Transnistrien; ein Land das es nicht gibt

Transnistrien! Ich bin wo, oder sagen wir es besser so: Ich war wo, oder ich bin kurz davor, oder auch kurz dahinter; je nachdem wie man es sieht. Auf jeden Fall heißt es Transnistrien und Transnitrien gibt es nicht!
Auf einmal war da ne Grenze. Mitten in Moldova. Die Grenze zu Transnistrien. Bewacht von schweren Panzern. "No entry!" Ein Arm deutet einen Bogen nach links. Dann ein weiterer "Grenzposten", wieder Panzer. Menschen mit Maschinenpistolen die sich wahnsinnig wichtig vorkommen.
Noch war ich mir nicht darüber im Klaren, dass ich es hier mit einer Grenze zu tun hatte. Und schon gar nicht mit der zu Transnistrien. Einem Land das es gar nicht gibt.
Dann kommt eine richtige Grenzstation. "Transnistrien is illegal!" Informiert mich der moldovische Beamte. Der Tansnistrische sieht das sicher anders.
Doch noch sind wir nicht in Transnistrien.
Es war bereits nach 15 Uhr als ich in Chisianau endlich meinen Motor startete. Um diese Jahreszeit bedeutet das noch ca. 2 Stunden Tageslicht zum Fahren. Fahren in der Dunkelheit bedeutet in diesem Landstrich Achsbruch!
Wasser tanken, Brennholz sammeln und Stromgenerator knattern lassen stand auf meiner "To Do" Liste. Schnell fand ich die passende Straße. Ich hatte das ja schon alles zu Fuß erkundet. Was ich nicht fand war eine Tankstelle die mir Kraftstoff für Generator und Kettensäge verkauft. Oder an der ich gar hätte Wasser tanken können.
Über schlecht verlegte Betonplatten ging es im mäßigen Tempo Tiraspol entgegen. Mit einsetzender Dämmerung parkte ich auf einem kleinen Rastplatz an der Bundesstrasse. Im spärlichen Licht des Mondes schritt ich die Allee auf der Suche nach Brennholz ab. Ich hatte meine letzten Scheite in Chisinau verfeuert. Viel Holz gab es hier nicht, aber genug um warm über die Nacht zu kommen.
Es muss so gegen Mitternacht gewesen sein. Ich hatte mich gerade mit einem Buch ins Bett verkrümelt als ich hinter meinem Wagen Stimmen hörte. Jemand rappelte an meinen Hecktüren, starke Lampen erhellten die Umgebung. "Salut! Some Problem?" rief ich aus dem Fenster. Ein Wortschwall rumänisch, moldowisch oder vielleicht auch russisch drang auf mich ein. "Sorry, englisch? German?" "Passport" erwiderte es. "Moment, I am nacked!" rief ich den Nachtruhestörern entgegen. Ca. 2 Minuten später sprang ich angezogen und mit Diktiergerät bewaffnet aus dem Wagen.
Die eigentliche Kontrolle dauerte dann nur wenige Minuten. "Boarder Control" wären sie, erzählen mir die soldatenartigen Gestalten. Transnistrien erwähnen sie mit keinem Wort. Obgleich ich bemerkte, dass die Ukraine doch weit entfernt sei.
Am nächsten Morgen zog ich los die Gegend zu erkunden. Wie ich es aus Moldawien gewohnt war führte mich mein Weg über eintöniges Ackerland, in einer weit entfernten Ebene ein See. Kein Wald, nur ein Wäldchen. Brennholz ist hier Mangelware. Dennoch zerrte ich am Abend einige Äste heim. Wäre es nicht so nasskalt und diesig gewesen, ich hätte gesagt es war ein schöner Tag. Gegen 19 Uhr, ich saß gerade vor dem PC, vernahm ich eigenartige Laute. Irgendjemand oder irgendetwas fummelt da an meinem Wagen herum. Scheki bewegt sich keinen Zentimeter von der Couch, würgt allerdings ein zaghaftes "Buff" heraus. Ich bewaffne mich mit Axt und Taschenlampe, rufe meinem Hund entgegen: "Komm ruhig mal mit", was er sich nicht zweimal sagen lässt, und renne aus dem Wagen. Scheki ist schneller als ich. Laut bellend rennt er um das Auto und bleibt nach rund 30 Metern immer noch bellend stehen. Als ich um das Fahrerhaus herumkomme sehe ich nur noch eine Gestalt in zügigen Schritten davoneilen.
Ich überprüfe die Türen des Fahrerhauses und die äußeren Stauräume. Alles wirkt unangetastet. Noch einmal Glück gehabt!
Heute Morgen beschäftigte ich mich dann damit den alten Reifen unter meinem Chassis zu befestigen. Den besseren der zwei Vorderreifen habe ich als Ersatzrad mitgenommen. Zwar ist es nur das Gummi, eine Felge dazu habe ich nicht. Aber im Fall des Falles wird mir wohl jede kleinere Autowerkstatt preisgünstig weiterhelfen können. Außerdem habe ich mal gehört, dass es technisch machbar sein soll einen LKW Reifen mit Bordmitteln auf die Felge zu drücken.
Glücklicherweise führe ich seit Buzau einige Kanthölzer mit. Aus diesen baute ich einen viereckigen Rahmen welchen ich in dem Fahrgestell meines Wohnmobiles verkeilte. Mit einem Ratschengurt zurrte ich nun den Reifen daran fest.

Bild: Wohnmobil Reserveradhalterung Transnistrien

Ich kletterte gerade schmutzig und fluchend unter meinem Wagen hervor als ein zweiter LKW auf meinem Parkplatz stoppte. Wahrscheinlich fragte mich der Fahrer ob ich Hilfe benötige. Ich wiegelte mit: "Ok, Ok, No Problem!" ab und zeigte auf das was ich gerade am tun war. Anscheinend wurde ich nicht verstanden, denn bevor der LKW weiter zog bekam ich eine Flasche Wasser und zwei belegte Brote geschenkt.
Ich finde das eine total nette Geste, das muss ich mal loswerden. Da steht einer und hat ne Panne. Wahrscheinlich ist er nicht darauf eingestellt längere Zeit unterwegs zu sein. Er wollte doch nur mal eben … und dann ist die Karre kaputt und er muss hungrig und durstig im Dreck rum kriechen. Da kann man sich doch solidarisch zeigen und sein Pausenbrot verschenken. Kann der hilfreiche Mann ja nicht wissen dass ich alles selber habe. Ich denke ich werde diese Verhaltensweise kopieren.
Ich war gerade mein Werkzeug am zusammenpacken als abermals ein LKW auf meinem Parkplatz anhielt. Der Fahrer holte einen Schlauch und zwei Kanister aus einem Staufach, schritt zielstrebig auf seinen Tank zu und begann einige Liter Diesel umzufüllen. Ich ging auf ihn zu: "You sell?" Ich rieb Daumen und Zeigefinger aneinander und deutete dabei auf die Kanister. Der Mann nickte. "How much?" Abermals rieb ich Daumen und Zeigefinger aneinander. Der Mann zuckte mit den Schultern. Ich holte Zettel und Stift und der Trucker schrieb "200" auf mein Papier. Ich schrieb "20 litre?" daneben. Der Mann nickte. Wir waren im Geschäft. 20 Liter Diesel für umgerechnet 60 Cent pro Liter.
Meine Mutter lehrte mich seinerzeit: "Der Hehler ist wie der Stehler." Aber was war gleich noch mal ein Hehler? Ich habe es vergessen!
Bevor ich den Wagen startete um endlich aufbrechen zu können wusch ich mich notdürftig. Für eine richtige Dusche, die ich dringend nötig hätte, reichen meine Wasserreserven nicht mehr aus. Dann steckte ich den Schlüssel ins Schloss, drehte ihn herum … und nichts geschah. Keine bunten Kontrolllämpchen die sonst so lustig aufblitzen auch nicht das vertraute Knacken im Zündschloss das mein Wagen sonst immer von sich gibt wenn ich die Vorglühanlage betätige. Nichts! Kein Strom weit und breit!
Hatte ich bei meinen Arbeiten unter dem Wagen ein Kabel abgerissen? Eigentlich nicht. Dass ich die Verkabelung einer Heckleuchte oder eines Bremslichtes abgerissen habe, das könnte ja noch angehen. Aber die komplette Bordelektrik? Ein Marder? Als erstes warf ich einen Blick auf meine Batterien. Ich brauchte den Fehler nicht lange suchen.

Bild: Wohnmobilbatterien Diebstahl Transnistrien

Ein Kabel war abgekniffen. Das war kein Marder, das war ein Seitenschneider oder eine Blechschere. Der Typ von gestern Abend, der wollte meine Batterien stehlen! Wäre ich nicht zu Hause gewesen, ich hätte jetzt zwei Batterien weniger. So sind mir nur 2 Zentimeter Kabel abhanden gekommen.
Das Problem ist nur das die Gewinde in meinen Polklemmen ausgenudelt sind. Ich habe sie seinerzeit in Österreich aufgebohrt und die Schrauben von unten gekontert. Leider hab ich billige Schrauben verwendet. Ein Lösen nach ca. 4 Jahren Wind und Wetter haben sie nicht mehr verkraftet. Also war das Ausräumen des seitlichen Staufaches angesagt. Irgendein ungeschriebenes Gesetz schreibt vor, dass die Dinge die man gerade braucht immer ganz hinten zu liegen haben.
Als mein Wagen endlich wieder funktionstüchtig war, war es bereits kurz vor 4. Nichts wie los, vielleicht finde ich noch Wasser und kann heute Abend duschen.
Wasser fand ich nicht, dafür fand ich Transnistrien!
Ich war keine 20 Minuten unterwegs als ich eine Gabelung erreichte. Ein Schild wies mir den Weg: Tiraspol; Geradeaus! Abermals 5 Minuten später erreichte ich eine militärisch anmutende Straßensperre. Meine Fahrbahn war durch eine Schranke blockiert. Ein Schild gebot: „Stopp!“
Artig stoppte ich meinen Wagen, suchte Blickkontakt zu einem Uniformierten der gerade an seinem Auto herumschraubte und dann, dann fuhr ich an der Schranke vorbei. Niemand hielt mich auf. 30 Sekunden später kam ich um eine Kurve. Unmittelbar dahinter eine rot-weiße Metallabsperrung. Nagelbretter lagen auf dem Boden, schwer bewaffnete Soldaten standen neben einem Panzer. "Odessa?!" rief ich ihnen fragend entgegen und ihr Arm beschrieb einen großen Bogen. "This is Ukrain?" fragte ich und erhielt keine Antwort. "I missed something? Start´s a war?" fragte ich weiter. Der Arm zeigte in die Richtung aus der ich kam und dann irgendwie nach links. Zwei knöchelhohe Wachhunde wuselten um mich herum. Bevor ich mich wieder ins Fahrzeug setzte musste ich die Beiden streicheln. Ein Grenzsoldat begann zu lächeln. "Can I make a picture?" Ich zeigte meinen Fotoapparat. Ein energisches "No!" war die Antwort. "Ok, then not!" Ich kletterte in die Fahrerkabine, startete den Motor und als ich gewendet hatte knipste ich in meinen Rückspiegel.

Bild: Grenze Transnistrien Panzer in Wohnmobilreuckspiegel

Dummerweise stand die Kamera noch auf Zwangsblitz von den Reifenaufnahmen unter meinem Wagen. Ich ärgerte mich über so viel Ungeschicktheit.
Noch vor der ersten Straßensperre die ich nach einem kurzen Halt so einfach passiert hatte bog ich links ab. Die ohnehin schon schlechte Strasse verdient hier noch nicht einmal mehr das Wort Piste. Es geht bergab, es geht bergauf. Hinweg über einen kleinen Fluss. Dann gelange ich an die nächste Straßensperre. Wieder schwer bewaffnete Soldaten, wieder steht ein Panzer mitten im nirgendwo. "Passport!" Werde ich aufgefordert. Ich überreiche das Dokument. "Photo! Photo!" Eine Hand wedelt als wenn sie mich auffordern würde ein Foto zu schießen. Nichts lieber als dass Kollege. Mit dir, deinen schwer bewaffneten Kumpels und dem Panzer im Hintergrund. Ich zücke die Kamera. Der Möchtegern Milizsoldat entreißt mir das Gerät. "Show! Show!" wieder wedelt seine Hand wie verrückt auf und nieder. Der will also meine Bilder gucken und nicht das ich ein neues knipse. Mir rutscht das Herz in die Hose. Wenn der jetzt noch rausbekommt das ein Diktiergerät mitläuft, dann knallt der mich ab. Ich kehre jedes Bisschen Coolness nach Außen das ich in diesem Moment zu bieten habe und zeige dem Kalaschnikowträger meine soeben aufgenommenen Bilder. Und siehe da, an einem Bild von meinem Rückspiegel hat er nichts auszusetzen. Ich erhalte meinen Pass zurück, ein Arm deutet geradeaus und ich darf weiterfahren.
Ich weiß noch immer nicht das ich es hier mit der Grenze nach, wie hieß das Land gleich noch mal? Eben wusste ich es noch. Mal nachschauen, ich hab´s mir aufgeschrieben. Ach ja, Transnistrien, mit der Grenze nach Transnistrien zu tun habe. Noch glaube ich ernsthaft daran hier sei ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Oder so etwas Ähnliches.
Mittlerweile ist es bereits dunkel. Fahren im Dunkeln bedeutet hier Achsbruch! Aber so nahe an den bewaffneten Kriegsspielern möchte ich auch nicht nächtigen. Dann doch lieber Achsbruch. Mein Wagen holpert über das, was hier wohl Strasse genannt wird. Im Schein meiner unzureichenden Beleuchtung versuche ich den Schlaglöchern bestmöglich auszuweichen. Dann wird es hell vor mir. Eine Grenze, eine echte Grenze, so wie ich Grenzen kenne. Ein tankstellenartiges Dach, darunter mehrere Fahrspuren welche von einzelnen Schranken blockiert bzw. geöffnet werden können. Die Beamten schauen aus wie Grenzbeamte und nicht wie Soldaten. Sie tragen Pistolen am Gürtel und keine Kalaschnikow um den Hals.
Eine Beamtin verlangt meinen Pass. "Pass maschina!" Fordert sie weiter. Ich überreiche die Dokumente. 5 Minuten später kehrt sie zurück. Ich darf weiterfahren. 50 Meter weiter die nächste Schranke. "Pass! Deutscher?" Mein Grenzbeamter kann ein kleines wenig deutsch. Was ich geladen hätte will er wissen. "Nix, ist ein Wohnmobil. Warte, ich mach auf." Er leuchtet mit seiner Lampe in meinen Wagen, dann erzählt er mir was von "Declaratie". Hab ich jetzt was verpasst oder ist das ein deutsches Wort. Ist das vielleicht englisch? Ich frage nach: "Deklaratie? Was soll ich deklarieren?" "Deklarieren?" erwidert mein Beamter. "Was ist declaratie?" "First Flor, da parken!" erhalte ich als Antwort.
Motor an, Motor aus. Kann ich denen das in Rechnung stellen? Ich hab nen alten Truck, der mag rennen. An - Aus mag der gar nicht gerne. Wegen "Transnistrien" schalte ich heute bestimmt zum 10. Mal den Motor an und aus. Da hilft nix, ich parke und klettere die Außentreppe eines Bürocontainers hinauf.
"Declaratie" bedeutet so viel wie Eintritt bezahlen. 26 Dollar! Wobei mir nicht gesagt wird ob es sich um amerikanische oder kanadische Dollar handelt. Überhaupt, warum beziffern die Ihre Eintrittsgelder in Dollar? Sind wir in Amerika? Nein, wir sind in Moldova! Hier zahlt man mit moldawischen Lei. Und wenn die Transnistrierer glauben ein eigener Staat zu sein, dann sollen sie mir den Preis gefälligst in transnistrischen Talern nennen aber nicht in Dollar! Wie viel um alles in der Welt sind 26 Dollar? Ich frage wie lange ich für meine 26 Dollar im Land bleiben dürfe. Diese Frage kann die Declaratiemitarbeiterin nicht beantworten. Sie schickt mich eine Etage tiefer zu einer anderen Mitarbeiterin. "The peopel from upstairs send me to here." Ohne ein Wort zu sprechen übereicht mir die junge Frau, die schon wieder ein wenig nach Soldatin ausschaut und die ich viel lieber in den Schmuddelstreifen "Soldatinnen blasen besser" stecken würde als hinter die Panzerglasscheibe des Zollhäuschens eines Möchtegernstaates, ein Wischblatt und deutet auf die englischsprachige Beschreibung.

Bild: Einreiseformular Transnistrien

Fragen meiner Person, wie zum Beispiel: "What should I write by Migration Card?" werden durch gekonntes Schweigen ignoriert. "Term of stay … from … until." "Waht date is today?" Schweigen! Ich hole meinen Fotoapparat aus der Tasche. Er kann nicht nur Fotos machen, sondern mir auch das Datum und die Uhrzeit anzeigen. "No Pictures!" Die Frau kann Englisch! " I just watch for the day. It´s also a chadul" Also, Ankunft: 10.11.2011 und Abreise, na ja, die antwortet ja nicht. Also schreibe ich da 10.12.2011 drauf. Die junge Dame kritzelt noch einige Worte auf den Zettel und schickt mich mit einer abwertenden Handbewegung wieder nach oben. "I think I can stay 30 days now." Ein weiteres Formular. Name, Zuname, Mittelnahme ... verdammt wie schreibt man Matthias? Ich gebe es zu, ich bin zu blöde meinen eigenen Namen zu schreiben. Was braucht der Mensch auch 3 Namen? Und dann auch noch Matthias. Eltern, wie konntet ihr mir das antun? Zum Glück kann ich es vom Pass abschreiben ,so dass ich die vielen H´s und T´s sortiert bekomme. Fahrgestellnummer, Kraftfahrzeugkennzeichen, Personalausweisnummer. Dann ganz viel zum Ankreuzen. Ein Beamter stellt sich hinter mich und hilft mir. "No, No, No, No, No … yes" Ich lese den Krempel bevor ich "No" ankreuze. Der Beamte wird ungeduldig. "No, No, No, No, No, … yes!" Ich lese laut um ihm begreiflich zu machen was ich tue. "Führen sie Waffen bei sich? Drogen? radioaktive Substanzen? Steine oder Juwelen in jeder Form?" Steine! Ich hab nen Schleifstein. In jeder Form steht da!
Ich kreuze Nein an. "Bagage?" Also Gepäck. Na klar hab ich Gepäck. Ich kreuz doch nicht an das ich keines habe. Scheiß auf die Unterhosen, aber ich hab 2 Laptops, nen Fotoapparat, ein GPS Gerät, Teller, Töpfe … . "No!" Erklärt mir der Beamte. Im festen Glauben das Gespräch aufgezeichnet zu haben kreuze ich "No" an und schreibe meinen Hans Wilhelm bzw. S. Hack darunter.
In diesem Moment kommt die andere Frau aus dem Nebenzimmer, deutet auf das Wischblatt von einer Etage tiefer und erklärt mir, dass ich Transnistrien bis 3.15 Uhr verlassen haben müsste. Ohne zu fragen ob die 3 Uhr 15 am Tage oder in der Nacht meint erkläre ich ihr, dass das unmöglich sei. Es sei dunkel, die Straßen seien schlecht und überhaupt hätte ich noch 3 Wochen Visa in Moldova das ich nicht einfach so verschenken wolle. Ich werde wieder nach unten geschickt. Als mich die junge Blasdatin erblickt trompetet sie mir einen unaufhörlichen Redeschwall ins Gesicht. Leider in einer Sprache der ich nicht mächtig bin. Sie beendet ihren Wortfluss mit dem englischen Satz: "Do you understand me?" "The last sentence yes, the Rest not! I can not cros your country in so a short … " Ich werde unterbrochen. Schon wieder dringt ein Wortschwall an meine Ohren von dem ich nichts verstehe. "three fifteen, that´s ouer time!" beendet sie diesmal ihre Ausführungen. "Then give me my Pasport back, I come at an other day!" Das Gespräch, soweit man es denn als solches bezeichnen kann artet ein wenig aus. Ein weiterer Beamter kommt hinzu. Ich glaube er spricht entschieden schlechteres Englisch, ist aber gewillter seine Fähigkeiten anzuwenden. Ich erkläre mein Anliegen. "Unter 10 Tagen Aufenthaltsrecht habe ich keine Lust einzureisen. Ich hätte noch ein wenig zu arbeiten und noch 3 Wochen Visa in Moldowa. Ich hätte gar nicht vorgehabt eine Grenze zu überqueren. "Is this a microfon?" Der Beamte deutet auf meinen Jackenkragen. Scheiß Panasonic Ding, mein Kopfhörer war besser!
Auch wenn ich diesmal sozusagen auf frischer Tat ertappt wurde, rutschte mein Herz nicht ganz so tief in die Hose wie bei der Fotogeschichte. Als der Kalaschnikowträger meine Bilder sehen wollte, war ich mit ihm und seinen fast minderjährigen Kumpels alleine. Wer weiß wie viele Wodkas die schon gekippt haben und auf was für Ideen die kommen. Hier hingegen sind sehr viele Menschen. Auch Zivilisten! Da werden die schon keinen Bockmist bauen. "Yes, it is! For my telephone!" erwiderte ich und der Beamte verliert das Interesse. Wie gut dass tragbare Freisprecheinrichtungen heute zum alltäglichen Straßenbild gehören.
Auf dem Zettel werden einige Worte und Zahlen durchgestrichen, einige neue Worte und Zahlen werden darauf notiert. Dann werde ich wieder nach oben geschickt. Als ich mich umdrehe muss wohl meine Jacke ein Stück nach oben gerutscht sein und so den Blick auf meine zwei ledernen Gürteltaschen freigelegt haben die ich ständig bei mir trage. Binnen von Sekunden befand ich mich in so einer Art schlecht angewendetem Polizeigriff. Ein Zöllner fummelte an meinen Taschen herum und zog meine Taschenlampe und mein Taschenmesser hervor. Für die Taschenlampe verlor er schnell das Interesse, aber das Messer hatte es ihm angetan. Leider war er zu blöde es zu öffnen. "Wait, I help you. It´s only a knife!" Meine Worte wurden ignoriert. Mit roher Gewalt riss der Uniformierte die Klinge nach oben. Der kleine Metallring, der die Klinge sowohl gegen unbeabsichtigtes Öffnen als auch gegen unbeabsichtigtes Schließen schützt und den man vor Verwendung immer ein kleines Stück drehen muss flog im hohen Bogen davon.
Der Möchtegern Grenzer betrachtete das Messer, der Polizeigriff um meine Arme löste sich. Dann bekam ich mein, nun zerstörtes Messer zurück und durfte meinen Weg fortsetzen. Ich finde es erwähnenswert das mich niemand daran hinderte den kleinen Metallring der unter einen Tisch gesprungen war wieder aufzuheben und ihn auch gleich an Ort und Stelle wieder zu montieren. Sie haben einen echt menschlichen Zug, diese Transnistrier.
Eine Etage höher angekommen wurde ich aufgefordert nun die 26 Dollar zu bezahlen. Mir wurde sogar zugestanden dieses in Euro oder auch in Lei zu tun, sollte ich keine Dollar bei mir führen.
"How long can I stay now? The girl down under don´t like to talk in englisch whith me." Die Dame warf einen Blick auf den Zettel und meinte bis 17 Uhr 15. "No, this is to short! I still have 3 weacks Visa in Moldova and it is late in the night. Give me my Passport back, I turn and go back to Moldova. I come back an other day at 7 o´clock in the morning."
Aber der Kollege hätte nun schon meine Einreisedokumente ausgefüllt. Der Betrag von 26 Dollar sei für das Ausfüllen der Papiere. Ich könne doch einreisen und morgen früh zurückkommen. "Und dann zahl ich zwei Mal 26Dollar?! Als ich sagte ich zahle, war ich in dem Glauben ich dürfe 30 Tage lang bleiben. 26 Dollar für 30 Tage ist OK, 26 Dollar für ein paar Stunden sind zu teuer. You are Transnistrien, not Disnayland!"
Die Dame atmete schwer durch und sagte dann: "Ok, you can go! Your documents you get back when you leave the country."
Ok, you can go? War ich im Gefängnis? Ich darf jetzt also gehen. Wegen guter Führung frühzeitig entlassen. Wow! Ich wendete den Wagen und bekam tatsächlich meine Papiere zurück als ich den Schlagbaum passierte. Ich war zurück in Moldova, einem Land das von der internationalen Staatengemeinschaft als ein solches anerkannt wird. Aber wer glaubt die Grenzprozedur sei nun vorbei und ich könne endlich einen Nachtplatz suchen und mir einen warmen Tee kochen, der irrt sich. Wenige hundert Meter weiter erreichte ich den moldovischen Grenzposten. Ich erklärte dem freundlichen und englischsprachigen Beamten was vorgefallen sei und das ich Moldova eigentlich gar nicht verlassen hätte. Kein Problem, Transnistrien sei ein illegales Land. Alles Verbrecher! lässt er mich wissen. Dennoch wollte er 50 Lei Einreisegebühr. Beim Letzten Mal hatte ich 5 Euro bezahlt; also 80 Lei. Ich wollte nur noch meine Ruhe, also bezahlte ich anstandslos. Dann parkte ich rund 300 Meter hinter der Grenze, heizte den Kamin ein und hörte die Audioaufzeichnungen des Tages.
Scheiße! Ich hätte heulen können. So viel Stress für ein paar gute Audios und was hatte ich? Nichts! Rauschen! Knacken! Klacksen! Kein einziges verständliches Wort! Ich hatte das Gerät in der Jackentasche während ich unter dem Wagen herumgeklettert bin. Dabei muss sich der Mikrofonstecker gelöst haben. Das Ergebnis: Alle Aufnahmen des Tages sind hinüber!
Nachdenklich schaltete ich den Computer an und schrieb diese Worte nieder. Jetzt ist es 3 Uhr in der Früh. Mein Kaffeekonsum und die Erlebnisse des Tages, welche immer noch in meinem Kopf rotieren, lassen mich den Gedanken an Schlaf verwerfen. Ich könnte mich zwar hinlegen, aber schlafen, schlafen könnte ich nicht. Ich denke! Transnistrien: 1 Tag. Ukraine: 2 Monate. Russland: Wenn die mich überhaupt reinlassen dann wahrscheinlich nicht länger als 4 Wochen. Ob ich von Russland nach Georgien komme? Ich will es versuchen, aber angeblich ist die Grenze dicht. Kriegerische Auseinandersetzungen! bzw. Staatsfeindschaft, der Krieg ist wohl vorbei. Das wird keine Reise, das wird ne Hetzjagd! In der Türkei könnte ich verschnaufen. 3 Monate darf ich da bleiben. Mit einem bisschen "Grenzenhüpfen" könnte man ein halbes Jahr draus machen. Zeit ein wenig Spritgeld beiseite zu legen. Dann wird es Carnetpflichtig. So weit ich weiß muss ich da mal eben 3500 Teuronen hinblättern. Ich habe 3500 Euro. Mein Notkapital. Es ist für einen neuen Wagen bestimmt sollte der Meinige den Geist aufgeben. Das Geld für das Carnet bekomme ich wieder, es handelt sich um ein Pfand. Wenn ich mein Auto ordnungsgemäß wieder ausführe erhalte ich mein Geld zurück. Wenn mein Wagen, und es ist ja nicht der Neueste, jetzt aber in einem Land des Carnetverbundes seinen Geist aufgibt, dann ist nicht nur mein Wagen weg, sondern auch das Geld von dem ich mir einen Neuen kaufen wollte. Da ich ihn dann ja nicht mehr ausführen kann. Ich dachte alle diese Finanzprobleme gelöst zu haben. Schließlich schrieb ich noch in Galati ganz stolz mit meiner HP um die 200 Euro im Monat zu erwirtschaften. Aber ich war kaum von meinem Donautrip zurückgekehrt als ich feststellen musste das irgendwelche tollen Freunde, oder auch Feinde, dafür gesorgt haben, dass ich aus dem AdSence Programm rausfliege. Immer schön auf die Werbung klicken. Danke Leute! Ich hab hunderte von Stunden vor meinem Rechner verbracht um meine Seite für andere Einnahmequellen zu optimieren. Aber an 200 Euro komme ich bei weitem nicht ran und werde es voraussichtlich die nächsten Jahre auch nicht mehr kommen. Scheiße!
Tausende von Ideen geistern in meinem Kopf herum. Aber um sie umzusetzen brauche ich Zeit. Zeit vor meinem PC. Wann soll ich die finden wenn mich ablaufende Visa hetzen? Noch knapp 3 Wochen Moldova! 3 Wochen Zeit vor meinem Rechner. 3 Wochen um Träume wahr werden zu lassen. 3 Wochen! Ich glaub an mich!

13. November 2011. 19 Uhr und 30 Minuten. Der Generator tuckert, ich bin frisch geduscht. Es raucht aus meinem Schornstein. Drinnen hat es angenehme 23 Grad. Ein Flaschenverschluss mit Wasser den ich heute Morgen auf die Stoßstange gestellt habe ist steif gefroren. Mein Low Budget Thermometer! Das moderne Funkteil war schon letzten Winter kaputt. Einen ganzen Tag habe ich an der transnistrischen Grenze verplempert. Ich stand 500 Meter hinter den Zollhäuschen und hab nachgedacht. Transnistrien ich komme! Ukraine ich komme! Russland ich komme! Zurückfahren, dass kann ich immer noch! Selbst wenn ich 2000 Kilometer in 4 Tagen fahren muss, das ist immer noch billiger als ein Satz neue Vorderreifen. Und dann, dann bin ich zurück in Europa, dann habe ich Zeit einen neuen Anlauf zu planen.
Die wichtigsten Dinge habe ich erledigt. Während eines nachdenklichen Spaziergangs fand ich Feuerholz. Zwei kleine umgestürzte Eichen. Trockenes und hochwertiges Brennholz. Außerdem gab es einen kleinen Zufahrtsweg, so dass ich mit meinem Wagen direkt bis an die Bäume heranfahren konnte und mein Holz nicht weit tragen musste. 2 Stunden hat die Aktion gedauert.

Bild: Brennholzeinschlag Transnistrien

Meine neue Kettensäge hat ihren ersten Härtetest bestanden und ich muss die nächsten Wochen auf jeden Fall nicht frieren. Dann ging es weiter. Meine Wasservorräte waren mittlerweile restlos erschöpft. An 3 Tankstallen habe ich angehalten und gefragt: "Ape?" Alle Gefragten waren sehr hilfsbereit, aber was nütz mir ein Wasserhahn auf Toilette wenn ich meinen Wagen betanken will? Dann hatte ich die Nase voll. Wasserhähne gibt es hier nicht, aber Brunnen. Soll ich lange suchen und Diesel verballern oder lange tanken und dann das haben was ich benötige? Ich entschied mich für letzteres. 35 Mal ließ ich den Eimer in die Tiefe des Brunnenschachtes hinab. 35 Mal kurbelte ich ihn wieder hinauf. 35 Mal kippte ich das kostbare Nass von dem Eimer in einen Kanister und von dort in einen aus einer leeren Einwegflasche gebastelten Trichter den ich mit meinem Füllschlauch verbunden und mit Klebeband an meiner Türklinke fixiert hatte.

Bild: Wohnmobil Wassertanken in Transnistrien

Dann hatte ich 200 Liter Wasser in meinem Tank. Über 3 Stunden hat die Prozedur gedauert. Aber gerade eben, gerade eben habe ich geduscht. Schön warm und sehr ausgiebig. Eine Wohltat, die Arbeit hat sich gelohnt! Ganz zu schweigen von dem Kaffee der neben mir steht und mich die Nacht über wach halten wird um zu arbeiten.
Heute bin ich dann mit meinem Hund losgezogen. Das Ziel war es einen unverschlüsselten Internetzugang zu finden. Ergebnislos! Durch 2 Kuhdörfer bin ich gelaufen und habe unaufhörlich die Gegend abgescannt. Nichts! Unglaublich! Aber egal. Selbst wenn ich meine nächste Internetverbindung aus Odessa aufbauen kann, ich habe zu tun. Offline!
Da ich Reiseberichte schreibe und keinen Internetmarketingblog, sag ich an dieser Stelle: "Tschüss Leute, bis in 3 Wochen!"

Von wegen, das immer etwas dazwischen kommt. Aber irgendwie ist es auch gut so, dass Reisen unberechenbar ist. Wir haben Donnerstag, den 17. November; 14 Uhr und zweiundvierzig Minuten. Ich bin gerade von der Ausländerbehörde geweckt worden, und das wo ich bis halb 10 in der Früh mit einem netten Nachbarn geplaudert habe.
Gestern Abend, so gegen 19 Uhr, ich war von einer hübschen Wanderung zurückgekehrt

Bild: Landschaft Transnistrien

hatte gerade etwas gegessen und saß natürlich vor dem PC schlich draußen irgendwer mit einer Taschenlampe herum. Ich blickte aus dem Fenster, der Herumschleicher sah mich, leuchtete sich ins Gesicht und winkte freundlich.
Es war Alex, der gerade auf der Suche nach seinem Hund war. Selbstverständlich half ich beim Suchen und wir hatten den entlaufenen 4-Beiner schnell gefunden. Alex sprach einige Brocken englisch und ich lud ihn ein in meinen Wagen zu kommen. Nach 10 Minuten verabschiedete er sich vorübergehend. Er ging Heim, holte einen kleinen englisch-russisch Übersetzungscomputer so wie eine Flasche Wein, dann kam er zurück. Jetzt habe ich Informationen über Transnistrien. Transnistrien ist ein Staatstaat, ähnlich wie Monaco. Seine Grenze verläuft mehr oder weniger unmittelbar um die zwei Städte Tiraspol und Tighina bzw. Bender. Transnistrien steht unter russischer Kontrolle. Offiziell gibt es diesen Staat nicht, inoffiziell gibt es eine von Panzern und Soldaten bewachte Grenze welche nur sehr schwierig zu passieren ist. Da Transnistrien Geld brauche werden immens hohe Einreisegebühren erhoben. Viele Berufspendler welche täglich zum Arbeiten nach Odessa fahren nehmen einen rund 30 Kilometer langen Umweg in kauf um dieses Land zu umfahren. Alex zeigte mir diesen Umweg auf der Karte, und auch ich werde ihn fahren.
Bis halb 10 saßen wir in meinem Wagen und unterhielten uns wortweise mit der Hilfe eines Computers. "Grenze - Transnistrien - Wo? - malen!" Ich reichte Alex einen Stift und deutete auf die Landkarte. So kam ich an die gewünschten Informationen. Unsre Konversation kam verständlicherweise nur sehr schleppend voran, dennoch war es ein lustiger Abend. Gegen 8 Uhr in der Früh kam dann noch die Schwester von Alex vorbei. Sie hatte Nachtschicht und gerade Feierabend. Nach einem gemeinsamen Frühstück verabschiedeten wir uns voneinander. Am Nachmittag wollte Alex noch einmal vorbeikommen, so dass ich kurz seinen privaten Internetzugang nutzen kann. Außerdem wollte er mir die Strasse zeigen, welche mich Richtung Causeni bringt. Die Strasse um Transnistrien zu umfahren.
Tja, jetzt gerade hupte es vor meinem Wagen. Ich lag noch in den Federn und rechnete mit meinem Freund. Also schaute ich aus dem Fenster. Es war nicht Alex, es war ein Mann der sich als Mitarbeiter der Ausländerbehörde vorstellte. Meine Personalien wurden kontrolliert, ich wurde gefragt was ich hier mache und warum um alles in der Welt mein Wohnort Sofia in Bulgarien sei. Ich mache Urlaub und mein Wohnort sei Sofia weil ich dort einen neuen Pass bekommen hätte. Der Beamte war zufrieden, forderte mich dennoch auf abzureisen. "Bandito!" meinte er. Kriminelle würden mich hier in das nahe Flüsschen werfen und meinen Wagen stehlen. Ich solle im Stadtzentrum parken. Ich erklärte die Sache mit dem Wein und der Ausländerbeauftragte hatte Verständnis. Aber die Nacht solle ich hier auf keinen Fall verbringen, ich solle mich ausschlafen und dann ins Stadtzentrum fahren.
Gott gehen die mir auf den Geist, ich hab hier weit und breit keinen Kriminellen gesehen. Aber was soll ich tun? Ich werde wohl gleich den Motor starten und einige hundert Meter weiter fahren.
Ich hoffe ich treffe vorher Alex. Ich würde wahnsinnig gerne ins Internet.
Alex traf ich nicht. Mit Einbruch der Dunkelheit startete ich den Motor und fuhr von meiner hübschen Wiese

Bild: Wohnmobilstellplatz Transnistrien

hinunter, hinter das Haus von welchem ich glaubte es sei das Zuhause von Alex. Dort verbrachte ich noch zwei volle Tage bevor ich abermals den Motor startete um meinen Weg fortzusetzen. Ich fuhr die wenigen Kilometer bis Armeni Noi. Dort fand ich einen Internetzugang.
Transnistrien – Wikipedia. Ich beginne zu lesen. Alexander scheint mir Unfug erzählt zu haben. Laut Wikipedia ist Transnistrien 3567 km² groß. Es erstreckt sich nahezu über die gesamte östliche Grenzlinie zwischen Moldowa und der Ukraine. Bild: Landkarte Transnistrien Von einem Stadtstaat wie Monaco kann man da wohl nicht reden. Vielleicht habe ich Alexander da aber auch falsch verstanden. Ein weiterer Satz aus Wikipedia der mich ein wenig beunruhigt lautet: „Zu beachten ist, dass man bei der Ausreise aus Moldawien über Transnistrien in die Ukraine keinen offiziellen Grenzposten der Republik Moldau passiert. Mann erhält also bei der Grenzüberschreitung von und nach Moldawien über Transnistrien in die Ukraine keinen Ein – und Ausreisestempel was in weiterer Folge zu Komplikationen führen kann.“
Komplikationen; aha! Das ganze Land scheint eine Komplikation zu sein. Da steht auch: „Der Regierung in Transnistrien werden schwere und regelmäßige Verstöße gegen die Menschenwürde vorgeworfen.“ Und: „Transnistrien ist von keinem anderen international anerkannten Staat diplomatisch anerkannt.“ Sag ich ja, ein Land das es nicht gibt. Allerdings steht dort auch: „Seit 1. März 2008 ist keine Einladung zur Einreise nach Transnistrien mehr notwendig. Jedoch ist bei einem Aufenthalt über Nacht eine Registrierung bei OVER, der Meldebehörde, erforderlich.“ Wenn ich das richtig verstehe bedeutet das wohl soviel, als dass es tagsüber wohl relativ problemlos ist Transnistrien zu passieren. Eine Definition von Nacht wäre irgendwie gut. Meine Wegstrecke durch Transnistrien beträgt bis zur ukrainischen Grenze weit weniger als 100 Kilometer, ich denke das dürfte zu schaffen sein. Außerdem steht auf Wikipedia: „Bedrohungen von Journalisten sind Ausnahmefälle. Zensur ist durch Artikel 28 der Verfassung Transnistriens verboten.“ Also, nix wie auf nach Transnistrien. Schließlich bin ich Journalist und die bedrohen mich nur in Ausnahmefällen. Ich wollte ja Abenteuer, jetzt kommt Transnistrien. Ein bisschen Schiss habe ich schon vor dam Land das es nicht gibt. Aber ich werde da wohl durch müssen.
Während ich diese Zeilen las fasste ich einen Entschluss: Ich würde irgendwo in der Nähe von so einer mit Panzern bewachten Straßensperre einen größeren Spaziergang unternehmen. Ich hätte so gerne ein Foto von den Soldaten neben ihrem Panzer. Jetzt wo ich weiß dass Journalisten nur in Ausnahmefällen bedroht werden, fühle ich mich bei meiner Berufsausübung ja auch gleich viel sicherer.
Diesen Plan verwirklichte ich am 22. November 2011 aus Causeni. Einem Straßenschild entnahm ich das es bis Bender, bzw. Tighina (der Ort hat anscheinend zwei Namen) „nur“ 28 Kilometer Wegstrecke seien. Die Grenze dürfte dann ja wohl einige Kilometer davor kommen. Also, nix wie los:
Ich starte gegen 10 Uhr am Morgen. So früh auf den Beinen konnte ich mir die Chance nicht entgehen lassen die Second Hand Geschäfte auf dem Wochenmarkt hier in Causeni zu betrachten

Bild: Markt Transnistrien

Ein roter Fleece Pulli gefiel mir. 20 Lai, also etwa 1 Euro dreißig fand ich auch nicht zu teuer, aber ich habe mehr Pullis als ich tragen kann, deshalb kaufte ich ihn nicht.
Kurz darauf passierte ich den Hauptbahnhof von Causeni.

Bild: Bahnhof Causeni

Dort war ich schon einen Tag vorher, aber da ist mir was passiert, und dann war der Tag für mich gelaufen.

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Deshalb habe ich meine Pläne einfach um einen Tag verschoben. Ein gutes Stück folgte ich der Bahntrasse.

Bild: Bahntrasse Transnistrien

Sie führt Richtung Norden, exakt da wo ich hinwollte. Leider musste ich die verkehrsfreie Zone recht bald verlassen. Ich folgte der hässlichen Hauptsrasse. Um 11 Uhr 40 sah ich ein Hinweisschild: "Bender: 23 Kilometer"
Um 12 Uhr 35 erreichte ich die schon seit langem ausgeschilderte "Mironositilor". Also eine Kirche. Irgendwie muss das Ding sehenswürdig sein. Für mich war es mehr eine Baustelle.

Bild: Kirche Mironositilor

Ein Schild weist mir den Weg. Diesmal wird Bender mit der Bezeichnung Tighina ausgezeichnet. Noch 14 Kilometer. Ich gehe weiter. Gegen 14 Uhr blicke ich von einer Anhöhe hinunter auf eine große Stadt. Ich folge der Hauptstrasse und sehe kurz darauf die Grenzstation. Eine Schranke, ein Stoppschild. Ich passiere ohne anzuhalten. Dann folgen einige Straßensperren. Autos schlängeln sich im Zick Zack hindurch. Niemand hält an. Auch ich werde von den drei mit Schnellfeuergewehren bewaffneten Soldaten die dort lustlos auf und abgehen nicht angesprochen. Abermals 300 Meter weiter die eigentliche Grenze. Hier werden die Autos angehalten, Fahrer müssen sich ausweisen. Ich nicht! Ich bin Fußgänger! Zügigen Schrittes, und als ob es für mich die allergrößte Selbstverständlichkeit wäre überschreite ich die Grenze. Niemand spricht mich an, niemand fragt nach meinen Papieren. Niemand geht mir auf den Sack. Ich war in Transnistrien! Noch einige hundert Meter lief ich ins Landesinnere, bevor ich mich hinter einem geparkten LKW versteckte, das Teleobjektiv meiner Kamera ganz ausfuhr und dieses nichts sagende Bild schoss.

Bild: Grenze Transnistrien

Vielleicht hätte ich mir einen weniger diesigen Tag aussuchen sollen um Bilder mit maximalem Zoom Faktor zu knipsen. Aber es war halt nun einmal diesig.
Als erstes passierte ich eine Tankstelle. Lohnen sich 26 Dollar Einreisegebühr? Was kostet hier Diesel? Was! 1305 Transnistrische Rubel?!

Bild: Benzinpreise Transnistrien

Wie mag wohl der Wechselkurs sein? Ich ging weiter und schaltete das GPS ein. Schließlich muss ich auf dem Rückweg ja wieder den Grenzposten finden. Luftlinienentfernung zu meinem Wagen: 18,8 Kilometer.

Bild: GPS Gerät Transnistrien

Grenzposten! Rückweg! Würde ich wieder so einfach durch die Grenze kommen? Mir schlotterten ein wenig die Knie. Aber ob ich das Problem jetzt oder später habe ist eigentlich egal. Jetzt heißt es erst einmal mich in Transnistrien umzuschauen, schließlich war ich hier noch nie.
Mein Weg führte mich an einer Gedenkstätte vorbei. Hinter zwei alten Flakgeschützen ein ewiges Feuer. Dahinter, links und rechts von einer hohen Säule, Marmorplatten mit den Namen unzähliger verstorbener. Seitlich davon die Jahreszahlen 1941-1945.

Bild: Kriegsdenkmal Transnistrien

Irre ich, oder sind das die Eckdaten des zweiten Weltkrieges?
Ich sehe einige geparkte Autos. Ein jedes hat die Länderkennung MD auf dem Kennzeichen. Ich dachte ich sei hier in einem separaten Land, aber die Kraftfahrzeugkennzeichen schauen aus wie in Moldova. Ich beschließe nach einem Zigarettenpäckchen Ausschau zu halten. Was steht wohl auf der Steuerbanderole? Die Suche nach einer achtlos weggeworfenen Kippenpackung erweist sich als schwierig. Hier in Transnistrien ist alles irgendwie aufgeräumter und gepflegter als in Moldova oder auch einem der anderen Länder in welchen ich mich die letzten Jahre bewegt habe.
Auch wenn die Kriegsschäden noch nicht überall beseitigt wurden.

Bild: Kriegsschäden Transnistrien

Letzten Endes sammle ich einige Päckchen aus Abfalleimern um sie genauer zu betrachten. Transnistrische Zigarettenverpackungen haben überhaupt gar keine Steuerbanderole! Bei den Autos habe ich mich anscheinend geirrt. Hier zeigt Transnistrien seine Souveränität. Links neben der eigentlichen Kraftfahrzeugkennnummer sieht man die rot-grün-rote transnistrische Flagge.

Bild: KFZ Kennzeichen Transnistrien

Wenn Transniestrien diplomatisch nicht anerkannt wird, kann ich dann als transnstrischer Staatsbürger mit meinem Fahrzeug ins Ausland reisen? Ich meine ich könnte mir ja auch irgendwo ein paar Quadratmeter grüne Wiese kaufen, meinen eigenen Staat gründen und Kraftfahrzeugkennzeichen drucken. Ich könnte auch Bankkonten anbieten. Steuerfrei natürlich. Und Coffeeshops an jeder Ecke. Oh, mir gefällt der Gedanke. Vielleicht sattele ich um. Von Weltreisender auf Diktator *gg
Ich find auch eine Wechselstube. Für einen Euro erhält man 1440 transnistrische Rubel.

Bild: Wechselkurse transnistrische Rubel

Also kostet der Diesel knapp unter einem Euro, genauso viel wie in Moldova auch. Das Zahlen von 26 Dollar Einreisegebühren und die Problematik mit dem fehlenden Ausreisestempel könnte ich mir somit sparen.
Kurz darauf werfe ich einen Blick auf die Lebensmittelpreise.

Bild: Lebensmittelpreise Transnistrien

Kartoffeln 4 transnistrische Rubel? Bei einem Kurs von 1:1440 wären das grob gerundet 0,003 Eurocent pro Kilo Kartoffeln?! Ne, das kann nicht sein. Irgendwie nehmen die das hier nicht so genau mit dem Komma. Der Kurs wird 1:14,4 sein und der Diesel wird 13,05 kosten. Gerne hätte ich ein wenig Geld gewechselt um der Sache auf den Grund zu gehen, aber der kleinste Schein den ich bei mir hatte war eine 50 Lai Note. Und für was bitte soll ich hier in wenigen Stunden 3 Euro ausgeben?
Öffentliche Verkehrsmittel wirken hier genauso abenteuerlich cool wie in Moldawien

Bild: Öffentliche Verkehrsmittel Transnistrien

Auf dem Dach des Fahrzeugs erkennt man klar und deutlich den Methan Tank. Er ist ja auch mit "METHA" beschriftet. Einige der wenigen lateinischen Schriftzeichen die ich in Transnistrien gesehen habe.
Ähnlich abenteuerlich wie die Busse wirken auch die Verkaufsstände für Erfrischungsgetränke.

Bild: Verkaufsstand Transnistrien

Aber es gibt auch große Supermärkte. Ich hatte bereits bei Wikipedia gelesen das Telefon und Internet in der Hand des Konzerns "Sheriff" wären. Anscheinend betreibt dieser Monopolist auch Verbrauchermärkte.

Bild: Sheriff Supermarkt Transnistrien

Wikipedia gelesen … Oh man, ich bekomme die Krise! Bei so kurzen Aufenthaltszeiten die einem Transnistrien zugesteht muss man sich tatsächlich die Informationen über sein Urlaubsland aus Wikipedia holen. Wozu bin ich überhaupt hergekommen?
Es ist bereits nach 16 Uhr und ich beschließe den Heimweg anzutreten. Schließlich liegen noch über 20 Kilometer Fußmarsch vor mir und in unter einer Stunde wird es dunkel. Mein GPS führt mich durch so eine Art Schrebergartenanlage dem Grenzposten entgegen. Dann passiere ich noch ein weiteres Mahnmahl

Bild: Mahnmahl Transnistrien

und dann erreiche ich wieder die Tankstelle die ich schon auf dem Hinweg passiert hatte. Ich biege links ab und 10 Minuten später bin ich wieder an der Grenzstation. Ich verhalte mich genau wie bei der Einreise. Hund an die Leine und einfach durchlaufen. Das klappt! An keiner der 3 Zollstationen werde ich aufgehalten. Hier ist es so einfach nach Transnistrien einzureisen, und ein paar Kilometer weiter nördlich gibt es Straßensperren mit Panzern. OK, schwer bewaffnete Soldaten gibt es hier auch. Aber die stehen dumm in der Gegend herum und interessieren sich einen Dreck für Fußgänger.
Der Rückweg war anstrengend. Fast vollständig lief ich ihn in der Dunkelheit. Immer am Rand der Hauptstrasse. Keinen Meter Waldweg, nichts was irgendwie schön zu laufen gewesen wäre. In Montenegro oder auch in Albanien hätte bestimmt ein freundlicher Autofahrer angehalten um mir eine Mitfahrgelegenheit anzubieten aber hier in Moldawien hoffte ich darauf vergebens. Gegen 20 Uhr und dreißig Minuten erreichte ich meinen Wagen. Die Innenraumtemperatur betrug 9 Grad. Ich öffnete die Brennraumtüre des Kamins so dass Unmengen Sauerstoff in den Ofen eindringen können und kochte ein paar Pfannkuchen. Als der erste Kuchen auf meinem Teller lag züngelten im Kamin die Flammen und es begann langsam wärmer zu werden. Gegen hab 10 lag ich im Bett.
Am nächsten Morgen startete ich den Motor um Slobozia entgegenzufahren. Slobozia liegt viel näher an Tiraspol, der Hauptstadt Transniestreiens, als Cahul an Bender. Von dort wollte ich noch einmal eine größere Wanderung unternehmen.
2 Tage später startete ich den Motor um Causenie zu verlassen. Für umgerechnet etwas über 12 Euro ließ ich meine beiden 11 Kilo Gasflaschen an einer Tankstelle befüllen. Hier in Moldawien ist das Befüllen von Gasflaschen problemlos und preiswert. Besser ich erneure hier meine Reserven als später auf Probleme zu stoßen. Dann fuhr ich in Richtung Slobozia weiter. Ein Hinweisschild fand ich zwar nicht, aber der freundliche Tankstellenmitarbeiter erklärte mir den Weg. Weit kam ich nicht, denn nach ca. 10 Kilometern Fahrt sichtete ich linker Hand einen hübschen Parkplatz. Dort gab es ein Brunnenhäuschen mit schier unbegrenzten Wasservorräten und außerdem einen Wald mit Brennholz.

Bild: Wohnmobilstellplatz

Ich verbrachte 3 Tage an dieser Stelle, erwanderte das Umland, wusch meine Wäsche (und musste am Morgen dann feststellen das sie gefriergetrocknet war)

Bild: gefriertrocknen in Transnistrien

und füllte meine Brennholzreserven auf. Vor einiger Zeit wurden in dem Waldgebiet vor meinem Wagen unzählige Bäume gefällt. Die Baummörder taten dies allerdings auf eine Art und Weise das von jedem Baum noch ein Stumpfen von gut und gerne 30 cm aus dem Boden schaute. Diese Stumpfen eignete ich mir und an

Bild: Brennholz Transnistrien

und zerteilte sie mit der Axt in handliche Stücke. Gutes Brennholz!
Dann ging es weiter, Slobozia entgegen. Mein Weg führte mich über schlaglochreiche Schotterpisten. Schon bald verlor ich gänzlich die Orientierung. An Weggabelungen und Kreuzungen hielt ich einfach an und wartete so lange bis ein Auto kam. Den Fahrer fragte ich dann: “Slobozia? Odessa?“ Er zeigte auf meine Frage hin in irgendeine Richtung und ich folgte seinem Arm bis zu nächsten Weggabelung. Dort wiederholte ich das Spiel. Auf diese Weise erreichte ich nach rund 40 Kilometern Stefan Voda.
Irgendwie war das verkehrt, aber es ist auch ein Weg Richtung Odessa und Grenze, wenn auch nicht der den ich ursprünglich fahren wollte. Aber Egal. Stefan Voda ist laut meiner Karte die letzte Ortschaft vor der Grenze. Also stoppte ich um mein letztes Kleingeld (umgerechnet 5 Euro) auszugeben und meine letzten Tage Aufenthaltsgenehmigung auszunutzen.
Stefan Voda ist ein hübsches Örtchen. Es wirkt wie auf dem Reißbrett entworfen. In schnurgraden Linien verlaufen die Häuserblocks parallel zueinander. Dazwischen sind riesige Grünanlagen, nein, ganze Wälder angelegt. Nach 2 Tagen verscheuchte mich die Polizei. Ich parkte einige hundert Meter hinter dem Ortsausgangsschild auf dem unbefestigten Seitenstreifen der Hauptstrasse. Wenn ich die Polizisten, welche übrigens nicht einmal meine Ausweispapiere sehen wollten, richtig verstanden habe, dann meinten sie ich solle Standlicht einschalten. So viel Strom hab ich dann allerdings nicht. Also fuhr ich am späten Abend wenige Kilometer zu einer innerstädtischen Parkfläche die ich bereits zu Fuß entdeckt hatte.
Am Morgen des 2. Dezember war ich früh auf den Beinen. Ich hatte die Nacht schlecht geschlafen, ich fürchtete mich ein wenig vor dem Grenzübergang. Gegen 7 Uhr am Morgen erneuerte ich meine tragbaren Wasserreserven am Dorfbrunnen, gegen 9 Uhr am Morgen betrat ich ein Internetkaffee um mein letztes Geld auszugeben. Und gegen 10 Uhr war ich unterwegs. Ich war mir zwar nicht sicher in die richtige Richtung zu fahren, denn Wegweiser fand ich nicht und von mir befragte Menschen deuteten wahlweise einmal nach rechts und einmal nach links, aber der Tag war noch jung und ich würde den Weg schon irgendwie finden.

Weiter geht es in der Ukraine.

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Bild: Danke
Bei dem Fahrzeugbewohner und dem Betreiber des amumot LED Shops Andre für 2 hervorragende LED Leuchtmittel. Danke, sie erhellen meine Nacht.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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"Transnistrien, Wohnmobil Reisebericht"
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