Wohnmobil Elektrik

Grundlagen

Die wichtigste Komponente der Stromversorgung in einem Wohnmobil oder einem Caravan ist die Versorgerbatterie. Ohne Batterie keinen Strom. Theoretisch kann man auch die Elektrizität für den Wohnbereich von den Starterbatterien abzweigen, aber dann weiß man nie so genau ob die Ladekapazität am nächsten Tag noch ausreicht um den Motor zu starten, und wer will schon ständig auf Starthilfe angewiesen sein? Also sind Versorgerbatterien unumgänglich. Es gibt viele verschiedene Arten der Versorgerbatterien. Mehr dazu unter Batterietypen. Eins haben sie alle gemein. Ihre Kenndaten! Hier gibt es Volt (V), Ampere (A) und Amperestunden (Ah). Was bedeuten diese Daten? In Volt wird die Spannung der Batterie angegeben. Versorgerbatterien haben eine Spannung von 12 Volt.
Die Amperestunden Zahl variiert nach Größe und Qualität der Batterie. Sie gibt an wie viel Strom die Batterie speichern kann. Die Ampere (A) Zahl gibt an wie viel Strom die Batterie gleichzeitig abgeben kann ohne Schaden zu nehmen. Dann gibt es noch die Einheit Watt (W). Sie ist nicht auf der Batterie vermerkt aber zum Verständnis der elektrischen Grundlage sehr wichtig. Fast jeder hat schon einmal gehört dass eine Glühbirne z.B. 20 Watt hat. Watt ist die Einheit der elektrischen Leistung. Mit der mathematischen Formel Watt : Volt = Ampere kann ich nun berechnen wie viel Ampere Strom meine Glühlampe verbraucht. Also 20 Watt : 12 Volt = 1,66 Ampere. Wenn ich jetzt die, auf meiner Batterie angegebene Amperestundenzahl (Ah), also das Stromspeichervermögen der Batterie, durch meine errechnete Amperezahl dividiere erhalte ich als Ergebnis die Anzahl der Stunden die meine Lampe, zumindest theoretisch, leuchten wird. Gehen wir davon aus wir haben eine 100Ah Batterie. Also rechne ich 100Ah : 1,66Ampere = 60,24 Stunden. Theoretisch leuchtet die Lampe ca. 2,5 Tage ohne Unterbrechung. Praktisch ist danach die Batterie tiefenentladen, und ich kann sie so gut wie wegschmeißen. Mehr dazu bei Batterietypen.
Diese Formel kann ich auf folgende 3 Arten umstellen um auch die anderen Größen berechnen zu können.
Watt : Volt = Ampere W : V = A
Watt : Ampere = Volt W : A = V
Volt x Ampere = Watt V x A = W
Wie kann man nun errechnen wie lange meine Batterie einen Verbraucher betreibt von dem ich keine dieser Daten kenne? Ganz einfach, ich messe seine Amperezahl, seinen Stromverbrauch. Hierzu benötige ich ein Multimeter. Multimeter sind in digitaler Ausführung preisgünstig im Elektronikfachhandel zu erwerben und zum Selbstbau der Wohnmobilelektrik ein unerlässliches Werkzeug. Mit ihnen lässt sich sowohl die Voltzahl meiner Batterie, und somit ihr ungefährer Ladezustand messen, als auch die Stromaufnahme eines Verbrauchers. Des weiteren verfügen sie über Messeinstellungen für Ohm (die Maßeinheit des elektrischen Widerstandes) zur Transistor- und Diodenprüfung. Die 2 letzen Messbereiche sind für die einfache Wohnmobilelektrik aber nicht so wichtig.

Multimeterbedienung

Digitalmultimeter verfügen über ein Display, auf welchem ich den Messwert ablesen kann, einem Drehschalter, mit dem ich den Messbereich auswähle und 3 Anschlussbuchsen in die ich die 2 Messkabel einstecken muss.
Auf den ersten Blick wirkt das alles recht verwirrend. Für die Wohnmobilelektrik sind aber nur 2 Messbereiche wirklich notwendig, so dass die wichtigen Funktionen eigentlich recht einfach erklärt sind. Zur Spannungs- (Volt) Messung stecke ich das schwarze Kabel in die mit COM beschriftete Buchse (1) und das rote Kabel in die Buchse mit der Aufschrift V(Ohm)mA (2). Ich finde leider auf meiner Tastatur nicht den Griechischen Buchstaben Omega der die Maßeinheit für Ohm, den elektrischen Widerstand, symbolisiert. Aber ich bin sicher jeder weiß welche Buchse ich meine, schaut auf das Photo. Da es sich in der Wohnmobilelektrik um Spannungen + - 12 Volt handelt, dreht man den Schalter (4) auf den Messbereich 20 (5). Das rote Kabel misst immer den Pluspol und das schwarze den Minuspol. Wenn ich die Messkabel jetzt auf die Batteriepole halte kann ich im Display deren Spannung in Volt ablesen. Erscheint ein kleines Minus (-) vor dem Wert, weiß ich, dass ich das schwarze Kabel auf Plus und das rote auf Minus halte. Auf diese Weise läst sich auch sehr gut die Polarität unbeschrifteter Kabel prüfen.
Die Amperemessung ist etwas komplizierter. Als erstes entferne ich das rote Kabel aus der Buchse (2) und stecke es in die mit 10ADC beschriftet Buchse (6). Jetzt unterbreche ich den Stromkreis zu dem zu messenden Verbraucher und lasse ihn durch das Messgerät fließen.
Den Drehschalter drehe ich dabei auf den Messbereich 20m (7) im Messfeld A. Dieser Messbereich reicht für Messungen bis 9,99 Ampere und ist im Algemeinen völlig ausreichend. Es sei denn, ich will die Stromaufnahme eines Fahrzeuganlassers oder ähnlichem messen. In dieser Beispielmessung wird ein Wert von 0,41A angezeigt. Mit der Formel Watt = Volt x Ampere kann ich nun berechnen welche Leistung die im Beispiel ausgemessene Glühlampe hat. Also: 12 Volt x 0,41 Ampere = 4,92 Watt. Dieses Ergebnis kommt der auf der Lampe aufgedruckten tatsächlichen Leistung von 5 Watt schon recht nahe. Die Differenz ergibt sich dadurch, dass meine Versorgerbatterie nie eine tatsächliche Spannung von exakt 12 Volt hat.
Erwähnenswert wäre noch die Ohm Messung. Nicht dass es uns interessiert wie hoch der Widerstand eines elektrischen Leiters ist. Widerstände in Kabeln sind so gering das sie für den Laien zu vernachlässigen sind. Aber mit der Ohm Messung kann ich sehr einfach feststellen ob überhaupt eine leitende Verbindung besteht oder nicht. Hierzu muss ich zunächst einmal jede Spannung vom zu messenden Objekt nehmen. Das heißt, Batterie abklemmen und am besten im Dunkeln arbeiten wenn die Solaranlage keinen Strom liefert. Ich stecke wieder das schwarze Kabel in die COM Buchse (1) und das rote in die Buchse V Ohm mA (2) Den Drehschalter stelle ich in die Position 2000k. (Im Display erscheint eine 1. Halte ich jetzt die beiden Messspitzen zusammen erscheint 000 im Display. Ich habe eine leitende Verbindung. Damit wären die wichtigen Funktionen des Messgerätes erklärt. Gar nicht so schwer oder?

Batterietypen

Für uns interessant sind 3 vielleicht auch 4 verschiedene Arten von Versorgerbatterien. Sie unterscheiden sich stark in Preis und Qualität.
Am häufigsten sind ganz normale Autobatterien, obwohl sie nur bedingt geeignet sind. Aber sie sind die billigste Alternative und wahrscheinlich als Einzige im guten Zustand gebraucht zu bekommen.
Autobatterien sind dafür gedacht Fahrzeuge zu starten. Das heißt, sie geben kurzfristig einen sehr hohen Strom ab um den Anlasser zu drehen, und werden im direkten Anschluss an die Stromentnahme durch die Lichtmaschine wieder geladen. Als Versorgerbatterie müssen sie jedoch meist eine andere Aufgabe bewältigen. Sie werden geladen, während der Fahrt, durch Solarstrom oder durch ein externes Ladegerät, und sollen danach über eine möglichst lange Zeit den Wohnbereich des Fahrzeugs mit Energie beliefern. Dabei werden sie sehr häufig weit über ihre empfohlene Entladetiefe hinaus entladen. Bei einer Entladetiefe von 20% hat eine normale Blei-Säure Starterbatterie eine Zyklenzahl von etwa 1000. Das bedeutet, dass ich sie 1000-mal wider aufladen kann. Entnehme ich ihr jetzt aber sagen wir mal 90% ihrer Leistung sinkt die Zyklenzahl auf grob geschätzte 200. Da die Batterie aber von Mal zu Mal an Leistung verliert hat die 100Ah Batterie aus unserem Beispiel schon nach nur wenigen Zyklen eine Kapazität von nur noch rund 80 Ah. Eine Entnahme von 90% Ihrer Leistung also 90Ah ist somit gar nicht mehr möglich. Die Batterie wird immer tiefer entladen und sulfatiert (so nennt man das langsame Kaputtgehen einer Batterie) immer schneller. In der Praxis kann es passieren, dass eine neue 100Ah Batterie schon nach wenigen Monaten nur noch ein Fall für die Sondermüllannahmestelle ist. Dennoch sind Starterbatterien die preisgünstigste Alternative seinen mobilen Wohnraum mit Elektrizität zu versorgen. Mann muss nur eine Batteriekapazität erreichen, welche groß genug ist um auch im mehrtägigen Stand die empfohlenen Entladetiefe nicht zu unterschreiten. Dies erreicht man durch die Parallelschaltung mehrerer Batterien zu einem großen Modul. Wenn man dieses Batteriemodul pflegt und regelmäßig, und vor allem rechtzeitig, nachlädt kann man lange Freude davon haben.
Als Faustregel würde ich folgendes empfehlen: Wenn die Batterie nach einer Zeit von 30min ohne Ladestrom und ohne Entladestrom eine Spannung von unter 12,5 Volt aufweist, dann ist es Zeit zum Nachladen. Leider schalten die im Handel erhältlichen Tiefenentlade-Schutzschalter, welche auch häufig in Solarladereglern verbaut sind erst bei einer Spannung von ungefähr 11,8 Volt ab. Dann ist es aber eigentlich schon zu spät.

Solarbatterien

Solarbatterien unterscheiden sich im Aufbau nur sehr gering von dem einer herkömmlichen Starterbatterie. Ihre Zyklenzahl ist allerdings ca. doppelt so hoch. Das heißt die Batterie wird etwa doppelt so lange halten. Bei guter Pflege kann das sehr, sehr lange sein. Bei häufiger großer Stromentnahme allerdings auch nur wenige Monate. Außerdem sind Solarbatterien nicht hochstromfähig. Das bedeutet, dass sie nicht zum Starten eines Fahrzeugs eingesetzt werden können. Auch Anwendungen wie 12 Volt Schweißen bedeuten ihr baldiges Ende.

Blei-Gel-Batterien

In Campingkatalogen werden sie oft als extrem robust und langlebig angepriesen. Meiner Meinung nach liegt ihr größter Vorteil allerdings darin "auslaufsicher" zu sein. Dieser Vorteil ist im Wohnmobil allerdings ziemlich unerheblich, es sei denn wir wollen das Fahrzeug Kopfstand machen lassen. Ihr hoher Preis wird in keiner Weise durch höhere Haltbarkeit gerechtfertigt. Außerdem ist zu beachten, dass beim Einbau einer Blei-Gel-Batterie das Ladegerät und gegebenenfalls auch der Solarladeregler den anderen Ladebedingungen angepasst werden müssen. Die meisten Geräte lassen sich durch so genante "Jumper" (Kabelbrücken im Inneren des Gerätes die umgesteckt werden müssen) umrüsten. Näheres dazu findet sich in der Betriebsanleitung des Gerätes.

Panzerplatten-Batterien

Sie sind das Non Plus Ultra. Das Beste vom Besten sozusagen. Ihre eigentliche Verwendung finden sie in Elektrogabelstaplern und Behindertenfahrzeugen. Sie sind dafür ausgelegt in der Nacht geladen und am Tag entladen zu werden. Ähnlich wie ein Handy Akku kann man sie voll und wieder leer machen. Mann kann sie halb voll laden und ganz leer machen oder nur halb leer machen und ganz voll laden. Wie man lustig ist. Leider sind diese Batterien sehr teuer und schwer. Aber wer drankommen kann sollte immer zugreifen. Ähnlich wie bei Blei-Gel-Batterien müssen auch hier die "Jumper" in den Lademodulen umgesteckt werden da sie ein anderes Ladeverhalten als normale Starter bzw. Solarbatterien haben.

Parallelschaltung

Um mehr Strom speichern zu können, als eine Batterie fasst, muss man mehrere Batterien zu einem Verbund zusammenschalten. Dies ereicht man durch die so genante Parallelschaltung. Dazu verbindet man den Pluspol jeder Batterie mit dem Pluspol jeder anderen Batterie. Bei den Minuspolen geht man genauso vor. Da die Verbindungskabel, seien sie auch noch so dick, einen elektrischen Widerstand darstellen ist es wichtig den Pluspol von der ersten und den Minuspol von der letzten Batterie abzunehmen.
Ansonsten wird die erste Batterie immer stärker entladen und auch stärker geladen und verschleißt somit schneller als die anderen Batterien. Da der ganze Verbund immer nur so stark ist wie sein schwächstes Glied (im Falle von Spannungsdifferenzen unter den Batterien versuchen die "volleren" Batterien immer die schwächste nachzuladen. Diese kann den Strom aber nicht aufnehmen. Dadurch kommt es zur erhöhter Selbstentladung und frühzeitigem Verschleiß). Aus diesem Grund ist es auch wichtig nur Batterien gleicher Größe und gleichen Alters zu verwenden. Unmittelbar hinter den Pluspol baut man eine Sicherung ein. Sie sollte groß genug sein damit sie nicht durchbrennt wenn alle Verbraucher im Fahrzeug gleichzeitig eingeschaltet sind. In der Regel reichen 20A. Zum Verbinden der Batterien benutzt man möglichst dicke Kabel. Gut eignen sich alte Starthilfekabel. Die Verbindung zu den Polen stellt man unter keinerlei Umständen durch "drumtüddeln" her. Nicht alles was funktioniert ist gut. Hier, direkt an den Batterien fließen unter Umständen sehr hohe Ströme. Eine gute Verbindung ist wichtig. Und Polklemmen sind allemal billiger als ein ausgebrannter Wagen. Bei Gebrauchtbatterien sollte man die Pole mit einem Stück Schmirgelpapier reinigen bevor man die Klemmen aufsetzt um eine gute, vollständig leitende Verbindung zu schaffen. Wer es gut meint kann die Kontakte auch mit ein wenig Vaseline oder noch besser mit speziellem Polfett einschmieren. Dieses verhindert Oxidation, und somit Fließwiderstände, während des Betriebs. So verschaltet können das + und das - Kabel in die Unterverteilung geführt werden.

Solaranlage und Unterverteilung

Ist man stolzer Besitzer einer Solaranlage führt man die Batteriekabel in die dafür vorgesehenen Klemmen am Solarladeregler. Ein Solarladeregler besitzt 6 Anschlussklemmen für 6 Kabel. 3 x Plus und 3-mal Minus. Die Batteriekabel führt man in die Klemmen wo eine kleine Batterie drüber abgebildet ist. An einer Klemme steht Plus, hier schließt man das Pluskabel an, an der Anderen steht ein Minus-Zeichen hier wird folgerichtig das Minuskabel angeschlossen. Kabel nie vertauschen im Zweifelsfall mit Multimeter ausmessen. Unter bzw. über dem zweiten Klemmenpaar ist eine kleine Glühbirne abgebildet. Hier schließt man 2 dicke Kabel an von welchen man später die Verteilung in die einzeln abgesicherten Stromkreise führt. Auch hier gibt es eine Plus und eine Minus Klemme. Das dritte Klemmenpaar ist für die Kabel die von der Solarzelle kommen. Auch hier gibt es logischerweise ein Plus und ein Minus und auch hier kann ein Vertauschen der Kabel den Exitus des Reglers bedeuten. Bitte sorgfältig nachmessen. Das wäre eigentlich auch schon der ganze Anschluss einer Solaranlage vor dem sich viele so fürchten. 6 Kabel 6 gekennzeichnete Anschlüsse. Die Fixierschrauben für die Kabel bitte sorgfältig anziehen. Es fließen große Ströme; eine gute und vor allem wackelkontaktfreie Leitfähigkeit ist wichtig. Ansonsten gibt es ständig Funken die so lustig rumschmorgeln. Da die Anschlussklemmen des Reglers nahe beieinander liegen, ist es auch wichtig, peinlichst genau darauf zu achten, dass keine blanken Kabelenden aus dem Gerät herausschauen und einen Kurzschluss bilden können. Von den Kabeln, die man in die Klemmen mit dem kleinen Glühbirnchen geschraubt hat, zweigt man nun die einzelnen Stromkreise ab. Besitzt man keine Solaranlage vergisst man einfach alles was ich bisher geschrieben habe und nimmt direkt die von der Batterie kommenden Kabel um die Stromkreise zu verteilen. Ich habe für diese Aufgabe so genannte Potenzialausgleichsschienen verwendet. Potenzialausgleichsschienen sind eigentlich für Erdungsanschlüsse in der Hausinstallation gemacht aber sie eignen sich für diese Zwecke hervorragend da sie aus soliden Messingschienen bestehen und Anschlüsse für viele Kabelgruppen haben. Außerdem sind Anschlussmöglichkeiten für extrem dicke Eingangskabel vorhanden. Man kann sie in jedem Baumarkt recht preisgünstig erwerben. Also zwei Schienen 2 Kabel. Jedes Kabel mit einer Schiene verbinden und Schiene an irgendeiner Fahrzeugwand, am besten in Batterienähe (kurze Kabel = geringe Fließwiderstände) festschrauben. Bei mir sieht das Ganze etwas wüst aus.
Von der Schiene wo man den Pluspol angeschraubt hat führt man jetzt für jeden Stromkreis ein Kabel in den "Sicherungskasten". Diese Sicherungskästen sind im KFZ Handel erhältlich, ja sie kosten Geld aber sie sind billiger als ein Wohnmobilbrand. Das gleiche gilt für Kabelschuhe welche für eine sichere, wackelkontaktfreie und vor allem dauerhafte Verbindung zu empfehlen sind. Kabelschuhe sind so kleine Steckerchen die genau auf die Anschlüsse der Sicherungshalter passen. Einfach den KFZ-Teile-Dealer fragen der kennt die. Hinten haben sie `ne kleine, runde, metallische Öffnung. Sie ist mit Plastik isoliert. Je nach Größe der Stecker hat das Plastik `ne andere Farbe. Normalerweise braucht man die blauen. In diese runden Öffnungen steckt man die Kabel (vorher in der richtigen Länge abisolieren, einfach ausprobieren). Jetzt wird das Metall um das Kabel zusammengepresst und die Kabel so fixiert. Spezielle Kabelschuhzangen sind in jedem billigen Werkzeugkoffer vorhanden. Zur Not tut`s auch ne Kombizange. Danach einfach die andere Seite des Steckers auf die kleine Metallzunge am Sicherungshalter schieben. Festpressen nicht erforderlich. So geht man für jeden Stromkreis einzeln vor. Empfehlenswert ist es jeden Verbraucher einzeln abzusichern. Ich hab zum Beispiel die 12 Volt Zigarettenanzünder Steckdose und das Licht über meinem Tisch am gleichen Kabel. Da das Kabel verhältnismäßig lang ist hab ich jetzt total lustige Lichteffekte wenn ich zum Beispiel mein Handy lade. Irgendwie scheint das Handyladegerät den Strom impulsartig aufzunehmen so das mein Licht ständig hell und dunkel wird. Ziemlich nervig! Ich meine aber es hat auch was Gutes, wenn es aufhört weiß ich, dass das Handy voll ist. Aber wirklich happy bin ich mit der unfreiwilligen Ladekontrolle nicht. Auf der anderen Seite des Sicherungskastens schließt man auch wieder Kabel an. Wieder brav mit Kabelschuhen. Diese Kabel führt man zu den einzelnen Verbrauchern bzw. erstmal zu deren Schaltern. Jeder Verbraucher braucht ein Plus und ein Minus Kabel. Logisch, oder? Während es bei einfachen Lampen egal ist wo man plus und wo Minus anschließt können empfindlichere Verbraucher wie Radios, Wasserpumpen usw. einem ein verpoltes Kabel sehr übel nehmen. Sollte dennoch ein Missgeschick passieren, nicht vollständig verzweifeln. Die meisten Geräte haben irgendwo eine integrierte Sicherung die sie vor dem totalen Ausfall bewahrt. Manchmal ist diese Sicherung von außen nicht zu erkennen. Also einfach mal aufschrauben, kaputter als kaputt kann man ja nix machen. Dennoch besser vorher nachdenken und nachmessen. Normalerweise legt man auch bei Lampen den Pluspol auf den Schalter. Grundsätzlich ist es völlig wurscht welchen Pol man schaltet beides funktioniert gleich gut. Aber wenn irgendwann mal irgendwer anders daran rumfummelt ist es doch praktisch gewisse Standards eingehalten zu haben. Ich für meine Person habe in jedes Kabelende eines Pluskabels einen kleinen Knoten gemacht. So weiß ich immer wo ich dran bin ohne nachmessen zu müssen.

Schalter

Im Campinghandel gibt es spezielle 12 Volt Schalter. Sie sind teuer und ihre Daseinsberechtigung ist mir unverständlich. Dem Schalter ist es vollkommen egal ob er jetzt 230 oder 12 Volt schaltet. Umgekehrt wird es da schon komplizierter. Mann kann gedankenlos im Baumarkt zu irgendeinem Billigangebot greifen. Hier gibt es "an - aus" und "Wechselschalter“. Beide sind hervorragend geeignet um eine Lampe oder eine Wasserpumpe zu schalten. Ich habe hier mal einen von meinen Schaltern fotografiert.
Ich habe Doppelschalter verbaut. Diese zweigeteilten, wo man zwei Lampen mit einem Schalterelement bedienen kann. Sie waren billig, und ich fand sie praktisch weil Platz sparend. Auf der Rückseite sieht man den Schaltplan. In den rechten oberen Anschluss führt man das Pluskabel von der Batterie bzw. der Unterverteilung. Von dort gibt es im Schalter eine integrierte Brücke die mein Plus auf beide Schalter verteilt. Unten im Bild sieht man 2 Ausgänge. Von ihren Anschlüssen führe ich Kabel zum Verbraucher. Jetzt ziehe ich noch das Minuskabel von der Verteilung zur Lampe (oder was auch immer), bediene den Schalter und siehe da das Licht geht an und aus. So verfahre ich mit jeder Lampe und mit allem was ich schalten will. Für Verbindungen zwischen Kabeln gibt es Lüsterklemmen. Das sind diese Plastikdinger mit Metallkern. Sie haben so Löcher wo man die Kabel reinsteckt und obendrauf sind kleine Schrauben. Wenn ich die jetzt fest anziehe sind die Kabel die ich in die Löcher gesteckt habe fest miteinander verbunden. Alles ist isoliert und nix kann passieren.

12 Volt Beleuchtung

Es gibt unzählige Arten von 12 Volt Leuchtmitteln. Grundsätzlich kann man Glühbirnchen aus Schrottautos ausbauen und sie zur Fahrzeugbeleuchtung einsetzen. Der Gestaltung der eigentlichen Lampe sind dann weiträumige kreative Freiräume gelassen. Aber Vorsicht, Lampen werden heiß! Nicht unbedingt `nen in Benzin getränkten Lappen darumwickeln *gg. Es gibt 12 Volt Neonröhren und sogar 12 Volt Ausführungen normaler Glühlampen welche sich in jede handelsübliche 230 Volt Lampe einschrauben lassen. Mir gefallen Halogenspots sehr gut. Es gibt sie in 5 Stück Sätzen oft schon für 10 Euro. In ihrem Originalkarton ist ein Transformator beigelegt. Er wandelt die 230 Volt Netzstrom in 12 Volt für die Lampen um. Ihn brauchen wir nicht. Wer will kann die Kupferspule ausbauen und sie zum Schrotthändler bringen. Ich habe gehört der Kupferpreis ist wieder gestiegen. Leider werden diese Halogenstrahler mit 20 Watt Leuchtmitteln verkauft. Was nicht nur für die mobile Nutzung ziemlich verschwenderisch ist. Eine serienmäßige Runterrüstung auf 10 Watt ist möglich. Wer ein bisschen bastelt kann auch 5 Watt Strahler herstellen. Dazu braucht man zuerst ein altes Leuchtmittel. Wattzahl egal. Mit dem Taschenmesser hebelt man vorsichtig das Sicherheitsglas heraus. Vielleicht geht der Strahler kaputt. Vielleicht auch nicht. Nicht verzagen Übung macht den Meister. Hat man das Glas gelöst klopft man vorsichtig auf das eigentliche Birnchen. Mal vorsichtig mit der Zange dran wackeln bis es lose sitzt. Es ist nur Eingegipst und geht meist sehr leicht raus. Jetzt kauft man ein 5 Watt Steckbirnchen wie sie für diese Lampen angeboten werden wie ich sie als Beispiel für die Amperemessung verwendet habe. Leider sind die Anschlussfüße der Birne etwas kurz. Mann muss ein Stück der Strahlerrückseite absägen. Mit einem Feinfräsgerät geht das recht gut.
Jetzt klebt man das neue Birnchen mit ein wenig 2 Komponenten-Knete ein. Warten bis es trocken ist, Anschlussfüßchen leicht auseinander biegen bis sie gut in der eigentlichen Steckfassung halten und Strahler einbauen. Wer will kann noch das Schutzglas mit Sekundenkleber draufkleben. Wie ausgemessen verbraucht der Strahler dann 0,41Ampere. Mit einer 100Ah Batterie leuchtet er theoretisch?? Hä, wer weiß es noch?? 100Ah : 0,41 Ampere = 243,9Stunden. Über 10 Tage nonstop. Selbst wenn man nur die empfohlenen 20% entnimmt ergibt das immer noch ne Leuchtdauer von 48,7 Stunden. Selbst mit einem kleinen Solarsystem erreicht man damit immer noch den Autark Status. Sogar im dunklen Norddeutschland. Eine weitere Beleuchtungsmöglichkeit sind LED Strahler. Sie brauchen so gut wie überhaupt keinen Strom. Aber sie sind teuer und geben unheimlich ungemütliches Licht. Wenn schon LED Technik dann empfehle ich eine Stirnlampe. Gefüllt mit Akku Batterien gibt sie da Licht wo es gebraucht wird, nämlich dort wo man hinschaut.

Musik

Die energiesparenste Beschallung ist ein MP3 Player. Es gibt die Dinger mit eingebautem Radioempfangsteil und sie laufen tagelang mit einer winzigen Batterie. Aber wer will schon immer diese Stopfen im Ohr haben? Ich nicht!
Seit mein alter Gehtoblaster plötzlichem Nässeeinfluss durch ein undichtes Dach ausgesetzt war, übernimmt meine Fahrzeugbeschallung ein normales Autoradio. Ich hab es mit 2 normalen Wohnungslautsprechern und 2 KFZ Einbau-Boxen verbunden. Der Klang ist fantastisch. Man hört gar nicht wo die Musik herkommt, sie ist einfach da, gleichmäßig im Raum verteilt. Ein kurzer Dreh am Lautstärkeregler und mein Wagen verwandelt sich in eine fahrende Diskothek. Außerdem verfügt es über einen externen Aux-Eingang. So das ich meinen Laptop dran anschließen kann wenn ich ein DVD schaue. Das ist fast doulby sourond Sound. Man hört das Flugzeug von hinten kommen und dann hört man wie es nach vorne wegfliegt. Grade bei so Weltraum-Baller-Filmen der absolute Bringer. Aber der Verbrauch .... . Wenn ich ein wenig aufdrehe pfeifen sich tiefe Bässe mal locker 5Ampere rein. Selbst in Zimmerlautstärke läuft nix unter 1,5 Ampere. Mehr als 3 Lampen! Mein alter Gehtoblaster hat o,5 Ampere gebraucht. Etwa soviel wie eine Lampe, nicht soviel wie 3. Ok, der Klang - kein Vergleich. Aber ich konnte es wenigstens anschalten. Jetzt ist mein Radio aus. Es hat so einen Knopf um mir die Uhrzeit anzeigen zu lassen selbst wenn es aus ist. Ich hab es ausgemessen, allein die dumme Displaybeleuchtung braucht knapp 0,5 Ampere. Damit hat mein altes Musik gemacht, das Autoradio verbrät den kostbaren Strom für ein bisschen Licht dass keiner braucht. Fazit: Wer Sound haben will der braucht ein Autoradio, wer einfach nur Stromsparende Musik möchte braucht so ein tragbares Batterieteil. Ab 6 Batterien lassen sich die Dinger recht unproblematisch direkt an 12 Volt anschließen. Eigentlich bekommen sie 6 mal 1,5 Volt also 9Volt. Aber erfahrungsgemäß verkraften sie auch locker 12. Der Anschluss ist denkbar einfach. 2 Kabel, eins Plus eins Minus. Ein Blick ins Batteriefach, 2 Batteriereihen und 4 Anschlüsse. 2 Anschlüsse verbinden einfach nur die Pole der Batterien. Die anderen beiden verfügen über Kabelanschlüsse die ins Geräteinnere führen. Um festzustellen welche beiden Anschlüsse benötigt werden, führe ich eine Ohm Messung durch (siehe Multimeterbedienung) bleibt die 1 habe ich die zwei richtigen Kontakte. Erscheint 000 muss ich die Anderen nehmen. Habe ich die richtigen Anschlussstellen gefunden sehe ich im Batteriefach nach an welchen Anschluss der Plus- und an welchen der Minuspol kommt. Jetzt löte ich einfach die Kabel an und verbinde sie mit meiner Bordbatterie. Siehe da, das Radio läuft. Wer nicht löten kann, kann die Kabel auch einfach mit alten Batterien an die Kontakte drücken. Ist ein wenig Pfusch, geht aber hervorragend. Wenn ich es so mache muss ich aber irgendwo den Stromkreis der Batterien unterbrechen damit diese nicht versuchen sich von meiner Versorgerbatterie laden zu lassen. Hierzu einfach ein Stück Pappe zwischen die Batterien klemmen und gut ist. Ein weiter Nachteil ist, dass die alten Batterien irgendwann auslaufen werden. Aber die klebrige Batteriesäure heftet die Kabel besser an die Kontakte als jede Lötstelle. Man darf das halt bloß nie wieder öffnen, und keinem erzählen was für`n Scheiß man da gebaut hat der echt Ahnung davon hat.

So, wir haben Licht, wir haben Musik, die Wasserpumpe ist auch angeschlossen. Wie noch nicht? Mensch die hat doch nur 2 Kabel. Eins Plus eins Minus. Vom Sicherungskasten zum Schalter ranführen, anschließen - gut ist. Wo liegt denn das Problem? Wie `ne Steckdose fürs KFZ Handyladekabel? Zigarettenanzündersteckdosen gibt es fertig zu kaufen. Da kommen hinten 2 Kabel raus. Was macht man mit denen wohl? Wenn`s fertig verdrahtet ist mal eben nachmessen auf der äußeren Metallhülse muss Minus anliegen auf dem kleinen Kontakt ganz tief drinnen in der Mitte Plus. Sonst noch irgendwelche elektrischen Verbraucher die erklärt werden müssen? Wie man seine Wagentür mit einem Vibrationskontakt ausstattet um die Türklinke mit Hilfe einer alten Zündanlage aus `nem PKW unter 20000 Volt Spannung zu setzen erkläre ich einfach ein anderes Mal in der Rubrik Alarmanlagen *gg

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