Spedition parkt der Wagen einer Security Firma. Darin sitzen zwei mit Flecktarnhosen und schusssicheren Westen bekleidete Gestalten die ihre Langeweile durch ein Backgammon Spiel vertreiben. Es schaut irgendwie lustig aus. Der uralte Wagen, die zwei Männer die optisch irgendwo zwischen Soldat und Polizist einzuordnen sind, und in der Mitte, quer über die Handbremse liegt das Backgammon Board. Franziska hält ihre Kammara vor die Scheibe und fragt so ob sie ein Bild machen darf. Drohend heben die Wachbeamten ihre Zeigefinger und steigen aus. Draußen, neben dem Wagen posieren sie wie die Blöden und können gar nicht genug davon bekommen fotografiert zu werden. Aber in ihrem Wagen, mit der Firmenbeschriftung, da lassen sie uns nicht knipsen. Irgendwie gelingt es uns nicht, ihnen begreiflich zu machen, dass wir an der Beschriftung des Wagens gar nicht interessiert sind, und es uns nur um das Motiv: „Männer spielen Backgammon im Auto“ geht. Schade eigentlich.
Auf der Ost Seite der Stadt bildet der Fluss einen lang gezogenen See. Wir wollen uns einmal die andere Seite anschauen. Im Stadtzentrum

besuchen wir einen Bäcker um uns mit Wegzehrung einzudecken. Dann machen wir uns auf, in weniger dicht besiedeltes Gebiet.

Rechter Hand liegt der See und hinter ihm Pitesti. Irgendwann beginnt auf der linken Seite ebenfalls spärliche Bebauung. Federvieh und Schweine tummeln sich auf der unbefestigten Straße. Ich nehme Scheki vorsorglich an die Leine. Die Häuser wirken ärmlich. Statt Autos parken in den Gärten Pferdefuhrwerke und die Antriebsmotoren dieser 1PS starken Fortbewegungsmittel grasen friedlich hinter den Häusern. Wir treffen auf eine Gruppe Kinder die uns ein Stück weit begleitet.

Deutlich erkennt man meinen Griff in die Innentasche um einen Audio Mitschnitt zu starten. Franziskas Kamera stiehlt meinem Hund die Show. Ich weiß nicht wer mehr Angst um das Gerät hat, als die Schar wild wuselnder Kinder nach der Kamera grabscht um die Bilder betrachten zu können. Das älteste Mädchen, ziemlich mittig im Bild mit dem Strickpulli, spricht spanisch. Auch Franziska ist dieser Sprache mächtig, also können wir uns verständigen. Recht schnell bringt die „Große“ Ruhe in die Horde und organisiert ein Gruppenbild.

Ein Fehler! Mindestens 5 Kinder gleichzeitig stürzen sich auf meinen Hund. Jeder will neben dem Tier abgelichtet werden. Mein Freund zittert am ganzen Körper als sich Arme um ihn schlingen und sich Kinderkörper an ihn drücken. Wäre ich mein Hund gewesen, ich hätte gebissen. Hilflos stehe ich da. Hin und her übersetzen, von Deutsch auf Spanisch und von Spanisch zurück auf Rumänisch das hätte eh zu lange gedauert. Also versuchte ich es auf Deutsch, wohl wissend das mich eh niemand versteht. Aber was schreibe ich, ich habe ja ein Audio aufgenommen.

Scheki hat dann jedenfalls nicht gebissen. Braver Hund, aber ich hätte es ihm in diesem Moment auch nicht übel nehmen können.
Am nächsten Morgen werde ich früh geweckt. Und das noch bevor der Kaffee fertig ist. „Hinter dem Wagen parken die Bullen. Guck mal.“ Franzi zeigt mir ein soeben aufgenommenes Foto.

„Dann lass die Türe zu, vielleicht bemerken sie uns nicht.“ Eine halbe Stunde später haben die Zwei ihr Nickerchen beendet und ziehen von dannen ohne uns belästigt zu haben. Einmal wach beginnen wir das Tageswerk. Wie bereits erwähnt blicken wir aus dem Fenster auf ein schneebedecktes Bergmassiv.

Im Grunde freuen wir uns zwar über die frühlingshaften Temperaturen, es war schließlich kalt genug, dennoch reizt es mich bis an die Schneegrenze zu wandern. Als erstes koche ich eine Riesenportion Pfannkuchen.

Einige zum Sofortverzehr, die Restlichen zum mitnehmen. Dann geht es los. Wir folgen dem Fluss stromabwärts und bereits nach einigen Kilometern passieren wir ein No Budget Schuhgeschäft.

Leider finde ich keinen brauchbaren Schuh in meiner Größe von dem ich auch den Zweiten gefunden hätte. Eine Fernwärmeleitung führt über den Fluss und wird von Einheimischen als Brücke verwendet.

In Deutschland wäre dieser geländerlose Höhenweg mit Sicherheit verboten. Hier führt eine provisorische Holzleiter zu den Rohren hinauf und auf der anderen Seite auch wieder hinab. An einigen Stellen sind die Streben der Leiter gebrochen und notdürftig mit Draht zusammengebunden. Auch ich muss dort hinaufklettern.

Wir verlassen den Flusslauf und wandern bergan. Schneller als Scheki erblicke ich einige Hühner so dass ich das Tier rechtzeitig anleinen kann.

Wir folgen einem schmalen Landwirtschaftsweg. Er führt uns auf den Gipfel eines kleinen „Vorberges“. Dort nehmen wir unser zweites Frühstück ein.

Von dort geht es quer Feldein weiter. Kein Weg führt in die gewünschte Richtung. Durch herrliche Buchenwälder geht es dem Ziel entgegen.

Um kurz vor 1 Uhr erreichen wir einen weiteren Berggipfel. Die Aussicht ist phantastisch, aber unser Ziel liegt immer noch in unerreichbarer Ferne. Wir beschließen, dass dieser Punkt das Ziel unsrer heutigen Wanderung ist und machen über eine Stunde Rast auf der sonnigen Lichtung.
Auf dem Rückweg nutzen wir eine andere Wegstrecke. Recht bald erreichen wir eine Hauptstrasse. Der Dorfbrunnen spendet uns kühles Trinkwasser. Praktisch, denn unsere Wasserreserven waren aufgebraucht.

Ein Stück weit folgten wir der Strasse

bevor wir rechts abbiegen und wieder unwegsameres Gelände vor uns lag.

Recht bald verlieren wir die Orientierung und müssen nach dem Weg fragen.

Wir gelangen auf eine Weidefläche. Überall sind Zäune, es geht nur noch zurück. Ein freundlicher Rumäne winkt uns zu und gibt uns zu verstehen wir sollen einfach über den Zaun klettern. Gesagt getan. Ich hebe Scheki über das Hindernis und klettere selbst darüber hinweg. Franziska steigt auf die Verlattung des Zaunes und selbiger fällt einfach um. Der Rumäne nimmt es mit Humor und wir machen uns aus dem Staub. Es ist bereits dunkel als wir das Ortsschild Pitesti erreichen. Noch ein routinemäßiger Blick in die Abfallbehälter des Penny Marktes

Dann erreichen wir den Wagen.
Gemeinsam betrachten wir die geschossenen Fotos. „Das sind Urlaubsfotos, ich wollte doch was über Aussteiger machen.“ jammert Franziska. „Ja was hast Du Dir denn vorgestellt? Wenn du Spaß dran hast kann ich die Karre ja mal in den Graben setzen. Dann machst du spitzen Bilder vom Ausbuddeln.“ „Das ist ja gestellt.“ Erhalte ich zur Antwort. „Wart mal ab“ sagte ich, und ich überlies es Franziskas Interpretation ob das nun ein Versprechen oder eine Drohung war.
Am nächsten Morgen stand duschen auf dem Programm. Bei so einer Bergwanderung kommt man mächtig ins Schwitzen und duschen ist auch voll Aussteiger mäßig. Zumindest dann, wenn man sein Wasser aus dem nahen Bach holt.

„Und? Aussteigerbild? Zeig mal her!“ Ich betrachtete die Bilder im Display von Franzis Kamera.

„Du, sag mal was ist denn das für ein roter Punkt zwischen meinen Beinen??“ „Äh, das ist die Stelle auf die ich scharf gestellt habe.“ bekam ich erklärt. Aha, darauf hat sie also scharf gestellt die gute Franzi. Wie gut das sie nur einen Fotoapparat und keinen Nacktscanner besitzt!
Am Vorabend erzählt mir die Frau noch etwas von gestellten Bildern, und heute lichtet sie mich ungeniert ab, wie ich Duschwasser für 2 Personen nach Hause trage.

Das kann selbst die Kuh kaum glauben. Sauber und reinlich bereite ich mich bei einer Schmuseeinheit mit meiner neuen Freundin darauf vor den Wagen aufzuräumen.

Wagen aufräumen! Ich hasse so etwas. Am besten geht es mit lauter Musik. Ich drehe am Lautstärkeregler meiner Anlage und beginne mitzusingen. Aus dem Augenwinkel beobachte ich wie Franzi das Diktiergerät anschaltet. Also wenn Du mich schon blamieren willst Mädel, dann auch richtig. Ich nahm ihr das Teil ab und nutze es als Mikrofon. Noch eine kleine Showeinlage für den visuellen Teil der Darbietung und mein Stativ war glücklich.
Franziskas Wein war am frühen Morgen echt eklig, da poste ich lieber mit meiner leeren Bierflasche. Aber dann, dann fing ich an zu arbeiten.
Teppich ausschlagen

und Wolldecken ausschütteln.

Das Fegen überließ ich dem weiblichen Teil der Schöpfung. Am Abend stand dann das Interview an. Ich bin noch nie Interviewt worden und fühlte mich dementsprechend wichtig. Aber ich muss zugeben dass ich mich ziemlich dämlich angestellt habe. Nur bei den Vorbereitungen konnte ich noch fachmännisch helfen. Meine Beleuchtung war zu schwach für Franzis Videofunktion. Also wechselte ich meine 5 Watt Stromsparbeleuchtung gegen einen 20 Watt Energiefresser.

Kurz darauf wurde ich gefilmt und meine Worte wurden aufgezeichnet.

Auch den Morgen des 10. Februars 2011 ließen wir recht häuslich angehen. Nach dem Frühstück stand als erstes Brennholzhacken auf dem Programm.

Um blöden Fragen vorzubeugen: Nein, normalerweise habe ich bei dieser Arbeit keine Haarbürste in der Gesäßtasche. Aber ich hatte mich kurz vorher gekämmt.

Da ich mit der Axt einige Male in den Dreck geschlagen habe und Franziska echte Aussteigerfotos haben wollte, widmete ich mich nach getaner Arbeit dem Werkzeugschleifen. Generator anschmeißen

Flex rauskramen und Funken sprühen lassen.

Phu ist das anstrengend! Zeit fürs Mittagessen.

Nein Scheki, das war eigentlich für mich.
Aussteigerfotos! „Komm Franzi, wir gehen waschen!“ Schmutzwäsche und Waschpulver wandern in den großen Rucksack. Mein Eimer wird in den Verschluss eingehackt. In der Hand noch eine Mülltüte. Wir kreuzen bestimmt einen Abfalleimer. Und los geht´s.

Kurz darauf erreichen wir den öffentlichen Wasserhahn.

Auf dem Rückweg noch mal eben schauen was es umsonst gibt

Nix, schon wieder Pech gehabt. Dann hänge ich meine Sachen zum trocknen ins Bad.

Was, der Tag ist noch nicht vorbei? „Komm mit, wir schießen ein Foto: Aussteiger_angelt.raw.“

Leider hatte ich auch beim Angeln Pech. Da ich es am nächsten Tag noch einmal versuchen wollte, beschloss ich die Angel nicht wegzuräumen sondern sie auf den Fahrersitz zu legen. Ich öffnete die Türe und … da fehlt doch was! Die Kettensäge! Wo ist die Kettensäge? Ich hatte sie doch in den Fußraum gelegt. Ich suchte überall, aber mein Fichtenmoped blieb verschwunden. Irgendein findiger Dieb muss sie gestohlen haben. Das muss ein Profi gewesen sein, denn er hat mein Fahrerhaus nicht nur aufgeschlossen ohne etwas zu beschädigen, nein er hatte auch noch die Nerven die Türe wieder abzuschließen. Ich bin mir ja im Klaren darüber, dass ein serienmäßiger Schließzylinder einer Autotüre kein größeres Hindernis darstellt, aber dass es so einfach geht, das hätte ich jetzt nicht gedacht. Meine schöne Kettensäge, ich hatte sie gerade erst repariert.
Am Abend wollten wir das Interview fortsetzen. Wir hatten gerade alles aufgebaut als es an der Türe klopfte. Draußen stand der Busunternehmer auf dessen Betriebsgelände wir parkten. Er war gerade aus Spanien zurückgekehrt und feierte nun mit seiner Familie. In seinen Händen hielt er zwei Becherchen Raki. Ein Gastgeschenk, wir waren eingeladen. Auch den darauf folgenden Abend verbrachten wir mit ihm, seiner Familie und seinen Mitarbeitern. An beiden Tagen gab es so etwas wie ein kaltes Buffet und Alkohol in rauen Mengen. Raki, Wodka, und den anderen hochprozentigen Krempel überließ ich Franziska, die kann das vertragen, und selbst begnügte ich mich mit Gerstensaft.

Meine Geschichte, die eh immer für Aufsehen sorgt und auch häufig nicht geglaubt wird klang diesmal noch unglaubwürdiger. „Ja also ich bin seit 4 Jahren mit meinem Wohnmobil unterwegs und das, das ist nicht meine Freundin, das ist ne Studentin die ihre Abschlussarbeit über mich schreibt.“ Unsere Gesprächspartner schüttelten die Köpfe. Ich glaube die fühlten sich irgendwie verarscht. Dabei haben wir nur die Wahrheit gesagt. Unsere neuen Freunde beschenkten uns reichhaltig. Jeder bekam eine neue Hose.
Franziska wollte einige Panoramabilder unseres Wohnortes knipsen.

Deshalb beschloss sie eine nahe gelegene Betonmauer zu erklimmen. Den Aufstieg schaffte sie mehr oder weniger problemlos. Dann saß die Gute in rund 4m Höhe auf der schmalen Betonmauer und kam nicht mehr herunter.

Ich holte die lange Hundeleine und erklomm ebenfalls das Bauwerk um mein Stativ abzuseilen.

Danach ließ ich die Kameras am Seil hinab und überlegte, wie ich selbst wieder hinunter komme. Es gelang mir ohne Knochenbrüche.
Anschließend stellte ich fest dass der Abfluss meines Spülbeckens nicht funktionierte. Eingefroren kann er nicht sein, dennoch scheiterten meine „Entsopfungsversuche“ mit dem Klostampfer. Da hilf nur eins: Schlauchleitung verfolgen und Fehler suchen!

Deutlich erkennt man den abgeknickten grünen Schlauch im „Keller“ meines Badezimmers. Vielleicht sollte ich den einfach mal vernünftig fixieren.
Den 12.2.2011 verbrachten wir in der Stadt. Wir schlenderten über Märkte, kauften uns ein Gogosi und entdeckten Außenbezirke die wir zuvor noch nicht besichtigt hatten. Vor einer großen Mauer blieben wir stehen. Sie stellte wohl so etwas wie ein Denkmal dar und wir versuchten die rumänische Informationstafel zu interpretieren. Ein freundlicher Herr erklärte uns, dass es sich um eine Gedenkstätte für die Insassen einer Gefängnisanlage handelt. Wir kamen ins Gespräch. Als wir dem Herrn erzählten dass wir Deutsche seien, bat er uns um einen Gefallen. Er habe ein deutsches Auto gekauft, mit einer abnehmbaren Anhängerkupplung. Er schaffe es aber nicht diese Kupplung zu entfernen. Die Betriebsanleitung sei in Deutsch und er könne sie nicht lesen. Also folgten wir dem freundlichen Herrn mit der Absicht seine Betriebsanleitung zu übersetzen. Die Übersetzung war einfach, aber auch meine Versuche scheiterten.

Entweder war das Schloss total verdreckt und der Schlüssel lies sich deshalb nicht drehen, oder der Verkäufer hatte versehentlich den falschen Schlüssel beigelegt was ich eher glaube. Später, Franziska nutze gerade die Toilette des MC Dreck, wurde ich von einem jungen Mann angesprochen. Er überreichte mir einen Flyer für eine gratis Kinovorführung. Der Film sei in Englisch lies er mich wissen und wir seien herzlich eingeladen. Gratiskino, warum auch nicht? Durch enge Gassen ging es Richtung Wagen

und am frühen Abend machten wir uns ohne Scheki auf den Weg ins Kino.
Pünktlich erreichten wir das Stadtzentrum, und wie vereinbart stand dort ein ortskundiger Guide der uns zum Kinosaal führen sollte. Wir staunten nicht schlecht, unser Guide war die junge Frau die den Kinderspielplatz für besonders sehenswürdig hielt. Nach einem 20 Minuten Marsch erreichten wir so etwas wie ein Gemeindehaus. Wir waren ein wenig spät dran und der Film hatte schon begonnen als wir den Saal betraten. Schnell hinsetzen und Klappe halten. Der Film hieß: „Fireprof“ und handelte von einem Feuerwehrmann mit Eheproblemen. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut, hätte ich gesagt. Mulmig wurde uns erst nach Ende der Vorstellung. Ein junger Mann betrat die Bühne und hielt eine emotionsgeladene Rede in rumänischer Sprache. Unser Kinderspielplatz Guide fing an zu übersetzen. „Für eine vor Gott geschlossene Ehe müsse man kämpfen. Eine Ehe sei heilig. Man könne sie nicht einfach so wegwerfen!“ Der rumänische Redner hob drohend die Faust und wenn ich seine Worte nicht übersetzt bekommen hätte, hätte ich geglaubt er frage die Anwesenden ob sie den totalen Krieg wollen. Anschließend erhoben sich die Versammelten zum gemeinschaftlichen Gebet. Uns war unwohl zu Mute, wir wussten nicht wo wir hier gelandet waren. Ein Gottesdienst schaut anders aus, die emotionsgeladene Rede des Rumänen wirkte auf uns feindselig. Eine Sekte? Scientology? Ku klux klan? Auf jeden Fall nichts vergleichsweise harmloses wie die evangelische Kirche oder Zeugen Jehovas. Der Redner war ein kleiner Hitler der die Weltherrschaft an sich reißen wollte. Das war zumindest mein Eindruck. Wir waren froh, als die Veranstaltung vorbei war, und wir das Weite suchen konnten.
Am nächsten Tag trennten sich unsre Wege. Franziska wollte in aller Ruhe ihre Bilder betrachten und ihre Audios hören. Ich hingegen machte mich auf den Fußmarsch zum Tierheim. Ich folgte der Wegbeschreibung die ich aus dem Internet hatte. Nach rund 2 Stunden Marsch erreichte ich den Wegweiser auf welchem laut Wegbeschreibung „Tierheim“ stehen sollte. „Tierheim“ stand dort nicht, dafür las ich die Worte: „Ute Langenkamp Assoziation“. Glücklicherweise konnte ich mich noch an den Namen erinnern so dass ich wusste dass ich hier links abbiegen muss. Ungezählte Tiere kamen mir entgegen. Den Wegesrand säumten Hundehütten und Futterstellen. Einen knappen Kilometer folgte ich dem Waldweg, dann stand ich vor den Pforten des Heims.

Ein junger englischsprachiger Tierarzt erklärte mir, dass Frau Langenkamp derzeit nicht anwesend sei und erst in einigen Tagen zurückerwartet würde. Anscheinend war niemand über mein Kommen informiert worden, und so machte ich mich unverrichteter Dinge wieder auf den Rückweg.
Am Abend, Franziska hatte das Sichten ihres Materials immer noch nicht ganz abgeschlossen, machte ich mich noch einmal alleine auf den Weg zum Wasserhahn. Tja Franzi, da haste ein Motiv verpasst. Aussteiger_findet_No_Budget_Klamottenladen.raw.

Noch zwei weitere Tage bleiben wir unsrem Parkplatz treu. Es werden noch einige Bilder wie Aussteiger_schleift_Taschenmesser.raw,

Aussteiger_kuschelt_mit_Aussteigerhund.raw

oder auch: Was_kostet_die_Welt.raw geknipst.

Eine lustige Geschichte kann ich noch zu dem Bild: Aussteiger_findet_Geld.raw

erzählen. Wir gingen am frühen Abend durch die Stadt und passierten einen Kaffeeautomaten. Ich ging darauf zu und sprach die Worte: „Du willst doch Aussteiger Bilder! Hier kannst du Aussteiger_findet_Geld.raw fotografieren.“ Noch während ich meine Hand in den Geldrückgabeschlitz steckte konterte meine Begleitung mit Worten wie: „Das ist doch gestellt. Bildzeitungsmethoden!“ Und „da findet man doch eh nix!“ „Ach ja!“ Erwiderte ich und zog knapp 2 Lei Kleingeld aus dem Automaten. Ungläubig zückte Franziska die Kamera und fotografierte was das Zeug hält. Extra für das Bild hab ich noch einmal meine Hand in die Maschine gesteckt, jetzt ist das Bild gestellt. Aber das macht nix, beim ersten Mal sah das nicht viel anders aus. Wenn ich alleine unterwegs bin passiere ich so gut wie keinen Automaten ohne sein Geldrückgabefach zu kontrollieren. Die Erfolgsquote ist zwar recht mager, aber in einer Großstadt kommen doch 2 oder 3 Euro die Woche zusammen. Wenn ich von jemandem begleitet werde, ist mir das allerdings zu albern. Meistens findet man ja eh nix und die Begleitung hat nur in den seltensten Fällen Verständnis dafür wenn man ständig die Straßenseite wechselt nur um in den Automaten zu gucken. Auch fällt mir in Begleitung sehr selten die Münze aus dem Einkaufswagen auf den Boden so dass ich mich bücken kann um ganz unauffällig einen Blick unter die Wägelchen zu werfen um nach weitern verlorenen Münzen Ausschau zu halten. Das sind halt Dinge die man nur alleine macht.
Am 16.02.2011 klappte ich erst meine Treppe

und startete anschließend den Motor.

Kurz darauf musste ich dem Gegenverkehr ausweichen

und abermals einige Sekunden später stoppte ich noch einmal an der Mülltonne.

Von dort ging es ohne Unterbrechung bis zum Supermarkt.
Wie ich es immer mache, rollte ich auch diesmal das Einkaufswägelchen bis vor die Haustüre,

erklärte meinem Hund dass er brav drinnen zu bleiben hat, und stapelte die Einkäufe auf der Fußmatte.

Von dort kann ich sie in aller Ruhe in die Vorratschränke packen. Nach einem gemütlichen Mittagessen geht es weiter. Kurz darauf parkt meine mobile Wohnung vor dem Tierheim „Assoziation Ute Langenkamp“.
In der Nacht beginnt es erneut zu schneien. Es war so schönes T-Shirt Wetter, doch jetzt liegen die Temperaturen wieder weit unter der Null Grad Marke. Nicht schlimm, wir haben eh viel innerhalb des Wagens zu tun. Das Interview ist immer noch nicht vollständig aufgezeichnet und bei unserer Arbeitsmoral dauert das auch ein bisschen. Weil viel mehr gelacht wird als ernsthaft zu interviewen. Franziska bekommt fast die Krise als ich ihre Festplatte mit meinem Computer verbinde um ausnahmslos alle geschossenen Fotos zu kopieren. „Das sind original RAW Dateien, die gibt man niemals aus der Hand.“ erklärt mir meine Begleitung. „Ich schick dir JPG´s wenn ich wieder zuhause bin.“ „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Mir ist ziemlich egal was man macht und was man nicht macht. Ich hab Dir geschrieben ich bekomme die Bilder und die bekomme ich jetzt solange Du noch in Reichweite bist.“ Nach einer recht zähen Diskussion wandern über 80 Gigabyte Daten von der einen auf die andere Festplatte. Es werden noch einige Bilder geknipst wie Aussteiger_schneidet_Fußnägel.raw

Aussteiger_kontroliert_ob_Schnee_auf_den_Solarzellen liegt.raw

Oder Aussteiger_entleert_Fäkalientank.raw

Am Nachmittag des 18.Februar 2011 machen wir uns auf, nach Pitesti zu laufen. Franziskas Arbeit ist abgeschlossen, sie möchte sich ein Heimfahrtticket kaufen. Dann ging alles ganz schnell. Franziska knipst ihr letztes Foto. Aussteiger_guckt_Krutzifixe_in_Auto.raw

Und kurz vor 18 Uhr erreichen wir das Büro der Eurolines Busgesellschaft. Nach knapp 15 Minuten kommt Franzi aus der Agentur und hält ein Ticket in den Händen. Morgen früh um hab acht geht ihr Bus. Unsre gemeinsame Zeit beträgt nur noch wenige Stunden. Ich entsorge die Abwasserbombe auf der MC Dreck Toilette und dann machen wir uns auf, ein preisgünstiges Restaurant zu suchen. Franzi möchte mich zum Abschied gerne zum Essen einladen. Wir finden eine Pizzeria. Ein Blick auf die Speisekarte, dann bestellen wir 2 Pizzen, ein alkoholfreies Bier, ich muss ja noch Autofahren, und ein Glas Wein für Franzi. Kurz darauf kommen unsere Getränke. Deutlich haben wir auf die Speisekarte gezeigt und ein Glas Wein für 2,5 Lei bestellt. Was aber bringt der Ober? Eine ganze Flasche von diesem alkoholhaltigen Traubensaft. Wir werden misstrauisch. Ich zeige auf die Flasche und abermals auf die Speisekarte. Der Ober deutet ebenfalls auf die Speisekarte. Aber nicht auf die Stelle wo das billigste Getränk angeboten wird, sondern auf die Stelle wo das teuerste Getränk angeboten wird. Eine Flasche Wein für über 50 Lei. Ich schüttele den Kopf und deute auf das andere Getränk. Die Flasche ist bereits entkorkt und die Situation droht zu eskalieren. „Komm Franzi, wir hauen ab!“ Ich stehe auf, ziehe meine Jacke an und Franziska folgt meinem Beispiel. Ohne unsre Getränke angerührt zu haben verlassen wir das Lokal. Zwei Mitarbeiter folgen uns. Sie reden irgendetwas von „Polizia“ wir hingegen gehen unbeeindruckt weiter. Ein Mann fast mich an die Schulter und versucht mich festzuhalten. „Don´t touch me! Help! Help! Criminals!“ schreie ich und der Herr lässt von mir ab. Franziska ist erstaunt: „Das Du so schnell auf 180 kommst hätte ich jetzt nicht gedacht.“ „Ich bin zu lange unterwegs um mich so plump bescheißen zu lassen. Was willst Du? Hat doch geklappt!“ Ohne weiter verfolgt zu werden wandern wir Richtung Auto und stoppen noch einmal kurz an einer Dönerbude. Ein Restaurantbesuch ist das nicht, aber zumindest werden wir hier nicht über das Ohr gehauen. Zurück am Wagen räumen wir fahrfähig. Dann starte ich mein Vehikel um Franziska zum Bus zu bringen. Als wir den Busbahnhof erreichen ist es bereits 4 Uhr in der Früh. Wenn wir jetzt schlafen gehen verpennen wir den Bus. Also brühe ich einen Kaffee und wir vertreiben uns unsre letzten Stunden mit Backgammon und Gesprächen. Pünktlich um halb 8 steigt Franzi in den Bus.

Ich bin wieder alleine und lege mich schlafen.
Am Ende dieses Berichtes noch das Video das Franziska über mich erstellt hat und im Rahmen ihrer Abschlussprüfung präsentierte:

Dieses Video wurde leider noch nicht fertig gestellt.

Sowie ein Downloadlink zu Franziskas „Kontaktbögen“. Einer PDF Datei die die digitalisierten Bilder enthält welche Franzi mit der lustigen Museumskamera geschossen hat.


Weiter geht es im Tierheim Pitest.

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Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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