UFO´s, es gibt sie wirklich!

Unbekannte Flug Objekte - kurz UFOs. Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet man ein Flugzeug bzw. Ein Raumschiff das von außerirdischen Intelligenzen gesteuert wird als UFO. Ich selbst glaube bereits seit meiner Kindheit an die Existenz außerirdischer Lebensformen. Warum sollten wir auch in den unendlichen Weiten des Universums alleine sein? Ich habe allerdings nie daran geglaubt das diese Intelligenzen technisch in der Lage sind die unvorstellbaren Entfernungen zwischen ihrem Heimatplaneten und unsre Mutter Erde zu bewältigen.
Als dann aber am 18. August 2013, mitten in den Weinbergen der ungarischen Stadt Eger, dieses mir unbekannte Flugobjekt, dieses UFO, am wolkenlosen Himmel auftauchte begann ich zu überlegen und war drauf und dran meine bisherige Überzeugung zu revidieren. Anfänglich flog das UFO in weiten Kreisen über meinem Wohnmobil hin und her. Mal wechselte es blitzschnell seine Position und mal verweilte es regungslos an ein und der gleichen Stelle so dass ich es sogar fotografieren konnte.

Bild: Ein UFO in Ungarn fliegt über mein Wohnmobil

Nachdem das UFO einige Male mein Fahrzeug umkreist hatte, nachdem es genau über meinem Wohnmobil in einem absolut senkrechten Steigflug an Höhe gewann, so als ob sich die Besatzung des mir unbekannten Flugobjekts einen Überblick verschaffen wollen würde, flog das UFO plötzlich tiefer.
Wer auch immer dieses nahezu geräuschlose Fluggerät steuerte, er schien Interesse an mir und meinem Wohnmobil zu haben.
Was ist das? Ein Raumschiff, gesteuert von außerirdischen Intelligenzen? Eine Aufklärungsdrohne des Deutschen Geheimdienstes? Haben sie mich jetzt? Stecken sie mich jetzt in die Klapsmühle um endlich diesen Staatsfeindlichen Internetblogger los zu sein? Das UFO umrundete mich und meinen Wagen und dann, dann verharrte es auf meiner Beifahrerseite. Just so als wolle sein Flugmeister einen Blick durch mein geöffnetes Fenster werfen.

Bild: Sichte ich das UFO oder sichtet das UFO mich?

Ein kleines, schwarzes, kreuzförmiges Fluggerät an dessen vier Armen Propeller, ähnlich denen eines Hubschraubers, rotierten. Ein Raumschiff konnte es also nicht sein denn in der Luftleere des Alls wären Propeller nutzlos.
Eine Drohne! Das UFO ist eine Drohne! Doch von wem? Und was tut Sie hier? Stecken wirklich außerirdische Intelligenzen hinter dieser Erscheinung? Soll diese Drohne vielleicht einen geeigneten Landeplatz für das weitaus größere Raumschiff ausspähen und mein Wohnmobil ist dem Ding ein Dorn im Auge? Oder ist dieses UFO einfach nur entsannt worden um die Zusammensetzung der Erdatmosphäre zu analysieren?
Quatsch! UFO, Außerirdische! Das Ding ist irdischen Ursprungs. Es ist zwar ein UFO, da es ein mir unbekanntes Flugobjekt ist, aber irgendein Mensch dieses Planeten wird es konstruiert haben und wissen was es ist. Militär? Geheimdienst? Das Teil schaut teuer und technisch hoch entwickelt aus. Welche Organisation dieses Planeten könnte Interesse daran haben mit so einem Teil durch die Weinberge Ungarns zu fliegen? Und warum um alles in der Welt fliegt dieses UFO Kreisbahnen um mein Wohnmobil?
Ich meine wenn es irgendwelche Mächte gibt die es gerne sehen würden das ich von der Bildfläche verschwinde, dann hätten diese Mächte doch spätestens an der nächsten Grenze die Gelegenheit dazu. Da müssen die doch nicht mit einem so neumodischen UFO quatsch kommen. Oder gibt es an Grenzen einfach zu viele Zeugen und ich soll in der Einsamkeit dieser Weinberge still und heimlich eliminiert werden? Gleich feuert das Ding seine Strahlenwaffe ab und in meiner offiziellen Sterbeurkunde wird dann Herzversagen stehen. Während ich diese Gedankengänge dachte erblickte ich den UFO-Piloten.

Bild: Der UFO Pilot. Schaut gar nicht aus wie ein Alien.

Er heißt Andre und bei den eigenartigen Augen dieses Aliens handelt es sich um eine "Fat Shark" Videobrille die den Piloten quasi an Board seines UFO´s befördert. Im UFO ist eine so genannte "KeyCam" verbaut. Ein Videotransmitter überträgt die Flugbilder live zu Andres Videobrille und somit sitzt Andre quasi an Board seines UFO´s.
Das UFO ist auch gar kein UFO sondern ein Quadcopter wie mir Andre erklärt. Mir ist das allerdings egal, für mich ist und bleibt das Teil ein UFO auch wenn es mir jetzt nicht mehr unbekannt ist und Quadcopter somit eigentlich das bessere Wort wäre.
Da es mir gelang mich mit Andre, dem Ufopiloten, anzufreunden (um ehrlich zu sein war Andre ja überhaupt nur wegen mir hier) bin ich in der Lage euch ein tolles Flugvideo in der "UFO Edition" zu zeigen.


Andres Kanal auf Vimeo.

So, an dieser Stelle mache ich mal Schluss mit UFO. Selbstverständlich habe ich nicht eine Sekunde lang wirklich daran geglaubt dass dieses Fluggerät von Außererdeischen Intelligenzen gesteuert wird. Mir war auch klar das weder Militär noch Geheimdienste damit zu tun haben. Schließlich habe ich UFO-Pilot Andre dabei beobachtet wir er Akkus in dieses ach so unbekannte Flugobjekt eingelegt hat und er stand mit seiner Fernbedienung ja auch die ganze Zeit in Sichtweite.
Aber als ich dieses "Ding" hab fliegen sehen, da war mir augenblicklich klar: Das ist ein UFO! Und mir war augenblicklich klar dass ich diesen Bericht so oder so ähnlich schreiben würde. Jetzt habe ich Ihn geschrieben, meinen Bericht über die falsche UFO Sichtung. Ich hätte einmal behauptet dass es keine Berichte von echten UFO Sichtungen gibt. Also doch, hätte mir Andre nicht gesagt dass so ein Teil Quadcopter heißt, für mich wäre es ein UFO geblieben.
Weitermachen möchte ich gerne damit wer Andre ist, wo er herkommt, was er bei mir tut und was wir so gemeinsam erlebt haben. Also:

Andre wohnt auf einem Campingplatz in der Nähe von Budapest. Als er erfuhr dass ich mit meinem Wohnmobil nach Ungarn eingereist bin lud er mich herzlich ein Ihn zu besuchen. Als ich ihm antwortete das sein Wohnort nicht wirklich auf meinem Weg liegt dachte sich Andre wohl: Wenn das Wohnmobil nicht zu mir kommt, dann komme ich halt zu dem Wohnmobil.
Vor, jetzt habe ich es doch glatt vergessen, vor zwei oder drei Jahren ist Andre mit einem Reisepartner aus dem Internet und seinem Fahrrad in Deutschland aufgebrochen um Indien zu erreichen. Bereits nach wenigen Tagen trennte er sich im gegenseitigen Einvernehmen von seinem Reisepartner da die Beiden unterschiedliche Vorstellungen von der Reisegeschwindigkeit hatten. Gemütlich radelte er also Indien entgegen und kam bis Budapest. Da Andre kein Wohnmobil sein Eigen nannte in das man sich zurückziehen kann, mietete er sich dort für einige Tage auf einem Campingplatz ein. Dabei lernte er dann die große Liebe kennen und so kam es das aus dem Indienreisenden ein Ungarnauswanderer geworden ist.
Seit geraumer Zeit ist Andre VIP Leser meiner Homepage und so erfuhr er sehr zeitnah dass ich mich in seiner Nähe aufhalte. Es bedurfte nicht vieler E Mails bis wir ein Treffen vereinbart hatten.
Am 17.08.2013 um Punk 15 Uhr holte ich Andre vom Bahnhof Eger ab.
Eigentlich wollte Andre mit dem Fahrrad angereist sein, aber aufgrund von Zeitknappheit nutzte er dann doch die Bahn. Immerhin hatte er sein Fahrrad dabei.

Bild: Das Landungsfahrzeug eines Ufo Piloten.

Als erstes ging es Einkaufen, dann einen Langos essen, und danach schoben wir Andres schwer bepacktes Radel meinem Wohnmobil entgegen. Dort angekommen bekam ich dann auch all die Dinge erzählt die ich bereits wiedergegeben habe. Außerdem, und das finde ich sehr interessant, ist Andre vor einigen Jahren zum islamischen Glauben konvertiert den er allerdings nicht mehr aktiv lebt.
Andre lernte von islamischen Freunden die Grundsätze dieser Religion kennen, fand sie plausibeler als die Grundsätze der christlichen Religion, besuchte anschließend einige Male Religionsunterricht in einer Mosche und sprach letzten Endes das Glaubensbekenntnis in arabischer Sprache.
Früher habe er zu Ramadan auch gefastet und das sei ein sehr prägendes Erlebnis gewesen, erzählt mir Andre.
Am interessantesten finde ich aber die Tatsache das Andre einige Zeit nach seinem offiziellen Glaubenswechsel Besuch von der deutschen Polizei bekam die mit ihm über die Gründe für seine Konvertierung sprechen wollte.
In Deutschland darf zwar jeder an den Gott glauben an den er glauben möchte, aber wenn das jemand wirklich tut scheint es normal zu sein das man sich auch schon mal vor den exekutiven Gewalten rechtfertigen muss!

Bis spät in die Nacht saßen wir bei Kaffe und anregenden Gesprächen vor meinem Wagen, dann errichtete Andre sein Zelt zwischen den Weinreben.
Als ich am nächsten Morgen, es muss so gegen zehn Uhr in der Früh gewesen sein, die Haustüre öffnete und meinen Kopf ins Freie streckte wurde ich sogleich mit einer Frage bombardiert: "Hast du gestern Abend meinen Wassersack zu dir reingeräumt?"
"Nö, eigentlich nicht." "Ich meine auch nicht, ich habe den doch da hingelegt."
Andre deutete auf eine, dem Fahrweg zugewandte Stelle unter meinem Wohnmobil. Nach näherer Recherche kamen wir zu dem Entschluss dass der Wassersack gestohlen wurde. "Unfassbar", meinte Andre, "die haben Wasser gestohlen. Der Sack war ja nicht leer. Es hätte ja sein können das wir kein anderes Wasser haben."
Aber wir hatten noch anderes Wasser und so saßen wir schnell wieder mit einem Kaffe in den Händen dort wo wir erst vor wenigen Stunden aufgestanden waren.
Lange saßen wir dort allerdings nicht bis ein Auto neben uns hielt. Ihm entstieg so eine Art Waldschrat. Filzhut, langer Vollbart, eine abgenutzte Jeansweste mit unzähligen Taschen und ein Messer am Gürtel an welchem jeder ungarische Grenzbeamte seine helle Freude gehab hätte. Auch ich hatte diesen Herren schon einige Male vorbeifahren sehen. Ich räumte dann immer meinen Stuhl beiseite und grüsste freundlich.
Diesmal hielt der Herr an. Die Konversation überlies ich Andre der zwar immer beteuert dass sein Ungarisch nicht wirklich das Beste sei sich aber dennoch hervorragend verständigen konnte. Nach rund 10 Minuten fuhr der Wagen weiter und ich bekam das Ergebnis der Konversation übersetzt:
Das Zelt im Weinberg ginge gar nicht. Der Herr sei Security Mitarbeiter irgendeiner Schule und würde dafür bezahlt Wassersäcke zu stehlen … äh hier für Ordnung zu sorgen meine ich natürlich. Unweit von hier gäbe es einen Platz wo wir niemanden stören würden. Andre hatte eine Wegbeschreibung.
Also machten wir uns nach dem Frühstückskaffe auf diesen Platz zu suchen. Er entpuppte sich als so eine Art wilde Müllkippe. Aber wir fanden einen anderen Platz. Seine Zufahrt endete als Sackgasse und es gab ein großes Rondell zum parken. Platz für Tisch, Stuhl und Treppe sowie eine kleine Feuerstelle.
Am frühen Nachmittag parkten wir dann auf diesem Platz und ich sah erstmals Andres UFO das ja in Wirklichkeit ein Quadcopter ist.

Bild: UFO Wartung. Auch UFO´s müssen in die Werkstatt.

Andre lehrte mich viel über Quadcopter. Zum Beispiel das es ein echtes low Budget Hobby ist. Die Fernbedienung kostet nur 60 Euro. OK, das Sendemodul muss man extra kaufen und der Akku ist wahrscheinlich auch nicht im Preis inklusive aber im Grunde ist das alles nicht teuer weil man die Einzelteile ganz preiswert direkt in Hong Kong bestellen kann.
Andres Quadcopter konnte man nicht nur fernsteuern und sich mittels Videobrille quasi direkt an Board des Spielzeugs setzen, sonder er war obendrein auch noch mit einem GPS Gerät ausgestattet. Eine kleine Antenne sendete den genauen Standort des Quadcopters direkt zu Andres Smartphone. Mittels einer speziellen Software konnte man Missionen speichern die das Gerät hinterher völlig selbstständig fliegen konnte. Darüber hinaus verfügte es über eine "Follow me Funktion". Wenn man diese einstellte flog das Teil immer dem Mobiltelefon hinterher. Selbstverständlich konnte es das aufgenommene Videomaterial nicht nur an die Videobrille senden sondern auch aufzeichnen so dass man es später zu Filmen zusammen schneiden kann.
"Stell dir mal vor du bist unterwegs und hast so einen Quadcopter dabei. Dann kannst du immer Luftaufnahmen von Campingplätzen und Hotelanlagen machen und die als Werbevideo verkaufen."
Andre zeigte mir einige Videos die mit Quadcoptern aufgezeichnet wurden. Die Idee war nicht schlecht, das musste ich zugeben. Was bleibt ist das Problem mit der Kundenaquisitation. Da hat man es bestimmt einfacher wenn man erst einmal selber Kunde des Campingplatzes oder des Hotels ist.
Während dieses Gespräches hatte Andre seinen Quadcopteter zusammengebaut und das Gerät erhob sich surrend in die Luft. Scheki jagte die Elektroente und nach 10 Minuten war der Spaß vorbei: Akku leer!
Zeit für eine Tasse Kaffe und dem Betrachten des aufgenommenen Videomaterials. Am späten Nachmittag des nächsten Tages, am Vormittag war natürlich Quadcopterfliegen angesagt, beschlossen wir einmal den Gipfel des hinter uns liegenden Berges zu besteigen. Ein schmaler Pfad führte uns bergan. Die Strecke war aufwendig dazu präpariert worden sie mit dem Mountainbike hinabzurasen. Steilkurven waren angelegt, gefährliche Hindernisse wie etwa große Steine die sich nicht aus dem Weg entfernen ließen waren mit oranger Sprühfarbe auffällig markiert worden.
Schneller als wir dachten erreichten wir das Gipfelkreuz.

Bild: Das Gipfelkreuz in Eger

Leider hatten wir uns einen Tag mit diesiger Sicht ausgesucht. Dennoch setzten wir uns und genossen bei einigen Keksen den Blick über Eger. Als wir wieder aufstanden liefen wir vorbei am Funkturm und folgten in weitem Bogen einem Weg auf der anderen Bergseite talwärts. Es ging vorbei an eingezäunten Weinbergen und hindurch zwischen nicht eingezäunten Reben. Reif und Saftig hingen die Trauben an den Pflanzen. Leider waren sie noch nicht zu Wein vergoren.
Als wir die Talsohle erreichten führte uns unser Weg vorbei an einer alten Industriebrache. "Lass mal angucken die Gegend!" Kurze Zeit später sichtete ich den Eingang zu einem Katakombensystem und abermals wenige Minuten später standen wir mittendrin in dem Tunnelsystem.

Bild: Luftschutzbunker. Zum Schutz bei UFO Angriffen?

Unzählige Babyfrösche hüpften im Eingangsbereich umher. Halt in dem Teil der Tunnel in die noch ein wenig Tageslicht einfällt. Linksseitig ein Seitengang. Von ihm gingen kleine Räume ab in welchen so eine Art unterirdisch Fischteiche angelegt waren. Wahrscheinlich handelte es sich nicht um Fischteiche sonder um irgendetwas das mit der Weinherstellung zu tun hat. Als wir tiefer in die Katakomben eindrangen schwirrten uns einige Fledermäuse um die Ohren. Ein Lichtschein viel auf den Boden. Irgendwo hier muss es einen Ausgang Richtung Tageslicht geben. Wir gingen der Sache auf den Grund. In der Tat, ein senkrechter Schacht führte hinauf in eins der baufälligen Häuser. Das was einstmals die Treppe gewesen war ist kaum noch zu erkennen. "Guck mal da!"

Bild: Ist das ein Siebenschläfer?

"Was ist das?" "Ein Siebenschläfer?!" Auf jeden Fall war es ein marderartiges Tier das wie die Fliegen an einer senkrechten Wand herumlaufen konnte.
Als wir die Bunker verließen dämmerte es bereits. Andre holte sein Mobiltelefon aus der Tasche, schaltete die GPS Funktion des Gerätes ein und stellte eine Internetverbindung her. Dann sahen wir unseren Aufenthaltsort und die gespeicherte Stelle an der mein Wohnmobil geparkt war, eingezeichnete als kleine Punkte auf dem Kartenmaterial von "Open street maps". Andre setzte Daumen und Zeigefinger auf den Touch Screen Monitor des Telefons, zog sie auseinander und der Kartenausschnitt vergrößerte sich so stark das wir jeden Trampelpfad erkennen konnten.
Schon toll diese moderne Technik, für mich leider unbezahlbar.
Am nächsten Tag war der 20., ein landesweiter Feiertag in Ungarn. Dieser Feiertag war mit ein Grund warum mich Andre gerade jetzt besuchen kam. Er ist nämlich geflüchtet!
Geflüchtet vor der Party, dem Menschenauflauf, der lauten Musik auf seinem Campingplatz. Andre ist nämlich ein ganz bodenständiger. Andre mag keine Partys. Er raucht nicht, er trinkt nicht und er isst nicht. Zumindest trinkt er keinen Alkohol und er isst kein Fleisch. Deswegen verbrachten wir diesen Feiertag, der aus meiner Sicht sicherlich ein guter Grund gewesen wäre einen über den Durst zu trinken, vollständig auf den Campingstühlen vor meinem Wagen.
Es muss so ca. 22 Uhr gewesen sein als ich mit ein wenig Wehmut die Geräusche eines Feuerwerks vernahm.
Am Folgetag waren wir dann richtig aktiv. Wir gingen einen Geoquatsch suchen! Das ist ein Quatsch, das kann ich euch sagen. Eigentlich heißt es geocash, da in dem geocash aber gar kein cash, also kein Bargeld drin ist, ist es für mich Geoquatsch. Ein Geoquatsch ist ein kleiner Schatz der irgendwo von irgendwem versteckt wird. Damit der Schatz dann auch gefunden wird schreibt der "Schatzbesitzer", also der, der ihn verbuddelt hat, die GPS Angaben des "Schatzes" auf die Geoquatsch Webseite (http://www.geocaching.com). Von dort kann sie dann jeder ambitionierte Schatzsucher abrufen und zur Schatzsuche aufbrechen - und genau das taten wir. Drei Geoquatsche liegen in Eger versteckt. Zwei im Stadtzentrum, und einer am "Hungarien Airfield Eger". Andre schaltet also sein Mobiltelefon auf GPS Betrieb und stellt natürlich eine Internetverbindung her um auf das Kartenmaterial von open street maps zugreifen zu können und dann ging es los. Wenn ich wandern gehe, dann schaue ich mir unter normalen Umständen die Landschaft an, betrachte Tiere und Pflanzen am Wegesrand und erfreu mich an der Schönheit unsres Heimatplaneten. Wenn man allerdings aufbricht einen Geoquatsch zu suchen, dann schaut man auf den leuchtenden Bildschirm seines Telefons damit man den Quatsch auch findet. Das auf den Bildschirm Schauen überließ ich Andre, ich schaute derweilen lieber auf vergiftete Weinberge,

Bild: Vergifteter Weinberg?

Obgleich ich lügen müsste wenn ich sagen würde das ich mich an diesem Anblick erfreut hätte. "Ich kapiere das nicht. Wie kann man etwas vergiften das man später essen möchte?" meinte Andre. Doch ich konnte ihm leider keine Antwort geben denn auch ich kapiere das nicht.
Dann erreichten wir das "Airfield" und die Suche ging in die spannende Phase über. Den Blick auf das leuchtende Viereck des Smartphones gerichtet liefen wir der digitalen Kompassrose hinterher. Sie führt uns zu einem Strommast. Mit seinem Fuß schob Andre routiniert einen Stein beiseite und darunter lag er dann auch, der Schatz der offiziell geocash heißt und den ich gerne Geoquatsch nennen mag. Ein kleines rundes Döschen, in seinem Inneren ein Logbuch, ähnlich dem Gästebuch das man häufig an Gipfelkreuzen findet, und natürlich der Schatz. In unserem Fall bestand er aus zwei Haarspangen und einem Aufkleber. Hier halte ich ihn stolz in meinen Händen, meinen ersten (fast) selbst gefundenen Geoquatsch.

Bild: Mein erster Geo Quatsch

Im Hintergrund sieht man Andre wie er sich im Logbuch verewigt.
Ohne den Quadcopter fliegen zu lassen, wir hatten ihn vorsorglich mitgenommen den auf diese Weise wäre es uns leicht möglich gewesen bei der Schatzsuche Luftunterstützung anzufordern, erreichten wir erschöpft meinen Wagen. Wir hatten den Schatz gefunden und die aufgestellte Weinbergfalle überlebt. Rückwirkend betrachtet hätte ich behauptet das die Weintrauben nur deshalb vergiftet waren um hungrige Schatzsucher zu eliminieren und so die Haarspangen vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Vielleicht geht aber auch meine Phantasie mit mir durch was dann sicherlich auf einen übermäßigen Konsum von Indianer Jons Filmen in meiner Jugend zurückzuführen ist.
Viel unternahmen wir nicht mehr bevor ich Andre am 23. August zum Bahnhof begleitete. Um ehrlich zu sein taten wir gar nix! Wir ließen es uns einfach nur gut gehen. Wir kochten leckere Gerichte

Bild: Das Restaurant am Ende des Universums

die wir anschließend mit Erös Pista bestrichen das Andre mitgebracht hatte. Erös Pista ist etwas ungarisches und bedeutet wörtlich übersetzt "starker Stefan". Geschmacklich ist es wohl mit dem bekannteren Sambal Oleck gleichzusetzen. Zu trinken gab es dann in meinem Entsafter zubereiteten Traubensaft. Sehr lecker und der Adrenalinkick beim trinken läst nicht lange auf sich warten. Wie russisches Roulett - vergiftet oder nicht?
Dann war auch schon der 23.
Damit mein zum Islam konvertierter Freund wenigsten ein Mal an seinem unbeglockten Glockenturm vorbeikommt, wir waren ja während Andres gesamter Aufenthaltsdauer hier in Eger nicht einmal im Zentrum, gingen wir extra einen kleinen Umweg.

Bild: Das Minarett von Eger

Um 15 Uhr verließ Andres Zug den Bahnhof und ich war wieder alleine.
Ich ging zu meinem Internetpark wo ich eine geschlagene Akkuladung verweilte, kaufte auf dem Heimweg noch ein neues Pfund Kaffe und dann schaltete ich den PC in meinem Wagen wieder an.
Die nächsten Tage, ja fast schon Wochen verbrachte ich vor dem Rechner. Nein, ich arbeitete nicht. Ich schrieb keine Reiseberichte und programmierte auch nicht an meiner Webseite herum. Ich lass! Andre hatte gigabyteweise E books auf seinem Telefon und jetzt hatte ich diese E books auch auf meiner Festplatte. Neben unzähligen englischsprachigen Werken wie man am besten die Apokalypse überlebt auch deutsche Bücher meines Religionsgründers: Erich von Däniken. Wer Erich von Däniken jetzt nicht kennt, seine Bücher passen wie die Faust aufs Auge zu einem UFO Piloten. Erich von Däniken ist umstrittener Pseudowissenschaftler der die These vertritt dass unser Planet vor sehr langer Zeit einmal von Außerirdischen besucht wurde und die menschliche Rasse ein Ergebnis von gentechnischen Experimenten bzw. von Kreuzungen zwischen den Außerirdischen und den damals lebenden Uhrmenschen ist.
Verglichen mit der allgemein anerkannten Evolutionstheorie, wir schmeißen ein Paar Aminosäuren in einen Mixer, quirlen einige Milliarden Jahre und dann haben wir den Menschen, oder der biblischen Schöpfungsgeschichte: und Gott knetete Adam aus einem Lehmklumpen, die mir einläuchtenste Theorie über die Entstehung der Menschheit. Zumal van Däniken es versteht seine Ideen und Thesen mit Texten alter Überlieferungen und Bildmaterial von Höhlenzeichnungen und Fotografien von Bräuchen scheinbar unterentwickelter Eingeborenenstämme auf eine Art und Weise zu "belegen" das ein denkender Leser seiner Worte einfach ins Grübeln kommen muss! Ich will nicht behaupten das van Däniken Recht hat, aber solange keiner aussagekräftige Gegenargumente liefert liegen seine Thesen für mich definitiv im Bereich des möglichen und ich halte sie, wie bereits erwähnt für wahrscheinlicher als das was uns die Bibel lehren will bzw. als das was gebildete Theologen in ihren Text hineininterpretieren.
Häufig lass ich so lange das ich den Sonnenaufgang hinter den Bükk Bergen bewundern konnte.

Bild: Sonnenaufgang über den Bükk Bergen

Ich musste mich regelrecht überwinden gelegentlich den PC auszuschalten um mit meinem Hund den rund 60 minütigen Fußweg nach Tesco anzutreten. Bei den wenigen Wegen die mich noch einmal ins Zentrum von Eger führten, z.B. um endlich einmal das erzbischöfliche Alkohollager zu besichtigen, Sankt Josephs Wasser zu hohlen oder die Aufnahmen in der Graffitiunterführung zu machen lief ich einen weiten Bogen um das Lampas damit ich ja keinem begegne den ich kenne und der mich vom Lesen abhalten könnte. Und wenn ich nicht täglich an einigen Pflaumenbäumen vorbeigekommen wäre die einfach niemand abernten wollte und deren überreife Früchte deshalb einen eklig, glitschig, plattgefahrenen Matsch auf dem Fahrweg zurückließen der von abertausenden von kleinen Fruchtfliegen umschwirrt wurde, ich hätte mich auch nicht dazu aufgerafft Marmelade einzukochen. Aber der Anblick von kostenloser und hochwertiger Nahrung die einfach so vergammelte, im Bezug auf die Tatsache das in anderen Teilen der Welt täglich Menschen verhungern, löste in mir ein derart schlechtes Gewissen aus das ich einfach drei Kilo Gelierzucker kaufte und Marmelade kochte. Ansonsten gab es für mich nur an den frühen Abenden Abwechslung. Dann nämlich kam ein junger Mann mit seinen Hunden an meinem Wohnort vorbeigefahren. Bereits mit Andre hatte ich ihn beobachtet und wir hatten gelästert: "Schau mal, der fährt mit seinen Hunden Gassi. Sprit scheint hier noch zu billig zu sein." Wieder alleine hatten unsre Tiere Freundschaft geschlossen und so kam es das ich abends, meist so gegen 19 Uhr, ein Hupzeichen vernahm. Dann schaltete ich den Rechner in den Stand bye Modus, bot meinem Bekannten eine Tasse Kaffe an und gemeinsam beobachteten wir unsre Tiere bei ihrem ausgelassenen Spiel. Leider konnte ich mangels Sprachkenntnis nicht ergründen warum der Mann mit seinen Hunden Gassi fährt anstatt mit ihnen Gassi zu gehen. Aber eines weiß ich ganz sicher: Seine Hunde mögen Pflaumen und Weintrauben.

Bild: Ein Hund isst Obst

Irgendwann hatte ich das Letzte Buch zu Ende gelesen, startete den Motor und fuhr hinab nach Tesco wo ich, dank Internet im Wagen, abermals zwei oder gar drei Tage verbrachte. Aber dann, dann zog ich weiter um endlich einen Ort zu erreichen von dem aus ich die Schönheit des Bükk Naturparks erwandern können würde.

Weiter geht es mit Wanderungen im Bükk Nationalpark Ungarn.

Derzeit im Chat :



Bild: Danke








Du hast meinen Bericht von der UFO Sichtung bis an dessen Ende gelesen.
Pleace be social - share waht you like!
Mit einem klick auf diesen Link teilst du meinen Bericht über die UFU Sichtung auf deiner Facebook Pinnwand und verbreitest so die Warheit: UFO´s, es gibt sie wirklich!.
Thank´s for your fairness :-)



© myhomeismycar Wohnmobil Reiseberichte
Empfehle mich
Bitte!

myhomeismycar.com - nonstop unterwegs seit: 10 Jahren, 7 Monaten und 5 Tagen