Wohnmobil Reisebericht Istanbul

Verhältnismäßig schnell fand ich eine geeignete Parkfläche unter der Autobahnbrücke der E 80. Links von meiner Parkfläche ein Art Baumschule oder einfach nur ein ziemlich großer Blumenladen, vor mir der Betriebshof eines städtischen Nahverkehrs-Unternehmens und um mich herum ein unverschlüsseltes W-Lan Netzwerk. Viel besser hätte ich es nicht antreffen können. Ich ging die Gegend erkunden. Schnell erreichte ich den Bosporus und genoss die atemberaubende Aussicht auf Asien und das imposante Bauwerk von Autobahnbrücke.

Unweit von mir entfernt schwammen einige Luftballons im Wasser. Gegen eine geringe Bezahlung durfte man diese mit dem Luftgewehr eines recht schmuddelig wirkenden „Schießbudeninhabers“ zerstören. In Deutschland undenkbar ! Rechts von mir eine imposante Moschee und auf dem Platz hinter mir ein jahrmarktähnliches Treiben. Menschen mit kleinen Handwagen versuchten ihre Waren anzubieten und wurden dabei nicht selten zum Marktschreier. Kleine Geschäfte verkauften farbenfrohe kulinarische Köstlichkeiten, ein second hand Buchladen führte sogar deutsche Lektüre, und überall waren Katzen. Ich entdeckte einen Dönerladen und wurde zum Kunden. 1 Lire, umgerechnet 50 Cent kostet dieses, auch in Deutschland weit verbreitete türkische Nationalgericht. Leider hat der türkische Döner nicht sehr viel mit dem Deutschen gemeinsam. Ich dachte an ein viertel Fladenbrot, mit `nem Haufen Fleisch, mit Krautsalat, Zwiebeln, Zaziki und dieser super geilen roten Soße die da immer drauf gekippt wird, mit Chilipulver und vielleicht auch ein paar Pommes drin. So ein monströses Teil das man nicht essen kann ohne sich vollständig zu bekleckern. Doch was bekam ich? Ein kleines und obendrein noch halbes Weißbrot, aufgeschnitten und vom fast food Restaurant-Besitzer liebevoll mit kalten Fleischstückchen belegt. Richtig, belegt! Gewissenhaft sortiert er die Fleischstückchen mit seiner Zange damit auch ja überall eins ist und keine Stelle des „Brötchens“ unbelegt bleibt. Anschließend stopft er noch 2 Tomatenscheiben und ein Gurkenstückchen in das Dönerimitat und übereicht mir mein Essen. Erst auf Nachfrage erhalte ich wenigstens etwas Ketchup.
Mit meinem Döner Semmel in der Hand setze ich mich nieder, mein Körper schüttet Endorphine aus, ich fühle mich irgendwie naturhigh und mir kommen die Worte in den Kopf mit denen ich meinen Türkeibericht eingeleitet habe.
Da ich noch keine Ahnung hatte wo sich das Stadtzentrum befindet folgte ich am nächsten Tag dem Bosporus nordwärts Richtung Schwarzes Meer. Mein Weg führte mich durch einen Ortsteil mit teils leicht baufälligen Holzhäusern wie ich sie aus den Niederlanden kenne.

In einem großen Park treffen meine Hunde auf ein freilaufendes Huhn welches ihnen fast zum Opfer gefallen wäre; nur schnelles Handeln von mir und dem Hühnerhalter bewahrten das Federvieh vor dem sicheren Tot. Der Hühnerhalter war sehr freundlich und auch ich nehme es ihm nicht übel das er mit einem Besen auf meinen Schecki eingeprügelt hat. Ich hätte wohl ähnlich reagiert wenn ich einen Besen gehabt hätte, so konnte ich nur mit meinem Rucksack werfen. Auf dem Rückweg fängt es leider an zu regnen, so dass ich frisch geduscht mein Fahrzeug erreiche.
Am 24. ist besseres Wetter. Ich folge dem Bosporus Richtung Süden. Leider gibt es nur selten einen Fußgängerweg direkt am Wasser vorbei. Meistens muss ich die Hauptstrasse nutzen. Dafür sind die sich auf dem Weg befindliche Bauwerke recht hübsch anzusehen.

Gegen 16 Uhr überquerte ich die Galata Brücke auf welcher sich täglich unzählige von Anglern versammeln. Hier ein Bild das ich an einem anderen Tag bei besseren Lichtverhältnissen aufgenommen habe.

Meine Tiere schlossen Freundschaft mit einem Straßenhund

was mir wenig später auf dem total überfüllten Gewürzmarkt

Probleme bereiten sollte.
Ich schlenderte durch die Stadt und über ihre Märkte. Rund 1,5 Stunden später erreichte ich den Eingang von „Grand Bazar“. Ein Wachmann verwehrte mir den Zutritt mit meinen Tieren. Ich ging einen Bogen und erreichte einen zweiten Eingang. Ich versuchte es erneut. Der dort positionierte Sicherheitsbeamte war tierfreundlicher. Er unterzog meine Hunde einem Wesenstest indem er mit seinem Metalldetektor hektisch vor ihren Schnauzen herumwedelte, danach wurde mein Rucksack gescannt und ich durfte eintreten. In den Gewölben des Grand Bazars

befinden sich 4400 Geschäfte, entnahm ich dem Gespräch eines deutschen Touristenpärchens das gerade in einem Reiseführer las. Verkauft wird alles, von A wie Antiquitäten (bzw. das was als Antiquität bezeichnet wird) über Handtaschen, gefälschter und originaler Markenbekleidung, Schach und Bakgammonspiele, Wasserpfeifen, Wandteller,

orientalische Bauchtanzmode, Schmuck, Teppiche, Goldbarren, Lampen und noch ganz viel anderer Krempel von dem ich, selbst wenn ich im Lotto gewonnen hätte, nix gebrauchen könnte.
Ein wenig später befand ich mich auf dem berühmten alten Büchermarkt. In dem Schaufenster einer Metzgerei entdeckte ich ein mir sehr sympathisches Kunstwerk.

Spät in der Nacht erreichte ich den Wagen.
Am nächsten Morgen war nix mit Ausschlafen. Ein Polizist weckte mich mit den Worten „No Parking“. Seine einzigen englischen Vokabeln, anscheinend hatte er diese extra für diesen Auftrag erlernt. Ich hatte keine Lust auf Diskussionen und gab dem Ordnungszerstörer zu verstehen dass ich bald aufbrechen würde, woraufhin er sich auch bald verzog.
Ich startete meinen Wagen und machte mich auf, im Berufsverkehr einer mir unbekannten 12 Millionen Stadt. Am Bosporus rechts Richtung Istanbul Zentrum, folgte ich dem Weg den ich gestern gelaufen war immer auf der Suche ach einer geeigneten Parkmöglichkeit. Ich erreichte das Zentrum, fuhr im stopp and go der Großstadthektik einen Kreis und hatte immer noch keine Parkfläche gefunden. Dann bog ich in eine kleine Nebenstrasse ab. Sie endete an einer T Kreuzung. Rechts ein BMW, links ein teurer Audi. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde die Fahrbahn durch einen Kleintransporter verjüngt. Zu allem Überfluss befand sich der Engpass an einer Stelle mit geschätzten 12% Gefälle. Ich schlug das Lenkrad ein und begann mit meinem Rangiermanöver. Der Kopf kreiste, Spiegel links, Spiegel rechts … Scheiße, toter Winkel. Ich stieg aus und schaute nach. Hinter mir machte mich lautes Gehupe nervös. Eine Gruppe Türken begann Einweiser zu spielen. Wild fuchtelnd gestikulierte jeder in eine andere Richtung und gab Anweisungen in einer mir unverständlichen Sprache. Es hupte immer noch. Nach etwa 15 Minuten und unzähligem hin und her setzen waren meine Kupplungsbeläge einige Millimeter dünner geworden doch ich hatte den Engpass unfallfrei überwunden. Anschließend verließ ich die breiten Hauptstarassen kein zweites Mal. Irgendwann am Nachmittag fand ich die Parkfläche auf der ich auch heute noch ungestört verweile.

Auch hier findet mein Computer das unverschlüsselte W-Lan Netzwerk „Guest“, welches anscheinend große Teile von Istanbul abdeckt.

Da ich nach der ganzen „um den Block Kurverrei“ nicht mehr so genau wusste wo ich war ging ich einfach mal los um mich zu orientieren. Das Erste, was ich sah, waren die Überreste die nach einem Sprengstoffanschlag,

welcher von einem aufgewachten islamistischen Schläfer

verübt worden war, übrig geblieben sind.
Nein, Scherz beiseite ich habe keine Ahnung was da passiert ist und ich kann mir kaum vorstellen dass der von mir beschuldigte, friedlich schlafende Fischer auch nur das Geringste damit zu tun hat.
Ich folgte der Strasse weiter und gelangte recht schnell ans „Goldene Horn“ Einen flussartigen Ausläufer des Bosporus der die Alte von der Neuen Stadt trennt. Diesmal nutze ich die Atatürk Brücke um ins Zentrum zu gelangen. Schnell war ich wieder dort wo ich vor zwei Tagen meine Stadtbesichtigung beendet hatte. Zunächst ließ ich meine Hunde ein wenig im Park spielen und blickte über das Wasser auf den Galata Tower.

Danach besichtigte ich die blaue Moschee, auch Sultanahmet genannt.

Weiter geht's mit meinen Reiseberichten Istanbul 2.

Derzeit im Chat : 0 User.


Auf internet-ohne-schufa.net gibt es einen gratis Tarifvergleich.

Schiebetüren als Raumtrenner

Bei den Betreibern des Nuggetforums für die Empfehlung meiner Reiseberichte aus ihrer Linksammlung. THX!


Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



Denk an mich bei deinem nächsten Amazon Einkauf.

5% deines Einkaufs fließen in meine Reisekasse und ermöglichen es mir auch morgen und übermorgen noch unterwegs zu sein.
Danke!


Du hast meinen Reisebericht:
"Wohnmobil Reisebericht Istanbul"
bis an dessen Ende gelesen.
Pleace be social - share waht you like!
Mit einem klick auf diesen Link teilst du meinen Reisebericht"Wohnmobil Reisebericht Istanbul" auf deiner Facebook Pinnwand und empfiehlst ihn so deinen Freunden.
Thank´s for your fairness :-)


© myhomeismycar Wohnmobil Reiseberichte
my home is my car - and my garden is the world               Willkommen auf der Homepage eines durchgeknallten Aussteigers