waschen im Wohnmobil = waschen ohne Waschmaschine?

Ich werde häufig gefragt: „Wie machst du das eigentlich? Waschen im Wohnmobil!“. Meine Antwort lautet immer „Handwäsche in der Dusche“. Das stimmt! Aber diese Antwort deckt wohl nicht den Informationsbedarf. Grund genug für mich diese Seite zu schreiben. Grundsätzlich verwundert es mich, dass sich so viele Leute diese Frage stellen. Denn eigentlich könnte ich sie auch in: „Waschen ohne Waschmaschine, wie macht man das?“ umformulieren. Und diese Frage ist ja wohl leicht zu beantworten. Fragt doch mal eure Eltern, und wenn ihr sehr jung seid, dann fragt eure Großeltern. Die wissen wie das geht. Die können sich noch an die Zeiten erinnern als eine Waschmaschine kein normales Haushaltsgerät war. Aber ich will hier keine Vorträge halten, sondern Antworten geben. Also:

Waschen im Wohnmobil, welche Möglichkeiten gibt es?

Bedeutet waschen im Wohnmobil eigentlich zwangsläufig waschen ohne Waschmaschine?
Nein! Ich kenne Menschen die fahren in ihrem Fahrzeug eine ganz normale Haushaltswaschmaschine durch die Gegend. Wenn sie waschen wollen, stellen sie ihren 3 kw Stromgenerator vor die Türe und prüfen vorher sorgfältig ob noch mindestens 60 Liter Frischwasser in Ihrem Tank sind. Ich kenne sogar Menschen die haben eine Haushaltswaschmaschine auf 12 Volt umgebaut. Diese Menschen, bzw. dieser Mensch ist aber auch sehr stolz auf seinen 700 Liter Frischwassertank.
Auch der professionelle Campinganbieter hat Lösungen auf Lager. Hier heißt die Devise, wo ein Konsument – da auch ein Produzent. 2 Verschiedene Campingwaschmaschinen sind „Marktführer“. Zum einen gibt es die 220 Volt Campingwaschmaschine. Ich habe mir das Gerät einmal im Laden angeschaut. Es handelt sich um einen baby-blauen Kasten mit Deckel und manuell zu bedienendem Ablassventil, auf dessen Boden ein drehbarer Teller installiert ist auf welchem sich einige Noppen befinden. Ähnlich wie bei einer normalen Waschmaschine gibt es ein Wahlrad mit dem man die verschiedenen „Waschprogramme“ einstellen kann. Mann erklärt der Maschine also wie schnell, in welche Richtung und wie lange sich der Teller drehen soll. Die Funktionen „Wasser rein und Wasser raus“ müssen von Hand ausgeführt werden.
Dann gibt es noch die Handkurbelwaschmaschine. Im Prospekt wird sie mit Worten wie: „Ein spezielles Unterdruckverfahren lässt die Waschsubstanzen tief in die Fasern eindringen. So erzielt diese Handkurbelwaschmaschine beste Resultate in kürzester Zeit“ beworben. Ich habe lange mit dem Gedanken gespielt mir dieses Gerät zu kaufen. Dann habe ich ein ähnliches Modell aus Großmutters Zeiten auf dem Flohmarkt erstanden (für 2 Euro). Seine Waschtrommel war aus echtem Aluminium, Aufhängungen und Kurbel aus Stahl. Ein unverwüstliches Exemplar. Wie funktioniert dieses Gerät und was ist das Unterdruckverfahren? Nun, man schmeißt seine Schmutzwäsche hinein, kippt heißes Wasser und ein wenig Waschmittel dazu, dann verschließt man den Deckel und kurbelt. Ähnlich wie bei einem Waschbrett reibt die Wäsche beim Drehen über die geriffelte Innenwand der Trommel. Da sich das heiße Wasser während des Waschvorgangs abkühlt, und sich somit zusammenzieht, entsteht ein Unterdruck denn man erst „belüften“ muss bevor man den Deckel öffnen kann. Danach wiederholt man das Spiel 2 bis 3 Mal mit klarem Wasser bis die Waschmittelrückstände ausgespült sind. Das Waschergebnis ist hervorragend. Ich würde behaupten so ein Teil wäscht besser als eine moderne Miele oder AEG Maschine. Meine Maschine war entschieden größer als die Plastikteile vom Campinghändler. Sie fasste ungefähr: 1 Jeans, 1 Pulli und 3 T-Shirts sowie ein wenig Unterwäsche. 1 Waschgang und 2 Spülgänge a 10 Minuten kurbeln macht einen Arbeitsaufwand von rund 40 Minuten (Wasser rein und raus braucht auch Zeit) und einen etwaigen Wasserverbrauch von 25 Litern pro Waschgang. Im Vergleich zu einer richtig manuellen Handwäsche ein Mehraufwand. Allerdings, zugegebener Maßen auch ein besseres Ergebnis.
Ich habe diese Maschine mittlerweile entsorgt. Denn einen gewaltigen Nachteil haben alle oben genannten Wascharten. Ihre Gerätschaften sind sperrig und nehmen den ohnehin schon knappen Platz im Wohnmobil in Anspruch. Obendrein verbrauchen sie immens viel Wasser.
Wer im Wohnmobil waschen will muss sich zwei Herausforderungen stellen. Zum Einen hat er keinen Platz für eine Waschmaschine, zum Anderen hat er nicht genügend Wasser. Wie wasche ich also Platz- und Wassersparend? Am Wassersparendsten ist es, ich wasche überhaupt nicht. Das ist auch die wenigste Arbeit! Deshalb möchte ich hier unbedingt folgenden Punkt erörtern.

Vermeiden von Schmutzwäsche

Nicht nur Fahrzeugbewohner wie ich und Hobby Camper sollten sich über dieses Thema Gedanken machen. Denn das „Vermeiden von Schmutzwäsche“ ist nicht nur praktisch und ökonomisch es ist zugleich sehr ökologisch.
Wie stelle ich es also an dass nichts schmutzig wird?
Ein nicht ganz ernst gemeinter Tipp: Ich mache Urlaub an einem FKK Strand :-) Nein, mal im Ernst. Textilien werden schmutzig, daran lässt sich nichts ändern. Wir können aber bei der Anschaffung unserer Bekleidung darauf achten Produkte zu erwerben die langsamer schmutzig werden und sich zudem besser reinigen lassen. Wir können auch darauf achten was wir wann tragen. Einige Beispiele:
Wenn die Temperaturen so um die 15 Grad liegen, dann kann ich mich entscheiden. Ich kann einen Pullover anziehen, den muss ich je nach Schmutzempfinden alle 2 bis 7 Tage waschen oder ich trage ein T-Shirt und ziehe mir eine Jacke über. Das Außenmaterial von Jacken ist entschieden schmutzabweisender als das eines Pullis. Jacken müssen entschieden seltener gewaschen werden. Das weiß jeder. Wer, wie ich, eine Lederjacke anzieht, der tut das jahrelang ohne das Teil auch nur ein einziges Mal waschen zu müssen. Lederfett reicht völlig aus, und Lederfett ist in seiner Anwendung entschieden einfacher als Waschpulver. Vor allem im Wohnmobil. Ähnlich sieht es mit Hosen aus. Eine Jeans ist sehr dick, sie zu waschen ist sehr aufwändig und verbraucht viel Wasser. Eine Tuchhose ist vom Material her viel dünner. Sie wasche ich schneller und mit weniger Wasser. Sie ist natürlich auch nicht so warm. Abhilfe schafft hier eine dünne Regenhose die ich überziehe. Ihr Material ist so beschaffen, dass ich es mit einem feuchten Schwamm reinigen kann. Die „Außenhaut“ über der eigentlichen Hose schützt das Textil vor Verschmutzungen. Ich kann eine leichter zu waschende Hose somit länger tragen bevor ich sie überhaupt waschen muss. Ich persönlich schwöre auf meine Lederjeans. Sie drehe ich in der Nacht auf links und lüfte sie anstatt sie zu waschen. Handtücher gibt es in schwarz und in weiß. Auch bei der Unterwäsche lässt sich „optimieren“. Ich trage seit Jahren keine Unterhosen mehr. Nein, ich will hier keine sexuellen Vorlieben kundgeben. Es geht sich hier ums Waschen. Ich trage Badehosen! Sie sind aus Polyester, einem Material das sauber wird wenn ich es kalt ausspüle. Sie werden ohne Waschmittel sauber, ich kann sie in jedem Fluss oder See waschen oder ich gehe einfach mit ihnen schwimmen. Auch Shirts und Pullis gibt es aus diesem Material. Da bleibt natürlich die Frage zu klären:

Was ist sauber?

In unserer heutigen modernen Zeit, in der Wasser aus dem Hahn und Strom aus der Steckdose kommt wird etwas als sauber definiert das lupenrein weiß bzw. grün, gelb oder rot ist. Viele Menschen verfallen einem regelrechten „Sauberkeitswahn“. Sie waschen ihre Wäsche täglich. Sie verwenden Waschmittel, in welchen der Duftstoff „Bergfrühling“ mit eingebaut ist, hängen sich einen Wunderbaum ins Auto und sie halten ihre Sachen für sauber. Ich würde das gerne hinterfragen. Wenn ich ein Kleidungsstück aus der Waschmaschine hole und es nach Bergfrühling „duftet“, dann weiß ich, dass sich im Textil irgendwelche Waschmittelrückstände befinden. Molekularverbindungen die nach Bergfrühling duften. Das Kleidungsstück ist schmutzig! Bevor ich es gewaschen habe beinhaltete es Molekularverbindungen die nach Schweiß dufteten und jetzt beinhaltet es welche die nach Bergfrühling schnuppern. Im Grunde hat sich doch nichts geändert. Ich würde den Begriff sauber gerne neu bzw. alt definieren.
SAUBER IST ETWAS DAS SEINEN ANFORDERUNGEN GENÜGT!
Auch hierzu ein Beispiel: Ich blicke gerade auf das Handtuch mit dem ich vor rund 2 Stunden meinen Hund abfrottiert habe. Es hängt über meinem Offenrohr und trocknet. Ich würde sagen, es ist sauber! Wenn sich jetzt allerdings jemand dieses Handtuch schnappen würde um damit einen frisch gespülten Teller abzutrocknen, würde ich aufschreien: „Halt, Stopp! Das Teil ist sau dreckig!“ Mit diesem Handtuch trockne ich meinen Hund ab, ich besitze noch ein Zweites, mit ihm wische ich meinen Boden. Ich würde nie auf den Gedanken kommen eines dieser Handtücher mit Waschmittel zu waschen. Wenn ich entscheide, dass sie dreckig sind, spüle ich sie in klarem Wasser. In einem Fluss oder einem See, eventuell hänge ich sie auch einfach nur in den Regen. Danach sind sie für ihren Verwendungszweck sauber genug! Ähnlich sieht es bei Bekleidung aus. Wenn ich eine frisch gewaschene Hose aus meinem Schrank hole, sie anziehe und eine Runde spazieren gehe, wenn ich mich dann auf einen bemoosten Stein setze, dann hat diese Hose einen Fleck am Arsch. Ist sie deswegen dreckig und muss gewaschen werden? Im Umkehrschluss, wenn ich die Hose jetzt frisch gewaschen habe und ein Fleck ist nicht ganz raus gegangen, kann ich dann nicht trotzdem behaupten sie sei sauber? Sie stinkt nicht mehr ist wieder elastisch und genügt vollkommen den Anforderungen mich damit auf einen bemoosten Stein zu setzen. Wie sauber muss der Arbeitsanzug eines KFZ Mechanikers nach der Wäsche sein? Oder der eines Maler und Anstreichers? Wie sauber das Hemd eines Bankangestellten? Muss dessen Kragen extra gestärkt werden? Und vor allem ist das Hemd danach nicht schmutziger als vorher? Was für was sauber genug ist muss im Grunde jeder selbst entscheiden. Im Folgenden möchte ich erklären, was ich wie wasche. Ob diese Methoden DEINEN Anforderungen genügen musst Du alleine entscheiden. Aber bevor du die Nase rümpfst, probiere es doch einfach mal aus!

Waschen beim Duschen:

Eine sehr einfache, schnelle und Wasser sparende Möglichkeit im Wohnmobil zu waschen ist es, es beim Duschen zu tun. Ich gehe dabei folgender Maßen vor: Alles was ich am Leib trage was waschbar ist schmeiße ich in die Duschtasse. Meistens ist das nur ein T-Shirt, ein paar Socken und eine Badehose. In diesem Fall kann ich noch ein oder zwei Kleidungsstücke zugeben. Sollte sich unter den Waschstücken eine Jeanshose befinden ist die Duschtasse bereits wegen „Überfüllung geschlossen“. Dann stecke ich den Stöpsel in die Dusche und kippe 5 Liter warmes Wasser über die Kleidung. Dann, und das ist ganz wichtig, setze ich mich auf meine Toilette und lasse mir etwas kaltes Wasser über die Füße laufen. (Mein WC ist so angeordnet, dass ich darauf sitzen, und meine Füße gleichzeitig in die Dusche halten kann) Das kalte Wasser an den Füßen erzeugt augenblicklich einen Druck auf der Blase, sprich man muss danach sofort pinkeln. Das Gefühl kennt wahrscheinlich jeder und ich wette mindestens 90% aller Männer pinkeln beim Duschen. Ich wette weiterhin dass es 90% der 90% nie offen zugeben würden. Auf jeden Fall ist es ekelig wenn man seine Wäsche im eigenen Urin wäscht. Das verhindere ich so. Jetzt dusche ich wie eine Blondine die das Shampoo „Wash and go“ benutz. Sprich ich laufe beim Duschen etwas auf und ab. Wenn ich mich fertig geduscht habe greife ich nach meinem Klostampfer und stampfe damit ungefähr 10 Minuten auf die Wäsche ein. Zwischendrin wende ich sie mehrfach von Hand, damit jedes Teil mal oben liegt. Der Klostampfer erzeugt so lustige Schmatzgeräusche und auch er arbeitet mit einer Mischung aus Über- und Unterdruckverfahren. Er presst förmlich das Wasser durch die Fasern. Danach ziehe ich den Stöpsel und wringe die Sachen sehr gut aus. Zu diesem Zweck habe ich eine kleine Mangel in meiner Dusche installiert. Die gemangelten Sachen hänge ich hoch. Dann kommt der Spülgang. Ich halte jedes Teil einzeln unter fließendes Wasser bis es wider so voll gesogen ist, dass es beginnt zu tropfen. Jetzt wird es erneut gemangelt. Diesen Vorgang wiederhole ich 2 Mal für jedes Kleidungsstück und 4-5 Mal für Socken. Zu beachten ist hier das man Produkte mit Knöpfen oder Reißverschluss nicht mangeln kann. Sie muss man auswringen so gut es geht. Übrigens, ich habe die Stelle nicht vergessen wo ich Waschmittel beigebe. Ich benutze die Waschsubstanzen aus meinem Haarwaschmittel. Das reicht! Danach genügt die Wäsche meinen Anforderungen, selbst wenn ich damit ein Konzert besuchen wollen würde. Sie ist sauber, probiert es aus! Eine Jeans, ein T-Shirt, ein Paar Socken, eine Badehose und einmal duschen, alles wieder sauber genug mit unter 15 Liter Wasser. Arbeitsaufwand, etwa 30 Minuten.

Kochwäsche

Manche Dinge werden beim Waschen in der Dusche nicht so sauber, dass sie meinen Anforderungen genügen. Geschirrtücher zum Beispiel. Oder Socken. 2 oder 3 Mal kann ich sie beim Duschen mit waschen, danach bemerke ich das ihre Spitzen, da wo die Zehen drin stecken, nach dem Trocknen ganz hart werden. In diesem Fall müssen härtere Geschütze aufgefahren werden. Das Zauberwort heißt Kochwäsche. In einen großen Topf gebe ich Wasser, Waschpulver und das zu waschende Textil. Jetzt bringe ich das ganze zum Kochen. Je nachdem was ich waschen will kann ich entscheiden welches Wasser ich verwende. Für Socken reicht mir Regen- oder Seewasser vollkommen aus, für Geschirrhandtücher verwende ich Trinkwasser. Wenn das Ganze schön sprudelnd kocht, drehe ich die Flamme klein und lass es eine Weile köcheln. Hier und da rühre ich meine Wäschesuppe durch. Ein Deckel auf dem Topf spart Energie. Übrigens, sollte jemand von euch einen Schnellkochtopf besitzen probiert meine Methode doch bitte einmal aus. Einmal in einem normalen Topf, damit ihr wisst wovon ich spreche, und einmal im Schnellkochtopf um mir zu sagen ob es sich lohnt mir ein solches Gerät anzuschaffen. Kann man ja noch für viele andere Dinge verwenden als zum Waschen. Wichtig ist hier übrigens auch, dass man beim Textilkauf darauf achtet Produkte zu kaufen die Kochwäsche abkönnen. Alle meine Socken sind blau, egal welche Farbe sie ursprünglich hatte. Das liegt daran dass ich einige blaue Socken besitze die nicht kochwäschetauglich sind. Mir ist es aber egal, denn ein blauer Socken genügt meinen Anforderungen, Hauptsache er ist vorne nicht hart. Wenn der ganze Kram so 10 Minuten gekocht hat, kippe ich Wasser samt Wäsche in mein Spülbecken. Jetzt kommt wieder der Klostampfer zum Einsatz. Ordentlich stampfen und durchrühren. Dann hinsetzen und Kaffee trinken. Wenn man mit Kaffee trinken fertig ist, ist das Wasser soweit abgekühlt, dass man den Stöpsel rausziehen kann. Nun wird das Waschgut gemangelt oder eben ausgewrungen. Anschließend solange unter fließendem Wasser spülen bis das Wasser nicht mehr braun ist. Das dauert lange, und benötigt sehr viel Wasser. Socken kann man mit Brauchwasser spülen, aber die frisch gewaschenen Geschirrhandtücher packt man am besten nass in eine Plastiktüte und trägt sie zu einem Wasserhahn. Denn es ist entschieden einfacher 3 nasse Stofflappen zu tragen als 50 Liter Wasser.

Waschen im Eimer

Waschen im Eimer ist eine gute Alternative zur Kochwäsche. Allerdings ist seit geraumer Zeit mein Eimer kaputt und ich habe noch keinen neuen gefunden. Man benötigt einen möglichst großen Eimer mit einem dicht verschließbaren Deckel. Gut geeignet und kostenlos ist ein alter Farbeimer. In diesen Eimer füllt man Wäsche, Wasser und gegebenenfalls Waschmittel. Dann verschließt man den Eimer und schüttelt ihn möglichst lange durch. Umso länger man schüttelt, und, umso öfter man das Wasser wechselt, umso sauberer wird die Wäsche. Jetzt ist es aber sehr anstrengend einen so schweren Eimer 5 Stunden lang zu schütteln. Also muss man sich etwas einfallen lassen. Wer vor hat mit seinem Wohnmobil eine größere Strecke zu fahren stellt den Eimer vor Fahrtantritt einfach an einen möglichst hohen Platz im Fahrzeug. In den Alkoven zum Beispiel. Ich besitze keinen Alkoven und habe immer mein Spülbecken genommen. Durch die Vibrationen beim Fahren schüttelt sich der Eimer von alleine. Noch viel besser schüttelt er sich wenn man ihn ins Meer schmeißt. Vor allem bei starkem Seegang. Selbstverständlich muss man den Eimer am Wegschwimmen hindern. Dazu knotet man zwei Seile an den Griff. Ein Seil befestigt man an einem schweren Stein oder ähnlichem. Jetzt trägt man Stein und Eimer so weit hinaus dass der Eimer frei schwimmt und in der Brandung kräftig schaukelt. Mit dem zweiten Seil sichert man ihn an Land. Nur für den Fall das der Stein nicht schwer genug sein sollte. Die Bewegung die eine Haushaltswaschmaschine mit Atomstrom produziert liefert uns jetzt die Natur vollkommen gratis! Wenn man nicht am Meer parkt kann man den Eimer auch in einen schnell fließenden Bach hängen. Von einer Brücke zum Beispiel. Und zwar so, dass er von der Strömung immer ein Stück mitgerissen wird und dann wieder zurückschnellt. Das schaukelt kräftig. Hat man gar kein bewegtes Wasser aber heftigen Wind, kann man den Eimer auch an einen stark schwankenden Ast knoten. Der Phantasie kann man hier freien Lauf lassen, wichtig ist nur, dass das Ding wackelt und zwar möglichst heftig. Gespült wird genauso wie ich es bereits beschrieben habe.

Waschen in der Natur

Es gibt Textilien in einem Wohnmobil die sind einfach zu groß um in der Dusche, einem Eimer oder gar in einem Topf gewaschen zu werden. Ich denke da zum Beispiel an die Wolldecken auf meiner Couch. Mir bleibt gar nichts anderes übrig als sie in der Natur zu waschen. Viele Menschen unterschätzen die Waschkraft von Wasser. Große Mengen Wasser die lange Zeit ein Textilstück umspülen, sind in der Lage selbst eingetrocknete Blutflecke zu entfernen. Ohne jegliche chemische Waschsubstanz. Wenn eure Hündin bei ihrer letzten Läufigkeit euer Bettzeug eingesaut hat, wenn ihr dieses Bettzeug schon 5 Mal gewaschen habt, wenn ihr Dr. Beckmann draufgeschmiert habt, und wenn alles nix geholfen hat, dann vertraut auf die Kräfte der Natur. Startet euer Wohnmobil, fahrt zu einem klaren, schnell fließenden Bach und nehmt euer Bettzeug mit. Pickst an die untere Ecke ein kleines Loch und fädelt ein stabiles Seil hindurch. Jetzt hängt ihr das Bettzug in die Strömung und zwar lange. 2 Tage, wenn ihr die Zeit habt auch 4 Tage. Bei mir hat es geklappt. Das was die normale Waschmaschine des Tierheims in Nikiti (ich habe dort 4 Wochen lang geholfen und konnte somit deren Waschmaschinen nutzen) trotz aller möglichen und unmöglichen chemischen Zusätzen nicht geschafft hat, das erledigte ein kleiner kalter Bach in der Türkei vollkommen giftfrei in wenigen Tagen. Für mich ist das Bettzeug jetzt wieder sauber. Sollte ein bachgewaschenes Bettlacken nicht euren Ansprüchen genügen, könnt ihr es in eurer Waschmaschine ja noch mal mit frischem Bergfrühlingsduft verschmutzen.
Fließendes Wasser eines Baches reinigt, wenn man es nur lang genug auf die Textilien einwirken lässt. Selbstverständlich verfängt sich hier und da ein kleines Blatt oder ein Stöckchen in der Kleidung aber diese Verunreinigungen lassen sich manuell entfernen. Methoden in einem Bach zu waschen sind das bereits beschriebene „reinhängen“, wichtig ist hierbei eine wirklich stabile Verankerung zu schaffen. Seil zum Beispiel durch die Arme eines Pullis oder durch die Beine einer Hose fädeln. In Bettzeug oder Decken kleine Löcher pieksen und das Textilstück quasi mit dem Halteseil vernähen. Eine andere Möglichkeit ist ein Wäschekorb. Mehrere schwere Steine auf den Boden des Korbes legen, Korb soweit im Fluss versenken das er nicht vollständig überspült wird und Wäsche in den Korb werfen. Danach ne Runde wandern, sein Leben genießen oder schlafen. Die Arbeit macht Mutter Natur für uns. Kein spülen kein auswringen, es ist nur ein ins Wasser schmeißen, ein Warten und ein auf die Leine hängen. Eine dritte Art in der Natur zu waschen ist schwimmen. Ja, einfach mit Klamotten ins Wasser hüpfen. Das schützt vor Sonnenbrand und reinigt. Im Sommer, wenn ich viel schwitze stinkt meine Kleidung nach der kleinsten Anstrengung nach Schweiß. Es genügt vollkommen meinen Anforderungen diesen ekeligen Geruch aus den Klamotten zu bekommen. Deswegen gehe ich täglich mit ihnen schwimmen. Auch im Salzwasser. Es ist vollkommen ökologisch und genügt zu dieser Jahreszeit meinen Anforderungen. Niemand kann den Unterschied erkennen ob die Salzränder auf der Kleidung daherrühren dass ich sie nie wasche und nur mit ihr schwimmen gehe, oder ob sie daher stammen, dass ich mich nach dem Schwimmen angekleidet habe bevor ich trocken war, um einen Sonnenbrand zu vermeiden. Ein kleiner Tipp: Salzränder fallen auf hellen Kleidungsstücken weniger auf als auf dunklen. Probiert es mal aus, unser Planet wird es euch danken!

P.S. Ich bin übrigens der felsenfesten Überzeugung das so eine dünne Salzschicht auf der Haut einen besseren Sonnenschutz bringt als Nivea Lichtschutzfaktor 50. Also, hört mal auf nach dem Schwimmen diese Süßwasserduschen zu benutzen. Gerade in Gegenden wo die reichen Touristen das Wasser verplempern und die Bauern im Hinterland nicht so genau wissen womit sie Ihre Felder bewässern sollen.

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