... mit dem Wohnmobil

Schnell erreichte ich Tamaciu, den Ort wo ich vor weit über einem Monat Mexi gefunden hatte. Diesmal parkte ich nicht am Fahrbahnrand um den Weg zu Fuß zu erkunden. Ich kannte mich schon aus und bog im Stadtzentrum rechts ab. Vorbei an der kleinen Kirche an der ich schon zu Fuß vorbeigelaufen war und dann passierte ich den Wegweiser Richtung Sadu. Von dort an befuhr ich wieder Neuland, hier war ich noch nie.
Kurz hinter Sadu setzte dann die Dämmerung ein. Ich hatte mich zu lange mit dem dummen Taschencomputer aufgehalten. Schnell war es stock finster. Die Strasse führte nicht steil bergan, aber kontinuierlich. Mit jedem Meter den ich mich vorwärts bewegte wuchs die Schneemenge am Fahrbahnrand. Die Strasse war viel zu schmal für meinen Truck. Vor allem jetzt, wo ein gutes Drittel der Strasse durch Schnee unbenutzbar wurde. Die Strasse selber war zwar geräumt, aber der Räumdienst hielt es nicht für notwendig die Schneemassen bis in den Strassengraben zu schieben. Nein, er stapelte sie links und rechts am Fahrbahnrand so dass einem gar nichts anderes übrig blieb als die durchgezogene Mittellinie als Leitmarkierung zu benutzen. Würde ich einen Mercedes mit Motorhaube und Stern fahren, ich hätte sie prima anvisieren können.
Noch 14 Kilometer bis Rau Sadului entnahm ich einem der wenigen Randsteine die nicht im Schnee versunken waren. Rau Sadului ist dann auch ohne Schnee zu schmal für meinen Truck. Links und rechts pressen sich kleine Wohnhäuser an die Gehweglose Fahrbahn. Ihre Bewohner parken unmittelbar vor ihren Häusern und schaffen so eine sich ständig verändernde Slalomstrecke. Kilometerlang zieht sich der Ort, immer wenn man glaubt man habe ihn verlassen tauchen plötzlich und unerwartet hinter der nächsten Wegbiegung wieder ein paar weihnachtlich beleuchtete Häuser auf. Vor allem Hotels und Pensionen.
Genauso plötzlich und unerwartet wie diese verstreuten Häuser auftauchen endete plötzlich die Asphaltdecke. Die Strasse, die jetzt nur noch den Namen Weg verdient, war von einer festgefahrenen und übererfroren Schneeschicht bedeckt. Ich stieg aus und überprüfte die Fahrbahnverhältnisse. Schlittschuhe währen hier das Verkehrsmittel erster Wahl. Aber was soll man machen? Ich habe noch nie ein Wohnmobil auf Schlittschuhen gesehen. Ich fahre weiter. Schneekristalle glitzern im Schein meiner Fernlichtlampen. Tiefe Spurrillen leiten meinen Truck wie auf Schienen. Immer wenn dir Räder versuchen aus diesem Leitsystem auszuscheren rutschen sie auf der vereisten Oberfläche automatisch zurück. Ich spüre wie das Heck meines Wagens hin und herschlingert und denke: Hoffentlich geht es nicht steil bergauf! Eine scharfe Rechtskurve, dann wieder Lichter. Was ist das? Ein riesen Zaun mit Stacheldraht, alles tag hell erleuchtet. Ein Militärgebiet? Aber nein, es handelte sich um ein Umspannungswerk. Wahrscheinlich handelt es sich nicht nur um ein Umspannungswerk sondern um ein ganzes Kraftwerk. Wasserkraft, ich werde das erkunden gehen.
Ich ließ das in die Natur eingebettete Industriegebiet hinter mir und fuhr noch einmal gut und gerne 5 Kilometer tief in den Wald hinein. Dann stoppte ich den Wagen und betrachtete die Tragfähigkeit einer Parkfläche. Müsste OK sein! Ich ließ den Wagen einige Meter rückwärts rollen, scherte rechts ein und wollte auf dieser Parkfläche parken.
Wollte, den so einfach ging das nicht. Meine Vorderräder taten zwar das was ich wollte aber meine Hinterräder nicht. Die kamen nämlich nicht aus den Spurrillen raus. Ich stand quer auf der Fahrbahn und das Heck meines Wagens rutschte mit jeder Reifenumdrehung weiter bergan. Somit stellte ich mich immer querer. Ich versuchte es Rückwerts. Jetzt rutschte mein Fahrzeug talwärts und zwar fast im 90° Winkel zur eigentlich erwünschten Fahrtrichtung.
Ich stand schon kurz vor einem Nervenzusammenbruch (jetzt, mitten in der Nacht bei Minusgraden war es wirklich das Letzte was ich brauchen konnte mit meinem Truck eine ganze Fahrbahn in beide Fahrtrichtungen zu blockieren) als der Kahn so weit zurückgerutscht war das die Räder wieder packten und die Front aus dem Tiefschnee ziehen konnten.
Es kostete mich zwei weitere Anläufe bis mein Wagen endlich da parkte wo ich ihn parken wollte.

Bild: Wohnmobilstellplatz Parcul Natural Cindrei

Geschafft! Eigentlich will ich noch weiter, aber es wird wohl besser sein die Strecke erst einmal zu Fuß abzulaufen bevor ich 7,5 Tonnen in sie hineinsteuere.
Neben mir fließt die Sadu, der kleine Gebirgsbach welcher noch einmal 10 Kilometer von hier entfernt dem "Lacul Gatu Berbecului" entspringt. Den kleinen See, der eingeschlossen zwischen meinen beiden 2000ern liegt. Dort wollte ich eigentlich hin. Nein, eigentlich wollte ich noch ein Stück weiter. Ich wollte bis zu der Passbrücke "Pasul Steflesti" auf 1552Metern Höhe. Aber ich glaube das kann ich mir um diese Jahreszeit abschminken. Schade, denn von dort wären es nur noch wenige Kilometer bis zur C67, der Strasse die mich weiter Richtung Skandinavien führen soll. Wirklich schade, den dort gibt es bestimmt auch tolle Wanderwege. "Parcul Natural Cindrei", ich finde das hört sich viel versprechend an.
Von hier habe ich allerdings mindestens 15 Kilometer Annweg bis zu der Stelle von der ich in den Naturpark wandern könnte. Wenn es mir nicht gelingt meine Wohnung näher zu diesem Ort zu fahren, dann kann ich mir das wohl abschminken.
Egal, bei Tageslicht! Jetzt heißt es erst einmal einheizen. Während der Fahrt ist mein Wohnraum auf unangenehme 5 Grad abgekühlt.
Als es langsam wärmer wird setze ich mich mit einem Kaffe vor den PC. Und, was stelle ich fest? Hier gibt es kein Handynetz! Da bezahlt man viel Geld für mobiles Internet und sobald man die Großstadt verläst muss man feststellen dass das Internet gar nicht so mobil ist wie sein Ruf. Hier ist es jedenfalls nicht. Hätte ich das gewusst, ich wäre noch einen Tag bei Penny stehen geblieben. So gehe ich enttäuscht zu Bett und verschlafe den Jahreswechsel.
Heute, am 1.Januar 2013 sitze ich seit 11 Uhr vor dem Rechner. Zwischenzeitlich war ich ein wenig Brennholz suchen, wenn man mitten im Wald steht muss man ja nicht an seine Reserven und obendrein habe ich einen kleinen Gipfel erklommen in der Hoffnung dort ein Paar Handystrahlen zu finden. Leider fand ich sie nicht.
Morgen, am 2. Januar 2012 werde ich dann wohl auch nicht in die Berge gehen und auch nicht den Weg Richtung Naturpark begutachten, sondern ich werde zurück nach Rau Sadului laufen. Dort gibt es bestimmt Handynetz und sollte es das nicht geben, dann gibt es W lan.
Scheiße, hätte ich das gewusst, ich wäre noch einen Tag bei Penny stehen geblieben.

Dichte, graue Nebelschwaden verhüllten die Bergmassive die sich zur linken und rechten Seite meines Trucks erhoben als ich am späten Nachmittag des 5. Januars 2013 meinen Motor startete um das Gebiet des Naturparks Cindrei zu verlassen.
Eigentlich wollte ich länger geblieben sein, aber widrige Umstände zwangen mich dazu das Gebiet bereits nach 4 Tagen zu verlassen.
Bereits am Vortag hatte ich noch einmal meine Holzreserven aufgefüllt und als ich jetzt aus dem wohlig beheizten Wohnraum kletterte sah ich diese Nebelbänke die alles in einem tristen Grau in Grau verschleierten.
Was heißt alles? Ich hatte gute Sicht. Die Nebelbänke begannen erst oberhalb meines Trucks. Und zwar etwa einen Meter oberhalb meines Trucks. Darunter war die Sicht klar und oberhalb dieser, wie mit dem Lineal gezogenen Linie, betrug die Sichtweite wohl keine 2 Meter.
Ich hätte es wirklich gerne fotografiert, aber es ging nicht.
Fangen wir vorne an:
Wie ich es mir vorgenommen hatte packte ich am Morgen des 2. Januars meine sieben Sachen zusammen um zurück nach Rau Sadului zu laufen und eine Internetverbindung zu suchen.
Mein Weg führte mich über die spiegelglatte Fahrbahn des kleinen Weges den ich am Tag zuvor hinaufgeschlingert war. Ob es sich bei dem Kraftwerk jetzt wirklich um ein Kraftwerk oder doch nur um ein Umspannungswerk handelte konnte ich leider nicht herausfinden.
Anfänglich war der Weg sehr schön. Genau bis zu dem Punkt wo der Asphalt begann, also etwa die ersten 5 Kilometer.
Schon kurze Zeit später erreichte ich die ersten Häuser. Doch mein Handy hatte immer noch keinen Empfang. Ich lief weiter und erreichte gegen Mittag das "Stadtzentrum".

Bild: Rau Sadului

Aber auch hier gab es keinen Handyempfang. Selbst an den Stellen nicht an denen ich klar und deutlich Sendemasten erkennen konnte.

Bild: Rau Sadului 2

Ich durchquerte den lang gezogenen Ort bis zu dessen Ortsausgang. "Sadu 15Kilometer" las ich dort auf einem Hinweisschild. 15 Kilometer wollte ich aber nicht mehr laufen, also trat ich den Rückweg an und scannte nach einem WiFi Netzwerk. Erfolglos!
Gegen 17 Uhr 30, etwa mit Einbruch der Dämmerung erreichte ich die Stelle an der die Asphaltstrasse in den unbefestigten Eisweg übergeht. Noch 5 Kilometer, dann bin ich daheim. Ich hatte Hunger. Ich hatte kein Lunchpaket eingepackt. Schließlich war ich aufgebrochen um in einen Ort zu wandern und ich war davon ausgegangen in einem Ort irgendwo ein Brot erwerben zu können. Aber da hatte ich mich getäuscht.
Schon bald war es stock finster und ich tat einen falschen Schritt auf der spiegelglatten Fahrbahn des unbefestigten Weges.
Plumps, da lag ich auf dem Boden. Nicht weiter schlimm, nur ein blauer Fleck.
Dachte ich!

Ich hatte also kein Internet gefunden. Scheiß egal, ich bin zwar Netzjunkie, aber ganz so schlimm ist es dann auch nicht. Das Internet wird ohne mich leben können.
Am nächsten Morgen machte ich mich auf herauszufinden ob es möglich ist mit meinem Wagen höher in den Wald hinaufzufahren.
Bis zu meinem Wohnort führten frische Wagenspuren durch die dünne Schicht Neuschnee die in der Nacht gefallen war. Aber alle Spuren endeten an dieser Stelle. Alle Fahrzeuge wendeten an der Weggabelung an der ich Quartier bezogen hatte. Niemand fuhr weiter; tiefer in die Einsamkeit hinein.
Über Kilometer waren meine Fußspuren die ersten und einzigen in dem frischen Schnee.
Aber ich schätze ich wollt zu dieser Wanderung mitkommen oder?

Tja, ich hätte euch gerne mitgenommen, das hab ich ja schon so oft gemacht. Aber diesmal habt ihr Pech, ich kann euch nicht mitnehmen. Ich hatte das eigentlich vor gehabt, aber dass es nicht geht bemerkte ich bereits 5 Minuten nachdem ich zu dieser Tour aufgebrochen war. Ich kletterte in das Bachbett hinab um ein Foto von den bizarren Eisformationen zu schießen die die Natur hier geschaffen hat. Der Bach war fast von einer geschlossenen Eisdecke überzogen, nur vereinzelt gab es Lücken in dieser Eisdecke. Wenn man durch eins dieser Löcher hindurchblickte konnte man sehen dass das Eis nicht etwa direkt auf dem Wasser lag. Nein, zwischen Eis und Wasseroberfläche lag eine Luftschicht von gut und gerne 20 cm. Die Sadu war sozusagen von einer Eisschicht überdacht. Kleine Wasserfälle waren zu stummen Skulpturen erstarrt; Eiskristalle überdeckten aus dem Wasser herausstehende Felsen. Genau diese Eindrücke wollte ich fotografieren und als ich den kleinen Schalter meiner Kamera umlegte um sie einzuschalten zeigte mir der Bildschirm die Fehlermeldung: "Bitte schalten sie die Kamera aus und wieder ein"
Ich tat worum mich das Gerät bat. Aber mein Handeln war nicht von Erfolg gekrönt. Ich war am Vortag genau auf die Kameratasche gefallen, der Fotoapparat war kaputt! Das Objektiv bewegte sich keinen Millimeter. Scheiße verdammte!
Ohne Fotoknipse marschierte ich berg an. Schon bald realisierte ich dass hier an ein fortkommen mit meinem Truck nicht zu denken ist. Die gemütliche Steigung die ich empor gefahren war erreichte schon bald zweistellige Prozentwerte. Unter der dünnen Schicht Neuschnee war auch hier die alte Schneedecke angetaut und spiegelglatt überfrohren. Die reinste Schlitterpartie.
Irgendwann erreichte ich wieder Häuser. Mitten im nirgendwo. Rechtsseitig ein halb verfallenes Blockhaus, und links ein eingezäuntes Areal mit Steinhäusern. Eine Informationstafel in rumänischer Schrift gab darüber Auskunft das hier, jetzt hab ich es vergessen, 63Milionen?? Kubikmeter Wasser gespeichert sind. Einen See entdeckte ich aber nicht.
Hinter den Häusern gabelte sich die Strasse. Das was auf meiner Landkarte noch eine Nummer hat teilte sich hier in 3 unausgeschilderte Abzweigungen. Selbst wenn es mir gelungen wäre hier hinaufzufahren, ich hätte nicht gewusste in welche Richtung ich hätte weiterfahren sollen. Ich folgte allen Wegen einige Hundert Meter und dann machte ich mich auf den Rückweg.
Am nächsten Tag bewanderte ich dann den anderen Weg, den in welchem all die Autos wendeten. Aber auch diese Wanderung war ein stumpfsinniges Hin- und Hergehen. Genau wie am Vortag fand ich zwar Wanderzeichen, aber ich konnte ihnen nicht folgen. Der schmale Pfad war unter der Schneedecke nicht zu erkennen. Beim Versuch ihn zu finden versank ich bis zum Schienbein in Tiefschnee.
Ohne Internet, ohne Fotoapparat und ohne Wandermöglichkeit beschloss ich somit am 5. Januar das Weite zu suchen.
Ich fuhr bis kurz hinter Sadu. Dort gab es wieder Internet und ich verbrachte die Nacht vor dem PC.
Am nächsten Morgen führte mich mein Weg noch ein Letztes Mal zurück nach Sibiu. Um genauer zu sein bis zu der großen Shopping Mal kurz vor dem Ortseingang. Dort gab es Elektronikmärkte die wohl Fotoapparate führen würden. Wie gut dass ich den blöden Taschencomputer nicht gekauft hatte, denn dann hätte ich jetzt kein Geld mehr für eine neue Kamera. So aber war ich liquide.
Lange verglich ich die Geräte in den 2 verfügbaren Märkten. Herrlich, man kann stundenlang auf den Knöpfchen der ausgestellten Dinger herumdrücken und kein Verkäufer fragt ob er einem helfen kann. Ich suchte die Apparate heraus die meinen Vorstellungen entsprachen. Sprich Batterien und kein Akku, SD Speicherkarte, große Linse, zentrierte Stativaufnahme, gescheiter An- und Ausschalter. Die Dinge halt die ich schon in meinem Reisebericht mit der Wohnmoilneulackierng beschreibe. Leider erfüllte kein Gerät alle meinen Anforderungen und leider gab es hier auch nicht so tolle Gebrauchtwarenhändler wie in Varna. Ich würde wohl ein neues Gerät kaufen müssen.
Irgendwann hatte ich Produktdaten von rund einem Dutzend Geräten notiert. Ich ging zurück zu meinem Wagen, lud mir die deutschsprachigen Bedienungsanleitungen als PDF herunter und las. Am Ende entschied ich mich für eine Nikon Coolpix L610 aus dem Angebot für … ich mag gar nicht dran denken, für umgerechnet 160Euro!
Es war richtig schwierig einen Verkäufer zu finden, aber als ich endlich einen hatte sagte ich: "I like to buy this came." Und dann ging alles sehr schnell. Einen Preisnachlass konnte ich leider nicht heraushandeln, dafür gab es aber eine Fototasche und ein 230Volt Batterieladegerät nebst Akkus gratis dazu. Auf meine kurze Frage füllte mir der Verkäufer sogar die beiliegende internationale Garantierkarte aus.
Vor dem Geschäft dann ein kurzer Test, Kamera geht und dann ging es augenblicklich weiter.
Vom Penny Parkplatz runter und links. An der Ampel dann nach rechts, weil ich nicht schon wieder verbotener weiße durch das Stadtzentrum fahren wollte. Ich verlor den Weg, die Umgehungsstrasse für Fahrzeuge über 3,5tonnen war nicht ausgezeichnet. Nach rund 30 Minuten befand ich mich in Cisnadi. Hier kannte ich mich aus. Ich fuhr vorbei am Tierheim, bog an der Schnellstrasse links ab, ließ Penny rechts liegen, ignorierte das blöde Durchfahrt Verboten Zeichen und befand mich kurz darauf auf der Ausfallstrasse Richtung Cluje.
Ich trat aufs Gas. Diese Strecke war ich schon vor Monaten mit meinem eigenen Truck gefahren und dann noch ein paar Mal mit dem Mietwagen von Papa. Ich wollte hier weg, wollte in eine mir unbekannte Gegend.
Streumittel wurde von meinen Reifen aufgeschleudert und prasselte deutlich vernehmbar in meinen Radkästen. Rostbeschleuniger!
Wenigstens war die Strasse frei. Nach rund 80 Kilometern, ich hatte Sebes hinter mir gelassen und war rechts auf die E81 abgebogen, glaubte ich unbekanntes Terrain erreicht zu haben. Eine Brücke führte über einen Fluss, unmittelbar dahinter ging links ein unbefestigter Weg ab der den Fluss begleitete. Ich beschloss auf dieser Route einen Wohnort für die nächsten Tage zu finden was ich dann auch tat.

Geile Kamera oder?? Scrollt mal links - rechts
Aber ganz so einfach war die Sache dann nun doch wieder nicht. Denn ich wollte meine Tür und mein Fenster natürlich Richtung Fluss ausrichten. Meine Fahrtrichtung war aber andersherum. Also war wenden angesagt. Ich fand auch sehr schnell eine Stelle die mir geeignet erschien. Also, ganz an den rechten Fahrbahnrand heranfahren, Lenkrad voll einschlagen und vorfahren. "Knacks" Was war das? Ich legte den Rückwertsgang ein und mein Wagen bewegte sich keinen Millimeter.
Meine Vorderräder waren ins Eis eingebrochen.

Bild: Wohnmobil in Eis eingebrochen

Die Hinterräder standen ebenfalls auf Eis und brachten so nicht die Kraft auf die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Zuerst versuchte ich das Eis durch Lenkbewegungen aufzubrechen. Aber das Gummi verschob sich dabei dermaßen auf der Felge das ich Angst hatte meine schönen neuen Reifen zu ruinieren. Dan versuchte ich es mit vor und zurückschaukeln. Ebenfalls erfolglos.
Recht ratlos begutachtete ich die Situation als ein freundlicher Herr dahergelaufen kam der mir anbot es mit schieben zu versuchen. Der arme Kerl schob wie ein blöder. Leider erfolglos bei 7500 Kilogramm Gewicht. Aber, der Kerl war Trucker und gar nicht mal auf den Kopf gefallen. Zusammen schaufelten wir Erdreich vor meine Hinterräder. Dann versuchten wir es erneut mit "rausschaukeln". Auch dieser Versuch sollte nicht erfolgreich verlaufen aber immerhin fanden die Räder jetzt so viel Gripp das sie die Vorderräder um ca. 1/3 aus dem Eis ziehen konnten. Es kostet mich ein Paar Versuche bis es mir gelang genau im passenden Moment, genau in dem Moment wo die Karre am höchsten steht, meinen Fuß vom Gas auf die Bremse zu setzen und den Wagen so in seiner unsichern Position zum Stillstand zu bringen. Dann unterfütterten wir die Vorderräder mit Steinen. Sehr vorsichtig, immerhin war uns beiden klar dass die Karre jeden Augenblick - bei dem kleinsten Windstoß, bei der leisesten Berührung - zurück in das Loch rutschen kann. Aber, rund 10 Minuten später standen wieder alle 4 Räder auf festem Grund und ich konnte meinen neuen Wohnort beziehen.
Echt schön hier:
Die nächsten Tage ging ich die Stadt erkunden.
Ich staunte nicht schlecht als ich nach rund 40 Minuten Marsch das Zentrum erreichte. Von wegen unbekanntes Terrain. Ich war in Alba lulia. Hier war ich schon! Mit meinem Vater zusammen. Damals sind wir 80 Kilometer hier her gefahren um nach, ich müsste es jetzt nachlesen, rund 20 Minuten wieder zu fahren weil es hier "scheiße" ist.
Dabei hatten wir den historischen Stadtkern gar nicht erreicht. Wir waren nur unten an der Hauptstrasse. Der historische Stadtkern liegt hinter bzw. oberhalb der riesigen Festungsanlage. Genau da wo ich ihn vermutet hatte. Aber der Weg dorthin war meinem Vater zu weit und zwischen den Mauern war ja nix los und außerdem waren wir hungrig. Tja, wären wir noch 500 Meter weiter gelaufen, wir hätten das Zentrum erreicht. Sind wir aber nicht.
Der historische Stadtkern ist autofrei und dazu auch noch frei von Geschäften. Nahezu zumindest. Ein paar wenige Autos gibt es schon und es findet sich auch hier und da ein Restaurant. Aber kein einziger Mobilfunkladen und auch kein Friseur. Noch nicht einmal eine Apotheke ist innerhalb der Festungsanlage zu finden.
Dafür ist die fast fertig restaurierte Anlage gigantisch. Rund um den historischen Kern wurde in vergangenen Tagen ein gut und gerne 50 Meter breiter Graben ausgehoben. Zu beiden Seiten wurde der Graben mir roten Ziegelsteinen befestigt. Potenzielle Angreifer hätten erst rund 20 Meter in die Tiefe springen müssen um anschließend wieder 20 Meter in die Höhe zu klettern. In der Zwischenzeit hätte man sie dann bestimmt mit heißem Pech übergossen oder ähnliches. Pech für die Angreifer eben.
Heute ist das Gebiet zwischen den Mauern parkartig angelegt.

Bild: Alba lulia

Oberhalb der Mauern gibt es dann ein paar Wohnhäuser, wenige Restaurants, Museen und vor allem Kirchen. Man sieht das ja auf den Bildern.
Derzeit gibt es auch einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Eislaufbahn. Der dort angebotene Glühwein war mir allerdings zu teuer. 8 Lei, die spinnen doch!
Zahlreiche Tunnel führen durch das alte Mauersystem. Viele sind für die Öffentlichkeit begehbar, aber ich schätze die Meisten, die wirklich interessanten, liegen hinter verschlossenen Türen. Aber auch wenn es in den Tunneln nichts Besonderes zu entdecken gibt finde ich sie sehenswert.

Bild: Tunnel Alba lulia

Ein helles Licht am Ende des Tunnels. Wer da durchgeht, der fühlt sich wie gestorben. Auch die Einkaufsstrasse von Alba lulia ist autofrei.

Bild: Fußgängerzoe Alba lulia

Sie liegt direkt hinter dem alten Stadtkern, davon getrennt nur durch einen Park und eine Hauptverkehrsstrasse. Wenn man bis zur Mitte der Strasse läuft und nach Links blickt, dann schaut man auf einen prunkvollen Gottespalast und wenn man sich umdreht und nach rechts blickt, dann schaut man auf einen weiteren, ebenso verschwenderisch gestalteten Tempelbau.
Ich versuchte auch bis in die Berge vorzudringen die man von meinem Wohnort sehen kann. Aber das Gebiet das ich erreichte war nicht unbedingt der Bringer.

Bild: Umgebung Alba lulia

Ein echter Pluspunkt für diesen Parkplatz sind die Brennholzvorräte die der Fluss anspült. Staubtrockenes, hochwertiges Brennholz.

Bild: Brennholz

Morgen werde ich davon noch einmal große Mengen bunkern, und ich denke dann geht es weiter. Cluje entgegnen.

Am nächsten Tag bunkerte ich kein Brennholz. Als ich gegen 12 Uhr am Morgen erwachte kochte ich eine Tasse Kaffe und schaltete den PC an. Bereits am Vorabend hatte ich den Wagen fahrfähig geräumt. Er war sauber gewienert, man konnte sich richtig wohl fühlen. Meinen Hund ließ ich einfach vor die Türe, hier ist ja nix.
Als ich von draußen ein zaghaftes Bellen vernahm und mein vierbeiniger Freund mir somit zu verstehen gab das er wieder hinein wollte musste ich feststellen das bereits die Dämmerung eingesetzt hatte.
Ich hab echt den ganzen Tag vor dem PC verbracht, hab in einigen Foren gelesen, einmal die Nachrichten geschaut und ähnliche Dinge. Wie schnell doch die Zeit vergeht.
Aber am 12., am 12. Januar sägte ich Holz. Ganz schön viel Arbeit, aber wie bereits erwähnt gibt es hier sehr gutes Holz. Ich wollte mich eindecken. Das Flussufer liegt zwar voll, aber leider nicht genau vor meinem Wagen. Viele große Stämme waren obendrein auch noch unlösbar am Boden festgefroren. Fazit: Wenn man es ruhig angeht ein Tagesfüllendes Werk. Ich hab ja Zeit und am frühen Nachmittag des Folgetages fuhr ich tatsächlich weiter.
Nach rund 40 Minuten Fahrt erreichte ich eine kleine Ortschaft. Sie wirkte auf mich sehr einladend. Eine Kirche hinter so einer Art Stadtmauer, verwinkelte Gassen, ein kleiner Fluss. Zwei oder Drei Kilometer hinter dem Ortsausgang bog ich auf einen schmalen Feldweg ab und parkte meine Wohnung im weiß verschneiten nirgendwo.

Augenblicklich machte ich mich auf die Stadt zu entdecken. Ich entschied mich gegen die Hauptstrasse die ich her gefahren war. Irgendwie wird man das Stadtzentrum sicher auch über diese verschneiten Feldwege erreichen können.
Ein junges Pärchen lief Schlittschuh auf dem Eis eines hässlichen Baggerlochs. Der Aushub lag daneben aufgeschüttet, es wirkte wie eine verlassene Baustelle. Ich ließ das Baggerloch links liegen und folgte dem Feldweg. Er endete vor einem Zaun. Das Tor war gut verschlossen, doch gleich neben dem Tor fehlten einige Meter Einfriedung. Auf der anderen Seite des Geländes sah ich die ersten Häuser. Ich glaubte auch dort ein Loch im Zaun zu finden, aber da täuschte ich mich. Also lief ich auf der erfolglosen Suche nach einem Ausgang im Zick Zack über ein mehr und mehr verfallendes Fabrikgelände mit offen stehenden Hallen die das Herz eines jeden Hobbyschraubers höher schlagen lassen.

Bild: Autoschrauberhalle Rumänien

Als ich letztendlich die Stadt erreichte dämmerte es bereits.

Bild: Burg Aiud

An den beiden folgenden Tagen war ich viel unterwegs. Die Ortschaft in der ich gestrandet war hieß Aiud, das entnahm ich dem Ortseingangsschild.
Ich betrachtete die Märkte und kaufte für 13 Lei einen Liter neues Zweitaktöl für Stromerzeuger und Kettensäge. Somit kann ich auch genau sagen wie viel Liter kostbares Rohölraffinat ich seit September 2010 verbraucht habe um Holz zu sägen und Strom zu erzeugen. Damals, ich erinnere mich genau, Rocko, der Selbstversorger, kam mich mit dem Moped besuchen, hatte seinen Tank leer gefahren und ich schenkte ihm meinen letzten Sprit kaufte ich ebenfalls einen Liter. Das ist jetzt über 2 Jahre her. Da meine Geräte ein Mischungsverhältnis von 1:50 benötigen habe ich in dieser Zeit also ca. 50 Liter Benzin in Strom und Brennholz umgewandelt. Das macht im Durchschnitt weit unter 2 Liter pro Monat. Den Rest macht die Sonne.
Besonders faszinierend fand ich die Hinterhöfe in welche nicht nur ich einen neugierigen Blick warf.

Bild: Hinterhhöfe Aiud

Und alle die sich schon immer mal ein eigenes Schloss kaufen wollten "DI VINZARE", zu verkaufen. Hier in Aliud ist es möglich.

Bild: Imobilienmarkt Rumänien

Da Ortschaft und Umland dann doch nicht so interessant waren beschloss ich am morgen des 16. Januars Weiterzuziehen. Es muss so gegen 10 Uhr in der Früh gewesen sein, ich war startklar und gerade dabei meine Treppe einzuklappen als neben mir ein Pferdefuhrwerk stoppte. Darauf 3 Männer. Zwei von ihnen hatten schon am Vorabend an meine Türe geklopft. Sie waren neugierig aus welchem eigenartigen Auto es da unmittelbar neben ihrem Schafstall rauchte. Also klopften sie kurzerhand mit einer Flasche Palinka in den Händen an meine Türe und luden mich, wenn ich sie richtig verstanden habe, zu einer Grillparty ein da sie, so habe ich es verstanden, erst heute ein Schaf geschlachtet hatten.
Liebend gerne hätte ich diese Einladung angenommen. "Telefona! Buisness! Important! Una Ora! OK!" versuchte ich ihnen zu erklären.
Ich hatte mit den Typen von PayPal, die ja mein Konto gesperrt hatten, vereinbart dass sie mich an diesem Tag um 18 Uhr anrufen um meine Identität zu überprüfen und das Konto wieder zu entsperren. Eigens zu diesem Zweck hatte ich ein Telefon erworben.
Ich hasse Telefone, mein eigenes, das das ich in Deutschland besaß habe ich kurz nach Aufbruch zu dieser Tour, noch im Heimatland, aus dem fahrenden Auto geworfen. Ich wollte frei sein, kein Klingeln das dich unterbricht wenn du mit Freunden zusammensitzt, das dich unter der Dusche hervorholt oder daran hindert in Ruhe deinen Morgenschiss zu verrichten. Ich wollte es nicht mehr! Jetzt war ich aber wieder Sklave der modernen Kommunikationselektronik und musste die Einladung leider ausschlagen. Aber es machte auf mich den Eindruck als würden mich meine Gesprächspartner verstehen. Nach rund 30 Minuten Hand- und Fußzeichenkonversation hatten wir vereinbart dass ich einfach nach meinem wichtigen Telefont bei ihnen vorbeikomme. Das Telefon klingelte pünktlich um 18 Uhr. Eine freundliche PayPal Mitarbeiterin fragte mich nach der Mail Adresse mit der ich mich bei PayPal angemeldet hätte und nach den letzten Ziffern meiner Kontonummer sowie nach meinem Namen. Dann nannte sie mir eine Zahlenkombination. Diese schrieb ich auf. Sekunden später hatte ich eine E Mail mit einem Link. Diesen klickte ich an und gab die Zahlenkombie ein. Danach konnte ich mein Passwort zurücksetzen und hatte somit wieder Zugriff auf mein Konto.
Mein Konto wurde übrigens gesperrt weil das PayPal System festgestellt hat das auf dieses Konto immer von verschiedenen Orten zugegriffen wird. Es handele sich um eine reine Sicherheitsmaßnahme wurde mir erklärt.
Na ja, soll wohl bei einem Reisenden das er ständig von unterschiedlichen Orten und Ländern auf sein Konto zugreift. Ich finde das ja auch Klasse das die mein Geld vor unbefugtem Zugriff schützen. Aber … das mit dem Telefont kapiere ich nicht. Wozu war das wichtig? Ich meine die hat mich nix gefragt was nicht öffentlich auf meiner HP steht. Und das über ein unregestriertes Prepaidtelefon das man für kleines Geld an jeder Ecke kaufen kann. Im Grunde wäre es jedem möglich gewesen sich Zugriff zu meinem Konto zu verschaffen der auch Zugriff auf meinen Mailaccount hat.
Die Ganze Angelegenheit dauerte keine 10 Minuten. Leider hatte ich meine Freunde mit der Palinkaflasche und dem Grillfest irgendwie falsch verstanden, denn als ich mit meiner Taschenlampe ihren Schafsstall erreichte sah ich dort nur Schafe, Ziegen und Schäferhunde.
Enttäuscht ging ich Heim.
Jetzt, am frühen Morgen des 16. Januars standen die Kerle jedenfalls wieder neben mir und luden mich ein ihnen zu folgen. Was ich dann auch tat. Ich kraulte einige Schafs- und Ziegenbabys und natürlich Welpen. Rund 2 Dutzend Hunde streunerten frei neben dem Gelände. Zwei Hündinnen hatten gerade Junge und eine Dritte war eindeutig trächtig.
Nette Jungs, ich hatte einen tollen Tag mit ihnen. Aber ich glaube es ist besser wenn ich nicht weiß was die mit den ganzen Welpen machen. Verdammt! Sollen ihre Köter doch kastrieren lassen.
Es muss so gegen 11 Uhr gewesen sein als einer von denen mit dem ersten Palinka ankam. Ich hasse das Zeug. Es brennt, schmeckt scheußlich und nach 3 Schlückchen ist man besoffen. Vor allem am frühen Morgen. Aber nun ja, man will ja nicht unhöflich sein.
Gegen 1 war ich dann da wo am Vortag das Grillfest stattfand. In dem Häuschen von einem der Kerle, nur rund 500 Meter weit entfernt. Sie hätten gestern noch einmal bei mir geklopft übersetzt mir die Tochter des Hauses, aber ich sei nicht daheim gewesen. Verdammt, da war ich wahrscheinlich bei denen am Stall und wir haben uns verpasst.
Auf jeden Fall hatten die coole Haustiere in ihrem Wohnzimmer.

Bild: Hühnerhaltung Rumänien

Die lebten da zusammen mit 2 Welpen. Wahrscheinlich den beiden denen nicht der Hals umgedreht wird. Einer der Welpen hatte eine Wunde auf der Nase und ich bekam erklärt dass eins der Hühnchen sie dort hineingepickt hätte.
Was für ein friedliebender Hund! Auch wenn es nur ein Welpe ist, das Huhn ist ja auch nicht gerade ausgewachsen.
Es gab Schnitzel mit Koteletts und Würstchen. Vegetarische Beilagen waren nicht vorhanden wenn man einmal vom Senf und dem Palinka absieht.
Wir blieben bis etwa 16 Uhr, dann zogen wir weiter in die Wohnung von dem anderen Typen. Dort widmeten wir uns dem Palinkatrinken bis etwa 21 Uhr. Dann kam sein deutschsprachiger Sohn nach Hause. Sein Deutsch war dann allerdings so schlecht dass wir uns auf englisch unterhielten. Ja, und als sich alle verabschiedeten zeigte mir dieser Sohn noch seine Stammkneipe. Da gab es dann endlich Bier.
So gegen 3 Uhr in der Früh fand ich glücklich meinen Wagen und den gesamten nächsten Tag hatte ich schreckliche Kopfschmerzen.
Nie wieder Palinka!
Mit Zwei Tagen Verzögerung erreichte ich Radu. Das ist ne größere Stadt die irgendwie auf dem Weg nach Cluje liegt und so beschloss ich anzuhalten um sie mir anzuschauen.
Ich parkte auf einem hässlichen Parkplatz linksseitig der Hauptsrasse. Ein kleiner Rastplatz für Trucker, unweit von mehreren 24 Stunden Tanken und einem Motel kurz vor dem Ortsausgangsschild.
Auf in die Stadt!
Das erste was ich sah war ein mit GPL beschriftetes Geschäft. Tankstelle wäre das bessere Wort, denn mit GPL sind in Rumänien Autogastankstellen beschriftet. Eine alte Frau schob einen Kinderwagen in diese Richtung. Im Wagen saß aber kein Kind, sondern eine in Decken eingewickelte Gasflasche. Im Vorübergehen beobachtete ich das Geschehen genauestens. Die Füllen! Ich sah es genau. Der setzt sich über das blöde Verbot hinweg und füllt meine Pullen. Das Gasproblem wäre wieder einmal gelöst. In den nächsten Tagen ließ ich meine deutsche, meine kroatische und meine griechische Flasche befüllen. Der Tankstelleninhaber hatte für alle einen Adapter und ich hatte somit wieder Gas für mindestens 6 Monate.
Aber zunächst folgte ich den Hinweisschildern "Zentrum". Eine vierspurige Hauptstrasse ohne Gehweg führte mich meinem Ziel entgegen. Doch nur wenige hundert Meter, dann wurde es städtischer und es gab wieder Gehwege. Leichter Schneeregen ging nieder als ich nach rund 40 Minuten das autofreie Fußgängerparadies erreichte.
Ein hübsches Städtchen das mich an meinem letzten Aufenthaltstag sogar mit einigen wenigen Sonnenstrahlen verwöhnte.
Das eigentliche Zentrum ist sehr klein. Durch Torbögen in den Häusern erreicht man den Markt der am Wochenende allerdings geschlossen hatte. Wer hier etwas auf sich hält gibt sich unter keinerlei Umständen mit einem Reihenhaus zufrieden; freistehend muss es sein.

Bild: Freistehedes Haus Radu

Da ich recht schnell das Gefühl hatte das Zentrum bereits erkundet zu haben beschloss ich einem viel versprechenden Schild mit der Aufschrift "Salina Turda" hinterher zu laufen.

Bild: Salina Turda

Die Gegend wurde immer Ländlicher, nur vereinzelt standen noch einige Häuser am Fahrbahnrand und ich beschloss das Entdecken der "Salina Turda" auf den Folgetag zu verschieben.
In der Tat war es noch ein weiter Weg von der Stelle an der ich am Vortag umgekehrt war.

Bild: Weg zur Salina Turda

Aber dann, dann erreichte ich die Salina Turda. Wie es der Name vermuten lässt handelt es sich um eine Salzhöhle. Ein großer Parkplatz, Souvenirläden, ein geschlossener Langos Stand, ein Schild "Hunde verboten". Ich ging auf und ab und wunderte mich. Ich war hier richtig, Salina Turda, das stand auf den ganzen Schildern, das stand über dem Kassenhäuschen das sich in dem für Hunde verbotenen Gebäude befand in welchem sich schätzungsweise der Höhleneingang befindet. Aber in der Realität sah das ganz anders aus als auf dem Plakat.

Bild: Höhleneingang Salina Turda

Wo bitte ist der See? Die Brücke? Die Boote? Ich lief in einem großen Bogen um das Gelände herum in der Hoffnung diese Dinge zu finden. Aber meine Hoffnung wurde nicht erfüllt. Außer leicht verschneiter Matschhügel fand ich nichts.

Bild: Umgebung Salina Turda

Am 19. wollte ich dann dem von überall ausgezeichneten Kaufland einen Besuch abstatten. Doch auch ihn fand ich nicht. Als ich den Ortsausgang erreichte drehte ich um, ging zu meinem Wagen, startete den Motor und fuhr bis kurz vor Cluje.



Weiter geht es in Cluj Napoka, Klausenburg.


Bild: Danke








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"Salina Turda, Alba luia und Naturpark Cindrai"
bis an dessen Ende gelesen.
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