Mit dem Wohnmobil in Miskolc (Ungarn)

Viel kann ich von Miskolc nicht erzählen. Miskolc war für mich vor allem ein Ort an dem ich ungewöhnlich viel Geld ausgegeben habe. Eine neue Kette für meine Kettensäge stand ja schon lange auf der Liste der notwendigen Anschaffungen. Zwei Paar neue Schuhe und ein Computer haben sich irgendwie so ergeben da der Gebrauchtwarenmarkt sie gerade zu "Schnäppchenpreisen" anbot.
Aber ich möchte vorne Anfangen.
Wie geplant parkte ich mein Wohnmobil auf der großen Brachfläche hinter dem Penny Markt. Gleich neben dem Stadion des DVTK, einem heimischen Fußballverein. Wenn ich aus dem Fenster oder aus meiner Türe blickte konnte ich auf die Trainingsflächen des Fußballclubs blicken.

Bild: Miskolc Wohnmobilstellplatz

Es interessiert mich zwar nicht 22 Menschen dabei zuzuschauen wie sie gegen einen Ball treten, aber es stört mich auch nicht sonderlich wenn sie es vor meiner Haustüre tun. Fußball ist ja im Grunde ein sehr friedlicher Sport. Nur die Fans werden häufig zu einem gewalttätigen Problem.
Gewalttätige Fans habe ich vor dem DVTK Stadion in Miskolc glücklicherweise nicht erlebet. Vielleicht lag das auch daran das nur kleine Trainingsspiele während meiner Anwesenheit gespielt wurden. Aber selbst bei diesen unbedeutenden Trainingsspielen die täglich, vor allem zu nachtschlafender Zeit, also am zeitigen Vormittag stattfanden, waren Fans anwesend und auch wenn diese Fans sehr friedlich waren und mir nicht einmal etwas Böses getan haben störten sie mich immens in meiner Nacht- bzw. Vormittagsruhe. Diese Fans hatten nämlich grundsätzlich, und ich meine damit wirklich jeden Morgen, einen Trommler dabei der sie auf einer Buschtrommel kräftig beim Anfeuern ihrer Mannschaft unterstützte. Ein schrecklicher Krach, und das schon um 9 Uhr in der Früh.
Selbstverständlich konnte ich die Rufe der Fans nicht übersetzen, aber sie erinnerten mich stark an eine angetrunkene Gruppe Fußballfans denen ich einmal am Düsseldorfer Hauptbahnhof begegnet bin und die pausenlos und mit einem nicht zu überhörenden Aggressivitätspotenzial die Worte: "Ihr seit alles Dortmunder, asoziale Dortmunder, ihr schlaft unter Brücken oder in der Bahnhofsmission." grölten.
Als ich Miskolc erreichte war es Nachmittag und deshalb konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen dass ich mir einen Wohnort mit morgendlicher Lärmbelästigung ausgesucht hatte. Kaum war das Fahrzeug geparkt macht ich mich auf das Stadtzentrum zu suchen. Ich war rund 20 Minuten unterwegs als ich einen Wegweiser für Fahrradfahrer sah: Miskolc 5,2 km. Wirklich Zentrumsnah war mein Wohnort also auch nicht. Ich spazierte vorbei am Busbahnhof, der örtlichen Polizeistation und einigen dieser "Petzsäulen" Außenstellen. Dann erreichte ich die Fußgängerzone.

Bild: Miskolc Stadtzentrum

Groß ist der Fußgängerbereich in Miskolc nicht. Die Hauptgeschäftsstraße ist man gemütlich in einigen Minuten hinunterspaziert. Aber links und rechts davon schließen sich einige Parkanlagen und verkehrsfreie Plätze an.
Nach meiner langen Zeit der Abstinenz beschloss ich mir, mit Einbruch der Dunkelheit, drei Büchsen Bier im nahen Tesco zu kaufen und mich auf diesem Platz, auf dem sich viele junge Menschen versammelt hatten niederzulassen.

Bild: Miskolc bei Nacht

Lange saß ich dort nicht alleine. Mein vierbeiniger Kontaktknüpfer fragte durch unwiderstehliches Kopf schief legen und Pfötchen in die Luft strecken auf liebevolle Art und Weise eine Gruppe junge Frauen ob er eventuell einige ihrer Erdnussflips abbekommen könne.
Wie immer hatte mein Tier Erfolg und ich Gesellschaft. Die Gruppe Schülerinnen war mit einer Flasche Wein beim "Vorglühen", damit es später in der Kneipe nicht so teuer wird. Bis 11 Uhr unterhielten wir uns in gebrochenem Schulenglisch und dann folgte ich der Gruppe in einen Außenbezirk Miskolc wo sie in einen diskoartigen Laden einkehren wollten. Dort verwehrte mir allerdings ein Türsteher den Zutritt mit meinem Kumpel so dass sich unsere Wege trennten.
Ich schlenderte ziellos durch das nächtliche Miskolc. Die Orientierung hatte ich gänzlich verloren und das GPS Gerät einzuschalten hielt ich für überflüssig. Ein Schild mit der Aufschrift "Zentrum" wird sich schon finden lassen.
Gegen ein Uhr in der Nacht erreichte ich wieder den Fußgängerbereich. Vereinzelt saßen noch einige Leute in den Parks aber Tesco, mein Bierlieferant, hatte bereits geschlossen und so beschloss ich heimwärts zu laufen. Ich ging durch eine der dunklen Parkanlagen vor den Hochhäusern Miskolc die auf meinem Heimweg lagen als ich ihn sah: Meinen ersten ungarischen Straßenwuff.
Jetzt bin ich schon fast ein halbes Jahr im Land, aber einen richtigen Straßenhund habe ich hier noch nie gesehen. Klar bin ich auf freilaufende Hunde getroffen. Über den Dörfern, in Repasuhta oder Tizafüred. Aber diese Hunde gehörten irgendjemandem. Alten Mütterchen die verzweifelt versuchten sie zurückzurufen wenn sie sich mit meinem Hund anfreunden wollten oder man konnte die "Besitzverhältnisse" dadurch erkennen das sich die Tiere ängstlich über einen Zaun flüchteten wenn ich ankam um dann natürlich, hinter dem sicheren Zaun, ein heilloses Spektakel und Kläffkonzert von sich zu geben wenn ich vorüberging. Aber das hier, das hier war ein richtiger Straßenwuff. Ich sollte ihn fast jeden Abend treffen. Gegen 3 Uhr erreichte ich meinen Wagen und nur 10 Minuten später riss irgendein Verrückter wie bescheuert an meiner Türklinke.
Ich war noch angezogen so dass ich die Türe leise entriegelte und schwungvoll auftrat. Der Typ der sie vor den Kopf bekam trug eine Polizeiuniform.
"Äh, äh sorry. You can not knok normal? I thougt this woul be criminals." Stotterte ich und war dabei bemüht mein Hackebeilchen möglichst unauffällig in die Ecke zu stellen. Die beiden Polizisten vor meiner Türe, einer davon rieb sich gerade seine schmerzende Stirn, sprachen ausnahmsweise ein sehr gutes Englisch und erklärten mir das der Sicherheitsbeauftragte des Stadions sie angerufen habe und ihnen erzählte das sich dort jemand an einem geparkten LKW zu schaffen mache.
Ich hatte den schweren Suchscheinwerfer bemerkt der auf mich gerichtet wurde als ich heim kam und meine Türe aufschloss, ihm aber keine Beachtung geschenkt.
"Ja, das war ich. Ich bin heute hier angekommen, dann hab ich in der Stadt ein paar Leute kennen gelernt, wir hatten einige Bier, und vor 10 Minuten bin ich hier an meinem Wohnmobil angekommen und wollte jetzt eigentlich schlafen gehen. Tut es sehr weh? Ich hab echt geglaubt mich wolle jemand überfallen als das so an der Türe schepperte."
Die Polizisten fragten mich noch ob ich ein Problem hätte und als ich beteuerte keines zu haben beantworteten sie meine Gegenfrage ob es ein Problem sei wenn ich einige Tage dort stehen bleiben würde mit "Nein". Dann verabschiedeten sie sich freundlich ohne anhand meiner Dokumente zu überprüfen ob der Wagen überhaupt mir gehört.
Der arme Bulle, und dann auch noch ein netter. Wäre es ein Arschloch gewesen, er hätte mich bestimmt wegen "Widerstand gegen die Staatsgewalt" inhaftiert. Der hat den Besitz fremder Leute geschützt. Eine durchweg ehrenvolle und wichtige Aufgabe. Das Polizisten bei mir so in Verruf geraten sindt liegt nicht daran das sie Polizeiarbeit leisten, Verbrechen aufklären und verhindern, sondern an meinen persönlichen Erfahrungen mit absoluten Arschlochbullen und der Tatsache das es, neben der Verbrechensaufklärung, ein Hauptbeschäftigungsfeld der Polizei ist auf Demonstrationen den Volkswillen nieder zu prügeln.
Ich wollt dem keine Beule hauen, echt nicht!
Am nächsten Tag kaufte ich mir dann einen neuen Computer. Vielleicht zeige ich erst einmal ein Bild von meiner neuen Errungenschaft.

Bild: Miskolc Tabletkauft

Gekauft habe ich nur das Herzstück, das kleine leuchtende Viereck da auf meinem Nähkästchen. Tastatur und Maus hatte ich schon vorher.
Das war so: Als ich an diesem Samstag das Stadtzentrum von Miskolc erreichte beschloss ich hinter der Fußgängerzone links abzubiegen. Dort befindet sich der Bahnhof und hinter dem Bahnhof befindet sich ein großer Markt. Dort werden hauptsächlich Lebensmittel gehandelt, aber am Ende des Marktes gib es auch einige wenige Stände die Non Food Artikel anbieten. Anders als bei dem Flohmarkt den ich in Debrecen besuchte, gab es hier auch Privatanbieter. Und an dem Stand einer dieser Privatanbieter lag zwischen gebrauchter Bekleidung, Tellern, Töpfen, Tassen … ein kleiner Pappkarton auf dem ein Tablet PC abgebildet war.
Ich nahm das Kartönchen in meine Hände und der Anbieter begann augenblicklich ein Verkaufsgespräch. "Bocsanat! English? German? Tourist!"
Der Verkäufer sprach keine Sprache die ich auch spreche aber er zeigte mir stolz den guten Zustand seiner Ware, die beiliegende Bedienungsanleitung, das Ladegerät und einen Kassenbon dem ich klar entnehme konnte das das Gerät vor rund 6 Wochen beim hiesigen Media Markt für 16000 Forint erworben wurde. Er schaltete das Gerät ein um mir zu zeigen dass es funktioniert und dann schrieb er mir seine Preisvorstellung auf einen Zettel. 10000 Forint, rund 33 Euro. Dabei verwies er mit Nachdruck auf den weitaus höheren Preis der auf dem Kassenbon stand.
Ich kaufte ohne Nachzudenken und, was für mich gänzlich untypisch ist, ohne zu handeln. Was kann man bei diesem Kauf schon falsch machen? Sollte das Gerät irgendwelche Defekte aufweisen, oder sich für meine Zwecke als unbrauchbar herausstellen, dann schnappe ich mir den Kassenbon und tausche das Ding um. Dann bekomme ich 16000 Forint für ein Produkt für das ich selbst nur 10000 Forint bezahlt habe. Ein absolut risikoloser Kauf und für mich die Möglichkeit einmal auszuprobieren ob so ein Gerät, das ich mir schon seit langem Wünsche, auch das kann was ich mit ihm machen möchte. Wie viele Stunden habe ich in großen Elektronikhäusern neidisch mit den Geräten gespielt? Ich wusste dass sie sich irgendwie mit dem Internet verbinden können, ich wusste dass man auf ihnen schreiben kann. Das der integrierte mp3 Player endlich meine verkratzten CD's ersetzen kann. Ich wusste dass man auf ihnen Ebooks lesen kann. Nur wie das alles funktioniert, das wusste ich nicht. Jetzt hatte ich einen, ein DPS dream 7 Tablet PC. Kein Smartphone! Man kann da keine SIM Karte einlegen und über eine kostenpflichtige UMTS Verbindung ins Netz. Aber das will ich ja eh nicht. Ich will einen ultimativen Stromsparrechner und eine absolut mobile W-lan Suchmaschine. Heute, wo ich das Gerät fast einen Monat mein eigen nenne muss ich feststellen das es leider nicht allen meinen Anforderungen gerecht wird. Dennoch war es kein Fehlkauf und ich freu mich noch immer über das kleine Geburtstagsgeschenk das ich mir mit wenigen Tagen Verfrühung selbst gemacht hab.
Ich verließ den Markt mit meiner Beute, setzte mich in einen ruhigen Park und begann die englischsprachige Bedienungsanleitung zu lesen. Nach rund einer Stunde des Herumprobierens war es mir dann auch gelungen, ich hatte die Sprache des Gerätes von Ungarisch nach Deutsch geändert. Jetzt war das schon alles viel einfacher zu verstehen. Dummerweise war dann nur der Akku leer und mich zog es heimwärts um mit meinem neuen Spielzeug zu spielen.
Da das Gerät über seinen USB Port geladen wird verfügte ich über einen passenden 12 Volt Ladeadapter. Ich schaute auf das in meinem Fahrzeug fest integrierte Amperemeter. Stromverbrauch rund 0,3 Ampere. Und das beim Laden! Die Stromaufnahme bei vollem Akku liegt knapp über 0,1 Ampere wie ich späteren Messungen entnahm. Das absolute Stromsparwunder, das Ding braucht man nie wieder auszuschalten!
Aber wie funktioniert es? Was kann man damit machen? Ich drücke wie wild auf die Knöpfe. Unter Einstellungen findet sich der Punkt "W-lan" das hatte ich schon gesehen. Den kleinen Schiebeschalter nach rechts schieben und der Schriftzug "W-lan wird aktiviert" erscheint auf dem Display. Aber weiter geschah nix. Kein Wunder, hier ist ja auch kein W-lan. Normal, das sollte ich bald feststellen, werden einem nach erfolgreicher Aktivierung im rechten Bildschirmteil die verfügbaren Netzwerke angezeigt. Ein kleines Symbol gibt Auskunft über die Signalstärke und wenn neben diesem Empfangssymbol kein Schloss abgebildet ist, dann handelt es sich um ein ungesichertes Netzwerk das man einfach nur anklicken muss damit sich der Tablet PC damit verbindet. Ok, einen Text schreiben. Ich öffnete das auf dem Gerät installiert Office Packet und drückte auf "neues Dokument".
"Um diese Funktion nutzen zu können müssen sie die kostenpflichtige Vollversion herunterladen"
Was issen das fürn Scheiß? Eine Textverarbeitung auf der man keine Texte schreiben kann. Ich testete die Funktionsweise der Touchscreentastatur im integrierten googel Suchfeld. Reiseberichte schreiben kann man mit den Knöpfchen nicht! Dafür hab ich zu klobige Wurstfinger, da tippe ich ja ständig neben die Buchstaben. Aber für eine kurze E mail wird es reichen.
Dann verband ich das Gerät mit meinem PC. "Neue Hardware gefunden. Wollen sie den Treiber herunterladen?" Hier ist kein Netz! Enttäuscht wollte ich die Verbindung wieder trennen und welche Meldung flimmerte da auf dem Monitor meines Tablets? "Sie haben ihr Android Gerät mit ihrem Computer verbunden, klicken sie hier um den Speicher Freizugeben." Ich klickte dort und fast im gleichen Moment zeigt mein PC die Meldung "neues Laufwerk gefunden". Ich konnte auf den Speicher zugreifen.
Ich kopierte einige Fotos, ein wenig Musik und ein Ebook auf das Tablett, dann trennt ich die Verbindung und versuchte die Dateien aufzurufen. Hey, ganz einfach! Unten auf das kleine Häuschen drücken, dann das Symbol mit den vielen Punkten am unteren Bildschirmrand des Gerätes und dann den Datei Manager auswählen und die Datei ansteuern. Und siehe da, das Tablett machte Musik. Auch Bilder ließen sich auf diese Weise anzeigen. Ein Bildbetrachter war bei mir standardmäßig installiert. Die Ordner wurden in einzelnen Galerien geladen die man im Programm auswählen kann und dann genügt ein einfacher Wisch mit dem Finger über das Display um in den Bildern vorwärts und rückwärts zu blättern. Am geilsten ist aber die Ebook Funktion. Sowohl Adobe als auch ein Programm zum öffnen von epub Dateien brachte mein Tablet von Haus aus mit. Mit ziehen von Daumen und Zeigefinger die Schriftgröße anpassen, und dann nur noch durch einen druck auf den Bildschirmrand umblättern. Das ist ja viel besser als ein richtiges Buch! Nicht nur das ich endlich das lesen kann was ich lesen will und nicht auf Konsalik aus Großvaters Erbnachlass angewiesen bin. Nein, so ein Tablet ist auch viel leichter als ein richtiges Buch. Es ist viel einfacher sich das Ding über den Kopf zu halten wenn man im Bett liest. Außerdem leuchtet es. Man braucht nicht umständlich bei jedem Lagewechsel die Lampe neu auszurichten oder mit dem Kopflicht lesen.
Mittlerweile hab ich rund 50 Bücher herunter geladen und 3 davon gelesen. Ich hab schon immer hier und da ein ebook gelesen. Hauptsächlich Sachliteratur zum Thema Programmierung, Schreiben oder E-Comerz. Romane eigentlich so gut wie nie. Mir war der Stromverbrauch zu hoch und der Laptop zu unhandlich. Diese Zeiten sind jetzt vorbei. Ich besitze ein elektronisches Buch und das Internett hält eine gigantisch, deutschsprachige, und vor allem meist kostenlose Bibliothek für mich bereit.
Am nächsten Morgen machte ich mich mit einem vollen Tablet PC Akku auf den Weg eine WiFi Verbindung zu suchen. Ich suchte wie gewohnt mit meinem Netbook im Rucksack. Erst als dieses einer Verbindung aufgebaut hatte und ich mich davon überzeugen konnte das diese auch funktioniert, schaltete ich die W-lan Funktion des Tablets ein. Doch der Taschencomputer fand mein offenes Netzwerk nicht. Mein Rechner fand geschlagene 19 Netze, der Tablett nur 7. Ein ganz klares Zeichen dafür das Sende- und Empfangsleistung der kleinen Kiste bei weitem schwächer sind als bei einem richtigen Computer. Ich lief ein wenig im Kreis und als ich dem Ausgangspunkt des Signals näher kam fand auch der Tablett das offene Netz. Ich klickte es an. "ip Adresse wird abgerufen." "Verbindung wird aufgebaut." "Verbunden!"
Ich öffnete den Browser des Gerätes und tippte: www.myhomeismycar.com. Da war sie, meine Homepage. Schaut gut aus auf dem kleinen Ding! Forum geht auch, mal einloggen. Ja, genauso wie immer. Nur sind die Buchstaben kleiner. E mail. www.google.de. Dann anmelden und dann auf Mail. Ja, man kann damit seine Mails lesen. Aber am Vorabend hatte ich auf dem Programmbildschirm den man mit einem druck auf die vielen Punkte in der Mitte des unteren Startbildschirmrandes erreicht, so ein Symbol mit der Beschriftung "Gmail" gesehen. Was mag es damit auf sich haben? Ich klickte es an, gab erneut Mailadresse und Passwort ein und dann wartete ich einige Sekunden bis der Ladebalken verschwand. Da war er, mein Maileingang. Optisch optimiert auf den Miniaturbildschirm. Was aber das Beste ist, das stellte ich erst später fest, man kann die Mails von dort nicht nur lesen und beantworten, sondern sie werden gleich offline gespeichert. Wenn ich jetzt also im strömenden Regen irgendwo ein W-lan finde, dann brauch ich nur auf den aktualisieren Knopf drücken und schon kann ich alle Mails mit nach Hause nehmen und dort in Ruhe lesen. Zum lesen ist der Bildschirm absolut ausreichend.
Ähnlich geil ist auch das google maps Programm. Man sucht seinen Standort, wählt einen großen Maßstab und rührt mit dem Finger einmal über das Display. Alles was man dann gesehen hat bleibt auch offline verfügbar. In Zukunft werde ich detaillierte Wanderkarten in Form von Satellitenbildern mit mir herumtragen.
Programme, auf das Ding muss Software. Zunächst einmal eine Textverarbeitung. Also, googel.de und dann: "Android Textverarbeitung download kostenlos".
Bei der nun beginnenden Recherche nach einem Textverarbeitungsprogramm lernte ich etwas wesentliches. Programme für mobile Endgeräte heißen Apps! Ich hatte den Ausdruck App bereits mehrfach gehört, aber bis heute nie gewusst was damit gemeint ist. Jetzt weiß ich es!
Ein App ist Software, ein Computerprogramm. Da ich das an diesem Tag allerdings noch nicht wusste und ich auch nicht wusste wo man diese Software, diese Apps, herunterlädt, gelang es mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht eine Textverarbeitung zu installieren. Der Akku des kleinen Gerätes war erschöpft bevor mein Gehirn erlernt hatte was ich wissen muss. Nicht schlimm, ich hatte eh rund 2 Stunden auf den kleinen Bildschirm geschaut und von Miskolc hatte ich noch nicht viel gesehen. Ich machte mich also auf zu einem Funkturm zu wandern.

Bild: Funkturm Miskolc

Er liegt in einem riesigen Park oberhalb der Stadt und man kann ein Stück weit auf ihn hinauflaufen um das Panorama über die Stadt zu bewundern.
Bild: Blick auf Miskolc.
Viel Aufmerksamkeit schenkte ich dem Park und den sich darin befindenden Bunkern an diesem Tag jedoch nicht. Irgendetwas trieb mich Heim. Heim Richtung Steckdose für mein neues Spielzeug.
Als das Gerät geladen war zog ich noch einmal los. Es sind ja nur vier Kilometer bis zum Internet. Hin und zurück acht. Da kann man ja rasch noch einmal gehen. Mit der zweiten Akkuladung gelang es mir dann auch eine Textverarbeitung herunterzuladen.
In den nächsten Tagen installierte ich viele Apps. Die meisten deinstalliere ich nach einer Testphase wieder. Weil sie entweder gar nicht funktionierten oder nicht das hielten was sie versprachen. Vielleicht ist es für den Ein oder Anderen der mit dem Gedanken spielt sich ein Tablett zu kaufen und der, genau wie ich bis vor kurzem, nicht ganz so genau weiß wie so ein Ding funktioniert und was man damit machen kann, ganz nützlich wenn ich hier eine Liste mit den Apps niederschreibe die ich für nützlich halte.
Was ich jetzt noch suche ist eine Kaffe koch App, ein aufräum und saubermach App und natürlich ein App zum kostenlosen Download von Dieselkraftstoff.
Nachdem ich beschlossen hatte das Gerät nicht umzutauschen, das war der Moment in dem ich feststellte das es meinen selbstgebauten externen Akku überlebt (man sieht ihn oben auf dem Bild, einfach 4 dicke D Zellen in Reihe mit Tesafilm verklebt und polrichtig ein USB Kabel dran angeschlossen) standen natürlich Folgekosten auf dem Programm.
Was sind schon 2,5 GB interner Speicher wenn das Ding mein CD Regal ersetzen soll? Außerdem will ich darauf schreiben und dazu braucht es eine externe Tastatur. Die, die ich besitze hat leider einen Stecker der für das Gerät zu groß ist. Da muss ein Adapter her. Also begab ich mich Richtung Media Markt. Da ich die Hauptstrasse schon mehrfach gelaufen war entschied ich mich für eine Nebenroute. Auf ihr passierte ich einen Scound hand Laden. 1499Forint/kg warb ein Schild in seinem Schaufenster. Ich betrat den Laden und als ich wieder hinauskam hatte ich 1,4 Kilo Schuhe gekauft.

Bild: Schuhkauf in Miskolc

Rechts im Bild meine Alten, links die Neuen. Ich denke jeder erkennt die Notwendigkeit meines Kaufrausches. Ich habe zwar noch die Wanderboots, aber um damit bei Trockenheit über Asphalt zu laufen sind sie mir eigentlich zu schade. Ich meine die verschleißen ja auch. Dann erreichte ich Media Markt und ein Security Heini warf mich wieder hinaus weil das Anleinen eines Hundes vor dem Geschäft verboten ist.
Pech gehabt Kollege. Dann macht dein Arbeitgeber an mir halt keinen Umsatz. Miskolc hat noch einen zweiten Elektronikmarkt und genau dort ging ich hin.
Als erstes Bewegte ich mich zu den Adapterkabeln. Schnell war das passende Kabel gefunden und mit ihm ging ich in den Gang wo die Tastaturen verkauft werden. Vorsichtig holte ich das Kabel aus seiner Verpackung und verband meinen Tablet mit einer der ausgestellten Tastaturen. Ja hey, das funktioniert. Dann wanderte noch eine 16 Gb Micro SD Karte in mein Einkaufskörpchen.
20 Euro Bitte. 20 Euro für ein bisserl Zubehör, der ganze Rechner hatte ja nur 33 gekostet.
Zurück am Wagen bemerkte ich dann das das mit der externen Tastatur nur in der Theorie klappt. In der Praxis ist die USB Buchse des Gerätes auch gleichzeitig der einzige Ladeeingang. Es ist somit nicht möglich das Tablet ans Stromnetz anzuschließen wenn der USB Port für etwas anderes verwendet wird. Somit ist nach 2 Stunden Schluss mit Schreiben. Schade!
Dafür klappt der USB Stick. Was leider auch nicht geht ist die externe W-lan Antenne. Somit war es wohl nur ein Wunschgedanke an Parkflächen mit W-lan auf deutsches Internetradio zugreifen zu können. Denn ohne externe Antenne bekommt die schwache W-lan Karte im Gerät niemals ein Signal im Inneren meines Wagens.
Na ja, jetzt höre ich mal auf von blöden Minnicomputern zu schreiben und zeige euch ein paar Bilder von Miskolc.
Auch wenn die Meisten meine literarischen Ergüsse zum Thema Tablet PC wahrscheinlich langweilig fanden, für mich war der Kauf ein einschneidendes Reiseerlebnis. Nicht nur weil ich mir so ein Gerät schon seit langem wünschte, sonder auch weil es das erste Mal seit meiner Abreise aus Deutschland, also seit über sechseinhalb Jahren ist, das ich mir etwas gekauft habe weil ich es haben wollte und nicht weil seine Anschaffung zwingend erforderlich war.
Über meine Lern- und Spielphase war wieder Wochenende geworden und ich hatte immer noch keine neue Sägekette für meine Kettensäge. In Miskolc habe ich zwei Baumärkte gefunden. Der eine hatte keine passende Kette und der andere lag am anderen Ende der Stadt. Bis heute hatte ich immer nur die Hinweisschilder zu dem Markt gesehen.
Vor dem Markt gastierte ein Zirkus. Kamele, Löwen, Lamas. All die armen Tiere die nicht in dieses Klima gehören und schon gar nicht ihr Leben in dem Trailer eines Wanderzirkuses fristen sollten, konnte man begaffen. Aber coole Wohnmobile hatten die Schausteller am Start.

Bild: Wohnmobil in Miskolc

Anscheinend lässt sich mit Tierquälerei gutes Geld verdienen.
Ich betrat den OBI und hielt nach Sägeketten Ausschau. Anscheinend schaute ich recht hilfesuchend den eine Verkäuferin sprach mich an. "Kettensägen? Chainsaw?" Ich wurde nicht verstanden. Kein Wunder, in diesem Land spricht man ungarisch. Jetzt habe ich ein digitales Wörterbuch in der Tasche. Ich hätte ja mal nachschauen können was Kettensäge heißt. Aber das Gerät war so neu das ich auf den Gedanken nicht gekommen bin. Also riss ich an einem imaginären Startseil, gab Geräusche von mir die nach "brum brum brummm" klangen und zersägte einen imaginären Baum. Schon wurde ich verstanden, ganz ohne neumodischen Schnick Schnack.
Schnell war die passende Kette gefunden. Nur bei dem Preis von 8000 Forint, also nur 2000 Forint weniger als ein neuer Computer und umgerechnet nur ein wenig weniger als die Hälfte von dem was ich in Chisinau für die ganze Säge inklusive Motor und Kette und Schwert und allem drum und dran bezahlt hatte, wurde mir übel.
Auf meinem Rückweg traf ich dann Bianca. Bianca saß mit ihrer Freundin in einem Biergarten und wie immer war es mein Hund der den Kontakt herstellte. Dieser wurde nämlich von der jungen Frau angelockt und deshalb wartete ich geduldig bis er fertig war sich seine Streicheleinheit abzuholen. Klar dass man da ins Gespräch kommt. Bianca war Deutsche. Behauptete sie zumindest. Sie sprach auch wirklich ein sehr gutes und eigentlich auch akzentfreies Deutsch, aber sie hatte eine lustige Angewohnheit. Der Satz den sie am häufigsten sagte lautete: "Warte, warte nicht sagen, mir fällt es gleich ein, ich kann Deutsch sprechen." Diesen Satz sagte sie immer wenn sie überlegte wie den dieses oder jenes Wort heißt was mitunter recht häufig vorkam. Am Ende viel ihr das Wort dann tatsächlich selber ein. Sie musste auch nie lange überlegen, immer nur ein paar Sekunden und das auch nur bei komplizierten Worten wie etwa Zug oder Geschäft.
So etwas habe ich noch nie erlebt, ein Mensch der akzentfrei spricht, ein Mensch der die deutsche Grammatik beherrscht aber bei jeden fünften Wort das er benutzen will eine kleine Denkpause benötigt und diese Denkpause dabei auch noch jedes Mal mit dem Satz: "Warte, nicht sagen, ich komm gleich drauf, ich kann Deutsch sprechen" unterstreicht. Echt lustig!
Während ich Biancas Standartsatz lauschte stand ihre Freundin jedenfalls auf und als sie zurückkam hatte sie ein Bier für mich in den Händen. Echt nett finde ich. Schade dass die Beiden auf eine Party eingeladen waren und unser Zusammentreffen so nur ein knappes Stündchen dauerte. Doch kaum hatte ich Lebwohl gesagt war ich bereits in neuer Gesellschaft.

Bild: Party in Miskolc

Die Gruppe stand im Supermarkt vor mir an der Kasse. Während ich ein Brot erworben hatte hatten sich die Jung und Mädels mit Alkoholika eingedeckt. Irgendwie kamen wir ins Gespräch oder wie auch immer man eine Art der Konversation nennen soll bei der man keine gemeinsame Sprache findet. Ich habe mich an dem Abend bestens unterhalten, ich weiß nur leider nicht worüber.
Am folgenden Montag packte ich dann meine sieben Sachen zusammen und verließ Miskolc. Mein Weg führt mich die wenigen Kilometer zurück nach Lillafüred. Diesmal bog ich nicht hinter dem See links, sondern vor dem See rechts ab. Dann ließ ich meinen alten Wohnort links liegen und steuerte mein Fahrzeug unbekanntem Terrain entgegen.
Schnell nahm die kleine Nebenstrasse moldawische Verhältnisse an und ich fuhr bei bester Laune in einem kurvenreichen Schlaglochslalom bergan.
Irgendwo verfehlte ich eine Weggabelung so dass ich fälschlicherweise in Miscolc Omasa landete. Aber im Ort angekommen erkannte ich den Fehler. Es ging einfach nicht weiter. Ich wendete und fuhr zurück. Wer weiß wozu es gut war, meine Federblätter müssen ja im Training bleiben.
Mit jedem Meter den ich an Höhe gewann wurde der Wald dichter, die Besiedelung spärlicher. Rund 10 Kilometer später parkte ich meine Wohnung am rechten Fahrbahnrand. An diesem Ort verbrachte ich auch meinen dreiunddreißigsten Geburtstag. Höhere Mächte weinten an diesem Tag mit mir.

Bild: Wohnmobilstellplatz nähe Miskolc

(Bei der Gelegenheit fällt mir auf das ich das Datum meiner Kammara immer noch nicht richtig eingestellt habe. Ich hab das mal versucht, aber ich weiß nicht wie es geht. Soll ich für so einen Müll wertvolle Lebenszeit verplempern?)
Wegen des schlechten Wetters verbrachte ich diesen Trauertag vor meinem PC. Aber vor dem großen. Ich schrieb meine Erlebnisse nieder die ich mit dem Kammarateam hatte und da das sehr auf die Batterien geht und mit Solarstrom nicht zu rechnen war beschloss ich am späten Abend meinen Stromerzeuger zu starten.
Ich füllte also die letzten Tropfen rumänisches Zweitaktgemisch in den Tank, stellte das Gerät vor meinen Wagen und zog am Startseil.
Dann hatte ich das Startseil in der Hand und der Motor war immer noch aus. Das Seil war gerissen.
Ich habe noch nie den Seilzugstarter eines Gerätes mit Benzinmotor repariert, aber das ist ja nur ne Kordel, wird schon nicht so kompliziert sein.
Ist es auch nicht wenn man es richtig macht! Das Gehäuseteil in dem der Seilzugstarter sitzt war schnell demontiert.

Bild: Seilzugstarrter Stromerzeuger

Bis dahin kann man auch nicht viel Falsch machen. Auf dem Bild erkennt man deutlich das Chassis und die darin zentral angebrachte Seilzugwicklung. Mann erkennt auch den kleinen Haken der beim ziehen am Seil aus der Mechanik hervortritt, ins Polrad greift (ist das das Polrad?) und so die am Seil wirkende Kraft auf den Motorblock überträgt. Ebenfalls deutlich zu erkennen ist die Sechskantschraube mit der dieser "Widerhacken" befestigt ist. Diese Schraube muss man lösen. Darunter befindet sich dann eine Kunststoffrolle auf die das Seil aufgewickelt wird. In dieser Rolle ist ein Loch durch welches man das Seil hindurchführen muss und dieses Loch erreicht man nur wenn man die Mechanik mit dem Widerhacken abschraubt.
Als ich diese Mechanik abgeschraubt hatte, hatte ich einen sehr dummen Gedanken. Es ist ein wenig fummelig das Seil durch das kleine Loch zu fädeln und um mir diese Aufgabe zu erleichtern hob ich die Kunststoffspule aus ihrem Sitz und in genau diesem Moment hüpfte mir eine rund 3 Meter lange Flachfeder entgegen und wickelte sich geräuschvoll ab.
Verdammte Scheiße!
Ich habe keine Ahnung wie die das im Werk machen wo solche Geräte produziert werden. Wahrscheinlich haben die irgendein Spezialwerkzeug. Denn wenn da jedes Mal ein Mitarbeiter 3 Stunden dran rumflucht und sich dabei die Finger blutig haut, dann können die diese Generatoren nicht für 80Euro vetrtickern.
Zunächst einmal muss man diese fedrigen Flachstahl wieder aufrollen. Das alleine ist schon eine Herausforderung da sich die Feder immer wieder verkantet und zur Seite wegspringt. Um das Problem zu lösen presste ich die Feder mit einem dünnen Brett auf mein Küchenbrettchen in dessen Mitte ich einen Nagel eingeschlagen hatte um das Ende der Feder daran zu fixieren. So ging es ganz gut. Aber dann muss man die gespannte Feder zwischen den Brettern herausheben und irgendwie an ihren Bestimmungsort verfrachten. Und zwar ohne das sie sich dabei wieder abwickelt! Hat man das geschafft steht man vor der Herausforderung die umgebogenen Federenden in die fimschigen Aussparungen an Chassis und Rolle zu fummeln. Die Aussparung am Chassis läst sich ja noch treffen, aber wenn ich dann von oben die Rolle aufstecke, dann sehe ich ja nix mehr. Ich komme da auch nicht mehr dran. Fragt mich nicht wie ich das gemacht habe, ich weiß nur das ich es viermal getan habe. Denn immer wenn man glaubt: Endlich fertig und am Seil zieht um es auszuprobieren stellt man fest das man die Feder entweder nicht stark genug vorgespannt hat, sie also zu schwach ist um das Seil wieder aufzuwickeln, oder das man sie zu stark vorgespannt hat und sie beim ziehen am Seil überspannt und aus ihrer Verankerung springt.
Ich habs dann hinbekommen, jetzt geht es wieder. Aber ich kann nur jedem der einen Seilzugstarter reparieren will raten: Heb die verdammte Rolle nicht aus Ihrem Sitz! Schraub die Mechanik mit dem Hacken vorsichtig ab, halt einen Finger auf die Rolle und fummel das Seil mit einer Pinzette durch das Loch!
Als ich an diesem Ort ankam war aber noch nicht der 16. Oktober sonder erst der 13. oder der 12.? Ach, was weiß ich, ist ja auch egal. Auf jeden Fall hatte es länger nicht geregnet und ich räumte den Kram der sich während des Sommers in meinen Brennholzkoffern angesammelt hatte an seinen eigentlichen Ort und machte erst einmal kräftig Feuerholz. Ich hatte es wohl im Gefühl das es anfangen würde zu regnen und es ist ja schlau sein Brennmaterial nach einer längeren Trockenperiode einzulagern.
Mit der neun Sägekette glitt meine Kettensäge durch das hart Eichenholz wie ein heißes Messer durch ein Stück Butter. Nur nicht ganz so geräuschlos.
Am nächsten Morgen ging ich dann mal nachschauen wo ich denn hier parke. Ah, schaut hübsch aus hier.

Bild: Bükk Berge Miskolc

Ist das nicht krass, wie das Laub der Bäume sein hübsches Grün verloren hat? Als ich von Lillafüred über die Berge hinwegblickte war noch alles Grün, aber jetzt sah man deutlich das der Winter mit großen Schritten auf einen zu marschiert kommt.
Mit Ausnahme meines verregneten Geburtstages ging ich auch die nächsten Tage viel wandern. Anders als gewohnt kann ich diesmal aber nicht besonders viel davon erzählen. Das liegt zum einen daran das ich keinen Wanderschildern folgte und so ohnehin niemand den Weg wieder finden würde, und zum anderen daran das es auf dem Weg keine Highlites wie Höhlen, Felswände oder ähnliches gab. Ich marschierte halt durch herrliche Buchen- und Eichenmischwälder.

Bild: Buchenwald Miskolc

Selbst Panoramaaussichten waren in der leicht hügeligen Landschaft eher eine Seltenheit. Ich erreichte die Andöküt Quelle die einen kleinen idyllischen See speist

Bild: Andöküt Quelle Miskolc

und kämpfte mich zu Fuß bis Miskolc Omassa vor.

Bild: Miskolc Omassa

Hierher fährt die aus Lillafüred kommende staatliche Forstbahn gehfaule Touristen.

Bild: Forstbahn Lillafüred

Ich frag mich nur was die hier wollen. Ach ja, eine Kleinigkeit in dem Restaurant neben dem "Bahnhof" essen.
Ich folgte von dort einem nicht ausgezeichneten Weg die Berge auf der anderen Seite des Tales hinauf, als der von der ich hinab kam, und warf, an einer Stelle an der ein Sturmschaden es zuließ, erst einen Blick auf die andere Talseite

Bild: Wälder Miskolc Omassa

und dann, bei bestem Sonnenschein hinab auf die Tiefebene in der auch Miskolc liegt.

Bild: Tiefebene Miskolc

Außerdem entdeckte ich die Klosterruine des Paulinerordens von Szentlelelek.

Bild: Paulinerkolster Szentlelek

Eine absolute Sehenswürdigkeit die schon von den Hauptstrasse ausgeschildert ist und die so viele Touristen anzuziehen scheint, das das danebenliegende Restaurant noch nicht Pleite gegangen ist. Vielleicht liegt es aber auch an dem Campingplatz "Touristpark Szentelek" das sich der Laden rechnet.
Auch Bankut kam ich von hier aus sehr nahe. Zumindest sichtete ich das eigenartige Bauwerk das ich schon bei meiner letzten Wanderung in diesem Gebiet gesehen hatte und von dem ich glaube dass es ein Wasserturm ist.

Bild: Wasserturm Bankut

Im Alter von 33 Jahren und 4 Tagen (wie heißt es noch so schön? "Ich kann dem Tod gelassen ins Auge sehn, ich bin immerhin älter als Kurt Cobain") beschloss ich mein näheres Umland erwandert zu haben und zog weiter.
Auf der schilderlosen Nebenstrasse verpasste ich mal wieder eine Abzweigung und so kam es das ich mich, und mein Wohnmobi,l plötzlich in Bankut wieder fand.

Bild: Wohnmobilstellplatz Bankut

Bankut, da war ich auch schon. Hergelaufen! Damals von meinem ersten Wohnort im Bükk Nationalpark. Das allein stehende Hotelrestaurant mit eigenem Ortseingangsschild und den vielen Wanderzeichen. "Miskolc: 16 km" Ich erinnere mich genau.
Ich überlegte eine Weile ob ich hier bleiben soll um all den vielen Wanderzeichen zu folgen. Parkplätze hatte es hier ja und wenn ich in dem Restaurant mal ein Bier getrunken hätte, dann hätten die mir bestimmt auch ihr W-lan Passwort verraten. Aber meine Wasservorräte waren so gut wie erschöpft und trotz rund zwei stündiger Suche fand ich in der näheren Umgebung keine zugängliche Wasserstelle hoher Qualität.
Auf denen ihren Besucherparkplätzen wild zu campen, denen ihr Internet zu klauen und obendrein noch mein Wasser von denen ihrer Kundentoilette rankarren, das hab selbst ich nicht gebracht. Ich hatte ja auf einer meiner Wandrungen ne tolle Wasserstelle entdeckt. Nur war die mal locker 10 Kilometer von hier entfernt.
Es nützte alles nichts, ich wendete und trainierte noch ein wenig meine Federblätter im Schlaglochausgleichen. Dann stoppte ich an der Wasserstelle.

Bild: Wohnmobilversorgungsstelle Miskolc

Hochwertiges Quellwasser, ganz ohne Chlor. Ich bunkerte rund 240 Liter. Dann ließ ich den Bükk Nationalpark endgültig hinter mir, durchfuhr Malynka und parkte mein Vehikel auf einer einsamen Wiese kurz hinter dem Ortsausgang von Dedestapolscany.

Bild: Wohnmobilstellplatz Dedestapolscany

Hier solle es einen wunderschönen, von Bergen umschlossenen See geben den mir meine Freunde aus Egger ans Herz gelegt hatten. Vielleicht würde ich an seinem Ufer ein paar schöne Tage verbringen können. Von hier wollte ich aufbrechen um einen Stellplatz zu finden.
Doch zunächst einmal hieß es W lan suchen. Ich hatte an meinen verregneten Geburtstag so viel Material fertig gestellt, das wollte ich jetzt auch veröffentlichen. Mein mini PC fand genau an der Stelle Internet an der schon mein Großer bei der Ortsdurchfahrt akustische Signale von sich gegeben hatte die mich darüber informierten dass ich mich an dieser Stelle ins Internet würde einwählen können.
Der Upload von einer knappen Stunde Audiomaterial und unzähligen Bildern benötigte dann allerdings die vollständige Akkuleistung des Gerätes. Deswegen vollendete ich meine Arbeit erst am Folgetag mit dem großen PC.

Weiter geht es mit dem Grenzübertritt Ungarn - Slowakei.

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Bild: Danke
Bei dem grünen Frosch von ranunculus-rotalis für das einfügen meines Banners auf seiner HP rund um das "einzig und nicht artige" Wohnmobil von Haltern am See.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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