myhomeismycar, der Kinofilm

Als Christopher Johnson McCandless, alias Alexander Supertramp, 1990 seinen Universitätsabschluss in der Tasche hatte packte er seine 7 Sachen und entfernte sich mit seinem Auto einige hundert Meilen von seiner Heimatstadt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dann ließ er seinen Wagen zurück, verbrannte sein Geld und seinen Pass und machte sich als freier Mann auf die Welt zu entdecken. Nach dem Bestehen vieler Abenteuer erreichte er nach rund 2 Jahren Alaska. Mit einem Jagdgewehr bewaffnet stapfte er durch den Schnee und stieß irgendwann auf einen alten Reisebus in dessen Inneren ein Holzofen eingebaut war. Den "Magic Bus"! Dieses Fahrzeug erklärte er zu seiner Heimat auf Zeit. Dort wollte er den Winter verbringen, in Abgeschiedenheit, nur mit sich selbst und der Natur aus der er sich als Jäger und Sammler versorgen wollte. Als er es schon fast geschafft hatte und der Frühling vor der Tür stand vergiftete er sich mit giftigen Wildpflanzen die er gesammelt hatte und starb daran.
Nach seinen Tot verhökerten seine Angehörigen Christophers Tagebuchaufzeichnungen aus denen letztlich der Hollywoodfilm "Into the Wild" entstand, der Millionen in die Kinokassen einspielte.
In der Aussteigerszene ein absoluter Kultfilm. Auch ich habe ihn gesehen und er hat mir gut gefallen. Ich kenne Into the Wild als Film, als Hörbuch und Into the Wild ist das erste und einzige Buch das ich je in englischer Sprache gelesen habe.
Trotz dieses Lobes wage ich zu bezweifeln das der Protagonist von Into the Wild, ein Mensch der Geld und Ausweis verbrennt, die kommerzielle Ausschlachtung seines Lebenstraumes gewollt hätte. Alexander Supertramp wie sich Christopher McCandless während seiner Reise selber taufte ist tot. Wir können ihn nicht mehr fragen. Leider!
Ich bin nicht tot, ich habe meinen Magic Bus nicht in Alaska gefunden sondern vor weit über 10 Jahren in Deutschland gekauft. Auch er besitzt eine Holzfeuerung die im Russischen Winter bereits an ihre Grenzen gestoßen ist. Mein Magic Bus ist kein zurückgelassener Schrothaufen sondern ein voll funktionsfähiges Wohnmobil. Ich habe auch nicht mein Geld verbrannt um anschließend bei einem Farmer neues zu verdienen. Wenn ich von "Ohne Ziel und ohne Geld - Lebensfroh durch unsre Welt" spreche, dann meine ich das es mir gelungen ist weit über 6 Jahre zu reisen, frei zu sein, ohne dabei mein spärliches Startkapital zu verringern.
Vielleicht ist es anmaßend mich mit Alexander Supertramp zu vergleichen. Der Typ war schon cooler als ich. Hat seine Kohle einfach verbrannt und seinen Pass gleich mit dazu. Diese Traute hatte ich nie. Allerdings lebe ich nicht nur noch sondern ich bin auch viel länger unterwegs. Am Ende würde ich auch gerne mal die Originalaufzeichnungen Lesen. Was haben die Hollywoodregisseure wohl dazu erfunden? Kann ein junger Mann mit Universitätsabschluss tatsächlich so naiv sein, sein Geld zu verbrennen? Nur um Anschließend neues zu verdienen?
Außer unsrem "Magic Bus" und dem Wunsch nach grenzenloser Freiheit und Selbsterfahrung haben wir jedenfalls noch etwas gemeinsam. Auch mein Gesicht wird bald über die Leinwände deutscher Lichtschauspielhäuser flimmern.
Es ist schon Monate her dass ich erstmalig von dem Filmteam kontaktiert wurde. Sie schrieben, ich schrieb zurück. Dann ist lange nix mehr passiert. Jetzt kürzlich flammte der Mailverkehr wieder auf. Dann ein knapp 2 stündiges Telefonat über Skype und danach ging alles ganz schnell. Am 23.09.2013 wollten wir uns an der Dorfkirche der ungarischen Siedlung Repasuta, im Bükk Nationalpark, für den ersten von 3 Drehtermeinen treffen. Pünktlich um 14 Uhr war ich an der Kirche. Aber außer mir war niemand da. Ich schaltete den PC ein und verband mich mit dem Internet. Maileingang:

"Sind noch in der Slowakei. Haben noch 140km vor uns. Kommen erst gegen 16 Uhr."


Ich schrieb zurück dass sich 140km Landstrasse plus Grenzübergang niemals in 2 Stunden fahren lassen und stellte mich darauf ein mein Kino Team erst so gegen 18 Uhr am Abend zu treffen. Es hieß Zeit totschlagen.
Ich ging noch einmal zu der Höhle, surfte ein wenig im Netz, trank ein Bier beim kleinen Dorfladen und so gegen 10 nach 4 beschloss ich meinen Film Leuten entgegenzugehen. Nach Repasuta führt nur eine einzige Strasse, wir werden uns schon irgendwie erkennen sollten wir uns auf dem Stück begegnen.
Ich hatte gerade die Hauptstrasse erreicht als neben mir ein silberner Seat stoppte. Darin Johannes, der Kameramann, und Simon, der Tontechniker.
Nach einem kurzen Kennen lernen, einem Ersten "Hallo", verließ Johannes das Fahrzeug und ich nahm mit meinem Hund auf der Beifahrerseite Platz um Simon zu zeigen wo ich meinen Wohnort gewählt hatte. Kaum hatte er mich abgesetzt wendete er seinen Wagen um Johannes einzusammeln.
Bis wir uns bei Folienkartoffeln zu einer ausgiebigen Lagebesprechung in meinem Wagen versammelt hatten war es dunkel.

Bild: Drehbesprechung mit Johannes Kaczmarczyk im Magic Bus

Rechts im Bild Johannes, links Simon und ganz links, dass bin ich.
Johannes hatte einen Drehplan vorbereitet. Auf einem mit den Worten: "Drehinhalte, Bildstiele, Dokumentarische Erzählweise" beschrifteten Zettel stand so in etwa was sich die Jungs vorgenommen hatten zu filmen, und wie.
"Beobachtend, ruhig. Wenn möglich vom Stativ, auf keinen Fall hinterherlaufen. Roadmovieartig. Essensbeschaffung, Zubereitung von Essen, LKW in Landschaft, Pflege des Wagens, Reparaturen - putzen, Kontaktaufnahme und Kommunikation mit fremden Leuten, Routine Rituale: Körperpflege, (Zähneputzen Rasieren) Morgensport Liegestützen …"
Diese und viele andere Dinge konnte man auf dem Zettel lesen.
Frühsport! Liegestütze! Ich hab mein Leben lang noch nie eine Liegestütze gemacht. Wenn ich was für meine Armmuskulatur tun will, dann rudere ich die Donau runter.
"Wir wollen dich mit der Kamera einfach nur beobachten. Du machst einfach das was du sonst auch tust und wir filmen. Am Anfang wird die Kamera wohl ein wenig ungewohnt sein, aber mit der Zeit gerät sie in Vergessenheit." Sagte Johannes zu mir während unsres Telefongespräches. Am Ende kam es dann aber ganz anders. Ich war mehr Schauspieler und habe versucht Szenen möglichst realitätsnah darzustellen. Schon allein wegen des "Anschlussproblems" und der benötigten "Schnittbilder".
Was wollen die in 3 Tagen nicht alles Filmen? Was glauben die wie oft ich mich rasiere? Ich weiß es selber auch nicht so genau. Immer dann wenn ich anfange meinen Oberlippenbart mitzuessen. Oder eben unmittelbar bevor ein Kamerateam mein hässliches Gesicht für eine Kinoproduktion filmen will.
Bevor!
Kontakt mit fremden Leuten. Hier im Nationalpark? Mit wem soll ich den hier Kontakt aufnehmen? Da gehört schon Glück dazu. Überhaupt: Zähneputzen, Rasieren … ist das irgendwie typisch und speziell für einen Langzeitreisenden? Schon Franzi war ganz geil auf Zähneputz- und Rasierbilder. Was die professionellen Journalisten nur daran finden? Aber auch in dem Film "Into the wild" gibt es eine Zahnputzszene. Scheint zum guten Ton zu gehören.
Auch ich stellte meinen "Drehplan" vor: "Passt auf Jungs: Ich hab hier ne schöne Route entdeckt. Da können wir mal lang laufen. Da gibt es ordentlich was zu filmen. 2 Höhlen zum reinklettern, einige Panoramen. Wald und Wiesen und obendrein ein Spaziergang durch nen Ort. Am nächsten Tag können wir dann ein wenig Holz hacken, den Abwassertank entleeren, duschen und was aufräumen. Dann wolltet ihr mich ja auch noch beim Fahren filmen. Ich hätte vorgeschlagen das machen wir dann am letzten Tag. Ich hab nen tollen Stellplatz gefunden. Da fahren wir rund 10 Kilometer Serpentinen durch den Wald und dann geht es noch mal 1,5 Kilometer Off-Road so einen Waldweg rein. Am Ende ist ne Lichtung, da wollte ich hin."
Über dieses langwierige Gespräch wurde es spät und später. Irgendwann war Zeit ins Bett zu gehen ohne dass die Kamera auch nur eine Minute gefilmt hätte.
Aber am nächsten Morgen wurden die Jungs richtig fleißig und ich verwöhnte sie als erstes, absolut Kamerafreundlich, mit dem Routineritual "Kaffe kochen".

Bild: Kameramann Johannes Kaczmarczyk beim Dreh.

Johannes filmt beobachtend von seinem Stativ und Simon angelt, ganz ohne Angelschein, mit seiner Tonangel nach den knisternden Tönen die das Lagerfeuer entstehen lässt.
"Normalerweise" so wird mir erzählt "werden in Dokumentarfilmen Töne aus der Konserve verwendet. Sprich man sieht das Bild des Feuers aber der Ton den man dazu hört stammt von einem ganz anderen Feuer. Dieser Konserventon befindet sich auf der Festplatte des Filmproduzenten zusammen mit vielen anderen Universaltönen wie vorbeifahrende Autos, Vogelzwitschern, Gewitter usw." So etwas wollten die Beiden aber nicht machen, sie wollten Originaltöne verwenden und dazu war Tontechniker Simon mitgekommen. Er trug nicht nur die Tonangel mit dem übergroßen Mikro, (das übrigens gar nicht mehr so groß ist wenn man mal den Plüschbezug davon abmacht. Ich hab das Teil ja erst für ein Kopfkissen gehalten als ich es im Kofferraum der Beiden gesehen habe. Aber nein, es war ein Mikrofon) sondern auch ein weiteres Diktiergerät der Spitzenklasse und ein tragbares Mischpult, das so genannte SQN.

Bild: Tragbares Mischpult SQN

Vor jedem Dreh setzte er sich die Kopfhörer auf, fummelte an den Knöpfen des Gerätes herum, bis der Ton sauber ausgesteuert war und dann, dann konnte es losgehen.
Wer jetzt glaubt ich hätte an diesem Morgen einfach einen Kaffee gekocht, genau so wie ich es immer tue, nur das mir eine Kamera dabei zuschaut, der irrt sich gewaltig.
Ich hatte kaum den Ofen aus dem dafür vorgesehenen Stauraum geholt und an die Stelle gestellt an der ich vor hatte meinen Kaffee zu kochen als ich jäh unterbrochen wurde.
"Warte mal eben, kann ich dir das hier mal geben?!"

Bild: Funkstrecke, ein Funkmikrofon

"Dann haben wir hinterher zwei Tonspuren und können die nehmen die besser ist. Außerdem wäre es nett wenn du noch mal aus dem Wagen herauskommst, so dass ich das als eine Einheit filmen kann."
Jetzt war ich also mit einem Funkmikrofon ausgestattet. Übrigens, das habe ich später recht beiläufig erfahren, ist die Verwendung dieses, sicherlich einstmals sehr teuren und damals legalen Gerätes, mittlerweile in Deutschland verboten. Irgendwann entschied der Gesetzgeber das der Frequenzbereich mit dem dieses Gerät arbeitet jetzt nicht mehr zulässig ist. Zusammen mit der Feinstaubregelung und der Kampfhundeverordnung ein weitere Fall von Staatlicher Enteignung der, so ausgesprochen, nie den Weg in die Öffentlichkeit findet.
Ich räumte also alles noch einmal weg, kam noch mal aus meiner Wohnungstüre und begann von vorne. Zwischenzeitlich unterbrach ich meine Arbeit dann noch einige Male damit Johannes sein Stativ auf einen andern Platz tragen konnte. Simon war derweilen voll mit Tonangeln beschäftigt. "Bin ich im Bild? Bis wo bist du?" "Da Oberkante Truck, wenn du dich an dem Ast orientierst kommst du nicht rein." OK, alles klar!"
Irgendwann war dann der Kaffe fertig und auch ein Pfannkuchen war auf der Hitze des Feuers zubereitet und wir widmeten uns einem gemütlichen Frühstück während die Kamera noch von ihrer letzten Aufnahmeposition einen Blick in mein Fahrzeuginneres warf.

Bild: Kinokamera schaut in Magic Bus

Dann ging es endlich los. Wir hatten kaum die Hauptstrasse erreicht als warten angesagt war. Johannes baute sein Stativ auf, ich stellte mein Funkmikro an, Simon drehte an den Knöpfen seines SQN und hielt die Tonangel in den Wind. Die beiden wollten mich filmen wie ich die Hauptstrasse entlang laufe. "OK, wir sind fertig."
Ich ging los. Nach ca. 100 Metern dann der Ruf: "Danke!" Ich war weit genug gegangen und der Kamera aus dem Bild gelaufen. Es war wieder Warten angesagt bis die Zwei ihr Equipment transportfähig hatten.
Dann betraten wir den Wald. Weit liefen wir nicht bis Johannes sein Stativ aufbaute und ich wartete dass er fertig war. Er schaute auf den kleinen Monitor und fluchte: "Hat mal wer was weißes?" Weißabgleich! Die Technik kam mit dem diffusen Licht unter dem Blätterdach nicht wirklich klar.
Glücklicherweise trug der Protagonist ein übergroßes Stück Toilettenpapier mit sich herum das er seinem Filmteam zwecks Einstallungsarbeiten kurzfristig ausborgte.

Bild: Weißabgleich mit Johannes Kaczmarczyk.

Für alle die nicht wissen was ein Weissagleich ist, hier eine kurze Erklärung, ich fotografiere schon lange genug um das auch ganz ohne Filmteam zu wissen: Mann muss einem Fotoapparat, oder eben auch einer Filmkamera erklären was weiß ist damit sie die Farben naturgetreu wiedergeben kann. Mein Fotoapparat hat da einige Voreinstellungen wie etwa "Sonne, Kunstlicht, Sonneuntergang usw." aber bei verschiedenen Lichtverhältnissen muss man die Linse auf einen weißen Grund richten und den Messwert speichern. Genau das tat Johannes hier.
Rund 10 Minuten später vernahm ich dann wieder das "Danke!" Das Zeichen das ich weit genug gelaufen war und nun darauf warten musste dass meine Filmleute aufholen würden. Sehr schnell wurde mir klar das wir in dieser Geschwindigkeit wohl nicht die Strecke laufen können von der ich mir gedacht hatte das wir sie laufen. Außerdem hatten die Beiden auch mehr zu schleppen als für eine Wanderung gut ist.

Bild: Kameramann Johannes Kaczmarczyk trägt Ausrüstung.

Noch einige Male wartete ich darauf dass die Kamera aufgebaut wurde, vernahm das "Danke!" wartete erneut um das Spiel wenige Minuten später zu wiederholen.
Im Gegensatz zu Franzi filmten die Zwei aber nicht nur mich sondern auch ein wenig der Landschaft. Wie etwa den Blick auf Repasutha den auch ich schon fotografiert hatte.

Bild: Landschaftsaufnahme mit Johannes Kaczmarczyk.

So genannte Schnittbilder, bekam ich erklärt. Wenn die Beiden am Ende den Film schneiden, werden Originaltöne verwendet und mit dem Ton aus dem Interview, das die Zwei mit mir zu führen gedachten, gemischt. Während ich laber werden halt Bildsequenzen gezeigt und um den Übergang zwischen den einzelnen Szenen fliesender zu gestallten benötigt man Schnittbilder wie etwa Landschaftsaufnahmen.
Rund fünf Minuten filmte Johannes das ruhig vor uns liegende Dorf. Dann packte Simon seine Tonangel weg und holte das überdimensionale Diktiergerät aus der Tasche. "Atmo Wald die erste." Sprach er in das Gerät und dann nahm er einige Minuten Lang die Geräusche des Waldes auf. Während der drei Drehtage sollten unzählige Atmos (Atmosphären) aufgezeichnet werden. Atmo: Wald, Atmo: Wagen, Atmo: Parkplatz, Atmo: Kamin, Atmo: Fahrerkabine usw.
Führ den Weg bis zur Balla Barlang, für den ich alleine rund 40 Minuten benötigte, brauchten wir knapp 3 Stunden. "Da vorne kommt jetzt die Höhle. Soll ich überrascht gucken?" "Nein lass mal!" "Beim ersten Mal als ich das Ding entdeckt hab, hab ich aber überrascht geguckt." "Ja, aber jetzt würde das gestellt wirken." Also folgte ich dem Treppengeländern ganz ohne den blöden Ausruf, "Schau mal Scheki, ne Höhle. Lass mal gucken gehen!" hinauf zum Höhleneingang wo meine Kameraleute augenblicklich ihr Stativ aufbauten.

Bild: Johannes Kaczmarczyk und Simon in Höhle.

Meine Bewegungen im Höhleninneren waren dann allerdings genauestens koordiniert und abgesprochen damit mein TV Team den jeweils besten Standort für seine Ausrüstung wählen konnte. "Also, beim ersten Mal bin ich da rein, bis zum Ende durch und da ist dann so ein Loch. Davor hab ich den Rucksack abgelegt, die Taschenlampe eingeschaltet, und dann bin ich da reingeklettert." "Gut." Die Filmproduzenten schauten sich um. "Geh bis hier her, dann stellen wir die Kamera um und filmen von vorne. Dann wartest du kurz und wir bauen noch mal um. Kannst du, wenn du die Lampe einschaltest, die so schräg vor die Kamera halten das man das sieht?" "Jo, dürfte klar gehen."
Ich entdeckte die Höhle also zum zweiten Mal und bemühte mich alles in etwa so zu machen wie ich es beim ersten Mal auch gemacht habe. Die Pausen zum Kameraumstellen sieht man ja hinterher im Film nicht.
Diesmal hing eine Fledermaus in dem Spalt in den ich hineingeklettert war und mein Filmteam war ganz damit beschäftigt mich beim Fledermausfotografieren zu filmen.

Bild: Fledermaus

Aufgenommen im Licht meiner Taschenlampe. Ich denke man wird das später im Film sehen können. Ich schaute mich noch ein wenig um und kletterte in einige weitere Spalten und Löcher wobei mein Handeln jedes Mal ausgiebig abgesprochen und vorausgeplant wurde. Da beobachten sie mich beim Klettern.

Bild: Simon und Johannes Kaczmarczyk in Höhle.

Mittlerweile war es Nachmittag geworden. Wenn wir für den Rückweg genauso lange brauchen würden wie für den Hinweg, dann war es bereits allerhöchste Zeit um den Heimweg anzutreten. Doch der Arbeitseifer meiner Filmmenschen endete mit der Szene: Reisender nimmt sich etwas Wasser mit nach Hause.

Bild: Wasser hohlen.

Übrigens voll gestellt, ich würde nie zu einer Wanderung aufbrechen und so einen dicken Kanister mit mir herumtragen. Ich würde dafür ein zweites Mal losgehen und hätte dann auch 5 oder 6 von den Kanistern bei mir.
Mein Heimweg durch den Ort wurde nicht gefilmt. Obgleich "Fahrt durch Ort mit Hundegebell" auf der To Do Liste der Beiden Stand. Fahrt; Gang anscheinend nicht. Ich war aber auch ganz froh darum, wenn im Wald eine Kamera auf mich gerichtet wird, dann sieht das keiner. Aber da im Dorf, was sollen die Leute denken? Ist mir irgendwie peinlich.
Gegen 5 Uhr erreichten wir meinen Wagen und begannen mit der Drehplanung für die Fahrtbilder. Aus diesem Grund, und natürlich um einzukaufen, fuhren wir mit dem PKW der Beiden die Strecke ab die ich zu fahren gedachte. "Wir würden dich gerne Filmen wenn du hier vom Parkplatz runter fährst und auf die Hauptstrasse abbiegst. Kannst du dann irgendwo auf uns warten?" Ja, hier!" Ich deutete auf eine Haltebucht rund 300 Meter hinter meinem Wohnort. "Prima, wir fahren dann vor dir her und filmen aus dem Kofferraum." Ah, warte mal. Hier gibt die Strasse den Blick auf die Landschaft frei. Wir fahren also an dir vorbei, du wartest noch 10 Minuten damit wir alles aufbauen können und dann machen wir ne Totale wie du da vorbeifährst. Dann hältst du irgendwo an und erst dann fahren wir vor dir her." "OK, machen wir so." "Dann müssen wir aber noch mal irgendwo anhalten damit ich bei dir einsteigen kann, ich würde dich nämlich auch gerne hinter dem Lenkrad filmen." Meinte Johannes.
Ganz klar, meine Fahrstrecke die ich auserkoren hatte war entschieden zu kurz für dieses Pensum an Dreharbeiten. Zumal die schmale, serpentinenreiche, Strasse auch nicht überall Haltemöglichkeiten für ein so großes Auto wie meines bot. Wir würde wohl weiter fahren müssen.
Bei Gesprächen wie diesem erreichten wir Miskolc wo wir erst bei einem Bankautomaten und dann bei Penny anhielten. Als wir zurückkamen war es zu dunkel zum Filmen und wir ließen den Tag mit Bockwürstchen und Bier ausklingen die das Filmteam sponserte.
Am zweiten Drehtag entfernte sich weder der Protagonist noch die Kamera mehr als 70 Meter vom Wagen. Wie am Tag zuvor begannen wir den Tag mit frischem Filterkaffe. Dank unsres Einkaufs am Vortag gab es auch noch belegte Brote statt Pfannkuchen dazu. Wir standen gerade kauend beisammen

Bild: Johannes Kaczmarczyk vor Magic Bus.

als das Filmteam die einmalige Chance des "Kontakt zu fremden Leuten aufnehmen" versäumte. Es war gar nicht ich der Kontakt aufnahm sondern ein freundlicher Herr der mit ein paar Kollegen zum Pilze sammeln angerückt war. Die Kamera stand schon auf dem Stativ vor dem Wagen und die Tonangel lehnte gegen meinen Außenspiegel. Auf dem Boden die Tasche mit dem SQN. Auch wenn noch keins dieser Geräte eingeschaltet war weckte allein die Anwesenheit dieses professionell wirkenden Equipment das Interesse dieses Menschen. Neugierig kam er hinter den Wagen und eröffnete ein Gespräch. Ich antwortete mit meinem Standartsatz: "Sorry, englisch or german? Deutsch oder Englisch? Stupid tourist!" Doch der Mann sprach keine Sprache der ich mächtig war und deutete nur mit vielen Fragezeichen in seinem Gesicht auf die Filmausrüstung. "Jes, Brad Pitt." Ich deutete auf mich, und "Steven Spielberg" ich deutete auf Johannes.
Mein Filmteam verschluckte sich fast an seiner Nahrung als ich dem Herrn so ganz ohne Worte, zumindest ohne Worte die einer Übersetzung bedürfen, erklärte das wir hier einen Film drehen. Klar hab ich gelogen, schließlich bin ich nicht Brad Pitt und Johannes ist nicht Steven Spielberg. Aber ich schätze das hat der Typ schon kapiert. Jedenfalls waren weder Kameramann noch Tontechniker schnell genug diese zwischenmenschliche Begegnung in Wort und Bild aufzuzeichnen.
Schade!
Nach dem Frühstück wurden Reinigungsarbeiten und fahrfähig Räumen gefilmt. Es ist ganz normal dass ich, bevor ich den Motor starte, meinen Wagen richtig aufräume und sauber mache. Dann fühlt man sich an seinem neuen Wohnort gleich richtig wohl. Egal wo auch immer man strandet. Unter normalen Umständen brauche ich für die Arbeitsschritte: Aufräumen, Fegen, Wischen, Decken Ausschütteln, Treppe Klappen, Rauchrohr ab usw. rund 2 Stunden. Diesmal sollte die Prozedur einen ganzen Tag dauern.
Die Filmarbeiten begannen mit der Szene: Boden Fegen. Wie immer hatte ich den Tisch geklappt und die Arbeitschritte Teppich- und Fußmatte rausräumen waren auch schon im Kasten. Nicht nur ich habe in meinem Wagen Probleme mit dem Weitwinkel sondern auch die Professionellen. Deshalb klemmte sich Johannes in die letzte Ecke meines Wagens. Auf meine Küchenarbeitsplatte.

Bild: Johannes Kaczmarczyk und Simon in Magic Bus.

Aber so konnte er nicht filmen wie ich meinen Boden Fege. Der Platz war wohl ganz OK, aber Simon und seine Tonangel spiegelten sich in dem Spiegel an meinem Bett. Da musste überlegt und nachgedacht werden wie sich dieses Problem lösen lässt. Schließlich muss das Kehrgeräusch ja mit aufs Bild. Da kam es nur gelegen dass ich ein Herzchen in meine Badezimmertüre eingebaut habe.

Bild: Johannes Kaczmarczyk filmt Magic Bus.

Ausrichten von Kamera und Tonangel dauerten rund 20 Minuten, dann fegte ich 30 Sekunden. Es gab ja auch nicht viel zu fegen. Nur der Bereich vor meinem Sofa, um zu filmen wie ich vor meiner Küche fege, ließen sich die Filmproduzenten auf meinem Sofa nieder.

Bild: Johannes Kaczmarczyk und Simon beim arbeiten.

"So können wir immer arbeiten" meinte Simon.
Das Filmen des Wolldeckenausschüttelns fand dann draußen statt und ging dementsprechend schneller. Als der Wagen richtig glänzte wollte Johannes einige Impressionen aus meinem Wohnraum einfangen. Hier sieht man ihn wie er mein Regal filmt das ja aus meinem virtuellen Wohnmobilrundgang bekannt sein dürfte.

Bild: Kameramann Johannes Kaczmarczyk.

Auch Gymiks wie etwa meine Petroleumlampen, mein Radio, mein Kamin und ähnliches hatten es Johannes angetan. Dann wurde noch Bett klappen gefilmt. Es gab zwar absolut keinen Grund das Bett am helllichten Tage auszuklappen, aber gutes Licht für die Kamera ist ja schließlich auch ein Grund. Ich bin wirklich gespannt wie das hinterher zusammen geschnitten wird.
Richtig abenteuerlich wurde es dann noch einmal bei den Szenen Rauchrohr abbauen und in den Unterflurkoffer legen sowie Treppe klappen. Grund für das Abenteuer waren Anschlussprobleme. In einem Film schaut es halt langweilig aus wenn ein Reisender ein Rauchrohr aus seinem Kaminschlot zieht, es in eine unter dem Wagen angebrachte Kiste legt und diese zuschraubt. Das wäre ja eine Szene von knapp einer Minute. Wer schaut sich so etwas schon an? Viel besser ist es da wenn da Schnitte drin sind. Also, Kamera guckt von links wie ich im Eingang stehe und mich nach dem Rohr recke um es herauszuziehen. Kaum ist es draußen heißt es "Schnitt!". Die Kamera geht nach rechts und filmt wie ich mit dem Rohr in den Händen die Treppe hinunter komme. Das sind nur 3 Stufen und dauert dementsprechend auch nicht sehr lange. Aber kaum habe ich den Boden erreicht muss die Kamera wieder umgebaut werden. Schließlich ist es für den Zuschauer total gut wenn sie so aufzeichnet das er einen Blick in den Staukasten mit dem vielen Brennholz werfen kann, wenn ich das Rohr dort hineinlege. Da der Kasten mit 2 Schrauben verschraubt wird, sind auch da 2 verschiedene Kamerapositionen vorteilhaft.
Das so genante Anschlussproblem entsteht jetzt wenn sich während des Kameraumbauens irgendetwas verändert hat das sich eigentlich nicht hätte verändern dürfen. Ein Beispiel:
Ich ziehe das schmuddelige Rauchrohr mit Handschuhen aus dem Kaminschlot. Dann warte ich einige Minuten bis die Kamera an der neuen Position steht und komme mit dem Rohr in meinen Händen aus dem Wagen. Wenn ich zwischendrin meine Handschuhe ausgezogen habe, dann besteht ein Anschlussproblem. Schließlich wird das ja so zusammen geschnitten das der Zuschauer den Eindruck erhält ich hätte das alles ganz flüssig und in einem Rutsch gemacht. Also das Ganze noch einmal! Auch eine Kaffeetasse die Plötzlich auf der Fußmatte steht kann ein Anschlussproblem verursachen. Da muss man aufpassen! Bis die tolle Szene "Treppe klappen" im Kasten war habe ich meine Treppe mindestens 4 Mal ein- und wieder ausgeklappt.
Treppenstufen hochklappen von links, Treppe in den Fahrzeugrahmen schieben von rechts und … scheiße! Anschlussproblem.
Das Beste ist ja das ich das alles wieder zurückgebaut habe weil wir an diesem Tag gar nicht weggefahren sind. Aber spaßig war es allemal.
Bei dem ganzen Eifer haben wir dann auch noch Brennholz hohlen und klein hacken gefilmt. Leider hatte ich immer noch keine neue Sägekette für meine Kettensäge erworben so dass "Holz klein machen" durch auf dem Knie zerbrechen erfolgte. Zur Abwechslung war das mal eine Szene bei der ich in gewohntem Tempo durcharbeiten kann. Schließlich ist Brennholz machen eine Arbeit die von Natur aus länger als 2 Minuten dauert und so hatten die Kameraleute Zeit genug ihre Ausrüstung von Ort A nach Ort B zu räumen ohne das ich meine Arbeit unterbrechen musste. Einmal standen sie im Wald und haben gefilmt wie ich mir Holz unter den Arm klemme, und dann standen sie beim nächsten Gang auf dem Parkplatz und filmten wie ich mit dem Holz unter dem Arm aus dem Wald kam. Jetzt waren das natürlich ganz andere Äste und ich habe versäumt nachzufragen wie das denn mit dem Anschlussproblem ist. Ich hätte zwischenzeitlich nur gerne meinen Pulli ausgezogen. Aber unter Ihm waren die ganzen Kabel von dem Funkmikro verlegt, also ließ ich es bleiben und kam mächtig ins Schwitzen.
So verging der Tag und als es dunkel wurde, wurde Kaminanzünden gefilmt.

Bild: Johannes Kaczmarczyk filmt Holzofen.

"Das erklärt sich ohne Worte. Erst sieht man wie du das Holz holst und klein brichst und dann kommt der Schnitt auf das Kaminanzünden."
Ich fragte mich lediglich wie ich den Kamin anzünden soll ohne mit meinem Körper unmittelbar vor dem Kameraauge zu stehen.
Nachdem dann auch noch die Szene: Aussteiger erwärmt Spülwasser

Bild: Drehtag Ende mit Johannes Kaczmarczyk.

(man beachte die Wasserkanister auf meinem Kamin) im Kasten war machten wir Feierabend und stießen auf einen erfolgreichen und gelungenen Drehtag an.
Spülen und Kochen filmten mein TV Team dann unter Alkoholeinfluss. Nur für den Fall das diese Bilder verwackelt sein sollten, jetzt wisst ihr warum :-)
Der dritte Drehtag war eigentlich nur ein halber und obendrein auch noch der Letzte. Es standen noch viele unabgehackte Dinge auf Johannes seinem Drehplan und die Zeit rannte. Wir stellten uns den Wecker auf 8 Uhr in der Früh. 8 Uhr am Morgen! Also wenn das nicht gestellt ist, ich glaube so früh bin ich das ganze letzte Jahr nicht aufgestanden. Egal, es geht los mit Zähneputzen. Ist auch gestellt, ich putze meine Zähne nur abends, aber wen interessiert das schon wenn die Kamera morgens besseres Licht hat. Dann war das Interview angesagt. Johannes und Simon fachsimpelten über den Besten Drehort. Im Wagen ist es zu eng und das Licht ist zu schlecht. Vor dem Wagen? Das Licht! Am Ende gingen wir zu den Sitzgelegenheiten auf der anderen Seite des Parkplatzes. Es war sau kalt. Viel zu kalt um 90 Minuten stille zu sitzen und Schwachsinn in eine Kamera zu quatschen. Aber egal, da muss man durch wenn doch das Licht besser ist.
Ich habe schon öfter Hochzeitspaare beobachtet die einen professionellen Fotografen angagiert hatten und sich ihren "schönsten Tag im Leben" dadurch versauten ständig und andauernd irgendwelche gekünstelten Blicke auszutauschen und deren Küsse mehr gestellt als leidenschaftlich wirkten wenn der Fotograf Anweisungen gab, ein Spiegel für besseres Licht auf das junge Paar gehalten wurde, und im Abstand von wenigen Metern ein weitere Typ ein externes Blitzlicht in die Höhe hielt. Jetzt wurde ganz ähnliches Equipment auf mich gerichtet.

Bild: Johannes Kaczmarczyk interviewt.

Der Ausklappbare Folienspiegel hat übrigens zwei Seiten. Eine Silberne für kaltes Licht und eine goldene für warmes.
Johannes hatte extra einen zweiten Bildschirm an die Kamera gebastelt damit er nicht die ganze Zeit auf den kleinen Monitor starren muss sondern mich anschauen kann und den Bieldauschnitt zuzusagen nur ganz beiläufig, durch gelegentliches Schielen auf den externen Bildschirm, überwachen kann. Eine Technik die es dem Interviewten leichter machen soll weil er sich nicht mit einem künstlichen Kameraauge unterhält sondern mit einem Menschen. Es ist ein rein psychologischer Trick, aber wenn ich überlege wie dämlich ich mich in einer sehr ähnlichen Situation mit Franziska angestellt habe und was ich nun für einen nicht enden wollenden Wortschwall in Richtung Johannes und somit auch in Richtung Kamera plapperte, dann muss er wohl funktionieren.
Wir hatten ja schon einige Tage miteinander verbracht und uns dementsprechend auch ganz ungezwungen ohne Kamera unterhalten. Abends beim Bier, beim Stativschleppen und Aufbauen usw. Hin und wieder erzählte ich dabei eine Geschichte die Johannes mit den Worten: "Das ist gut, das musst du genau so im Interview erzählen." Kommentierte. So hatte ich schon geübt, wusste so in etwa was ich sagen sollte und quatschte drauf los. Deshalb muss ich unbedingt betonen dass die niedergeschriebenen Fragen, in der kleinen, unten stehenden Kostprobe meiner Interviewworte, nicht von Johannes stammen. Ich habe sie frei erfunden und sie dienen lediglich der Strukturierung der ansonsten recht unsortierten Audiomassen die ich teils selber zusammen geschnitten habe weil ich zu dem ein oder anderen Thema bei Minute 3 des Originalsoundpfeils und dann wieder bei Minuten 74 spreche.
Ich wünsche euch viel Spaß mit vielen live erzählten Reiseanekdoten. Die Meisten dürften von der aufmerksamen Lektüre meiner Reiseberichte bereits bekannt sein, Erlebnisse von vor meinem Reisestart und Gründe die mich antrieben diese Reise zu beginnen sind größtenteils im Forum niedergeschrieben. Aber es gibt auch viele kleine Anekdoten die so in schriftlicher Form noch nirgends veröffentlicht sind. Oder weiß irgendjemand von euch wo mein Handy aus Deutschland geblieben ist?

Du bist seit 7 Jahren unterwegs. Willst du irgendwann noch einmal zurück nach Deutschland?

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Ich habe in deinen Reiseberichten von Containern gelesen. Was ist das?

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Du sagtest Deutschland gefällt dir nicht. Was gefällt dir dort nicht?

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Fühlst du dich den als deutscher Staatsbürger?

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Du sagtest du bist nicht krankenversichert. Wie kam das und wie gehst du damit um?

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Was machst du wenn du alt bist? Oder wie stellst du dir die nächsten 10 Jahre deines Lebens vor?

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Du bezeichnest dich selbst als Reisender. Was unterscheidet dich den von einem Touristen?

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Wir waren gemeinsam in einer Höhle. Was fasziniert dich daran?

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Du hattest eine Zeitlang eine Freundin mit der du zusammen gereist bist. Wie stehst du zum Thema Reisepartner(in).


Willst du denn irgendwann Familie und Kinder?

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Irgendwann, ich war gerade dabei irgendeinen Luli zu verzapfen fiel mir Simon ins Wort:
"Du Johannes. Da blinkt kein Record im Display deiner Kamera." Also noch einmal das Ganze. Anschalten muss man das Aufnahmegerät schon damit es funktioniert.
Kaum waren 90 Minuten Interview abgedreht wurde hektisch eingepackt. Nur Kamera und Tontechnik wanderten noch nicht in den kleinen Seat. Sie wurden aufgebaut um zu filmen wie ich vom Parkplatz fahre.
Wagen starten - Rückwärts setzen - Räder einschlagen - an der Kamera vorbei - warten.
Johannes trägt die Kamera 100 Meter weiter. Der Motor läuft, jede Minute kostet Geld. Dann das OK, es kann weiter gehen. Ich biege rechts vom Parkplatz ab und 10 Meter weiter geht es an der Kamera vorbei. Johannes schwenkt mir hinterher. Dann die kleine Verkehrsinsel die den Blick verstellt. Warten. Johannes trägt sein Gerät auf die Strasse, ich fahre davon. Nach 500 Metern dann der Stopp. Motor aus. 10 Minuten später kamen auch die zwei Filmemacher.
"Ok, wir fahren vor. Wartest du noch 10 Minuten bis du hinterher kommst. Wir müssen ja noch aufbauen. Wenn du an uns vorbei bist wartest du irgendwo so das wir wieder aufholen können." Riefen sie mir filmender Weise aus dem sehr langsam fahrende Wagen zu.

Bild: Johannes Kaczmarczyk filmt aus Auto.

Ich wartete 15 Minuten. Drei Minuten nach Abfahrt war ich dann an den Beiden vorbei. Abermals 3 Minuten später wartete ich am rechten Fahrbahnrand. Es dauerte wohl 20 Minuten bis der Seat an mir vorbeizog. Ich startete den Motor und folgte dem Fahrzeug. Johannes filmte aus der geöffneten Kofferraumklappe. Ich wollte es fotografieren doch just in dem Moment kam die Meldung: "Achtung. Akku oder Batteriekapazität erschöpft." Beim fahren konnte ich nicht wechseln. Johannes winkte mich näher heran. Also wenn gute Bilder erfordern meine Zähne morgens zu putzen, dann putze ich meine Zähne halt morgens. Aber Sicherheitsabstand, den halte ich ein. Ich fuhr ein Stückchen näher heran, aber dann war Schluss. Hier gibt es Wild und ich wette der Bremsweg des Seats ist geringer als meiner. Der bringt nämlich einige Tonnen Gewicht weniger auf die Strasse die er abbremsen muss.
Irgendwann fuhr Simon rechts ran und Johannes nahm auf meiner Beifahrerseite platz.

Bild: Johannes Kaczmarczyk filmt in Auto.

Kurz vor dem See in Lilafüred wollte ich anhalten damit er wieder umsteigen kann um voraus zu fahren damit er noch einmal eine Totale filmen kann wie ich an dem See vorbeifahre. Doch kam der See früher als gedacht. Waren da nicht zwei Tunnel vor dem See? Und einmal dieser verdammt enge? Der wo Johannes filmen kann wie ich meinen Kopf aus dem Fenster strecke um zu gucken ob es oben passt? Aber irgendwie hatte ich das falsch in Erinnerung, wir waren am See schon vorbei. Doch noch bevor ich einen Platz zum wenden gefunden hatte kam der Tunnel. Dann hielt ich an, Johannes stieg wieder um und fuhr mit Simon voraus. Ich wartete 10 Minuten und dann fuhr ich an den Beiden vorbei, wendete ein weiteres Mal, fuhr wieder an ihnen vorbei und bog hinter dem See links ab wo ich nach wenigen Hundert Metern erneut wartete das die Zwei aufholen konnten.
Auf Stellplatzsuche fuhr ich voran und Johannes filmte mich von hinten. Zwei Kilometer später fand ich einen Parkplatz. Klamotten wurden umgeladen und dann ging es zum Abschied Langos essen an einer der Touristenbuden.

Bild: Drehende mit Johannes Kaczmarczyk.

War mein Vorschlag, aber ich hatte Hunger. Bei der ganzen Filmerei war das Frühstück etwas zu kurz gekommen. Außerdem hatte ich ja Sponsoren dabei.
Gegen 5 Uhr Nachmittags fuhren Johannes, Simon und der kleine gemietete Seat Arosa zurück Richtung Deutschland und ich war wieder alleine.
Phu!
Aber wenn ich, und damit auch diese Homepage durch den Film den gleichen Bekanntheitsgrad erreichen wie Christopher McCandless durch den Film Into the Wild erreichte, dann hat es sich gelohnt. Dann kann ich bald die blöden Visa bezahlen um auch außerhalb Europas unterwegs sein zu können. Aber ich brauche mir da wohl keine allzu großen Hoffnungen machen. "Das ist ein Studentenprojekt, das kommt in ein paar Szenekinos und wird auf Filmfestivals gezeigt. Nix Into the Wild"
Na ja, Steven Spielberg hätte ich auch nicht eingeladen. Genug Anfragen von RTL und Co hab ich ja und bis dato hab ich denen allen den Mittelfinger gezeigt. Ich sehe es einfach nicht ein. Die ziehen mich 10 Minuten lang durch den Kakao, unterbrechen die 10 Minuten drei Mal 3 Minuten für ne Werbeunterbrechung, kassieren für jede Werbeminuten 4stellige Beträge und ich soll dafür meine Visage in die Kamera halten? Nö, ist nicht! Auch Johannes hab ich gesagt: "Filmfestival und Szenekino ist OK, aber sobald du anfängst Reibach mit dem Streifen zu machen haste von mir keine Erlaubnis mehr dazu ohne das das abgesprochen wäre und ich beteiligt werde.

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