... Vogelschutzgebiet Ungarn

Die nach Westen führende Ausfallstrasse B33 Richtung Hortobagy, meinem angestrebten Tagesziel hatte ich bereits zu Fuß ausfindig gemacht.
Über tadellose Strassen und vorbei an von Videokammaras überwachten Ampelanlagen und Kreuzungen steuerte ich mein Fahrzeug vorbei an dem See in welchem ich mit Kriztina schwimmen war und dann weiter westwärts.
Nach rund 40 Minuten Fahrzeit erreichte ich Hortobagy, ein Vogelschutzgebiet das mir als sehenswürdig empfohlen worden war. Unzählige Holzhütten aus welchen Souvenirs an die zahlreichen Touristen verkauft wurden begrüßten mich zusammen mit den Wegweisern zu mindestens drei verschiedenen Campingplätzen. Die gigantischen, mit PKW und Reisebussen zugeparkten Parkflächen wurden von einem Parkgebührenkassierer bewacht. Schon aus dem fahrenden Wagen entdeckte ich die zahlreichen Werbetafeln die Bootsfahrten in das Schutzgebiet feilboten.
Meine Erkundung von Hortobagy beschränkte sich somit auf einen Blick durch die Windschutzscheibe.
Ich fuhr weiter durch das flache Ackerland Ungarns bis ich Tizafüred erreichte. Dort begrüßte mich ein riesiger Tesco Markt dem ich einen Besuch abstattete. Meine Einkäufe in Debrecen beschränkten sich auf das Herantragen von Lebensmitteln aber die Idee mal etwas mehr einzukaufen und meine Errungenschaften mit dem Einkaufswägelchen bis vor meine Haustüre rollen zu können reizte mich.
Schnell war ein Sack Hundefutter sowie einige andere Kleinigkeiten erworben und dann ging es weiter. Auch Tizafüred ist ein Vogelschutzgebiet. Auch in Tizafüred gibt es ungezählte Campingplätze, Hotels und Pensionen. Ich fuhr weiter. Rund zwei Kilometer hinter dem Ortsausgangsschild führte mich mein Weg über eine Brücke hinweg. Die "Heves Megye" fließt unter dieser Brücke hindurch und beim Überfahren des Bauwerkes sichtete ich eine schmale Naturstrasse die Richtung Einsamkeit zu führen schien.
Ich parkte meinen Wagen und inspizierte die Gegend zu Fuß. Rund eine Stunde später parkte mein Fahrzeug an dem Ort der die nächsten drei Wochen meine Heimat werden sollte. Die Sonne brannte vom Himmel, die Temperaturen dürften wohl nicht sehr weit unter der 40Grad Marke gelegen haben. Ich setzte mich in den Schatten meines Fahrzeugs und genoss die Einsamkeit meines Wohnortes.
Von der schmalen Naturstrasse ging ein noch schmalerer Weg nach rechts ab. Er führte auf einen von Hecken umgebenen Platz auf dem nichts weiter vorzufinden war als ein kleiner Metallturm der wohl irgendetwas mit der Pegelstandmessung oder der Trinkwassergewinnung zu tun hat. Von keiner Seite war mein Fahrzeug zu sehen, ich hatte mir eine Privatwiese gesichert.
Ein kleines Loch in der buschartigen Hecke Richtung "Heves Megye" gibt den Weg zu meinem sehr schmalen Privatstrand frei. Schaut man über das Wasser hinweg blickt man auf ein Restaurant dessen verschlüsseltes W lan Netzwerk bis hier her herüberstrahlt.

Bild: Vogelschutzgebiet Ungarn

Mit Einbruch der Dämmerung ging ich dort ein Bier trinken um in den Besitz des Passwortes zu gelangen was problemlos funktionierte.
Die nächsten drei Tage verbrachte ich mit schwimmen und waschen. Meinen letzten Waschtag hatte ich auf dem wunderschönen kostenlosen Campingplatz im rumänischen Sigistel. Es war mal wieder an der Zeit und der eigenartige Metallturm auf welchem man seine W-lan Antenne platzieren muss um in den Genuss von Internet zu kommen bot eine praktische "Wäschespinne".

Bild: Vogelschutzgebiet Ungarn Wohnmobilstellplatz

Erste, meist abendliche Erkundungsspaziergänge versprachen eine tolle Landschaft die es zu erkunden galt.

Bild: Vogelschutzgebiet Ungarn Sonnenuntergang

Doch noch war ich mit Waschen beschäftigt und ging deswegen nur abends in die Stadt um die unverschlossenen Abfallbehälter des nahen Lidel Marktes nach Dingen zu durchsuchen welche von den Mitgliedern unsrer Konsumgesellschaft nicht mehr gewollt werden.

Bild: Tizafuered Ungarn Dumpster diving

Seit Ewigkeiten hatte ich keinen Erfolg mehr beim containern. Rumänien, Moldawien, Ukraine … in all diesen Ländern werden keine Lebensmittel weggeworfen. Aber hier in Ungarn, hier sind die Menschen reich genug um verwertbare Recourcen kostenpflichtig dem Entsorgungsunternehmen zur Verfügung zu stellen.
Die Riesenpfunde von denen ich etwa in meinen Griechenland Reiseberichten erzähle hatte ich hier zwar nicht aber gerade im Bereich Backwaren fast tägliche Erfolge. Lidel verfügt über eine kleine Hausbäckerei. Bäckerei ist vielleicht das falsche Wort, aber immerhin hat der Laden so große Backöfen in welchen tiefgekühlte Brötchen und ähnliches fertig gebacken werden. Kurz vor Feierabend wird dieses Zeug dann reduziert und das was dennoch nicht verkauft wird landet kurz nach Feierabend, sauber und von anderen Abfällen getrennt in einem Plastikbeutel verpackt, bei den Mülltonnen hinter dem Markt. Mann muss es sich nur mitnehmen. Brote, Brötchen, leckere Pizzataschen usw.
Erwähnenswert finde ich auch die Anzahl von Getränkebüchsen im Müll des Lidel Marktes. Lidel schließt um 8 Uhr Abends. Ab halb neun kann man sich dann seine Brötchen sichern und einige dieser Aluminiumbüchsen. Diese Büchsen muss man dann rund 2 Kilometer bis Tesco tragen. Tesco hat einen Annahmeautomaten der einem, wie bereits erwähnt, 2 Forint pro Büchse auszahlt. Da Tesco bis 10 Uhr geöffnet hat geht sich das Prima aus und man muss den Müll erst gar nicht zu seinem Auto tragen.
Ich hatte wirklich eine sehr preisgünstige Zeit mit gratis Internetanbindung in Tizafüred was wohl mit ein Grund für meine lange Aufenthaltsdauer war.
Bei einem meiner abendlichen Versorgungsspaziergänge gelang es mir dann auch ein Foto von dem gelben, Insektengift versprühenden, Doppeldecker aufzunehmen von dem ich schon in meinem Reisebericht Debrecen erzähle.

Bild: Tizafuered Ungarn Insektengift Flugzeug

Das Foto ist ein wenig verschwommen aber man erkennt deutlich wie tief dieses Flugzeug über die Häuser hinweg fliegt und wer genau hinschaut der sieht auch die Wolke Insektengift die es über den Wohnhäusern verteilt.
Am Morgen des 19. Julie 2013 war dann der letzte Socken gewaschen und auch mein Bettzeug duftete nach "Bergfrühling" und so beschloss ich die Gegend zu erkunden. Da einige zaghafte Versuche zu Fuß in Sackgassen endeten wollte ich diese Erkundungen mit meinem Schlauchboot unternehmen.
Schnell war das Boot aus seinem winterlichen Stauraum gezerrt und schnell hatte ich bemerkt das es mal wieder einige Löcher gibt die repariert werden müssen bevor ich starten kann. Bei der Suche nach meinem Boot kam ich an dem kleinen Hobo Ofen vorbei den ich in Zeiten der Gasknappheit in Rumänien gebastelt hatte und der noch nie wirklich zum Einsatz gekommen war.
Also beschloss ich, während die Flicken auf dem Boot trocknen, einen leckern, auf dem Holzfeuer gebrühten Kaffe zuzubereiten.

Bild: Hobo Ofen

Das ging echt super. Nach knapp 10 Minuten kochte das Wasser und wie man sieht hinterlässt diese praktische Holzfeuerung noch nicht einmal hässliche Brandflecke auf der Wiese. Zugegeben, das tun andere Gasalternativen wie etwa Benzin- oder Spirituskocher auch nicht, aber sowohl Benzin als auch Spiritus muss man kaufen. Holz hingegen gibt es umsonst an jeder Ecke.
Nach rund 3 Stunden Trockenzeit für meine Flicken konnte ich in See stechen.

Bild: Wasserwandern Tizafuered

Im Gegensatz zum Vogelschutzgebiet Donaudelta, das ich immerhin vollständig befahren habe, gelang es mir hier auf der Heves Megye ein Foto von einem Vogel aufzunehmen.

Bild: Vogelschutzgebiet Ungarn Vogel

Wahrscheinlich liegt das daran das ich hier über einen Fotoapparat mit 6fachem optischem Zoom verfüge.
Unzählige Kanufahrer die ihre Boote aller Wahrscheinlichkeit nach bei einem der vielen Kanuverleihe in Tizafüred gemietet hatten kamen mir entgegen.

Bild: Kanutour Tizafuered

Dann passierte ich ein Schild das langsam fahren gebot. Auf einem blauen Schild war ein Boot mit durchgestrichenen Wellen abgebildet. Als Schlauchbootfahrer nahm ich dieses Schild nur wahr ohne die Geschwindigkeit meiner Ruderschläge zu drosseln. Selbst wenn ich mich richtig ins Zeug lege ist es mit meinem Verkehrsmittel unmöglich nennenswerte Bugwellen zu erzeugen.
Unmittelbar hinter der Geschwindigkeitsbegrenzung befanden sich Wegweiser für Wasserwanderer. "Tizafüred: 2km, Weg Nr. 4 und 5"
Ein blauer Jetski näherte sich langsam meinem Boot. Als das Sportgerät näher kam konnte ich die unheil verkündende Aufschrift "Rendörseg" also Polizei auf ihm lesen.
"I am to fast?" Begrüßte ich den Wachmeister der seinen Jetski unmittelbar neben meiner Gummijolle zum halten brachte. Ein Wortschwall unfreundliches ungarisch drang an mein Ohr und dabei zeigte ein Bullenfinger immer wieder Richtung Ufer.
"Waht´s your problem? Here are hundrets of rowingboats!"
"Out!" Komplimentierte mich ein englisches Wort aus dem Wasser.
Was will man da machen? Ich fühlte mich zwar im Recht aber der Typ hatte ne Knarre. Also ruderte ich ans Ufer und wartete darauf dass der Bulle verschwand. Leider hatte der Staatsdiener, der von Steuergeldern bezahlt wird um den ganzen Tag Jetski zu fahren, alles andere vor als zu verschwinden. Immer wenn ihn die Strömung einige hundert Meter stromabwärts getrieben hatte drückte er auf den Gashebel seines Wassermopeds bis er wieder mit mir auf gleicher Höhe war. Einige Male betrachtete ich dieses Schauspiel, dann ließ ich wutentbrannt die Luft aus meinem Boot.
Boot, Pumpe, Ruder und alles weitere das ich dabei hatte verstaute ich in meinem Wanderrucksack und machte mich zu Fuß auf den Heimweg. Geschlagene 4,5Kilomter weit war ich gekommen.
Ich folgte dem Deich und blickte über das von Seerosen bedeckte Wasser.

Bild: Seerosen Tizafuered

Also entweder das ist ein Naturschutzgebiet in dem Boote nix verloren haben, dann verstehe ich nicht wieso da so viele Boote herumfahren, oder aber da dürfen Boote herumfahren, dann entzieht es sich meinem Verständnis warum gerade ich das nicht darf!
Ich, mit meinem Paddelboot. Völlig laut- und emmisionslos. Schadstofffrei und im Einklang mit der Natur. Ganz im Gegensatz zu dem Bullen auf seinem lärmenden Wassermopped und ganz im Gegensatz zu diesem Sportboot.

Bild: Sportboote Tizafuered

Aber wahrscheinlich macht es einen Unterschied ob man sein Boot bei einem Verleih mietet und somit Geld in die Stadtkassen von Tizafüred bringt oder ob man mit seinem eigenen Boot unterwegs ist. Wenn das eigene Boot dann auch noch so ausschaut als ob man sich keinen Anwalt leisten könne, dann ist man Freiwild für die Obrigkeit.
Ich passiere einen Campingplatz auf dem gerade ein ungarischer Motorradclub sein Sommerfest feiert. Unzählige langbärtige Typen in Lederkutten, unzählige Harly Davidson und fast ebenso viele Polizeibeamte die das Fest beaufsichtigen.
Dann führt mich "mein" Deich am Strand vorbei. Auf einem Schild ein durchgestrichener Hund, am Ufer des Flusses leicht bekleidete Badegäste. Ich ignoriere das Schild, irgendwie muss ich ja nach Hause kommen.
Ich habe kaum das Gelände des Strandes verlassen als ich die Werbebotschaft eines Langosstandes erblicke.
"Friss Langos" steht darauf geschrieben. Hier in Ungarn war mir im Bezug auf Lebensmittel schon öfter die Aufforderung aufgefallen das ich irgendetwas "fressen" soll. Wie es der Zufall wollte traf ich unmittelbar vor dem Langosstand eine Hundehalterin die der englischen Sprache mächtig war und so konnte ich mir das Phänomen mit der Aufforderung etwas zu fressen erklären lassen. Das heißt gar nicht Friss, man spricht es frisch und genau das bedeutet es auch. Frischer Langos!
Leider liegt der im heißen Fett frittierte Mehlfladen mit 650 Forint weit außerhalb meiner Preisvorstellung.
Gegen 19 Uhr erreiche ich völlig durchschwitzt meinen Wagen und gehe erst einmal eine Runde schwimmen.
Frustriert verbringe ich die nächsten Tage vor dem PC. Ich habe Internet im Wagen und das validieren meiner Homepage steht seit langer Zeit auf meiner "to do" Liste. Als ich das Design damals in Chisinau entworfen habe, da war ich zwar entschieden schlauer als bei meinem ersten Versuch und habe darauf geachtet das meine Homepage in allen möglichen und unmöglichen Webbrowsern identisch ausschaut, aber so schlau meinen Code validieren zu lassen und so zu überprüfen ob er Xhtml konform ist, so schlau war ich damals noch nicht. Somit spuckte mir der gute Validator beim Überprüfen meiner Page über 200 verschiedenen Fehlermeldungen aus die es zu bereinigen galt. Und das bei gefühlten 584 Unterseiten. Ich habe von dieser Arbeit ja im Forenbeitrag "Design Relaunch - Meinungen Bitte" berichtet und leider Gottes so gut wie gar kein Feedback erhalten.
Ich frage mich echt was so schwer daran ist einmal einen Blick über so eine Seite zu werfen und mir mitzuteilen ob es zu Designfehlern kommt oder nicht. Aber anscheinend ist das den Lesern meiner HP zu viel Arbeit.
Erst ab 18 Uhr am Abend wurde ich aktiv, dann wenn die Sonne flacher am Himmel steht und sich die größte Hitze verzogen hat.
Dann ging ich in die Stadt,

Bild: Tizafuered

besichtigte die Touristenkirmes am Ufer der Heves Megye,

Bild: Kirmes in Tizafuered

warf einen Blick vom Aussichtsturm über die kleine Halbinsel die hier von einer Schleife des Flusses gebildet wird,

Bild: Aussichtsturm in Tizafuered

beobachtete Störche

Bild: Storchennest

oder kämpfte mich über zugewachsene Junglewege

Bild: Uferweg Tizafuered

vor zu einsamen Badebuchten.

Bild: Badebucht Tizafuered

Am Abend führte mich mein Weg dann grundsätzlich an meiner kostenlosen Einkaufsmöglichkeit vorbei und wenn ich spät in der Nacht zurück zu meinem Wagen kam, dann legte ich die eingeschaltete Taschenlame als "Leuchtturm" ans Ufer und ging noch eine Runde schwimmen um den Schweiß des Tages abzuwaschen.
Wirklich aktiv wurde ich erst wieder am 1.8.2013. Da nämlich beschloss ich einmal in die rund 8 Kilometer entfernte Nachbarstadt Poroszlo zu wandern.
Mein Weg führte mich über die Brücke hinweg und kurz hinter dieser nutzte ich einen schmalen, die Hauptstrasse begleitenden Pfad. Rechtsseitig dieses zugewachsenen Pfades lag die Hauptstrasse und linksseitig ein kleiner Kanal. Spinnweben versperrten den Weg vollständig und ich nahm den Rucksack von meinem Rücken und hielt ihn mir vor das Gesicht um die klebrigen Weben nicht direkt mit der Nasenspitze einzurennen.
Nach rund 90 Minuten Marsch endete mein Weg und ich war gezwungen die Hauptstrasse zu bewandern. Sie führte als Damm zwischen zwei Seen hindurch. Vor lauter Seerosenbewuchs war die Wasserfläche kaum auszumachen.

Bild: Seerosen Poroszlo

Abermals eine Stunde später, ich war hinter dem Damm nach links abgebogen und hatte den Deich bewandert, stand ich im Zentrum von Poroszlo.

Bild: Poroszlo

Doch die Sehenswürdigkeiten von Poroszlo stelle ich auf eine Stufe mit denen von Tizafüred. Hotels, Pensionen, Bootsvermietungen, Touristen, Campingplätze. Nach einer Rast am Wasser ging ich heimwärts und nutzte die Einsamkeit des kleinen Kanals für eine kurze Abkühlung durch einen beherzten Sprung in die kühlen Fluten.
Auch am 4.August war ich sportlich aktiv. Die Rendörsegs können mich vielleicht ärgern, aber unterbuttern können sie mich nicht. Hier rudern hunderte von Touristen über die Flüsse, jeder Volldepp der das 14. Lebensjahr vollendet hat darf hier ein Motorboot mieten wie ich dem deutschsprachigen Aushang eines Bootsverleihs entnehmen konnte. Und auch ich will hier mit meinem Wasserfahrzeug unterwegs sein.
Boot, Pumpe und alles was ich brauchte verstaute ich im Rucksack. Dann spazierte ich Richtung Tizafürded und kurz vor dem Ortseingang, da wo die kleine Brücke über den Kanal führt bog ich links ab ins Dickicht des jungleartigen Uferbewuchses.
Schnell war das Boot aufgepumpt und ich auf dem Wasser.

Bild: Schlauchboot Tizafuered

Eine Stockente saß auf einem Stock in Ufernähe.

Bild: Stockente

Das ist doch eine Stockente? Oder liebe Biologen? Na ja, eine Ente ist es ganz sicher und da sie auf einem Stock sitzt muss es wohl eine Stockente sein.
Nach ca. einem Kilometer Ruderei führte mich mein Kanal wieder auf die Heves Megye, den Fluss auf welchem ich bei meiner letzten Paddeltour von der Polizei verscheucht wurde. Scheiße!
Ich bog links ab und nutzte eine kleine Bucht zum schwimmen gehen.
Die Brücke, die meinen Wohnort markiert war schon in Sichtweite als ich einen winzigen Kanal sichtete der rechtsseitig von der Heves Megye abführte.
Nix wie reingerudert in das Ding.

Bild: Magrovensump Tizafuered

Der Kanal führte mich durch schattige Auwälder die den Eindruck erweckten als ob hier keine Polizei auf Jetskis patrolliere.
Als ich den Auwald verließ gelangte ich auf einen großen, von Seerosen bewachsenen See. Nur eine schmale Fahrrinne war Seerosenfrei. Ich nutzte sie.

Bild: Schiffahrtsweg Tizafüred

Überall stehen Hinweisschilder für Wasserwanderer herum. Es muss legal sein hier zu rudern!

Bild: Wanderschilder Wasserwandern

Dann lag wieder ein offenes Gewässer vor mir.

Bild: See Tisza-to

Eins dieser kleinen Motorboote kam mir knatternd entgegen.
"You speack german or englisch?" fragte diesmal nicht ich sondern ich wurde es von der Besatzung des Motorbootes gefragt. "Ja, Deutsch, Englisch … was ihr wollt. Nur kein Ungarisch"
"Ah, supper! Wie kommen wir denn hier weiter? Rechts ist Sackgasse, da waren wir schon. Da links geht noch was ab, aber wir sind uns nicht sicher wegen der Wassertiefe."
"Ja fragt doch nicht mich, ich bin doch auch bloß Tourist. Ich werde dann wohl links fahren, ich glaube mit dem Tiefgang hab ich keine Probleme. Wisst Ihr ob man da irgendwie zur Strasse durchkommt?"
Doch meine Gesprächspartner konnten mir genauso wenig helfen wie ich ihnen und so trennten sich unsre Wege wieder.
Ich nutzte den linken Weg der mich nach einem kurzen Engpass wieder auf einen offenen See hinausführte der mir die Möglichkeit boot ungezählte Vögel zu beobachten.

Bild: Moeve auf Ast

Es dämmerte bereits als der Damm mit der Hauptstrasse in Sichtweite kam.

Bild: See Tisza-to

Noch einige hundert Ruderschläge und ich hatte wieder Land unter den Füßen. Als ich aus meinem Boot ausstieg bemerkte ich wie luftleer mein schwimmbarer Flickenteppich war.

Bild: See Tisza-to

Auf dem Wasser hatte mein Körpergewicht die Luftkammern zusammengepresst und es war mir gar nicht aufgefallen das mein Bötchen kurz vor dem Absaufen steht.
Noch ein letzter Blick auf eine mir die Muschel rausstreckende Muschel

Bild: Muschel

und dann wanderte ich Heimwärts.
Noch 3 weitere Tage verbrachte ich vor dem PC um meine Validierung annähernd zu vollenden, dann wusch ich noch einmal den Krempel der bereits wieder dreckig geworden war und spülte mein Geschirr

Bild: Spültag

um am 8.8.2013 in neue Gefilde aufzubrechen. Wie immer in den letzten Tagen war es brütend heiß als ich den Motor startete. Das Letzte was ich tat bevor ich aufbrach war es eine Runde zu schwimmen. Doch schon beim Einschlagen meiner Vorderräder hatte sich die kühlende Wirkung meines Schwimmganges verflüchtigt.
Wie fast alle Menschen hier steuerte auch ich mein Fahrzeug ohne Oberbekleidung und so spürte ich schon nach der Zweiten Lenkradumdrehung wie Schweiß aus meinen Achselhöhlen auf meine Oberschenkel tropfte. Igitt! Ich ekle mich in solchen Momenten immer vor mir selber.
Die knappen 2 Kilometer bis zur Hauptstrasse waren eine Qual. Doch dann hatte ich, wie ich es aus Ungarn gewohnt war, guten Asphalt unter den Rädern und konnte Gas geben so dass mich frischer Fahrtwind kühlte.
Ich fuhr über den Damm den ich schon zu Fuß begangen hatte und hindurch durch Porozlo. Dann lag Neuland vor mir.
Doch das Neuland war genauso flach und nichts sagend wie das Land das ich bereits hinter mir gelassen hatte.
Füzzabony schenkte ich keine Beachtung, ich nutze die Umgehungsstrasse die um diese Ortschaft herum führt.
Erst kurz vor Eger hatte mein Wagen mit einer leichten Steigung zu kämpfen. Als ich ihren Höhepunkt erreichte blickte ich auf die Kulisse der Bükk Berge. Dann ging es Talwärts und kaum war die Strasse wieder ebenerdig erreichte ich das Ortsschild Eger.

Weiter geht es in Eger

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Bild: Danke
Bei Gilbert von Sandblech.com für die Aufnahme meiner Reiseberichte in seine Linkliste.



Kleine Häuser auf Rädern, auf dem Wasser und in Bäumen.



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