Mit dem Wohnmobil durch die Slowakei, mein Reisebericht

Slowakei! Die Slowakei und Slowenien, das sind zwei verschiedene Länder. Viele wissen das nicht, deswegen sage ich es mal gleich zu beginn.
Aus meiner subjektiven Sicht liegt der größte Unterschied zwischen der Slowakei und Slowenien darin das ich die Slowakei 2013\2014 mit meinem Wohnmobil bereisen werde und Slowenien 2008 mit meinem Wohnmobil bereist habe.
Aus etwas objektiverer Sicht beträgt der Unterschied zwischen den beiden Ländern 28761 Quadratkilometer. Jawohl, die Slowakei ist mit 49034 Quadratkilometer fast doppelt so groß wie Slowenien mit seinen 20273 Quadratkilometern. Zumindest dann wen ich Wikipedia als Informationsquelle vertraue.
Jetzt möchte ich meinen Reisebericht aber nicht bei Wikipedia abschreiben, sondern ich möchte eigenen Erlebnisse und Erfahrungen schildern. Und aus dieser, abermals sehr subjektiven Sichtweise, sind mir bis her mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen den beiden Ländern aufgefallen.
Da wäre zunächst einmal die fehlende Grenzstation zu erwähnen. Das hatte mich damals, bei der Einreise aus Österreich nach Slowenien, gleichermaßen verwundert und erfreut wie es mich heute bei der Einreise aus Ungarn in die Slowakei verwunderte und erfreute.
Dann heißt die offizielle Währung der Slowakei Euro. Genau wie in Slowenien. Und damals wie heute habe ich es nicht gewusst bevor ich einen Laden betreten, und einen Blick auf die Preisauszeichnungen geworfen habe. Auch die Fahrbahnbeschaffenheit ist in beiden Ländern ähnlich gut.
Dann möchte ich in diesem Reisebericht unbedingt noch eine weitere Gemeinsamkeit festhalten: Sowohl in der Slowakei als auch in Slowenien wird eine Sprache gesprochen die ich nicht verstehe! Obgleich es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine andere Sprache handelt. Zugegeben, das ist nicht besonderes. Das war in Griechenland, der Türkei, Rumänien, Russland, Moldawien, Bulgarien, der Ukraine … und auch schon in Kroatien so. Erstaunlich wie viele verschiedene Sprachen sich mit dem menschlichen Einfallsreichtum kreieren lassen.

Nach meinem abenteuerlichen Ausparkvorgang auf ungarischem Boden benötigte ich wohl rund 15 Minuten um den Grenzübergang zu erreichen. Eine Polizeistreife lotste gerade einen aus der Slowakei kommenden LKW auf die Fahrzeugwage, doch in meine Fahrtrichtung war der Weg frei.
Noch immer waren Handwerker fleißig damit beschäftigt die alten Zollhäuschen zu demontieren. Eine Schande! Nix dran an den Bauten. Ob sie jetzt, wie von mir vorgeschlagen, zukünftig als Flüchtlingslager eingesetzt, oder auch einem anderen Verwendungszweck zugeführt werden, aber zum Abreißen finde ich sie eigentlich zu schade.
Wenigstens sitzt kein Zollbeamter mehr in den Häuschen der meine Fahrt behindert. Nur einige alte Verkehrsberuhigunshubbel, wie man sie aus Spielstraßen, oder eben von Grenzstationen kennt, zwingen mich zum bremsen.
Einmal langsam spare ich mir auch das Beschleunigen denn nur rund 30 Meter hinter der alten Grenze befindet sich eine LPG, also ein Gastankstelle. 71 Cent je Liter suggeriert ein Schild.
Ich halte an und zeige dem Tankwart meine leere Gasbuddel. Doch füllen kann er nicht, das können nur die Kollegen in Moldawien.
Ohne Gas fahre ich weiter.
Waren es in Ungarn Felder auf denen genmanipuliertes Saatgut heranwuchs die meinen ersten Eindruck vom Land prägten, so wahren es hier riesige Photovoltaikkraftwerke die sich links und rechts der Landstrasse erstreckten.

Bild: Photovoltaikkraftwerk Slowakei

Vor einem Bahnübergang bremste ich auf Schrittgeschwindigkeit ab. Ich kenne osteuropäische Bahnübergänge und ich weiß das sie, schnell überfahren, nicht all zu selten das Aus für die Kaffeetassen in Küchenschränken von Wohnmobilen bedeuten. Aber diesen Bahnübergang hätte man auch ungebremst überfahren können. Selbst dann wenn die Ladung aus rohen Eiern bestanden hätte.
Bald darauf gabelte sich der Weg. Wie bei Autobahnauffahrten beschrieb die Straße weite Bögen in verschiedene Richtungen. Wie hieß das Kaff gleich noch mal wo ich hin wollte? Kols? Kolm? Koeloesch? Mist! Ich habs vergessen. Wo ist den hier ne Parkbucht um mal auf die Karte zu gucken? An der ersten Abfahrt war ich schon vorbei, dann auch an der zweiten. "Tesco, 3 km geradeaus" Wies ein Schild. Na, nach Tesco wollte ich nicht. Ich wollte nach irgendwas mit "K" aber Tesco ist auch gut. Da kann man einkaufen, dann irgendwo parken und die Sache mit dem unklaren Straßenverlauf am nächsten Tag zu Fuß klären.
Tesco lag in der Ortschaft Tornala die mich mit dem gewohnten Gegensatz aus Alt und Neu begrüßte.

Bild: Tornala Slowakei

Minuten später parkte mein Wohnmobil auf dem Kundenparkplatz eines slowakischen Supermarktes und ich ging einkaufen.
Wie es mir prophezeit wurde war hier tatsächlich alles billiger als in Ungarn. Hatte ich dort für ein grosses Brot immer so um die 240 Forint bezahlt, so kostete hier etwa ähnliches nur 0,79 Euro. (Für alle die den Witz nicht kapieren, das ist so ca. das Selbe)
Mein Einkaufswägelchen wurde voll und voller.

10 Kilo Hundefutter 6,99 Euro
1 Brot 79Cent
18 Päckchen Carabonara Sauce a 30 Cent
900 Gramm Honig 3,39 Euro
1 Pfund Kaffe 2,49 Euro
1,5 Kilo Zwiebeln 1,29 Euro
2 Kilo Kartoffeln 1,79 Euro
3 Kilo Zuckert a 0,79 Euro
2 Päckchen Kaffeweißer a 0,69 Euro
1 Becher Magarine im 400 Gramm verarsch den Kunden Gebinde 0,79 Euro
6 X 500 Gramm Nudeln a 0,39 Euro
6 X 500 Gramm Tomatenmatsche a 0,49 Euro
0,8 Liter Ketchup 0,89 Euro
10 Eier 1,29 Euro

Und zum Sofortverzehr ein Packet Mohrenköpfe für 2,49 Euro. Nein, die heißen ja Schokoschaumküsse. Zigeunerschnitzel darf man ja auch nicht mehr sagen, das ist alles rassistisch. In diesem Zusammenhang suche ich übrigens noch einige Leute die sich an einer Sammelklage gegen Mc Donalds beteiligen. Hamburger, das geht ja mal gar nicht! Die Dinger sollten umbenannt werden in Fleischklopsbrötchen.
Mit einem Schokoschaumkuss in den Backen lief ich einige Meter Richtung Stadtzentrum. Dann fand ich eine W lan Verbindung und sendete schöne Grüsse aus der Slowakei an alle Interessierten. Anschließend startete ich den Motor und parkte, bereits nach Einbruch der Dunkelheit, einige Kilometer außerhalb des Ortes zwischen den Feldern.

Bild: Wohnmobilstellplatz Tornala Slowakei

Wenige Meter hinter meinem Wagen ein kleiner Fluss. Ein schöner Ort dem ich eine geschlagene Woche treu bleiben sollte.
Gleich am nächsten Morgen machte ich mich auf in die Stadt. Wie ist es so, das Land Slowakei? Mal ein Paar Leute treffen gehen und Ausschau nach neuen Gasflaschen halten. Von meinem Wohnort sah ich bereits die Häuser des Ortes. Ich spazierte in diese Richtung und als ich die Häuser rund eine Stunde später erreichte stellte ich fest dass sie zu einer anderen Ortschaft gehören. Eher mehr zu einem Dorf.
Doch auch als ich wieder Tornala erreichte änderte sich mein erster Eindruck über die Slowakei nicht. Es wirkte vor allem entvölkert. Mit Ausnahme des großen Tesko Marktes hatten alle Läden geschlossen und obgleich das Wetter gar nicht mal so übel war, war keine Menschenseele auf den Strassen. Vielleicht lagt es daran das Samstag war. Vielleicht sollte ich meine Erkundungen einfach auf Montag verschieben.
Am Sonntagmorgen weckte mich dann das Geräusch eines schweren Dieselmotors. Na nu? Ich parke doch am Arsch der Welt. Warum kommt hier ein LKW vorbei und warum hält der ausgerechnet neben meinem Truck?
Verschlafen schaute ich aus dem Fenster.

Bild: Wohnmobilstellplatz Tornala Slowakei, die Entsorgungsstation

Ja so eine Sauerei! Warte ab mein Freund. Blitzschnell zog ich mich an und erklärte meinem Hund dass er fein drinne zu warten habe. Dann wartete auch ich noch einige Minuten bis der Diesel, dem Geräusch nach zu urteilen, abfuhr.
Ich sprang aus dem Wagen, versteckte mich hinter meinem Fahrerhaus und schoss noch ein weiteres Bild.

Bild: Wohnmobilstellplatz Tornala Slowakei, Entsorgungsfahrzeug

Dann betrachtete ich die Brühe die der Kerl da neben meinem Fahrzeug abgekippt hatte. Scheiße war das nicht. Irgendsoeine graue, schäumende Flüssigkeit. Schaut aus und riecht wie das Abwasser einer Waschmaschine. Nur gleich 3000 Liter davon.
Ich musste an Griechenland denken wo ich schon einmal eine sehr ähnliche Situation beobachtet und auch fotografiert hatte. Nur diesmal hatte ich auch das Kennzeichen von dem Kerl.
Eine Weile überlegte ich ob ich den Motor starten und das Weite suchen sollte. Doch der wohlriechende Duft der unbekannten Flüssigkeit verflüchtigte sich recht schnell und ich hatte ja extra das Kennzeichen von dem Typ fotografiert und wollte ihm noch an die Karre pissen.
Außerdem hatte ich am Vortag eine umgestürzte und trocken wirkende Pappel ein Stück weit den Fluss hinauf entdeckt die ich gerne zu Brennholz verarbeiten wollte. Und genau damit beschäftigte ich mich am Sonntagvormittag.
Als ich keine Lust mehr hatte weiterzumachen spazierte ich nach Gemerska Panica, dem übernächsten Ort von meinem Stellplatz aus gesehen. Doch auch hier waren die Strassen wie leergefegt.
Die nächsten Tage standen vor allem 3 Dinge auf meiner To Do Liste. Zunächst einmal brauchte ich Gas. Dann suchte ich ein Fotogeschäft um Papierabzüge meiner Fotos anfertigen lassen zu können die ich ganz klammheimlich bei der Polizei in den Briefkasten werfen kann. Außerdem suchte ich eine Apotheke um einen neuen Inhalierer zukaufen. Bereits in Ungarn hatte ich das einmal versucht aber, genau wie in Deutschland auch, ist diese Arznei dort rezeptpflichtig und somit sicherlich sau teuer.
Eine Apotheke war schnell gefunden und was musste ich feststellen? Ein Produkt das man in Bulgarien, Rumänien, der Ukraine und vielen anderen Ländern auch, ganz einfach für wenige Euro erwerben kann ist auch hier Rezeptpflichtig.
Ich versuchte es in allen Apotheken vor Ort. Vielleicht würde ich ja Glück haben und auf einen mitleidigen Apotheker treffen der für einen Touristen eine Ausnahme macht. Aber derartiges Glück hatte ich nicht. Das Glück das ich hatte war anders geartet. Ich verließ gerade eine Apotheke in der ich mein Standartgespräch zum Besten gegeben hatte. Also das Vorzeigen meiner leeren Medizin, das Aussprechen der Worte "Salbutamol Aerosol" Das Hören der Worte des Apothekers die irgendwie nach Rezept klingen und dann mein ungläubiges Kopfschütteln verbunden mit den Worten "Thats to complicatet. What a bullshit!"
Nun, ein derartiges Gespräch hatte ich gerade hinter mir und verließ enttäuscht die Apotheke als mir eine Frau folgte. Sie hatte gerade einen Doppelpack von dem gekauft was ich begehrte und schenkte mir nun einen ihrer Inhalierer.
Ha, mir Medizin auf dem Schwarzmarkt schenken lassen. das ist natürlich noch billiger als die 2,5 Euro die bulgarische Apotheker dafür haben wollen.
Ein Fotogeschäft fand ich trotz aller Suche weder in Tornala noch in einer der umliegenden Ortschaften und auch der Kauf einer neuen Gasflasche schien kompliziert zu werden. Gasflaschen gibt es hier an jeder Ecke. Dummerweise sind sie grün oder blau. Ich hingegen habe eine rote, eine orange und eine graue Gasflasche.
Zwei Tankstellen passierte ich auf meiner Suche. Beide hatten einen Gastank und an beiden wurde mir gesagt dass sie Gasflaschen nicht füllen können.
Ich hasse Europa, die Moldawen können das, mit der gleichen Ausrüstung. Das ist keine Frage des Könnens, das ist eine Frage des Wollens bzw. der Angst vor Straffe. Einige Ausflüge in die Berge, oh, Entschuldigung, in die Hügel, die ich unternahm waren nicht von klarer Sicht gesegnet. Überhaupt regnete es während meiner Anwesenheit in Tornala mehr als das es etwas anderes tat. Deswegen beschloss ich am Morgen des 21.11.2013 weiterzureisen.
Da ich kein Fotogeschäft gefunden hatte um meine Bilder entwickeln zu lassen speicherte ich sie auf einer alter 32 MB SD Karte, packte noch eine .txt Datei dabei die die GPS Daten des Ortes enthielt an dem das Abwasser entsorgt wurde, und dann warf ich anstelle der Bild halt diese SD Karte in den Briefkasten der örtlichen Polizeistation. In der stillen Hoffnung dass die Herren Beamten mit so neumodischen Speichermedien umzugehen wissen.
Für den Fall das sie es wissen beeilte ich mich sehr zu meinem Wagen zu kommen und das Weite zu suchen nachdem ich die SD Karte eingeworfen hatte. Ich hatte wirklich keine Lust auf Polizeikontakt, stundenlange Verhöre in der Polizeistation, Passkontrolle, dumme Fragerei usw.
Traurig dass man als Zeuge eines Verbrechens Angst haben muss als Zeuge auszusagen. Aber ich kenne das Spiel aus meiner deutschen Vergangenheit und hier hatte ich nun wirklich keine Lust wegen einer eidesstattlichen Zeugenaussage zurückfahren zu müssen.
Ich lenke mein Fahrzeug zurück zu den autobahnähnlichen Auffahrten. Diesmal kannte ich den Weg nach Kosice.
Tatsächlich, so etwas wie eine Autobahn. Ventile Freiblasen! Ich trat auf den Stempel. 50, 55, 60, 62, 65, 67 ... dann änderte sich die Klangfarbe des Motors. 65, 62, 58 ... ich kuppelte aus und der Motor starb ab. Ich kuppelte wieder ein. 55, 58, 62, 65 ... 62, 60, 58. Was ist das den für eine Scheiße?! Warum stirbt den ab 60 km/h der Motor ab?? Dahinten sind die Berge, weit ist das nicht mehr. Wenn ich da nicht die volle Motorleistung habe, dann bleibe ich ganz stehen.
Mit Glück erreichte ich die nächste Ausfahrt und dann nahm ich die erstbeste Haltemöglichkeit. Als erstes warf ich einen Blick auf meine Dieselpumpe.

Bild: Dieselpumpe Wohnmobil

Spätestens seit Tschechien kenne ich ja die Mätzchen die mein Wagen gelegentlich macht. Das schaut nicht gut aus! Auch in der Ukraine hatte ich ähnliche Probleme. Damals habe ich die Pumpe so oft auf- und wieder zugeschraubt bis die Dichtung gerissen war. Um wieder ans Fahren zu kommen hatte ich damals aus einem Faradschlauch eine neue Geschnitzt. Die hatte es jetzt wohl irgendwie da raus gedrückt. Ich inspizierte die augenscheinlich schadhafte Stelle. Trocken! Diesel tritt da keine aus. Hm!
Ich schraubte den Pumpendeckel ab. Der sich darunter befindliche Filter war sauber. Aber jetzt war die Dichtung gänzlich hinüber und ich musste eine neue Schnitzen. Zwei Stunden später fuhr ich weiter.
Bis auf die Autobahn hatte ich keine Probleme. Aber dann, das gleiche spiel. Bis 60 km/h beschleunigte der Wagen, dann starb der Motor ab, die Geschwindigkeit reduzierte sich in folge dessen auf knappe 50 km/h und dann nahm der Kahn wieder Gas an. Bis 60 km/h!
OK, bis in die nächste Stadt mit Ersatzteilhändler fahren wir dann eben mit 50 km/h. So weit der Plan. Doch kaum kam der erste Berg reduzierte sich die Geschwindigkeit, die mein Truck bereit war zu fahren, auf 30km/h. An steilern Bergen auch gerne mal auf 10km/h. Dabei ständig dieses Gestotter das es einem Angst und Bange wird.
An fehlendem Diesel kann es definitiv nicht liegen. Unmittelbar bevor ich auf die Autobahn aufgefahren war hatte ich an einer Tankstelle gehalten und für 50 Euro getankt.
Ich nahm die nächste Ausfahrt und parkte hinter einem Kieswerk.
Der kurze Dezembertag hatte für weitere Reparaturen kein Tageslicht mehr übrig und so bescheuert wie ich in Tschechien war, das ich eine ganze Nacht mit der Taschenlampe gebastelt hätte, so bescheuert war ich nicht mehr. Mann wird halt ruhiger. Ich weiß nicht ob es am Alter, oder an der zunehmenden Reiseerfahrung liegt. Jedenfalls ließ mich die ganze Sache ziemlich kalt denn auch am nächsten Tag legte ich mich nicht unter meinen Wagen. Es regnete mal wieder wie aus Eimern, dabei war es sau kalt. Ich wollte wenigstens Trockenheit um unter dem Auto herumzukrabbeln.
Zumindest von oben her war es am Folgetag trocken. Ich zwängte mich in mein Ganzkörperkondom und zerlegte die Kraftstoffleitungen. Sauber! Die Pumpe war auch dicht. Dann demontierte ich den eigentlichen Dieselfilter. Er kann im Grunde nicht zu sein, erst in der Ukraine hatte ich ihn gewechselt. Aber nachschauen kann ja nicht schaden.
Optisch schaute er gut aus. Ich hielt das stinkende und glitschige Teil an meine Lippen und blies hinein. Zu! Vollkommen zu!
Normal kann man da ohne Widerstand durchpusten. Bei meinem Filter hingegen pustete ich mir die Lunge aus dem Brustkorb. Ja, das ist der Fehler! Aber wo um alles in der Welt soll ich hier einen Dieselfilter herbekommen?? Hier ist nix. Der nächste Ort ist Tornala, da komme ich her und dort gab es keinen Autohändler der so ausschaute als ob er mir eventuell hätte helfen können. Es nutzt alles nix, ich muss fahren. Also baute ich alles wieder zusammen, entlüftete das Leitungssystem, startete den Motor und während er einige Minuten Probe lief schoss ich dieses Foto von mir total Eingesautem Autoschrauberschwein.

Bild: Wohnmobil Schrauben in der Slowakei

Für die rund 40km bis Roznava benötigte ich über 2 Stunden. Die meiste Zeit fuhr ich mit eingeschalteter Warnblinkanlage, die rechten Räder dabei grundsätzlich auf dem viel zu schmalen Pannenstreifen der Strasse um es andern Fahrzeugen möglichst einfach zu machen mich zu überhohlen.
Dafür begrüßte mich ein riesen Schild "IVECO" gleich am Ortseingang von Roznava. Glück gehabt. Doch mit meinem stöhnenden und keuchenden Wagen hatte ich keine Lust den Händler zu suchen. Es war eh Sonntag! Deshalb parkte ich einfach irgendwo und versuchte der Sache zu Fuß auf den Grund zu gehen.
So schaut es also aus, Roznava bei Nacht.

Bild: Roznava bei Nacht

Bald beginnt es wieder zu regnen. Dazu ein verspäteter Herbststurm, quasi ein extrem starker Winterwind. Mir war ohnehin kalt. Den ganzen Tag war ich nicht richtig warm geworden. Draußen in den Pfützen rumkrabbeln. Bah!
Ich gab die Suche nach dem Iveco Händler auf und besuchte stattdessen den beheizten Bila Markt. Allerdings nicht all zu lange. Ist ja unfair, ich lauf durch den warmen Bila und mein armer Kumpel muss draußen in der Kälte warten.
Als ich den Wagen erreichte hatte es im Wohnraum nur noch 6 Grad. Feuerchen? Hier? Ich musste an die Spitzhacke denken die aufgrund eines kleinen Rauchwölkchens, welches in der Ukraine aus meinem Schornstein quoll, plötzlich durch meine Wohnungstüre drang. Aber Gas hatte ich auch keines mehr und mir war sau kalt. Also Feuerchen!
Keine Spitzhacke drang durch meine Türe.
Um halb 10 am nächsten Tag stand ich vor dem Iveco Händler. Doch anhand meiner Fahrzeugpapiere konnte der freundliche Lehrling (anscheinend der Einzige der dort englisch sprach und der als Dolmetscher extra herbeigerufen wurde) nicht ermitteln welches Ersatzteil ich benötige. Ich solle den alten Filter mitbringen. Also, wieder nach hause, Ganzkörperkondom überstreifen, Filter ausbauen, Eimer unter die schadhafte Stelle stellen (schließlich tropft da ja jetzt Diesel auf die Strasse), schweren Stein in den Eimer legen damit er nicht wegfliegt und wieder zurück nach Iveco. Gegen 1 Uhr am Mittag bezahlte ich 8 Euro und hielt einen brandneuen Filter in den Händen. Dafür hatte der freundliche Lehrling eine ganz plausible Erklärung warum der Filter verstopft ist.
Wir hatten ein wenig privat gequatscht weil der Kerl ganz nett war und dabei erzählte ich von meiner gigantischen Fahrleistung und das mein letzter Tankstopp irgendwann am Sommeranfang war. "Kein Wunder das dein Filter zu ist, du fährst dann ja noch Sommerdiesel, das versulzt." Meinte der Lehrling. Das klingt plausible!
Da stehen sie, die Filter. rechts der Neue, links der Alte.

Bild: Dieselfilter, Alt und Neu

Ich baute alles wieder zusammen, entlüftete ein weiteres Mal mein Kraftstoffsystem und ließ die Karre rund 10 Minuten im Stand laufen. Dabei trat ich einige Male das Gas für einige Sekunden voll durch. Schaut gut aus! Doch jetzt mochte ich auch nicht mehr weiterziehen. In einer Stunde wird das schon wieder dunkel und 100% sicher das ich nicht in 2 km wieder stehen bleibe war ich mir ja nicht. Ich hatte eine andere Idee.
Auf meinem Weg in die Stadt hatte ich eine kleine Kneipe, das Sherwood, passiert. Außen warb ein großes Schild: „Music, Wi-Fi, Ping-Pong, Grill, Stolny, Futbal, Priame Prenosy“ Was auch immer Stolny sein mag, aber den Rest konnte ich interpretieren und Wi-Fi sogar lesen.
Das Innenraumthermometer meines Wagens zeigte noch Temperaturen im zweistelligen Plusbereich so dass ich mir ohne Gewissensbisse meinen Laptop unter den Arm klemmen, und ohne meinen Hund den Weg Richtung Internet antreten konnte.
Rund 90 Minuten lang starte ich auf die Matscheibe meines PC´s und trank dabei 2 Bier zum Preis von je 1,10 Euro. Dann freundete ich mich mit einer jungen Clique vom Nebentisch an. Eigentlich freundeten sich diese Leute eher mit mir an, aber ich hatte nichts dagegen einzuwenden. Abermals 30 Minuten saß ich mit den Jungs und Mädels beisammen und unterhielt mich mehr mit Händen und Füßen als mit Worten. Dann ging ich Heim und holte meinen Hund. Denn im Sherwood sind Hunde herzlich willkommen und ich fühle mich mit meinem Kumpel an der Seite immer wohler als ohne ihn. Vor allem dann wenn er so freundlich aufgenommen wird und gleich ein Hundebier angeboten bekommt.

Bild: Hund in Gaststätte im Slowakischen Roznava

Um Mitternacht sperrte der Barkeeper dann die Kneipentüre zu und setzte sich mit einer Flasche landesüblichem Schnaps an unsren Tisch. Jetzt habe ich zu meiner Schande vergessen wie das Zeug heißt, aber es schmeckt genauso widerlich wie Tzibero, Palinka, Wodka, Rakia und was weiß der Henker was ich nicht sonst noch alles habe kennen lernen müssen. Immerhin war es mir als völlig Fremder mal wider gelungen einer Afterhour Party in einer kleinen lokalen Kneipe beizuwohnen.
So hatte ich die Möglichkeit meine ersten Worte Slowakisch zu lernen. Dakujem was Danke bedeutet und Nastrowje was ich wohl nicht noch einmal übersetzen muss. Das deutsche Wort Prost bedeutet übrigens auch in der Slowakei so etwas wie Dummkopf oder Vollidiot. Außerdem bekam ich einige wertvolle Tipps für meine Fahrtroute die mit ausführlichem Fotomaterial vom letzten Kurzurlaub auf den Mobiltelefonen meiner Freunde dokumentiert wurden.
Gegen halb 4 am Morgen war ich wieder Daheim. Mittlerweile lagen die Temperaturen nicht mehr im zweistelligen Bereich.
Ab in die Falle und den Hund als Wärmflasche verwenden.
Um 2 Uhr des nächsten Tages war ich bei Bila, um 3 war ich wieder Daheim, um halb 4 startete ich meinen Wagen. Um 4 passierte ich eine Tankstelle mit Autogas. Ich bremste. "Can you help me?" Ich hielt meine leere Pulle in der Hand. Der Tankwart schüttelte den Kopf doch ich hatte schon entdeckt was ich zu entdecken verhoffte. "Yes, you can. Pleace!" Ich hob den Adapter von der Gassäule herunter und hielt ihn triumphierend in meinen Händen.
Da liegt der Adapter zum Gasflaschenbefüllen auf der Tanksäule und der sagt mir der kann mir nicht helfen. "Tourist - brrrr." Ich zitterte ein wenig und deutete auf meinen Truck. Der Tankwart verzog sich mit Flasche und Fülladapter hinter den Gastank, so dass ihn ja keiner von der Strasse aus sehen kann und dann machte er sich daran meine Pulle zu füllen. 17 Euro, na wer sagt es den! Ich holte gleich die zweite und die dritte Pulle.
Mit vollen Gasreserven fuhr ich weiter. 60, 65, 70, 80, 85, 90 km/h. Jippi, repariert. Karre läuft wieder!
Dennoch bog ich bald rechts ab, fuhr ein Stück weit über die Felder und parkte dann mitten im nirgendwo

Bild: Mein Wohnmobilstellplatz bei Krasnohorske Podharadie

wo ich erst einmal kräftig einheizte. Lange dauerte es nicht bis das aus dem Bach geschöpfte Wasser auf eine Temperatur erwärmt war das ich mir bei eine angenehmen Dusche den Schmutz meines Wagens von der Haut waschen konnte.
Die frischen Gasreserven sorgten für Bratkartoffeln ohne Reue und dann ging es ins Bett. Ich war irgendwie noch vom Vortag müde.
Gestern bin ich dann zu der Burg hinter Krasnohorske Podharadie gelaufen.

Bild: Blick auf die Burg Krasnohorske Podharadie, durch den Ort

Die Burg wird gerade umgebaut so dass man sie nicht besichtigen kann. Aber ein schmaler Trampelpfad führt um die Festung herum und der Ausblick über den laublosen Winterwald ist schon recht hübsch.

Bild: Aussicht von der Burg Krasnohorske Podharadie

Den heutigen Tag ließ ich dann ruhig angehen. Ich erwachte gegen 9 und beschäftigte mich erst einmal mit Kaffeetrinken. Gegen 10 hielt dann neben mir ein Jeep. Darin: Schwer bewaffnete Jäger! Also Campen sei hier verboten, das sei Jagdgebiet erklärten sie mir in gebrochenem Deutsch. "Na kommt Jungs das ist ein Auto und kein Wildschwein. Das werdet ihr wohl doch auch noch nach 3 Jägermeistern erkennen können. Ein oder zwei Tage, dann bin ich eh weg." "Was machst du den hier überhaupt?" Wurde ich gefragt. "Urlaub!" "Hier?!! Die Jäger schüttelten ungläubig den Kopf und fuhren davon.
Ich hingegen schaltete den PC an und begann diesen Bericht zu schreiben. Gegen 13 Uhr prasselte leichter Schneeregen auf mein Dach und ich schaltete den Rechner wieder aus um erst einmal meine Brennholzkoffer wieder auf maximalen Füllstand aufzustocken.
Jetzt habe ich doch erst kürzlich einen langen Bericht darüber geschrieben wie man den Seilzugstarter eines Werkzeugs mit Benzinmotor repariert. Was glaubt ihr was passiert ist als ich am Starter meiner Kettensäge zog? Richtig! Als ich den Griff ins Gerät zurückschnellen ließ löste sich der Knoten und der Griff sprang in weitem Bogen ins Gebüsch. Trotz langer Suche konnte ich ihn nicht wieder finden. Aber nicht so schlimm, ich kann ja improvisieren.

Bild: Reparierte Kettensäge

Und sollte mir noch einmal das Brennholz ausgehen, dann kann ich immer noch den Startgriff meiner Kettensäge verbrennen.
Jetzt ist es 21 Uhr und zweiundvierzig Minuten, der Bericht ist fertig. ich werde noch die Bilder sortieren und dann den ganzen Krempel auf mein neues Tablett PC kopieren um ihn morgen dann von irgendwo unterwegs veröffentlichen zu können.
Natürlich nur dann wenn ich zufällig an einem W lan vorbeikommen. Aber ich bin da guter Dinge. Hier vorne ist so eine Ortschaft wo ich noch nicht war :-)

Gute Nacht!

Dienstag, 24. Dezember 2013 – Heilig Abend!
Es ist brütend heiß. Ich sitze mit nacktem Oberkörper und bei geöffnetem Fenster vor meinem PC. Starke Sturmböen rütteln an meinem Fahrzeug. Gelegentlich kommt eine davon in einem Winkel angeweht dass sie durch das geöffnete Fenster hineinweht und für angenehme Kühlung sorgt. Zusammen mit den Windböen dringt das monotone Geknatter meines Stromerzeugers in den Wohnraum meines Fahrzeugs. Neben mir steht eine frisch aufgebrühte Tasse Kaffe. Richtig gemütlich!
Ich parke am Fuße eines gewaltigen Bergmassives.

Bild: Wohnmobilstellplatz Tatragebirge Slowakei

Ob das schon das Tatragebirge ist? Um ehrlich zu sein: Ich weiß es nicht! Heute Morgen ließ ich den Kamin ausbrennen und verließ Levoca wo ich 3 Nächte verbracht hatte. Schon nach wenigen Kilometern sichtete ich dieses Gebirge. Ich vergaß völlig dass ich eigentlich nach Poprad fahren wollte und steuerte mein Fahrzeug im Sichtkontakt den Bergen entgegen.
Fünfzehn oder zwanzig Kilometer später parkte ich dann da wo ich jetzt parke.
Ich schaltete den Rechner ein, schrieb einige wenige Zeilen und dann machte ich mich auf, in das kleine Touristenkaff zu marschieren das ich mit dem Wagen durchquert hatte. Skilifte, eine Zahnradbahn, der Wegweiser zu einer Höhle.
Gegen 18 Uhr war ich wieder daheim und mir war sau kalt. Ich heizte den Kamin ein, stellte den Stromgenerator vor die Türe und beschloss die überschüssige Elektrizität dazu zu nutzen mit meiner elektrischen Küchenmaschine Reibekuchenteig zu produzieren.
Irgendwie heizte ich wohl zu viel ein. Denn zusammen mit der Hitze meiner Herdplatte wurde es so heiß im Wagen das ich jetzt nass geschwitzt bin und das Fenster geöffnet habe.
Außerdem bin ich voll gefressen. Phu! Ich hatte einige Reibekuchen mehr zubereitet als ich vor hatte zu essen. Der Sinn bestand darin, morgen, am 1. Weihnachtsfeiertag, etwas Essbares zu haben das ich mir in den Rucksack stecken kann wenn ich auf den Berg hinter meinem Wagen klettere. Aber die Küchlein waren so lecker, ich hab sie alle auf einmal aufgefressen.

Jetzt sitze ich hier und schreibe die Erlebnisse der letzten 8 Stunden nieder. Dabei enden meine ausführlichen Aufzeichnungen vor rund einem Monat. Ich bin einfach nicht dazu gekommen mich vor den PC zu setzen. Ich habe keine Ruhe dazu gefunden.
Wer glaubt mein Auto sei nach dem Wechsel des Dieselfilters wieder anständig gefahren, der irrt gewaltig. Es sollte mir noch eine ganze Weile Probleme bereiten und mir die letzten Nerven kosten.
Als das Problem dann endlich gelöst war, da hatte ich Kosice erreicht. Die zweitgrößte Stadt der Slowakei. Dort wurde ich dann augenblicklich Opfer der exekutiven Gewalten in diesem Land. Ich kann nur jedem Wohnmobilreisenden empfehlen einen großen Bogen um Kosice zu machen. Mann ist dort nicht willkommen!
Nach der dritten Polizeibegegnung innerhalb weniger Tage wollte ich Kosice fluchtartig verlassen. Morgens, um halb 2 in der Früh. Unmittelbar nachdem eine halbe Hundertschaft Staatssklaven meinen Schlaf gestört hatte. Wie gesagt, ich wollte. Können, können konnte ich nicht!
In Precov war das Leben auch nicht einfacher. Bereits nach der ersten Nacht in dieser Stadt wurde ich von der exekutiven penetriert und zum Weiterfahren genötigt.
In Levoca hatte ich dann meine Ruhe. Aber der Strom reichte nicht mehr um eine ganze Nacht lang den Rechner einzuschalten und einen Reisebericht niederzuschreiben und dort, mitten in der Stadt, meinen Stromgenerator laufen zu lassen, das geht vielleicht in Rumänien, aber hier in der Slowakei bedeutet es schätzungsweise Polizeikontakt und davon hatte ich nun wirklich genug in den letzten Tagen.
Wo war ich stehen geblieben?? Ach ja, am 27. September 2013 bei der Reparatur meiner Kettensäge.
Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich noch das Problem mit meinem nicht fahrenden Fahrzeug gelöst zu haben und deshalb ging ich am nächsten Morgen froh gelaunt los um die Landschaft rund um meinen Wohnort zu erwandern.
Bei meiner letzten Wanderung war ich Richtung Norden aufgebrochen um die Burg hinter Krasnohorske Podharadie zu erreichen. Diesmal brach ich Richtung Süden auf, denn dort lag der „Slovensky Kras“ Naturpark dessen Berggipfel ich aus meinem Fenster sehen könnte, wenn ich mein Wohnmobil andersherum geparkt hätte.
Schnell erreichte ich eine kleine Ortschaft und dort sichtete ich ein Schild zur „Krasnohorska Jaskyna“, der Krasnohorska Cave, wie mich die englische Übersetzung aufklärte. Ich mag Höhlen und deshalb folgte ich dem Wegweiser.
Er führte mich auf den Hinterhof einer Pension und dort verlor sich die Auszeichnung. Egal, ein schmaler Pfad führte von dort bergan und ich folgte diesem Pfad. Vielleicht würde ich die Höhle ja durch Zufall finden und ansonsten … na ja, ansonsten ist morgen auch noch ein Tag.
Schnell gewann ich an Höhe und genoss die Aussicht über die Tiefebene Richtung Roznava.
Ich spazierte weiter den Berg hinauf und erreichte nach einer weitern Stunde den 540 m hohen Gipfel. Skrildovy Kosiar soll dieser Berg wohl heißen. Zumindest steht das auf einem am Gipfel angebrachten Wanderschild.

Bild: Skrildovy Kosiar Wanderschild Slowakei

Ich folge der grünen Wanderauszeichnung Richtung: Zajacia Brana, Hrusov und Stary Les. Jedoch verliere ich den Wegweiser schon bald aus den Augen und spaziere aufs Geradewohl über das sonnige Hochplateau.

Bild: Hochplateau Skrildovy Kosiar, Slowakei

Irgendwann halte ich mich links. Laut meinem GPS Gerät muss sich dort mein Auto befinden und es ist sicherlich schon Zeit den Rückweg anzutreten. Hinter so etwas wie einem stillgelegten Steinbruch klettere ich weglos talwärts. Im Tal gibt es wieder einen schmalen Fahrweg den ich nutze. Schon bald stehe ich vor dem Eingang der Krasnohorska Jaskyna.

Bild: Höhle Krasnohorska Jaskyna

Hab ich sie also doch gefunden, die Höhle.
Der Eingang ist abgesperrt, das Erforschen des Höhleninneren somit nicht möglich. Einer Informationstafel entnehme ich das diese Höhle durch einen schmalen Schacht entdeckt wurde aus welchem frisches Quellwasser austritt. Danach wurde ein künstlicher Stollen in den Berg getrieben um den Zugang zu erleichtern. Nur dieser künstliche Stollen war abgesperrt, das Quellwasser trat, für jeden zugänglich, aus einer runden Betonröhre neben dem künstlichen Eingang aus. Ich schätze dass man, wenn man durch dieses eiskalte Wasser krabbelt, nach 100 Metern die eigentliche Höhle erreicht ohne sich um das Vorhängeschloss kümmern zu müssen. Um es auszuprobieren war mir aber zu kalt. Im Hochsommer vielleicht, falls meine klaustrophobischen Angstzustände es zulassen würden. An den nächsten beiden Tagen spazierte ich abermals Richtung Naturpark. Aber entweder brach ich zu spät auf, die Tage waren zu kurz oder mein Wohnort zu weit entfernt um das Zentrum des Parks erreichen zu können.
Deswegen startete ich am 1. Dezember meinen Motor und fuhr neuen Abenteuern entgegen. Das nächste Fernziel sollte Kosice heißen. Aber ich wollte nicht über die Hauptstrasse fahren, das kann ja jeder. In Krasnohorske Podharadie führte die Nebenstrasse 549 von der Hauptroute ab, mitten hinein in die Berge. Ihr wollte ich folgen. Der Weg würde sicherlich einige Kilometer weiter, aber aller Wahrscheinlichkeit nach auch schöner sein.

Bild: Höhle Landkarte Slowakei

Den passenden Weg kannte ich bereits und noch war ich auch im Glauben mein Auto repariert zu haben und somit verhältnismäßig problemlos die zu erwartenden steilen Passagen auf der schmalen Nebenstrasse befahren zu können.
Anfänglich fuhr mein Wagen auch ganz prima. Den Feldweg zurück auf die Hauptstrasse, diese Bergab bis zu der Stelle an der ich links abbiegen musste. Dann durch den Ort hindurch und an dem Durchfahrt verboten Schild vorbei.

Bild: Höhle Verkehrsschild Slowakei

Ja, ein Durchfahrt verboten Schild mitten auf der 549. Was steht darunter??
„Neplati Pre lz a Majitelov pozemkov?!” Hm, hab ich die Bedeutung solcher Beschilderungen in der Fahrschule gelernt?? Ich kann mich nicht erinnern!
Ein PKW überholt mich während ich nachdenklich vor dem Schild stoppte. Dann ein zweiter, dann ein LKW, dann ein dritter. Dann legte ich einen Gang ein und beschloss das da wahrscheinlich „Bei Schnee und Eisglätte“ steht. Mittlerweile habe ich mir das Schild übersetzen lassen und da steht etwas wie: „Anlieger frei.“ Aber ich wollte ja da lang und somit hatte ich ein Anliegen! Weit kam ich ohnehin nicht mehr. Kaum lag das Durchfahrt verboten Schild hinter mir ging es steil bergan und gleichzeitig mit der Steigung begannen die Probleme mit meinem Fahrzeug. Der Motor begann zu stottern, mal nahm er Gas an und mal eben nicht. Scheiße!
Ich schaltete hinunter in der ersten Gang und erreichte mit ruckartigen Beschleunigungsprozessen, die jeweils nur Sekundenbruchteile andauerten, glücklich eine kleine Parkbucht. Scheiße! Scheiße! Scheiße! Was hat die Karre nur??
Ein freundlicher VIP Leser hat mich per Mail darauf hingewiesen das das Problem vielleicht darin begründet liegt das ich Wasser im Tank habe. Das klingt irgendwie plausibel, schließlich ist der Tank ständig halb leer und somit kann sich Kondenswasser bilden. Wasser ist schwerer als Diesel und setzt sich somit auf dem Tankboden ab. Das was dann angesaugt wird, das ist kein Diesel sondern Wasser und mit Wasser fahren Autos nun einmal sehr schlecht. Also ging ich der Sache auf den Grund. Ich stellte einen Eimer unter meinen Tank und löste die festgerostete Entlüftungsschraube. Rund einen Liter Kraftstoff ließ ich in den Eimer laufen. Aber Wasser, Wasser sah ich nirgends!
Ich prüfte noch einmal die Dieselleitungen auf freien Durchfluss und dann ließ ich den Motor im Stand ein wenig laufen. Standgas, Vollgas - einige Minuten lang. Alles hörte - und fühlte sich toll an. Aber das tat es bei diesem Test auch schon in Roznava. Da ich keine Ahnung hatte woran es liegen könnte und sich der Tag mal wieder seinem Ende neigte beschloss ich die Nacht an diesem Ort zu verbringen.
Bevor ich am nächsten Morgen einen neuen Versuch unternahm ging ich erst einmal eine Runde spazieren.
Mein Weg führte mich durch eine Siedlung die später von Freunden, als ich ihnen das Foto zeigte, als Bronx bezeichnet wurde.

Bild: Bronx Slowakei

Von dort ging es in die Berge und ich konnte einen Blick auf die Ortschaft Paca werfen durch die ich meinen Heimweg antrat.

Bild: Ortschaft Paca Slowakei

Dann wieder durch die „Bronx“

Bild: Bronx2 Slowakei

und vorbei an einem Durchfahrt verboten Schild das auch der dümmste Ausländer interpretieren kann, selbst dann wenn er nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist.

Bild: Durchfahrt Verboten Schild Slowakei

Es muss so gegen halb 3 am Nachmittag gewesen sein als ich den Schlüssel im Schloss herumdrehte und weiter zog.
Problemlos konnte ich den Wendevorgang abschließen. Problemlos fuhr mein Wagen die ersten 70 oder 80 Meter bergan. Weil ich ihn testen wollte trat ich etwas kräftiger auf das Gaspedal als ich es normal tun würde und in den ersten Sekunden freute ich mich auch wie toll mein Auto Gas annimmt.
Doch dann war der Vergaser Leergefahren und der Motor starb ab. Ich stand auf einer schmalen Nebenstrasse, mitten in einer Kehre bei gut 10% Steigung. Ich drehte am Zündschlüssel. Der Anlasser orgelte, doch mein Motor dachte nicht im Traum daran anzuspringen. Ich versuchte es ein zweites, ein drittes und ein viertes Mal. Nichts!
Ich muss hier weg! Zu allem Überfluss steht am Straßenanfang auch noch ein Durchfahrt verboten Schild.
Aber der Motor startete nicht. Ich betätigte den Handhebel der Dieselpumpe und versuchte es erneut. Erfolglos! Irgendwann, nach mindestens 20 vergeblichen Startversuchen bemerkte ich dass das Orgeln meines Anlassers nicht mehr so kraftvoll war wie bei den ersten Versuchen.
Scheiße!
Viele Versuche bleiben mir nicht mehr bevor ich erst einmal meine Starterbatterien nachladen muss. Der muss jetzt anspringen! Jetzt, sofort und auf der Stelle, beim nächsten Versuch! Sonst stehe ich hier 2 Stunden lang mitten in der Kurve und hab noch nicht einmal mehr Strom für den Warnblinker.
Ich besann mich der Technologie aus der Ukraine. Kraftstoffvorleitung abschrauben, von Hand mit Diesel fluten und in einen Reservekanister stopfen der mit einem Stück Brennholz zwischen Fahrerhaus und Wohnkoffer eingeklemmt ist.

Bild: Improvisierter Wohnmobiltank

Ich drehte am Schlüssel und … der Motor sprang an. Vorsichtig fuhr ich ab. Kein Stottern, kein Absterben des Motors. Mein Wagen fuhr prima! Etwa 7 oder 8 Kilometer weit. Dann war der Inhalt des Reservekanisters verbraucht und ich stand schon wieder mitten auf der Fahrbahn.
Ratsche mit 13er Nuss, Plastikpulle zu einem Trichter abgeschnitten, Trichter in den Kanister gesteckt und Kanister unter den Tank gestellt. Dann die Entwässerungsschraube lösen und somit den Kanister aus dem eigenen Tank befüllen. Anschließend wieder Diesel in die Leitung und Leitung in den Kanister. Die Fahrt konnte weiter gehen.
Aber das ist ja kein Zustand, so kann ich ja nicht 50 km bis Kosice fahren. Ich muss zurück nach Roznava. Volltanken! Randvoll, das hatte in der Ukraine schließlich schon einmal geholfen.
Bis Roznava sind es ca. 30 Kilometer. 7 oder 8 Kilometer war ich mit einem Kanisterinhalt gekommen. Somit würde ich rund 25, mit ein wenig Reserve auch 30 Liter in Kanistern benötigen um diesen Weg anzutreten. Dabei verbraucht mein Wagen gar nicht solche gigantischen Mengen Diesel. 30 Liter für 30 Kilometer. Da verbraucht ja ein Panzer weniger. Aber der Pumpt den schönen Diesel ja durch die Rücklaufleitung zurück in den Tank. Deswegen ist der Kanister so fix leer. Und beide Leitungen in den Kanister zu führen, das ist nicht so ohne weiteres machbar da die Rücklaufleitung anders verlegt ist und sich somit nicht in den Kanister legen läst.
Egal, ich hatte ja getankt und nach dem Erwachen würde ich einfach diesen Diesel aus dem Tank hohlen und in Flaschen und Kanister umfüllen, dann würde ich zurückfahren und voll tanken und dann, dann würde das Problem hoffentlich beseitigt sein. Wie damals in der Ukraine.
Aber am Folgetag, jetzt hatte ich erst einmal einen Parkplatz und es wurde schon wieder dunkel.
Ich hatte gerade geduscht und war dabei mir ein Abendbrot zuzubereiten als ich neben meinem Wagen eine Polizeisirene vernahm.
„Was machen sie hier?“
„Urlaub!“
„Hier?“
„Ich wandere gerne und das hier ist ja wohl eine Wanderregion. Ist das ein Problem wenn ich hier eine Nacht stehen bleibe?“
„Nein!“
Die Polizisten verschwanden ganz ohne irgendwas von Durchfahrt verboten zu erzählen oder meine Papiere sehen zu wollen.
Am nächsten Morgen tat ich dann das unvermeidbare. Ich legte eine Plastikfolie unter meinen Tank um den Waldboden beim Umfüllprozess nicht mit Dieselöl zu verunreinigen und dann, zapfte ich meinen eigenen Diesel ab.

Bild: Defektes Wohnmobil tanken Slowakei

30 Liter in 5 dieser hochwertigen, osteuropäischen Reservekanister und 5 Liter in einen deutschen Reservekanister den ich mit Spangurten hinter dem Fahrerhaus befestigte und alle 5 Kilometer bei einem kurzen Stopp aus einem osteuropäischen Kanister neu befüllen wollte.
Auf geht’s! Ich drehte am Zündschlüssen und vernahm den kläglichen Versuch meines Anlassers die Zylinder in meinem Motorblock zu bewegen. Batterie leer! Gestern hatte ich es mit ach und krach noch einmal geschafft zu starten. Danach war ich keine 10 Kilometer mehr gefahren um die Batterien nachzuladen. Dann die kalte Nacht und jetzt waren sie halt völlig am Ende - meine Starterbatterien. Fuck Off! Ich will mir endlich das Land angucken und nicht nur unter meinem LKW herumkrabbeln. Aber da nutzt wohl alles nix, die Batterien müssen ausgebaut und mit dem Ladegerät verbunden werden.

Bild: Mit Bordmitteln. Wohnmobil Starterbatterien Laden in der Slowakei

12,57 Volt, und das bei laufendem Stromerzeuger. Kein Wunder das der Kahn nicht anspringt.
Rund 30 Minuten lud ich die Batterien, dann baute ich alles wieder zusammen und mein Wagen startete.
Drei Mal stoppte ich auf dem Weg zur großen Shellstation in Roznava und füllte meinen Minitank wieder auf. Einige Male hatte ich Angst, aufgrund von Kraftstoffmangel, mitten auf der Hauptstrasse stehen zu bleiben. Aber ich fand immer rechtzeitig genug eine Haltebucht um nachzutanken.
130 Euro wechselten an der Tankstelle den Besitzer. Jetzt war mein Tank voll bis Oberkante Unterlippe wie man so schön sagt und obendrein hatte ich noch rund 20 Liter Diesel in diesen osteuropäischen Reservekanistern.
Ich fuhr bis zu dem großen Truckerparkplatz hinter der Tankstelle wo ich alles wieder zusammenbaute und dann auch gleich die Nacht verbrachte. Die Brent Spar Tanke bietet ihren Kunden ein kostenloses Wi Fi Netzwerk. Aber ich ging dennoch ins Sherwood, wo ich überschwänglich von meinen Freunden begrüßt wurde, den heizen, heizen konnte ich hier nicht. Links neben mir ein mit der Gefahrgutnummer 33 gekennzeichneter Tanklaster. 33, also hoch brennbar. Da kann ich nicht den Kamin anwerfen. Zu allem Überfluss begann es just in dieser Nacht zu schneien. Als ich zurückkam nahm ich dieses Foto von meinem wunderschönen Stellplatz auf.

Bild: Wohnmobilstellplatz Roznava Slowakei

Immerhin hatte ich volle Gasbuddeln und musste somit nicht frieren.
Trotz teuer erkaufter Wärme war an einen erholsamen Schlaf nicht zu denken. Den Truckern neben mir war nämlich auch kalt. Aber sie verfügten anscheinend nicht über eine geräuschlose Gasheizung. Wenn gerade keine Türen geknallt wurden, weil ein Trucker mal pinkeln musste, dann wurde mit Sicherheit irgendwo ein schwerer Dieselmotor gestartet dessen Abwärme den Trucker in der Führerkanzel wärmen sollte.
Ich war froh diesen Ort am nächsten Morgen verlassen zu können.
Zuverlässig startete der Motor, problemlos fuhr mein Wagen von dem Gelände der Tankstelle hinunter, problemlos beschleunigte er auf der Hauptstrasse bis auf 60km/h. Dann setzte der Beschleunigungsprozess aus und das mittlerweile nur allzu vertraute Gestotter begann aufs Neu.
Dabei hatte ich mich so gefreut, gestern, als der Wagen aus dem Kanister befeuert wurde, und ich bei herrlichem Sonnenschein über die Landstrasse glitt, da ist mir ein kleines Gedicht eingefallen das ich, in voller Vorfreude den Fehler bald behoben zu haben, immer wieder vor mich hin summte:

Öl verschmiert und durchgefroren
Doch der Kahn ist nicht verloren!
Der Motor brummt, die Reifen drehen
Die Fahrt kann endlich weiter gehen.


Aber ich hatte mich getäuscht. Der Motor brummte nicht, der Motor stotterte – und zwar besorgniserregend!
Was kann es nur sein? Mit der Kanistertechnologie fährt er. Wie ich es schon in der Ukraine niederschrieb läuft der Diesel dann durch alle Leitungen durch die er auch fließt wenn er aus dem Tank kommt. Nur das er von weiter oben kommt. Groß kann das Problem somit nicht sein. Eine Kleinigkeit, aber welche?
Wahrscheinlich sitzt da irgendwo eine Luftblase in der Leitung, schlussfolgerte ich. Jetzt wird gefahren bis sie sich rausdrückt. Warnblinker an und fahren. Arschlecken!
Der Plan über die Nebenstrasse zu fahren war gestorben und das nicht nur weil ich mittlerweile wusste was auf dem Schild steht. Mit der Karre musst du irgendwo in Zivilisationsnähe bleiben.
Ich tat das was ich mir vorgenommen hatte. Ich schaltete den Warnblinker ein und fuhr mit 50 km/h Kosice entgegen. Anfänglich klappte das auch sehr gut. Aber dann, dann kam die Steigung. Mein Wagen fuhr nur noch Schrittgeschwindigkeit. Irgendwo bei 10 habe ich aufgehört zu zählen wie oft er gänzlich abstarb und ich ihn neu starten musste. Immerhin sprang er wieder an ganz ohne das ich dazu einen Schraubenzieher benötigte und dann, dann konnte ich mich unter starkem ruckeln einige hundert Meter weiter den Berg hinaufquälen bis das er erneut abstarb.
Verdammt! Scheißhausidee mit dem Schrotthaufen auf den Pass zu fahren. Überall uneinsehbare Kehren, kein Pannenstreifen, keine Haltebucht und auch keine Wendemöglichkeit um das verkehrsgefährdende Abenteuer endlich beenden zu können.
Mir blieb gar nichts anders übrig, ich musste weiter bergan. Ich wünschte mir schon fast dass endlich die Bullen auftauchen und mit ihrem Blaulicht den Verkehr hinter mir warnen bevor mir noch einer hinten rein scheppert.
Aber die Bullen kamen nicht und ich verursachte auch keinen Auffahrunfall. Schweißgebadet, und das obwohl mein Heizgebläse, bei meiner enormen Geschwindigkeit, keine Warmluft förderte und es im Fahrerhaus somit saukalt war, erreichte ich irgendwann glücklich den Gipfel. Ab jetzt ging es bergab und mein Auto fuhr problemlos.
Irgendwie hatte ich nicht die Nerven die Aussicht über die kilometerlange Tiefebene zu genießen auf die ich Blicken konnte.
Nach der serpentinenreichen Abfahrt ging die Strasse in eine leicht abschüssige Gerade über. 60, 70, 80, 90 … na wer sagt es denn? Jetzt fährt er! War dann doch ne Luftblase.
Aber er fuhr nur wenige Kilometer. Exakt bis zu der Stelle an der das Gefälle aufhört. Ab da war wieder 50 angesagt.
Ich muss das reparieren! Ich brauch einen Parkplatz wo ich in Ruhe den Karren zerlegen kann. 50 auf einer Geraden, dass kann man ja noch mit seinem Gewissen vereinbaren. Aber es gibt auch Steigungen, und die letzte die ich hinter mich gebracht habe, die sollte mich, objektiv betrachtet, den Führerschein kosten. So kann ich nicht rum fahren, das geht nicht!
Ein braunes Schild steht am Fahrbahnrand. Braun sind Schilder die zu touristischen Sehenswürdigkeiten führen. Dieses war mit den Worten „Zadielska Dolina“ beschriftet und zeigte so etwas wie einen Canyon. Ich setzte den Blinker und folgte der Beschilderung.
Kaum hatte ich die Hauptstrasse verlassen spürte ich beim Fahren nicht mehr dass mein Auto einen technischen Defekt hat. Nein, hier auf der Nebenstrasse, die man ja ohnehin nicht so schnell befährt, da fuhr er ganz normal.
Die Strasse wurde zusehends schlechter. Tiefe Schlaglöcher und teils 10cm über den Fahrbahnbelag herausragende Kanaldeckel galt es zu umfahren.
Schlaglochslalom, das kenne ich ja. Doch was ist das für ein Geräusch? Mein Fahrzeug gab eigenartige, knisternde Laute von sich. Was hat er denn jetzt schon wieder, das muss ne neue Krankheit sein. Hab ich so einen Kanaldeckel gerammt und jetzt schleift die halbe Hinterachse über die Strasse?
Ich stieg aus und schaute nach. Alles sah OK aus und ich fuhr weiter. Parkplatz, ich brauch nen Parkplatz. Es dauerte bestimmt noch einmal 2 oder 3 Minuten bis ich erkannte woher dieses eigenartige Geräusch stammte. Mein Fahrzeug hatte keine neue Macke. Das Gewicht des Wagens zerbrach lediglich die geschlossene Eisdecke auf der Fahrbahn was halt nicht ganz geräuschlos von statten ging.
Die Strasse entpuppte sich als Sackgasse und an ihrem Ende befand sich ein Wanderparkplatz. Mein neuer Wohnort,

Bild: Wohnmobilstellplatz Zadielska Dolina Slowakei

auch wenn es mein Plan war ihn mehr als Schrauberparkplatz zu missbrauchen.
Ein Bächlein spendet mir Duschwasser das es nur noch zu erwärmen galt und dann hieß es: Pennen! Am nächsten Morgen wollte ich mein Auto reparieren.
Am nächsten Morgen weckten mich die Geräusche schwerer Dieselmotoren. Gleich 4 Reisebusse hatten eine Ladung Touristen abgesetzt. Das kleine Restaurant neben dem ich parkte war geöffnet, alles war voll mit Menschen. Darüber hinaus informierte mich ein Schilderwald darüber dass ich in einem Trinkwasserschutzgebiet parkte. Ein gänzlich ungeignetter Ort und Zeitpunkt um Dieselleitungen zu zerlegen.
Also beschloss ich erst einmal dass zu tun wozu dieser Parkplatz gebaut war. Nämlich wandern! Das macht mir eh viel mehr Freude als an der verdammten Karre herumzuschrauben.
Bei bestem Wanderwetter folgte ich also dem einzigen Weg der von meinem Wohnort weg führte, dem weiß verschneiten Weg quer durch den Canyon hindurch.

Bild: Wanderweg Zadielska Dolina Slowakei

Der Canyon selbst ist sicherlich sehr schön. Mann müsste nur einige Bäume fällen um auf seine steilen Felswände blicken zu können. Aber zu so einem Frevel möchte ich unter keinerlei Umständen aufrufen. Ich möchte nur bemerken dass man den Besten Blick auf den Canyon vom Parkplatz aus hat.
Nach 3 Kilometern (laut Auszeichnung) habe ich den Canyon passiert und befinde mich an einer art T-Kreuzung. Unzählige von Wanderzeichen befinden sich an dieser Stelle.

Bild: Wanderwegweiser Zadielska Dolina Slowakei

Ich entscheide mich für rechts. Vorbei an dem geschlossenen Ausflugslokal, das man nur erreichen kann, wenn man bereit ist einen 3 Kilometer langen Fußweg auf sich zu nehmen. Irgendwo führt rechts ein Weg ab den noch niemand vor mir begangen hat. Er ist nicht mit einem Wanderschild markiert, aber er gefällt mir. Frischer Neuschnee, noch keine Fußspuren. Ich bin der Erste und der Schnee liegt nicht so hoch das er einem beim gehen Probleme bereiten würde.
Dieser Weg führt aus dem Tal des Canyons hinaus und ich kann einen Blick über das leicht eingepuderte Mittelgebirge werfen.

Bild: Berge Zadielska Dolina Slowakei

Von nahem schaut das alles viel weißer aus.

Bild: verschneite Slowakei

Deutlich erkennt man meine Fußspuren.
Ich gehe der Nase nach. Irgendwann sehe ich die Dächer einer Ortschaft und beschließe in diese Richtung weiter zu gehen.
Es handelt sich um Hacava. Eine kleine 500 Selen Gemeinde (geschätzt) am Ende einer Asphaltierten Nebenstrasse mitten im Wald. Hier gibt es nichts. Noch nicht mal einen Laden wo man sich hätte ein Brot kaufen können.
Dafür gibt es hier Schafe, und zwar verdammt viele auf verdammt wenig Platz.

Bild: Schafsstall Slowakei

Der kleine Ausbrecher rechts im Bild, der hat das richtig gemacht :-)
Ich folge der wenig bis überhaupt gar nicht befahrenen Strasse und erreiche kurz vor Einbruch der Dämmerung Hajske Vodopady, den Hajer Wasserfall.

Bild: Hajske Vodopady, der Hajer Wasserfall in der Slowakei

Eigentlich ist es nur ein Wasserfällchen. Aber er ist ausgeschildert als sei es ein Wasserfall. Dafür verstehe ich augenblicklich die Herkunft seines Namens. Denn nur wenige hundert Meter nachdem ich den Hajer Wasserfall hinter mir gelassen habe erreiche ich die Ortschaft Haj.
Kleine Brunnen säumen hier den Straßenrand. Sie schauen aus wie richtige Brunnen, nur eben im Miniaturformat. Auch der Eimer den man in die Tiefe hinab läst ist ein wenig klein geraten. Es handelt sich nämlich lediglich um eine Emailletasse, deren Henkel an eine Kette geknotet ist. Ich betrachte die Sache neugierig da ich mich frage wie man mit einem „Eimer“ der nur einseitig an einem Seil befestigt ist, Wasser aus der Tiefe empor fördern soll. Dann erkenne ich dass die hübschen kleinen Brunnen Lug und Betrug sind. Auf ihrer Rückseite befindet sich ein Wasserhahn, ihr Holzdeckel, der in Moldawien das Grundwasser vor Herhabfallendem Laub und andern Verunreinigungen schützen würde und sich seitlich wegklappen ließe, lässt sich gar nicht bewegen.
Irgendwann trifft meine Strasse auf die Hauptstrasse die ich mit meinem Auto befahren wollte und es nicht getan habe weil es nicht fuhr. Dort bog ich rechts ab und rund eine Stunde später, es war so gegen 19 Uhr am Abend, erreichte ich wieder mein Wohn … äh Schrottmobil.
Auch am nächsten Tag parkten einige Reisebusse auf dem Parkplatz den ich dazu nutzen wollte aus meinem Schrottmobil wieder ein Wohnmobil zu basteln.
Ich hielt es für eine wirklich dumme Idee an dieser Stelle, mit all den Touristen, anzufangen den Werkzeugkoffer auszupacken. Rumänien, Moldawien die Ukraine … freie Länder in denen man so etwas tun kann, die liegen hinter mir. Ich befinde mich wieder in mitteleuropäischen Gefilden in denen alles und jedes verboten zu sein scheint und ich schätze das sich daran vor dem erreichen Litauens auch nichts ändert.
Also ging ich wandern. Eh viel schöner als Autoschrauben.
Da ich nun wusste von welcher Stelle man den besten Blick in den Canyon hat, machte ich genau an dieser Stelle ein Foto.

Bild: Zadielska Dolina Canyon Slowakei

Also quasi mehr oder weniger neben meinem Au… Schrotto.
Ich hatte geistig tatsächlich schon mit der Ära Iveco 80-13a in meinem Leben abgeschlossen und irgendwie war ich mir nicht schlüssig ob ich es bedauern sollte, oder ob ich mich darüber freute endlich den blöden Karren los zu sein um mit Daumen und Füßen dort hin zu reisen wo ich eigentlich hin wollte und wo ich nur noch nicht angekommen war weil ich soviel Spritgeld in so kurzer Zeit die mir die Visa genehmigten, nicht auftreiben konnte: Indien!
Aber ganz ohne Auto ist ja auch scheiße. Wo bitte soll ich meinen Lappie einstöpseln wenn ich Reiseberichte schreiben mag??
An diesem Tag entschied ich mich jedenfalls dazu am Ende des Canyons nach links abzubiegen. Ob verschrotten oder reparieren, ich würde es auch noch am Folgetag tun können.
Mein Weg führte mich auf ein wunderschönes, sonniges und weiß verschneites Hochplateau.

Bild: Hochplateau Slowakei

Dann erreichte ich die Ortschaft Borka. Der schönste Teil meiner Wanderung sollte hinter mir liegen, aber zu diesem Zeitpunkt ahnte ich das noch nicht. Ich folgte der, von diesem Ort an geräumten, Strasse talwärts und hielt nach einer Weggabelung Ausschau die mich nach links führen würde.
Einen solchen Abzweig fand ich allerdings nicht. Als ich Kovacova erreichte schaltete ich das GPS Gerät an und bemerkte das ich noch immer dabei war mich von meinem Schrotto, welches mir aber immerhin einen warmen und weichen Schlafplatz zur Verfügung stellte, zu entfernen. Soll ich die Ganze Strecke zurückgehen? Nö! Da wird schon irgendwo eine Weggabelung kommen.
Es gab keine Weggabelung! Der nächste Ort den ich erreichte hieß Drnava und dort suchte mich die Dunkelheit heim. Ich war noch immer dabei mich von meinem Fahrzeug zu entfernen. Unbeirrt ging ich weiter.
Es war bereits stockfinster als ich die Hauptstrasse erreichte über die ich mein Schrotto gequält hatte. Ein Verkehrsschild gab die Entfernung nach Kosice an: 60km.
Stand bei mir in der Gegend nicht irgendwo ein Schild auf dem so etwas wie „Kosice 40km“ zu lesen war? Ich glaube schon und mein Glaube sollte mich nicht täuschen.
In der Stockfinsteren Nacht nahm ich also Anlauf einer slowakischen Hauptverkehrsroute ohne Bürgersteig oder Pannenstreifen 20 Kilometer zu meiner derzeitigen Heimat zu folgen.
Irgendwann, ich weiß es nicht mehr genau, aber es muss nach Mitternacht gewesen sein war ich dann endlich wieder daheim, daheim an dem Ort mit dem man noch vor kurzer Zeit herumfahren konnte.
Feuerchen und ab ins Bett. Morgen ist das Wochenende vorbei, da stehen hier bestimmt keine Reisebusse und ich kann nachsehen ob mein Wägelchen noch zu retten ist. In der Tat, als ich erwachte war der Parkplatz menschenleer und das kleine Restaurant, meinem Wohnort gegenüber, hatte geschlossen.
Auf geht’s, die Dinge tun die getan werden müssen. Aber wo fange ich an? Alle möglichen und unmöglichen Fehlerquellen hatte ich doch schon überprüft.
Ok, bauen wir mal die Dieselpumpe aus und schauen uns das Gerät ganz genau an. Nicht nur unter dem Fahrzeug den Deckel abschrauben und gucken ob der Filter frei ist, sondern so richtig zerlegen, in alle Einzelteile die daran verbaut sind.
Ich legte mich in den Schneematsch unter meinem Fahrzeug, ärgerte mich über die Unzugänglichkeit von einer der drei Befestigungsschrauben, schaffte es schließlich dennoch, zog mir etwas trockenes an und zerlegte die Pumpe auf meinem Wohnzimmertisch.

Bild: Dieselpumpe Iveco 80-13a

Schwarzes Autoblut, auch Öl genannt, tropft aus dem Herz (der Pumpe) meines Fahrzeugs das ich gerade in einer schweren Operation vom restlichen Autokörper getrennt hatte.
Ganz rechts im Bild, das kleine Ding, das ist die Herzklappe. Ein kleines Blechstück das sich mal an den Pumpenkörper schmiegt und somit einen Rückfluss des Kraftstoffes verhindert wenn die Pumpe fördert, und mal vom Saugdruck angezogen wird, so das die kleine Bohrung ungehindert Kraftstoff einlassen kann wenn die Pumpe saugt.
Schön das ich die Funktionsweise der Pumpe verstehe. Noch schöner wäre es allerdings wenn ich an ihr einen technischen Defekt finden würde. Aber ich fand keinen. Alles sah so aus als ob es funktionieren würde.
Unter lauten Flüchen, weil die blöde Schraube einfach nicht in ihr Loch wollte, gab ich meinem Wagen sein Herz zurück.
Toll, Herztransplantation geglückt, aber Fehler nicht gefunden. Was kann es denn nur sein? Ich beschloss das Leitungssystem zunächst einmal wieder mit Diesel zu füllen. So dass ich wenigstens den Motor gestartet bekomme sollten hier die Bullen auftauchen.
Zu diesem Zweck demontierte ich, wie so oft in den letzten Tagen, die Vorlaufleitung meines Kraftstoffsystems und füllte sie von Hand. Diese Vorgehensweise erschien mir einfacher als unter den Wagen in den nassen Schnee zu krabbeln und hundert Mal den Handhebel der Dieselpumpe zu betätigen. Als ich die Leitung wieder anschrauben wollte, fand ich ganz beiläufig den Fehler, den Grund warum mein Auto ein Schrotto war.
Wenn ich es doch nur von Anfang an gewusst hätte, ich hätte den Wagen in unter 10 Minuten repariert gehabt. Ohne neue Filter, ohne Tankstelle. Ich hätte mich noch nicht einmal umziehen müssen. Ratz Fatz wäre das gegangen, ganz ohne mich schmutzig zu machen. Na ja, Händewaschen wäre danach vielleicht angebracht gewesen.
Ich musste lachen als ich es sah. Lachen über mich selbst! Ich hab es selber kaputt gemacht und ich bin nicht drauf gekommen. Oh man!

Mittwoch, 25. Dezember 2013 – 1. Weihnachtsfeiertag

An dieser Stelle habe ich gestern den Computer ausgeschaltet. Es war bereits Mitternacht und ich wollte früh ins Bett damit ich heute fitt und ausgeruht bin um auf den Berg hinter meinem Wagen zu klettern.
Pünktlich um 9 Uhr erwachte ich vom Klingeln meines Weckers, den ich mir wohlweislich am Vorabend gestellt hatte. Ich warf einen Blick aus dem Fenster. War da gestern nicht noch ein Berg? Hab ich nicht am Fuß von so einer Hügelkette geparkt auf die ich aus meinem Fenster blicken konnte? Ich meine schon. Doch heute war kein Berg zu sehen. Nur eine einheitliche graue Suppe die man wohl Nebel nennt.
Ich schaltete den Wecker aus, ging pinkeln und legte einen Neuen Holzscheit in meinen Ofen. Dann beschloss ich noch eine Runde an meinem Kopfkissen zu lauschen. Gegen halb elf stand ich endgültig auf, öffnete die Türe um meinen Hund ins freie zu entlassen und kochte erst einmal einen Kaffee. Es war noch immer nebelig.
Die Zeit von 12 bis halb zwei nutzte ich dazu ein wenig von dem reichhaltig herumliegenden Brennholz in handliche Stücke zu zerlegen und einzulagern. Dann machte ich mich auf den Weg in die Stadt wo ich mir rund 2 Stunden lang kalte Füße holte während ich mit meinen Eltern ein Weihnachtstelefonat führte.

Bild: Skypetelefonie, WiFi im Tatragebirge

Deutlich erkennt man den Berg im Hintergrund. Er schaut aus wie ein Tafelberg, dabei hat er einen Gipfel. Dieser liegt nur, trotz vorgeschrittener Stunde, immer noch im Nebel verborgen.
Als der Akku meines kleinen Skypetelefons nahezu erschöpft war verabschiedete ich mich und betrachtete noch ein wenig den Ort den ich am Vortag nur noch in der Dunkelheit zu Gesicht bekam.
Ich besuchte nicht nur die Talstation der Zahnradbahn, fand eine geöffnete Skipiste und erkundete an welcher Stelle genau der Weg Richtung Höhle abgeht, sondern ich fand auch eine Wanderkarte. Die Hügelkette hinter meinem Wagen ist nicht irgendeine Hügelkette, sondern es handelt sich um das Tatragebirge! Der Berg dessen Gipfel auf dem Bild im Nebel verborgen liegt heißt Slakovsky stit und ist immerhin 2452 Meter hoch. Hügel ist da vielleicht doch das falsche Wort! 5,5 Stunden soll man laut Wanderzeichen bis zu seinem Gipfel benötigen, so etwas wie eine Tour über den Grat, von Gipfel zu Gipfel ist nicht auf der Wanderkarte verzeichnet und so wie ich das Bild des Gebirges in Erinnerung habe, lässt er sich wohl auch nicht auf eigene Faust finden. Aber egal, hoch will ich dennoch, aber bitte bei klarer Sicht.
Das Höchste hier in der Gegend ist wohl Lomnicky stit mit 2643 Metern. Allerdings scheint man diesen, mit einem Tasse Kaffe Geschäft ausgestatteten Ort, nur mit der Seilbahn erreichen zu können. Zumindest ist auf der Karte die ich gesehen habe kein Weg eingezeichnet der dort hinaufführt.
Na ja, wenn ich nicht von der exekutiven des Landes angepöbelt werde, dann habe ich alle Zeit der Welt das herauszufinden.

Aber gestern war ich an der Stelle stehen geblieben an der ich endlich und nach langer Suche den Fehler fand warum der Motor meines Wagens unter Belastung nicht so richtig rund lief.
Um die Fehlerursache zu erklären muss ich leider ein wenig weiter ausholen. Treue Leser meiner Reiseberichte wissen es schon lange. Meine Tankanzeige ist defekt. Das ist sie schon seit immer und ewig. Ich habe den Wagen bereits mit defekter Tankanzeige erworben. In Deutschland habe ich einmal den Versuch unternommen das zu reparieren, aber ein Ersatzteil sollte über 100 Euro kosten, und das war es mir nicht wert. Schließlich kenne ich mein Auto und ich habe es im Gefühl wann der Tank leer ist. Und wenn ich mir nicht sicher bin, dann nehme ich einfach ein herumliegendes Stöckchen und stecke es in meinen Tank. Wenn ich es wieder herausziehe kann ich an ihm, ähnlich wie an einem Ölmessstab, den Füllstand meines Tanks ablesen.
Tja, und genau bei dieser Vorgehensweise habe ich mein Auto kaputt gemacht. Zumindest kann ich es mir nicht anders erklären.
Ich legte meine Taschenlampe auf den Tank um beim festschrauben der Vorlaufleitung ein wenig Licht zu haben. Als ich mich dann, mit der Kraftstoffleitung in der Hand bückte, da sah ich es. Ein kleines weißes Etwas das in dem Metallröhrchen steckte das aus meinem Tank hinausführte. Dem, in den Tank hinabführenden Saugrohr. Was ist das?? Ich griff nach den Etwas und stopfte es so nur weiter zurück in das Saugrohr. Ne ne, das muss da nicht rein, egal was es ist, es muss da raus!
Ich verklemmte die Dieselleitung zwischen Kotflügel und Kofferaufbau und holte eine Pinzette aus dem Spiegelschrank in meinem Bad. Mit dieser Pinzette fummelte ich das weiße Etwas aus der Saugleitung heraus. Ein Holzstück! Da steckte ein Holzstück in dem Saugrohr das den Querschnitt verjüngte. Das war alles! Ein Holzstück! Wahrscheinlich ist es bei einer meiner lang zurückliegenden Füllstandskontrollen von dem Ast abgebrochen den ich in den Tank einführte. Irgendwie wurde es dann angesaugt und hat sich so verklemmt das es nicht genug Diesel Richtung Motor durchgelassen hat. Ein Holzstück, groß wie ein überdimensionales Reiskorn. Nichts weiter, nur ein Holzstück!
Ich schraubte alles wieder zusammen, startete den Motor und fuhr auf die Hauptstrasse. Mein Wagen fuhr wieder. Wie es sich gehört schwamm ich mit rund 90 km/h mit dem fließenden Verkehr ganz ohne dass mein Motor irgendwelche Mätzchen machte. An einer Steigung fuhr ich dann auch mal nur 70, aber das ist bei meinem Fahrzeug normal. Der ist zwar vorne rot und kommt aus Italien, aber ein Ferrari ist es dennoch nicht.
20 oder 30 Kilometer fuhr ich Kosice entgegen. Dann parkte ich mitten im nirgendwo. Bevor ich in einer Großstadt einreise wollte ich noch einmal Strom machen.
Strom machte ich augenblicklich und einmal geparkt ging ich mir am nächsten Tag den kleinen Ort anschauen der sich in rund 10 Minuten Fußweg von meinem Wohnort aus erreichen ließ. Mehr gab es hier auch nicht zu sehen. Es sei den man interessiert sich für flaches und abgeerntetes Ackerbaugebiet. Auch die Ortschaft namens Mokrance war in meinen Augen jetzt nicht so der Bringer. Eher mehr still und ausgestorben. Einziges Highlite: Eine öffentliche Wasserstelle die rege besucht wurde. Ein Messingschild gab Auskunft über die Zusammensetzung des Wassers, scheint was ganz gesundes zu sein so viel Betrieb wie da herrschte. Sehr gesund oder normal gesund, mir war es egal. Hauptsache Wasser und trinkbar und dieses Wasser in der Nähe der Dorfkirche schien trinkbar zu sein.
Deswegen steuerte ich am Folgetag meinen Wagen dort hin um meine osteuropäischen Kraftstoffkanister, die ich noch nicht mit Kraftstoff verunreinigt hatte, dort zu befüllen.

Bild: Wohnmobil Versorgungsstelle Mokrance Slowakei

Wie man sieht musste ich warten bis ich an der Reihe bin.
Mit vollen Wasserreserven ging es dann weiter und bald darauf erreichte ich Kosice.


Weiter geht es in Kosice.


Bild: Danke








Du hast meinen Wohnmobil Reisebericht Slowakei bis an dessen Ende gelesen?
Pleace be social - share waht you like!
Mit einem klick auf diesen Link teilst du meinen Slowakei Reisebericht mit meinem Wohnmobil auf deiner Facebook Pinnwand und empfiehlst ihn so deinen Freunden.
Thank´s for your fairness :-)



© myhomeismycar Wohnmobil Reiseberichte
Empfehle mich
Bitte!