blaue Moschee, Sultanahmet Moschee Istanbul

Mehr Bilder der blauen, bzw. der Sultanahmet Moschee findest du in meinem
Wohnmobil Reisebericht Istanbul.
An deren Eingang befindet sich Sicherheitspersonal das genauestens darauf aufpasst dass sich der Besucher auch die Schuhe auszieht. Jeder erhält einen kleinen Plastikbeutel in welchem er sein Schuhwerk tragen kann. Der Innenraum der Moschee ist wie üblich mit Teppichboden ausgelegt welcher sicherlich als Fußpilzbakterienlebensraum dient. Das Sicherheitspersonal fordert einen beim An- und Ausziehen der Schuhe zur Eile auf, um die anstehenden Touristenmassen abgefertigt zu bekommen. Wenn man das Tempelgebäude verlässt blickt man über eine kleine Parkanlage auf den nächsten im Namen Gottes errichteten Prachtbau.

Diese zwei Moscheen

befinden sich geographisch keine 300 m weit von einander entfernt und sie stehen den christlichen Prunkbauten in ihrem Verschwendungswahn um nichts nach. An ihre spitzen, hohen Minarette, von denen einstmals der Muedzin zum Gebet gerufen hat, und an denen heute Lautsprecher befestigt sind, würde ich immer gerne Raketentriebwerke montieren, dann bräuchte ich nicht zu Ala beten, dann könnte ich hinfliegen und mit ihm ein Bier trinken. Oh, der ist ja Moslem, der trinkt gar kein Bier. Dann helfe ich ihm halt seine 99 Jungfrauen zu beglücken. Jede Religion hat halt was Gutes, aber im Zeitalter von Aids ist mir Messwein fast lieber.
Am frühen Abend werde ich von einem Mann angesprochen. Unauffällig verwickelt er mich in ein Gespräch über meine Hunde. Geübt findet er die Überleitung auf sein Lederwarengeschäft. „Hast du auch Hosen?“ frage ich als er mir eine Jacke andrehen will. Ja, die habe er auch. „Wie teuer?“ „Nix teuer, kommst du mit, ist nicht weit.“ Wie teuer? Sag doch mal so `nen ungefähren Preis!“ „Nix teuer, ganz billig, kommst du mit. Ich folgte dem Mann zu seinem Geschäft. Schon von außen sah ich dass ich von innen keine Hose kaufen würde. Marmorboden, hochwertige Innenausstattung, dieses Geschäft könnte sich auch auf der Königsallee befinden. Ich wiegelte ab, dennoch musst ich dem Mann folgen. Meine Hunde seien selbstverständlich willkommen, trotz des leichten Nieselregens der die Zwei in kleine Matschtierchen verwandelt hatte. Ich lehnte ab und knotete die zwei an eine Laterne; wenn die da so reingehen muss ich hinterher den halben Laden kaufen. Ich bekam eine Hose gezeigt. „Gefällt dir?“ „Nicht wichtig, wie teuer?“ „Machen wir auf Maß, gleiche Preis!“ „Wie teuer?“ Nachdem der Verkäufer noch einige Male die Qualität seines Produktes beteuerte zeigte er mir nach aufwändigen Berechnungen das Display seines Taschenrechners. 300 stand dort zu lesen. „Lira?“ „Nein Euro, mache ich für dich Sonderpreis: 220“ „Zu teuer, soviel hab ich nicht, brauchen wir gar nicht weiter reden.“ „Was zahlst du?“ „100“ „100 Euro?!“ „Nein, 100 Lira, wir sind in der Türkei, hier zahlt man in türkischen Lira!“ Mein Gegenüber schluckte und fing an erneut die Qualität seines Produktes zu loben. Ich verabschiedete mich freundlich und der Verkäufer unterbreitete mir ein letztes Angebot: „120 Euro“
Von 300 runter gehandelt auf 120, ich wette für 100 hätte ich das Teil haben können, und 100 wäre noch nicht einmal ein schlechter Preis gewesen. Allerdings immer noch ein Preis der außerhalb meines Budgets liegt. Warum frag ich den „Wie teuer?“ Auf so eine Frage will ich kein „billig“ und auch kein „ganz billig“ hören sondern einen Preis. Ein Preis besteht aus einer Zahl und gegebenenfalls einer Währungsangabe. Die Arbeit mit mir hätte der sich sparen können. Aber wahrscheinlich wickelt er auf diese Weise viele Pauschaltouristen um den Finger und verkauft Ihnen ein Produkt für 200 Euro das er auch für 100 abgeben würde.
Ich machte mich auf den Heimweg. Hier links, da rechts – oder doch geradeaus? Ich weiß es nicht, eigentlich ist es ja auch egal. Ich laufe der Nase nach und inhaliere den „Spirit“ Istanbuls. Das Zentrum habe ich verlassen und nun laufe ich durch einige ärmlich wirkende Stadtteile. Es ist bereits dunkel und ich freue mich 8 weitere Beine als Begleitung zu haben. Plötzlich erreiche ich eine breite autofreie Strasse. Vor wenigen Minuten stand ich noch in einem Viertel mit verfallenen Bauwerken, beobachtete Männer wie sie mit Sackkarren aufgesammelte Plastikverpackungen, Kartonagen und Altmetalle an LKW- Fahrer verkauften und jetzt stehe ich auf einer hell erleuchteten Strasse die nur schwerlich den Eindruck von noch mehr Reichtum und Konsumgesellschaft vermitteln könnte.

Menschen drängen sich dich aneinander, man findet kaum noch Platz zum laufen. Ich hatte die Prachtstrasse Istanbuls gefunden, die Strasse die den bekannten „Taksim Square“ und den „Galata Tower“ miteinander verbindet. Ich laufe die Strasse auf und ab, komme mit einer Gruppe junger Türken ins Gespräch, die mit Trommeln, Gitarren und einem Keyboard bewaffnet laut singend durch die Strassen ziehen um ein Internetvideo zu produzieren und kaufe mir ein weiteres Döner Brötchen. Ohne lange zu suchen erreiche ich gegen 3 Uhr morgens mein Wohnmobil.
Ich hab`s mal wieder geschafft, ich bin in einem Rhythmus der mich bis 17 Uhr schlafen lässt und mich bis um 4 Uhr am Morgen in der Stadt herumtreibt. Genau wie Flitsch, passen sich auch Möff und Schecki problemlos an diesen Rhythmus an.
Istanbul bei Nacht: Die Zeit zwischen 11 Uhr am Abend und 3 Uhr in der Früh ist wohl die beste Zeit für Alternativ- und Individualtouristen die Stadt zu entdecken. Professionelle Touristenabzocker schlafen bereits, die Strassen sind leerer aber die Nachteulen haben sich noch nicht zu Ruhe gelegt. Zwar haben Moscheen, Museen und dererlei Touristenattraktionen geschlossen, aber wen interessieren die schon. Mich interessiert das wahre Leben, und zwar auch das, was sich in der Nacht abspielt. Wer Istanbul besucht, und es versäumt um 3 Uhr morgens durch den Taksim Park zu spazieren oder sich auf ein Büchsenbier am Golden Horn niederzulassen der versäumt etwas. Zwar sind die absolut zentralen Parkanlagen auch in der Nacht recht europäisch, aber wer sich bis in abgelegenere Gebiete vortraut, wird Szenen erleben die er so noch nie gesehen hat. Südlich der Prachtstraße, nur wenige hundert Meter vom Stolz der Stadtväter entfernt trifft sich ab Mitternacht die „Tuntenszene“. Zwischen Diskotheken und Clubs blickt der unbescholtene Tourist auf eine Ansammlung aufgetakelter, langbeiniger und in Minniröcke gekleideter Damen. Erst bei näherem Hinsehen bemerkt er, dass es sich hierbei um „umgebaute“ Männer handelt. Ich empfehle jedem der hier um diese Zeit stadtauswärts, also bergab läuft, die rechte Straßenseite zu benutzen, oder sich darauf einzustellen von diesen umgebauten Schönheiten zum Sex aufgefordert zu werden. Die Angebote sind sehr eindeutig, so beobachtete ich eines dieser geschlechtslosen Wesen wie es mich beäugte und dabei genüsslich an einem Plastik Penis lutschte. Igitt! Wer sich mal so richtig ekeln will sollte also dann doch links laufen. Das ist gruseliger als jede Geisterbahn und billiger obendrein. Gefährlich ist es auch nicht da diese Gegend selbst zur spätesten Stunde recht bevölkert ist. Also, wer Istanbul besucht sollte sich den Thrill auf: 41° 02.173N; 28° 58.782O geben.
In den dunklen Ecken der Parkanlagen rund um das Golden Horn trifft man nach Einbruch der Dunkelheit mit großer Wahrscheinlichkeit auf benebelt wirkende Gestalten die hektisch in Plastiktüten ein- und ausatmen. Seitdem meine motivierte Biologielehrerin zur Drogenpräventionsstunde das Video „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ in den Rekorder geschoben hat, weiß ich auch, was die da tun: Klebstoffschnüffeln! Vielleicht kann ich mich bei der guten Frau an dieser Stelle mal bedanken. Ihr pädagogisch wertvoller Unterricht hat mich dazu veranlasst, nur ein Wochenende später eine kleine Fahrradtour in die Niederlande zu unternehmen. Danke, Frau Heix, sie haben mich gelehrt die Welt aus einem vollkommen anderen Blickwinkel zu betrachten.
Das erschreckende bei diesen Klebstoffschnüfflern ist allerdings deren Alter. Die Jüngsten sind nicht größer als 1 Meter 50. Bemerkenswert ist auch, dass diese Straßenkinder meist entschieden dunkelhäutiger sind als der Durchschnitt. In meinem ADAC Länderlexikon steht, dass in der Türkei 70% Türken, 20% Kurden, 2% Araber und 8%Sonstige leben. Anscheinend gehören diese Kinder meist der kurdischen Minderheit an. Von bizarrer Schönheit sind auch die an den Tagen bevölkerten Hauptstraßen

und Seitengassen.

Am späten Abend des 28.März traf ich in der Parkanlage hinter dem Viadukt

auf eine kleine Gruppe Jungs, die den 19. Geburtstag eines Kumpels feierten. Spontan wurde ich auf ein Gläschen Raki eingeladen und ebenso spontan hatte ich eine Tüte Kartoffelchips, die ich noch in Griechenland gefunden hatte, als Geburtstagsgeschenk anzubieten.
In der Nacht des 29. März entschied ich mich um das Golden Horn zu wandern. Fragt mich nicht warum ich das nachts tun muss, aber ich habe es getan. Neben einer Parkbank glomm ein ausgebranntes Lagerfeuer. Leere Bierbüchsen lagen verstreut in der Gegend herum. Aus einer Laune heraus trat ich gegen eine dieser Büchsen – und siehe da, sie war nicht leer! Ihre ehemaligen Besitzer hatten sie dort vergessen. Ich nahm das Teil an mich und trank es ein wenig später bei dieser Aussicht:

Effes, das türkische Bier heißt Effes, und wer so etwas schon einmal getrunken hat wird sich über den Geschmack gewundert haben. Zumindest ich bemerkte diese süßliche Note. Ein Blick auf die Zutatenliste verschaffte Klarheit. Die rühren da Zucker mit rein. Kein Scheiß, türkisches Bier wird beim Brauvorgang mit Zucker versetzt. Ich denke ich bleibe in diesem Land weitestgehend abstinent, und das nicht nur wegen der hohen Kosten von über einem Euro pro Büchse.
Der kleine Fischmarkt neben der Atatürkbrücke eignet sich bei Nacht zum containern.

Die Fische sind frisch, und mit etwas Glück erwischt man einen den noch keine Katze angeknabbert hat. Es ist schon traurig, diese Tiere werden getötet um entsorgt zu werden. Unweit dieser bald vor sich hin gammelnder Nahrung angeln einige Männer bei einem Lagerfeuer

um neues Leben zu töten.
Der Mensch ist schon eines der widerlichsten Raubtiere die die Natur je hervorgebracht hat. Ohne Rücksicht beutet er seinen Lebensraum aus, was sich nicht nur im Vernichten einstmals lebender Nahrung zeigt. Oder warum muss dieser Turm so leuchten?

Um der Energieprobleme Herr zu werden, stehen tagsüber einige junge Männer auf der Strasse die gelbe Jacken mit der Aufschrift: „I love Nuclear“ tragen. Ob die in ihrer Jugend auch Klebstoff geschnüffelt haben? Ich könnte mich daneben stellen, mit einem T-shirt: „I get any power from the sun“

Auch wenn ich in der Zeit vom 27.März bis zum 6.April hauptsächlich nachtaktiv war, so war ich dennoch auch bei Tageslicht unterwegs. Sei es, weil ich noch im hellen losgezogen bin, oder weil ich noch unterwegs war als es bereits wieder hell war.
Am 30.März traf ich auf dieses Schaf.

Das glückliche Tier hatte hervorragendes Weideland zum grasen. Ob es dort für immer bleiben darf?
Die Fußgängerunterführungen sind wie alles hier marktartig ausgebaut. Für nur 20 Lira kann man in der Schuhgeschäft-Unterführung nagelneue Nixe Schuhe kaufen.

Unweit davon entfernt befindet sich die Unterführung Fahradladen.

Überhaupt könnte ich hier Stadtteile nach bekanten Firmen oder nach Produktgruppen benennen. Wo ein Geschäft ist, das Zangen verkauft befindet sich garantiert daneben ein weiteres das Schraubenzieher führt. Diesen Stadtteil nenne ich Baumarkt.

In einem anderen Teil der Stadt haben fliegende Händler eine Beate Uhse Filiale gegründet.

Terroristen kaufen im Stadtteil Jagd, Sport- und Tötungswaffen

und nikotinsüchtige können im Ortsteil Tabakladen entscheiden von welchem sympathischen Kleinbauern sie ihre Drogen beziehen möchten.

Ich mache keinen Spaß, Tabakhändler sind nicht etwa über die gesamte Stadt verteilt. Nein, sie befinden sich alle (oder nahezu alle) in einem Viertel. Ähnliche Viertel oder Straßenteile gibt es für Fernseher und Antennenzubehör, für Teppiche, für Uhren, Lampen usw. Nur eine eigene Kantine hat jede Händlergruppe und davon meistens gleich mehrere.

Diese fliegenden Händler gehören auch zu meinen bevorzugten Lebensmittellieferanten. Ein dort angebotener Sesamring kostet 0,5 Lira also 25 Cent und liegt somit vollkommen in meinem Budgetbereich. Man sollte hier allerdings die Preise vergleichen und zwar vor dem Kauf. Zwar variiert der Preis für das gleiche Produkt je nach Lage des Händlers zwischen 0,5 und 1 Lira, aber wenn man dem Verkäufer nur sagt, dass man gerne so ein Teil hätte, er es einem reicht, man es anfasst und er dann 3 Lira oder gar 5 Lira fordert guckt man ziemlich dumm aus der Wäsche. Ich bezahle bei diesen kleinen Händlern ausschließlich mit abgezähltem Kleingeld. Ich lege das 50 Kursu Stück auf seinen Wagen, zeige auf das Produkt meines Begehrens strecke den Daumen in die Luft und sage: „One! OK?!“ Bei dem OK deute ich auf das Geldstück. Sollte der Verkäufer Einwände gegen meine Preisvorstellungen erheben so muss er diese im Vorhinein äußern, dann kann ich einfach gehen und mir einen anderen Händler suchen. Davon gibt es schließlich mehr als genug. Wer auf süß steht dem empfehle ich diese glibberig süßen Zuckerringe.

Auch sie kosten zwischen 0,5 und 1 Lira, schmecken absolut penetrant süß, und ich esse täglich mindestens einen. Von zwei hintereinander muss man sich wahrscheinlich auch übergeben. Ab 1 Lira gibt es bei ähnlichen Händlern Pilva. Pilva ist Reis mit irgendetwas drin das mich an weich gekochte Erdnüsse erinnert. Wenn man freundlich nachfragt gibt es sogar Ketchup und Majo gratis obendrauf. Pilva, Sesamringe und Dönerbrötchen sind die billigsten Sattmacher die man hier fertig gekocht kaufen kann. Selber kochen lohnt einfach nicht. Auch geröstete Esskastanien und Miesmuscheln werden von Händlern dieser Art an jeder Straßenecke angeboten. Da ich aber weder auf Kastanien noch auf Miesmuscheln stehe kann ich mich weder zur Qualität noch zum Preis äußern.

Weiter geht's mit meinen Reiseberichten Istanbul 3.

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