Bei einem Indianer auf der Krim

Als ich Jalta verließ steuerte ich mein Fahrzeug weiter ostwärts, dem Küstenverlauf der Krim folgend. Über serpentinenreiche Nebenstrassen führte mich mein Weg durch die schroffe Felslandschaft welche die Natur hier bildete. Nach ca. 30 Kilometern stoppte ich in einem Seitenweg, direkt neben einem Bach und mit ausreichendem Feuerholz. 2 Nächte verweilte ich dort. Wanderwege Richtung bergauf verliefen sich irgendwann in den Weinbergen und Wanderwege bergab endeten vor dem Zaun eines Touristenressorts.
Immerhin konnte ich dort duschen und meine Brennholzvorräte auffüllen. Dann ging es weiter.
Etwa 50 Kilometer fuhr ich bis ich rechterhand einen alten Wehrturm erblickte. Ein unbefestigter Stichweg führte in diese Richtung. Ich wählte diesen Stichweg und parkte Minuten später direkt am Strand. Als erstes ging es auf, die Aussicht von dem Turm genießen. Herrlich bei dem Sonnenschein. Mein Weg weiter zurück, dem Wasser folgend endete dann aber sehr bald vor einem Militärgebiet. Die Wachsoldaten erklärten mir ich müsse zurückgehen, und das ganz ohne ihre Schnellfeuergewehre auf mich zu richten. Erwähnenswert oder? Am Abend lernte ich dann Simon kennen. Ich war gerade dabei das Feuerholz das ich an meinem alten Stellplatz gesägt hatte in handliche Stücke zu zerhacken, als Simon mit seiner Hündin Jula vorbeispazierte und mich ansprach. Leider fanden wir keine Verständigungsmöglichkeit, aber Simon meinte er sei „Indian“ und wohne unweit von hier in einem Tippi.
Unsre recht wortlose Konversation dauerte wohl 10 Minuten. Später am Abend vernahm ich dann die Geräusche die entstehen wenn man Holz hackt. Ich beschloss in diese Richtung zu gehen um meinen Nachbarn zum Essen einzuladen. Lange saßen wir beisammen und unterhielten uns. Wenn ich alles richtig verstanden habe ist Simon wohl in einer kleinen Stadt unweit der weißrussischen Grenze geboren. Vor zwei Jahren machte er sich mit seinem Hund, seinem Pferd, seiner Ziege und seinem Tippi auf den Weg die Küste zu erreichen. Seit dem lebt er hier.
In der Nacht begann es zu schneien. Am nächsten Tag lag immer noch Schnee in der Luft und es war weiß Gott nicht der beste Tag um eine Wanderung zu unternehmen. Dennoch folgte ich dem verschneiten Strand bis in die nächste Ortschaft. Dort endete der Strand und ich hätte die Hauptstrasse nutzen müssen. Darauf hatte ich keine Lust, also kehrte ich um.
Den übernächsten Tag verbrachte ich mit Simon. Er zeigte mir seine kleine Solarladestation mit welcher er Energie für sein Mobiltelefon und seine Taschenlampe produzierte, lehrte mich das Ziegenmelken und zeigte mir sein kleines Ackeranbaugebiet auf welchem er sein eigenes Grünzeug sowie Tabak für seine Pfeife anbaut.
Als ich abreiste schneite es. Der Boden war gefroren und es kostete mich Mühe meinen Wagen die kleine Steigung von Strand herauszufahren. Erst, als ich mein Wohnmobil am Strand gewendet hatte und es mit Anlauf, und vor allem vorwärts versuchte, gelang es mir. Ich nahm Simon mit bis in die Stadt, und als ich ihn herausließ sammelte ich gleich den nächsten Tramper ein. Er fuhr rund 10 Kilometer mit mir und bedankte sich beim Aussteigen mit 5 Griwna Spritgeld für die Mitfahrgelegenheit. Abermals 20 Kilometer weiter gabelte sich die Hauptstrasse. Links ging es Richtung Simferopol und rechts Richtung Fedosia
Fedosia ist die wahrscheinlich hässlichste Stadt in der ich je meinen Wohnort errichtet habe. Der einzige Grund, warum ich mich dort 2 Nächte aufhielt, war wohl die Internetverbindung die es dort gab und welche es mir ermöglichte über 300 Spam Beiträge a la „Kauf Viagra“ aus meinem Forum zu löschen und eine neue Software aufzuspielen welche die maschinelle Erstellung von Werbebeiträgen in diesem Board verhindert.

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Bild: Danke
Bei mamaleone für die Verlinkung meiner Reiseberichte. Sie schreibt im Forum zur HP und Blogt auf leben-in-italien über ihre Erfahrungen als Italienauswanderer.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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