Rost gegen Blech

Mit dem Ziel mein Wohnmobil auf Roststellen zu untersuchen und eventuelle Defekte zu schweißen, fuhr ich zurück auf Peters Grundstück. Meine erste Amtshandlung hieß: Fahrerhaus klappen.

Bild: Schweißarbeiten Wohnmobil geklapptes Fahrerhaus

Rechts, dort wo das Blech der Fahrzeugwand unter dem Kunststoff des Kotflügels verschwindet, dort hat mein Fahrzeug eine kleine Roststelle. Ich möchte der Sache gerne auf den Grund gehen und die schadhafte Stelle beseitigen bevor es schlimmer wird. Auf den ersten Blick schaut es ja noch ganz gut aus.
Ich demontierte den Kotflügel und was ich auf den zweiten Blick sah, das sah dann schon nicht mehr so gut aus. Das ist auf jeden Fall eine Aufgabe für das Schweißgerät und deshalb muss zunächst einmal die Sitzbank ausgebaut werden.
Schrauben lockern, Fahrerhaus zurückklappen und Bodenmuttern entfernen. Dann wieder vor klappen, Schrauben ganz lösen und die Sitzbank dabei festhalten damit sie nicht in die Frontscheibe stürzt. Schaut ganz schön groß aus meine Führerkabine ohne diese blöde Bank.

Bild: Wohnmobilfahrerhaus ohne Sitzbank

Auf dem Boden sind schon die schadhaften Stellen zu erkennen. Ich klopfte ein wenig mit dem Hammer und die Löcher wurden größer und größer.

Bild: Rostlöcher Unterboden im Wohnmobil

Da nutzt alles nix, da muss man die verrosteten Stellen großzügig herausschneiden.

Bild: Zum Schweißen vorbereitet. Herausgeschnittener Unterboden

Diese Aufgabe übernahm meine Stichsäge in Zusammenarbeit mit Peters Winkelschleifer. Das ist übrigens so geschwungen herausgesägt damit die Schweißnaht später länger wird. So schaut das Ganze von unten aus.

Bild: Rostiger Wohnmobilunterboden

Bei der Verwendung eines Winkelschleifers in Scheibennähe ist unbedingt darauf zu achten das die kleinen Funken die beim Schneiden entstehen nicht gegen die Scheibe fliegen. Sie hinterlassen nämlich so lustige schwarze Punkte auf der Scheibe. Vor allem dann wenn das Seitenfenster aus Plastik ist.
Schnell neigt sich der Tag seinem Ende und mein Fahrzeug steht teilzerlegt und in einem nicht fahrfähigen Zustand auf Peters Gelände.
Am Nächsten Tag geht es erst einmal nach Hoedin. Dank meines freundlichen Dolmetschers erwerbe ich 2,5 Liter Unterbodenschutz für 25 Lei und 2,5 Quadratmeter Stahlblech mit einer Stärke von 1mm für 79 Lei. Selbstverständlich kaufe ich auch neues Toilettenpapier und einige andere Dinge.
Zurück am Wagen fertige ich eine Pappschablone an und schneide das Reparaturblech.

Bild: Wohnmobil schweißen, Reperaturblechanferigung

Über meinen Knien biege ich es in die richtige Form. Ja, das schaut nicht schlecht aus.

Bild: Unterboden schweißen - Eingepunktetes Repblech

Mit Einbruch der Dunkelheit habe ich es angepunktet. Mit Latten und Schraubzwingen fixierte ich das Blech dort wo es hingehörte, setzte einen Schweißpunkt, löste meine provisorische Verbindung und drückte das Blech einige Zentimeter weiter an die richtige Position um den Vorgang zu wiederholen. Deutlich erkennt man auf dem Bild meine Schraubzwinge die das Blech auf der Außenseite an den Hauptholm drückt.

Bild: Repblechfixierung Wohnmobil schweißen

Am nächsten Morgen regnete es in Strömen. Nach einem stärkenden Frühstück mit Sulina, einem Speck der ausschließlich aus Fett besteht und häufig zusammen mit rohen Zwiebeln, Brot und Palinka zu sich genommen wird baute ich zunächst einmal ein provisorisches Dach über meine Arbeitsstelle.

Bild: Wohnmobil schweißen. Arbeitsplatz Überdachung

Der Wagenheber der unter dem Fahrzeug zu erkennen ist, dient in diesem Fall übrigens nicht dazu das Fahrzeug anzuheben, sondern, genau wie meine Schraubzwinge dazu das Blech an die passende Position zu drücken.
Nach einigen Stunden des Schweißens, meine Räder hatte ich mit Holzbrettern abgedeckt damit kein heruntertropfendes flüssiges Metall Löcher in sie hineinbrennt, ist mein neuer Boden dann vollständig verscheißt dort wo er hin gehört.

Bild: Eingeschweißtes Repblech Unterboden Wohnmobil

Doch nicht nur in meinem Bodenblech hatte der Rost Metastasen gebildet. Auch an der Trittstuffe zu meiner Fahrerkabine klaffte ein Loch.

Bild: rotiger Wohnmobileinstieg

Auch dieses musste großzügig herausgeschnitten werden, dann musste ein Reparaturblech geschnitten werden und dieses wurde, mit Schraubzwinge fixiert eingepunktet

Bild: Einstieg Wohnmobil schweißen

und dann durchgeschweißt.

Bild: geschweißter Wohnmobiltritt

Auf dem Bild sieht man schon die angezeichnete Stelle die ich am Türholm herausschneiden wollte. Denn auch dort nagte der Zahn des Rostes.
Zwei passende Blechstreifen wurden gesägt. Beide wurden rechtwinklig abgekantet, dann miteinander verschweißt und zu guter Letzt an Ort und Stelle angebraten. Einfacher wäre es sicher gewesen das Blech direkt zu einem U zu biegen anstatt Zwei L Stücke herzustellen die anschließend zu einem U verschweißt werden, aber ich wusste nicht wie ich eine so komplizierte Form mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln herstellen sollte. Das Biegen des relativ dicken Bleches bereitete mir ohnehin schon Probleme. Deswegen tat ich etwas das man nicht tut. Mit der Flex verjüngte ich seinen Querschnitt an der Biegekannte um wenige Mikrometer.

Bild: Reparaturbleche biegen

Danach ließ es sich mit leichten Hammerschlägen recht problemlos in Peters Schraubstock umbiegen.

Bild: Reparaturbleche biegen II

So schaut dann das Ganze montiert aus.

Bild: eingeschweißtes Reparaturblech - Türschweller

Doch auch die Querverstrebungen unter meinem Bodenblech waren in Mitleidenschaft gezogen und wollten erneuert werden. Ich schnitt sie heraus

Bild: rostige Holmen zum schweißen entfernen

und fertigte wie bereits beschrieben passende Neuteile an. Diese wurden dann eingeschweißt.

Bild: eingeschweißte Holmen an rostigem Wohnmobil

Die Außentemperaturen waren zum arbeiten nicht unbedingt angenehm.

Bild: Wohnmobil schweißen bei Minusgraden

Immer wieder wurden meine Finger von der Kälte gefühllos und ich musste sie eine Zeit lang auf das Blech meines Holzofens legen um weiterarbeiten zu können.
Dennoch schaffte ich an diesem Tag das was ich mir vorgenommen hatte. Jetzt stand nur noch die Anfertigung und Anbringung meines neuen Kotflügels auf dem Programm.

Bild: Kotflügel einschweißen im Wo9hnmobil

Wer mal meine Schweißnähte begutachten mag.

Bild: Schweißnähte Großansicht

Ja, perfekt sind die nicht, ich weiß es ja. Aber ich denke gut genug um ihre Aufgabe zu erfüllen. Ich war fertig und wollte mein Werk mit Unterbodenschutz streichen. Aber bei diesen sibirischen Temperaturen gefror meine Farbe anstatt zu trocknen.
Nicht schlimm, morgen ist auch noch ein Tag und es gab ohnehin bald Essen. Es gab Käsefondue in der Sauna. Ich bin schon ein Paar Mal eingeladen worden mit in die Sauna zu kommen. Dort steigen ganze Partys. Derzeit sind die Brunnenbauer hier und auch sie gehen in die Sauna. Ich hab das bis heute immer dankend abgelehnt. Sauna ist mir schlicht und ergreifend zu warm. Wenn ich Sauna will, dann fahre ich im Hochsommer nach Griechenland, da hab ich dann Sauna. Derzeit ist aber Winter, ich bin in Rumänien und eigentlich ganz froh darüber das ich nicht schwitze. Aber Käsefondue, richtiges Käsefondue mit aus der Schweiz importiertem Käse. Diesmal hatten sie mich.
Peters Sauna wird, wie alles hier, mit Holz befeuert. Sie besteht aus 2 Räumen. Dem eigentlichen Saunaraum, und einem Vorraum mit Tisch und Stühlen. Im Vorraum ist es an einem kalten Winterabend, dann wenn man sich tagsüber die Finger abgefrohren hat ganz angenehm. Aber im eigentlichen Saunaraum ist es nicht auszuhalten.
"Wie warm ist es den hier?" Frage ich Peter.
"So um die 90 Grad!" erhalte ich als Antwort.
Wenn ich mir das nächste Mal in den Finger schneide, dann fange ich mein Blut auf und teste ob sein Siedepunkt bei 100 Grad liegt. Peter macht einen Aufguss. Wasser mit irgendwelchen ätherischen Ölen wird über die heißen Steine auf dem Saunaofen gegossen und gegen das Rauchrohr gespritzt. Eine unerträgliche Schwüle macht sich breit. Während sich die anderen auf die obersten Liegen stellen und tief durchatmen, setze ich mich auf den Boden, dort ist es einige Grad kühler. "Ich mag Sauna, das ist gemütliches Beisammensein, einfach nur entspannen und Quatschen." Meint Peter.
"Da hast du recht, ist ganz nett. Wir sollten nur mal das Fenster öffnen, es ist entschieden zu warm." Antworte ich.
Das Saunen dauert so ca. 40 Minuten inklusive Dusche im Saunaraum. Dann gibt es Käsefondue im Vorraum. Warum Peter noch einen Spirituskocher unter den Käsetopf gestellt hat ist mir ein Rätsel. Es war so warm, der Käse ist doch von Natur aus geschmolzen. Jedenfalls war es lecker und irgendwie ein Erlebnis. Dennoch bevorzuge ich es meine Nahrung mit einer Hose am Körper zu mir zu nehmen und nicht spliternackt mit 4 andern. Leider konnte die Hitze der Sauna nicht die Kälte rund um meinen Wagen vertreiben. Auch am nächsten Tag lagen die Temperaturen weit jenseits der 0 Grad Marke. Lackieren konnte ich vergessen. Ich schaltete den Computer an um mein Update fertig zu stellen. Doch ich hatte keine Lust. Draußen schien die Sonne, herrliches Wetter. Nur bitter kalt. Aber beim laufen ist es ja gar nicht kalt, beim laufen wird einem warm. Nichts wie los, hier gibt es so einen abgesägten Berg. Im Fachjargon nennt man das wohl Tafelberg. Aber ich schätze immer noch dass die Holländer die Bergkuppe abgesägt, und im Rahamen ihrer Landgewinnungsmaßnahmen kurz vor Roermond ins Meer geworfen haben.

Bild: Tafelberg - Entspannung beim Wohnmobilschweißen

Dort wollte ich jedenfalls hinauf. Sechs Kilometer ist er von Peters Platz entfernt. Sechs Kilometer über Waldloses Hügelgebiet, vorbei an Schafsherden und Schäferwagen in die man mal hineinschauen kann und auf dem Rückweg ging es dann noch durch eine kleine Ortschaft. Eine schöne Tour. Ein paar Bilder?
Am 17. war es dann warm genug zum lackieren. So schaut es aus.

Bild: lackierter Unterboden nach Schweißarbeiten

Das sind 3 Schichten Unterbodenschutz. Eine jede habe ich rund 60 Minuten antrocknen lassen bevor ich die zweite aufgetragen habe. Auf eine Grundierung habe ich verzichtet da ich beim Abschleifen des alten Bodens gesehen habe dass auch die originale Versiegelung ohne Grundierung auf das Bodenblech aufgetragen wurde.
Während den Wartezeiten sprühte ich Unmengen Hohlraumversiegelung in die Holme. Nicht nur in die an denen ich gearbeitet hatte, sondern auch in die anderen. Hohlraumversiegelung hatte ich noch, und wie durch ein Wunder haben die Sprühdosen den ukrainischen Winter überlebt.
Zu guter Letzt mussten nur noch die Querstreben neu angefertigt werden. Die originalen waren zu Zwei parallel verlaufenden Halbbögen geformt. So viel Arbeit machte ich mir nicht. Ein einfaches U würde sicher auch ausreichen. Original waren diese Streben auch verschweißt. Ich wollte sie allerdings verschrauben da ich nicht wusste wie ich die Stelle an der Blech auf Blech liegt vor Rost schützen soll. Jetzt hatte ich einen vorherigen Anstrich gemacht. So geht das. Wenn ich aber schweißen will, dann wird das Material ja sehr heiß und der Schutzanstrich verbrennt.
Fertig!

Bild: lackierter Unterboden nach Schweißarbeiten - Großansicht

Dann hieß es nur noch: Sitzbank wieder einschrauben und Werkzeug einräumen. Ich hatte ja eh alles draußen, und da hab ich mir gedacht ich räume das mal richtig auf.

Bild: Werkzeugschrank Wohnmobil

Das ist der Blick in den Raum hinter der kleinen Türe die ich im Wohnkoffer rechts hinter dem Fahrerhaus habe. Da ist so Werkzeug und Kleinkram drin. Hab ich noch nie ein Bild von gezeigt, und da dachte ich mir ich mache das mal.
Ganz vorne, in dem Werkzeugkoffer ist kein Werkzeug sondern Schrauben, Muttern, Scheiben, Nieten und allerhand so Kleinzeugs das man immer mal brauchen kann. Hinten rechts in dem Lederkoffer ist Elektrowerkzeug. Flex, Stichsäge Bohrmaschine und das passende Zubehör zu den Teilen. Links daneben dann noch ein weiteres Schraubensortimentkästchen und daneben ein Bohrerkoffer. Abermals daneben, das kleine gelbe was dort so hervorlugt, das ist das Gewindeschneidset und daneben ein Koffer mit Schleifpapier und Schleifmaschine. Rechts oben dann 20 Liter Motoröl und darunter noch einige Dosen mit Dichtungen, Federn, Sprengringen und so Sachen. An der Wand noch ein wenig Gas- und Benzinschlauch, Trichter, Zwingen, kleiner Schraubstock, Seil.
Am nächsten Tag begann ich dann mich für die ganzen Schweißelektroden, den Strom die vielen Einladungen zum Essen und die Gastfreundschaft zu revanchieren. Peter hat so ein halb fertiges Gewächshaus das ich etwa ¾ fertig stellen werde.

Bild: Revanche für Schweißarbeiten. Gewächshaus bauen

Da müssen noch viele Querstreben angeschraubt werden und ich hatte mir gedacht diese Arbeit einfach zu übernehmen. Hab auch schon angefangen, aber am Abend gab es dann Wildschwein vom Grill unter Taschenlampenbeleuchtung.

Bild: Wildschwein grillen nach dem schweißen

und in der Nacht schneite es unaufhörlich. Genau wie am gesamten Folgetag. Da kann man nicht draußen Arbeiten, höchstens ein kleines Stück spazieren gehen.

Bild: Schnee beim schweißen




Mittwoch, 3. April 2013.
Es regnet! Seit gestern Abend, seit ich von meiner kleinen Wanderung heimgekehrt bin regnet es ohne Unterbrechung.
Den Vormittag habe ich dazu verwendet einen kleinen Hobo-Ofen zu basteln. Zwei Tage zuvor hatte ich zwei große Konservendosen aus den Mistkübeln einer Restaurantküche gerettet. Schon lange hatte ich Ausschau nach so einer großen Konserve gehalten um einen Hobo-Ofen daraus zu basteln. Holz ist doch einfach der beste Brennstoff. Kostenlos und einfach zu beschaffen. Ich hoffe darauf mich mit so einer kleinen Kochstelle ein wenig unabhängiger vom teuren und oft schwer zu beschaffenden Brennstoff Gas zu machen. Mit dem Feinfräsgerät schnitt ich rund 3cm vom Konservenboden entfernt 4 eckige Öffnungen in das Blech. Ich schnitt nur 3 Seiten aus, so konnte ich das Blech nach innen umbiegen damit es als Auflagefläche für den aus der zweiten Dose herausgeschnittenen Boden dienen kann den ich mit der Bohrmaschine wie wild zerlöcherte damit von unten Luft an das Feuer heranströmen kann.
Da mir die Konstruktion ein wenig hoch vorkam kürzte ich das Ganze mit der Schere um 5cm. Die scharfkantige Schnittfläche wurde mit einer Kombizange nach innen umgebogen und versteift somit den oberen Rand meines Outdorofens. Dann wurden rund 4cm unterhalb der Oberkannte noch 6 gegenüberliegende Löcher in die Konserve gebohrt. Durch diese Löcher steckte ich den Draht eines billigen Kleiderbügels als Auflagefläche für meinen Topf. Noch schnell eine Luke zum Nachlegen von Brennmaterial in den Ofen gesägt, und schon konnte ich ihn ausprobieren, meinen neuen Hobo-Ofen.

Bild: Hobo Ofen selbstgebaut. Nicht geschweißt :-)

Wenn er richtig brennt kocht ein Liter Wasser in 6 Minuten. Aber ihn richtig zum brennen zu bekommen, das ist recht aufwändig. Entweder es liegt am nassen Holz, oder ich habe doch nicht genügend Luftlöcher in den Boden gebohrt. Mal sehen, ich werde das Gerät noch ein wenig testen. Aber nicht unbedingt im strömenden Regen. Jedenfalls war das Duschwasser das ich bei diesem Test erwärmte angenehm temperiert.
Noch weit über eine Woche verbrachte ich bei Peter. Viel kann ich über diese Zeit nicht erzählen.
Es schneite am 21., es schneite am 22. und es schneite am 23. März 2013. Am 24. schien dann tatsächlich die Sonne, aber es war bitter kalt und der Boden war von einer rund 40cm hohen Schneeschicht überzogen. Dennoch montierte ich die Verstrebungen auf dem Dach von Peters Gewächshaus.
Dann begann es zu tauen. Der Schnee wurde matschig und es war kaum möglich trockenen Fußes von meinem Wagen bis in die Tischlerei oder in Peters Wohnhaus zu gelangen. Ich stellte mich auf die Abreise ein. Doch machten es mir die Schneemassen unmöglich meinen Standort zu verlassen. Unzählige Male kämpfte ich mich durch den Hohen Schnee bis zur Quelle um noch ein wenig Trinkwasser zu bunkern.

Bild: Trinkwasserbeschaffung

Jedes Mal wurde ich von 8 weiteren Beinen begleitet denen der hohe Schnee völlig gleichgültig zu sein schien.

Bild: Begeleitung beim Wasserhohlen

Als ich am späten Nachmittag des 26. März mit 18 Litern Trinkwasser im Gepäck zurück kam brannte ein Feuer auf der verschneiten Zufahrt und Peter betrachtete wutentbrannt den Motor seines kleinen Bucher. Einem tracktorähnlichen Kipperfahrzeug mit Kran das er sein eigen nennt.
"Wo kommst du den her?" Werde ich begrüßt.
"War Wasser holen. Was ist den hier los?"
"Ach, scheiß Kiste. Bis hier her ist er noch gefahren. Dann haben wir die Späne abgekippt und plötzlich starb der Motor ab. Ich hab keinen Bock mehr, ich lass den jetzt hier stehen." "Lass mal gucken, kann ja nur ne Kleinigkeit sein wenn er bis hier her noch gefahren ist." "Wenn du Bock drauf hast in der Kälte. Wenn du ihn wieder zum laufen bringst wäre ich dir sehr dankbar."
Mit diesen Worten verschwand Peter in seiner Tischlerei und ließ mich mit meinen vollmundigen Versprechen alleine in der Kälte zurück.
"Ey! Ich bin kein KFZtie. Ich weiß ned ob ich das Ding hinbekomme. Vielleicht mach ich ihn auch ganz im Arsch." Rief ich Peter hinterher.
"Ah, da kannste nicht viel kaputt machen. Guck halt mal wenn du Bock drauf hast." Jetzt blickte ich ein wenig ahnungslos auf den Motorblock des Bucher.

Bild: Bucher reparieren

Es kann ja nur an einem verstopften Filter liegen. Die Kiste bekommt keinen Sprit. Dafür spricht auch dass das Schauglas im Rücklauf leer ist. So viel hatte Peter schon herausgefunden. Da sich Diesel im Tank befindet muss es also eine verstopfte Leitung oder ein verstopfter Filter sein. Ich demontierte die Seitenverkleidung des Motorblocks, hängte das Gasgestänge aus und legte alle Schrauben in ein kleines Döschen.
Das wird sie sein, die Dieselpumpe. Schaut so ähnlich aus wie bei mir. Vielleicht ist da ja, genau wie bei mir, ein Filter drinne. Mal aufschrauben!
Tatsächlich, da ist ein Filter drinne und der schaut verdammt dreckig und zugesetzt aus.

Bild: Dieselfilter Bucher

"Schau mal Peter, meinst du daran kann es liegen?" Ich trug den schmutzigen Filter in die Tischlerei.
"Keine Ahnung, aber schaut nicht gut aus."
In ein wenig Diesel wusch ich den Filter aus und baute alles wieder zusammen. Aber wer glaubt die Karre wäre nun angesprungen, der irrt sich.
Schon bald wurde es dunkel so dass ich weitere Reparaturversuche auf den Folgetag verschob.
Ich zog die Vorlaufleitung von der Pumpe und blies hinein. Im Tank vernehme ich ein Blubbern. Das hört sich gut an. Dann legte ich meinen Finger auf das Saugrohr und betätigte den Handpumpenhebel. Normal müsste ich dann einen deutlichen Unterdruck spüren. Aber ich spürte nichts. Keine Saugwirkung! Hatte ich etwas falsch zusammengebaut? Ich zerlegte die Sache noch einmal doch alles schaute gut aus. Vielleicht ist dass Pumpenmembran gerissen? Ich schaute nach.

Bild: Bucher Dieselpumpe

Doch auch die Membran machte einen funktionstüchtigen Eindruck. Mein technisches Verständnis suggerierte mir das auch die Ventile ordnungsgemäß arbeiten.
"Sorry Peter. Ich bin mit meinem Latein am Ende. Ich will ihn dir auch nicht ganz zerlegen. Nachher bekomme ich das Ding nicht mehr zusammen."
"Dann lass wenn du keine Ahnung hast. Muss der Nachbar kommen, der kennt sich aus mit Motoren."
Am nächsten Abend war dann Abschied feiern angesagt. Das Tauwetter hatte den Schnee schmelzen lassen, zurück blieb eine Matschlandschaft und ich rechnete mir Chancen aus Peter aus eigener Kraft verlassen zu können. Auf dem Fußweg Richtung "Magazina Alimentare" betrachtete ich ausgiebig die Wegbeschaffung. Dann kaufte ich 2 Flaschen Bier und ein wenig Knabberkram und begab mich auf den Rückweg.
Unsre "Lebwohl-Feier" wurde dann von einem Gespräch über den unterschiedlichen Gebrauch von Schimpfworten in der deutschen, der rumänischen und der englischen Sprache geprägt. Cosmin schaute einen Film auf seinem Laptop und wie so oft hier in Rumänien war dieser Film in englischer Originalsprache und hatte lediglich rumänische Untertitel. Der Fluch: "Fuck you, soon of a bitsch!" eines Schauspielers, wurde im Untertitel mit etwas übersetzt das soviel wie "leck mich!" bedeutete. Diese Übersetzung kam Cosmin eigenartig vor und so fragte er uns um Hilfe nach einer besseren, wörtlichern Übersetzung.
Das Ergebnis unseres langen Gespräches war es dann das die englische Sprache eine sehr vulgäre Sprache sein muss. Ausrufe wie "Fuck you!" scheinen dort auch in besseren Kreisen normal zu sein. Zumindest dann wenn man Hollywood glauben schenkt. Im deutschen und rumänischen seien Flüche dieser Art im besten Fall Gossensprache unerzogener, pubertierender Jugendlicher. Anständige Menschen fluchen bei uns einfach "Scheiße" oder "Arschloch".
Stimmt doch, oder? Ich meine welcher Mensch über 16 sagt im deutschen zu seinem Gegenüber: "Fick dich Du Sohn einer Hure!"
Bei diesem philosophischen Gespräch vergeht die Zeit wie im Fluge.
Nach dem mittäglichen erwachen ist dann tatsächlich weiterfahren angesagt. Peter lädt den dicken Spangurt in seinen Kofferraum und fährt voran.

Bild: Abfahrt mit geschweißtem Wohnmobil

"Mit dem Wagen hab ich schon mal einen Sattelzug rausgeschleppt, also keine Angst, ich zieh dich schon wenn du stecken bleibst."
Aber auch ohne Schlepphilfe kämpft sich mein Wagen durch den Schlamm. Ein letzter Händedruck im kleinen Laden von Deala Negru und dann bin ich wieder "on the road".

Weiter geht es mit einer Schneeschuhwanderung

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Bild: Danke
Bei mamaleone für die Verlinkung meiner Reiseberichte. Sie schreibt im Forum zur HP und Blogt auf leben-in-italien über ihre Erfahrungen als Italienauswanderer.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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