Reisebericht Kerch, Ukraine im Winter

Mit Einbruch der Dämmerung ereichte ich am 22. Januar Kerch. Meinen Wohnort wählte ich auf einem Supermarktparkplatz. Als erstes ein routinemäßiger Blick in dessen Abfalleimer. Sie stehen hinter einem Zaun, doch die Pforte ist geöffnet. Leer! Wie immer. Am nächsten Tag schaue ich mir die Stadt an. Kerch ist ein hübsches kleines Städtchen. Es gibt eine kleine Fußgängerzone, und vom Zentrum führen Steintreppen hinauf zu einem Monument. Von dort hat man einen tollen Fernblick über die See, die Hafenanlagen und die eigentliche Stadt. Auch ein Spaziergang entlang der Küste lohnt. Es gibt eine hübsche Uferpromenade, einige Parks, und es ist nicht weit zu laufen bis man das Zentrum verlassen hat und sich in einer ländlichen Idylle wieder findet.
Leider spielte das Wetter nicht mit. Mit meinem Eintreffen in Kerch änderten sich auch die Temperaturen. Selten kletterte das Thermometer über die -5 Grad Marke. In den Nächten fiel es auch deutlich unter die -10 Grad Marke. Dabei wehte ein Wind – nein, ein Sturm der die gefühlte Temperatur locker in den zweistelligen Minusbereich abfallen ließ. Ohne Sturmhaube und lange Unterhose war ein vor die Tür gehen nahezu unmöglich.
Diese Temperaturen sorgten bei mir wieder einmal für technische Ausfälle. Zwar ist mein Wohnbereich schön warm, und nachdem ich mein Ladegerät hab reparieren lassen verfüge ich auch über Elektrizität. Auch meine Wasserleitungen sind, bedingt durch ständiges Heizen nicht eingefroren, aber als ich den Motor starten wollte um Kerch zu verlassen gab mein Anlasser nur noch schwächliche Laute von sich. Meine Starterbatterien hatten sich verabschiedet. Ich schätze, dass eine Mischung aus Spritzwasser und Streusalz irgendwelche Kriechströme verursacht hat welche zur Selbstentladung führten.
Da ich Angst hatte, dass mir mein teures Ladegerät gestohlen wird wenn ich es einfach auf den Batteriekasten lege, baute ich die Batterien aus, stellte sie auf die Toilette und lud eine jede zweieinhalb Stunden mit Hilfe von Stromgenerator und Ladegerät. Am nächsten Morgen sprang mein Fahrzeug zuverlässig wie immer an.
Schnell erreichte ich den Hafen des Fähranlegers und parkte auf dem riesigen Parkplatz den es dort gibt. Eine kleine Wanderung im eisigen Wind ließen mich an Sibirien denken. Selbst das Meer begann zuzufrieren. Eiskristalle hoben sich mit dem Wellenspiel auf der Wasseroberfläche und überall dort wo die Brandung Salzwasser ans Ufer schleuderte bildeten sich bizarre Eisformationen. Selbst ohne Fernglas konnte ich deutlich das russische Ufer erkennen. Am Abend neigten sich meine Brennholzreserven. Ich sägte also etwas neues von einem abgestorbenen Bäumchen das dort herumsteht. Ich war gerade damit beschäftigt als mich ein Mann ansprach. Eindeutig Mitarbeiter dieser Fähr- und Zollanlage. Ich dachte noch: „Jetzt gibt es wieder Ärger!“ Aber nein, der Herr wollte mir nur erzählen ich solle doch das hier im Überfluss wachsende Schilf verbrennen, dann könne ich mir die Arbeit mit dem Sägen sparen.
Später, als ich bei dem freundlichen Herrn im Wohnzimmer saß und auf ein Abendessen eingeladen wurde sah ich, dass der Mann selbst mit Steinkohlen heizt.
Am 28. Januar habe ich mich dann nach den Fährpreisen erkundigt. Niemand spricht englisch, und nach meiner Erkundung war ich im Grunde nicht schlauer als vorher. Ich solle mich mit meinem Wagen in die Warteschlange einreihen, dann müsse ich zur Kasse und alles ginge seinen Weg. Dieses Prozedere verschob ich allerdings auf den Folgetag, da ich die teure Fährfahrt auf jeden Fall im Tageslicht erleben wollte. Immerhin fand ich heraus, dass es im Kassenhaus eine Wechselstube gibt welche mir meine Euros passgenau für das Ticket wechseln kann. Im Grunde ist es ja auch egal was es kosstet. Zahlen muss ich es ohnehin. Darüber hinaus entdeckte ich, dass es in der Wartehalle sowohl eine Steckdose als auch ein kostenloses W Lan Netzwerk gibt und genau dieses nutzte ich vom späten Nachmittag bis zum frühen Abend.

Weiter geht es in Russland.

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